Der große Komet
Wissende sprechen schon seit Jahren von dem Kommen dieses besonders bedeutungsvollen Sternes. Die Zahl derer, welche ihn erwarten, vermehrt sich dauernd, mehr und mehr verdichten sich die Andeutun-gen, so, dass er in Wirklichkeit wohl auch bald zu erwarten ist. Doch was er eigentlich bedeutet, was er bringt, woher er kommt, das ist noch nicht so recht erklärt.
Man will wissen, dass er Umwälzungen bringt von einschneidender Art. Doch dieser Stern bedeutet mehr.
Bethlehemstern kann er genannt werden, weil er von ganz gleicher Art ist, wie dieser es war. Seine Kraft saugt Wasser hoch empor, bringt Wetterkatastrophen, und noch mehr. Die Erde bebt, wenn seine Strahlen sie umfängt.
Seit dem Geschehen in Bethlehem ist Gleiches nicht dagewesen. Wie der Bethlehemstern löste sich auch dieser von dem ewigen Reiche des reinen Geistigen zu einer Zeit, dass er auf dieser Erde genau zum Wirken kommt, wenn die Jahre geistiger Erleuchtung über alle Menschheit gehen sollen.
Der Stern hat seinen Weg in gerader Linie von dem ewigen Reiche bis zu diesem Weltenteile. Sein Kern ist mit hoher, geistiger Kraft gefüllt; er umhüllt sich mit der Stofflichkeit, und wird dadurch wahrscheinlich auch den Erdenmenschen sichtbar werden. Sicher und unentwegt verfolgt der Komet seine Bahn, und wird zu rechter Stunde auf dem Plane sein, wie schon Jahrtausende vorher bestimmt gewesen ist.
Die ersten und direkten Einwirkungen haben in dem letzten Jahre bereits begonnen. Wer das nicht sehen und nicht hören will, wer alles schon geschehene Außergewöhnliche noch als alltäglich hinzustellen nicht als lächerlich empfindet, dem ist; natürlich nicht zu helfen. Er will ent-weder Vogel Strauß spielen aus Furcht, oder er ist belastet mit ärgster Beschränkung. Beide Arten muss man ruhig ihre Wege geben lassen, kann über ihre leicht zu widerlegbaren Behauptungen nur lächeln. Wissenden aber könnte auch gesagt werden, wohin die ersten starken Strahlen treffen. Doch da die Strahlen nach und nach die ganze Erde mit umfassen, so hat es keinen Zweck, ausführlicher darüber zu berichten. Es dauert Jahre bis zu diesem Punkte, und Jahre, ehe er die Erde wieder aus dem Einflusse entlässt. Und dann ist sie gereinigt und erfrischt in jeglicher Beziehung, zum Segen und zur Freude der Bewohner. Nie war sie schöner, als sie dann sein wird, deshalb soll jeder Gläubige mit ruhigem Vertrauen in die Zukunft blicken, nicht erschrecken, was auch in den nächsten Jahren kommen mag. Wenn er vertrauensvoll zu Gott aufblicken kann, wird ihn kein Leid geschehen. - -
Grobstofflichkeit, Feinstofflichkeit,
Strahlungen, Raum und Zeit
Es kamen viele Anfragen über den Begriff meiner Ausdrücke Grobstofflichkeit und Feinstofflichkeit. Die Grobstofflichkeit ist alles das, was der Mensch mit seinen irdischen Augen sehen kann, was er irdisch fühlt und hört. Dazu gehört auch jenes, was er durch Vermittelung irdischer Hilfsmittel sieht, und bei weiteren Erfindungen noch sehen wird. Wie zum Beispiel alles durch das Mikroskop Gesehene. Es ist das Grobstoffliche nur eine bestimmte Art der Stofflichkeit. Das große Gebiet der gesamten Stofflichkeit umfasst aber mehrere Arten, die unter sich von Grund aus ganz verschieden sind, und deshalb sich nie miteinander vermischen.
Die verschiedenen Arten der Stofflichkeit liegen über, einander, ganz unten am Grunde oder Ende der Schöpfung. Wieder wie in der ganzen Schöpfung oben mit der leichtesten Art beginnend, und abwärtsgehend mit der schwersten und dichtesten aufhörend. Diese sämtlichen Arten der Stofflichkeit dienen lediglich als Hilfsmittel zur Entwickelung alles Geistigen, das darein wie in einen fruchtbaren Ackerboden als Keim taucht. Genau so, wie ein Samenkorn die Erde zum Keimen und Wachsen benötigt.
