Lebet der Gegenwart

Betrachtet man die Menschen, so finden sich verschiedene Abteilungen. Der eine Teil lebt ausschließlich in der Vergangenheit. Das heißt, sie beginnen zu begreifen erst dann, wenn etwas vorüber ist. So kommt es, dass sie sich aber etwas Geschehenes weder richtig freuen können, noch die ganze Schwere einer Sache empfinden. Erst hinterdrein beginnen sie davon zu sprechen, davon zu schwärmen, oder nachzutrauern. Und in diesem dauernd nur von dem Vergangenen Sprechen, und sich darin Wohlfühlen oder Bedauern, übersehen sie stets wieder neu das gegenwärtige Geschehen. Erst wenn es alt geworden ist, vergangen, dann beginnen sie es zu bewerten.

Ein anderer Teil wieder lebt in der Zukunft. Sie wünschen und hoffen immer nur von der Zukunft, und vergessen dabei, dass die Gegenwart ihnen so viel zu bieten bat, vergessen auch, sich so zu regen, dass viele ihrer Zukunftsträume Wirklichkeiten werden könnten.

Beide Teile, zu denen die größte Anzahl der Menschen gehören, haben in Wirklichkeit so gut wie gar nicht auf Erden gelebt. Sie vertändeln ihre Erdenzeit.

Es wird auch Menschen geben, die bei dem Zurufe: „Lebet der Gegenwart“, etwas ganz Falsches auffassen. Vielleicht, dass ich damit zum Auskosten und Genießen eines jeden Augenblickes anspornen will, zu einem gewissen leichtsinnigen Leben aufmuntere. Es gibt deren ja genug, die in dieser Weise bejahend sinnlos durch das Leben taumeln.

Wohl fordere ich mit diesem Rufe ein unbedingtes Auskosten jeder Minute, aber innerlich, nicht oberflächlich äußerlich allein. Eine jede Stunde der Gegenwart muss zu wirklichem Erleben für den Menschen werden! Das Leid wie auch die Freude. Er soll mit seinem ganzen Sinnen und Denken, mit dem Empfinden jeder Gegenwart geöffnet sein, und damit wach! Nur so hat er Gewinn vom Erdensein, der darin für ihn vorgesehen ist. Weder in den Gedanken an die Vergangenheit, noch in den Träumen für die Zukunft kann er wirkliches Erleben finden, so stark, dass er seinem Geiste einen Stempel aufdrückt, den er als Gewinn mit in das Jenseits nimmt.

Lebt er nicht mit, so kann er auch nicht reifen, das reifen hängt nur vom Erleben ab.

Hat er nun in dem Erdensein nicht stets die Gegenwart in sich erlebt, so kehrt er leer zurück, und muss die so versäumte Zeit noch einmal neu durchwandern, weil er dabei nicht wach war, nichts durch Erleben sich zu eigen machte.

Das Erdenleben ist wie eine Stufe in dem ganzen Sein des Menschen, so groß, dass sie der Mensch nicht überspringen kann. Setzt er nun seinen Fuß nicht fest und sicher auf die Stufe, so kann er ganz unmöglich auf die nächste steigen; denn er braucht die vorhergehende als Grundlage dazu. Wenn sich der Mensch sein ganzes Sein von dieser Erde aus zurück zum Licht in Stufen aufwärtsstrebend vorstellt, so muss er sich darüber klar werden, dass er nur dann zu einer nächsten Stufe kann, wenn er die vorhergehende richtig erfüllt, fest auf ihr steht. Es ist sogar noch stärker auszudrücken: Erst aus der vollen, unbedingten Erfüllung der jeweilig zu erlebenden Stufe kann sich die nächst höhere entwickeln. Erfüllt ein Mensch nicht durch Erleben, das ihm allein zur Reife dienen kann, die Stufe, in der er sich befindet, so wird die neue Stufe ihm nicht sichtbar, weil er zu dieser das Erleben der vorherigen Stufe braucht. Nur mit der Ausrüstung dieses Erlebens erhält er die Kraft, die nächste, höhere Stufe zu erkennen und zu ersteigen.

So geht es fort, von einer Stufe zu der anderen. Wenn er nur nach dem hohen Ziele schauen will, und nicht der Einzelstufen richtig achtet, die ihn dahin führen, so wird er das Ziel nie erreichen. Die Stufen, die er selbst zum Aufstieg bauen muss, würden dann viel zu flüchtig sein, und auch zu leicht, und bei dem Versuche des Hinaufsteigens zusammenbrechen.

Dieser Gefahr ist aber vorgebeugt durch das natürliche Geschehen, dass eine nächste Stufe immer nur in der vollen Erfüllung der Gegenwarts-stufe sich entwickeln kann. Wer also nicht sein halbes Sein auf einer Stufe stehen bleiben, und nicht immer wieder auf dieselbe zurückkehren will, der zwinge sich, stets ganz der Gegenwart zu gehören, sie in sich richtig zu erfassen, zu erleben, damit er geistig Nutzen davon hat.

Es wird ihm dabei auch der irdische Gewinn nicht fehlen; denn sein erster Vorteil davon ist, dass er von den Menschen und der Zeit nichts anderes erwartet, als sie ihm wirklich geben können! Dadurch wird er nie enttäuscht sein, ebenso in Harmonie mit der Umgebung sein.

Trägt er aber nur Vergangenheit und zukünftiges Träumen in sich, so wird er im Erwarten sehr leicht aus dem Rahmen seiner Gegenwart hinausgreifen, und muss damit in Disharmonie zur Gegenwart geraten, worunter nicht nur er leidet, sondern auch seine nähere Umgebung. Wohl soll man auch an das Vergangene denken, um Lehren daraus zu ziehen, und auch von Zukünftigem träumen, um Ansporn zu erhalten, doch leben soll man vollbewusst nur in der Gegenwart!


