GRALSBLÄTTER

NEUE GRALSBOTSCHAFT

VON

ABDRUSCHIN

Serie II, HeftI u. II





VERLAG DER GRALSBLÄTTER / TUTZING
OSKAR ERNST BERNHARDT































Copyright by Verlag der Gralsblätter

Oskar Ernst Bernhardt, Tutzing (Oberbayern)

Alle Rechte insbesondere das der Übersetzung vorbehalten

Druck G. Franz'sche Buchdruckerei (G. Emil Mayer)

München














Reihenfolge der Vorträge

Seite

Ich bin der Herr, Dein Gott! 4

Die unbefleckte Empfängnis und Geburt des Gottessohnes . . 18

Der Kreuzestod des Gottessohnes und das Abendmahl 23

Auferstehung des irdischen Körpers Christi 27

Menschensinn und Gotteswille im Gesetz der Wechselwirkung , . . . 35

Der Menschensohn 51





Ich bin der Herr, Dein Gott!

Wo sind die Menschen, die dieses höchste aller Gebote wirklich betätigen? Wo ist der Priester, der es rein und wahrhaftig lehrt?

„Ich bin der Herr, Dein Gott, Du sollst nicht andere Götter haben neben mir!“ Diese Worte sind so klar gegeben, so unbedingt, dass eine Abweichung überhaupt nicht möglich sein dürfte! Auch Christus wies wiederholt mit großer Deutlichkeit und Schärfe darauf hin. Umso bedauerlicher ist es nun, dass Billionen Menschen achtlos daran vorübergehen und sich Kulten hingeben, die diesem höchsten aller Gebote direkt gegenüberstehen. Das Schlimmste bei dem Allen ist, daß sie dieses Gebot ihres Gottes und Herrn mit einer gläubigen Inbrunst mißachten, in dem Wahne, Gott in dieser offensichtlichen Übertretung seines Gebotes zu ehren, ihm wohlgefällig zu sein!

Dieser große Fehler kann nur in einem blinden Glauben lebendig bleiben, bei dem jedes Prüfen ausgeschaltet wird; denn blinder Glaube ist nichts weiter als Gedankenlosigkeit und geistige Trägheit solcher Menschen, die gleich den Faulenzern und Langschläfern dem Erwachen und Aufstehen so viel wie möglich aus dem Wege zu gehen versuchen, weil es Pflichten mit sich bringt, deren Erfüllung sie scheuen. Jede Mühe erscheint ihnen als ein Greuel. Es ist ja viel bequemer, Andere für sich arbeiten und denken zu lassen.

Wer aber Andere für sich denken läßt, gibt diesen Macht über sich, erniedrigt sich selbst zum Knechte und macht sich damit unfrei. Gott gab jedoch dem Menschen eine freie Entschlußkraft, gab ihm die Fähigkeit zu denken, zu empfinden, und muß dafür naturgemäß auch Rechenschaft erhalten für alles das, was diese freie Entschließ-ungsfähigkeit nach sich zieht! Er wollte damit freie Menschen, nicht Knechte!

Traurig ist es. wenn sich der Mensch aus Faulheit heraus irdisch zum Sklaven macht, furchtbar aber sind die Folgen, sobald er sich geistig so entwertet, dass er zum stumpfsinnigen Anhänger wird von Lehren, die den strikten Geboten ihres Gottes widersprechen. Es nützt ihnen nichts, wenn sie das hier und da erwachende Bedenken mit der Ausrede einzuschläfern versuchen, daß die größte Verantwortung schließlich die Personen tragen müssen, die Abirrungen in die Lehren brachten. Das ist an sich schon richtig, aber außerdem ist extra noch jeder Einzelne für alles das verantwortlich, was er selbst denkt und tut. Unverkürzt, es kann ihm davon nichts nachgelassen werden.

Wer die ihm geschenkten Fähigkeiten des Empfindens und Denkens nicht im vollen, ihm möglichen Umfange ausübt, macht sich schuldig!

Es ist nicht Sünde, sondern Pflicht, dass ein jeder bei erwachender Reife, durch die er in volle Verantwortlichkeit für sich selbst tritt, auch darüber nachzudenken beginnt, was ihm bis dahin gelehrt wurde. Kann er seine Empfindungen mit irgend etwas davon nicht in Einklang bringen, so soll er es auch nicht blindlings als richtig hinnehmen. Er schadet sich dadurch wie bei einem schlechten Einkaufe nur selbst. Was er nicht aus Überzeugung beibehalten kann, das soll er unterlassen; denn sonst wird sein Denken und sein Tun zur Heuchelei.

Derjenige, der dies oder jenes wirklich Gute unterlässt, weil er es nicht verstehen kann, ist noch lange nicht so verworfen als solche, die ohne Überzeugung sich in einen Kult stellen, den sie nicht ganz verstehen. Alles aus solchem Unverständnis hervorgehende Handeln und Denken ist hohl, und aus solcher Hohlheit heraus ergibt sich von selbst keine gute Wechselwirkung, weil in Hohlheit kein lebendiger Grund zu etwas Gutem liegt. Es wird dadurch zu einer Heuchelei, die einer Lästerung gleichkommt, weil man damit Gott etwas vorzutäuschen sucht. was nicht vorhanden ist. Fehlende lebendige Empfindungen. Das macht den Ausübenden verächtlich, zu einem Ausgestoßenen!

Die Millionen Menschen nun, die in Gedankenlosigkeit Dingen huldigen, welche den göttlichen Geboten direkt widersprechen, sind trotz einer vielleicht vorhandenen Inbrunst unbedingt gebunden und von einem geistigen Aufstiege vollkommen abgeschnitten.

Nur die freie Überzeugung ist lebendig und kann daraufhin auch Lebendiges schaffen! Eine Überzeugung kann aber nur, durch scharfes Prüfen und innerliches Durchempfinden erwachen. Wo das geringste Unverständnis vorliegt, von Zweifel gar nicht zu sprechen, kann niemals Überzeugung erstehen.

Nur volles, lückenloses Erfassen ist gleichbedeutend mit Über-zeugung, die allein geistigen Wert besitzt!

Geradezu schmerzvoll ist es anzuschauen, wenn in den Kirchen die Massen sich gedankenlos bekreuzigen, verbeugen und niederknien. Solche Automaten dürfen nicht unter denkende Menschen gerechnet werden. Das Zeichen des Kreuzes ist dasZeichen der Wahrheit, und damit ein Zeichen Gottes! Schuld ladet sich der auf, der dieses Zeichen der Wahrheit benützt, während sein Inneres in dem Augenblicke der Benützung nicht gleichzeitig in jeder Beziehung wahr ist, wenn seine ganzen Empfindungen nicht voll auf unbedingte Wahrheit eingestellt sind. Solchen Menschen wäre hundertmal besser, sie würden diese Bekreuzigungen unterlassen und für Augenblicke aufheben, in denen sie ihre ganze Seele auf die Wahrheit, also damit auch auf Gott selbst und seinen Willen eingestellt haben; denn Gott, ihr Herr, ist die Wahrheit.

Götzendienst aber und offene Übertretung des heiligsten aller Gebote ihres Gottes ist es, wenn sie einem Symbol Ehren erweisen; die nur Gott allein zukommen!

„Ich bin der Herr, Dein Gott, Du sollst nicht andere Götter haben neben mir!“ ist ausdrücklich gesagt. Knapp, deutlich und klar, ohne Zulassung auch nur der geringsten Abweichung. Auch Christus wies noch ganz besonders auf diese notwendige Einhaltung hin. Er nannte es mit Absicht und bedeutungsvoll gerade vor den Pharisäern das oberste Gesetz, das heißt, dasjenige Gesetz, das unter keinen Umständen gebrochen oder irgendwie abgeändert werden darf. Diese Bezeichnung sagt auch gleichzeitig, dass alles andere Gute und alle andere Gläubigkeit eicht vollen Wert gewinnen kann, wenn dieses oberste Gesetz nicht unverkürzt eingehalten wird! Dass sogar alles davon abhängt!

Betrachten wir zum Beispiel daraufhin einmal ganz vorurteilsfrei die Verehrung der Monstranz! Es liegt bei vielen Menschen ein Widerspruch darin zu dem klaren obersten Gebote.

Erwartet der Mensch, dass sein Gott herabsteigt in diese auswechselbare Hostie, als Erklärung dafür, dass er ihr göttliche Ehrenbezeugungen zu teil werden lässt? Oder dass Gott mit der Weihe einer solchen Hostie herabgezwungen wird? Eins ist so undenkbar wie das andere. Ebensowenig aber kann durch eine solche Weihe direkte Verbindung mit Gott geschaffen werden; denn der Weg dahin ist nicht so einfach und so leicht. Er ist von Menschen und. von Menschengeistern überhaupt nicht bis zum Endziele zu gehen.

Wenn nun der eine Mensch vor einer holzgeschnitzten Figur niederfällt, ein anderer vor der Sonne, der dritte dann vor der Monstranz, so verstößt ein jeder damit gegen das oberste Gesetz Gottes, sobald er Göttliches, also den lebendigen Gott selbst darin sieht, und deshalb direkte göttliche Gnade und Segen. davon erwartet! In solcher falschen Voraussetzung, Erwartung und Empfindung würde die eigentliche Übertretung liegen, unverhüllter Götzendienst!

Und derartiger Götzendienst wird von Anhängern vieler Religionen oft inbrünstig getätigt, wenn auch in verschiedenen Arten.

Ein jeder Mensch, der die ihm durch seine Fähigkeiten entstehen-de Pflicht des ernsten Denkens übt, muß aber hierbei in Zwiespalt kommen, den er nur mit dem Unrecht eines blinden Glaubens zeitweise gewaltsam übertäuben kann, wie ein Tagedieb durch den Schlaf der Trägheit seine Tagespflichten vernachlässigt. Der ernste Mensch jedoch wird unbedingt empfinden, dass er in erster Linie Klarheit zu suchen hat in Allem, was ihm heilig werden soll!

Wie oft erklärte Christus, dass die Menschen seinen Lehren nachleben sollten, um Gewinn daraus zu nehmen, das heißt also, um zum geistigen Aufstiege und zum ewigen Leben kommen zu können. In dem Worte „ewiges Leben“ ist allein schon geistige Lebendigkeit, nicht aber geistige Trägheit ausgedrückt: Mit dem Hinweise auf das Nachleben seiner Lehren warnte er ausdrücklich und deutlich vor einem stumpfen Hinnehmen dieser Lehren, als falsch und unnütz.

Erleben kann naturgemäß immer nur in der Oberzeugung geschehen, niemals anders. Überzeugung jedoch bedingt volles Ver-stehen. Verstehen wiederum starkes Nachdenken und eigenes Prüfen. Man muß die Lehren mit den eigenen Empfindungen abwägen. Daraus folgert von selbst, dass ein blinder Glaube vollkommen falsch ist. Alles Falsche aber kann leicht zum Verderben führen, zum Abstiege, niemals jedoch zum Aufstiege. Aufstieg ist gleichbedeutend mit Befreiung von allem Drucke. Solange ein Druck noch irgendwo lastet, kann von einer Befreiung oder Erlösung keine Rede sein. Das Unverstandene aber ist ein Druck, der sich nicht eher löst, als bis die Druckstelle oder Lücke durch volles Verständnis beseitigt wird.

Blinder Glaube bleibt immer gleichbedeutend mit Unverständnis, kann daher auch niemals Überzeugung sein, und demnach auch keine Befreiung, keine Erlösung bringen! Menschen, die sich in blinden Glauben eingeengt haben, können geistig nicht lebendig sein. Sie kommen den Toten gleich, und haben keinen Wert.

Beginnt nun ein Mensch richtig zu denken, alle Geschehnisse ruhig und aufmerksam zu verfolgen und logisch aneinanderzureihen, so wird er von selbst zu der Oberzeugung kommen, dass Gott in seiner vollkommenen Reinheit nach seinem eigenen Schöpfungswillen nicht zur Erde kann!

Die unbedingte Reinheit und Vollkommenheit, also gerade das Göttliche, schließt ein Herabkommen in das Stoffliche aus. Der Unter-schied ist zu groß, als eine direkte Verbindung überhaupt möglich wäre, ohne den dazu notwendigen Übergängen genau Rechnung zu tragen, die die dazwischen liegenden Wesens- und Stoffarten bedingen. Das in Rechnungziehen dieser Übergänge kann aber nur durch Menschwerdung sich vollziehen, wie es bei dem Gottessohne geschah!

Da dieser nun „zu dem Vater eingegangen ist“, also nach seinem Ursprunge zurück, so steht auch er wieder im Göttlichen und ist dadurch genau so getrennt von dem Irdischen.

Eine Ausnahme darin würde das Abbiegen göttlichen Schöpfungs-willens bedeuten, und das wiederum einen Mangel an Vollkommenheit kundtun.

Da aber Vollkommenheit von der Göttlichkeit untrennbar ist, so bleibt keine andere Möglichkeit, als dass auch sein Schöpfungswille vollkommen ist, was gleichbedeutend mit unabbiegsam genommen werden muß. Würden die Menschen ebenfalls vollkommen sein, so müßte und könnte aus der Natur der Sache heraus ein jeder immer nur genau den gleichen Weg des anderen gehen.

Nur Unvollkommenheit kann Verschiedenheiten zulassen!

Gerade in der Erfüllung der göttlichen vollkommenen Gesetze ist dem Gottessohn nach dem „Eingehen zum Vater" wie diesem selbst die Möglichkeit genommen, persönlich in der Stofflichkeit zu sein, also zur Erde herabzukommen. Nicht ohne schöpfungsgesetzmäßige Mensch-werdung!

Aus diesen Gründen heraus muss jede göttliche Verehrung irgendeiner stofflichen Sache auf Erden gleichbedeutend mit Übertre-tung des obersten Gesetzes Gottes sein; da nur dem lebendigen Gotte allein göttliche Ehren zukommen dürfen, und dieser kann gerade infolge seiner Göttlichkeit nicht auf Erden sein.

Der grobstoffliche Leib aber des Gottessohnes mußte ebenfalls wiederum nach der Vollkommenheit Gottes in seinem Schöpferwillen rein irdisch sein, darf deshalb auch nicht als göttlich bezeichnet oder angesehen werden.*1)

Alles, was damit im Widerspruche steht, bezeugt logischer. Weise Zweifel an der unbedingten Vollkommenheit Gottes und muss demnach auch falsch sein! Das ist unbestreitbar ein untrüglicher Maßstab für den rechten Glauben an Gott.

Etwas anderes ist es mit reiner Symbolik. Jedes Symbol erfüllt fördernd seinen guten Zweck, solange es als solches ernsthaft angese-hen wird; denn sein Anblick verhilft sehr vielen Menschen zu größerer und geschlossener Sammlung. Es wird so manchen leichter fallen, beim Erblicken der Symbole seiner Religion seine Gedanken ungetrübter auf den Schöpfer zu lenken, gleichviel. mit welchem Namen er für ihn begreiflich ist. Falsch wäre es deshalb, an dem hohen Werte religiöser Gebräuche und Symbolik zu zweifeln, es darf sich dabei nur nichts bis zur direkten Anbetung und gegenständlichen Verehrung steigern.

Da nun Gott selbst nicht auf die Erde in das Grobstoffliche kommen kann, so liegt es dem Menschengeiste allein ob, den Weg bis zu dem Geistig-Wesenhaften aufzusteigen, dem er entstammt. Und diesen Weg zu zeigen, kam Göttliches durch Menschwerdung herab, weil in dem Göttlichen allein die Urkraft liegt, aus der hervor das lebendige Wort fließen kann Doch darf der Mensch sich nicht einbilden, dass Göttliches auf Erden blieb, damit ein jeder Mensch, sobald ihm nur der Wunsch einfällt, sofort begnadigt werden kann in ganz besonderer Art. Zur Erlangung der Begnadigung liegen die ehernen Gesetze Gottes in der Schöpfung, deren unbedingte Befolgung allein Begnadigung bringen kann! Richte sich darnach, wer zu den lichten Höhen will!

Niemand soll den vollkommenen Gott mit einem irdischen Könige vergleichen, der in seinem unvollkommenen menschlichen Ermessen bei durch seine Richter gleicher Art gesprochenen Urteilen Will-kürsgnadenakte vollziehen kann. So etwas geht in der Vollkommenheit des Schöpfers und seines mit Ihm eins seienden Willens nicht!

Der Menschengeist soll sich endlich an den Gedanken gewöhnen, dass er sich selbst und ganz energisch zu regen hat, um Begnadigung und Vergebung zu erhalten, und darin endlich seine Pflicht erfüllen, die er träge übersah. Er soll sich aufraffen und schaffen an sich selbst, wenn er nicht in das Dunkel der Verdammten stürzen will! Auf seinen Heiland sich verlassen sollen, heißt, sich verlassen auf dessen Worte. Durch die Tat lebendig machen, was er sagte! Nichts anderes vermag zu helfen! Der leere Glaube nützt ihm nichts. An ihn glauben, heißt nichts anderes, als ihm glauben. Rettungslos verloren ist ein Jeder, der sich nicht fleißig arbeitend an jenem Seile hochzieht, das ihm durch das Wort des Gottessohnes in die Hand gegeben wurde!

Wenn der Mensch seinen Heiland wirklich haben will, so muß er sich schon endlich zu geistiger Regsamkeit und Arbeit aufraffen, die nicht nur auf irdische Vorteile und Genüsse gerichtet ist, und muß sich zu ihm hinauf bemühen. Er darf nicht anmaßend erwarten, dass dieser zu ihm herniederkommt. Den Weg dahin gibt ihm das Wort. Gott läuft nicht der Menschheit bettelnd hinterdrein, wenn sie sich von ihm ein falsches Bild macht, dadurch abwendet und falsche Wege geht. So gemütlich ist das nicht Doch da sich eine solche unsinnige Anschauung durch falsche Auffassung bei vielen Menschen eingebür-gert hat, wird die Menschheit ihren Gott erst wieder fürchten lernen müssen, indem sie in der unausbleiblichen Wechselwirkung eines bequemen oder toten Glaubens erkennt, daß sein Wille in Vollkom-menheit feststeht und sich nicht biegen läßt. Wer sich nicht einfügt in die göttlichen Gesetze, wird beschädigt oder gar zermalmt, wie es auch denen zuletzt gehen muß, die solchem Götzendienste huldigen, Ungöttlichem göttliche Ehrfurcht zu erweisen! Der Mensch muß zur Erkenntnis kommen: Der Heiland wartet seiner, doch er holt ihn nicht!

Der Glaube, oder richtiger genannt der Wahn, den der größte Teil der Menschheit heute in sich trägt, musste versagen und sogar in Not und in Verderben führen, weil er tot ist und kein wahres Leben in sich birgt!

