Gralsblätter
Gesammelte Vorträge
von
Abdruschin.
1. Heft.
VERLAG DER GRALSBLÄTTER; BAD HEILBRUNN
(OBERBAYERN)
Gralsblätter
Gesammelte Vorträge
von
Abdruschin
1.
Heft Serie I
VERLAG DER GRALSBLÄTTER BAD HEILBRUNN
(Oberbayern)
Inhalt: Heft 1
Serie I
Neue Ausblicke
Ein Kranz von Helfern
Was sucht ihr
Lebet
Das große Geheimnis
Erlösung
GRALSBLÄTTER
Serie I, Heft 1
Dieses Heft ist in der Staatsbibliothek nicht vorhanden und wird dort als „nicht erschienen“ geführt.
1. Neue Ausblicke.
Die Erwähnungen des „Weißen Fürsten“ in dem Vorblatt Nr. 1 gewinnen für viele dadurch stärkeres Interesse, weil sie sich mit den bekannten Prophezeiungen über die Schlacht am Birkenbaume decken. Ebenso deuten bei ernsterem Studium die ältesten wie die neueren Weissagungen stets scharf darauf hin, daß der „Kommende“ weder unter politischen Führern, noch unter Feldherren, auch nicht unter geistlichen Würdenträgern zu suchen ist, sondern daß er einen eigenen, ihm vorgezeichneten Weg gehen wird, unentwegt über alle bestehenden Streitigkeiten hinweg.
Das gibt einen klaren und völlig neuen Ausblick, auch eine stärkere Zuversicht.
Besonders auffallend in den verschiedenen Prophezei-ungen, die zum Teil doch Jahrhunderte auseinanderliegen, sind ausdrückliche Hinweise auf Nebenumstände bei der Person des „Erwarteten“, die eindringlich beweisen, wie wenig göttliche Sendungen mit irdischen Ansichten und Formen zu tun haben, wie weit entfernt wir also von dem wahren Leben sind. Es heißt von dem „Mächtigen, der kommen wird“, er ist aus schlichtem Stande und wird doch der „Weiße Fürst“ genannt. Er steigt von der falschen Seite auf das Pferd, weil das eine Bein etwas lahmt (Schlacht am Birkenbaum), dann wieder wird von anderen Seiten von dem „Großen Einäugigen“ gesprochen, und zweite Gesichte verkünden, daß der Verheißene mit einer Binde über dem einen Auge gesehen wird, und darnach wohl den Namen „Einäugiger“ führen wird, trotzdem von einigen Seiten die Erklärung darüber dahin geht, daß der „Erwartete“ den Beinamen deshalb führen wird, weil sein Blick nur nach einer Richtung, nach oben, gerichtet sein soll, wenn er seine Mission richtig erfüllen will.
Die letztere Erklärung aber über den „Einäugigen“ erscheint nicht ganz einwandfrei, weil der kommende Befreier und Erlöser doch ohne Zweifel den Blick nicht nur nach oben, sondern auch nach unserer Menschheit auf der Erde gerichtet haben muß, wenn er die bestehenden Mängel beseitigen will.
Eins aber geht unbestritten aus allem hervor: Der Kommende und das Kommende wird anders sein, als wie es sich die Menschheit vorstellt, die sich damit beschäftigt und daran glaubt. Gotteswille und Menschensinn gingen bisher niemals richtig Hand in Hand! Soll die Verschiedenheit wieder so stark zum Ausdruck kommen wie zu Jesus Zeiten?
Wenn man die Prophezeiungen der Bibel und anderer Sammlungen genau studiert, wird es zur Überzeugung, daß es sich so entwickeln muß, doch mit dem Unterschied, daß diesmal die Gegner nicht geschont, sondern zerschmettert werden. Ein Weltgericht, zu dem der Grundstein schon bei Jesus Erdendasein eingegraben wurde, so daß jetzt das Geschehen von Jahrtausenden zum Austrag kommt. Das Wirken des Kommenden hängt also eng zusammen mit dem Leben Jesus von Nazareth, auch die alten Verheißungen sprechen schon von beiden.
Es schließt sich alles wie ein Ring, und wir erleben durch den Kommenden den Abschluß einer Riesen-Weltgeschichte, sehen gleichzeitig auch die Errichtung einer neuen, ganz veränderten Zeit, die nach einem höheren, reineren Sinne und Willen geleitet werden soll. Diesem Aufstiege aber mußte ein Niedergang vorausgehen, wie er jetzt ist, den niemand für möglich halten konnte, und der allein geeignet ist, die ganze Ohnmacht menschlicher Intelligenz so scharf zutage zu fördern. Den Weissagungen nach steht aber das Schlimmste erst noch bevor, und dann entbrennt der fürchterliche Kampf, wobei ein jeder Arm erlahmt oder zerbrochen wird, der sich gegen die Macht des Kommenden erhebt. Es ist sogar an vielen Stellen ganz ausdrücklich darauf hingewiesen, daß seiner Machtwelle weder ein Staat noch Kirchen ungestraft entgegentreten können.
Wenn wir so Unermeßliches erleben sollen, was muß da alles noch geschehen!
Denn wie sieht es heute aus? Wohin man blickt, ist Not, Verzweiflung und Ratlosigkeit, die hier und dort in tatlose Ergebung übergeht, selbst rohen Vergewaltigungen gegenüber. Abwärts geht es mit unheimlicher Gewißheit, nicht nur in Deutschland, auch in angrenzenden Ländern. Gott gebe, daß die Stunde nicht mehr fern ist, wo der Verheißene erscheint und die gequälte Menschheit von den Peinigern befreit.
Von großem Werte sind uns deshalb die neu gefundenen Weissagungen über verschiedene Helfer des Kommenden. Durch deren Inhalt fügt sich vieles zu etwas Greifbarerem zusammen, das unserem irdischen Denken und Erfassen näher kommt, weil sich damit Wege zeigen, die am Ende zu dem Erwarteten hinführen müssen. Bisher wußten wir ja eigentlich weiter nichts als sein Kommen und Wirken. Wie aber sollten wir ihn erkennen? Wie wird er sich uns offenbaren?
Gewiß, es wurde auch darüber verschiedenes gesagt: Zum Beispiel durch die göttliche Macht, die ihm verliehen ist, und die sich auf irgendeine Weise schon fühlbar machen wird. Ferner werden Hellsehende ihn erkennen, an für gewöhnliche Menschen unsicht-baren Zeichen. Wahrscheinlich auch durch seine Lehren, und zum Schluß durch den Bethlehem-Komet!
Dagegen ist aber auch verschiedenes einzuwenden; denn wenn der Komet allen sichtbar wird, muß er doch einen großen Kreis bestrahlen, unter dem viele Menschen leben. Hellsehende können sich täuschen oder getäuscht werden, und ehe man die wahren Lehren aus den schon bestehenden und immer neu auftauchenden richtig erkennt, kann lange Zeit vergehen, weil es auch heute schon Lehren gibt, die viel Gutes bergen. Wir waren also in dieser Beziehung immer noch auf besondere Ereignisse angewiesen, die uns die Person des Gottgesandten erkennen lassen konnten. Die nun entdeckten Prophezeiungen über die Helfer aber geben uns eine bestimmtere Richtung; denn setzt nun irgendwo ein so außergewöhnliches, an Wunder grenzendes oder Wunder seiendes Wirken ein, wie das von der „Schwester mit den gesegneten Händen“ verheißene, so kann dies nicht lange unbekannt bleiben, gleichviel, wo es ist, und dieser Weg muß dann am Ende auch zu dem Erwarteten hinführen. Genau so ist es mit der Sternen-Schwester. Es kann sich dabei nicht um Astrologie in gewöhnlichem Sinne handeln, nicht einmal in der bisher bekannten Art, sonst würde es darüber nicht von verschiedenen Seiten sich mehrfach wiederholende Prophezeiungen geben. Es muß vielmehr durch sie eine bedeutende Umwälzung und Vertiefung vorgesehen sein. Die Lücken der jetzigen Astrologie sind ja auch in weiten Kreisen genügend bekannt, um das begreiflich zu finden. Also auch diese Sternen-Schwester müßte einmal von sich reden machen, wenn auch ungewollt. So etwas bleibt nicht für die Dauer verborgen. Und damit ist eine gewisse Sicherheit gegeben, daß wir dem Erwarteten begegnen müssen, sei es auch erst auf dem Wege durch seine Helfer oder Jünger, die es heute vielleicht noch gar nicht wissen, daß sie es sind oder werden sollen.
Aus diesem Grunde begrüßen wir die gefundenen Weissagungen, die sich zu einer immer festeren Form zusammenfügen. Möge die Zeit nicht ferne sein, wo der letzte Schleier fällt.
R.E.
2. Ein Kranz von Helfern.
Weitere zugängliche Prophezeiungen über den „Kommenden“ zeigen, daß dieser nicht allein sein wird, sondern einen Kranz von Helfern erhält, die gleich den Jüngern bei dem Heiland um ihn stehen.