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Fragenbeantwortungen

a) Okkulte Schulung, Fleischkost oder Pflanzenkost

Frage: Sind die Bestrebungen okkulter Schulungen ganz zu ver-werfen? Wie soll man sich zum unbedingten Vegetarismus vieler Lebensreformer stellen?

Antwort: Beide Bestrebungen, die der okkulten Schulung, wie auch die der so genannten Lebensreform haben sich ein hohes Ziel gesetzt, das zu erreichen eine weitere Epoche in der Entwickelung der Menschheit bedeutet! Die Zeit der Erfüllung dieser wertvollen Ziele wird auch kommen. Die jetzt emporschießenden Anstrengungen dazu gehören zu dem Gährungsprozeß dieser neuen Zeit.

Während aber nun die Führer der okkulten Bestrebungen in ihrer besten Absicht auf dem ihnen selbst unbekannten Gebiete einen voll-kommen falschen Weg eingeschlagen haben, der nichts anderes erreicht, als dem Dunkel freie Bahn zu schaffen, und die Menschheit verstärkten jenseitigen Gefahren auszusetzen, so greifen die so genannten Lebens-reformer zur Erreichung ihres begrüßenswerten Zieles weit über dieses hinaus, im Hinblick auf die jetzige Zeit! Die Tätigkeiten beider Teile müssen anders angefasst werden. Die Geistesübungen fordern eine höhere Art als die bisher getätigten, von Grund aus. Es muss hierin ein ganz anderer Weg eingeschlagen werden, um zur Höhe kommen zu können. Der jetzige Weg führt lediglich in niederes Gestrüpp des Jenseits, worin der größte Teil der Nachfolgenden vom Dunkel ganz umschlungen und hinabgezogen wird.

Der rechte Weg muss schon von Anfang an empor führen, er darf nicht erst in minderwertiger und höchstens gleichstufiger Umgebung sich verlieren. Die beiden Wege haben keine Ähnlichkeit, sind schon in ihrer Grundart ganz verschieden. Der rechte Weg hebt innerlich sofort empor, geht also schon von Anfang an aufwärts, ohne erst die gleichwertige feinstoffliche Umgebung zu berühren, noch viel weniger die minderwerti-gere; denn das ist nicht nötig, da es im normalen Sinne nur ein Aufwärtsstreben von der Erde geben soll. Deshalb sei nochmals ernst gewarnt vor allem Akrobatentum des Geistes.

Der Geist braucht während seines Erdenseins zur vollen Erfüllung seines Daseinszweckes unbedingt einen gesunden, kräftigen Körper, in irdisch normalem Zustande. Wird dieser Zustand des Körpers verschoben, so stört eine derartige Verschiebung die dringend notwendige Harmonie zwischen dem Körper und dem Geiste. Nur solche bringt eine gesunde, kräftige Entwickelung des Geistes, welche krankhafte Auswüchse nicht zulässt.

Der gesunde, nicht unterdrückte Körper wird infolge seines normalen Zustandes auf ganz natürliche Weise immer mit dem Geiste harmonieren, ihm damit eine feste Grundlage in der Stofflichkeit bieten, in weicher der Geist nicht ohne Zweck steht, und dadurch ihm auch die beste Hilfe geben, diesen seinen Zweck zur Selbstentwickelung und gleichzeitigen Förderung der Schöpfung voll zu erfüllen.

Jeder Körper erzeugt bestimmte Ausstrahlungen, die der Geist zu seiner Tätigkeit in der Stofflichkeit unbedingt braucht. Es ist dies vor allem die so geheimnisvolle Sexualkraft, welche unabhängig von dem Geschlechtstriebe bleibt. Bei einer Verschiebung der Harmonie zwischen Körper und Geist wird nun diese Kraft der Durchstrahlung und Aus-strahlung nach anderer Richtung hin gezogen, und damit für den eigent-lichen Zweck geschwächt. Das bringt eine Hemmung oder Lähmung der Erfüllung in dem Sein des Geistes in der Stofflichkeit. Die Folge davon ist, dass auch der Geist nicht zu einer normalen Entwickelung gelangen kann, und deshalb unbedingt an irgend einem späteren Punkte seines gewollten Aufstieges ermattend zurücksinken muss, um einen großen Teil seines Werdeganges aus der Natur der Sache heraus noch einmal nachholen zu müssen. Denn was er in der Grobstofflichkeit versäumt, das kann er nicht in der Feinstofflichkeit nachholen, weil ihm dort die Ausstrahlungen des grobstofflichen Körpers dazu fehlen! Er muss zurück, um diese Lücke auszufüllen.

Auch in diesen Vorgängen liegt eine derart klare Sachlichkeit, ein natürliches und einfaches Geschehen, wie es anders gar nicht sein kann. Jedes Kind wird darüber im Klaren sein, und es für selbstverständlich finden, wenn es einmal die Grundgesetze richtig erfasst hat. Es erfordert für mich noch eine ganze Reihe Vorträge, um die gewaltige Schöpfung der Menschheit so nahe zu bringen, dass sie alles Geschehen darin in ihren natürlichsten Folgerungen selbst rückwärts und vorwärts überblicken kann, in der unvergleichlichen, herrlichen Gesetzmäßigkeit.