Wie Christus einst den Tempel von den Wechslern reinigte, so müssen erst die Menschen aufgepeitscht werden aus aller Trägheit ihres Denkens und Empfindens ihrem Gotte gegenüber! Doch schlafe ruhig weiter, wer nicht anders will, und recke sich behaglich auf dem weichen Pfuhl des Selbstbetruges, daß er richtig glaubt, wenn er recht wenig denkt, dass Grübeln schließlich sündhaft ist. Furchtbar wird sein Erwachen sein, das näher vor ihm steht, als er es ahnt Ihm soll nach seiner Trägheit dann das Maß gemessen werden!

Wie kann ein Mensch, der an Gott glaubt, über dessen Wesen und dessen Größe nachgedacht hat, der vor allen Dingen weiß, wie der vollkommene Wille Gottes als arbeitende Naturgesetze in der Schöpfung ruht, erwarten, dass ihm ganz entgegen dieser göttlichen Gesetze der unbedingten Wechselwirkung seine Sünden durch irgendeine aufgelegte Buße vergeben werden können. Selbst dem Schöpfer würde dies nicht möglich sein; denn die aus seiner Vollkommenheit hervorgegangenen Schöpfungs- und Entwicklungsgesetze tragen in ihren Auswirkungen allein und vollkommen selbsttätig wirkend Lohn oder Strafe durch das Reifen und Ernten guter oder übler Aussaat des menschlichen Geistes in unabänderlicher Gerechtigkeit in sich.

Was Gott auch will, jeder seiner neuen Willensakte müssen immer wieder die Vollkommenheit in sich tragen, können demnach auch nicht die geringste Abweichung von den früheren Willensakten bringen, sondern müssen mit diesen in jeder Beziehung überein-stimmen. Alles, aber auch alles muss durch die Vollkommenheit Gottes immer wieder die gleichen Bahnen ziehen. Eine Vergebung anders als durch Erfüllung der göttlichen Gesetze, die in der Schöpfung liegen, und durch die jeder Menschengeist auf seinem Wege unbedingt hindurch muß, wenn er in das Reich Gottes gelangen will, ist also ein Ding der Unmöglichkeit, demnach auch jede unmittelbare Vergebung.

Wie kann ein Mensch bei einigem Denken irgendwelche Abwei-chungen erwarten? Es wäre dies ja eine ausgesprochene Verkleinerung seines vollkommenen Gottes! Wenn Christus in seinem Erdenleben zu diesem oder jenem sagte: „Dir sind Deine Sünden vergeben“, so war das ganz richtig; denn in dem ernsten Bitten und dem festen Glauben liegt die Gewähr dafür, daß der betreffende Mensch nach den Lehren Christi in Zukunft leben würde, und dadurch mußte er auf die Vergebung der Sünden stoßen, weil er sich damit in die göttlichen Gesetze der Schöpfung richtig einstellte und ihnen nicht mehr entgegen handelte.

Wenn nun ein Mensch dem Anderen nach eigenem Ermessen Bußen auferlegt, um dann dessen Sünden als abgetan zu erklären, so täuscht er damit sich und auch den bei ihm Hilfesuchenden, gleichviel ob bewußt oder unbewußt, und setzt sich skrupellos weit über die Gottheit selbst!

Wenn doch die Menschen ihren Gott endlich natürlicher nehmen wollten! Ihn, dessen Willensakte die lebendige Natur erst schufen. So aber machen sie in blindem Glaubenswanne nur ein Phantom aus ihm, der doch nichts weniger als das ist Gerade in der natürlichen Vollkommenheit oder vollkommenen Natürlichkeit als Urquell alles Seins, als Ausgangspunkt alles Lebendigen ist Gottes Größe so gewaltig und für einen Menschengeist unfasslich. Aber in den Sätzen vieler Lehren liegt oft gewaltsame Verdrehung und Verwicklung, wodurch dem Menschen jeder reine Glaube unnötig erschwert und manchmal ganz unmöglich wird, weil er dabei jede Natürlichkeit entbehren muß. Und wie viel unglaubliche Widersprüche bergen manche Lehren!

Sie tragen zum Beispiel vielfach als Grundgedanken die All-weisheit und Vollkommenheit des Willens und des daraus hervorgehenden Wortes Gottes! Darin aber muss naturgemäß auch eine nicht um ein Haar verschiebbare Unabänderlichkeit liegen, weil Vollkommenheit nicht anders zu denken ist. Die Handlungen vieler Religionsträger aber zeigen Zweifel an der eigenen Lehre, da sie mit dieser in direktem Widerspruche stehen und ihre Grundlagen durch Taten offensichtlich verneinen! Ohrenbeichte mit darauffolgenden Bußen zum Beispiel, Ablaßhandel durch Geld oder Gebete, der unmittelbare Vergebung von Sünden nach sich ziehen soll, und andere diesen ähnliche Gepflogenheiten sind doch bei ruhiger Überlegung eine Verneinung des göttlichen, in den Schöpfungsgesetzen ruhenden Willens. Wer mit den Gedanken nicht sprunghaft in haltlos Schwebendes geht, kann darin nichts anderes als eine unbedingte Verkleinerung der Vollkommenheit Gottes finden.

Es ist ganz natürlich, dass die menschlich irrige Vorausset-zung, Sündenvergebung bieten zu können, und andere ähnliche Angriffe gegen die Vollkommenheit des göttlichen Willens, zu groben Auswüchsen führen mußten. Wie lange wird die Torheit noch anhalten, dass man wähnt, mit dem gerechten Gotte und seinem unabänderlichen Willen einen so unsauberen Handel treiben zu können!

Wenn Jesus als Gottessohn einst zu seinen Jüngern sagte: „Welchen Ihr die Sünden vergeben werdet, denen sind sie vergeben“, so bezog sich das nicht auf eine allgemeine und willkürliche Handlungsberechtigung.

Das würde ja gleichbedeutend gewesen sein mit einem Umsturze des göttlichen Willens in der unverrückbaren Kraft der Wechselwirkungen, die Lohn und Strafe in unbestechlicher, also göttlicher und somit vollkommener Gerechtigkeit lebendig wirkend in sich tragen. Eine zugelassene Unterbrechung.

Das hätte Jesus nie tun können und auch nicht getan, der gekommen war, die Gesetze „zu erfüllen“, nicht umzustoßen!

Er meinte mit den Worten den in des Schöpfers Willen ruhenden gesetzmäßigen Vorgang, dass ein Mensch dem anderen Menschen das vergeben kann, was ihm von diesem persönlich Übles geschehen ist! Das zu vergeben hat er als Betroffener das Recht und auch die Macht; denn durch sein aufrichtiges Verzeihen wird dem für den anderen sich sonst unbedingt in der Wechselwirkung entwickelnden Karma von vornherein die Spitze abgebrochen und die Kraft genommen, in welchem lebendigen Vorgange gleichzeitig auch wirkliche Vergebung liegt.

Das kann aber auch nur von der Person des Betroffenen selbst ausgehen, dem Urheber oder Täter gegenüber, sonst nicht. Deshalb liegt so viel Segen und Befreiung in persönlicher Verzeihung, sobald diese aufrichtig gemeint und empfunden ist.

Ein nicht direkt Beteiligter ist von den Fäden der Wechselwirkung aus der Natur der Sache heraus ausgeschlossen und vermag auch nicht lebendig, also wirksam einzugreifen, weil er nicht angeschlossen ist. Nur Fürbitte ist ihm in solchen Fällen möglich, deren Wirkung aber abhängig bleibt von dem Seelenzustande der in die betreffenden Dinge direkt Verwobenen. Er selbst muß außerhalb stehen bleiben, kann deshalb auch nicht Vergebung bringen. Das ruht allein im Gottes Willen, der sich in den Gesetzen gerechter Wechselwirkungen offenbart, gegen die er selbst nie handeln würde, weil sie aus seinem Willen heraus von Anfang an vollkommen sind.

Es liegt in der Gerechtigkeit Gottes, daß, was immer auch geschieht oder geschehen ist, nur der Geschädigte darin verzeihen kann, auf Erden oder später in der feinstofflichen Welt, sonst muss die Wucht der Wechselwirkung den Urheber treffen, mit deren Auswirkung dann allerdings die Schuld abgetragen ist. Aber diese Auswirkung wird dann gleichzeitig auch die Verzeihung des Betroffenen mit sich bringen, auf irgendeine Art, die in die Auswirkung verwoben ist, oder der Betroffene mit dieser. Da die Verbindungsfäden ja so lange ungelöst verbleiben, ist es nicht anders möglich. Das ist nicht nur ein Vorteil für den Urheber, sondern auch für den Betroffenen, da dieser ohne Gewährung der Verzeihung ebenso wenig ganz zum Lichte eingehen könnte. Unerbittlichkeit müßte ihn davon zurückhalten.

So vermag kein Mensch fremde Sünden zu vergeben, bei denen er nicht der persönlich Betroffene ist. Das Gesetz der Wechselwirkung würde unbeeinflußt davon bleiben gegen alles, das nicht durch einen lebenden Faden mit darein verwoben ist, den nur das direkte Betroffensein zeugen kann. Besserung allein ist der lebendige Weg zur Vergebung!*2)

„Ich bin der Herr, Dein Gott, Du sollst nicht andere Götter haben neben mir!“ sollte in jedes Menschen Geist wie mit Flammenschrift eingebrannt bleiben als natürlichster Schutz gegen jedweden Götzen-dienst!

Wer Gott in seiner Größe wirklich anerkennt, muß alle abweichenden Handlungen als Lästerung empfinden.

Ein Mensch kann und soll zu einem Priester gehen, um Belehrungen zu holen, sobald dieser fähig dazu ist, sie ihm wirklich zu geben. Wenn jedoch Jemand verlangt, die Vollkommenheit Gottes durch irgendeine Handlung oder falsche Denkungsweise zu verkleinern, so soll er sich von ihm wenden; denn ein Diener Gottes ist nicht gleichzeitig ein Bevollmächtigter Gottes, der das Recht haben könnte, in seinem Namen zu fordern und zu gewähren.

Auch hierin gibt es eine ganz natürliche und einfache Erklärung, die ohne Umschweife den richtigen Weg zeigt

Ein Bevollmächtigter Gottes kann aus der Natur der Sache heraus überhaupt kein Mensch sein, es sei denn, daß dieser direkt aus dem Göttlichen gekommen wäre, also selbst Göttliches in sich trüge! Nur darin allein kann eine Vollmacht liegen.

Da der Mensch aber nicht göttlich ist, so ist es auch ein Ding der Unmöglichkeit, dass er Bevollmächtigter oder Vertreter Gottes sein kann. Es kann die Macht Gottes keinem Menschen übertragen werden, weil die göttliche Macht allein in der Göttlichkeit selbst liegt!

Diese logische Tatsache schließt in ihrer absoluten Einfachheit auch selbsttätig jede menschliche Wahl eines irdischen Statthalter Gottes oder die Ausrufung eines Christus vollkommen aus. Jeder Versuch dazu muss im Hinblick darauf den Stempel der Unmöglichkeit aufgedrückt erhalten.

Es kann in solchen Dingen demnach weder eine Wahl noch eine Ausrufung durch Menschen in Betracht kommen, sondern nur eine direkte Sendung von Gott selbst!

Der Menschen Ansichten geben dabei nicht den Ausschlag. Diese sind im Gegenteil nach allem bisher Geschehenen immer weitab von der Wirklichkeit gewesen, und standen nicht im Einklang mit dem Gotteswillen. Es ist für Denkende unfaßbar, mit welcher krankhaften Steigerung die Menschen immer wieder über ihren eigentlichen Wert hinauszugreifen versuchen. Sie, die in ihrer höchsten geistigen Vollendung gerade die niedrigste Stufe des Bewussten im ewigen Geistig-Wesenhaften zu erreichen vermögen! Dabei unterscheiden sich gerade heute eine große Zahl der Erdenmenschen in ihrem Empfinden, Denken und Streben außer eines großen Intellektes nicht einmal sehr von den höchstentwickelten Tieren.

Wie Insekten kribbeln und krabbeln sie emsig durcheinander, als ob es gelte, in eifrigem Jagen, und Rennen das höchste Ziel zu erreichen. Sobald ihre Ziele aber näher und aufmerksamer betrachtet werden, zeigt sich sehr bald die Hohlheit und die Nichtigkeit des fieberhaften Strebens, das solchen Eifers tatsächlich nicht würdig ist. Und aus dem Chaos dieses Wimmelns heraus schwingt sich die wahnwitzige Überhebung, einen Gottesgesandten wählen, anerkennen oder ablehnen zu können. Darin läge eine Beurteilung dessen, was zu begreifen sie niemals fähig sein können, wenn nicht dieser Höherstehende sich verständlichmachend zu ihnen neigt. Man pocht allseitig jetzt auf Wissenschaft, Verstand und Logik und nimmt dabei die gröbsten Widersinnigkeiten hin, die in so vielen Strömungen der Zeit liegen.

Für Tausende ist es nicht wert, darüber Worte zu verlieren. Sie sind von ihrem Wissen derart eingenommen, daß sie alle Fähigkeit verloren haben, schlicht und einfach über etwas nachzudenken. Es gilt nur denen, die sich noch soviel Natürlichkeit bewahren konnten, eine eigene gesunde Urteilsfähigkeit zu entwickeln, sobald ihnen der Leitfaden dazu gegeben wird. Die sich nicht blindlings einmal dieser und dann jener Modeströmung anschließen, um dann bei dem ersten geäußerten Zweifel Unwissender wieder ebenso schnell abzufallen.

Es gehört doch nicht viel dazu, bei ruhigem Nachdenken zu der Erkenntnis zu kommen, daß aus einer Wesensart nicht eine andere erstehen kann, die nichts mit der ersten gemein hat. Solches zu finden, genügen die einfachsten Kenntnisse der Naturwissenschaften. Da aber die Ausläufer der Naturgesetze in der grobstofflichen Welt aus dem lebendigen Urquell Gottes kommen, so liegt es klar, daß sie in gleicher unerschütter-licher Logik und Straffheit auch auf dem weiteren Wege zu ihm zu finden sein müssen, sogar noch reiner und klarer, je näher sie dem Ausgangspunkte stehen.

So wenig in ein Tier auf Erden der Geist eines Menschen umgepflanzt werden kann, so dass ein lebendiges Tier dadurch zum Menschen werden soll, ebenso wenig kann in einen Menschen Göttliches gepflanzt werden. Es vermag sich niemals etwas anderes zu entwickeln als das, was der Ursprung mit sich brachte. Der Ursprung lässt in der Entwicklung wohl verschiedene Arten und Formen der Zusammenstellung zu, wie man durch Pfropfen der Bäume oder durch Vermischung bei Zeugungen erfahren kann, aber selbst die erstaunlichsten Ergebnisse müssen innerhalb der durch den Ursprung gegebenen Grundstoffe bleiben.

Eine Mischung zwischen Erdenmensch und Tier kann sich lediglich in den Grenzen der grobstofflichen Körper halten, da diese ihren Ursprung in der gleichen Stofflichkeit haben. Der innere Ursprung von Mensch und Tier ist nicht zu überbrücken. * 3)

Unmöglich ist es, etwas hinein- oder herauszubringen, was über dem eigentlichen Ursprunge steht, was also nicht darin enthalten war, wie es bei dem Unterschied zwischen dem geistigen Ursprunge des Menschen und dem Göttlichen ist**4)

Christus kam als Gottessohn aus dem Göttlich-Wesenlosen; er trug das Göttliche in sich von seinem Ursprung her. Es wäre ihm aber unmöglich gewesen, dieses Lebendig-Göttliche auf einen anderen Menschen zu übertragen, der nur aus dem Geistig-Wesenhaften stammen kann. Demnach vermochte er auch niemand zu bevollmächtigen für Handlungen, die dem Gott„ liehen allein zukommen, wie zum Beispiel Vergebung der Sünden. Diese kann nur in der Auswirkung der in der Schöpfung ruhenden göttlichen Willensgrundlagen der genau sich selbst abwägenden Wechselwirkungen erfolgen, worin die unwandelbare Gerechtigkeit des Schöpfers in der dem Menschengeiste unfaßlichen Vollkommenheit selbsttätig lebt

Eine Vollmacht des Gottessohnes konnte sich Menschen gegenüber also lediglich auf solche Dinge beziehen, die dem Ursprunge des Menschengeistes entsprechend menschlich sind, nie auf das Göttliche!

Selbstverständlich kann auch der Ursprung des Menschen zuletzt logischer Weise auf Gott zurückgeführt werden, aber er liegt nicht in Gott selbst, sondern außerhalb des Göttlichen, deshalb stammt der Mensch nur indirekt von Gott Darin liegt der große Unterschied.

Vollmacht, die zum Beispiel zu dem Amte eines Statthalters gehört, könnte nur selbsttätig in der gleichen direkten Abstammung liegen. Das kann Jedermann leicht verständlich sein, weil ein Bevollmächtigter sämtliche Fähigkeiten des Vollmachtgebers besitzen muss, um an dessen Stelle in einer Tätigkeit oder einem Amte wirken zu können. Ein Bevollmächtigter müßte deshalb direkt aus dem Göttlich-Wesenlosen kommen, wie es Christus war.

Unternimmt dies dennoch ein Mensch, wenn auch in gutem Glauben, so folgt wiederum aus der Natur der Sache heraus, daß dessen Bestimmungen keine weitreichendere Geltung und Leben haben können, als rein-irdisch. Die aber, so mehr in ihm sehen, gehen damit einem Irrtume nach, der ihnen erst nach dem Abscheiden als solcher klar wird, und der ihre ganze Erdenzeit für einen Aufstieg verloren sein lässt Verirrte Schafe, die einem falschen Hirten folgen.

Wie dieses oberste Gesetz: „Ich bin der Herr, Dein Gott, Du sollst nicht andere Götter haben neben mir“, so werden auch die anderen Gesetze im Nichtverstehen sehr oft übertreten und nicht eingehalten.

Und doch sind die Gebote in Wirklichkeit nichts anderes als die Erklärung des göttlichen Willens, der in der Schöpfung von Anbeginn an ruht, der nicht um Haaresbreite umgangen werden kann.

Wie töricht wird unter dieser Betrachtung der jedem göttlichen Gedanken, jeder Vollkommenheit entgegenstehende Grundsatz so vieler Menschen, dass „ein Zweck die Mittel heiligt"! Welches tolle Durcheinander müßte das wohl in den Gesetzen des göttlichen Willens geben, wenn sie derart verschoben werden könnten. Wer sich auch nur einen kleinen Begriff von Vollkommenheit machen kann, dem bleibt nichts anderes übrig, als solche Unmöglichkeiten von vornherein abzulehnen. Sobald ein Mensch versucht, sich ein rechtes Bild über die Vollkommenheit Gottes zu formen, so wird ihm dies zum Leitstab und zum leichteren Erfassen aller Dinge in der Schöpfung dienen können! Das Wissen und das Im-Augebehalten der Vollkommenheit Gottes ist der Schlüssel zum Verständnis des Werkes Gottes, zu dem auch der Mensch selbst gehört.

