Die unbefleckte Empfängnis und Geburt des Gottessohnes
Die unbefleckte Empfängnis ist nicht nur in körperlichem Sinne gemeint, sondern vor allen Dingen, wie vieles in der Bibel. in rein geistigem Sinne. Nur der, der die geistige Welt als wirklich bestehend und lebendig arbeitend anerkennt und empfindet, vermag den Schlüssel zum Verständnis der Bibel zu finden, das erst das Wort lebendig zu machen fähig ist. Allen Anderen wird sie stets ein Buch mit sieben Siegeln bleiben.
Unbefleckte Empfängnis in körperlichem Sinne ist jede Empfängnis, die aus reiner Liebe heraus erfolgt in innigem Aufschauen zu dem Schöpfer, wobei nicht sinnliche Triebe die Grundlage bilden, sondern nur mitwirkende Kräfte bleiben.
Dieser Vorgang ist in Wirklichkeit so selten, dass es begründet war, besonders hervorgehoben zu werden. Die Gewähr für Zurücksetzung sinnlicher Triebe wurde durch die Verkündigung geschaffen, die aus diesem Grunde auch extra erwähnt ist, weil sonst ein Glied in der Kette natürlichen Geschehens und straffen Zusammenarbeitens mit der geistigen Welt fehlen würde. Jungfrau Maria, sowieso schon mit allen Gaben ausgerüstet, ihre hohe Mission erfüllen zu können, kam zu bestimmter Zeit durch geistige Führung mit Personen zusammen, die tief eingedrungen waren in die Offenbarungen und Prophezeiungen über den kommenden Messias. Das war die erste Vorbereitung auf Erden, die Maria in die Bahn des eigentlichen Zieles drängte und sie vertraut machte mit allem, worin sie einmal selbst eine so große Rolle spielen sollte, ohne dass sie es zu jener Zeit schon wusste.
Die Binde wird Auserlesenen immer erst vorsichtig nach und nach gelockert, um der notwendigen Entwicklung nicht vorzugreifen; denn alle Zwischenstufen müssen ernsthaft erlebt sein, um zuletzt eine Erfüllung möglich zu machen. Zu frühes Bewusstsein der eigentlichen Aufgabe würde in der Entwicklung Lücken lassen, die eine spätere Erfüllung erschweren. In dauerndem Hinblick auf das Endziel kommt die Gefahr des zu schnellen Vorwärtsstürmens, wobei vieles übersehen oder nur leicht erlernt wird, was zur Ausfüllung der eigentlichen Bestimmung unbedingt ernsthaft erlebt sein muss. Ernsthaft erleben aber kann der Mensch immer nur das, was er jeweils als seine wirkliche Lebensaufgabe betrachtet. So auch bei Maria.
Als dann der Tag ihres inneren und äußeren Fertigseins gekommen war, wurde sie in einem Augenblick völligen Ausruhens und seelischen Gleichgewichtes hellsehend und hellhörend, das heißt, ihr Inneres öffnete sich der andersstofflichen Welt und sie erlebte die in der Bibel geschilderte Verkündigung. Die Binde fiel damit ab, sie trat bewusst in ihre Sendung ein.
Die Verkündigung wurde für Maria ein derartig gewaltiges und erschütterndes geistiges Erlebnis, dass es von Stunde an ihr ganzes Seelenleben vollständig ausfüllte. Es war hinfort nur auf die eine Richtung hin eingestellt, eine hohe, göttliche Gnade erwarten zu dürfen. Dieser Seelenzustand war vom Lichte aus durch die Verkündigung gewollt, um damit von vornherein Regungen niederer Triebe weit zurückzustellen und den Boden zu schaffen, worin ein reines irdisches Gefäß (der Kindeskörper) für die unbefleckte geistige Empfängnis erstehen konnte. Durch diese außergewöhnlich starke seelische Einstellung Marias wurde die spätere, den Naturgesetzen entsprechende körperliche Empfängnis eine „unbe-fleckte“.
Dass Maria schon alle Gaben für ihre Mission mitbrachte, also vorgeburtlich dazu ausersehen war, die irdische Mutter des kommenden Wahrheitsbringers Jesus zu werden, ist bei einiger Kenntnis der geistigen Welt und deren weitverzweigten Tätigkeit, die alles große Geschehen vorbereitend sich spielend über Jahrtausende schwingt, nicht schwer zu verstehen.
Mit diesem unter solchen Umständen als reinstes Gefäß werdenden Kindeskörper waren die irdischen Bedingungen gegeben zu einer „unbefleckten geistigen Empfängnis“, der Inkarnation, die in der Mitte der Schwangerschaft stattfindet.'
Hierbei handelt es sich nun nicht um eine der vielfach auf Inkarnation wartenden Seelen oder Geistfunken, die zur Entwicklung ein Erdenleben durchwandern wollen oder müssen, deren feinstofflicher Leib (oder Gewand) mehr oder weniger getrübt, also befleckt ist, wodurch die direkte Verbindung mit dem Licht verdunkelt und zeitweise ganz abge-schnitten wird. In Betracht kam ein ganzes Stück reiner Gottwesenheit, die aus Liebe zu der in Dunkelheit irrenden Menschheit gegeben wurde, stark genug, um eine direkte Verbindung mit dem Urlichte nie unterbrechen zu lassen. Das ergab eine innige Verbindung zwischen der Gottheit und der Menschheit in diesem Einen, die einer leuchtenden Säule nie versiegender Reinheit und Kraft glich, an der alles Niedere abgleiten musste. So erstand auch die Möglichkeit zur Überbringung ungetrübter Wahrheit, aus dem Licht geschöpft, sowie der Kraft für die als Wunder erscheinenden Handlungen.
Die Erzählung von den Versuchungen in der Wüste zeigt, wie die Bemühungen dunkler Strömungen zur Befleckung an der Reinheit des Empfindens, ohne Schaden anrichten zu können, abfielen.