Dieses Abbiegen der dem Geiste in der Stofflichkeit notwendigen Sexualkraft kann auf vielerlei Art geschehen. Durch Übertreibung der Geschlechtsausübung, oder auch nur Reizung dazu. Ebenso durch die okkulten Schulungen oder falschen Geistesübungen, bei denen der Geist diese Kraft des reifen Körpers gewaltsam an sich reißt, um sie zu dieser falschen, unnötigen Art seiner Betätigung zu vergeuden. In beiden Fällen eine falsche Verwendung, die mit der Zeit auch Schwächung des Körpers nach sich ziehen maß. Der geschwächte Körper kann dann wiederum nicht mehr so starke Ausstrahlungen bringen, wie sie der Geist wirklich benötigt, und so erkrankt eins durch den anderen mehr und mehr. Es kommt damit zu einer Einseitigkeit, die immer auf Kosten des rechten Zieles geht, und deshalb Schaden bringt. Ich will hier nicht eingehen auf andere Abwege, bei denen der Geist ebenso zuviel der Sexualkraft für falsche Zwecke benötigt, und damit für den Hauptzweck zu wenig hat, wie bei dem unsinnigen Lesen von Büchern, die in der Fantasie eine falsche Welt entstehen lassen, und anderes mehr.

Der Geist kommt hier in allen Fällen unreif in die feinstoffliche Welt, und nimmt auch einen schwachen feinstofflichen Körper mit, Die Folgen solcher Erdensünden greifen so einschneidend in das ganze Sein, dass jeder Mensch dafür in vielfältiger Schwere büßen muss. Solches Versäumnis, derart falsches Handeln in der Erdenzeit, hängt ihm dann hemmend an, und wird ihm immer schwerer, bis er, wie schon gesagt, an einem Punkte seines Aufstieges nicht weiter kann, und dann zurücksinkt, dorthin, wo sein falsches Handeln einsetzte. Es ist bis zu der Grenze, an welcher er noch seine Harmonie besaß.

Die Stärke eines durch okkulte Schulung auf Kosten des Körpers großgezogenen Geistes ist auch nur scheinbar. Der Geist ist dann nicht stark-, sondern wie eine Treibhauspflanze, die kaum dem Winde, noch viel weniger den Stürmen standzuhalten vermag. Ein solcher Geist ist krank, nicht fortgeschritten. Der Zustand gleicht künstlich erzeugtem Fieber. Der Fieberkranke kann auch zeitweise über außer gewöhnliche Kräfte verfügen, um dann umsomehr zurückzusinken in die Schwäche. Was aber bei dem Fieberkranken nur Sekunden und Minuten sind, das ist beim Geiste gleichbedeutend mit Jahrzehnten und Jahrhunderten. Es kommt der Augenblick, wo sich das alles bitter rächt ich warne deshalb noch einmal! -

Die Harmonie ist überall das einzig Richtige. Und Harmonie ergibt allein der Mittelweg in allem. Die Schönheit und die Kraft der Harmonie wird doch soviel besungen. Warum will man sie hier nicht gelten lassen, und sie unbedingt zerstören?

Alle okkulten Schulungen in bisheriger Art sind falsch, wenn auch das Ziel ein hohes und ein notwendiges ist. -

Ganz anders bei den Führern und den Anhängern der so genannten Lebensreformen. Hier ist der Weg wohl richtig, aber man will dasschon heute tun, was erst in Generationen angebracht sein wird, und aus diesem Grunde ist es heute für die meisten Menschen in der Endwirkung nicht weniger gefährlich. Es fehlt der notwendige Übergang Die Zeit zu dem Beginn ist da! Man darf jedoch nicht ohne weiteres mit beiden Füßen hineinspringen, sondern muß die Menschheit langsam durchführen. Dazu genügen nicht Jahrzehnte! Wie es heute gehandhabt wird, erfolgt in Wirklichkeit auch bei scheinbarem Wohlbefinden des Körpers eine Schwä-chung, durch die Schnelligkeit des Überganges. Und der also geschwächte Körper wird niemals wieder erstarken können!

Pflanzenkost! Sie bringt ganz richtig die Verfeinerung des Menschenkörpers, eine Veredelung, auch die Stärkung und große Gesundung. Damit wird auch der Geist noch mehr gehoben. Doch das ist alles nicht sofort für die Menschheit von heute. in den Bestrebungen und in den Kämpfen vermisst man die besonnene Führerschaft Dem Körper von heute genügt unter keinen Umständen ganz unvermittelt Pflanzenkost, wie es so oft versucht wird. Es ist ganz gut, wenn es vorübergehend, und vielleicht einmal jahrelang bei Kranken angewendet wird, sogar erforderlich, um etwas auszuheilen, oder einseitig stärkend irgendwo nachzuhelfen, aber das ist nicht von Dauer. Es muss dann langsam wieder mit der den Menschen beute so gewohnten Kost begonnen werden, wenn der Körper seine volle Kraft behalten soll. Der Schein des Wohlbefindens trügt. Gewiss, es ist sehr gut, wenn auch Gesunde einmal eine Zeit lang nur die Pflanzenkost gebrauchen. Sie werden sich dann oben Zweifel wohl befinden und auch freien Aufschwung ihres Geistes fühlen. Das bringt aber die Abwechselung mit sich, wie jede Abwechselung erfrischt, auch geistig.

Behalten sie jedoch die einseitige Kost plötzlich für dauernd bei, so werden sie es nicht bemerken, dass sie in Wirklichkeit auch schwächer werden, und für vieles viel empfindlicher. Die Ruhe und das Ausgegli-chensein ist in den meisten Fällen keine Stärke, sondern eine Schwäche, ganz bestimmter Art. Sie zeigt sich angenehm und nicht bedrückend, weil sie ihren Ursprung nicht in einer Krankheit hat.