Dann erkennt er die zwingende Kraft und ernste Warnung des Wortes: „Gott läßt sich nicht spotten!“ Mit anderen Worten: Seine Gesetze erfüllen sich, oder wirken sich unabänderlich aus. Er läßt die Räder laufen, wie er sie bei der Schöpfung eingesetzt hat. Ein Menschlein wird darin nichts ändern. Versucht er es, so kann er höchstens erreichen, daß alle die, welche ihm blindlings folgen, mit ihm zerrissen werden. Es nützt ihm nichts, wenn er es anders glaubt.

Segen kann nur dem erstehen, der sich voll und ganz einfügt in den Willen Gottes, der die Schöpfung in seinen Naturgesetzen trägt. Das vermag aber nur der, der sie richtig kennt

Die Lehren, welche blinden Glauben fordern, sind als tot und deshalb schadenbringend zu verwerfen; nur die, die wie durch Christus zum Lebendigwerden rufen, das heißt, zum Überlegen und zum Prüfen, damit aus wirklichem Verstehen Überzeugung wachsen kann, bringen Befreiung und Erlösung!

Nur die verwerflichste Gedankenlosigkeit kann wähnen, daß der Daseinszweck des Menschen hauptsächlich in dem Jagen des Erwerbes körperlicher Notwendigkeiten und Genüsse ruht, um sich zuletzt durch irgendeine äußerliche Form und schöne Worte in Geruhsamkeit von jeder Schuld und von den Folgen seiner faulen Nachlässigkeiten im Erdenleben befreien zu lassen. Der Gang durchs Erdenleben und der Schritt ins Jenseits bei dem Tode ist nicht wie eine alltägliche Fahrt, für die man nur die Fahrkarte im letzten Augenblick zu lösen braucht

Mit solchem Glauben verdoppelt der Mensch seine Schuld! Denn jeder Zweifel an der unbestechlichen Gerechtigkeit des vollkommenen Gottes ist Gotteslästerung! Das Glauben an willkürliche und mühelose Vergebung der Sünden aber ist offenkundiges Zeugnis für den Zweifel an einer unbestechlichen Gerechtigkeit Gottes und seiner Gesetze, noch mehr, er bestätigt direkt den Glauben an die Willkür Gottes, die gleichbedeutend mit Unvollkommenheit und Mangelhaftigkeit wäre!

Arme, bedauernswerte Gläubige

Es wäre Ihnen besser, noch Ungläubige zu sein, dann könnten sie ungehemmt und leichter den Weg finden, den sie schon zu haben wähnen.

Rettung liegt nur darin, aufkeimendes Denken und den damit erwachenden Zweifel an so vielem nicht scheu zu unterdrücken; denn darin regt sich der gesunde Drang nach Wahrheit!

Ringen mit dem Zweifel aber ist das Prüfen, dem unstreitbar das Verwerfen des dogmatischen Ballastes folgen muss. Nur ein von allem Unverständnis ganz befreiter Geist vermag sich freudig überzeugt auch aufzuschwingen zu den lichten Höhen, zu dem Paradiese!







Die unbefleckte Empfängnis und Geburt des Gottessohnes

Die unbefleckte Empfängnis ist nicht nur in körperlichem Sinne gemeint, sondern vor allen Dingen, wie vieles in der Bibel. in rein geistigem Sinne. Nur der, der die geistige Welt als wirklich bestehend und lebendig arbeitend anerkennt und empfindet, vermag den Schlüssel zum Verständnis der Bibel zu finden, das erst das Wort lebendig zu machen fähig ist. Allen Anderen wird sie stets ein Buch mit sieben Siegeln bleiben.

Unbefleckte Empfängnis in körperlichem Sinne ist jede Empfängnis, die aus reiner Liebe heraus erfolgt in innigem Aufschauen zu dem Schöpfer, wobei nicht sinnliche Triebe die Grundlage bilden, sondern nur mitwirkende Kräfte bleiben.

Dieser Vorgang ist in Wirklichkeit so selten, dass es begründet war, besonders hervorgehoben zu werden. Die Gewähr für Zurücksetzung sinnlicher Triebe wurde durch die Verkündigung geschaffen, die aus diesem Grunde auch extra erwähnt ist, weil sonst ein Glied in der Kette natürlichen Geschehens und straffen Zusammenarbeitens mit der geistigen Welt fehlen würde. Jungfrau Maria, sowieso schon mit allen Gaben ausgerüstet, ihre hohe Mission erfüllen zu können, kam zu bestimmter Zeit durch geistige Führung mit Personen zusammen, die tief eingedrungen waren in die Offenbarungen und Prophezeiungen über den kommenden Messias. Das war die erste Vorbereitung auf Erden, die Maria in die Bahn des eigentlichen Zieles drängte und sie vertraut machte mit allem, worin sie einmal selbst eine so große Rolle spielen sollte, ohne daß sie es zu jener Zeit schon wußte.

Die Binde wird Auserlesenen immer erst vorsichtig nach und nach gelockert, um der notwendigen Entwicklung nicht vorzugreifen; denn alle Zwischenstufen müssen ernsthaft erlebt sein, um zuletzt eine Erfüllung möglich zu machen. Zu frühes Bewußtsein der eigentlichen Aufgabe würde in der Entwicklung Lücken lassen, die eine spätere Erfüllung erschweren. In dauerndem Hinblick auf das Endziel kommt die Gefahr des zu schnellen Vorwärtsstürmens, wobei vieles übersehen oder nur leicht erlernt wird, was zur Ausfüllung der eigentlichen Bestimmung unbedingt ernsthaft erlebt sein muß. Ernsthaft erleben aber kann der Mensch immer nur das, was er jeweils als seine wirkliche Lebensaufgabe betrachtet. So auch bei Maria.

Als dann der Tag ihres inneren und äußeren Fertigseins gekommen war, wurde sie in einem Augenblick völligen Ausruhens und seelischen Gleichgewichtes hellsehend und hellhörend, das heißt, ihr Inneres öffnete sich der andersstofflichen Welt und sie erlebte die in der Bibel geschilderte Verkündigung. Die Binde fiel damit ab, sie trat bewußt in ihre Sendung ein.

Die Verkündigung wurde für Maria ein derartig gewaltiges und erschütterndes geistiges Erlebnis, dass es von Stunde an ihr ganzes Seelenleben vollständig ausfüllte. Es war hinfort nur auf die eine Richtung hin eingestellt, eine hohe, göttliche Gnade erwarten zu dürfen. Dieser Seelenzustand war vom Lichte aus durch die Verkündigung gewollt, um damit von vornherein Regungen niederer Triebe weit zurückzustellen und den Boden zu schaffen, worin ein reines irdisches Gefäß (der Kindeskörper) für die unbefleckte geistige Empfängnis erstehen konnte. Durch diese außergewöhnlich starke seelische Einstellung Marias wurde die spätere, den Naturgesetzen entsprechende körperliche Empfängnis eine „unbe-fleckte“.

Dass Maria schon alle Gaben für ihre Mission mitbrachte, also vorgeburtlich dazu ausersehen war, die irdische Mutter des kommenden Wahrheitsbringers Jesus zu werden, ist bei einiger Kenntnis der geistigen Welt und deren weitverzweigten Tätigkeit, die alles große Geschehen vorbereitend sich spielend über Jahrtausende schwingt, nicht schwer zu verstehen.

Mit diesem unter solchen Umständen als reinstes Gefäß werdenden Kindeskörper waren die irdischen Bedingungen gegeben zu einer „unbefleckten geistigen Empfängnis“, der Inkarnation, die in der Mitte der Schwangerschaft stattfindet.'

Hierbei handelt es sich nun nicht um eine der vielfach auf Inkarnation wartenden Seelen oder Geistfunken, die zur Entwicklung ein Erdenleben durchwandern wollen oder müssen, deren feinstofflicher Leib (oder Gewand) mehr oder weniger getrübt, also befleckt ist, wodurch die direkte Verbindung mit dem Licht verdunkelt und zeitweise ganz abge-schnitten wird. In Betracht kam ein ganzes Stück reiner Gottwesenheit, die aus Liebe zu der in Dunkelheit irrenden Menschheit gegeben wurde, stark genug, um eine direkte Verbindung mit dem Urlichte nie unterbrechen zu lassen. Das ergab eine innige Verbindung zwischen der Gottheit und der Menschheit in diesem Einen, die einer leuchtenden Säule nie versiegender Reinheit und Kraft glich, an der alles Niedere abgleiten musste. So erstand auch die Möglichkeit zur Überbringung ungetrübter Wahrheit, aus dem Licht geschöpft, sowie der Kraft für die als Wunder erscheinenden Handlungen.

Die Erzählung von den Versuchungen in der Wüste zeigt, wie die Bemühungen dunkler Strömungen zur Befleckung an der Reinheit des Empfindens, ohne Schaden anrichten zu können, abfielen.

Nach der körperlichen unbefleckten Empfängnis Marias konnte also die in der Mitte der Schwangerschaft erfolgende Inkarnation direkt aus dem Lichte kommen, mit einer Stärke, die eine Trübung auf den Zwischenstufen zwischen Licht und Mutterleib nicht zuließ, also auch eine „unbefleckte geistige Empfängnis“ brachte.

Es ist demnach vollkommen richtig, von einer unbefleckten Emp-fängnis zu sprechen, die bei der Zeugung Jesu körperlich und geistig erfolgte, ohne dass ein Gesetz der Schöpfung dabei umgangen, verändert oder für diesen besonderen Fall neu geformt zu werden brauchte.

Der Mensch darf nun nicht denken, dass darin ein Widerspruch liegt, da verheißen ist, dass der Heiland von einer Jungfrau geboren werden sollte.

Den Widerspruch bringt lediglich die falsche Deutung des Ausdruckes „Jungfrau“ in der Verheißung. Wenn diese von einer Jungfrau spricht, so nimmt sie nicht einen engeren Begriff an, noch viel weniger die Anschau-ung eines Staates, sondern es kann sich nur um einen großen Mensch-heitsbegriffhandeln.

Verengte Anschauung müßte die Tatsache feststellen, dass eine Schwangerschaft und eine Geburt an sich schon, ohne dabei an die Zeugung zu denken. die Jungfrauenschaft in gewöhnlichem Sinne aus-schließt. Die Verheißung aber meint solche Dinge nicht. Es ist damit gesagt, dass Christus unbedingt als erstes Kind einer Jungfrau geboren werden wird, also von einem Weibe, das noch nie Mutter war. Bei diesem sind alle Organe, die zur Entwicklung des Menschenkörpers gehören, jungfräulich, das heißt, sie haben sich in dieser Art vorher noch nie betätigt, es ist aus diesem Leibe noch kein Kind hervorgegangen. Bei jedem ersten Kinde müssen ja die Organe im Mutterleibe noch jungfräulich sein. Nur das allein konnte bei einer so weitausgreifenden Prophezeihung in Betracht kommen, weil jede Verheißung nur in unbedingter Folgerichtigkeit der arbeitenden Schöpfungsgesetze sich erfüllt und in dieser zuverlässigen Voraussicht auch gegeben wird“ *5)

Bei der Verheißung ist also „das erste Kind“ gemeint, und deshalb der Unterschied von Jungfrau und Mutter gemacht worden. Ein anderer Unterschied kommt nicht in Betracht, da die Begriffe von Jungfrau und Frau nur durch die rein staatlichen oder gesellschaftlichen Einrichtungen der Ehe entstanden sind, die auf keinen Fall bei einer solchen Verheißung gemeint werden.

Bei der Vollkommenheit der Schöpfung als Werk Gottes ist der Zeugungsakt absolut notwendig; denn die Allweisheit des Schöpfers hat in der Schöpfung von Urbeginn an alles so eingerichtet, daß nichts zu viel oder überflüssig ist. Wer einen derartigen Gedanken liegt. sagt damit gleichzeitig, dass das Werk des Schöpfers nicht vollkommen sei. Dasselbe gilt dem, der behauptet, dass die Geburt Christi ohne normale vom Schöpfer der Menschheit vorgeschriebene Zeugung vor sich ging. Es muß eine normale Zeugung durch einen Menschen von Fleisch und Blut erfolgt sein! Auch in diesem Falle.

Jeder Mensch, der sich dessen richtig bewusst ist, preist den Schöpfer und Herrn damit mehr, als solche, die andere Möglichkeiten zulassen wollen. Die Ersteren setzen damitein so unerschütterliches Vertrauen in die Vollkommenheit ihres Gottes, dass nach ihrer Überzeugung in den von ihm bedingten Gesetzen eine Ausnahme oder Veränderung überhaupt nicht möglich ist. Und das ist der größere Glaube! Außerdem spricht ja auch alles andere Geschehen unbedingt dafür. Christus wurde Erdenmensch. Mit diesem Entschluss mußte er sich auch den zur grobstofflichen Fortpflanzung von seinem Vater gewollten Gesetzen unterwerfen, da die Vollkommenheit Gottes dies bedingt

Wenn darauf gesagt werden soll, dass „bei Gott kein Ding unmöglich ist“, so befriedigt eine derart verdeckte Erklärung nicht; denn in diesem Ausspruche ruht wieder ein ganz anderer Sinn, als es sich viele Menschen in ihrer Bequemlichkeit vorstellen. Es braucht ja auch nur gesagt werden, dass Unvollkommenheit, Unlogik, Ungerechtigkeit, Willkür und vieles andere bei Gott unmöglich ist, um dem Wortlaute dieses Satzes nach dem gewöhnlichen Begriffe zu widersprechen. Auch könnte man begründen, dass, wenn in diesem Sinne bei Gott kein Ding unmöglich ist, er ebenso gut hätte mit einem einzigen Willensakte alle Menschen der Erde gläubig machen können! Dann brauchte er nicht seinen Sohn mit der Menschwerdung dem irdischen Ungemache und dem Kreuzestode auszusetzen. Dieses gewaltige Opfer wäre erspart geblieben. Dass es aber so geschah, zeugt für die Unbeugsamkeit der von Anfang an laufenden göttlichen Gesetze in der Schöpfung, in die ein gewaltsamer Eingriff zu irgendeiner Änderung durch deren Vollkommenheit nicht möglich ist.

Darauf könnte von blind streithafter Seite wiederum hartnäckig entgegnet werden, dass es Gottes Wille war, wie es geschah. Das ist ganz richtig gesagt, aber durchaus kein Gegenbeweis, sondern in Wirklichkeit ein Zugeben vorstehender Begründung, wenn man die naivere Auffassung wegfallen lässt und tiefere Erklärung folgt, die alle Aussprüche geistiger Art unbedingt verlangen.

Es war Gottes Wille! Das hat aber mit einer Willkür nichts zu tun, sondern es bedeutet im Gegenteil nichts anderes, als die Bestätigung der von Gott in die Schöpfung gelegten Gesetze, die seinen Willen tragen, und die damit verbundene unbedingte Einfügung in dieselben, die eine Ausnahme oder Umgehung nicht zulassen. Gerade in der Erfüllungs-notwendigkeit zeigt und betätigt sich ja Gottes Wille.

Deshalb musste sich auch Christus zur Ausführung seiner Mission unabwendbar allen Naturgesetzen, also dem Willen seines Vaters, unterwerfen. Dass Christus dies alles tat, beweist sein ganzes Leben. Die normale Geburt, das Wachstum, der auch bei ihm eintretende Hunger und die Ermüdung, die Leiden und zuletzt der Kreuzestod. Allem, dem ein irdischer Menschenkörper unterworfen ist, war auch er unterworfen. Warum soll nun einzig und allein die Zeugung anderer Art gewesen sein, wozu absolut keine Notwendigkeit vorlag. Gerade in der Natürlichkeit wird des Heilandes Aufgabe noch größer, durchaus nicht kleiner! Ebenso ist Maria deshalb nicht weniger begnadet gewesen in ihrer hohen Berufung






Der Kreuzestod des Gottessohnes und das Abendmahl.

Bei Christi Tod zerriß im Tempel der Vorhang, der das Allerheiligste von der Menschheit abschloß. Dieser Vorgang wird als Symbol dafür angenommen, daß mit dem Opfertod des Heilandes im gleichen Augenblicke die Trennung zwischen der Menschheit und der Gottheit aufhörte, also eine direkte Verbindung geschaffen wurde.

Die Deutung ist aber falsch. Mit der Kreuzigung lehnten die Menschen den Gottessohn als den erwarteten Messias ab, wodurch die Trennung größer wurde! Der Vorhang zerriß, weil das Allerheiligste daraufhin nicht mehr notwendig war. Es wurde den Blicken und unreinen Strömungen geöffnet, da, symbolisch ausgedrückt, das Göttliche nach dieser Tat seinen Fuß nicht mehr auf die Erde setzte, womit das Allerheiligste überflüssig wurde. Also gerade das Gegenteil der bisherigen Deutungen, in denen sich wiederum wie so oft nur eine große Überhebung des Menschengeistes zeigt.

Der Tod am Kreuze war auch nicht ein notwendiges Opfer, sondern ein Mord, ein regelrechtes Verbrechen Jede andere Erklärung ist eine Umschreibung, die entweder als Entschuldigung gelten soll oder aus Unwissenheit heraus erstand. Christus kam durchaus nicht auf die Erde in der Absicht, sich kreuzigen zu lassen. Darin ruht auch die Erlösung nicht! Sondern Christus wurde gekreuzigt als lästiger Wahr-heitsbringer um seiner Lehren willen.

Nicht sein Kreuzestod konnte und sollte die Erlösung bringen, sondern die Wahrheit, die er der Menschheit in seinen Worten gab!

Die Wahrheit war aber den damaligen Religions- und Tempelführern unbequem, ein Ärgernis, weil sie ihren Einfluss stark erschütterte. Genau wie es auch heute an so manchen Stellen wieder sein würde. Die Menschheit hat sich darin nicht geändert. Die damaligen Führer stützten sich wie auch die heutigen zwar auf alte, gute Überlieferungen, aber diese waren durch Ausübende und Erklärende zu nur starrer, leerer form geworden, ohne noch in sich lebendig zu sein. Dasselbe Bild, wie es sich heute vielfach wieder zeigt.

Der aber dieses notwendige Leben in das bestehende Wort bringen wollte, brachte damit selbstverständlich einen Umsturz in der Ausübung und der Erklärung, nicht in dem Worte selbst Er befreite das Volk von der niederzwingenden Starrheit und Hohlheit, erlöste es davon, und das war denen ganz natürlich großes Ärgernis, die bald erkennen konnten, wie energisch damit in die Zügel ihrer falschen Führung eingegriffen wurde.