Es heißt:
„Wie ein Felsen soll er stehen in der Brandung, unerschütterlich. Einsam auf steiler Höhe, abgetrennt von allen anderen, ragt er wie eine Gratspitze auf hohem Bergesrücken. In weitem Bogen um ihn steht ein Kranz von Helfern, wie einst die Jünger um den Heiland standen. Über ihm schwebt die Taube, und hinter ihm steht das Erlöserkreuz, also daß er gründe die Veste des Heiligen Grales als Vorhof zum himmlischen Jerusalem, der Stadt mit den goldenen Gassen. Das kommende Reich wird er rein halten mit eiserner Strenge, bis zur Härte. Er ist der Anfang zum Aufstieg zu den Stufen des Thrones. Auf keinen darf er sich verlassen als auf sich allein, und keines anderen Rat einholen. Schöpfen soll er nur aus sich, lesend in dem großen Buche Gottes, und auf die eigene innere Stimme hören; denn in ihm ist Gott.“
Ein Kranz von Helfern soll also um den Kommenden stehen. Welcher Art sind diese Helfer? Sind sie politisch? Sind sie militärisch. Wir können darüber zwei Funde veröffentlichen, die sich auf diese Helfer beziehen. Diese sind allerdings weder politischer noch militärischer Art. Es heißt:
a) Die Schwester mit den gesegneten Händen.
„Sehet unter diesen Helfern die Schwester mit den gesegneten Händen! In ihr manifestiert sich eine hohe, göttliche Gnade, von der Jahrtausende gesprochen werden wird. Nur um der reinsten Liebe willen wurde sie zur Erde hergesandt, um nach dem Willen des Höchsten mit seiner Kraft Segen spendend Wunder zu verrichten, ihm zur Ehre und der Menschheit zum Heile. Scharen Kranker und Elender aller Völker werden zu ihr strömen, und durch sie Erlösung finden von ihren Gebrechen, wie es einst beim Heiland war. Gläubigen Herzens und voll Dankbarkeit für die Gnade des allmächtigen Gottes werden sie geheilt zurückkehren in ihre Lande, um dort die Wunder freudig zu verkünden. Alle Schätze der Welt sind der Schwester mit den gesegneten Händen gleichgültig. Es drängt sie nur, im Dienste des Höchsten allen denen Hilfe zu bringen, die ihr gläubig nahen.“
b) Die Sternen-Schwester.
„Wo ist die Sternenschwester, deren Namen mehrere Geschlech-ter wissen werden? Wenn Sterne versunken und durcheinander-geworfen sind, so ist sie unter den Helfern des Kommenden, von Gott berufen und begnadet, die Strahlungen der Sterne in der wunderbaren Wechselwirkung zu erkennen, die von dem Urlicht ausgehend farbigen Bändern gleich hinweg über die Sterne jedes Ego treffen, und von diesem wieder aufwärts zu dem Urlicht fließen. Noch keinem Sterblichen war bisher diese Gabe zugeteilt. Es kommt die Zeit göttlichen Heils! Inmitten des Verderbens öffnen sich die Schleusen der göttlichen Liebe und Barmherzigkeit, kommt Hilfe von dem Vater aus dem Licht. Ihn preiset, wenn die rauchende Verwüstung über alle Lande geht und alles Unreine verzehrt, damit das neue Reich errichtet werde.“
3. Was sucht Ihr?
Was sucht Ihr? Sagt, was soll das ungestüme Drängen? Wie ein Brausen geht es durch die Welt, und eine Sturmflut Bücher überschüttet alle Völker. Gelehrte graben in den alten Schriften, forschen, grübeln bis zu geistiger Ermattung. Propheten tauchen auf, zu warnen, zu verheißen ... von allen Seiten will man plötzlich wie im Fieber neues Licht verbreiten!
So tobt es zurzeit über die durchwühlte Menschheitsseele hin, nicht labend und erquickend, sondern sengend, zehrend, saugend an der letzten Kraft, die der Zerrissenen in dieser Düsterheit der Gegenwart noch blieb.
Auch regt sich hier und da ein Flüstern, Raunen, von wachsender Erwartung irgend etwas Kommendem. Unruhig ist ein jeder Nerv, gespannt von unbewußtem Sehnen. Es wallt und wogt und über allem lagert düster brütend eine Art Betäubung. Unheil-schwanger. Was muß sie gebären? Verwirrung, Kleinmut und Verderben, wenn nicht kraftvoll die dunkle Schicht zerrissen wird, die geistig jetzt den Erdenball umhüllt, die mit der weichen Zähigkeit des schmutzigen Morastes jeden aufsteigenden freien Lichtgedanken aufnimmt und erstickt, bevor er stark geworden ist, die mit dem unheimlichen Schweigen eines Sumpfes jedes gute Wollen schon im Keime unter-drückt, zersetzt, vernichtet, ehe eine Tat daraus erstehen konnte.
Der Schrei der Suchenden nach Licht aber, der Kraft birgt, um den Schlamm zu spalten, er wird abgeleitet, verhallt an einem undurchdringlichen Gewölbe, das gerade die mit Fleiß errichten, die zu helfen wähnen: Sie bieten Steine statt des Brotes!
Seht Euch die unzähligen Bücher an:
Der Menschengeist wird durch sie nur ermüdet, nicht belebt! Und das ist der Beweis der Unfruchtbarkeit alles Dargebotenen. Denn was den Geist ermüdet, ist niemals das Rechte.
Geistiges Brot erfrischt unmittelbar, Wahrheit erquickt, und Licht belebt!
Einfache Menschen müssen doch verzagen, wenn sie sehen, welche Mauern um das Jenseits durch die sogenannte Geisteswis-senschaft errichtet werden. Ich frage Euch: Wer von den Einfachen soll die gelehrten Sätze, wer die fremden Ausdrucksweisen fassen? Soll denn das Jenseits nur für Geisteswissenschaftler gelten?
Man spricht dabei von Gott! Soll eine Hochschule errichtet werden, um darin erst die Fähigkeiten zu erlangen, den Begriff der Gottheit zu erkennen? Wohin treibt diese Sucht, die zu dem größten Teile nur im Ehrgeiz wurzelt?
Wie Trunkene taumeln die Leser und die Hörer von der einen Stelle zu der anderen, unsicher, unfrei in sich selbst, einseitig, da sie von dem schlichten Wege abgeleitet wurden.
Hört es, Verzagende! Schaut auf, Ihr ernsthaft Suchenden: Der Weg zum Höchsten liegt bereit vor jedem Menschen! Gelehrsamkeit ist nicht das Tor dazu!
Wählte Christus Jesus, dieses große Vorbild auf dem wahren Weg zum Lichte, seine Jünger unter den gelehrten Pharisäern? Unter Schriftenforschern? Er nahm sie aus der Schlichtheit und der Einfachheit heraus, weil sie nicht anzukämpfen hatten gegen diesen großen Irrtum, daß der Weg zum Licht mühselig zu erlernen ist und schwer sein muß.
Dieser Gedanke ist der größte Feind des Menschen, er ist Lüge!
Deshalb zurück von aller Wissenschaftlerei, dort, wo es um das Heiligste im Menschen geht, das voll erfaßt sein will! Laßt ab, weil Wissenschaft als Machwerk menschlichen Gehirnes Stückwerk ist und Stückwerk bleiben muß.
Bedenkt, wie sollte mühselig erlernte Wissenschaft zur Gottheit führen? Was ist denn Wissen überhaupt? Wissen ist, was das Gehirn begreifen kann. Wie eng begrenzt ist aber das Begriffsvermögen des Gehirns, das fest an Raum und Zeit gebunden bleibt. Schon Ewigkeit und den Sinn für Unendlichkeit vermag ein menschliches Gehirn nicht zu erfassen. Gerade das, was mit der Gottheit untrennbar verbunden ist. Still aber stehet das Gehirn vor jener unfaßbaren Kraft, die alles Seiende durchströmt, aus der es selbst sein Wirken schöpft. Die Kraft, die alle täglich, stündlich, jeden Augenblick empfinden als etwas Selbstverständliches, die auch die Wissenschaft stets als bestehend anerkannte und die man doch mit dem Gehirn, also dem Wissen und Verstand vergebens zu erfassen, zu begreifen sucht.
So mangelhaft ist nun die Tätigkeit eines Gehirns, des Grundsteines und Werkzeuges der Wissenschaft, und die Beschrän-kung zieht sich nun naturgemäß auch durch die Werke, die es baut, also durch alle Wissenschaften selbst. Deshalb ist Wissenschaft wohl gut für Nachfolge, zum besseren Verstehen, Einteilen und Sortieren alles dessen, was sie von der vorangehenden Schöpfungskraft fertig empfängt, doch sie muß unbedingt versagen, wenn sie sich selbst zur Führerschaft oder Kritik aufwerfen will, solange sie sich wie bisher so fest an den Verstand, also an das Begriffsvermögen des Gehirnes bindet.
Aus diesem Grunde bleibt Gelehrsamkeit, und auch die Mensch-heit, die sich darnach richtet, stets an Einzelheiten hängen, während jeder Mensch das große, unfaßbare Ganze als Geschenk schon in sich trägt, vollauf befähigt, ohne mühsames Erlernen das Edelste und Höchste zu erreichen!
Deshalb hinweg mit dieser unnötigen Folter einer Geistesskla-verei! Der große Meister ruft uns nicht umsonst entgegen: Werdet wie die Kinder!
Wer in sich festes Wollen zu dem Guten trägt und sich bemüht, seinen Gedanken Reinheit zu verleihen, der hat den Weg zum Höchsten schon gefunden! Ihm wird dann alles andere zuteil. Dazu bedarf es weder Bücher noch geistiger Anstrengung, weder einer Askese noch Vereinsamung. Er wird gesund an Körper und an Seele, befreit von allem Druck krankhafter Grübelei; denn jede Übertreibung schadet. Menschen sollt Ihr sein, nicht Treibhauspflanzen, die durch einseitige Ausbildung dem ersten Windhauche erliegen!
Wacht auf! Seht um Euch! Höret in Euch! Das allein vermag den Weg zu öffnen!