Die Stofflichkeit selbst ist in den einzelnen Schichten für sich allein untätig, hilflos. Erst dann, wenn sie durch das über ihr ruhende Wesenhafte durchdrungen und gebunden wird, erhält sie Wärme und Lebendigkeit, dient zu Hüllen oder Körpern der verschiedensten Formen und Arten.
Wie ich schon sagte, lassen sich die verschiedenen Arten der Stoff-lichkeit nicht vermischen, wohl aber durch das Wesenhafte binden und auch mehrfach verbinden. In dieser Bindung und Verbindung entstehen nun Wärmen und Ausstrahlungen. Jede einzelne Stofflichkeitsart erzeugt dabei seine bestimmte, eigene Ausstrahlung, welche sich mit denen der anderen mit ihm verbundenen Arten vermischen, und zusammen einen Strahlungskranz ergehen, den man heute schon kennt und kurzerhand Od oder auch Ausstrahlung nennt So hat jeder Stein, jede Pflanze, jedes Tier seine Ausstrahlung, die man beobachten kann, und die je nach dem Zustande des Körpers, also der Hülle oder Form, ganz verschieden ist. Deshalb lassen sich auch Störungen in dem Strahlungskranze beobachten, und daran Krankheitspunkte der Hülle erkennen.
Der Strahlungskranz gibt also jeder Form eine besondere Umgebung, die einen Schutz in Abwehr, gleichzeitig aber auch eine Brücke zu der weiteren Umgebung bildet. Auch schlägt er außerdem noch auf das Innere, um teilzunehmen an der Entwickelung des Wesenskernes, im gröbsten Sinne; denn in Wirklichkeit kommen noch viele Dinge zum eigentlichen Wirken in der Schöpfung hinzu, die ich nur ganz langsam schrittweise aufrollen darf, um ernsthaft Suchenden das Eindringen in die Schöpfungs-gesetze leicht zu machen.
Ohne von dem Wesenhaften durchdrungen zu sein, ist die Stofflichkeit nichts. Was wir jetzt betrachteten, war aber nur die Verbindung des Wesenhaften mit den verschiedenen Arten der Stofflichkeit. Und das wiederum gibt erst den Ackerboden für den Geist! Das Wesenhafte bindet, verbindet, und belebt das Stoffliche, der Geist aber beherrscht das Stoffliche mit dem Wesenhaften. Sobald der Geist, also Geistiges in die durch das Wesenhafte belebte Verbindung zu seiner Entwickelung eintaucht, ist diese ihm ohne weiteres aus der Natur der Sache heraus untergeordnet, also auch das Wesenhafte mit.
Die Herrschaft wird dem Geistigen damit auf die natürlichste Weise angetragen. Traurig, wenn er sie schlecht oder falsch benützt. Das eigent-liche Rüstzeug des Geistes zu seiner Entwickelung in der Stofflichkeit ergeben nun die Ausstrahlungen, die wir soeben besprochen haben.
Der Boden für die Entwickelung des Geistes ist vor seinem Eintauchen durch das Wesenhafte schon sorglich bereitet, Die Hüllen schließen sich selbsttätig schützend um ihn, und seine Aufgabe ist es, das ihm damit verliehene Rüstzeug richtig zu gebrauchen, zu seinem Wohle und Auf-stiege, nicht aber zu seinem Schaden und Absturze.
Es ist nicht schwer, zu verstehen, dass die Art der Stofflichkeit von der Umhüllung des Geistes, welche am stärksten vertreten ist, auch ausschlaggebend sein muss für die Art der Strahlungsmischung; denn darin wird die Ausstrahlung der vorhandenen stärksten Stofflichkeitsart natürlich immer vorherrschen. Das Vorherrschende dabei ist aber auch wiederum das Einflussreichste nach innen und nach außen!
Die Strahlungsmischung nun hat aber eine viel größere Bedeutung, als die Menschheit bisher erforschen konnte. Es ist von deren eigentlichen Aufgabe noch nicht der zehnte Teil geahnt!