Die Ausgeglichenheit ist ähnlich wie die Ausgeglichenheit des außer des schwächer werdenden Körpers noch gesunden Alters. Sie steht dieser Art Schwäche wenigstens bedeutend näher als der Schwäche einer Krankheit. Der Körper kann dabei durch das plötzliche Fehlen des seit Jahrtausenden Gewohnten nicht die Sexualkraft aufbringen, die der Geist braucht zur vollen Erfüllung seines Zweckes in der Stofflichkeit. -

Viele ausgesprochene Vegetarier merken es an der leichten Mäßigung des Geschlechtstriebes, was sie als Fortschritt freudig begrüßen. Es ist dies aber durchaus nicht das Zeichen der Veredelung ihres Geistes durch die Pflanzenkost, sondern das Herabsinken der Sexualkraft, das ebenso auch die Verminderung ihres geistigen Aufschwunges in der Stofflichkeit nach sich ziehen muss.

Es sind hier Irrtümer über Irrtümer vorhanden, weil der Mensch fast immer nur du Nächste vor sich sieht. Gewiss, es ist zu begrüßen, und ein Fortschritt, wenn durch Veredelung des Geistes der niedere Geschlechts-trieb weit gemäßigter wird als er es heute ist Es ist auch richtig, dass der Fleischgenuss den niederen Geschlechtstrieb erhöht, aber wir dürfen dabei nicht nach der heutigen Menschheit messen; denn bei dieser ist der Geschlechtstrieb einseitig krankhaft großgezogen worden, er ist heute durchweg unnatürlich. Das st aber nicht nur auf Kosten des Fleischgenusses zu verbuchen.

Die Mäßigung des Geschlechtstriebes ist auch durchaus nicht ab-hängig von der Verminderung der Sexualkraft. Im Gegenteil, diese ist fähig, dem Menschengeiste fördernd beizustehen, ihn von der heute ausgeprägten Abhängigkeit des rohen Triebes zu befreien! Die Sexualkraft ist sogar das beste Mittel dazu. -

Die Führer der heutigen Lebensreformen sind in ihren Bestrebungen bereits als Pioniere anzusehen, der nächsten kommenden großen Fort-entwickelungsepoche der Menschheit, die unter allen Umständen eintreten wird, und unaufhaltsam, sieghaft vorwärts drängt, auch wenn sich alles eingeengte Alte verzweifelt kämpfend gegenüberstellt. Doch diese Pioniere müssen erst zu Führern werden! Ein Führer darf Bestehendes der Gegenwart nicht achtlos übersehen. Er muss gleichzeitig weiterschauen in die Zukunft, auch über alles Grobstoffliche noch hinaus. Und da wird er erkennen, dass auf diese letzt gebrauchte Art stets eine Lücke bleiben müßte, die sich immer fühlbar macht, zuletzt auch bei dem besten Bau einen Zusammenbruch erzwingt. Die Brücke fehlt! Damit die Körper der heutigen Menschheit ohne Nachteil für Betätigung des Geistes auch mitfolgen können.

Der Übergang als erste Stufe ist das Beschränken auf nur weißes Fleisch. Das heißt. Geflügel, Kalbfleisch, Lamm und anderes, neben der erhöhten Pflanzenkost. Nur so kann langsam ein Schritt nach dem anderen kommen. Bis zuletzt in ruhigem Übergange der Körper so gezogen ist, dass er die Vollkraft in der Pflanzenkost behält!

„Übersehet Eueren Körper nicht“, möchte ich warnend dem einen Teile zurufen! Dem anderen Teile umgekehrt „Denkt an den Geist!“ Dann wird das Rechte schon noch aus den Wirrnissen der Jetztzeit reifen.

Auf Anschauungen, dass kein Tier getötet werden dürfte, gehe ich jetzt gar nicht ein; denn auch die Pflanze hat ja eine Seele. Es zeigt nur Rückstand, wenn man also denkt, und ein Nichteingedrungensein in die bisherigen Geheimnisse der Schöpfung. -

b) Heilmagnetismus

Frage: Welche Stellung nimmt der Heilmagnetismus ein, im Hinblick auf die Menschheitsentwickelung?

Antwort. Heilmagnetismus nimmt eine der führenden Stellungen ein in der weiteren Entwicklung des Menschheitsgeschlechtes.

Wenn ich auf diese Frage von Magnetopathen spreche, so sind damit nur ernste Könner gemeint, die mit ehrlichem Wollen dar Menschheit zu helfen bereit sind. Nicht etwa die Schar jener, welche mit geringer Durchschnittsausstrahlung, viel Worten und geheimnisvollen Gesten Großes zu leisten wähnen.

Nervöse Unruhe geht zwar heute durch die Reihen jener Tapferen, die schon seit Jahren in so vielen Fällen ihren Mitmenschen die beste Erdengabe brachten, die sie bringen konnten: Die Gesundung von so manchem Leiden durch den so genannten Magnetismus ihres Körpers, oder durch die Übertragung ähnlicher Strömungen aus der Feinstofflichkeit, dem Jenseits.

Leider wird andauernd neu versucht, die Klasse der Magnetopathen als minderwertig zu bezeichnen, wenn nicht gar noch als Schlimmeres, sie zu hemmen und zu unterdrücken. Man bauscht mit viel Geschrei einzelne Ausnahmen ins Ungeheuerliche auf, bei denen niedriger Erwerbssinn unreelle Charaktere schuf, oder wo schon von vornherein betrügerische Absichten zu Grunde lagen, indem bei Ausübenden die schöne Gabe gar nicht vorhanden war.