Achtet nicht auf Streit der Kirchen. Der große Wahrheitsbringer Christus Jesus, die Verkörperung göttlicher Liebe, fragte nicht nach Konfession. Was sind die Konfessionen heute überhaupt? Bindung des freien Menschengeistes, Versklavung des in Euch wohnenden Gottes-funkens; Dogmen, die das Werk des Schöpfers und auch dessen große Liebe einzuengen suchen in von Menschensinn gepreßte Formen, was Herabzerrung des Göttlichen bedeutet, systematische Entwertung. Jeden ernsthaft Suchenden stößt diese Art zurück, da er in sich niemals die große Wirklichkeit dabei erleben kann, wodurch sein Sehnen nach der Wahrheit immer hoffnungsloser wird und er zuletzt an sich und an der Welt verzweifelt! Deshalb wachet auf! Zertrümmert in Euch dogmatische Mauern, reißt die Binde ab, damit das reine Licht des Höchsten unverstümmelt zu Euch dringen kann. Aufjauchzend wird dann Euer Geist sich in die Höhe schwingen, jubelnd all die große Vaterliebe fühlen, die keine Grenzen irdischen Verstandes kennt. Ihr wißt endlich, Ihr seid ein Stück von ihr, erfaßt sie mühelos und ganz, vereint Euch mit ihr und gewinnt so täglich, stündlich neue Kraft als ein Geschenk, das Euch den Aufstieg aus dem Chaos selbstver-ständlich macht!
Abdruschin
4. Lebet!
Erwachet, ihr Menschen, aus bleiernem Schlaf! Erkennt die unwürdige Bürde, die Ihr tragt, die mit unsagbar zähem Druck auf Millionen Menschen lastet. Werft sie ab! Ist sie des Tragens wert? Nicht eine einzige Sekunde!
Was birgt Sie? Leere Spreu, die vor dem Hauch der Wahrheit scheu zerflattert. Ihr habt die Zeit und Kraft für nichts vergeudet. Deshalb sprengt die Ketten, die Euch niederhalten, macht Euch endlich frei!
Der Mensch, der innerlich gebunden bleibt, wird ewig Sklave sein, auch wenn er König wäre.
Ihr bindet Euch mit allem, was Ihr zu erlernen trachtet. Überlegt: Mit dem Erlernen zwängt Ihr Euch stets in fremde Formen, die andere erdachten, schließt Euch willig einer fremden Überzeugung an, macht Euch nur das zu eigen, was andere in sich, für sich erlebten. Bedenket: Eins ist nicht für Alle! Was dem einen nützet, kann dem Andern schaden. Jeder einzelne hat seinen eigenen Weg zu der Vervollkom-mnung zu gehen. Sein Rüstzeug dazu sind die Fähigkeiten, die er in sich trägt. Nach denen hat er sich zu richten, auf denen aufzubauen! Tut er das nicht, bleibt er ein Fremder in sich selbst, wird immer neben dem Gelernten stehen, das nie in ihm lebendig werden kann. Jeder Gewinn für ihn ist damit ausgeschlossen. Er vegetiert, ein Fortschritt ist unmöglich.
Merkt auf, die Ihr ernsthaft nach Licht und Wahrheit strebt:
Den Weg zum Licht muß jeder einzelne in sich erleben, er muß ihn selbst entdecken, wenn er sicher darauf wandeln will. Nur was der Mensch in sich erlebt, mit allen Wandlungen empfindet, hat er voll erfaßt!
Das Leid und auch die Freude pochen dauernd an, um zu ermuntern, aufzurütteln zu einem geistigen Erwachen. Sekundenlang wird dann der Mensch dabei sehr oft gelöst von jeder Nichtigkeit des Alltagslebens, und fühlt im Glücke wie im Schmerze ahnungsvoll Verbindung mit dem Geist, der alles Lebende durchströmt.
Und alles ist ja Leben, nichts ist tot! Wohl dem, der solche Augenblicke der Verbindung faßt und hält, sich daran aufwärts schwingt. Er darf sich dabei nicht an starrer Formen halten, sondern jeder soll sich selbst entwickeln, aus seinem Innern heraus.
Habt Mitleid mit den Spöttern und allen denen, die dem Geistesleben noch entfremdet sind. Zürnt ihnen nicht, wenn sie sarkastisch werden; denn diese sind nur zu bedauern. Wie Trunkene, wie Kranke stehn sie vor dem großen Schöpfungswerke, das uns so viel bietet. Wie Blinde, die sich tastend durch das Erdendasein schieben und all die Herrlichkeit um sich nicht sehen!
Die Ärmsten sind verwirrt, sie schlafen; denn wie kann ein Mensch zum Beispiel noch behaupten, daß nur das ist, was er sieht? Daß dort, wo er mit seinen Augen nichts bemerken kann, kein Leben ist. Daß mit dem Sterben seines Körpers auch er selbst aufhört zu sein, nur weil er sich bisher in seiner Blindheit durch sein Auge nicht vom Gegenteile überzeugen konnte? Weiß er nicht schon von vielen Dingen jetzt, wie eng begrenzt die Fähigkeit des Auges ist? Weiß er noch nicht, daß sie mit der an Raum und Zeit gebundenen Fähigkeit seines Gehirns zusammenhängt? Daß er aus diesem Grunde alles, was sich über Raum und Zeit erhebt, mit seinem Auge nicht erkennen kann? Wurde noch keinem dieser Spötter solche logische Verstandesbegründung klar? Das Geistesleben, nennen wir es auch das Jenseits, ist doch nur etwas, das völlig über Raum und Zeiteinteilung steht, das also einen gleichartigen Weg benötigt, erkannt zu werden.
Doch unser Auge sieht nicht einmal das, was sich in Raum und Zeit einteilen läßt. Man denke an den Wassertropfen, von dessen unbedingter Reinheit jedes Auge zeugt und der, durch ein verschärftes Glas betrachtet, Millionen Lebewesen birgt, die sich darin erbar-mungslos bekämpfen und vernichten. Sind nicht manchmal Bazillen in dem Wasser, in der Luft, die Kraft besitzen, Menschenkörper zu zerstören, und die dem Auge nicht erkennbar sind? Sie werden aber sichtbar durch die scharfen Instrumente. Wer will es daraufhin noch wagen zu behaupten, daß Ihr nichts Neues, jetzt noch Unbekanntes schaut, sobald Ihr diese Instrumente mehr verschärft? Verschärft sie tausendfach, millionenfach, das Schauen wird deshalb kein Ende finden, sondern immer neue Welten werden sich vor Euch erschließen, die Ihr vorher nicht sehen konntet, auch nicht fühlen, doch waren sie vorhanden. Logisches Denken bringt die gleichen Folgerungen auch auf alles, was die Wissenschaften bisher sammeln konnten. Es gibt Ausblick auf dauernde Fortentwicklung, doch niemals auf ein Ende.
Was ist nun das Jenseits? Viele werden an dem Worte irre. Jenseits ist einfach alles das, was sich mit irdischen Hilfsmitteln nicht erkennen läßt. Irdische Hilfsmittel aber sind Augen, das Gehirn, und alles andere des Körpers, ebenso Instrumente, die den Teilen helfen, ihre Tätigkeit noch schärfer und genauer auszuüben, sie weiter auszudehnen. Man könnte also sagen: das Jenseits ist, was jenseits der Erkennungsfähigkeit unserer körperlichen Augen ist. Eine Trennung aber zwischen Dies- und Jenseits gibt es nicht! Auch keine Kluft! Es ist alles einheitlich, wie die gesamte Schöpfung. Eine Kraft durchströmt das Diesseits wie das Jenseits, alles lebt und wirkt von diesem einen Lebensstrom, und ist dadurch ganz untrennbar verbun-den. Daraus wird folgendes verständlich. Wenn ein Teil davon krankt, muß sich die Wirkung in dem anderen Teile fühlbar machen, wie bei einem Körper. Kranke Stoffe dieses anderen Teiles strömen dann zu dem erkrankten über durch die Anziehung der Gleichart, die Krank-heit dadurch noch mehr verstärkend. Wird nun solche Krankheit aber unheilbar, so fließt daraus der notwendige Zwang, das kranke Glied gewaltsam abzustoßen, wenn nicht das Ganze dauernd leiden soll. Und die Gefahr bedingt gesunde Wechselwirkung, welche durch falsche Einstellung erschwert, manchmal undenkbar ist.
Aus diesem Grunde stellt Euch um. Es gibt kein Dies- und Jenseits, sondern nur ein einheitliches Sein! Den Begriff der Trennung hat allein der Mensch erfunden, weil er nicht alles sehen kann und sich als Mittelpunkt und Hauptpunkt der ihm sichtbaren Umgebung dünkt. Doch sein Wirkungskreis ist größer. Mit dem Trennungsirrtum aber schränkt er sich nur ein, gewaltsam, hindert seinen Fortschritt, und gibt Raum der zügellosen Phantasie, die ungeheuerliche Bilder bringt. Ist es dann überraschend, wenn als Folge viele nur ein ungläu-biges Lächeln haben, andere krankhafte Anbetung, die sklavisch wird oder zu Fanatismus ausartet? Wer kann da noch erstaunen über scheue Furcht, ja Angst und Schrecken, die bei manchen großgezogen werden? Fort mit allem! Weshalb diese Quälerei? Stürzt diese Schranke, die der Menschen Irrtum aufzurichten suchte, die jedoch niemals bestand! Die bisher falsche Einstellung gibt Euch auch eine falsche Grundlage, auf der Ihr Euch umsonst bemüht, den wahren Glauben, also innere Überzeugung, ohne Ende aufzubauen. Ihr stoßt dabei auf Punkte, Klippen, die Euch wankend machen müssen, zweifelnd, oder zwingen, den ganzen Bau selbst wieder zu zertrüm-mern, um dann vielleicht verzagend oder grollend alles aufzugeben. Den Schaden habt Ihr dabei ganz allein, weil es für Euch kein Vorwärtskommen, sondern Stehenbleiben oder Rückwärtsschreiten ist. Der Weg, den Ihr doch einmal gehen müßt, wird Euch dadurch verlängert.