Die Beschaffenheit des Strahlungskranzes ist ausschlaggebend für die Wellenstärke, welche Schwingungen aus dem Strahlungssysteme des gesamten Weltalls aufzunehmen hat Der Hörer und Leser gehe hier nicht leicht darüber hinweg, sondern vertiefe sich in den Gedanken, und er wird damit ganz plötzlich alle Nervenstränge in der Schöpfung vor sich liegen sehen, die er anzuschlagen, zu benützen lernen soll.
Er denke sich die Urkraft strahlend ausgegossen auf das Schöpfungs-werk! Sie strömt hindurch, durch jeden Teil, und jede Art. Und jeder Teil und jede Art davon wird sie verändert strahlend weitergeben. Die verschie-denartige Beschaffenheit der Schöpfungsteile bringt damit in der Urstrah-lung Veränderung hervor, die auch die Farbe dieser Strahlung ändert So zeigt die ganze Schöpfung ein wundervolles Bild herrlichster Farbenstrah-lungen, wie sie kein Maler wiedergeben könnte. Und jeder Schöpfungsteil an sich, und jeder Stern, sogar ein jeder Einzelkörper, sei er auch noch so klein und winzig, kommt einem feingeschliffenen Prisma gleich, das Jeden Strahl, den es empfängt, vielfältig andersfarbig strahlend weitergibt. Die Farben wieder ziehen tönendes Klingen nach sich, das wie ein rauschender Akkord erschallt. Nicht die Töne haben Farben, sondern Farben haben Töne. Das heißt, die Strahlungsfarben, nicht die durch Menschenhand aufgelegten toten Farben. Tot im Verhältnis zu den Strahlungsfarben.
Diesem gewaltigen Strahlungsreiche steht nun der Menschengeist mit seinem Rüstzeuge der Ausstrahlungen der ihm gegebenen Hüllen gegen-über. Bis zum Erwachen der Sexualkraft ist der Vorgang wie bei einem Säugling. Die stofflichen Hüllen saugen durch ihre Ausstrahlungen nur das auf, was sie benötigen zum Reifen. Mit Eintreten der Sexualkraft aber steht der Geist vollgerüstet da, die Tore zu ihm sind damit aufgestoßen, die direkte Verbindung geschaffen. Er enthält nun vielfältig verstärkt Kontakt mit den Gewalten der Strahlungen in dem großen All!
Wie nun der Mensch, also der Geist, die Farben seiner eigenen Aus-strahlungen entwickelt und regiert, so stellt er wie beim Radio auch seine Wellen auf die gleichen Farben ein, und nimmt diese dann aus dem Weltall auf. Das Aufnehmen kann ebenso gut auch bezeichnet werden mit Heran-ziehen, oder mit Anziehungskraft der Gleichart. Gleichviel, wie es benannt wird, der Vorgang bleibt an sich derselbe. Die Farben bezeichnen ja nur die Art, und die Art gibt die Farbe. Hierin liegt nun auch der verloren gegan-gene Schlüssel zu der wahren, königlichen Kunst, der Astrologie, sowie der Schlüssel zur vertieften Heilkunde der Kräuter, ebenso auch zu der um-strittenen Kunst des körperlichen und des geistigen Heilmagnetismusses. Der Schlüssel zur Lebenskunst, wie auch zur Stufenleiter des geistigen Aufstieges. Denn mit der Stufenleiter, also der so genannten Himmelsleiter ist nichts anderes als ein einfaches Werkzeug gemeint, dessen man sich bedienen soll. Die Maschen dieses Strahlungsnetzes in der Schöpfung sind die Sprossen dieser Leiter. Alles liegt darin, das ganze Wissen, und das letzte Geheimnis in der Schöpfung.
Suchende, greift in die Maschen dieses Strahlungsnetzes! Bewusst, aber mit gutem Wollen und in demutsvoller Anerkennung Eures Gottes, welcher diese wundervolle Schöpfung gab, die Ihr bemeistern könnt wie in kindlichem Spiele, wenn Ihr nur endlich einmal ehrlich wollt, und allen Wissensdünkel abwerft. Erst muss die falsche Last herab von Euren Schultern, Eurem Geiste, sonst könnt Ihr Euch nicht straff und frei erheben.
