Die Erschaffung des Menschen,
„Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbilde und hauchte ihm seinen Odem ein!“
Das sind zwei Begebenheiten: Das Schaffen und das Beleben!
Beide Vorgänge waren wie alles streng den bestehenden göttlichen Gesetzen unterworfen. Nichts kann außer den Rahmen derselben treten. Kein göttlicher Willensakt wird sich diesen den göttlichen Willen selbst tragenden unverrückbaren Gesetzen gegenüberstellen. Auch jede Offenbarung und Verheißung erfolgt im Hinblick auf diese Gesetze, und muss sich in diesen erfüllen, nicht anders!
So auch die Menschwerdung, die ein Fortschritt der gewaltigen Schöpfung war, der Übergang des Grobstofflichen in ein ganz neues, gehobeneres Stadium.
Von der Menschwerdung zu sprechen bedingt das Wissen von der Feinstofflichen Welt; denn der Mensch in Fleisch und Blut ist als förderndes Bindeglied geschoben zwischen den feinstofflichen und den grobstofflichen Schöpfungsteil, während seine Wurzel in dem Reingeistigen bleibt.
Ich sprach schon über die ersten Menschen im Paradiese und deren Ausschließung. Diese Erklärung zogen weitere Fragen nach sich: 1. Wann war die Zeit des Paradieses? 2. Wie hängt das alles zusammen mit dem Urmenschen, von dem die Wissenschaft durch Ausgrabungen zu berichten weiß? 3. War die Steinzeit vor dem Paradiese oder nach diesem?
Solche und ähnliche Fragen quälen die Suchenden. Lasst Euch nun erklären, was in dem großen Buche Gottes, der gesamten Schöp-fung, steht:
Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbilde!“ Dieses Schaffen oder Erschaffen war eine lange Kette der Entwickelung, die sich streng innerhalb der von Gott selbst in die Schöpfung gewobenen Gesetze abspielte. Von dem Höchsten eingesetzt, arbeiten diese Gesetze eisern, unentwegt an der Erfüllung seines Willens, selbsttätig als ein Stück vom ihm der Vollendung entgegen.
So auch mit der Erschaffung des Menschen als Krone des ganzen Werkes, in dem sich alte Kräfte vereinigen sollten, die in der Schöp-fung lagen. Deshalb wurde in der grobstofflichen Welt, der irdisch sichtbaren Materie, nach und nach in der Fortentwicklung das Gefäß geformt, in das ein Funke aus den, Reingeistigen inkarniert werden konnte, der unsterblich war. Durch das andauernd strebende Formen entstand mit der Zeit das höchstentwickeltste Tier, das denkend sich schon verschiedener Hilfsmittel zum Lebensunterhalte und zur Vertei-digung bediente. Wir können auch heute niederere Tiersorten beob-achten, die sielt einzelner Hilfsmittel zur Erlangung und Aufbewah-rung ihrer Lebensbedürfnisse bedienen, und die zur Verteidigung oft verblüffende Schlauheit zeigen.
Die vorhin erwähnten höchstentwickeltsten Tiere, die mit den stattgefundenen Erdumwälzungen hinweggenommen wurden, bezeich-net man heute mit dem Namen „Urmenschen“. Sie aber Vorfahren der Menschen zu nennen, ist ein großer Irrtum, Mit demselben Rechte könnte man die Kühe als „Teilmütter“ der Menschheit bezeichnen, da die größte Zahl der Kinder in den ersten Monaten ihres Lebens die Milch der Kühe direkt zum Aufbau ihres Körpers brauchen, durch ihre Hilfe also lebensfähig bleiben und wachsen. Viel mehr hat das edle und denkende Tier „Urmensch“ auch nicht mit dem wirklichen Menschen zu tun; denn der grobstoffliche Körper des Menschen ist weiter nichts als das unerlässliche Hilfsmittel, das er braucht, um in dem grobstofflich Irdischen nach jeder Richtung hin wirken zu können und sich verständlich zu machen.
Mit der Behauptung, dass der Mensch vom Affen abstamme, wird buchstäblich „das Kind mit dem Bade ausgeschüttet!“ Es ist damit weit über das Ziel hinausgegriffen. Ein Teilvorgang zur alleinigen Volltatsache erhoben. Die Hauptsache fehlt dabei!