Nach der körperlichen unbefleckten Empfängnis Marias konnte also die in der Mitte der Schwangerschaft erfolgende Inkarnation direkt aus dem Lichte kommen, mit einer Stärke, die eine Trübung auf den Zwischenstufen zwischen Licht und Mutterleib nicht zuließ, also auch eine „unbefleckte geistige Empfängnis“ brachte.
Es ist demnach vollkommen richtig, von einer unbefleckten Emp-fängnis zu sprechen, die bei der Zeugung Jesu körperlich und geistig erfolgte, ohne dass ein Gesetz der Schöpfung dabei umgangen, verändert oder für diesen besonderen Fall neu geformt zu werden brauchte.
Der Mensch darf nun nicht denken, dass darin ein Widerspruch liegt, da verheißen ist, dass der Heiland von einer Jungfrau geboren werden sollte.
Den Widerspruch bringt lediglich die falsche Deutung des Ausdruckes „Jungfrau“ in der Verheißung. Wenn diese von einer Jungfrau spricht, so nimmt sie nicht einen engeren Begriff an, noch viel weniger die Anschau-ung eines Staates, sondern es kann sich nur um einen großen Mensch-heitsbegriffhandeln.
Verengte Anschauung müßte die Tatsache feststellen, dass eine Schwangerschaft und eine Geburt an sich schon, ohne dabei an die Zeugung zu denken. die Jungfrauenschaft in gewöhnlichem Sinne aus-schließt. Die Verheißung aber meint solche Dinge nicht. Es ist damit gesagt, dass Christus unbedingt als erstes Kind einer Jungfrau geboren werden wird, also von einem Weibe, das noch nie Mutter war. Bei diesem sind alle Organe, die zur Entwicklung des Menschenkörpers gehören, jungfräulich, das heißt, sie haben sich in dieser Art vorher noch nie betätigt, es ist aus diesem Leibe noch kein Kind hervorgegangen. Bei jedem ersten Kinde müssen ja die Organe im Mutterleibe noch jungfräulich sein. Nur das allein konnte bei einer so weitausgreifenden Prophezeihung in Betracht kommen, weil jede Verheißung nur in unbedingter Folgerichtigkeit der arbeitenden Schöpfungsgesetze sich erfüllt und in dieser zuverlässigen Voraussicht auch gegeben wird“ *1)
Bei der Verheißung ist also „das erste Kind“ gemeint, und deshalb der Unterschied von Jungfrau und Mutter gemacht worden. Ein anderer Unterschied kommt nicht in Betracht, da die Begriffe von Jungfrau und Frau nur durch die rein staatlichen oder gesellschaftlichen Einrichtungen der Ehe entstanden sind, die auf keinen Fall bei einer solchen Verheißung gemeint werden.
Bei der Vollkommenheit der Schöpfung als Werk Gottes ist der Zeugungsakt absolut notwendig; denn die Allweisheit des Schöpfers hat in der Schöpfung von Urbeginn an alles so eingerichtet, dass nichts zu viel oder überflüssig ist. Wer einen derartigen Gedanken liegt. sagt damit gleichzeitig, dass das Werk des Schöpfers nicht vollkommen sei. Dasselbe gilt dem, der behauptet, dass die Geburt Christi ohne normale vom Schöpfer der Menschheit vorgeschriebene Zeugung vor sich ging. Es muss eine normale Zeugung durch einen Menschen von Fleisch und Blut erfolgt sein! Auch in diesem Falle.
Jeder Mensch, der sich dessen richtig bewusst ist, preist den Schöpfer und Herrn damit mehr, als solche, die andere Möglichkeiten zulassen wollen. Die Ersteren setzen damitein so unerschütterliches Vertrauen in die Vollkommenheit ihres Gottes, dass nach ihrer Überzeugung in den von ihm bedingten Gesetzen eine Ausnahme oder Veränderung überhaupt nicht möglich ist. Und das ist der größere Glaube! Außerdem spricht ja auch alles andere Geschehen unbedingt dafür. Christus wurde Erdenmensch. Mit diesem Entschluss musste er sich auch den zur grobstofflichen Fortpflanzung von seinem Vater gewollten Gesetzen unterwerfen, da die Vollkommenheit Gottes dies bedingt
Wenn darauf gesagt werden soll, dass „bei Gott kein Ding unmöglich ist“, so befriedigt eine derart verdeckte Erklärung nicht; denn in diesem Ausspruche ruht wieder ein ganz anderer Sinn, als es sich viele Menschen in ihrer Bequemlichkeit vorstellen. Es braucht ja auch nur gesagt werden, dass Unvollkommenheit, Unlogik, Ungerechtigkeit, Willkür und vieles andere bei Gott unmöglich ist, um dem Wortlaute dieses Satzes nach dem gewöhnlichen Begriffe zu widersprechen. Auch könnte man begründen, dass, wenn in diesem Sinne bei Gott kein Ding unmöglich ist, er ebenso gut hätte mit einem einzigen Willensakte alle Menschen der Erde gläubig machen können! Dann brauchte er nicht seinen Sohn mit der Menschwerdung dem irdischen Ungemache und dem Kreuzestode auszusetzen. Dieses gewaltige Opfer wäre erspart geblieben. Dass es aber so geschah, zeugt für die Unbeugsamkeit der von Anfang an laufenden göttlichen Gesetze in der Schöpfung, in die ein gewaltsamer Eingriff zu irgendeiner Änderung durch deren Vollkommenheit nicht möglich ist.
Darauf könnte von blind streithafter Seite wiederum hartnäckig entgegnet werden, dass es Gottes Wille war, wie es geschah. Das ist ganz richtig gesagt, aber durchaus kein Gegenbeweis, sondern in Wirklichkeit ein Zugeben vorstehender Begründung, wenn man die naivere Auffassung wegfallen lässt und tiefere Erklärung folgt, die alle Aussprüche geistiger Art unbedingt verlangen.