Habt Ihr endlich die Schöpfung als ein Ganzes aufgefaßt, wie sie es ist, macht keine Trennung zwischen Dies- und Jenseits, dann habt Ihr den geraden Weg, das eigentliche Ziel rückt näher, und der Aufstieg macht Euch Freude, gibt Genugtuung. Ihr könnt dann auch die Wechselwirkungen viel besser fühlen und verstehen, die durch das Ganze, Einheitliche lebenswarm pulsieren, weil alles Wirken von der einen Kraft getrieben und gehalten wird. Das Licht der Wahrheit bricht Euch damit an!
Ihr werdet bald erkennen, daß bei vielen nur Bequemlichkeit und Trägheit Ursache von Spöttereien ist, nur weil es Mühe kosten würde, bisher Gelerntes und Gedachtes umzustoßen und ein Neues aufzubauen. Anderen greift es in die gewohnte Lebensführung ein, wird ihnen deshalb unbequem. Laßt solche, streitet nicht, doch bietet hilfreich Euer Wissen denen, die mit vergänglichen Genüssen nicht zufrieden sind, die mehr im Erdendasein suchen, als den Tieren gleich nur ihren Leib zu füllen. Gebt denen die Erkenntnis, die Euch wird, vergrabt dann nicht das Pfund; denn mit dem Geben wird auch wechselwirkend Euer Wissen reicher, stärker.
Im Weltall wirkt ein ewiges Gesetz; daß nur im Geben auch empfangen werden kann, wenn es um Werte geht, die bleibend sind! Das greift so tief, durchzieht die ganze Schöpfung wie ein heiliges Vermächtnis seines Schöpfers. Selbstlos geben, helfen, wo es not tut, und Verständnis haben für das Leid des Nächsten wie für dessen Schwächen, heißt empfangen, weil es der schlichte, wahre Weg zum Höchsten ist!
Und dieses ernsthaft wollen, bringt Euch sofort Hilfe, Kraft! Ein einziger, ehrlich und tief empfundener Wunsch zum Guten, und wie mit einem Flammenschwert wird von der anderen Euch jetzt noch unsichtbaren Seite schon die Wand zerschnitten, die Eure Gedanken bisher selbst als Hindernis errichtet hatten; denn Ihr seid ja eins mit dem von Euch gefürchteten, geleugneten oder ersehnten Jenseits, seid mit ihm eng und unlösbar verbunden.
Versucht es; denn Eure Gedanken sind die Boten, die Ihr aus-schickt, die mit dem von Euch Gedachten schwer beladen wiederkeh-ren, sei es nun Gutes oder Böses. Es geschieht. Denket daran, daß Euere Gedanken Dinge sind, sich geistig formen, oft zu Gebilden werden, die das Erdenleben Eueres Körpers überdauern, dann wird Euch vieles klar. So kommt es auch, daß es ganz richtig heißt: Denn ihre Werke folgen ihnen nach! Gedankenschöpfungen sind Werke, die Euch einst erwarten! Die lichte oder dunkle Ringe um Euch bilden, die Ihr durchwandern müßt, um in die Geisteswelt zu dringen. Kein Schutz, kein Eingriff kann da helfen, weil Ihr die Selbstbe-stimmung habt. Der erste Schritt zu allem muß deshalb von Euch geschehen. Er ist nicht schwer, er liegt nur in dem Wollen, das sich durch Gedanken kündet. So tragt Ihr Himmel wie die Hölle in Euch selbst.
Entscheiden könnt Ihr, doch den Folgen Euerer Gedanken, Eures Wollens seid Ihr dann bedingungslos verfallen! Ihr schafft sie selbst, die Folgen, deshalb rufe ich Euch zu: Haltet den Herd Eurer Gedanken rein, Ihr stiftet damit Frieden und seid glücklich!
Vergeßt nicht, daß ein jeder der Gedanken, von Euch erzeugt und ausgeschickt, auf seinem Wege alle Gleichart anzieht, oder anderen anhaftet, dadurch stärker, immer stärker wird, und zuletzt auch ein Ziel trifft, ein Gehirn, das vielleicht nur sekundenlang sich einmal selbst vergißt und damit solchen schwebenden Gedankenformen Raum gibt, einzudringen und zu wirken. Denkt nur daran, welche Verant-wortung dann auf Euch fällt, wenn der Gedanke einst zur Tat ersteht, durch irgendwen, auf den er wirken konnte! Diese Verantwortung löst sich schon dadurch aus, daß jeder einzelne Gedanke dauernd Verbin-dung mit Euch hält, gerade wie durch einen unreißbaren Faden, um dann zurückzukehren mit der unterwegs erlangten Kraft, um Euch selbst wieder zu belasten oder zu beglücken, je nach der Art, die Ihr erzeugtet.
So stehen wir in der Gedankenwelt, und geben mit der jeweiligen Denkungsart auch Raum den dieser ähnlichen Gedankenformen. Deshalb vergeudet nicht die Kraft des Denkens, sondern sammelt sie zur Abwehr und zum scharfen Denken, das den Speeren gleich hinausgeht und auf alles wirkt. Schafft so aus Eueren Gedanken den heiligen Speer, der für das Gute kämpft, der Wunden heilt und die gesamte Schöpfung fördert!
Zum Handeln und zum Vorwärtsschreiten stellt deshalb das Denken darauf ein! Um das zu tun, müßt Ihr an manche Säule rütteln, die althergebrachte Anschauungen trägt. Oft ist es ein Begriff, der, falsch erfaßt, den wahren Weg nicht finden läßt. Er muß zurück zu dem Punkt, wo er ausgegangen ist. Ein Lichtblick stürzt den ganzen Bau, den er Jahrzehnte hindurch mühevoll errichtet hat, und er geht dann nach kurzer oder längerer Betäubung wieder neu ans Werk! Er muß, da es im Weltall keinen Stillstand gibt. Nehmen wir zum Beispiel den Begriff der Zeit:
Die Zeit vergeht! Die Zeiten ändern sich! So hört man überall die Menschen sagen, und unwillkürlich taucht dabei ein Bild im Geiste auf: Wir sehen Zeiten wechselvoll an uns vorüberziehen!
Dieses Bild wird zur Gewohnheit und legt auch bei vielen damit einen festen Grund, auf dem sie weiter bauen, ihr ganzes Forschen, Grübeln danach richten. Nicht lange währt es aber, bis sie dann auf Hindernisse stoßen, die im Widerspruche miteinander stehen. Es will mit bestem Willen nicht mehr alles passen. Sie verlieren sich und lassen Lücken, die trotz allen Grübelns nicht mehr auszufüllen gehen. So mancher Mensch wähnt dann, an solchen Stellen muß der Glaube als Ersatz genommen werden, wenn logisches Denken keinen Anhalt findet. Das ist aber falsch! Der Mensch soll nicht an Dinge glauben, die er nicht begreifen kann! Er muß sie suchen zu verstehen; denn sonst reißt er das Tor für Irrungen weit auf, und mit den Irrungen wird auch die Wahrheit stets entwertet.
Glauben, ohne zu begreifen, ist nur Trägheit, Denkfaulheit! Das führt den Geist nicht aufwärts, sondern drückt ihn nieder. Deshalb empor den Blick, wir sollen prüfen, forschen. Der Drang dazu liegt nicht umsonst in uns.
Die Zeit! Vergeht sie wirklich? Weshalb stößt man bei dem Grundsatze auf Hindernisse, wenn man dabei weiter denken will? Sehr einfach, weil der Grundgedanke falsch ist; denn die Zeit steht still! Wir aber eilen ihr entgegen! Wir stürmen in die Zeit, die ewig ist, und suchen darin nach der Wahrheit. Die Zeit steht still. Sie bleibt dieselbe, heute, gestern, und in tausend Jahren! Nur die Formen ändern sich. Wir tauchen in die Zeit, um aus dem Schoße ihrer Aufzeichnung zu schöpfen, um unser Wissen in den Sammlungen der Zeit zu fördern! Denn nichts ging ihr verloren, alles hat sie aufbewahrt. Sie hat sich nicht geändert, weil sie ewig ist. Auch Du, o Mensch, bist immer nur derselbe, ob Du nun jung erscheinst oder als Greis! Du bleibst der, der Du bist! Hast Du das nicht schon selbst gefühlt? Merkst Du nicht deutlich einen Unterschied zwischen der Form und Deinem „Ich“? Zwischen dem Körper, der Veränderungen unterworfen ist, und Dir, dem Geist, der ewig ist?
Ihr sucht die Wahrheit! Was ist Wahrheit? Was Ihr heute noch als Wahrheit fühlt, werdet Ihr morgen schon als Irrtümer erkennen, um in den Irrtümern dann später wieder Wahrheitskörner zu entdecken! Denn auch die Offenbarungen verändern ihre Formen. So geht es für Euch fort mit unentwegtem Suchen, doch in dem Wechsel werdet Ihr gereift!