Das Geheimnis dieses Strahlungssystems des gesamten Weltenlebens zu enthüllen, und damit auch jeder Art des ernsten Forschens einen Schlüssel in die Hand zu geben, der die goldenen Tore alles Wissens öffnet, will ich in einem meiner nächsten Vorträge erfüllen. --
Auch in der Strahlungsmischung des menschlichen Körpers muss unbedingt Harmonie herrschen, um dem Geiste zum Schutze, zur Entwickelung und zum Aufstiege vollwertige Mittel zu geben, die ihm in der normalen Schöpfungsentwickelung zubestimmt sind. Gerade durch die Wahl der Kost, der Körperbetätigung, wie überhaupt die ganzen Lebens-verhältnisse in vielen Dingen sind diese Strahlungen einseitig verschoben worden, was nach einem Ausgleiche verlangt, wenn ein Aufstieg möglich werden soll Heute krankt dabei alles. Nichts ist gesund zu nennen.
Der Mensch kann sich nun vorstellen, welche Einwirkung allein die Wahl der Speisen schon auf dieses Strahlensystem hat. Durch die Wahl der Speisen zur Ernährung des Körpers vermag er ausgleichend nachzuhelfen, stärkend, manches schwächend, und das Vorherrschende auch verschie-bend, wenn es günstig und hemmend wirkt, so dass die Strahlung führend wird, die günstig für ihn ist, und damit auch normal; denn allein das Günstige ist ein normaler Zustand.
Doch dies alles kann nicht etwa den Aufstieg selbst bedingen, noch herbeiführen, sondern es bietet nur gesunden Boden für die volle Tätigkeit des Geistes, dessen Wollen vorbehalten ist, den Weg nach oben, den zur Seite, oder auch den Weg nach unten zu bestimmen.
Der Körper aber muss erstarken wie der Geist, sobald man fähig ist, darauf zu achten. Jetzt aber wird fast überall in Unwissenheit schwer darin gesündigt. -
Wenn ich von Grobstofflichkeit und von Feinstofflichkeit spreche, so darf also nicht angenommen werden, dass die Feinstofflichkeit die Verfeinerung des Grobstofflichen bedeuten soll. Das Feinstoffliche ist vollkommen anderer Art, von anderer Beschaffenheit. Es wird nie zu Grobstofflichem werden können, sondern es bildet eine Übergangsstufe nach oben zu. Auch ist unter Feinstofflichkeit genau so wie bei der Grobstofflichkeit nur eine Hülle zu verstehen, die von dem Wesenhaften verbunden werden muss, um von ihm belebt werden zu können.
Sobald ich nun auf diese Gebiete übergehe, muss ich erwähnen, dass die Einteilungen damit noch lange nicht erschöpft sind. Deshalb will ich heute schon bekannt geben, dass außer dem bewussten und dem unbewussten Geistigen und Wesenhaften zu der Belebung der Stofflichkeitsarten auch noch Kraftströmungen der verschiedenen Arten die Schöpfung durchziehen, und nach ihren Arten ebenso verschieden zur Entwickelung und Förderung beitragen. Die Kraftströmungen sind wieder auch nur das Nächste, was sich der Tätigkeit des Geistigen und des Wesenhaften anschließt, oder besser ihnen vorausgehend das Feld ihrer Wirksamkeit bereitet Es kommt dann mehr, viel mehr, je weiter wir zergliedern, und auf Einzelheiten eingehen werden.
Eins reiht sich weitergehend an das Andere, um in Verbindung mit vor ihm Bestehenden auch immer neue Abstufungen zu erzeugen. Alles aber lässt sich folgerichtig auch erklären; denn es konnte nach der ersten Schöpfung nur erstehen, was folgerichtig war. Anderes ist nicht vorhanden. Und diese Tatsache gibt unbedingt auch die Gewähr für eine lückenlose Lösung, für einen klaren Überblick. In meinen Vorträgen biete ich nun den Schlüssel! Erschließen kann sich dann ein jeder Hörer die gesamte Schöpfung selbst.
Alles auf einmal aber müßte ein Werk ergeben, dessen Vielseitigkeit die Menschen verwirren könnte. Lasse ich jedoch wie bisher eines ruhig aus dem anderen hervorgehen, im Laufe kommender Jahrzehnte, so ist es leicht, zu folgen, und zuletzt auch alles ruhig und bewusst ganz klar zu überblicken. Leicht für den, der mir bis dahin folgen will. Im Anfang will ich erst einmal die stärksten Grundfesten der Schöpfung klären, bevor ich alle Feinheiten berühre.