Deshalb musste dieser Wahrheitsbringer und Befreier von der Last der irrtümlichen Auslegungen verdächtigt und verfolgt werden. Als es trotz aller Mühe nicht gelang, ihn lächerlich zu machen, suchte man ihn als unglaubwürdig hinzustellen. Die „irdische Vergangenheit“ als Zimmer-mannssohn musste dazu dienen, ihn als „ungelehrt und deshalb minderwertig für ein Aufklären“ zu stempeln! Als einen „Laien“. Genau wie es auch heute ist bei Jedem, der dem starren, alles freie, lebendige Aufwärtsstreben schon im Keim erdrückenden Dogma zu nahe tritt. Auf seine Aufklärungen selbst ging vorsichtigerweise niemand von den Gegnern ein, da sie ganz richtig fühlten, daß sie bei reiner sachlicher Entgegnung unterliegen mussten. So blieben sie bei der böswilligen Verleumdung durch ihre käuflichen Organe, bis sie zuletzt nicht scheuten, bei einem für sie günstigen Moment ihn öffentlich und fälschlich anzuklagen und ans Kreuz zu bringen, um mit ihm die Gefahr für ihre Macht und Ansehen zu bannen.

Dieser gewaltsame, damals durch die Römer übliche Tod war nicht als solcher die Erlösung und brachte sie auch nicht Er löste keine Schuld der Menschheit, befreite sie von nichts, sondern er belastete die Menschheit als ein Mord im niedrigsten Sinne nur noch mehr!

Wenn sich nun bis heute hier und da ein Kult daraus entwickelt hat, in diesem Morde eine notwendige Hauptsache des Erlösungswerkes des Gottessohnes zu sehen, so wird derMensch damit gerade von dem Wertvollsten abgezogen, das die Erlösung einzig und allein zu bringen vermag. Es lenkt ihn ab von der eigentlichen Mission des Heilandes, von dem, was sein Kommen aus dem Göttlichen zur Erde notwendig machte. Das war aber nicht, um den Tod am Kreuze zu erleiden. sondern um in den Wust der den Menschengeist herabzerrenden dogmatischen Starrheit und Hohlheit hinein die Wahrheit zu verkünden! Die Dinge zwischen Gott, der Schöpfung und den Menschen so zu schildern, wie sie wirklich sind. Dadurch musste alles das, was der begrenzte Menschengeist dazu erklügelt hatte, und was die Wirklichkeit verdeckte, von selbst kraftlos abfallen. Erst dann konnte der Mensch den Weg klar vor sich sehen, der ihn aufwärts führt

Nur in dem Bringen dieser Wahrheit und der damit verbundenen Befreiung von Irrtümern ruht die Erlösung einzig und allein!

Es ist die Erlösung von dem unklaren Blick, von blindem Glauben. Das Wort „blind“ kennzeichnet ja genug den falschen Zustand.

Das Abendmahl vor seinem Tode war ein Abschiedsmahl Wenn Christus sagte: „Nehmet, esset, das ist mein Leib. Trinket, alle daraus, das ist mein Blut des neuen Testamentes, welches vergossen wird für Viele, zur Vergebung der Sünden“, so erklärte er damit, daß er sogar diesen Kreuzest auf sich zu nehmen gewillt war, nur damit er die Gelegenheit hatte, der verirrten Menschheit die Wahrheit in seinen Erläuterungen zu bringen, die einzig und allein den Weg zur Vergebung der Sünden zeigt.

Er sagt auch ausdrücklich. „zur Vergebung für Viele“, und nicht etwa „zur Vergebung für Alle!“ Also nur für die, die seine Aufklärungen beherzigen, lebendige Nutzanwendungen daraus ziehen.

Sein durch den Kreuzestod zerstörter Leib und sein vergossenes Blut sollen dazu beitragen, die Notwendigkeit und den Ernst der durch ihn gebrachten Aufklärung zu erkennen. Diese Dringlichkeit soll durch die Wiederholung des Abendmahles und in dem Abendmahle lediglich unterstrichen werden!

Dass der Gottessohn selbst vor einer solchen Feindschaft der Menschheit nicht zurückschreckte, deren Wahrscheinlichkeit im voraus schon vor seinem Kommen erkannt war,*6) sollte ganz besonders auf die verzweifelte Lage des Menschengeistes hinweisen, die nur durch das Ergreifen des Rettungsseiles der unverhüllten Wahrheit vom Untergange zurückgerissen werden konnte.

Der Hinweis des Gottessohnes im Abendmahle auf seinen Kreuzestod ist lediglich eine letztmalige ausdrückliche Betonung der zwingenden Notwendigkeit seiner Lehren, die zu bringen er gekommen war!

Bei dem Genuß des Abendmahles nun soll sich ein jeder Mensch stets von neuem bewußt werden, daß der Gottessohn selbst die Voraussetzung eines Kreuzestodes durch die Menschheit nicht scheute, und Leib und Blut dafür hingab, um der Menschheit das Empfangen der Schilderung des wirklichen Geschehens in dem Weltall zu ermöglichen, das die Auswirkungen der den göttlichen Willen tragenden, unverschiebbaren Schöpfungsgesetze deutlich zeigt! Mit dieser Erkenntnis des bitteren Ernstes, der die brennende Notwendigkeit der Botschaft zur Errettung hervorhebt, soll immer wieder neue Kraft in den Menschen erstehen, neuer Antrieb, den klaren Lehren Christi wirklich nachzuleben, sie nicht nur richtig zu verstehen, sondern auch in allem darnach zu handeln. Damit wird ihm dann auch Vergebung seiner Sünden und Erlösung! Nicht anders. Auch nicht unmittelbar Aber er findet sie unbedingt auf dem Wege, den Christus in seiner Botschaft zeigt.

Aus diesem Grunde soll das Abendmahl den Vorgang immer wieder neu beleben, damit der allein rettende Eifer zur Befolgung der unter so großem Opfer gebrachten Lehren nicht abschwächt; denn durch ein-setzende Gleichgültigkeit oder nur äußere Formen verlieren die Menschen dieses Rettungsseil und sinken zurück in die Arme der Irrungen und des Verderbens.

Es ist ein großer Fehler, wenn die Menschen glauben, durch den Kreuzestod sei die Vergebung ihrer Sünden gewährleistet. Dieser Gedanke zieht den furchtbaren Schaden nach sich, daß alle die, so daran glauben, dadurch von dem wahren Wege zur Erlösung zurückgehalten werden, der einzig und allein darin liegt, nach dem Worte des Heilandes zu leben, nach den Erläuterungen, die er als Wissender und alles Überschauender gab. Und diese Erläuterungen zeigen in praktischen Bildern die notwendige Einhaltung und Beachtung des in den Schöpfungsgesetzen liegenden göttlichen Willens, sowie deren Auswirkungen bei Einhaltung und bei Nichteinhaltung.

Sein Erlöserwerk lag in dem Bringen dieser Aufklärung, welche die Mängel und die Schäden der Religionsausübung zeigen mußte, weil sie die Wahrheit in sich trug, damit sie Licht gab in die steigende Verdunkelung des Menschengeistes. Es lag nicht in dem Tod am Kreuze, ebenso wenig wie das Abendmahl oder die geweihte Hostie direkt Vergebung der Sünden bieten kann. Der Gedanke ist gegen jedes göttliche Gesetzt Damit fällt auch die Macht der Menschen, Sünden zu vergeben. Ein Mensch hat nur das Recht und auch die Macht, das zu vergeben, was ihm durch einen anderen selbst geschah, und auch nur dann, wenn sein Herz unbeeinflußt darnach drängt

Wer ernsthaft nachdenkt, der wird auch die Wahrheit und somit den wahren Weg erkennen! Die Denkfaulen und Trägen aber, die das ihnen von dem Schöpfer überlassene Lämpchen, also die Fähigkeit des Prüfen und Durchleuchtens, gleich den törichten Jungfrauen in dem Gleichnisse nicht mit aller Aufmerksamkeit und Mühe dauernd in Ordnung und bereit halten, können leicht die Stunde versäumen, wenn das „Wort der Wahrheit“ zu ihnen kommt. Da sie sich einschläfern ließen in müde Gemächlichkeit und blinden Glauben, so werden sie durch ihre Trägheit nicht fähig sein, den Wahrheitsbringer oder Bräutigam zu erkennen. Sie müssen dann zurückbleiben, wenn die Wachsamen eingehen in das Reich der Freude.




Auferstehung
des irdischen Körpers Christi

Vollkommen ist Gott, der Herr Vollkommen sein Wille, der in ihm ist, und der aus ihm hervorgeht, um das Schöpfungswerk zu zeugen und zu erhalten. Vollkommen sind deshalb auch die Gesetze, die in seinem Willen die Schöpfung durchziehen.

Vollkommenheit aber schließt jedes Abbiegen von vornherein aus. Das ist die Grundlage, die den Zweifel an so vielen Behauptungen unbedingt berechtigt! Manche Lehren widersprechen sich selbst, indem sie ganz richtig die Vollkommenheit Gottes lehren, gleichzeitig aber im striktesten Gegensatze Behauptungen aufstellen und Glauben verlangen an Dinge, die eine Vollkommenheit Gottes und seines Willens, der in den Gesetzen der Schöpfung liegt, ausschließen.

Damit aber wurde der Krankheitskeim in so manche Lehre gesenkt. Ein bohrender Wurm, der den ganzen Bau einst zusammenbrechen lassen muss. Der Zusammenbruch ist dort umso unausbleiblicher, wo solche Widersprüche zu Grundpfeilern gemacht wurden, die die Vollkommenheit Gottes nicht nur in Zweifel ziehen, sondern sie direkt absprechen! Dieses Absprechen der Vollkommenheit Gottes gehört sogar zu bedingten Glau-bensbekenntnissen, die das Eintreten in Gemeinschaften erst ermöglichen.

Da haben wir die Rede von der Auferstehung des Fleisches, im Hinblick auf die Auferstehung des irdischen Körpers des Gottessohnes, die von den meisten Menschen ganz gedankenlos aufgenommen wird, ohne die geringste Spur eines Verständnisses zu hinterlassen. Andere wieder machen sich diese Behauptung mit vollkommen bewusster Unkenntnis zu eigen, da ihnen der Lehrer fehlte, der eine richtige Erklärung dafür geben konnte.

Welches traurige Bild bietet sich da einem ruhig und ernst beobachtenden, Menschen Wie kläglich steht eine solche Schar vor ihm, die sich sehr oft noch stolz als Eiferer ihrer Religion ansehen, als strenge Gläubige, wenn sie den Eifer darin zeigen, vorschnell in unwissender Überhebung auf Andersdenkende herabzusehen, nicht denkend, daß gerade das als untrügliches Zeichen hilflosen Unverständnisses genommen werden muß,

Wer ungefragt wichtige Dinge als seine Überzeugung aufnimmt und bekennt, zeigt damit grenzenlosen Gleichmut, aber keinen wahren Glau-ben.

In diesem Lichte steht ein solcher Mensch vor dem, das er das Höchste und das Heiligste zu nennen pflegt, was ihm den Inhalt und den Halt fürs ganze Sein bedeuten soll.

Damit ist er nicht ein lebendiges Glied seiner Religion, dem Aufstieg und Erlösung werden kann, sondern tönendes Erz, nur eine inhaltlose, klingende Schelle, der die Gesetze seines Schöpfers nicht versteht und sich auch nicht darum bemüht, sie zu erkennen.

Für alle, die so handeln, bedeutet es Stillstand und Rückgang auf dem Wege, der sie zu Entwicklungs- und Förderungszwecken durch die Stofflichkeit dem Lichte der Wahrheit zuführen soll

Auch die falsche Auffassung der Auferstehung des Fleisches ist wie jede andere irrtümliche Anschauung ein künstlich erzeugtes Hemmnis, das sie mit hinüber nehmen in das Jenseits, vor dem sie dann auch dort stehen bleiben müssen und nicht weiter kommen, da sie sich nicht allein davon befreien können; denn falscher Glaube hängt an ihnen fest und bindet sie derart, daß ihnen jeder freie Ausblick zu der lichten Wahrheit abgeschnit-ten ist.

Sie wagen nicht anders zu denken, und können deshalb auch nicht weiter. Damit kommt die Gefahr, dass die so sich-selbst-gebunden-haltenden Seelen auch noch die letzte Zeit zum Freiwerden versäumen, und nicht rechtzeitig emporsteigen zum Licht, wodurch sie mit in die Zersetzung gleiten müssen, und die ewige Verdammnis als ihr Endziel finden.

Ewige Verdammnis ist das dauernd Ausgeschaltetsein vom Licht. Ein durch sich selbst aus der Natur des folgerichtigem Geschehens heraus für immer davon abgetrennt bleiben, in das Licht als vollbewußt entwickelte Persönlichkeit zurückkehren zu können. Dieser Umstand tritt durch das Hineingezogenwerden in die Zersetzung ein, die neben dem feinstofflichen Körper auch alles geistig als persönlich-bewußtes Gewonnene zerstäubt und auflöst.*7) Das ist dann der so genannte „geistige Tod“, von dem es keinen Aufstieg zu dem Lichte mehr geben kann für das bewusste „Ich“. das sich bis dahin entwickelt hatte, während es bei einem Aufstiege nicht nur verbleibt, sondern sich bis zur geistigen Vollkommenheit weiter bildet.

Ein in falschem oder gedankenlos als eigen angenommenem Glauben Hinübergegangener bleibt gebunden und gehemmt, bis er in sich selbst durch andere Überzeugung lebendig und frei wird, und damit das Hindernis sprengt, das ihn durch sein eigenes Glauben davon zurückhält, den rechten und wahren Weg zu beschreiten und dort vorwärts zu gehen.

Diese Überwindung aber und die Kraftentfaltung, die es kostet, sich selbst von einem solchen Irrwahne zu lösen, ist ungeheuer; Schon der Schritt, einem solchen Gedanken nahe zu treten, erfordert geistig einen gewaltigen Auftrieb. So halten sich Millionen selbst gefangen und können dadurch nicht mehr die Kraft gewinnen, auch nur den Fuß zu heben, in dem verderbenbringenden Wahne, damit Unrecht zu tun. Sie sind wie gelähmt und auch verloren, wenn nicht die lebendige Kraft Gottes selbst den Weg zu ihnen sucht. Doch diese kann wiederum nur dann helfend eingreifen, sobald der Funke eines Wollens dazu in der Menschenseele ruht und ihr entgegenkommt.

In diesem an sich so einfachen und natürlichen Vorgange ruht eine Lähmung, wie sie entsetzlicher und verderbenbringender nicht sein kann Wird doch damit der Segen der dem Menschen anvertrauten freien Entschlusskraft durch falsche Anwendung zum Fluche. Ein Jeder hat es stets selbst in der Hand, sich auszuschließen oder anzuschließen. Und gerade darin rächt es sich furchtbar, wenn sich ein Mensch blindlings einer Lehre anvertraut, ohne sorgfältigste und ernsteste Prüfung! Die Trägheit darin kann ihm sein ganzes Sein kosten!

Der ärgste Feind des Menschen rein irdisch ist die Bequemlichkeit. Bequemlichkeit aber im Glauben wird sein geistiger Tod!

Wehe denen, die nicht bald erwachen und sich aufraffen zu schärfster Prüfung alles dessen, was sie Glauben nennen! Verderben aber wartet derer, die so großes Elend verschulden! Die als falsche Hirten ihre Schafe in trostlose Wildnisführen. Nichts anderes vermag ihnen zu helfen als das Zurückgeleiten der verirrten Schafe auf den wahren Weg. Die große Frage dabei aber ist, ob ihnen dazu noch genügend Zeit verbleibt. Es prüfe jeder deshalb sorgfältig sich selbst, bevor er seinen Nächsten zu belehren sucht.

Irrglauben ist Irrwahn! Und dieser hält den Menschengeist hier wie im Jenseits dicht und fest gebunden mit einer Stärke, die nur die lebendige Kraft des wahren Gotteswortes lösen kann.Deshalb lausche jeder seinem Rufe, den es trifft. Nur der den Ruf empfindet, für den ist er bestimmt! Ein solcher prüfe dann und wäge, und werde freit

Er vergesse dabei nicht, dass nur sein eigener Entschluss die Fessel sprengen kann, die er sich vorher selbst durch falschen Glauben auferlegte. Wie er sich in Bequemlichkeit oder in Trägheit einst entschloß, blind irgendeiner Lehre anzuhängen, die er nicht in allen Teilen ernsthaft prüfte, oder wie er Gott vielleicht zu leugnen suchte, nur weil er bisher nicht vermochte, selbst einen Weg zu ihm zu finden, der seinem berechtigten Bedürfnisse nach einer folgerichtigen Lückenlosigkeit entsprach, so muß auch jetzt wieder das erste Wollen von ihm selbst ausgehen zu dem rücksichtslosen Prüfen bei dem Suchen! Nur dann vermag er den durch seinen eigenen Willen bisher festgehaltenen Fuß zu heben und den ersten Schritt zu tun, der ihn zur Wahrheit und damit zur Freiheit in dem Lichte führt.

Er selbst und immer nur er selbst kann, soll und muß abwägen, weil er die Gabe dazu in sich trägt. Er muß ja auch alte Verantwortung nur auf sich selbst nehmen, so oder so, gleichviel, was er auch will und was er tut.

Schon das Bewusstsein müßte ihn zu schärfster Prüfung zwingen.

Gerade diese Verantwortung gibt einem jeden Menschen nicht nur das unbeschränkte Recht zu einer solchen Prüfung, sondern macht sie sogar zu der zwingendsten Notwendigkeit! Mag er es ruhig als gesunden Selbsterhaltungstrieb betrachten, das ist durchaus nicht unrecht! Er unterschreibt doch auch nicht irgendeinen irdischen Vertrag, der ihm eine Verantwortung auflegt, ohne diesen Wort für Wort genau zu prüfen und zu überlegen, ob er alles halten kann. Nicht anders ist es und viel ernster in den geistigen Beziehungen mit dem Entschluß, sich irgendeinem Glauben hinzugeben! Wenn die Menschen hierbei etwas mehr gesunden Selbsterhaltungstrieb betätigten, so würde dies nicht Sünde, sondern Segen sein!

Auferstehung des Fleisches! Wie kann das Fleisch der Grobstoff-lichkeit hinaufsteigen in das reingeistige Reich Gottvaters! Grobstoff-lichkeit, die nicht einmal in die Feinstofflichkeit des Jenseits überzutreten vermag. Alles Grobstoffliche, auch sogar das Feinstoffliche, ist nach den ewigen Naturgesetzen der Zersetzung unterworfen. Ausnahmen oder Abweichungen darin gibt es nicht, weil die Gesetze vollkommen sind. Demnach kann auch Grobstoffliches nach erfolgtem Tode nicht aufsteigen in das Reich des Vaters, oder auch nur in das der Zersetzung ebenfalls unterworfene feinstoffliche Jenseits! Derartige Abbiegungen sind aus der Vollkommenheit der göttlichen Naturgesetze heraus einfach ein Ding der Unmöglichkeit!

Im Kleinen ist das alles auch ganz deutlich in den Gesetzen der Physik zu beobachten, die ebenfalls weiter nichts zeigen als die unverrückbaren Schöpfergesetze, welche wie alles in dem ganzen Sein auch das Gebiet durchziehen.