Es war Gottes Wille! Das hat aber mit einer Willkür nichts zu tun, sondern es bedeutet im Gegenteil nichts anderes, als die Bestätigung der von Gott in die Schöpfung gelegten Gesetze, die seinen Willen tragen, und die damit verbundene unbedingte Einfügung in dieselben, die eine Ausnahme oder Umgehung nicht zulassen. Gerade in der Erfüllungs-notwendigkeit zeigt und betätigt sich ja Gottes Wille.
Deshalb musste sich auch Christus zur Ausführung seiner Mission unabwendbar allen Naturgesetzen, also dem Willen seines Vaters, unterwerfen. Dass Christus dies alles tat, beweist sein ganzes Leben. Die normale Geburt, das Wachstum, der auch bei ihm eintretende Hunger und die Ermüdung, die Leiden und zuletzt der Kreuzestod. Allem, dem ein irdischer Menschenkörper unterworfen ist, war auch er unterworfen. Warum soll nun einzig und allein die Zeugung anderer Art gewesen sein, wozu absolut keine Notwendigkeit vorlag. Gerade in der Natürlichkeit wird des Heilandes Aufgabe noch größer, durchaus nicht kleiner! Ebenso ist Maria deshalb nicht weniger begnadet gewesen in ihrer hohen Berufung
Der Kreuzestod des Gottessohnes und das Abendmahl.
Bei Christi Tod zerriss im Tempel der Vorhang, der das Allerheiligste von der Menschheit abschloss. Dieser Vorgang wird als Symbol dafür angenommen, dass mit dem Opfertod des Heilandes im gleichen Augenblicke die Trennung zwischen der Menschheit und der Gottheit aufhörte, also eine direkte Verbindung geschaffen wurde.
Die Deutung ist aber falsch. Mit der Kreuzigung lehnten die Menschen den Gottessohn als den erwarteten Messias ab, wodurch die Trennung größer wurde! Der Vorhang zerriss, weil das Allerheiligste daraufhin nicht mehr notwendig war. Es wurde den Blicken und unreinen Strömungen geöffnet, da, symbolisch ausgedrückt, das Göttliche nach dieser Tat seinen Fuß nicht mehr auf die Erde setzte, womit das Allerheiligste überflüssig wurde. Also gerade das Gegenteil der bisherigen Deutungen, in denen sich wiederum wie so oft nur eine große Überhebung des Menschengeistes zeigt.
Der Tod am Kreuze war auch nicht ein notwendiges Opfer, sondern ein Mord, ein regelrechtes Verbrechen Jede andere Erklärung ist eine Umschreibung, die entweder als Entschuldigung gelten soll oder aus Unwissenheit heraus erstand. Christus kam durchaus nicht auf die Erde in der Absicht, sich kreuzigen zu lassen. Darin ruht auch die Erlösung nicht! Sondern Christus wurde gekreuzigt als lästiger Wahr-heitsbringer um seiner Lehren willen.
Nicht sein Kreuzestod konnte und sollte die Erlösung bringen, sondern die Wahrheit, die er der Menschheit in seinen Worten gab!
Die Wahrheit war aber den damaligen Religions- und Tempelführern unbequem, ein Ärgernis, weil sie ihren Einfluss stark erschütterte. Genau wie es auch heute an so manchen Stellen wieder sein würde. Die Menschheit hat sich darin nicht geändert. Die damaligen Führer stützten sich wie auch die heutigen zwar auf alte, gute Überlieferungen, aber diese waren durch Ausübende und Erklärende zu nur starrer, leerer form geworden, ohne noch in sich lebendig zu sein. Dasselbe Bild, wie es sich heute vielfach wieder zeigt.
Der aber dieses notwendige Leben in das bestehende Wort bringen wollte, brachte damit selbstverständlich einen Umsturz in der Ausübung und der Erklärung, nicht in dem Worte selbst Er befreite das Volk von der niederzwingenden Starrheit und Hohlheit, erlöste es davon, und das war denen ganz natürlich großes Ärgernis, die bald erkennen konnten, wie energisch damit in die Zügel ihrer falschen Führung eingegriffen wurde.
Deshalb musste dieser Wahrheitsbringer und Befreier von der Last der irrtümlichen Auslegungen verdächtigt und verfolgt werden. Als es trotz aller Mühe nicht gelang, ihn lächerlich zu machen, suchte man ihn als unglaubwürdig hinzustellen. Die „irdische Vergangenheit“ als Zimmer-mannssohn musste dazu dienen, ihn als „ungelehrt und deshalb minderwertig für ein Aufklären“ zu stempeln! Als einen „Laien“. Genau wie es auch heute ist bei Jedem, der dem starren, alles freie, lebendige Aufwärtsstreben schon im Keim erdrückenden Dogma zu nahe tritt. Auf seine Aufklärungen selbst ging vorsichtigerweise niemand von den Gegnern ein, da sie ganz richtig fühlten, dass sie bei reiner sachlicher Entgegnung unterliegen mussten. So blieben sie bei der böswilligen Verleumdung durch ihre käuflichen Organe, bis sie zuletzt nicht scheuten, bei einem für sie günstigen Moment ihn öffentlich und fälschlich anzuklagen und ans Kreuz zu bringen, um mit ihm die Gefahr für ihre Macht und Ansehen zu bannen.
Dieser gewaltsame, damals durch die Römer übliche Tod war nicht als solcher die Erlösung und brachte sie auch nicht Er löste keine Schuld der Menschheit, befreite sie von nichts, sondern er belastete die Menschheit als ein Mord im niedrigsten Sinne nur noch mehr!