Die Wahrheit aber bleibt sich immer gleich, sie wechselt nicht; denn sie ist ewig! Und da sie ewig ist, wird sie mit irdischen Sinnen, die nur Formenwechsel kennen, nie rein und wirklich zu erfassen sein! Deshalb werdet geistig! Frei von allen irdischen Gedanken, und Ihr habt die Wahrheit, werdet in der Wahrheit sein, um Euch, von ihrem reinen Lichte dauernd überstrahlt, darin zu baden; denn sie umgibt Euch ganz. Ihr schwimmt darin, sobald Ihr geistig werdet.
Dann braucht Ihr nicht mehr Wissenschaften mühsam lernen, braucht keine Irrtümer zu fürchten, sondern habt auf jede Frage schon die Antwort in der Wahrheit selbst, noch mehr, Ihr habt dann keine Fragen mehr, weil ihr, ohne zu denken, alles wißt, alles umfaßt, weil Euer Geist in reinem Lichte, in der Wahrheit lebt!
Drum werdet geistig frei! Sprengt alle Banden, die Euch niederhalten! Wenn dabei Hindernisse kommen, jauchzt ihnen froh entgegen; denn sie bedeuten Euch den Weg zur Freiheit und zur Kraft! Betrachtet sie als ein Geschenk, aus dem Euch Vorteile erwachsen, und spielend werdet Ihr sie überwinden.
Entweder werden sie Euch vorgeschoben, damit Ihr daran lernt und Euch entwickelt, wodurch Ihr Euer Rüstzeug zu dem Aufstiege vermehrt, oder es sind Rückwirkungen von einer Verschuldung, die Ihr damit lösen und Euch befreien könnt. In beiden Fällen bringen sie Euch vorwärts. Deshalb frisch hindurch, es ist zu Eurem Heile!
Torheit ist es, von Schicksalsschlägen oder Prüfungen zu spre-chen. Fortschritt ist jeder Kampf und jedes Leid. Den Menschen wird damit Gelegenheit geboten, Schatten früherer Verfehlungen zu löschen; denn kein Heller kann dem Einzelnen davon erlassen werden, weil der Kreislauf ewiger Gesetze auch darüber in dem Weltall unverrückbar ist, in denen sich der schöpferische Vaterwille offenbart, der uns damit vergibt und alles Dunkle löscht.
Die kleinste Abweichung davon müßte die Welt in Trümmer stürzen, so klar ist alles eingerichtet und so weise.
Wer aber nun sehr viel von früher auszugleichen hat, muß dieser Mensch dann nicht verzagen, wird ihm nicht grauen vor der Ablösung der Schulden?
Er kann getrost und froh damit beginnen, kann ohne Sorge sein, sobald er ehrlich will! Denn ein Ausgleich kann geschaffen werden durch die Gegenströmung einer Kraft des guten Wollens, die im Geistigen gleich anderen Gedankenformen lebendig und zu starker Waffe wird, fähig, jede Last des Dunkels, jede Schwere abzustreifen und das „Ich“ dem Lichte zuzuführen!
Kraft des Wollens! Eine von so vielen ungeahnte Macht, die wie ein nie versagender Magnet die gleichen Kräfte an sich zieht, um dann lawinenartig anzuwachsen, und vereinigt mit ihr geistig ähnlichen Gewalten rückwärts wirkt, den Ausgangspunkt wieder erreicht, also den Ursprung oder besser den Erzeuger trifft, und diesen hoch emporhebt zu dem Lichte oder tiefer hinabdrückt in den Schlamm und Schmutz! Je nach der Art, wie es der Urheber erst selbst gewollt. Wer diese stete, sicher eintreffende Wechselwirkung kennt, die in der ganzen Schöpfung liegt, die sich mit unverrückbarer Gewißheit auslöst und entfaltet, weiß sie zu benützen, muß sie lieben, muß sie fürchten! Diesem belebt sich nach und nach die unsichtbare Welt um ihn; denn er fühlt ihre Wirkungen mit einer Deutlichkeit, die jeden Zweifel löst. Er muß die starken Wellen der rastlosen Tätigkeit empfinden, die auf ihn wirken aus dem großen All, sobald er nur ein wenig darauf achtet, und fühlt zuletzt, daß er den Brennpunkt starker Strömungen abgibt wie eine Linse, die die Sonnenstrahlen fängt, auf einen Punkt vereinigt und dort eine Kraft erzeugt, die zündend wirkt, die sengend und vernichtend, doch auch heilend und belebend, segenbringend strömen kann, die auch imstande ist, loderndes Feuer zu entfachen! Und solche Linsen sind auch wir, fähig durch unser Wollen diese unsichtbaren Kraftströmungen, die uns treffen, zu einer Macht gesammelt auszusenden zu guten oder bösen Zwecken, um der Menschheit Segen oder auch Verderben zuzuführen. Loderndes Feuer können, sollen wir damit entzünden in den Seelen, Feuer der Begei-sterung zum Guten, Edlen, zur Vervollkommnung!
Dazu gehört nur eine Kraft des Wollens, die den Menschen in gewissem Sinne zu dem Herrn der Schöpfung macht, zu der Bestimmung seines eigenen Geschicks. Sein eigenes Wollen bringt ihm die Vernichtung oder die Erlösung! Schafft ihm den Lohn oder die Strafen selbst, mit unerbittlicher Gewißheit.
Nun fürchtet nicht, daß dieses Wissen von dem Schöpfer abtreibt, Euch den bisherigen Glauben schwächt. Im Gegenteil! Die Kenntnis dieser ewigen Gesetze, die wir nützen können, läßt uns das ganze Schöpfungswerk noch viel erhabener erscheinen, es zwingt den tiefer Forschenden andachtsvoll auf die Knie durch seine Größe!
Nie wird der Mensch dann Böses wollen. Er greift mit Freuden zu der besten Stütze, die es für ihn gibt: Zur Liebe! Zur Liebe für die ganze wunderbare Schöpfung, Liebe für den Nächsten, um auch diesen zu der Herrlichkeit dieses Genusses, dieses Kraftbewußtseins hinauf-zuführen!
Abdruschin.
(Das Schweigen)
5. Das große Geheimnis.
Zuckt ein Gedanke in Dir auf, so halte ihn zurück, sprich ihn nicht sofort aus, doch nähre ihn; denn er verdichtet durch Zurück-haltung im Schweigen und gewinnt an Kraft wie Dampf im Gegen-druck.
Der Druck und die Verdichtung zeugt die Eigenschaft einer magnetischen Betätigung nach dem Gesetz, daß alles Stärkere das Schwache an sich zieht. Gleichartige Gedankenformen werden dadurch allseitig herangezogen, festgehalten, verstärken immer mehr die Kraft des eigenen, ursprünglichen Gedankens, und wirken trotzdem so, daß die zuerst erzeugte Form durch das Hinzugesellen fremder Formen abgeschliffen wird, sich ändert, und bis zur Reife wechselnde Gestalt bekommt. Du fühlst das alles wohl in Dir, doch denkst Du stets, es sei dein eigenes Wollen ganz allein. Du gibst aber bei keiner Sache ganz Dein eigenes Wollen, hast immer fremdes mit dabei!
Was sagt Dir dieser Vorgang?
Daß nur in dem Zusammenschluß von vielen Einzelheiten etwas Vollkommenes geschaffen werden kann! Geschaffen? Ist das richtig? Nein, sondern geformt! Denn wirklich neu zu schaffen gibt es nichts, es handelt sich bei allem nur um neues Formen, da alle Einzelheiten in der großen Schöpfung schon bestehen. Nur sollen diese Einzelheiten in den Dienst zum Wege der Vervollkommnung getrieben werden, was das Zusammenschließen bringt.
Zusammenschluß! Gleite nicht leicht darüber weg, sondern versuche Dich in diesen Begriff zu vertiefen, daß Reife und Vollkom-menheit erreicht wird durch Zusammenschluß. Der Satz ruht in der ganzen Schöpfung als ein Kleinod, das gehoben werden will! Er ist innig verbunden dem Gesetz, daß nur im Geben auch empfangen werden kann! Und was bedingt das richtige Erfassen dieser Sätze? Also das Erleben? Liebe! Und deshalb steht die Liebe auch als höchste Kraft, als unbegrenzte Macht in den Geheimnissen des großen Seins!
Wie der Zusammenschluß bei einem einzigen Gedanken bildet, schleift und formt, so ist es mit dem Menschen selbst, und mit der ganzen Schöpfung, die im nimmer endenden Zusammenschließen von bestehenden, einzelnen Formen durch die Kraft des Wollens Neuge-staltungen erfährt, und so der Weg wird zur Vollkommenheit.
Ein Einzelner kann Dir Vollkommenheit nicht bieten, doch die ganze Menschheit in dem Vielerlei der Eigenarten! Jeder Einzelne hat etwas, das zum Ganzen unbedingt gehört. Und daher kommt es auch, daß ein weit Vorgeschrittener, der alle irdischen Begierden nicht mehr kennt, die ganze Menschheit liebt, nicht einen Einzelnen, da nur die ganze Menschheit die durch Läuterungen freigelegten Saiten seiner reifen Seele klingen lassen kann zu dem Akkord himmlischer Har-monie. Er trägt die Harmonie in sich, da alle Saiten schwingen!
Zurück zu dem Gedanken, der die fremden Formen an sich zog und dadurch stark und immer stärker wurde: Er tritt zuletzt in festgeschlossenen Kraftwellen über Dich hinaus, durchbricht die Aura Deiner eigenen Person und übt auf weitere Umgebung einen Einfluß aus.
Das nennt die Menschheit Magnetismus der Person. Uneinge-weihte sagen: „Du strahlst etwas aus!“ Je nach der Eigenart, Unan-genehmes oder Angenehmes. Anziehend oder abstoßend. Es wird gefühlt!