Es würde zutreffen, wenn der Körper des Menschen tatsächlich „Der Mensch“ wäre. So aber ist der grobstoffliche Körper nur seine Bekleidung, die er ablegt, sobald er in die Feinstofflichkeit zurück-kehrt.
Wie erfolgte nun die erste Menschwerdung?
Nach dem Höhepunkte in der grobstofflichen Welt mit dem vollen-detsten Tiere musste eine Veränderung zur Weiterentwicklung kom-men, wenn kein Stillstand eintreten sollte, der mit seinen Gefahren Rückgang werden konnte. Und diese Veränderung war vorgesehen und kam: Von dem Urlichte als Gottesfunken ausgegan-gen, durch die feinstoffliche Welt alles erneuernd und hebend gezogen, stand an deren Grenze in dem Augenblicke, als das grobstofflich-irdische Gefäß in seiner Entwicklung den Höhepunkt erreicht hatte, der feinstofflich-geistige Mensch ebenfalls fertig bereit, sich mit dem Grobstofflichen zu verbinden, um dieses zu fördern und zu heben,
(Über das Ausgehen vom Licht und das Werden bis zur Ver-grobstofflichung in einer nächsten Aussprache.)
Während also das Gefäß in der Grobstofflichkeit herangereift, erschaffen war, hatte sich die Seele in der Feinstofflichkeit so weit entwickelt, dass sie genügend Kraft besaß,, bei Eintritt in das grobstoffliche Gefäß seine Selbständigkeit zu bewahren, nicht aufgesogen zu werden.
Die Verbindung dieser beiden Teile bedeutete nun eine innigere Vereinigung der grobstofflichen Welt mit der feinstofflichen Welt bis hinauf in das Geistige.
Erst dieser Vorgang war die Geburt des Menschen!
Wie aber ging das vor sich? Die Zeugung selbst ist auch heute noch bei den Menschen ein rein tierischer Akt. Höhere oder niedere Empfindungen dabei haben mit dem Akte selbst nichts zu tun, sondern bringen besondere geistige Auslösungen, deren Wirkungen in der Anziehung unbedingter Gleichart von großer Bedeutung werden.
Rein tierischer Art ist auch die Entwicklung des Körpers bis zur Mitte der Schwangerschaft. Rein tierisch ist eigentlich nicht der richtige Ausdruck, sondern ich will es mit rein grobstofflich bezeich-nen.
Erst in der Mitte der Schwangerschaft, bei einer bestimmten Reife des werdenden Körpers. wird der für die Geburt vorgesehene Geist inkarniert, der bis dahin sich viel in der Nähe der werdenden Mutter aufhält. Das Eintreten des Geistes löst die ersten Zuckungen des kleinen sich entwickelnden grobstofflichen Körpers aus, also die ersten Kindes-Bewegungen. Hier entsteht auch das eigenartig beseligte Gefühl des schwangeren. Weibes, bei dem von diesem Augenblick an ganz andere Empfindungen eintreten: das Bewusstsein der Nähe des zweiten Geistes in ihr, das Fühlen desselben. Und je nach Art des neuen, zweiten Geistes in ihr werden auch ihre eigenen Empfindungen sein.
So ist der Vorgang bei jeder Menschwerdung. Nun aber zurück zur ersten Menschwerdung.
Es war also der große Abschnitt in der Entwicklung der Schöp-fung gekommen: Auf der einen Seite in der grobstofflichen Welt stand das höchstentwickeltste Tier, das den grobstofflichen Körper als Gefäß für den kommenden Menschen liefern sollte, auf der anderen Seite in der feinstofflichen Welt stand die entwickelte Menschenseele, die der Verbindung seit dem grobstofflichen Gefäß entgegen harrte, um damit allem Grobstofflichen einen weiteren Aufschwung zur Durchgeis-tigung. zu geben.
Als nun ein Zeugungsakt zwischen dem edelsten Paare dieser hochentwickelten Tiere erfolgte, wurde zur Stunde der lnkarnierung nicht wie bisher eine Tierseele, sondern an dessen Stelle die dafür bereitstehende Menschenseele inkarniert, die den unsterblichen Gottesfunken in sich trug.