Wenn sich nun bis heute hier und da ein Kult daraus entwickelt hat, in diesem Morde eine notwendige Hauptsache des Erlösungswerkes des Gottessohnes zu sehen, so wird derMensch damit gerade von dem Wertvollsten abgezogen, das die Erlösung einzig und allein zu bringen vermag. Es lenkt ihn ab von der eigentlichen Mission des Heilandes, von dem, was sein Kommen aus dem Göttlichen zur Erde notwendig machte. Das war aber nicht, um den Tod am Kreuze zu erleiden. sondern um in den Wust der den Menschengeist herabzerrenden dogmatischen Starrheit und Hohlheit hinein die Wahrheit zu verkünden! Die Dinge zwischen Gott, der Schöpfung und den Menschen so zu schildern, wie sie wirklich sind. Dadurch musste alles das, was der begrenzte Menschengeist dazu erklügelt hatte, und was die Wirklichkeit verdeckte, von selbst kraftlos abfallen. Erst dann konnte der Mensch den Weg klar vor sich sehen, der ihn aufwärts führt
Nur in dem Bringen dieser Wahrheit und der damit verbundenen Befreiung von Irrtümern ruht die Erlösung einzig und allein!
Es ist die Erlösung von dem unklaren Blick, von blindem Glauben. Das Wort „blind“ kennzeichnet ja genug den falschen Zustand.
Das Abendmahl vor seinem Tode war ein Abschiedsmahl Wenn Christus sagte: „Nehmet, esset, das ist mein Leib. Trinket, alle daraus, das ist mein Blut des neuen Testamentes, welches vergossen wird für Viele, zur Vergebung der Sünden“, so erklärte er damit, dass er sogar diesen Kreuzest auf sich zu nehmen gewillt war, nur damit er die Gelegenheit hatte, der verirrten Menschheit die Wahrheit in seinen Erläuterungen zu bringen, die einzig und allein den Weg zur Vergebung der Sünden zeigt.
Er sagt auch ausdrücklich. „zur Vergebung für Viele“, und nicht etwa „zur Vergebung für Alle!“ Also nur für die, die seine Aufklärungen beherzigen, lebendige Nutzanwendungen daraus ziehen.
Sein durch den Kreuzestod zerstörter Leib und sein vergossenes Blut sollen dazu beitragen, die Notwendigkeit und den Ernst der durch ihn gebrachten Aufklärung zu erkennen. Diese Dringlichkeit soll durch die Wiederholung des Abendmahles und in dem Abendmahle lediglich unterstrichen werden!
Dass der Gottessohn selbst vor einer solchen Feindschaft der Menschheit nicht zurückschreckte, deren Wahrscheinlichkeit im voraus schon vor seinem Kommen erkannt war,*2) sollte ganz besonders auf die verzweifelte Lage des Menschengeistes hinweisen, die nur durch das Ergreifen des Rettungsseiles der unverhüllten Wahrheit vom Untergange zurückgerissen werden konnte.
Der Hinweis des Gottessohnes im Abendmahle auf seinen Kreuzestod ist lediglich eine letztmalige ausdrückliche Betonung der zwingenden Notwendigkeit seiner Lehren, die zu bringen er gekommen war!
Bei dem Genuss des Abendmahles nun soll sich ein jeder Mensch stets von neuem bewusst werden, dass der Gottessohn selbst die Voraussetzung eines Kreuzestodes durch die Menschheit nicht scheute, und Leib und Blut dafür hingab, um der Menschheit das Empfangen der Schilderung des wirklichen Geschehens in dem Weltall zu ermöglichen, das die Auswirkungen der den göttlichen Willen tragenden, unverschiebbaren Schöpfungsgesetze deutlich zeigt! Mit dieser Erkenntnis des bitteren Ernstes, der die brennende Notwendigkeit der Botschaft zur Errettung hervorhebt, soll immer wieder neue Kraft in den Menschen erstehen, neuer Antrieb, den klaren Lehren Christi wirklich nachzuleben, sie nicht nur richtig zu verstehen, sondern auch in allem darnach zu handeln. Damit wird ihm dann auch Vergebung seiner Sünden und Erlösung! Nicht anders. Auch nicht unmittelbar Aber er findet sie unbedingt auf dem Wege, den Christus in seiner Botschaft zeigt.
Aus diesem Grunde soll das Abendmahl den Vorgang immer wieder neu beleben, damit der allein rettende Eifer zur Befolgung der unter so großem Opfer gebrachten Lehren nicht abschwächt; denn durch ein-setzende Gleichgültigkeit oder nur äußere Formen verlieren die Menschen dieses Rettungsseil und sinken zurück in die Arme der Irrungen und des Verderbens.
Es ist ein großer Fehler, wenn die Menschen glauben, durch den Kreuzestod sei die Vergebung ihrer Sünden gewährleistet. Dieser Gedanke zieht den furchtbaren Schaden nach sich, dass alle die, so daran glauben, dadurch von dem wahren Wege zur Erlösung zurückgehalten werden, der einzig und allein darin liegt, nach dem Worte des Heilandes zu leben, nach den Erläuterungen, die er als Wissender und alles Überschauender gab. Und diese Erläuterungen zeigen in praktischen Bildern die notwendige Einhaltung und Beachtung des in den Schöpfungsgesetzen liegenden göttlichen Willens, sowie deren Auswirkungen bei Einhaltung und bei Nichtein-haltung.