Doch Du strahlst nichts aus! Der Vorgang zur Erzeugung des Gefühls in diesen Anderen hat seinen Ursprung darin, daß Du alles geistig Gleichartige magnetisch an Dich ziehst. Und dieses Ziehen macht sich für die Nächsten fühlbar. Doch auch hierin liegt die Wechselwirkung. In der Verbindung fühlt der andere dann deutlich Deine Stärke, und die „Sympathie“ erwacht dadurch.
Halte Dir immer vor Augen: Alles Geistige ist, nach unseren Begriffen ausgedrückt, magnetisch, und es ist Dir auch bekannt, daß stets das Stärkere das Schwache überwindet durch die Anziehung, durch Aufsaugung. Dadurch wird „dem Armen (Schwachen) auch noch das Wenige genommen, das er hat.“ Er wird abhängig.
Darin liegt kein Unrecht, sondern es vollzieht sich nach den göttlichen Gesetzen. Der Mensch braucht sich nur aufzuraffen, richtig wollen, und er ist davor geschützt.
Nun wirfst Du wohl die Frage auf: Was dann, wenn alle stark sein wollen? Wenn niemand mehr etwas zu nehmen ist? Dann, lieber Freund, wird es ein freiwilliger Austausch werden, dem das Gesetz zugrunde liegt, daß nur im Geben auch empfangen werden kann. Es wird kein Stillstand deshalb, sondern alles Minderwertige ist ausgelöscht.
So kommt es, daß durch Trägheit viele abhängig im Geiste werden, manchmal zuletzt kaum noch die Fähigkeit besitzen, eigene Gedanken großzuziehen.
Hervorzuheben ist, daß nur das Gleichartige angezogen wird. Deshalb das Sprichwort: „Gleich und gleich gesellt sich gern.“ So werden sich die Trinker immer finden, Raucher haben „Sympathien“, Schwätzer, Spieler u. s. f., doch auch die Edlen finden sich zu hohem Ziel zusammen.
Nun geht es aber weiter: Was sich geistig anstrebt, wirkt sich zuletzt auch physisch aus, da alles Geistige ins Grobstoffliche überdringt, wodurch wir das Gesetz der Rückwirkung ins Auge fassen müssen, weil ein Gedanke stets Verbindung mit dem Ursprung hält, und in dieser Verbindung Rückstrahlung bewirkt.
Ich spreche hier nur immer von den wirklichen Gedanken, die Lebenskraft der seelischen Empfindung in sich tragen. Nicht von der Kraftvergeudung Dir zum Werkzeug anvertrauter Hirnsubstanz, die nur verflüchtende Gedanken formt, die sich in wildem Durcheinander nur als schemenhafte Dünste zeigen und zum Glück sehr bald zerflattern. Solche Gedanken kosten Dich nur Zeit und Kraft, und Du verschleuderst damit ein Dir anvertrautes Gut.
Grübelst Du zum Beispiel über irgend etwas ernstlich nach, so wird dieser Gedanke in Dir stark magnetisch durch die Macht des Schweigens, zieht alles Ähnliche heran und wird somit befruchtet. Er reift und tritt über den Rahmen des Gewöhnlichen hinaus, dringt sogar dadurch auch in andere Sphären, und erhält von dorther Zufluß höherer Gedanken ... die Inspiration! Daher muß bei Inspiration der Grundgedanke von Dir selbst ausgehen, im Gegensatz zu Medialität, muß eine Brücke zu dem Jenseits bilden, der geistigen Welt, um dort bewußt aus einem Born zu schöpfen. Inspiration hat deshalb mit der Medialität gar nichts zu tun. Dadurch wird der Gedanke in Dir ausgereift. Du trittst an die Verwirklichung heran, und bringst durch Deine Kraft verdichtet das zur Ausführung, was schon in unzähligen Einzelheiten vorher als Gedankenformen in dem Weltall schwebte.
Auf diese Art schaffst Du mit geistig längst Bestehendem durch den Zusammenschluß und die Verdichtung eine neue Form! So wech-seln in der ganzen Schöpfung immer nur die Formen, da alles andere ewig und unzerstörbar ist.
Hüte Dich vor verworrenen Gedanken, vor aller Flachheit in dem Denken. Flüchtigkeit rächt sich bitter; denn es wird Dich schnell zu einem Tummelplatz fremder Einflüsse erniedrigen, wodurch Du sehr leicht mürrisch, launenhaft und ungerecht zu Deiner näheren Umgebung wirst.
Hast Du einen wirklichen Gedanken und hältst daran fest, so muß zuletzt die konzentrierte Kraft auch zur Verwirklichung hindrängen; denn der Werdegang von allem spielt sich vollkommen geistig ab, da jede Kraft nur geistig ist! Was Dir dann sichtbar wird, sind immer nur die letzten Auswirkungen eines vorangegangenen geistig-magneti-schen Prozesses, der sich nach feststehender Ordnung dauernd gleichmäßig vollzieht.
Beobachte, und wenn Du denkst und fühlst, ist Dir bald der Beweis erbracht, daß alles eigentliche Leben in Wahrheit nur das geistige sein kann, in dem allein der Ursprung und auch die Entwick-lung liegt. Du mußt zur Überzeugung kommen, daß alles das, was Du mit körperlichen Augen siehst, tatsächlich nur Auswirkungen des ewig treibenden Geistes sind.
Jede Handlung, selbst die geringste Bewegung eines Menschen ist ja vorher stets geistig gewollt. Die Körper spielen dabei nur geistig belebte Werkzeuge, die selbst erst zur Verdichtung kamen durch die Kraft des Geistes. So auch Bäume, Steine, und die ganze Erde. Alles wird von dem schaffenden Geiste belebt, durchströmt, getrieben.
Da die ganze Materie aber, also das irdisch Sichtbare, nur Auswirkung des geistigen Lebens ist, so fällt es Dir nicht schwer zu fassen, daß je nach der Art des uns zunächst umgebenden Geistes-lebens auch die irdischen Verhältnisse sich bilden. Was daraus logisch folgert, ist klar: Der Menschheit selbst ist durch die weise Einrichtung der Schöpfung Kraft gegeben, sich die Verhältnisse selbstschöpferisch zu formen mit der Kraft des Schöpfers selbst. Wohl ihm, wenn er sie nur zu Gutem nützt! Doch wehe, läßt er sich verleiten, sie in Schlechtem anzuwenden!
Der Geist ist bei den Menschen nur umgeben und verdunkelt durch das irdische Begehren, das wie Schlacken an ihm haftet, ihn beschwert und niederzieht. Seine Gedanken sind nun Willensakte, in denen Kraft des Geistes ruht. Der Mensch hat die Entscheidung, gut zu denken oder böse, und kann somit göttliche Kraft zum Guten wie zum Bösen lenken! Darin liegt die Verantwortung, die der Mensch trägt; denn Lohn oder die Strafe dafür bleibt nicht aus, da alle Folgen der Gedanken zurück zum Ausgangs-punkte kommen durch die eingesetzte Wechselwirkung, welche nie versagt, und die darin ganz unverrückbar, also unerbittlich ist. Damit auch unbestechlich, streng, gerecht! Sagt man nun nicht dasselbe auch von Gott?
Wenn viele Glaubensgegner von einer Gottheit heute nichts mehr wissen wollen, so kann dies alles an den Tatsachen nichts ändern, die ich anführte. Die Leute brauchen nur das Wörtchen „Gott“ weglassen, sich in die Wissenschaften ernst vertiefen, so finden sie genau dasselbe, nur mit anderen Worten ausgedrückt. Ist es nicht lächerlich, dann noch darum zu streiten? Um die Naturgesetze kommt kein Mensch herum, niemand vermag dagegen anzuschwimmen. Gott ist die Kraft, die die Naturgesetze treibt; die Kraft, die noch niemand erfaßte, niemand sah, doch deren Wirkungen jedermann täglich, stündlich, ja in den Bruchteilen aller Sekunden sehen muß, empfindet und beobachtet, wenn er nur sehen will, in sich, in jedem Tiere, jedem Baume, jeder Blume, jeder Faser eines Blattes, wenn es schwellend aus der Hülse bricht, um an das Licht zu kommen. Ist es nicht Blindheit, sich dem hartnäckig zu widersetzen, während jedermann, auch diese starren Leugner selbst, das Dasein dieser Kraft bestätigt, anerkennt? Was ist es, das sie hindert, diese anerkannte Kraft nun Gott zu nennen? Ist es kindlicher Trotz? Oder eine gewisse Scham, zugeben zu müssen, daß sie all die Zeit hindurch hartnäckig etwas zu verleugnen suchten, dessen Vorhandensein ihnen von jeher klar gewesen ist?
Wohl nichts von alledem. Die Ursache wird darin liegen, daß der Menschheit Zerrbilder der großen Gottheit von so vielen Seiten vorgehalten werden, denen sie bei ernstem Forschen nicht vermochte beizustimmen. Die allumfassende und alles durchdringende Kraft der Gottheit muß ja verkleinert und entwürdigt werden bei dem Versuch, sie in ein Bild zu pressen!
Bei tiefem Nachdenken läßt sich kein Bild damit in Einklang bringen! Gerade weil ein jeder Mensch den Gottesfunken in sich trägt, sträubt er sich ahnungsvoll gegen die Einengung der großen, unfaßbaren Kraft, die ihn erzeugte, die ihn leitet.
Das Dogma trägt die Schuld an einem großen Teile derer, die in ihrem Widerstreite jedes Ziel zu überschreiten suchen, sehr oft gegen die in ihrem Inneren lebende Gewißheit.