Seht Euch doch um: Wo sind Betrüger, Schwindler nicht vorhanden! Sie sind überall zu finden! In anderen Berufen sogar noch viel mehr. Aus diesem Grunde sieht ein Jeder das hierin bei solchen Anfeindungen oft gewollte Unrecht sofort klar.

Aber der Neid, noch mehr die Furcht, lässt jetzt die Zahl der Gegner und der Feinde wachsen, Bei Bier- und Weinorgien kann natürlich diese Kunst der Heilung nicht erworben werden.

Sie erfordert ernste, und vor allen Dingen auch solide und gesunde Menschen!

Darin wird wohl die größte Wurzel alles Neides liegen, der die Hauptanfeindungen dann nach sich zieht; denn Bedingungen von solcher Art sind heute nicht leicht zu erfüllen. Und was darin einmal versäumt wurde, lässt sich nicht wieder einholen!

Außerdem ist echte, starke Heilkraft auch nicht zu erlernen. Sie ist eine Gabe, die den damit Begabten zu einem Berufenen bestimmte!

Wer solche Menschen unterdrücken will, gibt damit den Beweis, dass er das Wohl der Menschheit nicht vor Augen, noch viel weniger im Herzen hat. Er bürdet sich damit auch eine Schuld auf, die ihm zum Verhängnis werden muss.

Die kleine Schar der Tapferen braucht nicht zu bangen. Auch sie sind Vorläufer der neuen Zelt. Die Hindernisse sind nur scheinbar, nichts sagend, vorübergehend. In Wirklichkeit bilden sie ein sicheres Zeichen des baldigen, freudigen und stolzen Aufstieges.


c) Bildet Alter ein Hemmnis zu geistigem Aufstiege?

Frage: Können Menschen, die zeitlebens das Rechte gewollt haben, wo einfach ihr Alter die Hemmung bildet, Neues aufzunehmen, nicht ebenso gut den Weg zum lichte finden?

Antwort: Das nach irdischen Begriffen Rechte zu wollen, oder das Gute zu wollen, ist oft ein großer Unterschied! Das irdische Recht tat nicht immer auch das Gute!

Heute genügt es für den Menschen nicht mehr, einfach das Rechte gewollt zu haben! So etwas konnte er bei seiner ersten Inkarnierung tun. Jetzt wird mehr von ihm gefordert! Sobald er sich nicht gewaltsam aufrafft, geistig endlich wissend höher zu kommen. so ist er unbedingt verloren. Das Alter bildet keine Hemmung, sondern Ansporn, da in dem Alter seine Stunde des Hinübergehens sichtbar näher rückt! Es ist nur die von mir schon oft als ärgsten Feind genannte Trägheit und Bequemlichkeit mit der sich solche Zögernde belasten, und damit untergehen.

Die Zeit des geistigen Landstreichertums hat aufgehört, wie die Zeit der Bequemlichkeit und des behaglichen Erwartens.

Mit unheimlicher Furchtbarkeit und Härte wird es binnen Kurzem in die Schläfer und Faulenzer hineinschlagen, dass auch der Taubste dann erwacht.

Das Studieren meiner Vorträge bedingt jedoch von vornherein ein Sichbemühen, gewaltsames Zusammenreißen aller Sinne, damit geistige Lebendigkeit und volles Wachsein! Erst dann gelingt es, sich in meine Worte zu vertiefen, sie auch wirklich zu erfassen.

Und das ist so gewollt! Ich lehne jeden Geistesträgen ab.

Wenn Menschen aber nur ein Körnchen Wahrheit aus der Heimat den geistigen Reiches in sich nicht verschüttet haben, so muss sie das Wort treffen, als ein Ruf, vorausgesetzt, dass sie sich auch die Mühe nehmen, es einmal unbeeinflusst und mit vollem Ernste zu lesen. Empfinden sie dann nichts, was Widerhall in ihnen weckt, so wird es auch im Jenseits kaum noch möglich sein, sie aufzuwecken, weil sie auch dort nichts anderes erhalten können. Sie bleiben stehen, wo sie sich selbst hinstellen, durch ihren eignen Willen. Es wird sie niemand zwingen, davon abzugehen, doch sie kommen auch nicht rechtzeitig aus dieser Stofflichkeit hinaus, um sich vor der Zersetzung zu bewahren, also vor der ewigen Verdammnis.

Das „Nichthörenwollen“ nehmen sie natürlich mit von dieser Erde zur Feinstofflichkeit, und werden dort nicht anders sich gebärden, als es hier geschah. Wie kann das Alter gar ein Hemmnis bilden! Es ist ein Ewig-keitsruf, der sie aus dem Worte trifft, den sie jedoch nicht hören wollen, weil es ihnen so bequemer ist. Bequemlichkeit jedoch wird ihn zuletzt vernichten, wenn er nicht rechtzeitig lebendig werden will. Die Frage zeigt aber diese Bequemlichkeit sehr deutlich. Es ist die gleiche Art so vieler Menschen, die sich dauernd selbst betrügen wollen, unter irgend einem halbwegs annehmbaren Vorwande. Sie gehören zu der Spreu, die von den kommenden Reinigungstürmen nicht gefestigt werden, sondern wegge-weht, weil für den Ernst des eigentlichen Seins unbrauchbar.

Sie würden immer neue Zeit zum Überlegen von dem Schöpfer for-dern, ohne je zu einem Aufstiege zu kommen, bei dem sie sich geistig aufzuraffen haben. Aus diesem Grunde hat es keinen Zweck, sich lange damit zu befassen. Es sind die Ewigwollenden und nie an sich Vollbringenden. Und damit auch Verlorenen. - - -


d) Wer ist der Menschensohn?