Sein Erlöserwerk lag in dem Bringen dieser Aufklärung, welche die Mängel und die Schäden der Religionsausübung zeigen musste, weil sie die Wahrheit in sich trug, damit sie Licht gab in die steigende Verdunkelung des Menschengeistes. Es lag nicht in dem Tod am Kreuze, ebenso wenig wie das Abendmahl oder die geweihte Hostie direkt Vergebung der Sünden bieten kann. Der Gedanke ist gegen jedes göttliche Gesetzt Damit fällt auch die Macht der Menschen, Sünden zu vergeben. Ein Mensch hat nur das Recht und auch die Macht, das zu vergeben, was ihm durch einen anderen selbst geschah, und auch nur dann, wenn sein Herz unbeeinflusst darnach drängt
Wer ernsthaft nachdenkt, der wird auch die Wahrheit und somit den wahren Weg erkennen! Die Denkfaulen und Trägen aber, die das ihnen von dem Schöpfer überlassene Lämpchen, also die Fähigkeit des Prüfen und Durchleuchtens, gleich den törichten Jungfrauen in dem Gleichnisse nicht mit aller Aufmerksamkeit und Mühe dauernd in Ordnung und bereit halten, können leicht die Stunde versäumen, wenn das „Wort der Wahrheit“ zu ihnen kommt. Da sie sich einschläfern ließen in müde Gemächlichkeit und blinden Glauben, so werden sie durch ihre Trägheit nicht fähig sein, den Wahrheitsbringer oder Bräutigam zu erkennen. Sie müssen dann zurückbleiben, wenn die Wachsamen eingehen in das Reich der Freude.
Auferstehung
des
irdischen Körpers Christi
Vollkommen ist Gott, der Herr Vollkommen sein Wille, der in ihm ist, und der aus ihm hervorgeht, um das Schöpfungswerk zu zeugen und zu erhalten. Vollkommen sind deshalb auch die Gesetze, die in seinem Willen die Schöpfung durchziehen.
Vollkommenheit aber schließt jedes Abbiegen von vornherein aus. Das ist die Grundlage, die den Zweifel an so vielen Behauptungen unbedingt berechtigt! Manche Lehren widersprechen sich selbst, indem sie ganz richtig die Vollkommenheit Gottes lehren, gleichzeitig aber im striktesten Gegensatze Behauptungen aufstellen und Glauben verlangen an Dinge, die eine Vollkommenheit Gottes und seines Willens, der in den Gesetzen der Schöpfung liegt, ausschließen.
Damit aber wurde der Krankheitskeim in so manche Lehre gesenkt. Ein bohrender Wurm, der den ganzen Bau einst zusammenbrechen lassen muss. Der Zusammenbruch ist dort umso unausbleiblicher, wo solche Widersprüche zu Grundpfeilern gemacht wurden, die die Vollkommenheit Gottes nicht nur in Zweifel ziehen, sondern sie direkt absprechen! Dieses Absprechen der Vollkommenheit Gottes gehört sogar zu bedingten Glau-bensbekenntnissen, die das Eintreten in Gemeinschaften erst ermöglichen.
Da haben wir die Rede von der Auferstehung des Fleisches, im Hinblick auf die Auferstehung des irdischen Körpers des Gottessohnes, die von den meisten Menschen ganz gedankenlos aufgenommen wird, ohne die geringste Spur eines Verständnisses zu hinterlassen. Andere wieder machen sich diese Behauptung mit vollkommen bewusster Unkenntnis zu eigen, da ihnen der Lehrer fehlte, der eine richtige Erklärung dafür geben konnte.
Welches traurige Bild bietet sich da einem ruhig und ernst beobachtenden, Menschen Wie kläglich steht eine solche Schar vor ihm, die sich sehr oft noch stolz als Eiferer ihrer Religion ansehen, als strenge Gläubige, wenn sie den Eifer darin zeigen, vorschnell in unwissender Überhebung auf Andersdenkende herabzusehen, nicht denkend, dass gerade das als untrügliches Zeichen hilflosen Unverständnisses genommen werden muss,
Wer ungefragt wichtige Dinge als seine Überzeugung aufnimmt und bekennt, zeigt damit grenzenlosen Gleichmut, aber keinen wahren Glau-ben.
In diesem Lichte steht ein solcher Mensch vor dem, das er das Höchste und das Heiligste zu nennen pflegt, was ihm den Inhalt und den Halt fürs ganze Sein bedeuten soll.
Damit ist er nicht ein lebendiges Glied seiner Religion, dem Aufstieg und Erlösung werden kann, sondern tönendes Erz, nur eine inhaltlose, klingende Schelle, der die Gesetze seines Schöpfers nicht versteht und sich auch nicht darum bemüht, sie zu erkennen.
Für alle, die so handeln, bedeutet es Stillstand und Rückgang auf dem Wege, der sie zu Entwicklungs- und Förderungszwecken durch die Stofflichkeit dem Lichte der Wahrheit zuführen soll
Auch die falsche Auffassung der Auferstehung des Fleisches ist wie jede andere irrtümliche Anschauung ein künstlich erzeugtes Hemmnis, das sie mit hinüber nehmen in das Jenseits, vor dem sie dann auch dort stehen bleiben müssen und nicht weiter kommen, da sie sich nicht allein davon befreien können; denn falscher Glaube hängt an ihnen fest und bindet sie derart, dass ihnen jeder freie Ausblick zu der lichten Wahrheit abgeschnit-ten ist.
Sie wagen nicht anders zu denken, und können deshalb auch nicht weiter. Damit kommt die Gefahr, dass die so sich-selbst-gebunden-haltenden Seelen auch noch die letzte Zeit zum Freiwerden versäumen, und nicht rechtzeitig emporsteigen zum Licht, wodurch sie mit in die Zersetzung gleiten müssen, und die ewige Verdammnis als ihr Endziel finden.
Ewige Verdammnis ist das dauernd Ausgeschaltetsein vom Licht. Ein durch sich selbst aus der Natur des folgerichtigem Geschehens heraus für immer davon abgetrennt bleiben, in das Licht als vollbewusst entwickelte Persönlichkeit zurückkehren zu können. Dieser Umstand tritt durch das Hineingezogenwerden in die Zersetzung ein, die neben dem feinstofflichen Körper auch alles geistig als persönlich-bewußtes Gewonnene zerstäubt und auflöst.*3) Das ist dann der so genannte „geistige Tod“, von dem es keinen Aufstieg zu dem Lichte mehr geben kann für das bewusste „Ich“. das sich bis dahin entwickelt hatte, während es bei einem Aufstiege nicht nur verbleibt, sondern sich bis zur geistigen Vollkommenheit weiter bildet.