Die Stunde aber ist nicht fern, wo geistiges Erwachen kommt! Wo man die Worte des Erlösers richtig deutet, sein großes Erlösungswerk richtig erfaßt; denn Christus brachte uns Erlösung aus dem Dunkel, indem er uns den Weg zur Wahrheit wies, als Mensch den Weg zur lichten Höhe zeigte! Und mit dem Blute an dem Kreuze drückte er das Siegel seiner Überzeugung auf!
Die Wahrheit war noch niemals anders als sie damals auch schon war und heute ist, und in Zehntausenden von Jahren noch sein wird; denn sie ist ewig!
Drum lernet die Gesetze kennen, die in dem großen Buch der ganzen Schöpfung liegen. Sich denen fügen, heißt: Gott lieben! Denn Du bringst dadurch keinen Mißklang in die Harmonie, sondern trägst dazu bei, den brausenden Akkord zu voller Höhe zu gestalten.
Ob Du nun sagst: Ich unterwerfe mich freiwillig den bestehenden Naturgesetzen, weil es zu meinem Wohle ist, oder ob Du sprichst: Ich füge mich dem Willen Gottes, der sich in den Naturgesetzen offenbart, oder der unfaßbaren Kraft, die die Naturgesetze treibt ... ist es ein Unterschied in seiner Wirkung? Die Kraft ist da, und Du erkennst sie an, mußt sie ja anerkennen, weil Dir gar nichts anderes zu tun verbleibt, sobald Du etwas überlegst ... und damit anerkennst Du Deinen Gott, den Schöpfer!
Und diese Kraft wirkt in Dir auch beim Denken! Mißbrauche sie deshalb nicht zu dem Schlechten, sondern denke Gutes! Vergiß nie: Wenn Du Gedanken zeugst, verwendest Du göttliche Kraft, mit der Du Reinstes, Höchstes zu erreichen fähig bist!
Versuche dabei niemals außer acht zu lassen, daß alle Folgen Deines Denkens stets auf Dich zurückfallen, je nach der Kraft, der Größe und der Ausdehnung der Wirkung der Gedanken, im Guten wie im Bösen.
Da der Gedanke aber geistig ist, kommen die Folgen geistig wieder. Sie treffen Dich deshalb, gleichviel, ob hier auf Erden, oder dann nach Deinem Abscheiden im Geistigen. Sie sind, weil geistig, ja auch nicht an die Materie gebunden. Das ergibt, daß der Zerfall des Körpers eine Auslösung nicht aufhebt! Die Vergeltung in der Rück-wirkung kommt sicher, früher oder später, hier oder dort bestimmt. Die geistige Verbindung bleibt mit allen Deinen Werken fest; denn auch die irdischen, materiellen Werke haben ja geistigen Ursprung durch den zeugenden Gedanken, und bleiben, wenn auch alles Irdische vergangen ist, bestehen. Daher heißt es richtig: „Deine Werke erwar-ten Dich, soweit Dich die Auslösung in der Rückwirkung noch nicht getroffen hat.“
Bist Du bei einer Rückwirkung noch hier auf Erden, oder wieder hier, so wirkt sich dann die Kraft der Folgen aus dem Geistigen je nach der Art in Gutem wie im Bösen durch die Verhältnisse, Deine Umgebung, oder an Dir selbst direkt, an Deinem Körper aus.
Hier sei noch einmal ganz besonders darauf hingewiesen: Das wahre eigentliche Leben spielt sich geistig ab! Und das kennt weder Zeit noch Raum, deshalb auch keine Trennung. Es steht über irdischen Begriffen. Aus diesem Grunde treffen Dich die Folgen, wo Du auch bist, zu der Zeit, wo nach ewigem Gesetz die Auswirkung zurückkehrt zu dem Ausgangspunkte. Nichts geht dabei verloren, es kommt sicher.
Das löst nun auch die schon so oft gestellte Frage, wie es kommt, daß sichtbar gute Menschen manchmal schwer zu leiden haben in dem Erdenleben, so daß es wie ein Unrecht angesehen wird. Das sind Auslösungen, die ihn treffen müssen!
Du kennst die Lösung dieser Frage jetzt; denn Dein jeweiliger Körper spielt dabei keine Rolle. Dein Körper bist ja nicht Du selbst, er ist nicht Dein ganzes „Ich“, sondern ein Werkzeug, das Du Dir erwähltest, oder das Du nehmen mußtest, je nach den schwebenden Gesetzen des geistigen Lebens, die Du auch kosmische Gesetze nennen kannst, wenn sie Dir so verständlicher erscheinen. Das jeweilige Erdenleben ist nur eine kurze Spanne Deines eigentlichen Seins.
Ein niederschmetternder Gedanke, wenn es dabei kein Entrinnen gäbe, keine Macht, die schützend dem entgegenwirkt. Wie mancher müßte da verzagen, wenn er zu Geistigem erwacht, und wünschen, besser noch zu schlafen in dem alten Trott. Er weiß ja nicht, was alles auf ihn wartet, was ihn noch trifft in seiner Rückwirkung von früher her! Oder, wie die Menschen sagen: „Was er gutzumachen hat.“
Doch unbesorgt! Mit dem Erwachen ist Dir in der weisen Einrichtung der großen Schöpfung auch ein Weg gezeigt, durch jene Kraft des guten Wollens, auf die ich schon besonders hingewiesen habe, die die Gefahren des sich auslösenden Karmas lindert oder ganz zur Seite schiebt. Auch das legte des Vaters Geist in Deine Hand. Die Kraft des guten Wollens breitet um Dich einen Kreis, der andrängendes Übel zu zersetzen fähig ist, oder doch abschwächt in sehr hohem Grade, genau so, wie die Luftschicht auch den Erdball schützt. Die Kraft des guten Wollens aber, dieser starke Schutz, wird großgezogen und gefördert durch die Macht des Schweigens.
Drum rufe ich Euch, Suchende, noch einmal dringend zu:
Haltet den Herd Euerer Gedanken rein, und übt danach in erster Linie die große Macht des Schweigens, wenn Ihr aufwärts kommen wollt.
Der Vater hat die Kraft zu allem schon in Euch gelegt! Ihr braucht sie nur zu nützen!
Abdruschin.
(Aufstieg)
6. Erlösung.
Verstrickt Euch nicht in einem Netze, die Ihr nach Erkenntnis strebt, sondern werdet sehend!
Ein unabänderlicher Sühnezwang lastet durch ewiges Gesetz auf Euch, den Ihr niemals auf andere abwälzen könnt. Was Ihr Euch aufbürdet durch Euere Gedanken, Worte oder Werke, vermag niemand zu lösen als Ihr selbst! Bedenkt, sonst würde göttliche Gerechtigkeit nur leerer Schall sein, und mit ihr auch alles andere in Trümmer stürzen.
Deshalb macht Euch frei! Säumt keine Stunde, diesem Sühne-zwang ein Ziel zu setzen! Ehrliches Wollen zu dem Guten, Besseren, das durch wahrhaft empfundenes Gebet größere Kraft erhält, bringt die Erlösung!
Ohne das ehrliche, feste Wollen zu dem Guten kann die Sühne nie erfolgen. Fortlaufend wird das Niedere sich selbst dann immer wieder neue Nahrung geben zu weiterem Bestehen, und damit immer wieder neue Sühne fordern, ohne Unterlaß, so daß das stetig sich Neuernde nur wie ein einzig Laster oder Leiden Euch erscheint! Doch es ist eine ganze Kette ohne Ende, stets neu bindend, noch bevor das Vorher-gehende sich lösen konnte. Es gibt dann niemals die Erlösung, da es dauernd Sühnen fordert. Es ist wie eine Kette, die Euch an den Boden angeschmiedet hält. Dabei ist die Gefahr sehr groß, daß es noch tiefer abwärts geht. Drum rafft Euch endlich auf zu gutem Wollen, Ihr, die Ihr noch im Diesseits oder nach Eueren Begriffen schon im Jenseits seid! Bei stetig gutem Wollen muß das Ende aller Sühnen kommen, da der Gutwollende und also Wirkende nicht neue Nahrung zu erneuter Sühneforderung gewährt. Und dadurch kommt dann die Befreiung, die Erlösung, die allein den Aufstieg zuläßt zu dem Licht. Hört auf die Warnung! Es gibt keinen anderen Weg für Euch! Für Niemand!
Damit erhält aber auch jeder die Gewißheit, daß es nie zu spät sein kann. Wohl für die Einzeltat, gewiß, die habt Ihr dann zu sühnen, abzulösen, doch in dem Augenblicke, wo Euer Bestreben zu dem Guten ernsthaft einsetzt, stellt Ihr den Markstein für das Ende Eurer Sühnen, seid gewiß, daß dieses Ende einmal kommen muß, und Euer Aufstieg wird damit beginnen! Dann könnt Ihr freudig an die Abar-beitung aller Sühnen gehen. Was Euch dann noch begegnet, geschieht zu Eurem Heile, bringt Euch der Stunde der Erlösung, der Befreiung näher.