Dieser Vorrang, gibt keinen Stützpunkt zu der Behauptung, dass der Mensch der seinen wirklichen Ursprung. im Geistigen hat, von den Tieren „Urmensch“ abstamme, der nur das grobstoffliche Übergangsgefäß dazu liefern konnte. Es würde auch heute den stärksten Materialisten nicht einfallen, sich direkt verwandt mit einem Tiere zu betrachten, und doch ist jetzt wie damals eine enge Körperverwandschaft, also eine grobstoffliche Gleichart vorhanden, während der wirkliche ,,lebende“ Mensch, also das eigentliche geistige „Ich“ des Menschen in gar keiner Gleichart zu dem Tiere steht.
Nach der Geburt des ersten Menschen stand nun dieser in Wirklichkeit allein, elternlos, da er die Tiere trotz deren hoher Entwicklung nicht als Eltern erkennen konnte und keine Gemein-schaft mit ihnen zu haben vermochte. Er brauchte es auch nicht; denn er war ganz Empfindungsmensch und lebte als solcher mit in der feinstofflichen Welt, die ihm Werte gab, die alles andere ergänzten. Die Abspaltung des Weibes von dem ersten Menschen war eine feinstofflich-geistige. Sie geschah nicht grobstofflich-irdisch, wie ja die Bezeichnungen der Bibel und alten religiösen Niederschriften sich vorwiegend nur auf geistige und feinstoffliche Begebenheiten beziehen. Der Mensch als solcher stand allein und verwendete nun im Wachsen vorwiegend die schrofferen, strengeren Empfindungen bei seinem Lebensunterhalte, wodurch die zarteren mehr und mehr zur Seite gedrängt und isoliert wurden, bis sie sich als der feinere Teil des geistigen Menschen ganz abspalteten.
Dieser zweite Teil nun wurde, um nicht unwirksam im Grobstofflichen zu bleiben, wo er zur Hebung unbedingt in erster Linie notwendig war, in ein zweites Gefäß inkarniert, das der Feinheit entsprechend weiblichen Geschlechtes war, während die schrofferen Empfindungen dem grobstofflich stärkeren Manne blieben. Genau den Gesetzen der feinstofflichen Welt entsprechend, in der sich alles sofort formend Zartes und Schwaches in weiblichen Formen zeigt, strenges und starkes in männlichen.
Die Frau sollte und könnte also in Wirklichkeit durch ihre wertvolleren geistigen Eigenschaften vollkommener sein als der Mann, wenn sie sich nur bemüht hätte, die ihr gegebenen Empfindungen mehr und mehr harmonisch abzuklären, wodurch sie eine Macht geworden wäre, die umwälzend und hochfördernd in der ganzen grobstofflichen Schöpfung wirken musste. Leider aber hat gerade sie in erster Linie versagt, da sie sich zum Spielball der ihr zugeteilten starken Empfindungskräfte hingab. die sie dazu noch trübte und verunreinigte durch Gefühl und Fantasie.
Welch tiefer Sinn liegt in der biblischen Erzählung von dem Naschen von dem Baume der Erkenntnis! Wie das Weib, durch die Schlange dazu angeregt, dem Manne den Apfel reichte. Besser konnte, der wirkliche Vorgang bildlich gar nicht ausgedrückt werden.
Das Apfelreichen, von dem Weibe ausgehend, war das Sichbe-wusstwerden des Weibes ihrer Reize dem Manne gegenüber, und das gewollte Benützen derselben. Das Nehmen und Essen des Mannes aber war dessen Reagieren darauf mit dem erwachenden Drange, die Aufmerksamkeit des Weibes nur auf sich zu lenken, indem er begann, sich durch Ansammeln von Schätzen und Aneignung verschiedener Werte begehrenswert zu machen.