Alles Bestehende ist doch den einheitlichen Entstehungsgesetzen unterworfen, die klar und deutlich den einfachen, aber nicht verschieb-baren göttlichen Willen in sich tragen. Nichts vermag davon abgetrennt zu werden.

Es ist deshalb umso bedauerlicher, wenn einige Lehren gerade diese sich darin zeigende gewaltige Größe Gottes nicht anerkennen wollen, womit er der Menschheit mit ihrem Verstehen sichtbar so nahe tritt!

Jede Lehre weist ganz richtig auf die Vollkommenheit Gottes hin. Ist jedoch der Ursprung oder Urquell als solcher vollkommen, so kann auch nur Vollkommenes aus ihm hervorgehen. Demnach müssen notwendiger-weise auch die in den daraus hervorgegangenen Willensakten liegenden Schöpfungsgesetze vollkommen sein. Es läßt sich ganz natürlicher Weise das eine nicht von dem anderen trennen. Diese vollkommenen Schöpfungsgesetze durchziehen als Naturgesetze alles Entstandene und halten es. Vollkommenheit ist aber nun gleichbedeutend mit Unabänder-lichkeit. Das ergibt, dass ein Abbiegen in diesen Grund- oder Naturgesetzen ganz unmöglich ist. Mit anderen Worten: Es können unter keinen Umständen Ausnahmen vorkommen, die allem sonstigen Geschehen in dessen Natürlichkeit widersprechen.

So kann auch keine Auferstehung des Fleisches erfolgen, das als grobstofflich unbedingt an die Grobstofflichkeit gebunden bleibt!

Da alle die Urgesetze aus der göttlichen Vollkommenheit hervorge-gangen sind, wird auch nie ein neuer Willensakt Gottes in anderer Form sich entwickeln können als in der von Urbeginn der Schöpfung an gegebenen.

Wenn sich so manche Lehre dieser Selbstverständlichkeit verschließt, die durch die Vollkommenheit Gottes unbedingt gegeben ist, so beweist sie damit, dass ihre Grundlagen falsch sind, dass sie auf an Raum und Zeit gebundenen Menschenverstand aufgebaut sind, und demnach keinen Anspruch machen dürfen auf Gottesbotschaft, die keine Lücken zeigen würde, da eine solche nur aus der Vollkommenheit kommen kann, aus der Wahrheit selbst, die lückenlos ist und auch in ihrer einfachen Größe verständlich. In erster Linie natürlich, weil die von den Menschen genannte Natur aus der Vollkommenheit des göttlichen Willens hervorging und heute noch ihre Lebendigkeit in unveränderter Art erhält, damit aber auch keinen Ausnahmen unterworfen sein kann.

Als Christus zur Erde kam, um die Gottesbotschaft der Wahrheit zu verkünden, mußte er sich deshalb auch wie jeder Mensch eines grobstofflichen Körpers bedienen, also des Fleisches. Darin müßte schließlich schon jeder denkende Mensch die Unabänderlichkeit der Naturgesetze erkennen, wie auch in dem durch die Kreuzigung erfolgten körperlichen Tode.

Dieses grobstoffliche Fleisch aber konnte nach diesem Tode auch keine Ausnahme bilden, sondern musste in der grobstofflichen Welt verbleiben! Es konnte nicht auferstehen,umineine andereWelteinzugehen!DiefeststehendengöttlichenodernatürlichenGesetzelassendasdurchihreausdemgöttlichenWillenhervorgegangeneVollkommenheitnichtzu.Könnenesgarnicht,sonstwürdensienichtvollkommensein,unddaszögewiederumnachsich,dassauchGottesWille,seineKraftunderselbstnichtvollkommenist.

Dadiesaberausgeschlossenbleibt,wiejedeWissenschaftinderSchöpfungselbstfeststellenkann,soistesfalschundeinZweifelanGottesVollkommenheit,wennbehauptetwerdensoll,daßdiesesgrobstofflicheFleischauferstandenundnachvierzigTagenineineandereWelteingegangensei.

WennFleischwirklichauferstehensoll,sokanndiesnurderartgeschehen,dassdiemitdemgrobstofflichenKörpernochdurcheinefeinstofflicheSchnurlangeZeitverbundeneSeeleindiesenKörperzurückgerufenwird.*8)DasistdennatürlichenGesetzenentsprechendnurwährendderZeitmöglich,solangedieseSchnurbesteht.IstdieseSchnureinmalgelöst;sowürdeeineAuferweckung,alsoeinZurückrufenderSeeleindenbisherigengrobstofflichenKörperunmöglichsein!AuchdasunterliegtstrengdenlückenlosenNaturgesetzen,undsogarGottselbstvermöchteesnicht,weilesjagegenseineeigenenvollkommenenGesetzewäre,gegenseinenvollkommenenWillen, der selbsttätig in der Natur arbeitet. Gerade aus dieser VollkommenheitherauswürdeerauchnieaufeinensounvollkommenenGedankenkommenkönnen,dernureinWillkürsaktseinmüßte.HierzeigtsichwiedereineanscheinendeGebundenheit Gottes in dem Schöpfungswerke durch seine lückenlose Vollkommenheit, die in jedem Falle erfüllt werden muss und keine Änderung zulässt, die aber auch weder beabsichtigt noch notwendig ist. Es ist durchaus kein wirkliches Gebundensein Gottes, sondern es erscheint dem Menschen nur in manchen Dingen als solches, weil er nicht das ganze Geschehen zu überblicken vermag. Und dieses Nichtüberblickenkönnen des Ganzen bringt ihn dazu, an sich ganz gut und ehrerbietig gemeint, von seinem Gotte Willkürsakte zu erwarten, die scharf gedacht die göttliche Vollkommenheit nur verkleinern müssen. Das von den Menschen dabei in aller Demut gemeinte Gute wird also in diesem Falle nicht zum ehrfurchtsvollem Emporblicken, sondern zum Herabziehen in die ganz natürliche Beschränkung des menschlichen Geistes.

Die unbedingte Einhaltung der göttlichen Willens- oder Naturgesetze betätigte sich auch bei der Erweckung des Lazarus, wie bei dem Jünglinge zu Nain. Diese konnten erweckt werden, weil die Verbindungsschnur mit der Seele noch bestand. Auf den Ruf des Meisters konnte die Seele wiedereins werden mit dem Körper. Dieser aber war dann gezwungen, nach den Naturgesetzen in der grobstofflichen Welt zu verbleiben, bis eine neue Lösung zwischen dem grobstofflichen und dem feinstofflichen Körper kam, die dem letzteren ermöglichte, in das feinstoffliche Jenseits einzugeben, also ein neues, grobstoffliches Absterben erfolgte.

Das Hinübergehen des grobstofflichen Körpers in eine andere Welt ist aber ein Ding der Unmöglichkeit. Wäre der Geist Christi wieder in den grobstofflichen Körper zurückgekehrt, oder hätte er diesen vielleicht gar nicht verlassen, so würde er gezwungen gewesen sein, noch so lange in der Grobstofflichkeit zu bleiben, bis ein neues Absterben erfolgte, nicht anders.

Ein Auferstehen zu einer anderen Welt im Fleische ist vollkommen ausgeschlossen, für die Menschen wie auch damals für den menschge-wordenen Christus!

Der irdische Leib des Erlösers ging denselben Weg, den jeder andere grobstoffliche Leib zu gehen hat, nach den Naturgesetzen des Schöpfers.

Jesus von Nazareth, der Gottessohn, ist demnach nicht fleischlich auferstanden!

Es wird nun trotz aller Logik und der gerade darin enthaltenen viel größeren Gottesverehrung noch viele geben, die in der Blindheit und Trägheit ihres falschen Glaubens so einfachen Wegen der Wahrheit nicht folgen wollen. So manche wohl auch, die aus eigener Einengung nicht folgen können. Andere wieder, die mit voller Absicht wütend dagegen zu kämpfen versuchen, aus der begründeten Angst heraus, dass damit ihr mühsam errichtetes Gebäude bequemen Glaubens zusammenbrechen muss.

Es kann ihnen nichts nützen, wenn sie sich als Grundlage nur auf die wörtlichen Überlieferungen stützen; denn auch die Jünger waren Menschen. Es ist ja nur rein menschlich, wenn die damals durch alles furchtbare Geschehen stark erregten Jünger bei der Erinnerung in ihre Schilderungen manche eigenen Gedanken mit verwoben, die durch das vorangegangene Erschauen ihnen selbst noch unerklärlicher Wunder so manches anders wiedergaben, als es in Wirklichkeit gewesen war,

Ihre Niederschriften und Erzählungen wurzelten wie bei der irrtümlichen Verschmelzung des Gottessohnes und des Menschensohnes mehrfach zu stark auf eigenen menschlichen Voraussetzungen, die dann für später manche Irrtümer zu Grunde legten.

Auch wenn ihnen die stärkste geistige Inspiration helfend zur Seite stand, so greifen trotzdem bei der Wiedergabe Vorgefasste eigene Meinungen sehr stark mit ein und trüben oft das bestgewollteste und klarste Bild.

Jesus selbst hat aber keine Niederschriften vorgenommen, auf die allein man unbedingt sich streitbar stützen könnte.

Er würde nie etwas gesagt oder geschrieben haben, das sich mit den Gesetzen seines Vaters, den göttlichen Naturgesetzen oder des schöpferi-schen Willens, nicht voll und ganz in Einklang stellte. Sagte er doch selbst ausdrücklich:

Ich bin gekommen, die Gesetze Gottes zu erfüllen!“

Die Gesetze Gottes aber liegen klar in der Natur, die sich allerdings weiter erstreckt als nur auf die Grobstofflichkeit, aber doch auch in der feinstofflichen, wie in der wesenhaften und geistigen Welt überall „natürlich“ bleibt. Ein Denkender vermag in diesen bedeutungsvollen Warten des Erlösers sicherlich etwas zu finden, das über die verwirrenden Religionsdogmen hinausgeht und einen Weg zeigt denen, die wirklich ernsthaft suchen!

Der allgemeine Begriff „Auferstehung des Fleisches“ findet seine Berechtigung in den irdischen Geburten, die nicht aufhören zu sein, solange es Erdenmenschen gibt. Es ist eine große Verheißung der Zulassung wiederholter Erdenleben, nochmaliger Inkarnationen zum Zwecke schnelleren Fortschrittes und notwendiger Ablösung von Wechselwirkungen niederer Arten, gleichbedeutend mit Sündenver-gebung. Ein Beweis der unermeßlichen Liebe des Schöpfers, deren Gnade darin liegt, dass abgeschiedenen Seelen, die ihre Erdenzeit ganz oder zum Teil vergeudeten, und deshalb unfertig zum Aufstieg in das Jenseits kamen, nochmals Gelegenheit gegeben wird, sich mit einem neuen grobstofflichen Körper oder Mantel zu umhüllen, wodurch ihr abgelegtes Fleisch in dem neuen Fleische eine Auferstehung feiert. Die schon hinübergegangene Seele erlebt damit eine neue Auferstehung im Fleische.

Welcher Segen in dieser sich dauernd wiederholenden Erfüllung einer so hohen Gnade ruht, vermag der nicht alles überschauende Menschengeist erst später zu erfassen!






Menschensinn und Gotteswille im Gesetz
der Wechselwirkung

Nenn vom Menschensinn und Menschenanschauung gesprochen werden soll, dem auch das irdische Gericht verbunden ist, so darf nicht erwartet werden, dass dies gleichbedeutend ist mit göttlicher Gerechtig-keit, oder dieser auch nur nahe kommt. Es muß im Gegenteil leider gesagt werden, daß in den meisten Fällen darin sogar ein himmelweiter Unterschied besteht. Bei dieser Gegenüberstellung ist der volkstümliche Ausdruck „himmelweit“ im wahrsten Sinne angebracht. Dieser Unterschied würde sich oft mit dem an Raum und Zeit begrenzten Verstand der Menschheit erklären lassen, der in seiner Beschränktheit nicht vermag, das eigentliche Unrecht zu erkennen und vom Rechte zu scheiden, da dieses selten durch Äußerlichkeiten klar zu erkennen ist, sondern lediglich im Innersten eines jeden Menschen liegt, zu dessen Beurteilung starre Gesetzesparagraphen und Schulweisheit nicht aus-reichen. Betrübend aber ist es, daß deshalb so manche Beurteilungen des irdischen Gerichtes der göttlichen Gerechtigkeit direkt gegenüberstehen müssen.

Es soll nicht von den Zeiten des Mittelalters gesprochen werden, nicht von den traurigen Zeiten der qualvollen Folterungen, sowie der so genannten Hexenverbrennungen und anderen Verbrechen der Justiz. Ebenso wenig sollen die zahlreichen Verbrennungen berührt werden, das Foltern und Morden, welche auf das Schuldkonto der religiösen Gemeinschaften fallen und in ihren Wechselwirkungen die Ausübenden doppelt furchtbar treffen müssen, weil sie den Namen des vollkommenen Gottes dabei missbrauchten, in seinem Namen alle diese Verbrechen ausführten, als angeblich ihm wohlgefällig, und damit ihn vor den Menschen als den dafür Verantwortlichen stempelte. Missbräuche und Greuel, die nicht so schnell vergessen werden dürften, sondern die man immer wieder auch bei heutigen Beurteilungen sich warnend ins Gedächtnis rufen sollte, namentlich da die damals Ausübenden diese Übergriffe mit dem Anschein des vollen Rechtes und besten Glaubens eifrig durchführten.

Vieles ist anders geworden. Und doch wird selbstverständlich auch die Zeit kommen, in der man auf die heutige Rechtspflege mit ähnlichem Schauer zurückblickt, wie wir heute auf die oben erwähnten Zeiten schauen, die nach unserer jetzigen Erkenntnis soviel Unrecht in sich tragen. Das ist der Lauf der Welt und ein gewisser Fortschritt

Tiefer geschaut aber liegt der anscheinend große Fortschritt zwischen dem Damals und dem Heute lediglich in den äußeren Formen. Die in so manches Menschen ganzem Sein tief einschneidende Allgewalt des Einzelnen ohne persönliche Verantwortung für diesen auf der Erde ist vielfach immer noch dieselbe. Auch die Menschen selbst und deren Triebfedern zu ihrem Handeln haben sich nicht sehr geändert. Und wo das Innenleben noch dasselbe ist, sind auch die Wechselwirkungen die gleichen, welche das göttliche Gericht in sich tragen.

Wenn die Menschheit darin plötzlich sehend würde, könnte nur ein einziger Verzweiflungsschrei die Folge sein. Ein Grauen, das sich über alle Völker legt. Nicht einer würde seine Hand mit Vorwurf gegen seinen Nächsten heben, da jeder Einzelne in irgendeiner Art die gleiche Schuld auch auf sich lasten fühlen müßte. Er hat kein Recht, dem anderen darin vorwurfsvoll zu begegnen, da bisher jeder irrend nur nach Äußerlichkeit urteilte und alles eigentliche Leben übersah.

Die Menschheit war jedoch bei ihrer Anschauung noch gar nicht fähig, anderes zu denken und leistete im besten Sinne gerade jetzt das Beste, was sie aus ihrem Begriffsvermögen heraus überhaupt zu leisten fähig ist.

Nur gibt das alles nicht Gewähr für unbedingte Richtigkeit. Aus diesem Grunde des ersichtlichen und anerkennenswerten guten Wollens der jetzigen Menschheit dürfen die nun folgen den Auslegungen auch nicht als Vorwurf angesehen werden oder eine Anklage. Ebenso wenig sind sie Tadel der bestehenden Konstitutionen.

Sie gelten lediglich dem Zwecke, Einzelmenschen aus der prüfungslosen Trägheit fremden Anschauungen gegenüber aufzurütteln, da ein jeder für sich selbst wolle Verantwortung zu tragen hat in allem, was er denkt und tut. Sie sollen Stab sein jedem ernsthaft Suchenden, der sicher stützend hinaus geleitet aus den Wirrnissen so mancher Anschauungen, die göttlichem Willen widersprechen.

Sonst könnte es geschehen, dass beim Erwachen richtiger Erkenntnis ein allzu klägliches Ergebnis für die Menschheit haften bliebe, welches lähmend und vernichtend auf den Aufstieg wirkt. Viele würden an sich selbst verzweifeln bei dem ersten Lichtstrahle, wenn dieser ohne Vorbereitung in sie dringen könnte, während andere, die sich bisher nie Zeit zum Nachdenken genommen haben, maßlose Erbitterung empfinden müssten darüber, daß sie so lange schliefen.

Darum ist nun die Anregung zum ruhigen Nachdenken angebracht, und zur Entwicklung der eigenen gerechten Urteilsfähigkeit, die jede blinde Anlehnung an fremde Ansichten zurückweist und nur nach eigenem Empfinden aufnimmt, denkt, spricht und handelt!

Nie darf der Mensch vergessen, dass er ganz allein alles das voll und ganz zu verantworten hat, was er empfindet, denkt und tut, auch wenn er es bedingungslos von anderen übernommen hat!

Wohl dem, der diese Höhe erreicht und jedem Urteile prüfend entgegentritt, um dann nach seinen eigenen Empfindungen zu handeln. Er macht sich so nicht mitschuldig wie Tausende, die oft nur aus Gedankenlosigkeit und Sensationslust durch Vorurteil und Nachrede schwere Karmas auf sich laden, die sie in Regionen führen, deren Leid und Schmerzen sie niemals hätten kennen lernen brauchen. Sie lassen sich dadurch auch schon auf Erden oft von vielem wirklich Guten abhalten, und versäumen damit nicht nur viel für sich selbst, sondern setzen vielleicht alles damit aufs Spiel, ihr ganzes Sein.

So war es bei dem auflodernden, sinnlosen Hass gegen Jesus von Nazareth, dessen eigentlichen Grund nur wenige der böswilligen Schreier kannten, während alle anderen sich einfach in einen vollkommen unwissenden blinden Eifer hineinarbeiteten, mitschrieen, ohne selbst je mit Jesus persönlich zusammengekommen zu sein. Nicht minder verloren sind auch alle die, die sich auf Grund falscher Ansichten anderer von ihm wandten und seine Worte nicht einmal anhörten, noch viel weniger sich die Mühe einer sachlichen Prüfung nahmen, wobei sie schließlich doch noch den Wert hätten erkennen können.

Nur so konnte die wahnsinnige Tragödie reifen, die ausgerechnet den Gottessohn wegen Gotteslästerung unter Anklage stellte und an das Kreuz brachte! Den Einzigen, der selbst direkt von Gott kam und ihnen die Wahrheit über Gott und seinen Willen kündete!

Der Vorgang ist so grotesk, daß sich darin in greller Deutlichkeit die ganze Beschränktheit der Menschen zeigt.

Und die Menschheit ist von da bis heute nicht etwa innerlich vorgeschritten, sondern gerade darin trotz aller sonstigen Entdeckungen und Erfindungen noch weiter zurückgegangen.