Ein in falschem oder gedankenlos als eigen angenommenem Glauben Hinübergegangener bleibt gebunden und gehemmt, bis er in sich selbst durch andere Überzeugung lebendig und frei wird, und damit das Hindernis sprengt, das ihn durch sein eigenes Glauben davon zurückhält, den rechten und wahren Weg zu beschreiten und dort vorwärts zu gehen.
Diese Überwindung aber und die Kraftentfaltung, die es kostet, sich selbst von einem solchen Irrwahne zu lösen, ist ungeheuer; Schon der Schritt, einem solchen Gedanken nahe zu treten, erfordert geistig einen gewaltigen Auftrieb. So halten sich Millionen selbst gefangen und können dadurch nicht mehr die Kraft gewinnen, auch nur den Fuß zu heben, in dem verderbenbringenden Wahne, damit Unrecht zu tun. Sie sind wie gelähmt und auch verloren, wenn nicht die lebendige Kraft Gottes selbst den Weg zu ihnen sucht. Doch diese kann wiederum nur dann helfend eingreifen, sobald der Funke eines Wollens dazu in der Menschenseele ruht und ihr entgegenkommt.
In diesem an sich so einfachen und natürlichen Vorgange ruht eine Lähmung, wie sie entsetzlicher und verderbenbringender nicht sein kann Wird doch damit der Segen der dem Menschen anvertrauten freien Entschlusskraft durch falsche Anwendung zum Fluche. Ein Jeder hat es stets selbst in der Hand, sich auszuschließen oder anzuschließen. Und gerade darin rächt es sich furchtbar, wenn sich ein Mensch blindlings einer Lehre anvertraut, ohne sorgfältigste und ernsteste Prüfung! Die Trägheit darin kann ihm sein ganzes Sein kosten!
Der ärgste Feind des Menschen rein irdisch ist die Bequemlichkeit. Bequemlichkeit aber im Glauben wird sein geistiger Tod!
Wehe denen, die nicht bald erwachen und sich aufraffen zu schärfster Prüfung alles dessen, was sie Glauben nennen! Verderben aber wartet derer, die so großes Elend verschulden! Die als falsche Hirten ihre Schafe in trostlose Wildnisführen. Nichts anderes vermag ihnen zu helfen als das Zurückgeleiten der verirrten Schafe auf den wahren Weg. Die große Frage dabei aber ist, ob ihnen dazu noch genügend Zeit verbleibt. Es prüfe jeder deshalb sorgfältig sich selbst, bevor er seinen Nächsten zu belehren sucht.
Irrglauben ist Irrwahn! Und dieser hält den Menschengeist hier wie im Jenseits dicht und fest gebunden mit einer Stärke, die nur die lebendige Kraft des wahren Gotteswortes lösen kann.Deshalb lausche jeder seinem Rufe, den es trifft. Nur der den Ruf empfindet, für den ist er bestimmt! Ein solcher prüfe dann und wäge, und werde freit
Er vergesse dabei nicht, dass nur sein eigener Entschluss die Fessel sprengen kann, die er sich vorher selbst durch falschen Glauben auferlegte. Wie er sich in Bequemlichkeit oder in Trägheit einst entschloss, blind irgendeiner Lehre anzuhängen, die er nicht in allen Teilen ernsthaft prüfte, oder wie er Gott vielleicht zu leugnen suchte, nur weil er bisher nicht vermochte, selbst einen Weg zu ihm zu finden, der seinem berechtigten Bedürfnisse nach einer folgerichtigen Lückenlosigkeit entsprach, so muss auch jetzt wieder das erste Wollen von ihm selbst ausgehen zu dem rücksichtslosen Prüfen bei dem Suchen! Nur dann vermag er den durch seinen eigenen Willen bisher festgehaltenen Fuß zu heben und den ersten Schritt zu tun, der ihn zur Wahrheit und damit zur Freiheit in dem Lichte führt.
Er selbst und immer nur er selbst kann, soll und muss abwägen, weil er die Gabe dazu in sich trägt. Er muss ja auch alte Verantwortung nur auf sich selbst nehmen, so oder so, gleichviel, was er auch will und was er tut.
Schon das Bewusstsein müßte ihn zu schärfster Prüfung zwingen.
Gerade diese Verantwortung gibt einem jeden Menschen nicht nur das unbeschränkte Recht zu einer solchen Prüfung, sondern macht sie sogar zu der zwingendsten Notwendigkeit! Mag er es ruhig als gesunden Selbsterhaltungstrieb betrachten, das ist durchaus nicht unrecht! Er unterschreibt doch auch nicht irgendeinen irdischen Vertrag, der ihm eine Verantwortung auflegt, ohne diesen Wort für Wort genau zu prüfen und zu überlegen, ob er alles halten kann. Nicht anders ist es und viel ernster in den geistigen Beziehungen mit dem Entschluss, sich irgendeinem Glauben hinzugeben! Wenn die Menschen hierbei etwas mehr gesunden Selbsterhaltungstrieb betätigten, so würde dies nicht Sünde, sondern Segen sein!
Auferstehung des Fleisches! Wie kann das Fleisch der Grobstoff-lichkeit hinaufsteigen in das reingeistige Reich Gottvaters! Grobstoff-lichkeit, die nicht einmal in die Feinstofflichkeit des Jenseits überzutreten vermag. Alles Grobstoffliche, auch sogar das Feinstoffliche, ist nach den ewigen Naturgesetzen der Zersetzung unterworfen. Ausnahmen oder Abweichungen darin gibt es nicht, weil die Gesetze vollkommen sind. Demnach kann auch Grobstoffliches nach erfolgtem Tode nicht aufsteigen in das Reich des Vaters, oder auch nur in das der Zersetzung ebenfalls unterworfene feinstoffliche Jenseits! Derartige Abbiegungen sind aus der Vollkommenheit der göttlichen Naturgesetze heraus einfach ein Ding der Unmöglichkeit!