Damit begann das Großziehen des Verstandes, mit seinen Nebenerscheinungen der Gewinnsucht, Lüge, Unterdrückung, dem sich die Menschen zuletzt völlig unterwarfen und somit sichfreiwillig zu Sklaven ihres Werkzeuges machten. Mit dem Verstande aber als Herrscher ketteten sie sich in unvermeidbarer Folge nach dessen eigener Beschaffenheit auch fest an Raum und Zeit, und verloren damit die Fähigkeit, etwas zu erfassen oder zu erleben, was über Raum und Zeit erhaben ist, wie alles Geistige, Feinstoffliche. Das war der Ausschluss aus dem Paradies, der geistig-feinstofflichen Welt, den sie sich selbst zuzogen; denn unabwendbar war es nun, dass sie alles Geistigfeinstoffliche, das weder Raum noch Zeit kennt, mit ihrem durch den Verstand fest an Raum und Zeit ge-bundenen und damit eng begrenzten Horizonte ihres Begriffsver-mögens nicht mehr „verstehen“ konnten. So wurden für die Verstan-desmenschen die Erlebnisse und das Schauen der Empfindungs-menschen, sowie auch die unverstandenen Überlieferungen zu ,,Märchen“. Die an Zahl immermehr zunehmenden Materialisten, also die Menschen, die nur noch die grobe, an Raum und Zeit gebundene Materie anzuerkennen fähig sind, lachten zuletzt spöt-telnd über die Idealisten, denen durch ihr viel grösseres und erweitertes Innenleben der Weg zu der feinstofflichen Welt noch nicht ganz verschlossen war, und schalten sie Träumer, wenn nicht Narren oder sogar Betrüger.
Doch heute stehen wir endlich dicht vor der Stunde, wo der nächste grosse Abschnitt in der Schöpfung kommt, der unbedingter Aufschwung ist und das bringt, was schon der erste Abschnitt mit der Menschwerdung bringen sollte: Die Geburt. des durchgeistigten Vollmenschen!
Des Menschen, der fördernd und veredelnd auf die ganze grobstoffliche Schöpfung wirkt, wie es der eigentliche Zweck der Menschen auf der Erde ist. Dann ist kein Raum mehr für den niederhaltenden, an Raum und Zeit geketteten Materialisten. Ein Fremder wird er sein in allen Landen, heimatlos. Unter den Strahlen einer anderen Sonne und anderer Sterne wird er verdorren und vergehen wie Spreu, die sich vom Weizen. scheidet. Habt Acht, dass Ihr bei dieser Scheidung nicht zu leicht befunden werdet!
Der Mensch in der Schöpfung !
Der Mensch lebte im Paradiese. Das heißt, nicht nach den bis-herigen Begriffen, sondern er war Empfindungsmensch, stand dadurch in engster Fühlung mit der feinstofflichen Welt, lebte also mit in dem so genannten Jenseits und gleichzeitig auch in dem grobstofflichen Diesseits. Durch diese Fähigkeiten bildete er das Bindeglied. Ein zur Fortentwicklung der ganzen Schöpfung notwendiges Bindeglied.
Weil er das Feinstoffliche des Jenseits und das Grobstoffliche des Diesseits in sich vereinigte, war es ihm möglich, beides zu über-schauen, beides gleichzeitig zu erleben. Dazu stand ihm noch ein Werkzeug zur Verfügung, das ihn an die Spitze der gesamten grob-stofflichen Schöpfung stellte: Der Verstand. Mit diesem Werkzeuge vermochte er zu lenken, also zu führen.
Was ist Verstand? Verstand ist das höchste Irdische und soll das Steuer sein durch das Erdenleben, während die treibende Kraft die Empfindung ist, die der feinstofflichen Welt entstammt. Der Boden des Verstandes ist also der Körper, der Boden der Empfindung aber ist der Geist.
Der Verstand ist an Raum und Zeit gebunden, wie alles irdische, demnach nur ein Produkt des Gehirnes, das zum grobstofflichen Körper gehört. Der Verstand wird sich niemals raum - und zeitlos betätigen können, trotzdem er an sich feinstofflicher wie der Körper ist, aber doch noch zu dicht und schwer, um sich über Raum und Zeit zu erheben. Er ist also vollkommen erdgebunden.
Die Empfindung aber, (nicht das Gefühl) ist raum- und zeitlos, kommt deshalb aus dem geistigen.
So ausgerüstet, konnte der Mensch innig verbunden sein mit dem Feinstofflichsten, ja sogar Fühlung haben mit dem Reingeistigen selbst, und doch inmitten alles Irdischem, Grobstofflichem leben und wirken. Der Mensch allein ist in dieser Weise ausgestattet.