Vorgeschritten ist allein durch die äußeren Erfolge der damit auch mehr wissenwollende Dünkel, den gerade die Beschränktheit zeugt und großzieht, der ja eigentlich das ausgesprochene Zeichen der Beschränktheit ist.

Und diesem seit zwei Jahrtausenden immer fruchtbarer gewordenen Boden sind die jetzigen Menschheits-Anschauungen entsprossen, die ausschlaggebend und verheerend wirken, während die Menschen selbst ahnungslos sich immer mehr darein verstricken, zu ihrem eigenen entsetzlichen Verhängnis.

Wer sich da eigentlich durch falsche Anschauungen oft in gutem Glauben üble Auswirkungen einer Wechselströmung zuzieht, also gegen göttliche Gesetze verstößt, ist bisher selten jemand klar geworden. Die Zahl ist groß, und viele sind in ahnungsloser Hoffahrt sogar stolz darauf, bis sie dereinst in qualvollem Entsetzen die Wahrheit schauen müssen, die so ganz anders ist als ihre Überzeugung sie sich denken ließ.

Dann ist es allerdings zu spät. Die Schuld, die sie sich aufgebürdet haben, muß gesühnt werden in oft jahrzehntelangem, mühseligem Ringen mit sich selbst

Der Weg ist weit und schwer bis zur Erkenntnis, sobald ein Mensch die günstige Gelegenheit des Erdenseins versäumte, und sich dabei sogar gewollt oder durch Unkenntnis noch neue Schuld auflud.

Entschuldigungen fallen dabei niemals ins Gewicht. Ein jeder kann es wissen, wenn er will!

Wem darnach drängt, einmal in dem Gange der Wechselwirkungen die göttliche Gerechtigkeit zum Unterschied irdischer Anschauungen zu erkennen, der bemühe sich, irgendein Beispiel aus dem Erdenleben daraufhin anzusehen, und dabei zu prüfen, auf welchen Seiten wirklich Recht und Unrecht liegen. Es fallen ihm täglich viele zu.

Bald wird sich seine eigene Empfindungsfähigkeit stärker und lebendiger entfalten, um zuletzt alle gelernten Vorurteile mangelhafter Anschauungen abzuwerfen. Damit ersteht ein Gerechtigkeitsempfinden, das sich auf sich selbst verlassen kann, weil es im Erkennen aller Wechselwirkungen den Gotteswillen aufnimmt, darin steht und wirkt.

Nehmen wir ein Beispiel, das dem menschlichen Verstehen nahe liegt, vor dem Empfinden rein dasteht, und doch bei Ausübung starrer Gesetzesparagraphen und beschränkter Anschauungen Unrecht erscheint:

Ein junger, nach Idealen strebender Mensch nimmt ein Mädchen zur Ehe, das dessen Empfinden verständnislos gegenübersteht, weil es fest im Materiellen wurzelt Es ist dies öfter, als man anzunehmen wagt Gerade die natürliche Folgerung gibt dafür die Erklärung. Je größere Ideale ein junger Mensch in sich trägt, desto sicherer wird er die seelischen Mängel des weiblichen Geschlechts nicht erkennen. Er wird im Weibe nur die Verkörperung des Idealsten denken, wie es ja auch in Wirklichkeit sein sollte. Wie sehr er aber meistens darin irrt, kommt ihm entweder erst in der Ehe, oder durch verschiedene Erfahrungen in seinem Leben zum Verständnis.

Dass wiederum ein Mädchen, welches im Materiellen wurzelt, sich keinen bequemeren Lebensgefährten wünscht, als einen derartigen Idealisten, ist leicht erklärlich, vorausgesetzt, daß auch die wirtschaft-lichen Verhältnisse auf ihrer oder des anderen Seite mit ihrer Rechnung stimmen. Sie wird aus natürlichem Drange heraus darnach trachten, den idealen Menschen zu gewinnen, ohne etwas Böses dabei zu wollen, auch durchaus nicht mit der Absicht, ihm zu schaden.

Auf ihrer Seile können dabei verschiedene Punkte die Entscheidung bringen. Entweder kühle Berechnung, oder sinnlicher Trieb, ebenso aber auch der Wunsch, überhaupt „Frau“ sein zu wollen. Alles das ist aber nicht haltbar für die Dauer, und keine Grundlage für die Ehe. Natürlich kommen auch zahlreiche umgekehrte Fälle vor, in denen die Mädchen die ideal Veranlagten sind, und die Jünglinge und Männer im Materiellen wurzeln.

Die Ernüchterung kommt dann sehr bald. Der materielle Teil wird spöttelnd und zuletzt mit allen Mitteln bis zur lieblosesten Rücksichts-losigkeit das Ideale in dem anderen vernichten wollen. Langsam steigt sogar manchmal der Haß auf, dort, wo erst noch eingebildete Liebe oder Gleichgültigkeit war, sobald der materielle Teil fühlt, eine Macht gegen das Lichte, Ideale ausüben zu können. Diese Macht gibt ihnen das Gesetz und das Bewusstsein der Ehe.

Es ist dies eine ganz natürliche Entwicklung bei zwei ungleichen Teilen, von beiden sehr oft unbewusst und ungewollt. Das zwingende Ergebnis im Verhältnis eines geistigen Niederen dem Höheren gegenüber, des Dunkleren dem Lichteren gegenüber, sobald der dunklere Teil empfindet, daß er sich nicht dem höheren Fluge des anderen anschließen kann. Gestärkt und aufgepeitscht dazu wird er durch die dunklen Kraftzentralen, mit denen er durch das Gesetz der Anziehungskraft seelischer Gleichart verbunden ist *9)

Die Steigerung des Hasses aber bis zu brutalen Ungerechtigkeiten kommt zuletzt durch das engere Zusammenleben in der Ehe, und dem Bewusstsein, daß auch dem idealen Teile durch das Gesetz die gleiche Macht in einer Ehe zukommt. Da aber das Ideale nicht mit gleichen Waffen kämpft wie das Materielle, sondern in seiner Grundgesinnung immer zurückhaltend bleiben wird, gutmeinend in erster Linie nur an den anderen denkt, so mußte es bisher fast immer unterliegen, weil auch die ganze Außenwelt nur das Materielle als allein zurecht bestehend anerkannte.

Aus diesem Boden heraus soll nun ein Fall genommen werden:

Ein junger ideal veranlagter Ehemann betätigt sich geschäftlich, also auf einem Boden, der an sich schon schärfste Kämpfer des materiellen Dunkels trägt. Mit seinen idealen Zielen und Empfindungen kommt so ein junger Mann nicht weit. Er wird skrupellos ausgenützt von vielen, die nach Gelegenheiten spähen, ihm sofort einen Stoß zu geben, der ihn in den Kot der Straße werfen soll, sobald er ihnen keine Vorteile mehr bieten kann.

Noch während sie berechnend ihn umschwärmen, und seine ideale Leichtgläubigkeit ausnützen, bereiten sie eine derartige Gelegenheit klug rechnend vor, und ihre Hände haben dabei schon die Steine aufgehoben, um sich einem ersten Wurfe schnell anzuschließen, der ihn aus irgendeinem Dunkel treffen könnte, wenn sein Vertrauen an die Menschheit einen Stoß erleidet, deren Worten er in seiner Harmlosigkeit unbedingt vertraut Sofort mitwerfen, ist die beste Art einer Verteidigung für solche, die selbst wirklich etwas zu befürchten haben, sobald ihr Tun und Treiben an das Licht der Sonne kommt. So ist es überall bei tausenden Gelegenheiten.

Der rücksichtslose berechnende materielle Mensch bezeichnet ja das Lichte, Ideale nur zu gern mit Leichtsinn, aus der Mißstimmung heraus, die die Erkenntnis bringt, daß er niemals vermag, sich selbst zu einer solchen Höhe aufzuschwingen Solche natürliche Entwicklung kann man nun als Vorspiel in den Dramen vieler Menschenleben sehen.

Die eigentliche Handlung lässt dann auch in einem solchen Falle nicht zu lange auf sich warten. So auch in dem, der hier als Grundlage genommen werden soll. Zuerst will dabei nur der äußerliche Vorgang in irdischer Anschauung betrachtet sein, um später dann die Wechselwirkungen zu suchen.

Viele, die von diesem jungen Manne Geld und Waren hatten, zahlten zur Stunde der Erfüllung nicht, so dass er selbst in Schwierigkeiten kam. Doch sie versprachen fest und sicher an einem bestimmten späteren Tage ihre Schulden abzulösen. In diesem guten Glauben lieh sich der Geschäftsmann selbst, was er zur Zeit für seine Frau benötigte. Doch dabei fiel er zwei geschickten Wucherern in die Hände, die, ihres Unrechtes sich selbst genau bewusst, bei ihren Handlungen in kluger Art die äußerliche Einhaltung aller Gesetze stets beobachteten. Sie rechneten also von vornherein mit einem Unrecht, und konnten sich dadurch vorsichtig über die Gesetze stellen, wie es alle tun, die von vornherein das Unrecht wollen! Sie forderten als Unterpfand „der Form halber“ einen Verkauf von Möbelstücken, und wiesen, wie es üblich ist, besonders darauf hin, daß diese „Form“ ja weiter nichts bedeute. Die ungeheuere Entschädigung für die „Gefälligkeit“ konnte der Mann ertragen, wenn - - seine Schuldner zahlten.

Die Schuldner aber zahlten nicht. Der eigene Zahltag nahte, und es war keine Deckung für die Wechsel da, die er gegeben hatte. Der Mann war die Verpflichtung eines Verkaufes von Gegenständen zur Sicherung des Darlehens eingegangen, weil er darüber wirklich frei verfügen konnte und weil auch seine Frau mit Leichtigkeit sofort hätte Vielfaches schaffen können, aus dem Vermögen ihrer Mutter, das zum größten Teile schon ihr selbst gehörte, und worüber auch der Mann nach den vorausgegangenen Besprechungen verfügen konnte.

Aus dem materiellen Sinn der Frau heraus im Gegensatz zu dem des Mannes waren trotzdem schon eine Reihe Szenen solcher Art hervorgegangen, die man zu den unerquicklichsten der Ehe zählt, ohne dass Nahrungssorge den Grund dazu gegeben hätte. Der Mann entschloss sich deshalb, unabhängig von ihr in einer anderen Stadt die Schuld durch Arbeit aufzubringen.

Der Zahltag kann heran, die beiden Wucherer wollten jedoch nicht warten, ohne eine weitere im Verhältnis zur geliehenen Summe ganz ungeheuere Entschädigung zu erhalten, und klagten auf Erfüllung zur Wegnahme der der „Form halber“ gekauften Gegenstände, deren Wert für sie wiederum einen dreifachen Gewinn versprach, wodurch sie selbstverständlich noch viel mehr erreichten, als es eine erneute Entschädigungsgebühr zu geben vermocht hätte.

Die Frau des fernweilenden Mannes erklärte in ihrer materiellen Einstellung kurzerhand, den Tatsachen entgegen, daß die verkauften Gegenstände ihrer Mutter seien, und der Mann kein Verfügungsrecht darüber hätte. Die Haupttriebfeder dazu war, dass sie den Wucherern den dreifachen Gewinn einer an sich ganz geringen Summe nicht so leicht in die Hände spielen wollte. Sie beabsichtigte zuerst damit in gutem Wollen, die Wucherer zu veranlassen, noch eine kurze Zeit zu warten, in der ihr Mann dann Gelegenheit fand, die Schuld abzutragen.

Der Mann, in der anderen Stadt über diese Behauptung seiner Frau befragt, wähnte, diese habe ihre Aussage beschworen und schwieg, da er sie nicht der Strafe eines Meineides aussetzen wollte. Er kam deshalb wegen angeblichen Betruges sofort in Haft, und konnte sich aus diesem Grunde mit ihr auch nicht darüber aussprechen. Die Annahme des Meineides ließ ihn auch ferner schweigen.

So weit getrieben, fühlten sogar die Wucherer ein menschliches Empfinden, und wollten warten, wenn die Frau sich dafür mit verbürgte, dass ihr Mann die im Verhältnis nicht bedeutende, noch nach Hunderten zu zählende Schuld innerhalb zehn Jahren abtragen würde. Sie hatten sowieso selbst keine Anklage auf Bestrafung erhoben, sondern durch die den Tatsachen widersprechende Aussage der Frau während der einfachen Zivileinklagung des Betrages waren die Zivilprozessakten dem Staatsanwalt zur Untersuchung automatisch übergeben worden, ganz ohne Zutun der zwei Gläubiger und gegen deren eigentliches Wollen.

Der Staatsanwalt selbst ließ ausnahmsweise diese Frau vor Aufnahme einer Anklage noch zu sich kommen, und ermahnte sie in schöner Menschlichkeit, doch diese leichte Bürgschaft den Gläubigern gegenüber zu übernehmen, machte sie auch ganz besonders auf die unabsehbaren Folgen für die Zukunft ihres Mannes aufmerksam, wenn sie bei ihrem zweifelhaften Standpunkte verharre.

Durch ein einziges, der Wahrheit entsprechendes Wort konnte sie alles zum Guten wenden, doch sie tat es nicht!

Deutlicher setzt nun aufsteigende Gegnerschaft materieller Verstan-desmenschen dem Idealeren gegenüber ein, die mit dem Siege der Verstandesmenschen enden musste, da die Umgebung auf der Erde bisher vorwiegend die Gleichart trug, und deshalb auch nur dafür mehr Verständnis hatte.

Die Frau hatte sich Rat geholt bei einem noch viel schlimmeren materiellen Grundsätzen huldigenden entfernten Verwandten, der den Idealisten infolge dessen Anschauungen schon von jeher hasste, und sie handelte, überdies nicht zum ersten ihren Mann schädigenden Male, nach dessen Eingebungen.

Der Staatsanwalt vermochte daraufhin entgegen seinem menschlichen Empfinden nichts anderes zu tun, als seine irdischen Gesetzespflichten zu erfüllen.

Der junge Mann mußte nun für die Forderung des ersten Wucherers des Betruges angeklagt und auch verurteilt werden„ Vor dem Urteilsspruch wurde jedoch ausdrücklich verkündet, daß der zweite bereits ebenfalls zur Anklage aufgenommene Fall als eine Sache betrachtet werden sollte, da es sich dabei um keine Wiederholung handelte, sondern um ein zu gleicher Zeit und zu gleichen Voraussetzungen sich abspielendes Geschehnis.

Als dann aber die Verhandlung dieser Forderung des zweiten Wuche-rers war, wurde dieser Fall entgegen der Verkündigung als eine Wiederholung angesehen, trotzdem der Verurteilte inzwischen gar nicht auf freiem Fuße gewesen war, es sich im Grunde wirklich auch um eine gleichzeitige Sache handelte, die nur aus zwei Abteilungen bestand, ganz abgesehen davon, dass die Beurteilung unter einer falschen Voraussetzung erfolgte. So galt der Mann dadurch ohne weiteres als zweimal bestraft. Die Schulden trug er später richtig ab, so daß ein Schaden für niemand vorhanden war, außer für ihn selbst.

Was das bei der irdischen Anschauung des beschränkten Menschen-verstandes bedeutet, braucht wohl kaum besonders hervorgehoben werden. Jedem ihm übelwollenden ist ein derartiger Mensch von vornherein bedingungslos ausgeliefert. Jedem Gesellen des Dunkels erst recht. Sei dieser nun ein Sklave des Neides, des Geizes, der Habsucht, Verleumdungssucht oder anderen von der Menschheit noch als harmlos und nicht kompromittierend betrachteten Unsauberkeiten. Denn ein Wort von ihm über die so genannte „irdische Vergangenheit“ des anderen, und dieser ist nicht nur moralisch, sondern auch wirtschaftlich sofort schwer geschädigt, wenn nicht sogar jedesmal ganz ruiniert.

Der oben genannte Mensch nun kam in seinem guten Wollen und seinem Fleiße wirklich vielfach wieder in die Höhe, wurde geachtet und geehrt, doch immer nur solange, bis er den Neid oder den Ärger irgendeines dunklen Ehrenmannes, beschränkten Philisters oder modernen Pharisäers aus irgendeinem Grunde erweckte. Skrupellos und ohne Überlegung benützte dieser dann die so bequeme Waffe, um aus dem Beneideten spielend ein Opfer zu machen.

Hier zeigte sich aber nun ganz und unverkennbar die treibende Kraft dunkler Strömungen; denn die Frau selbst war es, die ohne Unterlaß ihren eigenen Mann bei jeder sich bietenden Gelegenheit damit peitschte und es als Geißel benützte, um ihn unter Drohungen öffentlicher Brandmarkung zu zwingen, sich nie von ihr zu trennen, für Lebenszeit arbeitenden Frondienst zu verrichten, und ihren sich ins Maßlose steigernden Launen ausgesetzt zu bleiben. Das traurige Bild im kleinen, wie es sich im großen zeigt, sobald rein Materielles unbeschränkte Macht über Ideales erreicht. Der ganze Haß des Dunkels kommt dabei- zum Ausdruck wider alles Unverstandene, das sich nicht der gleichen Richtung einverleiben will.

Mit einer sonderbaren Lust gefiel sich die Frau außer allem auch noch darin, jedem Menschen, der sich ihr oder auch ihrem Manne näherte, bei erster sich nur bietenden Gelegenheit „vertraulich“ mitzuteilen, welch schweres Los sie auf der Erde trug, und wies dabei auf ihre Weise auf die Vorkommnisse hin. Jahrzehnte suchte sie in solcher Art krampfhaft bei Menschen Sympathie zu finden, die ihr sonst nie zuteil geworden wäre. Es wurde ihr zuletzt die Untergrabung ihres Mannes liebgewordenes Spiel, bei dem sie sich mit der erborgten Glorie der stillen Dulderin umgab, die standhaft aushält an der Seite eines solchen Mannes. Doch wehe ihm, wenn er von Trennung sprach.

Das Scheingold, das sie also um ihr dunkles Innenleben, hüllte, blieb selten ohne Wirkung auf die Außenwelt, die auch so großer Lüge Glauben schenkte, da sie ihr viel verständlicher erschien.

Von den sich dabei immer feindlicher gestaltenden Begleiterschei-nungen der verschiedenen Charaktere soll nicht gesprochen werden. Es ist nur natürlich, daß sie sich unter solchem Drucke andauernd schärfer entwickeln und schroffer gegenüberstehen, wenn nicht der eine in dem anderen untergeht. Die Spaltung wird zuletzt zum klaffenden Riß. Daß solche ungesunde Vorkommnisse nur auf dem Moraste unrichtiger Anschauungen wachsen können, ist nicht schwer zu sagen. Doch solch Gewächs treibt seine Blüten noch viel weiter, da alles Dunkel nimmer rastend die Vernichtung will und seine Werkzeuge zu diesem Zwecke peitschend durch das Erdendasein treibt.