Dem Hörer und dem Leser wird es wohl ergehen wie einem Geschöpf, dem ich zuerst das Skelett eines Menschen zeige, und dann einen leben-digen Menschen in seiner Vollkraft und Tätigkeit danebenstelle. Wenn es noch keine Ahnung von dem Menschen hätte, so würde es in dem lebenden Menschen das Skelett nicht wieder erkennen, vielleicht sogar sagen, dass das gar nicht zusammengehört, oder doch nicht dasselbe ist. Genau so wird es denen ergehen, die mir in meinen Ausführungen nicht ruhig bis zum Ende folgen. Wer nicht von Beginn an mit ernstem Eifer zu begreifen sucht kann dann die ganze Schöpfung nicht erfassen, wenn ich bis zu den letzten Klärungen gekommen bin. Er muss darin nur Schritt für Schritt zu folgen suchen. -
Da ich n groben Zügen sprechen musste, leite ich nun langsam über auf die neuen Dinge. Ich würde sonst zu sprunghaft sein. Es ist mir ohnedies schon oft gesagt, dass ich in allem nur Extrakt biete, der einer großen Allgemeinheit nicht so leicht verständlich wird. Ich kann jedoch nicht anders, wenn ich alles das noch bringen will, was ich zu sagen habe. Wir würden sonst im vierten Teile enden müssen, da bei breiterem Er-klären eine Erdenzeit kaum ausreicht für noch mehr. Es werden Andere kommen, die aus jedem meiner Vorträge ein und auch mehrere Bücher schreiben können. Ich vermag mich jetzt nicht damit aufzuhalten. - -
Da nun die Feinstofflichkeit, wie ich sagte, anderer Art ist wie die Grob-stofflichkeit, so folgert hieraus etwas, was ich bisher noch nicht berührte. Um nicht zu verwirren, gebrauchte ich bisher in manchen Dingen volks-tümliche Aus- drücke, die ich nunmehr erweitern muss. Dazu gehört zum Beispiel auch der Ausdruck: „ über Zeit und Raum stehend!“
Das betraf stets das Überirdische. Im Hinblick auf ein Weitergehen müssen wir von heute an nun sagen: Das Leben in der Feinstofflichkeit ist „über irdische Begriffe von Raum und Zeit stehend“; denn auch in der Feinstofflichkeit gibt es einen Raum- und Zeitbegriff, doch wieder anderer Art, der Feinstofflichkeit angepasst. Der Raum- und Zeitbegriff liegt sogar in der ganzen Schöpfung, doch ist er stets an die bestimmte Art gebunden! Die Schöpfung selbst hat ihre Grenzen, damit gilt auch für diese noch ein Raumbegriff.
Auch alle Grundgesetze, die sich einheitlich durch die gesamte Schöp-fung ziehen, sind in ihren Auswirkungen immer von der jeweiligen Schöpfungsart beeinflusst, von deren Eigenheiten abhängig! Deshalb müssen sich die Folgen eines bestimmten Gesetzes in den verschiedenen Schöpfungsabteilungen auch verschieden zeigen, was zu großen Mißver-ständnissen, Widersprüchen, Zweifel an der Einheitlichkeit der Schöp-fungsgesetze oder des göttlichen Willens, und auch zu dem Glauben an Willkürsakte des Schöpfers führte. Im Grunde aber lag und liegt noch alles nur an der Unwissenheit des Menschen über die Schöpfung selbst.
Auf diese Dinge komme ich jedoch viel später erst ausführlicher zu sprechen, da sie heute die Aufmerksamkeit der Hörer und der Leser ablenken und trüben müssten. Ich bringe es, sobald es nötig wird zu weiterem Verstehen. „Es wird keine Lücke bleiben.“ –
Der Irrtum des Hellsehens!