Versteht Ihr nun den Wert, wenn ich Euch rate, mit aller Kraft das gute Wollen, reine Denken zu beginnen? Nicht davon abzulassen, sondern sich mit aller Sehnsucht, aller Energie daran zu klammern? Es hebt Euch hoch! Es ändert Euch und Euere Umgebung! Bedenkt, daß jede Erdenlaufbahn eine kurze Schule ist, daß mit dem Ablegen des Fleisches für Euch selbst kein Ende kommt. Ihr werdet dauernd leben oder dauernd sterben! Dauernd Glück genießen oder dauernd leiden! Wer wähnt, daß mit dem irdischen Begräbnis auch für ihn alles erledigt, alles ausgeglichen ist, der wende sich und gehe seinen Weg; denn damit will er nur sich selbst betören. Entsetzt wird er dann vor der Wahrheit stehen und seinen Leidensweg beginnen ... müssen! Sein wahres Selbst, entblößt vom Schutze seines Körpers, dessen Dichtheit ihn wie einen Wall umgab, wird dann von dem ihm Gleichartigen angezogen, umringt und festgehalten.
Das Aufraffen des ernsten Wollens zu dem Besseren, das ihn befreien, höher bringen könnte, wird ihm schwerer, lange Zeit unmöglich, weil er nur dem Einfluß der Umgebung unterworfen ist, die keinen derartigen Lichtgedanken in sich trägt, der ihn erwecken, unterstützen könnte. Er muß doppelt unter allem leiden, was er sich erschaffen hat.
Aus diesem Grunde ist ein Aufwärtskommen dann viel schwerer als in Fleisch und Blut, wo Gutes neben Bösem wandelt, was nur der Schutz des Erdenkörpers möglich macht, weil ... dieses Erdenleben eine Schule ist, wo jedem „Ich“ die Möglichkeit der Fortentwickelung gegeben ist nach seinem freien Willen. Deshalb rafft Euch endlich auf! Die Frucht jedes Gedankens fällt auf Euch zurück, hier oder dort, Ihr habt sie zu genießen! Kein Mensch kann dieser Tatsache entfliehen! Was nützt es Euch, wenn Ihr wie Vogel Strauß den Kopf scheu in den Sand zu stecken sucht vor dieser Wirklichkeit? Seht doch den Tatsachen kühn ins Gesicht! Ihr macht es Euch dadurch nur leicht; denn hier ist schneller vorwärts zu kommen. Beginnt! Aber in dem Bewußtsein, daß das Alte alles ausgeglichen werden muß. Erwartet nicht wie viele Toren, daß das Glück unmittelbar darauf durch Tür und Fenster in den Schoß gefallen kommt. Vielleicht hat mancher unter Euch noch eine Riesenkette abzulösen. Doch wer deshalb verzagt, der schadet sich nur selbst, weil es ihm nicht erspart und abgenommen werden kann. Durch Zögern macht er sich alles nur schwerer, vielleicht für lange Zeit hinaus unmöglich. Ansporn sollte es ihm sein, nicht eine Stunde länger zu versäumen; denn mit dem ersten Schritt beginnt er erst zu leben! Wohl dem, der sich dazu ermannt, es wird sich von ihm lösen, Glied um Glied. Mit Riesensprüngen kann er vorwärts stürmen, jauchzend und dankend auch die letzten Hinder-nisse nehmen; denn er wird frei!
Die Steine, die sein bisheriges falsches Wirken vor ihm aufge-türmt wie eine Mauer, die das Vorwärtsschreiten hindern mußte, werden nun etwa nicht weggeräumt, sondern im Gegenteile sorgsam vor ihm hingelegt, damit er sie erkennt und überwindet, weil er den Ausgleich aller Fehler schaffen muß. Doch staunend und bewundernd sieht er bald die Liebe, welche dabei um ihn waltet, sobald er nur den guten Willen zeigt. Der Weg wird ihm mit zarter Schonung so erleichtert, wie einem Kinde von der Mutter bei den ersten Gehversu-chen. Gibt es Dinge seines bisherigen Lebens, die ihn im stillen bangend schreckten, und die er lieber dauernd schlafen lassen wollte ... ganz unerwartet wird er dicht davor gestellt! Er muß entscheiden, handeln. Auffallend wird er durch Verkettungen dazu gedrängt. Wagt er es dann, den ersten Schritt zu tun in dem Vertrauen auf den Sieg des guten Wollens, dann löst sich der verhängnisvolle Knoten, er geht hindurch und ist davon befreit.
Doch kaum ist diese Schuld gelöst, tritt schon die andere in irgendeiner Form an ihn heran, gleichsam verlangend, auch gelöst zu werden. So springt ein Reifen nach dem anderen, die ihn beengten, niederdrücken mußten. Ihm wird so leicht! Und das Gefühl der Leichtigkeit, das mancher unter Euch ganz sicher schon einmal erlebte, es ist keine Täuschung, sondern Wirkung einer Tatsache. Der so vom Druck befreite Geist wird leicht und schnellt nach dem Gesetz geistiger Schwerkraft hoch, in jene Region, der er nun seiner Leichtigkeit entsprechend angehört. So muß es stetig aufwärts gehen, dem ersehnten Licht entgegen. Übles Wollen drückt den Geist herab und macht ihn schwer, das Gute aber treibt ihn hoch.
Der große Meister Jesus zeigte Euch auch hierfür schon den schlichten Weg, der unfehlbar zum Ziele führt; denn tiefe Wahrheit liegt in den einfachen Worten: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!“
Damit gab er den Schlüssel zu der Freiheit, zu dem Aufstiege! Wieso? Weil es auch unantastbar gilt: Was Ihr dem Nächsten tut, das tut in Wirklichkeit Ihr nur für Euch! Für Euch allein, da alles nach den ewigen Gesetzen unbedingt auf Euch zurückfällt, Gutes oder Böses, sei es nun hier schon oder dort. Es kommt! Drum ist der einfachste der Wege Euch damit gewiesen, wie Ihr den Schritt zum guten Wollen aufzufassen habt. Mit Eurem Wesen sollt Ihr Eurem Nächsten geben, Eurer Art! Nicht etwa unbedingt mit Geld und Gut. Dann würden ja die Mittellosen von der Möglichkeit des Gebens ausgeschlossen sein. Und dieses Wesen, das „sich geben“ in dem Umgange mit Eurem Nächsten, in der Rücksicht, Achtung, die Ihr ihm freiwillig bietet, liegt das „lieben“, das uns Jesus nennt, liegt auch die Hilfe, die Ihr Eurem Nächsten leistet, weil er darin sich selbst zu ändern oder seine Höhe weiter zu erklimmen fähig wird, weil er darin erstarken kann.
Die Rückstrahlungen davon aber heben Euch in ihrer Wechsel-wirkung schnell empor. Durch sie erhaltet Ihr stets neue Kraft. Mit rauschendem Fluge vermögt Ihr dann dem Lichte zuzustreben ...
Arme Toren, die noch fragen können: „Was gewinne ich dabei, wenn ich so vieles Altgewohnte lasse und mich ändere?“ Ist es ein Handel, der geschlossen werden soll? Und wenn sie nur als Mensch an sich gewinnen würden, als solcher in gehobenerem Wesen, so wäre es des Lohnes schon genug. Aber es ist unendlich mehr! Ich wiederhole: Mit dem Beginn des guten Wollens setzt ein jeder auch den Markstein für das Ende seines Sühnezwanges, den er erfüllen muß, dem er niemals entrinnen kann. Kein Anderer vermag in dieser Hinsicht für ihn einzutreten. Er setzt also mit dem Entschluß dem Sühnezwang ein absehbares Ende. Das ist ein Wert, den alle Schätze dieser Welt nicht aufzuwiegen fähig sind. Er ringt sich damit los von Sklavenketten, die er selbst sich dauernd schmiedet. Und deshalb auf vom Schlafe, der entnervt. Laßt endlich das Erwachen kommen!
Fort mit dem Rausch, der lähmend die Einbildung bringt, daß die Erlösung durch den Heiland ein Geleitbrief dafür wurde, daß Ihr Euer Leben lang sorgenlos einer „Ichsucht“ fröhnen dürft, wenn Ihr zuletzt noch gläubig werdet, umkehrt und im Glauben an den Heiland und sein Werk von dieser Erde scheidet! Toren, von der Gottheit solches armseliges lückenhaftes Stückwerk zu erwarten! Das hieße ja das Böse züchten! Denket daran, macht Euch frei! Abdruschin
An die Leser:
Zusendungen alter oder neuer Weissagungen sind uns stets willkommen! Wir werden die Zusammenhänge suchen und Ergebnisse veröffentlichen
Der Verlag
Ankündigung!
In der nächsten Broschüre unter gleichem Titel ist unter anderem eine Abhandlung über Medizin, spiritistische Sitzungen usw., von Verfassern, die tagbewußt im Jenseits so zu Hause sind wie im Diesseits, die das Jenseits so sehend durchwandern wie das Diesseits! Das Ergebnis ist ein Umsturz vieler bisheriger Anschauungen, bringt Überraschungen, die reinigenden Stürmen gleich durch schwüle Atmosphären brausen. Manch harter Schlag wird damit viele streifen, die sich bisher im „Wissen“ wähnten, aber es löst auch lückenlos alle wichtigen Fragen, die den besten Eingeweihten immer noch die tiefsten Rätsel blieben. Wie ein heller Lichtstrahl blitzt es auf und bringt so vieles in ganz andere Beleuchtung. Unerbittlich gegen alle Fanatiker und Phantasten, Klarheit bringend ernsthaft Suchenden. Der Geist einer gewaltigen Reformation weht durch die Abhandlung. Das dort Gesagte wird bei Zweiflern wie bei Gläubigen viel Aufsehen entfesseln. Ein jeder aber fühlt die Majestät der Wahrheit mit einer herben Frische und dem Gefühle der Befreiung; denn sie drückt nicht nieder, gibt auch nicht geheimnisvollen Nervenkitzel, sondern sie bringt Kraft zur Tat, zum Aufschwunge dem Licht entgegen.
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