Welche Stellung hat er nun so ausgerüstet deshalb in der Schöpfung einzunehmen? Wozu stand er mit all diesem Rüstzeug inmitten der Schöpfung?
Er allein sollte und konnte die gesunde, frische Verbindung; geben als die einzige Brücke zwischen dem feinstofflichen und lichten Höhen, und dem grobstofflichen Irdischen! Durch ihn allein in seiner Eigenart konnte das reine Leben vom Lichtquell herab in das tiefste Grob-stoffliche und von diesem wieder hinauf in herrlichster, harmonischer Wechselwirkung pulsieren! Er steht verbindend zwischen beiden Welten, sodass durch ihn diese zu einer Welt geschmiedet sind.
Erfüllte er die Aufgabe? Nein, er versagte! Er trennte diese beiden Welten, anstatt sie fest vereinigt zu erhalten. Und das war nun der Sündenfall!
Wie ging das zu?
Der Mensch war durch die soeben erklärte Eigenart tatsächlich zu einer Art Herr der grobstofflichen Welt gestellt worden, weil die grobstoffliche Weit von seiner Mittlerschaft abhängig ist, insoweit, dass sie je nach seiner Art mitzuleiden gezwungen war, oder durch ihn emporgehoben werden konnte, je nachdem die Strömungen vom Licht- und Lebensquell aus rein durch die Menschheit fließen konnte oder nicht.
Was tat der Mensch? Er unterband das für die feinstoffliche und für die grobstoffliche Welt notwendige Fliessen dieses Wechselstromes. Wie nun ein guter Blutumlauf den Körper frisch und gesund erhält, so ist es mit dem Wechselstrome in der Schöpfung. Ein Unterbinden muss Verwirrung bringen und Erkrankung, die sich zuletzt in Katastrophen löst.
Womit konnte der Mensch so schlimm versagen?
Indem er den Verstand, der nur vom Grobstofflichen kommt, nicht nur als Werkzeug stützte, sondern sich ihm völlig unterwarf und ihn zum Herrscher setzte über alles. Er machte sich damit zum Sklaven seines Werkzeuges und wurde nur Verstandesmensch, der sich mit Stolz Materialist zu nennen pflegt!
Sagt selbst, wie weit ein solcher Stolz berechtigt ist. Ich will darüber schweigen.
Indem der Mensch sich ganz nun dem Verstande unterwarf, kettete er sich selbst an alles Grobstoffliche. Wie der Verstand nichts über Raum und Zeit hinaus begreifen kann, vermag es selbstverständ-lich auch nicht der, der sich ihm völlig unterwarf. Sein Horizont, also Begriffsvermögen, verengte sich mit dem begrenzten Vermögen des Verstandes. Die Verbindung mit dem Feinstofflichen war damit gelöst, eine Mauer aufgerichtet, die dicht und immer dichter wurde. Da nun der Lebensquell, das Urlicht, Gott, weit über Raum und Zeit erhaben ist, und noch über dem Feinstofflichen steht, muss selbstverständlich durch die Bindung des Verstandes jede Fühlung abgeschnitten sein, Aus diesem Grunde ist es dem Materialisten gar nicht möglich, Gott zu erkennen.
Das Essen von dem Baume der Erkenntnis war nichts weiter als das Großziehen des Verstandes. Die damit verbundene Trennung von dem Feinstofflichen war das Verschließen des Paradieses als natür-liche Folge. Die Menschen schlossen sich selbst aus, indem sie sich durch den Verstand ganz dem Grobstofflichen zuneigten. Sich also erniedrigten und freiwillig oder selbstgewählt in Knechtschaft schmie-deten.
Als Folge begann die Zeit, da sich die Menschen „im Schweiße ihres Angesichtes das Brot verdienen mussten“. Wohin aber führte das? Die rein materialistischen, also erdgebundenen, tiefstehenden Gedanken des Verstandes mit all ihren Nebenerscheinungen der Erwerbs- und Gewinnsucht, Lüge, Raub und Unterdrückung usw. mussten die unerbittliche Wechselwirkung der Gleichart herbeiführen, die sich erst geistig zeigte, und dann von diesem auch in das Grobstoffliche überging, alles dementsprechend formte, die Menschen trieb, und zuletzt über allem sich entladen wird mit .... Vernichtung!