Im Kleinen ist das alles auch ganz deutlich in den Gesetzen der Physik zu beobachten, die ebenfalls weiter nichts zeigen als die unverrückbaren Schöpfergesetze, welche wie alles in dem ganzen Sein auch das Gebiet durchziehen.
Alles Bestehende ist doch den einheitlichen Entstehungsgesetzen unterworfen, die klar und deutlich den einfachen, aber nicht verschieb-baren göttlichen Willen in sich tragen. Nichts vermag davon abgetrennt zu werden.
Es ist deshalb umso bedauerlicher, wenn einige Lehren gerade diese sich darin zeigende gewaltige Größe Gottes nicht anerkennen wollen, womit er der Menschheit mit ihrem Verstehen sichtbar so nahe tritt!
Jede Lehre weist ganz richtig auf die Vollkommenheit Gottes hin. Ist jedoch der Ursprung oder Urquell als solcher vollkommen, so kann auch nur Vollkommenes aus ihm hervorgehen. Demnach müssen notwendiger-weise auch die in den daraus hervorgegangenen Willensakten liegenden Schöpfungsgesetze vollkommen sein. Es lässt sich ganz natürlicher Weise das eine nicht von dem anderen trennen. Diese vollkommenen Schöpfungsgesetze durchziehen als Naturgesetze alles Entstandene und halten es. Vollkommenheit ist aber nun gleichbedeutend mit Unabänder-lichkeit. Das ergibt, dass ein Abbiegen in diesen Grund- oder Naturgesetzen ganz unmöglich ist. Mit anderen Worten: Es können unter keinen Umständen Ausnahmen vorkommen, die allem sonstigen Geschehen in dessen Natürlichkeit widersprechen.
So kann auch keine Auferstehung des Fleisches erfolgen, das als grobstofflich unbedingt an die Grobstofflichkeit gebunden bleibt!
Da alle die Urgesetze aus der göttlichen Vollkommenheit hervorge-gangen sind, wird auch nie ein neuer Willensakt Gottes in anderer Form sich entwickeln können als in der von Urbeginn der Schöpfung an gegebenen.
Wenn sich so manche Lehre dieser Selbstverständlichkeit verschließt, die durch die Vollkommenheit Gottes unbedingt gegeben ist, so beweist sie damit, dass ihre Grundlagen falsch sind, dass sie auf an Raum und Zeit gebundenen Menschenverstand aufgebaut sind, und demnach keinen Anspruch machen dürfen auf Gottesbotschaft, die keine Lücken zeigen würde, da eine solche nur aus der Vollkommenheit kommen kann, aus der Wahrheit selbst, die lückenlos ist und auch in ihrer einfachen Größe verständlich. In erster Linie natürlich, weil die von den Menschen genannte Natur aus der Vollkommenheit des göttlichen Willens hervorging und heute noch ihre Lebendigkeit in unveränderter Art erhält, damit aber auch keinen Ausnahmen unterworfen sein kann.
Als Christus zur Erde kam, um die Gottesbotschaft der Wahrheit zu verkünden, mußte er sich deshalb auch wie jeder Mensch eines grobstofflichen Körpers bedienen, also des Fleisches. Darin müßte schließlich schon jeder denkende Mensch die Unabänderlichkeit der Naturgesetze erkennen, wie auch in dem durch die Kreuzigung erfolgten körperlichen Tode.
Dieses grobstoffliche Fleisch aber konnte nach diesem Tode auch keine Ausnahme bilden, sondern musste in der grobstofflichen Welt verbleiben! Es konnte nicht auferstehen,umineine andereWelteinzugehen!DiefeststehendengöttlichenodernatürlichenGesetzelassendasdurchihreausdemgöttlichenWillenhervorgegangeneVollkommenheitnichtzu.Könnenesgarnicht,sonstwürdensienichtvollkommensein,unddaszögewiederumnachsich,dassauchGottesWille,seineKraftunderselbstnichtvollkommenist.
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WennFleischwirklichauferstehensoll,sokanndiesnurderartgeschehen,dassdiemitdemgrobstofflichenKörpernochdurcheinefeinstofflicheSchnurlangeZeitverbundeneSeeleindiesenKörperzurückgerufenwird.*4)DasistdennatürlichenGesetzenentsprechendnurwährendderZeitmöglich,solangedieseSchnurbesteht.IstdieseSchnureinmalgelöst;sowürdeeineAuferweckung,alsoeinZurückrufenderSeeleindenbisherigengrobstofflichenKörperunmöglichsein!AuchdasunterliegtstrengdenlückenlosenNaturgesetzen,undsogarGottselbstvermöchteesnicht,weilesjagegenseineeigenenvollkommenenGesetzewäre,gegenseinenvollkommenenWillen, der selbsttätig in der Natur arbeitet. Gerade aus dieser VollkommenheitherauswürdeerauchnieaufeinensounvollkommenenGedankenkommenkönnen,dernureinWillkürsaktseinmüsste.HierzeigtsichwiedereineanscheinendeGebundenheit Gottes in dem Schöpfungswerke durch seine lückenlose Vollkommenheit, die in jedem Falle erfüllt werden muss und keine Änderung zulässt, die aber auch weder beabsichtigt noch notwendig ist. Es ist durchaus kein wirkliches Gebundensein Gottes, sondern es erscheint dem Menschen nur in manchen Dingen als solches, weil er nicht das ganze Geschehen zu überblicken vermag. Und dieses Nichtüberblickenkönnen des Ganzen bringt ihn dazu, an sich ganz gut und ehrerbietig gemeint, von seinem Gotte Willkürsakte zu erwarten, die scharf gedacht die göttliche Vollkommenheit nur verkleinern müssen. Das von den Menschen dabei in aller Demut gemeinte Gute wird also in diesem Falle nicht zum ehrfurchtsvollem Emporblicken, sondern zum Herabziehen in die ganz natürliche Beschränkung des menschlichen Geistes.