Hellsehens Welche Glorie wird darum gebaut, wie viel Spott hört man auch von der einen Seite, während von der anderen ängstliche Neugier spricht; der Rest ist ehrfurchtsvolles Schweigen. Sehende selbst schreiten wie Pfauen in dem Hühnerhofe stolz einher. Sie dünken sich als Gott-begnadete, und fühlen sich darin in hochmütiger Demut weit über andere gehoben. Nur zu gern lassen sie sich bewundern für etwas, das Ihnen in Wirklichkeit ebenso fremd ist als ihrer vielfragenden Umgebung. Ihre tatsächliche Unwissenheit hüllen sie in nichtssagendes Lächeln, das den Wissenden vortäuschen soll. Es ist jedoch viel eher der zur Gewohnheit gewordene Ausdruck ihrer Hilflosigkeit bei Fragen, die ihr eigenes Wissen über den Vorgang fordern.
Sie wissen in Wirklichkeit nicht mehr als der Hammer und der Meisel, unter denen sich durch die Hand des Künstlers irgend ein Werk formt. Es sind aber auch hierbei wiederum nur die Menschen selbst, die ihre mit hellseherischen Gaben ausgestatteten Mitmenschen zu etwas anderem machen wollen, als diese wirklich sind, und ihnen damit großen Schaden bringen. Das ist der ungesunde Zustand, den man heute überall findet. Das „Sehen“ ist ja in den meisten Fällen wirklich, aber durchaus nichts besonderes, das des Anstaunens und noch viel weniger des Erschauerns wert wäre, da es eigentlich das ganz Natürliche sein sollte. Natürlich bleibt es aber nur, wenn es von selbst kommt, und auch ruhig sich der eigentlichen Entwickelung überlassen bleibt, ohne fremde oder eigene Nachhilfe. Eine Nachhilfe darin ist ebenso verdammenswert, wie es eine Nachhilfe beim körperlichen Sterben sein würde.
Wert erhält das Sehen aber erst durch wirkliches Wissen. Nur das Wissen allein vermag dieser natürlichen Fähigkeit Sicherheit zu geben, und damit auch die rechte Einstellung mit dem rechten Ziel. Dass dies aber bei der großen Mehrheit aller hellsehenden Menschen fehlt, kann man sofort feststellen an dem ehrgeizigen Übereifer, der Überhebung mit sich führt, sowie an dem unverhüllt zur Schau getragenen, und auch gern zum Ausdruck gebrachten Sichwissenddünken.
Und diese Einbildung des Wissens ist gerade das, was solche Menschen abhält, nicht nur nicht weiter vorwärts zu kommen, sondern was ihnen geradezu zum Verderben dadurch wird, dass es sie in ihren Bemühungen auf Abwege führt, die abwärts führen anstatt aufwärts, ohne dass der sich Mehrwissenddünkende etwas davon bemerkt. Solchen kann als größte Hilfe nur hier und da widerfahren, dass ihr Heilsehen oder Hellhören nach und nach wieder abschwächt und sich verliert Das ist Rettung! Durch irgend einen für sie eintretenden günstigen Zustand, deren es vielerlei gibt.
Betrachten wir uns nun die hellsehenden Menschen und ihre irrende Überzeugung, die sie an andere Menschen weitergeben. Sie allein tragen die Schuld, dass dieses ganze Gebiet als falsch und unverlässlich bisher in den Kot getreten werden konnte.
Was diese Menschen sehen, ist im günstigsten und fortgeschrittend-sten Falle die zweite Stufe des so genannten Jenseits, wenn man es in Stufen (nicht Sphären gedacht) einteilen will, wobei die Stufe des Lichtes ungefähr die zwanzigste sein würde, nur um ein ungefähres Bild des Unterschiedes zu bekommen. Die Menschen aber, die wirklich bis zu einer zweiten Stufe schauen können, denken etwas Gewaltiges damit zu leisten. Diejenigen jedoch, die nur bis zur ersten Stufe blicken können, bilden sich in den meisten Fällen noch viel mehr ein.
Nun muss bedacht werden, dass ein Mensch in seiner höchsten Bega-bung immer wirklich nur so weit erschauen kann, als es ihm seine eigene, innere Reife zulässt. Er ist dabei gebunden an seinen eigenen Inneren Zustand! Es ist ihm aus der Natur der Sache heraus einfach unmöglich, etwas anderes zu schauen, wirklich zu schauen, als seine eigene Gleichart ist. Also innerhalb des Bereiches, in dem er sich nach seinem irdischen Abscheiden ungehindert bewegen könnte. Nicht weiter; denn in dem Augenblicke, wo er die Grenze des Jenseits, die ihm der Zustand seiner eigenen Reife vorschreibt, überschreiten würde, müßte er sofort jedes Bewusstsein für seine Umgebung verlieren. Von selbst könnte er die Grenze sowieso nicht überschreiten.