Frage: Will Abdruschin mit seinen Erklärungen über den „Menschen-sohn“ auf eine bestimmte Person hinweisen?

Antwort: Nein! Damit der Hörer und der Leser die rechte Richtung einhalten kann, will ich besonders darauf hinweisen, dass meine Erwähnungen über verschiedene bisher allgemein anders gedachte Punkte, wie zum Beispiel über den Menschensohn, dessen Trennung im Begriff von dem Gottessohn vielen Lesern neu erscheint, und über viele andere Dinge, keinerlei Vorausschauen ist, noch viel weniger ein Prophezeien. Auch soll damit nicht etwa auf eine bestimmte Person hingewiesen werden!

Alle meine Abhandlungen sind rein sachlicher Art, aufgebaut auf menschlich-logischem Denken, wobei ich mich bemühe, den festen Boden nüchterner Folgerichtigkeit nicht zu verlassen. Sie beruhen nicht auf medialen Kundgebungen oder ähnlichen Vorgängen. Deshalb verlangen und vertragen die Vorträge aber auch, von jedem Leser und Hörer selbständig durchdacht zu werden. Er muss sich dauernd prüfen, ob er dann mit Überzeugung folgen kann oder nicht, soll auch nur das aufnehmen, was er nach vielseitiger eigener Beleuchtung für richtig findet

Die Lückenlosigkeit wird sich erst zeigen, wenn ich noch eine weitere Anzahl Vorträge vollendet habe.

Ich selbst gebe auf Prophezeiungen nicht viel, greife aber einmal diese oder jene Bekanntwerdung darüber auf, um einen solchen Gedanken folgend zu sehen, ob er in natürlichem Geschehen irgendwie begründet werden kann. Denn wo das nicht der Fall ist, dort versteigt er sich in die Verwirrung ungesunder Fantasie.

Deshalb soll Jeder Leser ernsthaft mitdenken, und dadurch helfen, Wirrnisse zu klären, Fantasien zu entschleiern. -


e) Abdruschin

Frage: Warum wählt der Verfasser den Namen „Abdruschin“?

Antwort! Mit derselben Berechtigung als Schriftsteller, wie andere als Pseudonym irgend einen Namen wählen. Was ist ein Name? Nichts! Er soll auch hier nicht mehr sein. Abdruschin bedeutet nichts besonderes, sondern ein einfaches Pseudonym. -

f) Menschensinn und Gotteswille

Frage:Der Vortrag „Menschensinn und Gotteswille im Gesetz der Wechselwirkung“ wirkt auf mich, als sei er mit Herzblut geschrieben. Es erregt meine Sympathie. Ist es unbescheiden, zu fragen, ob der Inhalt zum Teil Selbsterlebtes des Verfassers wiedergibt?

Antwort. Die Frage ist nicht unbescheiden, und ich habe keinerlei Ursache, eine freie Beantwortung zu scheuen. Ja, ich bin es selbst! Und im Hinblicke auf wirkliches Recht und Unrecht, sowie auf unverküm-merte Moral, blicke ich mit berechtigtem Stolze über alle die hinweg, die mir damit ein Leid zufügten, und noch viel mehr auch über die, welche es heute immer wieder neu versuchen! Mein Vortrag: „Menschensinn und Gotteswille im Gesetz der Wechselwirkung“ ist nicht nur erdacht oder zusammengestellt, sondern der Inhalt wurde von mir selbst wirklich durchlebt. Ich könnte dem noch viel hinzufügen, und daraufhin durch Unverständnis und durch Niedriggesinnte immer wieder Erlittenes als bedeutsame Illustrationen bringen, doch diese müssten gegen Manches und Manche eine na gerechte Empörung hervor rufen, dass ich lieber davon Abstand nehme, hat doch jeder Mensch im Jenseits, und so viele zum Teil auch noch hier, auf jeden Fall unumstößlich das selbst zu erwarten, was er aussäte!

Seht Euch mit klaren Augen um! Mit Abscheu werdet ihr so manchen Abschaum vor Euch sehen, der sich unter dem Flittergolde der vorgetäuschten Vornehmheit verbirgt. Übt Euch, den Blick durch glattes Wesen und gewandte Worte hindurch bis zum wahren Grundzu sen-ken. Vor einem solchen Schauen überzieht sich bald die anscheinend ganz weiße, reine Haut mit widerlichem Aussatz, und der rein sich Präsen-dierende zeigt sich dann als der Unreinste und Wertloseste unter Vielen.

Es gibt ja Menschen, welche sich peinlich bemühen, nach außen hin immer den Mantel aller Ehrbarkeit, der Vornehmheit und auch Korrekt-heit auffallend zu zeigen. Plötzlich aber wähnen sie aus irgend einem Grunde heilige Empörung zeigen zu müssen, gegen einen Menschen, den sie aus Missgunst oder Neid in irgend einer Weise schädigen zu müssen glauben. In naivem Selbstbetruge reden sie sich ein, dass dies durchaus nicht eine böswillige, verachtenswerte Schädigung eines anderen Menschen ist, das schweres Karma nach sich zieht, und versuchen sich ob solch verabscheuungswürdiger Handlungsweise noch stolz in die Brust zu werfen mit der Lüge, dass es sich ja darum handelt, in einer allerdings nur dafür plötzlich erwachten Menschenliebe, die sonst nie vorhanden war, den persönlich Gehassten „unschädlich“ zu machen. Dabei vergessen sie aber ihr mühsam zusammengehaltenes Mäntelchen, und wühlen sich in ihren Handlungsweisen wohlgemut in dem widerlichsten Schmutz und Schlamm, zeigend, dass ihnen dies durchaus vertraut ist, dass sie ihr innerstes Bedürfnis sogar dazu hindrängt,

Dadurch offenbaren sie jedem Anderen unverhüllt ihr wirklich Innerstes, während sie in Selbstverblendung sich einzubilden bemühen, dass sie, die sich so willig und sogar begeistert als Werkzeug des Dunkels hingeben, nur dem Guten dienen, und anscheinenden Schmutz aufdecken wollen. Die Unseligen sind dann jedem Klarblickenden als Verworfene und arg Beschmutzte leicht erkennbar, nur sich selbst nicht!