Unmöglich, frei von dieser Frau zu werden, suchte er unter Verdop-pelung des Fleißes seine Einkünfte zu steigern, einmal um häuslichen Friedens willen, soweit dies überhaupt nur möglich war, und dann auch, um die Frau so wenig als nur möglich persönlich in dem Haushalt etwas tun zu lassen, um wenigstens auf diese Art die Unabhängigkeit zu schaffen.

Auf Anraten eines Freundes, auf dessen Tüchtigkeit und Können, wie auch auf sein Wort der Mann der geschilderten Vorfälle voll vertraute, gab er zur Gründung einer Gesellschaft in das Ausland sein erspartes Geld, ohne sich um diese Gründung selbst noch weiter zu bekümmern. Diese Gesellschaft kam jedoch in kurzer Zeit in Zahlungsschwierigkeiten. Der Mann dieser Geschichte hatte dabei ohne sein Zutun große Verluste. Nach den noch bonapartistischen Gesetzen des dortigen Landes jedoch werden Gründer eine bestimmte Zeit haftbar gehalten für das ganze Unternehmen.

Der Freund, dem unser Mann vertraute, war aber Streber höchster Art, der unter dem Deckmantel oberflächlichster Einhaltung aller Gesetze in erster Linie nur seinen Vorteil zu wahren suchte, ohne Rücksicht-nahme auf die anderen. So hatte er bei dieser Gründung einen zu leichten Grund errichtet, der die Stürme erster Entwicklung nicht aus-hielt Bei dem Konkurs dieser Gesellschaft wurden nun die Gründun-gsakten eingehend geprüft, für ungesund betrachtet, und dann deshalb die Gründer zur Rechenschaft gezogen. Der Mann, der nur sein Geld dazu gegeben hatte, wusste weder von dem Inhalte der Gründungsakten, noch von dem Fortgange in der Gesellschaft Er lebte selbst nicht in jenem Lande. Der Aufforderung des Gerichtes, dorthin zu kommen, um sich darüber zu verantworten, leistete er keine Folge, da er wenig Grund hatte, unbedingter Gerechtigkeitsausübung zu großes Vertrauen entgegenzu-bringen. Er stützte sich bei seiner Antwort lediglich auf die Tatsache, dass er das Geld durch eine Bank einzahlen ließ, die selbst als Zeuge dafür eintrat.

Trotz dieses Beweises aber genügte es, zu wissen, daß dieser Mann wegen so genannten Betruges „vorbestraft“ galt, um ihn auch hier als Mitbegründer ohne weiteres für mitschuldig anzusehen, und ihn auch in seiner Abwesenheit mit zu verurteilen. Wenn er diese Strafe auch nicht zu verbüßen brauchte, so gilt er trotzdem bei dem Durchschnitte der Menschen, die in ihrer ausgeprägten Gedankenträgheit kein eigenes Urteil bilden, kurzerhand als ein Geächteter. Vor allem aber bei so manchem Richter, der sich von vornherein bei der Beurteilung der harmlosesten Dinge darnach richtet und solchem Manne selten glaubt, auch bei den einfachsten Prozessen. Und allen seinen Handlungen, die bei jedem anderen Menschen als vollkommen selbstverständlich und harmlos gelten, wird von vornherein mit Misstrauen begegnet, und ihnen wenn irgend möglich betrügerische Absichten untergelegt. Es finden sich auch manche „achtbare“ Personen, die zu ihrem eigenen sträflichen Vorteil einen Sport daraus zu machen suchen.

Viele werden ohne weiteres aus einfacher Bequemlichkeit die Unglaubwürdigkeit eines solchen Menschen den eigenen Betrachtungen zugrunde legen.

So ist das Bild der äußeren irdischen Formen und Gepflogenheiten.

Doch nun zur Kehrseite des Ganzen! Der Blick auf göttliche Gerechtigkeit durch sein Gesetz der Wechselwirkung, die unbeeinflußt von menschlicher Anschauung eisern die eigenen Wege geht.

Welche Ketten sich solche Geistesträgen für das Jenseits auferlegen, und welcher furchtbaren Wechselwirkung sie wie auch alle die, die sich in törichter Überhebung über einen solchen Menschen zu stellen wagen, entgegengehen, scheinen sie nicht einmal zu ahnen, wie viel weniger zu fürchten.

Und doch hätten sie Ursache zu erbeben vor dem, was sie sich damit schaffen, indem sie ihrem Nächsten derartigen Schaden bringen. Sie sind in diesen Fällen die Verworfenen und die durch ihre Handlung für das Jenseits schon Verurteilten, nicht der, den sie zu schmähen und auf den sie herabzusehen versuchen.

Allerdings wird in diesem Falle wohl ein jeder denkende Mensch ohne weiteres den Mann in Wirklichkeit für schuldlos halten, sobald er den Zusammenhang und Hergang erfährt, er wird ihm vielfach sogar noch wärmste Sympathie und Mitgefühl entgegenbringen, im Gegensatz zu denen, die mit absichtlichem, bösartigem Übelwollen blindlings den äußeren Schein benützen, um den Betreffenden in irgendeiner Weise Schaden zuzufügen.

Aber leider unterlassen es die Menschen, selbst zu prüfen, bevor sie sich von bösartigem Geschwätz und Nachreden beeinflussen lassen. Vielfach werden sogar vornehmere Charaktere dazu hingerissen, auch dies und jenes Wort davon als gut gemeinte Warnung für andere weiterzugeben. Und solcher Fälle gibt es Tausende!

Nach göttlicher Gerechtigkeit jedoch sieht dieses Bild ganz anders aus! Der einzige Schuldlose dabei bleibt der, der irdisch als schuldig erklärt und auf Grund dieser Erklärung auch von den Menschen dafür angesehen wird, Alle anderen aber bürden sich eine mehr oder weniger große Schuld auf, die bis zum kleinsten Teile abzutragen ihnen nicht erspart bleiben kann.

Wird nun der Mann dieser Begebenheit einmal richtig betrachtet, so kann in ihm nicht eine Spur von Schuld gefunden werden.

Bei keiner seiner Handlungen hat ihn der Gedanke geführt, einem anderen Menschen Schaden zuzufügen. Er wollte sich keinen Vorteil verschaffen in der Absicht, andere darum zu schädigen. Wenn eintretende Verhältnisse den Anschein erwecken, so ist es trotzdem nicht geschehen!

Wirklich schuldig ist nur der, der mit Vorbedacht und Absicht einen anderen schädigt. Dieses Wollen allein birgt Leben zur Erzeugung eines Fadens der Wechselwirkung, die den Urheber einst in der Rückwirkung treffen muß.

Hat er nicht die Absicht gehabt, so ist es gar nicht möglich, daß er schuldig ist. Es wird auch keinem ruhig denkenden und vernünftigen Menschen einfallen, einen Menschen schlecht zu nennen, der ohne Absicht einer Schädigung, also ohne es zu wollen, etwas unternimmt, das üble Folgen bringt und wodurch andere Schaden erleiden. Ein solcher absichtslos Schaden hervorrufender Mensch wird auch im Gegensatz zu anderen sofort bestrebt sein, alles gutzumachen, sobald es ihm nur möglich ist

Unmöglich aber wird es leider vielen oft gemacht durch die Aus-wirkung falscher Anschauungen, wie die hier geschilderten. Nun, da es einmal ausgesprochen ist, wird es für viele selbst verständlich sein, weil in der Einfachheit die Wahrheit liegt. Der Mensch kann gar nicht falsch urteilen, sobald er richtig denkt. Er darf jedoch dabei nicht nach der Oberfläche gehen, sondern muß schon tiefer schürfen, damit es nicht einseitiges Stückwerk wird. Das macht natürlich Mühe, wie alles Vollwertige. Die Unterlassung einer solchen Mühe schadet nichts, solange er sich weder für noch wider entscheidet Schließt er sich aber ohne Überlegung einer fremden Ansicht an, oder bildet er sich eine eigene Meinung, so wird diese Unterlassung zu einer Schuld, weil ein anderer direkt oder indirekt Schaden davon trägt.

Aber wenn auch dem anderen kein Schaden ersteht, trifft ihn selbst die Wechselwirkung von dem, was er in sich dachte und urteilte, weil es ja damit lebendig in ihm wurde, und einen Faden zeugte, dessen rücklaufende Wirkung in der Gleichart Boden bei ihm findet.

Eins greift zahnradähnlich in das andere. Wäre der Boden nicht dagewesen, so konnte die Art der Meinung nicht entstehen. Der durch die Meinung erzeugte Karmafaden findet rückwirkend dann wieder gleichartigen Boden, und seine Rückwirkungen müssen dadurch darauf Früchte tragen, das heißt, sie wirken sich verstärkt fühlbar aus.

Wer sich nur einigermaßen den unverrückbaren Lauf der Wechsel-wirkungen vorstellen kann, dem wird es nicht schwer zu finden, mit welchen lebendigen Fäden die Frau in diesen Begebenheiten sich belastet, die wie die stärksten Ketten an ihr hängen. Dadurch hat sie auf die natürlichste Art alles das vielfach zu ernten, was sie zu säen sich bemühte.

Keiner wird sie darob beneiden, aber auch keiner vermag sie zu entlasten, da die Fäden nicht nur von einem abhängig sind, nicht nur von ihrem Manne, der ihr vergeben könnte. Zu vielfach haben sie sich in der Feinstofflichkeit eingehakt und verankert. In zu viel kleinen und großen Begebenheiten sind sie verstrickt, unter zu viel Menschen hat sie zu Ungunsten des Mannes ihr Gift verstreut, von denen aus jedesmal nicht nur Fäden zu ihr direkt zurücklaufen, sondern da diese Menschen das von ihr Aufgenommene auch vermehrt nach vielen Seiten weiter geben, so laufen auch von den immer größer werdenden Kreisen die Kräfte der zahlreichen ferneren Fäden durch den, der sie weiterwob, zuletzt mit auf sie zurück! Die Vergebung ihres Mannes allein kann sie also nur zu einem kleinen Teile befreien.

Und doch muß sie einst warten und leiden, bis auch der entfernteste und kleinste Faden des Gewebes, in das sie sich verstrickte, und die sie gar nicht alle kennt, gelöst sein wird.

Das Lösen kann sie auch nicht selbst für sich allein bewirken, sondern sie ist dabei noch abhängig von allen anderen, die sich durch ihre schlechte Aussaat irre führen ließen, und die abzulösen sie selbst wieder helfen muß, unter der Flut deren gefahrbringenden Vorwürfen und Feindschaften.

Ein für viele ganz entsetzlicher Gedanke unerbittlicher Gerechtigkeit.

Doch die Menschen wollen es nicht anders; denn wenn sie nach dem Worte Gottes in sich leben, das warnend und auch liebend führend seinen Schöpfungswillen kündet, so könnten sie nicht solchen falschen Anschau-ungen huldigen, wie es die Mehrheit heute und schon seit Jahrtausenden beweist.

Bei Verleumdung, übler Nachrede ist selbstverständlich die gewollte Schädigung sofort ersichtlich; denn diese lässt sich hierbei von der Handlung gar nicht trennen. Ebenso bei Diebstahl und bei Einbruch. Das ist etwas ganz anderes. Betrüger ist auch derjenige unverkennbar, der schlechte Ware einem anderen für gut verkauft, oder der minderwertige Arbeitsleistung für voll einsetzt Betrug ist es, wenn jemand eine Arbeit oder eine Stellung zu gewinnen sucht, oder auch nur eines anderen Vertrauen, in der Betonung, dass er irgend etwas leisten kann, was er in Wirklichkeit nur kennt, oder zum kleinen Teil beherrscht. In allem dem liegt schon von vornherein das eigene Wissen einer Täuschung. Und das ist es, welches den Faden zu der üblen Wechselwirkung knüpft! Allein in diesem Vorgange liegt der Beweis wirklicher Schuld? Nur solche werden vor dem Richterstuhle Gottes nicht bestehen. Das Urteil und auch der Vollzug liegt in der Wechselwirkung ganz allein. In deren lebendigen Selbsttätigkeit spricht der Schöpfer stets seinen Spruch. Darin liegt seine Strafe, die Vergebung, aber auch der Lohn! Er selbst persönlich braucht sich darum nicht mehr kümmern; denn jede Seele muss durch diese unverrückbar arbeitenden Wechselwirkungen hindurch, bevor sich dann der Geist aufschwingen kann zum Licht Sie bringen Läuterung oder Vernichtung, je nach des Menschen eigenem Wollen, und nur der ganz geläuterte und reine Geist kommt nach der Ablegung des Niederen hinauf bis in das Reich des Herrn.

Es schlage sich deshalb ein jeder ernsthaft prüfend an die eigene Brust! Wer ist dann noch, der sich als rein bekennt und über anderen stehend. Bei richtiger Erkenntnis wird die Demut kommen, die alles sträflich Überhebende von selbst erstickt. Wo Demut in Beurteilung seines eigenen Wertes Einzug hält, dort wird Verleumdung keinen Platz gewinnen, und dadurch ist ein solcher Mensch gleichzeitig auch vor schwerer Schuld bewahrt

Der Gottessohn erklärte einst schon der empörten Menge: „Wer unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!“

Die Menschheit nahm sich diese Worte nie zu Herzen!

Ankläger und auch Richter sind von Wechselwirkungen nicht ausgeschlossen. Je nach der Einstellung ihrer Empfindung strömt es auf sie zurück Ausschlaggebend für die Rückwirkungen sind in jedem Falle Art und Starke der Empfindungen.

Wer nur auf Grund toter Gesetzesparagraphen mit Verstandesklüge-leien eine Schuld zu formen sucht, aus Eitelkeit heraus, oder aus Strebertum, unter Zurückdrängung der menschlichen Empfindung als höchsten Gabe seines Schöpfers, der wird es schwer zu büßen haben im Gesetz der Wechselwirkung, die sich in den meisten Fällen hier auf Erden entweder noch in diesem oder erst im nächsten Leben nach Lösung ringend auf ihn niederlässt, während in manchen Fällen diese Ablösung auch in dem so genannten jenseitigen Leben zu erfolgen hat. Von einem Aufstiege kann keine Rede sein, solange diese Schuld nicht in vollem Umfange genau nach ihrer Art gemessen abgelöst wurde. Das Messen ihrer Art liegt in dem Grade des lebendigen Empfindens bei den Handlungen der beiden Teile, des Ausübenden und auch des dabei Betroffenen. Sogar die Nachwir-kungen einer solchen Handlung während des ganzen Erdenseins eines also Betroffenen fallen belastend auf den Urheber zurück.

So ergeht es namentlich solchen Menschen, die bei Beurteilung anderer entweder ganz bewusst nur künstliche Verstandeskonstruktionen formten, ohne in der reinen Empfindung dabei abwägend zu prüfen, nur um recht schnell in ihrem Berufe Beförderungen oder Auszeichnungen zu erhalten.

Wenn ihre eigenen Empfindungen auch dabei fehlten, also nicht Kraft genug vorhanden war, um ein wirksames Karma anzuknüpfen, so fällt doch nachhaltig die ganze Wucht des Erlebens des Menschen auf ihn zurück, der unter seiner an richtiger Empfindung mangelnden Aus-übung zu leiden hat.

Ebenso ist es bei denen, die aus Trägheit heraus jede Empfindung ausschalten und sich lediglich an leere Form klammern, genau wie es bei blindem Glauben ist. Diese, die dabei nicht genug lebendige Empfindung trugen, um als geistig Tote selbst lebendige Wechselwirkung anzuknüpfen, werden voll und ungeteilt von den Wirkungen der Empfindungen des Leidens getroffen, die während des ganzen Seins des von, einer solchen Handlung Betroffenen in diesem durch alle Nachwirkungen hervorgerufen werden. Ganz abgesehen von den Wechselwirkungen, die ihre dabei beteiligte Eitelkeit hervorrief. Spielte bei einer Beurteilung aber eine gewollte Böswilligkeit oder Gehässigkeit mit, sei diese nun der Person oder der Sache entgegengebracht, so kommt außerdem noch die volle Kraft der Wechselwirkung dieser Gehässigkeiten, Böswilligkeiten oder Übergriffe dazu. Alles fällt zurück, das Böse wie das Gute. Nichts bleibt in der Wechselwirkung ungesühnt.

Noch schlimmer aber sind solche Menschen daran, die derartige Vorfälle benützen, um einen also Betroffenen immer und immer wieder damit in den Augen der Nebenmenschen herabzusetzen oder ihn sonst wie zu schädigen. Die Wechselwirkungen derartiger irdisch leicht angesehenen Handlungen sind schwer genug, um sie aus dem Reiche Gottes zum großen Teile für. immer auszuschließen. Man denke dabei an das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Selbst wenn eine wirkliche Schuld bei einem vom irdischen Gericht Verurteilten vorläge, so müßte diese nach einer Bestrafung durch diese Strafe vollkommen von ihm genommen sein, wenn das irdische Gericht und auch die Menschen von irdischer Gerechtigkeit sprechen wollten; denn Strafe bedeutet Sühne, und Sühne Ablösung! Etwas anderes kann und darf sie nicht sein, sonst würde auch hierin irdisches Gericht wie die Einzelmenschen alle Gerechtigkeit verleugnen. Oder will der Mensch, wenn er alle auf ihm ruhenden Wechselwirkungen abgelöst hat, trotzdem vor Gott weiterhin beschmutzt dastehen, wie er es auf Erden mit seinen Nebenmenschen macht?

Ist eine belastende Wechselwirkung abgelöst, damit also eine Strafe erlitten und verbüßt, so ist auch diese Schuld damit nicht mehr, sondern sie ist vollkommen gewichen. Ein solcher Mensch steht vor Gott ebenso rein da wie der, der niemals fehlte. Die Schuld kann ihm nach der Ablösung nicht mehr nachgetragen werden, weil es die göttliche Gerech-tigkeit nicht zulässt. Solange der Mensch nicht fähig ist, der göttlichen Gerechtigkeit gleichzutun, wird er selbst nie in das Reich Gottes eingelassen werden, weil er damit schweres Unrecht tut und sich immer neue Schuld auferlegt, die abzubüßen er nur mit der Änderung seiner Gesinnung Gelegenheit hat, nicht anders. Er ist wie der Mann im Gleichnis, dem der Herr seine Schulden erließ, da er sie nicht bezahlen konnte. Dieser aber ging dann hin und forderte von seinen Schuldnern alles mit Zins und Zinseszinsen. Da sie ihn aber auch nicht zahlen konnten, ließ er sie in den Kerker werfen. Davon hörte sein Herr. Er ließ sich den Knecht kommen, dem er die Schuld erlassen hatte, und diesen seiner Gesinnung wegen in den Kerker werfen. Christus hat damit die damals schon bestehende und heute noch regierende falsche Anschauung der Menschen scharf gekennzeichnet und ernst gewarnt!

Deshalb strebe ein jeder Mensch, die eigene Urteilsfähigkeit zu wecken in regem Nachempfinden und im Prüfen.

Groß sind die Unterschiede zwischen göttlicher Gerechtigkeit durch Wechselwirkung und den Urteilen der Erdenmenschen.