Die unbedingte Einhaltung der göttlichen Willens- oder Naturgesetze betätigte sich auch bei der Erweckung des Lazarus, wie bei dem Jünglinge zu Nain. Diese konnten erweckt werden, weil die Verbindungsschnur mit der Seele noch bestand. Auf den Ruf des Meisters konnte die Seele wiedereins werden mit dem Körper. Dieser aber war dann gezwungen, nach den Naturgesetzen in der grobstofflichen Welt zu verbleiben, bis eine neue Lösung zwischen dem grobstofflichen und dem feinstofflichen Körper kam, die dem letzteren ermöglichte, in das feinstoffliche Jenseits einzugeben, also ein neues, grobstoffliches Absterben erfolgte.
Das Hinübergehen des grobstofflichen Körpers in eine andere Welt ist aber ein Ding der Unmöglichkeit. Wäre der Geist Christi wieder in den grobstofflichen Körper zurückgekehrt, oder hätte er diesen vielleicht gar nicht verlassen, so würde er gezwungen gewesen sein, noch so lange in der Grobstofflichkeit zu bleiben, bis ein neues Absterben erfolgte, nicht anders.
Ein Auferstehen zu einer anderen Welt im Fleische ist vollkommen ausgeschlossen, für die Menschen wie auch damals für den menschge-wordenen Christus!
Der irdische Leib des Erlösers ging denselben Weg, den jeder andere grobstoffliche Leib zu gehen hat, nach den Naturgesetzen des Schöpfers.
Jesus von Nazareth, der Gottessohn, ist demnach nicht fleischlich auferstanden!
Es wird nun trotz aller Logik und der gerade darin enthaltenen viel größeren Gottesverehrung noch viele geben, die in der Blindheit und Trägheit ihres falschen Glaubens so einfachen Wegen der Wahrheit nicht folgen wollen. So manche wohl auch, die aus eigener Einengung nicht folgen können. Andere wieder, die mit voller Absicht wütend dagegen zu kämpfen versuchen, aus der begründeten Angst heraus, dass damit ihr mühsam errichtetes Gebäude bequemen Glaubens zusammenbrechen muss.
Es kann ihnen nichts nützen, wenn sie sich als Grundlage nur auf die wörtlichen Überlieferungen stützen; denn auch die Jünger waren Menschen. Es ist ja nur rein menschlich, wenn die damals durch alles furchtbare Geschehen stark erregten Jünger bei der Erinnerung in ihre Schilderungen manche eigenen Gedanken mit verwoben, die durch das vorangegangene Erschauen ihnen selbst noch unerklärlicher Wunder so manches anders wiedergaben, als es in Wirklichkeit gewesen war,
Ihre Niederschriften und Erzählungen wurzelten wie bei der irrtümlichen Verschmelzung des Gottessohnes und des Menschensohnes mehrfach zu stark auf eigenen menschlichen Voraussetzungen, die dann für später manche Irrtümer zu Grunde legten.
Auch wenn ihnen die stärkste geistige Inspiration helfend zur Seite stand, so greifen trotzdem bei der Wiedergabe Vorgefasste eigene Meinungen sehr stark mit ein und trüben oft das bestgewollteste und klarste Bild.
Jesus selbst hat aber keine Niederschriften vorgenommen, auf die allein man unbedingt sich streitbar stützen könnte.
Er würde nie etwas gesagt oder geschrieben haben, das sich mit den Gesetzen seines Vaters, den göttlichen Naturgesetzen oder des schöpferi-schen Willens, nicht voll und ganz in Einklang stellte. Sagte er doch selbst ausdrücklich:
„Ich bin gekommen, die Gesetze Gottes zu erfüllen!“
Die Gesetze Gottes aber liegen klar in der Natur, die sich allerdings weiter erstreckt als nur auf die Grobstofflichkeit, aber doch auch in der feinstofflichen, wie in der wesenhaften und geistigen Welt überall „natürlich“ bleibt. Ein Denkender vermag in diesen bedeutungsvollen Warten des Erlösers sicherlich etwas zu finden, das über die verwirrenden Religionsdogmen hinausgeht und einen Weg zeigt denen, die wirklich ernsthaft suchen!
Der allgemeine Begriff „Auferstehung des Fleisches“ findet seine Berechtigung in den irdischen Geburten, die nicht aufhören zu sein, solange es Erdenmenschen gibt. Es ist eine große Verheißung der Zulassung wiederholter Erdenleben, nochmaliger Inkarnationen zum Zwecke schnelleren Fortschrittes und notwendiger Ablösung von Wechselwirkungen niederer Arten, gleichbedeutend mit Sündenver-gebung. Ein Beweis der unermeßlichen Liebe des Schöpfers, deren Gnade darin liegt, dass abgeschiedenen Seelen, die ihre Erdenzeit ganz oder zum Teil vergeudeten, und deshalb unfertig zum Aufstieg in das Jenseits kamen, nochmals Gelegenheit gegeben wird, sich mit einem neuen grobstofflichen Körper oder Mantel zu umhüllen, wodurch ihr abgelegtes Fleisch in dem neuen Fleische eine Auferstehung feiert. Die schon hinübergegangene Seele erlebt damit eine neue Auferstehung im Fleische.
Welcher Segen in dieser sich dauernd wiederholenden Erfüllung einer so hohen Gnade ruht, vermag der nicht alles überschauende Menschengeist erst später zu erfassen!
1 *) Buch Im Lichte der Wahrheit, Vortrag: Weltgeschehen
2) Buch: Im Lichte der Wahrheit Vortrag: Weltgeschehen
3) Buch: Im Lichte der Wahrheit, Vortrag: Das Jüngste Gericht.
4 Buch; Im Lichte der Wahrheit, Vortrag: Der Tod.