Und diese Blindheit lastet als der größte Fluch mit auf der Menschheit? Er ist in seinen Auswirkungen für das Jenseits von erschreckender Entsetz-lichkeit. „Die Fluchbeladenen“ ist die ganz richtige Bezeichnung. Doch sagt sie nicht den Bruchteil dessen, was an Furchtbarkeit sie birgt

Welch ernste Forderung liegt schon in Christi Worten, wenn er sagt: „Achte nicht des Splitters in Deines Bruders Auge, sondern sieh des Balken in Deinem eigenen Auge!

Sucher, prüfet mit Ernst die Handlungen der Nebenmenschen in Verbindung mit den Absichten!Sehet sie Euch daraufhin dann an, Ihr werdet bei so Manchem hinter heuchlerischer Maske bald auch das verzerrte wahre Antlitz finden, das in Euch Ekel weckt und tiefe Traurigkeit, weil Ihr so vielen davon wohl reinste Empfindungen und wahre Menschlichkeit ent-gegenbrachtet! Gott gebe, dass die Zeit der wahren Säuberung recht bald beginnt, vor der das Heuchlertum der Pharisäer nicht bestehen kann, die jetzt zum besten Ankergrund der dunkelsten Gewalten dienen.

Ich weise hier besondere noch auf den schon vor Jahren gebrachten Vortrag hin: „Der Kampf“. (Bucht: Im Lichte der Wahrheit, oder auch Heft 4 der Gralsblätter.)

Um innerlich zu reifen, und dabei gleichzeitig meine Vorträge auf ihre Anwendbarkeit hin zu prüfen, ist es gut, wenn ein ernsthaft Suchender aus seinem eigenen Erleben manchmal etwas nimmt, und sich darein vertiefend den Versuch macht, es unter Benützung meiner Vortrags-hinweise zu zergliedern. Dabei wird er sehen lernen, das heißt verstehen lernen, wie diese Geschehnisse gleich Knoten in dem feinstofflichen Gewebe hängen, wie die Fäden vor- und rückwärts, sowie nach allen Seiten laufen und von dort kommen. Es ersteht langsam ein lebendiges Bild, das einen freien Überblick gibt, und damit aber auch eine ganz andere Urteilsfähigkeit, die oft weit abweichen muss von den bestehenden Anschauungen.

Es macht einige Mühe, und aller Anfang ist schwer, namentlich hierbei, aber der Lohn ist zuletzt groß! -


g) Soziale und politische Betrachtungen

Frage: Wird sich Abdruschin nicht auch Aber so manche brennende soziale und politische Frage äußern?

Antwort. Über Sozialpolitik und Innlache Dinge äußere ich mich nicht! Wenn tausend Andere es frei und unbelästigt tun können. so würde man bei mir ganz ohne Zweifel irgend etwas darin suchen; denn sonderbarer Weise ist man stets bemüht, selbst meinen harmlosen Bestrebungen und rein sachlich-logischen Vorträgen Absichten unterzulegen, die mir vollkom-men fern Liegen. Sogar den privatesten Unterhaltungen möchte ich mich entziehen, zu denen jeder andere Mensch ein unbeschränktes Anrecht hat. Mir sind schon oft die widerlichsten Anfeindungen daraus entstanden.

Wenn ich auf eine Frage nur ein Gleichnis bringe, oder Gesehenes zu Anschauungen mit verwende, z. B. aus ernsten Forschungskreisen be-rühmter Mediums, unter ausdrücklichem Hinweise darauf . . . flugs findet sich dann Jemand, der es entstellend mir persönlich zuzuschieben sucht, und mit Ausschmückungen und Zutaten der eigenen Fantasie schnell weiterkolportiert oder zu unsauberen Zwecken gar verwendet.

Was nützt es, wenn derartige Vorkommnisse in den Augen ernster Menschen nur scharfe Streiflichter auf die werfen, die mich damit zu schädigen versuchen? Was nützt es, wenn mir daraufhin von vielen Seiten immer die Versicherungen kommen, dass dies der beste Beweis dafür ist, wie ernst man meine Worte nimmt! Der Abscheu bleibt mir doch dabei. Wenn dies nun schon auf geistigem Gebiete ist, wie sollte es auf anderen Gebieten werden!

Ich schweige deshalb lieber, wenn ich auch mit derselben Einfachheit und Sicherheit so vieles scharf durchleuchten, und so manche Wege weisen könnte.

Ich will in Ruhe meine Arbeiten fortführen und vollenden, die so viel Anklang finden. Aus diesem Grunde bitte ich, Fragen dieser Art in Zukunft nicht mehr einzusenden.


h) Die Kunst des Atmens

Frage: Wird Abdruschin auch über die Kunst des Atmens Aufklä-rungen bringen?