Während jedoch so manches falsche Urteil auf die Mangelhaftigkeit und die Beschränktheit des an Raum und Zeit gebundenen, verengten menschlichen Verstandes zurückzuführen ist, muß die gedankenlose oder böswillige Nachrede als voll bewusste und gewollte Übertretung göttlicher Gesetze gelten, die deshalb auch keine Linderung ihrer scharfen Wechselwirkungen erwarten kann.

Es wird Heulen und Zähneklappern sein unter den Scharen derer, die sich immer durch Verleumdung über ihre Nebenmenschen zu erheben suchen. Die Steine, die sie aufzuheben sich bemühen, wachsen in der Wechselwirkung zu Felsen an, die sie zermalmend gleichzeitig zuletzt ihr Grabmal bilden, da solch Gewürm nicht in das Paradies gelassen werden darf.





Der Menschensohn

Seit dem Verbrechen an dem Gottessohne, dem Wahrheitsbringer Jesus von Nazareth, lastet es wie ein Fluch auf der Menschheit, daß sie gerade die für die Menschen bedeutendste Prophezeihung dieses größten aller Propheten nicht erkannte, und wie mit einer dichten Binde vor den Augen auch heute noch ahnungslos davor steht. Die furchtbare Folge davon wird sein, dass ein großer Teil der Menschen an der einzigen Möglichkeit ihrer Rettung vor dem Verworfenwerden vorübertaumeln, der Vernichtung entgegen.

Es ist dies die Prophezeihung von dem Kommen des Menschensohnes, die der Gottessohn unter den steten Angriffen der Massen, die im Dunkel stehend naturgemäß den Wahrheitsbringer hassen mußten, gleichsam als Hoffnungsstern und doch auch wieder ernste Warnung gab. Dieselbe Woge irrender Gefühle und Gedanken, die den Gottessohn damals als solchen nicht erkennen ließ, verwirrte das Verständnis für die Wichtigkeit dieser Verkündung schon zur Zeit ihrer Entstehung. Der Menschengeist war zu verdunkelt, viel zu sehr von sich selber eingenommen, als dass er derart hohe Gottesbotschaften noch ungetrübt entgegennehmen konnte. Botschaften, die aus einer Höhe über seinem eigenen Entstehungskreise kamen, glitten ohne Eindruck an dem Ohr vorbei Zu einem Verstehen hätte Glaube bewusster Überzeugung gehört, dessen damals auch die Anhänger nicht fähig waren. Der Boden blieb noch viel zu wild verwachsen, auf den die Worte des Erlösers fielen. Dazu drängten sich die gewaltigen Erlebnisse und seelischen Erschütterungen der Umgebung des Heilandes auf nur wenige Jahre zusammen, wodurch sich deshalb alles gefühlsmäßig so auf seine Person konzentrieren musste, dass sein Sprechen von einer anderen Person in ferner Zukunft nicht als solches beachtet, sondern auch wieder mit ihm selbst verwoben wurde.

So blieb der Irrtum bis auf den heutigen Tag in der Anschauung der Menschen bestehen, da die Ungläubigen sich nicht um die Worte des Heilandes kümmerten, die Gläubigen jedoch jede ernste, kritisierende Prüfung der Überlieferungen gerade aus ihrer Gläubigkeit heraus gewaltsam unterdrückten, in der heiligen Scheu, diesen Worten des Heilandes nicht zu nahe treten zu dürfen. Sie übersahen aber dabei, dass es sich nicht um seine wirklichen ursprünglichen und eigenen Worte handelte, sondern lediglich um Überlieferungen, die lange nach seinem Erdenwallen niedergeschrieben wurden. Dadurch aber unter lagen sie auch naturgemäß den unbewußten Änderungen des menschlichen Verstandes und menschlicher, persönlicher Anschauung. Es liegt gewiss auch eine Größe in dieser ehrfürchtigen Aufrechterhaltung rein menschlicher Überlieferung, und deshalb soll auch kein Vorwurf darüber erhoben werden.

Das alles hindert aber nicht hemmende Folgen einer darin durch irrige Überlieferung entstandenen irrtümlichen Anschauung, da die Gesetze der Wechselwirkung auch in diesem Falle nicht umzustoßen sind. Auch wenn sie in der Auslösung für den Menschengeist nur als hemmende Gitter gegen das weitere Aufwärtssteigen sich auswirken, so bedeutet es doch ein verhängnisvolles Stehenbleiben und nicht Vorwärtskommen, solange das befreiende Wort der Klärung nicht in ihnen lebendig werden kann.

Derjenige, der an den Gottessohn und seine Worte glaubt und diese in sich lebendig gemacht hat, sie also in richtiger Auslegung in sich trägt, und darnach handelt, braucht selbstverständlich den verheißenen Menschensohn nicht abzuwarten, da dieser nichts anderes zu bringen hat als dasselbe, was der Gottessohn bereits gebracht hat. Aber Voraussetzung dabei ist, daß er die Worte des Gottessohnes wirklich verstanden hat, nicht hartnäckig an irrtümlichen Überlieferungen hängt. Hat er sich irgendwo an Irrtümer gebunden, dann wird er seinen Aufstieg nicht vollenden können, bis er Aufklärung erhält, die dem Menschensohn vorbehalten blieb, weil der begrenzte Menschengeist allein nicht fähig ist, sich loszulösen von den Schlinggewächsen, die jetzt die Wahrheit dicht umwuchern.

Jesus bezeichnete das Kommen des Menschensohnes als letzte Möglich-keit der Rettung, und wies auch darauf hin, dass mit diesem das Gericht hereinbricht, das also solche, die auch dann noch nicht wollen, oder anders ausgedrückt, durch ihre eigene Hartnäckigkeit oder Trägheit keine Aufklärung anzunehmen bereit sind, endgültig verworfen werden müssen. Daraus ist der Schluss zu ziehen, dass in weiterer Folge eine nochmalige Möglichkeit des überlegen und Entscheidens nicht mehr eintritt. Es liegt auch unverkennbar die Ankündigung eines harten Zugreifens darin, welches das Ende eines langmütigen Wartens bringt. Das wiederum bezeugt kommenden Kampf des Lichtes gegen alles Dunkle, der mit gewaltsamer Vernichtung alles Dunkels enden muß.

Dass solches sich nach menschlichen Erwartungen, Wünschen und Begriffen abspielt, ist nicht anzunehmen; denn dagegen sprechen alle bisherigen Geschehnisse. Noch nie in dem Vorangegangenen hat sich der Menschensinn vorher eins gezeigt mit den Auswirkungen göttlichen Willens. Stets war die Wirklichkeit anders als die Vorstellungen der Menschen, und erst lange hinterdrein kam dann manchmal langsam die Erkenntnis des Geschehenen. Es wird auch diesmal keine Änderung darin zu hoffen sein, da der Menschen Sinn und ihre Anschauungen nichts gewonnen haben gegen früher, sondern im Gegenteil noch viel „realer“ wurden.

Der Menschensohn! Ein Schleier liegt noch über ihm und seine Zeit. Wenn auch in manchem Geiste ein unklares Ahnen aufwacht, ein Sehnen nach dem Tage seines Kommens, so wird auch mancher Sehnende wahrscheinlich ahnungslos an ihm vorübergehen, ihn nicht kennen wollen, weil sein Erwarten ihm ein anderes Erfüllen vortäuschte. Der Mensch kann sich nun einmal nur sehr schwer in den Gedanken finden, dass Göttliches auf Erden äußerlich nicht anders sein kann als die Menschen selbst, gehorchend dem Gesetze Gottes. Er will das Göttliche durchaus nur überirdisch sehen, und hat sich doch leider schon so gekettet, dass er nicht fähig wäre, überirdisches noch richtig zu erschauen, viel weniger es zu ertragen. Das ist aber auch gar nicht nötig!

Der Mensch, der in den natürlichen Gesetzen aller Schöpfung seines Gottes Willen sucht, wird ihn auch bald darin erkennen, und zuletzt wissen, dass ihm Göttliches nur in den Wegen dieser ehernen Gesetze kommen kann, nicht anders. Er wird als Folge davon wachsam werden und alles ihm darin Begegnende sorgfältig prüfen, aber nur im Hinblick auf die göttlichen Gesetze, nicht auch der Menschen Anschauung. So wird er auch zu rechter Stunde den erkennen, der ihm Befreiung in dem Worte bringt. Durch eigenes Prüfen des Gebrachten, nicht durch das Geschrei der Massen.

Ein jeder Denkende wird schon allein darauf gekommen sein, daß Gottessohn und Menschensohn nicht eins sein können! Der Unterschied ist in den Worten selbst ganz deutlich ausgedrückt.

Die reine Göttlichkeit des Gottessohnes trug während seiner Aussen-dung und Menschwerdung naturgemäß gerade durch das reine Göttliche auch die Bedingung des Wiedereinswerdens mit der Göttlichkeit in sich. Es ist aus der Natur der Sache heraus gar nicht anders möglich. Das bestätigen auch die Hinweise des Gottessohnes selbst auf seine „Wiedereinswerdung mit dem Vater“, der Ausspruch seines „Wiedereingehens zum Vater“. Demnach musste des Gottessohnes Mission als Mittler zwischen der Gottheit und der Schöpfung eine beschränkte Zeitdauer haben. Der Gottessohn, der als reingöttlich durch die Anziehungskraft der stärkeren Gleichart unbedingt wieder zurückgezogen werden muß zu dem göttlichen Ursprunge, und nach dem Ablegen alles an ihm haftenden Außergöttlichen auch dort zu verbleiben gezwungen ist, konnte deshalb nicht ewiger Mittler bleiben zwischen der Gottheit und der Schöpfung mit der Menschheit. Somit wäre dann mit dem Wiedereingehen des Gottessohnes zum Vater eine neue Kluft entstanden, und der Mittler zwischen der reinen Göttlichkeit und der Schöpfung hätte wieder gefehlt. Der Gottessohn verkündete nun selbst der Menschheit das Kommen des Menschensohnes, der dann der ewige Mittler bleiben wird zwischen dem Göttlichen und der Schöpfung. Es liegt darin die gewaltige Liebe des Schöpfers zu seiner Schöpfung.

Der Unterschied des Menschensohnes zu dem Gottessohn liegt darin, dass der Menschensohn zwar aus dem Rein-Göttlichen geboren ist, aber gleichzeitig mit dem Bewußt-Geistigen verbunden wurde, so daß er wie mit einem Fuße in dem Göttlichen und mit dem anderen in dem höchsten Bewusst: Geistigen gleichzeitig steht. Er ist von jedem ein Teil und bildet so die unvergängliche Brücke zwischen dem Göttlichen und dem Gipfel der Schöpfung. Diese Verbindung aber bringt mit sich das Gebot des Getrenntbleibens von dem Rein-Göttlichen, das aber trotzdem das Eintreten in das Göttliche zuläßt, sogar bedingt.

Der geistige Zusatz zu dem Göttlichen verhindert nur eine Wiedereinswerdung, die sonst unausbleiblich wäre. Daß dies ein erneutes Liebesopfer des Schöpfers ist, und die Erfüllung einer Verheißung von derartiger Größe, wie nur Gott selbst sie geben und erfüllen kann, wird die Menschheit kaum jemals erfassen. Das ist der Unterschied zwischen dem Gottessohne und dem Menschensohne. Das gibt auch die Berechtigung zu der Bezeichnung Menschensohn; denn in ihm erfolgte eine Zwillingsgeburt, einmal als Sohn aus dem Göttlichen, und zum anderen Teil als Sohn aus dem Bewußt-Geistigen, dessen unbewußten Ausläufern der Keim des Menschengeistes entstammt.

Die Mission des Menschensohnes ist die Fortsetzung und Vollendung der Mission des Gottessohnes, da die Mission des Gottessohnes nur eine vorübergehende sein konnte. Sie ist also mit der Fortsetzung in der Vollen-dung gleichzeitig eine Befestigung derselben.

Während der Gottessohn unmittelbar in seine irdische Mission hineingeboren wurde, musste der Lauf des Menschensohnes vor seiner Mission einen weit größeren Kreis durchmessen; bevor er in den Beginn seiner eigentlichen Mission treten konnte. Er mußte als Bedingung zur Erfüllung seiner im Verhältnis zum Gotteslohne auch irdischeren Aufgabe, aus den höchsten Höhen kommend, auch die tiefsten Tiefen durchlaufen. Nicht nur jenseitig, sondern auch irdisch, um das ganze Weh, das ganze Leid der Menschen an sich selbst „erleben“ zu können. Erst dadurch ist er in der Lage, dann, wenn seine Stunde kommt, wirksam in die Mängel einzugreifen und hilfebringend Änderung zu schaffen. Aus diesem Grunde durfte er nicht neben dem Erleben der Menschheit stehen, sondern musste durch eigenes Erleben auch der bitteren Seiten mitten darin sein, auch darunter leiden. Wiederum nur um der Menschen willen musste diese seine Lehrzeit also vor sich gehen. Aber gerade dies, weil dem Menschengeiste in seiner Beschränkung derartig höhere Führung unverständlich bleibt, und er nur nach dem Äußeren zu urteilen fähig ist, wird man ihm zum Vorwurfe zu machen versuchen, um auch ihm wie Christus seiner Zeit seine Aufgabe zu erschweren. Gerade was er um der Menschen willen erleiden mußte, um die wundesten Punkte der Irrun-gen zu erkennen, was er also für das spätere Wohl der Menschen litt oder erlebend kennen lernte, wird man als Stein benutzen wollen, um ihn in aufsteigendem Hasse damit zu treffen, von dem in Furcht vor der Vernichtung erzitterndem Dunkel dazu angefacht.

Dass so etwas Unglaubliches trotz der Erfahrungen bei dem Erden-wallen des Gottessohnes nochmals geschehen kann, ist nicht unerklärlich, weil in Wirklichkeit mehr als die Hälfte der zur Zeit auf Erden weilenden Menschen überhaupt nicht auf diese gehören, sondern in viel tieferen und dunkleren Regionen reifen müßten! Nur durch den dauernden seelischen Rückgang in dem Überhandnehmen der Sklaven ihres eigenen Werkzeuges des begrenzten Verstandes liegt der Grund dazu. Der begrenzte Verstand als alleiniger Herrscher wird immer nur als rein-irdisch alles Materielle fördern, und damit auch die sich anschließenden üblen Nebenwirkungen großziehen. Der damit folgende Niedergang höhe-ren Begreifens bildete eine Bresche und reichte die Hand nach unten, an der Seelen zur Inkarnation heraufklimmen konnten, die sonst inihrer geistigen Schwere durch dichtere Dunkelheit nie bis zur Erdoberfläche hätten heraufkommen können. Vor allem sind es auch die reintieri-schen Empfindungen bei Zeugungen, sowie das sonstige Streben nach irdischen Genüssen, die in der demoralisierten Zeit schon seit Jahrhun-derten darauf hinwirken, dass sich minderwertige Seelen hinaufschwingen können. Dann umkreisen diese dauernd die werdenden Mütter und kommen bei Gelegenheit zur Inkarnation, weil vor dem Dunkel alles Lichte bisher freiwillig zurückwich, um nicht beschmutzt zu werden.

So konnte es nach und nach geschehen, dass die feinstoffliche Umgebung der Erde immer dichter und dunkler und damit auch schwerer wurde, von solcher Schwere, die sogar die grobstoffliche Erde selbst von einer Bahn fern hält, welche höheren geistigen Einflüssen zugänglicher wäre. Und da die Mehrzahl aller Inkarnierten eigentlich in Regionen gehören, die viel tiefer liegen als die Erde selbst, so wird deshalb auch darin nur eine göttliche Gerechtigkeit liegen, wenn solche Seelen hinweggefegt werden, um dahin zurückzusinken, wohin sie eigentlich gehören, wo sie bei ihrer absoluten Gleichart keine Gelegenheit mehr haben, sich noch neue Schuld aufzubürden, und dadurch besser einer aufsteigenden Änderung in dem Leiden ihrer Sphäre entgegenreifen

Nicht Menschenwille wird den gottgesandten Menschensohn einst erwählen können, sondern Gotteskraft soll ihn emporheben zur Stunde, wenn die Menschheit hilflos wimmernd um Erlösung fleht. Dann werden Schmähungen verstummen, da das Grauen solche Münder schließt, und willig wird man alle Gaben nehmen, die der Schöpfer den Geschöpfen durch ihn bietet. Doch wer sie nicht von ihm empfangen will, der wird verstoßen sein in alle Ewigkeit.




Vom gleichen Verfasser erschien soeben.

IM LICHTE DER WAHRHEIT


Preis, Kart. Mk. 6.-, Ganzleinen, Mk. 8.:0


Über dieses Buch wird geschrieben,

Das Buch wird Unruhe tragen in viele Kreise und wohl auch Familien, denn wie eine Fanfare schmettert es mitten in die Jetztzeit, rücksichtslos, hart und unerbittlich in der Logik der Gedankenenenwickelung. Ungelöste Fragen des Seins werden darin beantwortet von einem, dessen allumreißendes Erkennen und Erschauen so gewaltig wirkt, dass das Gelesene zum Denken, Prüfen und zum Vorwärts-schreiten zwingt. So manchem Leser wird wohl dabei ein Erschrecken kommen, das für den ernsten Menschen bis zum Grauen wachsen kann. Dann aber führt ihn Abdruschin auch bis zu freudigem Erkennen neuer, klarster Wege durch die ganze Schöpfung. Staunend sieht der Mensch. welch ungeheuere Wichtigkeit sein Dasein hat und welche Macht ihm zu Gebote steht, die er noch achtlos übersieht und dadurch zuletzt zu vernichtender Wirkung gegen sich selbst richtet.

Wer sich nicht davor fürchte, den Schleier dort zu heben, wo für ihn heute noch die größten Rätsel liegen, dem wird das Buch wie kaum ein zweites reichen Nutzen bringen. Es wird ihm tatsachlich zu lebendiger Gratsbotschaft.“

Das Buch ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen.Wonicht erhältlich, ist Bestellung direkt an den Verlag erbeten.

1 ) Vertrag: Auferstehung des Fleisches.

2 *)Buch: Im Lichte der Wahrheit, Vortrag: Schicksal.

3 ) Buch: Im Lichte der Wahrheit, Vortrag: „Der Interschied des Ursprungs von Mensch und Tier“.

4 **) Buch: Im Lichte der Wahrheit, Vortrag: „Geist“.

5 *) Buch Im Lichte der Wahrheit, Vortrag: Weltgeschehen

6) Buch: Im Lichte der Wahrheit Vortrag: Weltgeschehen

7) Buch: Im Lichte der Wahrheit, Vortrag: Das Jüngste Gericht.

8 Buch; Im Lichte der Wahrheit, Vortrag: Der Tod.

9 Buch: Im Lichte der Wahrheit. Vortrag: Schicksal

0


← Alle Vorträge · Startseite