Versteht Ihr nun, dass die Ereignisse der letzten Jahre kommen mussten? Dass es noch weiter sehen wird bis zur Vernichtung? Ein Weltgericht, das den bestehenden karmischen Gesetzen entspre-chend nicht zu vermeiden ist? Wie bei einem Gewitter, das sich zusam-menzieht und zuletzt Entladung und Vernichtung bringen muss? Gleichzeitig aber auch Reinigung?
Der Mensch diente nicht wie notwendig als Bindeglied zwischen dem feinstofflichen und den grobstofflichen Teilen der Schöpfung, ließ den stets erfrischenden, belebenden und fördernden notwendigen Wechselstrom nicht hindurch, sondern trennte die Schöpfung in zwei Welten, indem er sich der Bindung entzog und ganz an das Grob-stoffliche kettete, somit mussten beide Weltteile nach und nach er-kranken. Der, der den Lichtstrom ganz entbehren musste, oder durch die wenigen Menschen, die noch Verbindung hielten, zu schwach erhielt, natürlich viel schwerer. Das ist der grobstoffliche Teil, der einer furchtbaren Krisis entgegentreibt, und in kurzer Zeit von gewaltigen Fieberschauern durchrüttelt werden wird, bis alles Kranke darin verzehrt ist und unter neuem, starken Zustrome aus dem Urquell endlich gesunden kann.
Wer aber wird dabei verzehrt?
Denkt an das, was ich schon einmal sagte: Jeder empfundene Gedanke nimmt sofort durch die in ihm lebende schöpferische Kraft eine dem Inhalt des Gedankens entsprechende feinstoffliche Form an, bleibt stets wie durch eine Schnur mit seinem Erzeuger verbunden, wird aber von ihm ab und hinausgezogen durch die Anziehungskraft der Gleichart in allem Feinstofflichen, und getrieben durch das Weltall mit den dieses dauernd durchpulsenden Strömungen, die wie alles in der Schöpfung eiförmig sich bewegen. So kommt die Zeit, wo die im Feinstofflichen zu Leben und Wirklichkeit gewordenen Gedan-ken mit den unterwegs angezogenen Gleicharten auf ihren Ursprung und Ausgangspunkt zurückfallen, da sie trotz ihrer Wanderung mit diesem in Verbindung bleiben, um nun dort sich zu entladen, aus-zulösen.
Die Vernichtung wird also in erster Linie bei der nun zu erwartenden letzten geschlossenen Auswirkung die treffen, die durch ihr Denken und Empfinden Erzeuger und dauernde Ernährer waren, also die Materialisten. Dass die schädigende zurückfallende Gewalt noch größere Kreise zieht, und streifend auch nur annähernde Gleicharten der Menschen packt, ist unausbleiblich.
Was aber dann, wenn das vorüber ist? Dann werden die Menschen das erfüllen, was sie in der Schöpfung sollen. Sie werden das Bindeglied sein, durch ihre Befähigung aus dem Feinstofflichen schöpfen, also sich von der gereinigten Empfindung leiten lassen, und diese in das Grobstoffliche, also Irdische übertragen, wobei sie den Verstand und die gesammelten Erfahrungen nur als Werkzeug dazu benutzen, um mit allem irdischen rechnend diese reinen Empfin-dungen im grobstofflichen Leben durchzusetzen, wodurch die ganze grobstoffliche Schöpfung dauernd gefördert, gereinigt und gehoben wird. Dadurch kann auch in der Wechselwirkung Gesünderes zurück-fließen von dem Grobstofflichen in das Feinstoffliche, und es wird eine neue, einheitliche und harmonische Welt entstehen, ein neues Paradies. Die Menschen werden aber in richtiger Erfüllung ihrer Tätigkeit die ersehnten Voll- und Edelmenschen sein; denn auch sie erhalten durch die rechte Einstellung in das große Schöpfungswerk ganz andere Kräfte als bisher, die ihnen Zufriedenheit und Glück-seligkeit dauernd empfinden lassen.