Würde aber seine Seele bei einem Ausgetretensein von einem Jenseitigen, der der nächst höheren Stufe angehört, mitgenommen, so würde er in dessen Armen beim überschreiten der Grenze zur höheren Stufe sofort bewusstlos werden, also einschlafen. Zurückgebracht, könnte er sich immer nur trotz seiner heilseherischen Gaben bis dahin besinnen, soweit es ihm seine eigene Reife zuließ, sich wachend umzuschauen. Es würde ihm also kein Nutzen daraus erwachsen, wohl aber seinem feinstofflichen Körper schaden.
Was er darüber hinaus zu erschauen wähnt, seien es nun Landschaften oder Personen, ist niemals wirklich lebendig von ihm erlebt oder persönlich geschaut, sondern es handelt sich dabei lediglich um Bilder, die ihm gezeigt werden, und deren Sprache er auch zu hören vermeint. Es ist niemals die Wirklichkeit Diese Bilder sind anscheinend so lebendig, dass er selbst nicht zu unterscheiden vermag, was ihm nur gezeigt wird, oder was er wirklich erlebt, weil der Willensakt eines stärkeren Geistes derar-tige lebendige Bilder erschaffen kann. So kommt es, dass viele Hellsehende und Hellhörende wähnen, sich bei ihren jenseitigen Ausflügen bedeutend höher zu befinden, als sie es in Wirklichkeit sind. Und daraus entspringen so zahlreiche Irrtümer.
Auch wenn manche Christus zu schauen wähnen, oder zu hören wähnen, so ist dies ein großer Irrtum; denn das wäre durch die riesengroße Kluft der fehlenden Gleichart nach den Schöpfungsgesetzen des göttlichen Willens ein Ding der Unmöglichkeit! Der Gottessohn kann nicht wie zu einem Kaffeestündchen in einen spiritistischen Zirkel kommen, um die Besucher dort auszeichnend zu beglücken, ebenso wenig große Propheten oder höhere Geister.
So sicher und fest aber im Jenseits während des Erdenlebens zu verkehren, um alles unverschleiert zu hören und zu schauen, und vielleicht die Stufen nur so hinanzueilen, ist keinem noch in Fleisch und Blut gebundenem Menschengeiste vergönnt. Derart einfach ist die Sache nicht, trotz aller Natürlichkeit. Sie bleibt an die unumgänglichen Gesetze gebunden.
Und wenn ein Heilhörender und Hellsehender seine Erdenaufgaben damit vernachlässigt, indem er nur in das Jenseits eindringen will, so versäumt er mehr, als was er damit gewinnt. Er wird, sobald dann seine Zeit für das jenseitige Reifen für ihn kommt, eine Lücke mit sich führen, die er nur auf der Erde auszufüllen vermag. Dadurch kann er nicht weiter aufwärts steigen, er bleibt bis zu einem gewissen Punkte gebunden, und muss wieder zurück, um das Versäumte nachzuholen, bevor er an den ernsten Weiteraufstieg denken kann. Es ist auch hierbei alles einfach und natürlich, lediglich immer eine notwendige Folgerung des Zurückliegen-den, die sich nie und nimmer abbiegen lässt.
Jede Stufe eines Menschenseins fordert wirklich gelebt zu werden, mit vollem Ernste, voller Aufnahmefähigkeit der jeweiligen Gegenwart. Mangel daran bringt eine Lockerung, die sich beim weiteren Wege immer fühlbarer machen muss, und schließlich einen Bruch und den dadurch folgenden Zu-sammensturz herbeiführt, wenn man nicht rechtzeitig zurückgeht und die mangelhafte Stelle durch nochmaliges Erleben ausbessert, damit sie fest und sicher wird. So ist es im ganzen Geschehen. Leider aber hat der Mensch die krankhafte Gewohnheit angenommen, immer über sich hinaus-zugreifen, weil er mehr zu sein dünkt, als er wirklich ist.