Antwort; Ich werde auch noch auf die Kunst des Atmens zu sprechen kommen. Die bekannten Lehren darüber sind gut. Und Tausende werden deren Segen ja schon an sich selbst erlebt haben. Mein Vortrag darüber soll aber tiefere Aufklärungen bringen. Er wird das bisher darüber Bestehende nur fördern, nicht verwerfen, und allen Denen, die sich damit beschäftigen oder darnach suchen, neue Wege zeigen, sowie die Möglichkeit geben, dass sie sich der eigentlichen Vorgänge dabei voll bewusst werden, die heute noch gar nicht bekannt sind, und dadurch umso leichter. schneller, und weiter vorwärts kommen als bisher.

i) Der Kirchenbesuch

Frage! Ist für Suchende Kirchenbesuch anzuraten?

Antwort: Auch durch die Kirchen geht der Weg zur Wahrheit. Ausschlaggebend dazu ist immer nur die innere Beschaffenheit des Einzelmenschen. Im Besuch der Kirche schreitet der Mensch vorwärts, wenn der Besuch ihm wirklich zur Sammlung dient, zur Anregung, sein Inneres für diese Zeit von allen Erdenkleinigkeiten abzulenken, und Verbindung mit dem Licht zu suchen. Viele brauchen den Besuch der Kirchen. Wie er, der Einzelmensch, sich dabei öffnet, soviel wird er erhalten. Manche finden Andacht nur im Walde, andere am Meere, wieder andere in der Musik, und zahlreiche tatsächlich nur in Kirchen. Letztere sollen ja die Kirchen nicht melden!

Es gibt In allen Konfessionen Prediger, die als dazu Geborene, also Berufene benannt zu werden verdienen. Der Mensch muss nur lernen, in sich lebendig zu werden, das abzuwägen, und zu prüfen, was ihm dargereicht wird; denn er ist ja für sich selbst auch ganz allein verant-wortlich. Sobald er sich darum bemüht, dann wird er schon das Rechte ganz genau empfinden.

Das Kirchengehen ganz allein kann einem Menschen natürlich keine Seligkeiten bringen, es nützt ihm nichts, wenn er nicht selbst in sich dazu erwacht!

Es liegt an jedem Menschen selbst, und immer wieder nur an ihm, ob er in sich nach oben geht, oder dem Dunkel zu. Wenn er auch kurze Strecken falsche Wege wandelt, so kann ihm solches, recht betrachtet, auch nur nützen; denn er erkennt, wie er es nicht tun soll, und wird sich dann in Zukunft davor hüten. Die Trümmer eines solchen Weges muss er stets zu Stufen dann verwenden, die ihn umso schneller aufwärts führen. Die Kirchen sind ganz gut, aber die Menschen, die Besucher dieser Kirchen, sind in sich erstorben. Wenn sie Leben in sich bringen, werden sie auch in den Kirchen finden, was sie brauchen. -




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Verschiedenes

Ich erhalte oft Schreiben aufrichtigen Dankes, die in mir große Freude auslösen. Doch der ernsthaft Suchende, der durch die Vorträge ein Fin-dender wurde, kann seinen Dank dafür nur an Gott selbst richten. Wenn ich zum Mittler werden konnte, ist doch die Gabe nicht von mir. Ich bin nichts ohne Gott, und könnte auch nichts geben ohne ihn.

Als Beispiel möchte ich nur folgendes anführen: Wenn einem Menschen durch einen Diener ein Geschenk überbracht wird, so bedankt er sich nicht bei dem Diener, sondern bei dem Geber selbst. Nicht anders hier. Wenn es mir vergönnt ist, aus Quellen zu schöpfen, die vielen anderen verschlossen sind, so habe ich doch selbst die größte Ursache dazu, dem, der mir dies vergönnt, zu danken!

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Die Frage, was geschieht: „Wenn nach Gebetserhörung ein Mensch wieder in seine alten Fehler zurückfällt?“ ist schon vielfach beantwortet, wenn man meine Vorträge aufmerksam studiert.

In den meisten Fällen bringt es der Mensch leider nur in ernster Not fertig, mit ganzer Innbrunst zu seinem Gott zu beten. Ist die Not vorüber, so werden die Gebete schnell flacher, nebensächlicher, und oft hören mit Erfüllung auch alle Vorsätze wieder auf, die der erst so dringend Bittende hatte, weil „andere, notwendigere Interessen“ an ihn herantreten. Alles wird wieder selbstverständlich, alltäglich, minderwertig. Die Gedanken sind anders eingestellt, auf Äußerliches, Irdisches.

Aber das ist ein altbekannter Vorgang, der schon vor Jahrtausenden nicht anders war als heute.

Krankheit zum Beispiel gibt dem Menschen Zeit zum Nachdenken, die er später nicht mehr zu haben glaubt, nur weil er sich wieder zu viel davon ablenken lässt. Manchmal von recht nebensächlichen Dingen. Nie wird er so ehrlich sein, zuzugeben, dass er einfach nicht anders will!

Bleiben wir einmal bei Kranken. Irgend ein Kranker weiß, dass es zu Ende gehen muss, auch wenn es noch lange währen kann. Dass seine Gedanken unter vielleicht quälenden Schmerzen ernster werden im Hinblick auf das Ende der Krankheit, und damit auf das Abscheiden, ist selbstverständlich. Ebenso, dass er dabei seelisch weich und mürbe wird. Es erwachen wohl auch alle möglichen Gedanken und gute Vorsätze, darüber, wie ganz anders er sein Leben einstellen würde, wenn er allem Erwarten entgegen von den Schmerzen noch einmal befreit sein könnte, und . . . noch nicht zu sterben brauchte. Ganz schüchtern, wie ein unwahrscheinliches, großes, unverdientes Glück leuchtet eine derartige Möglichkeit in weiter Ferne auf.

Solche Gedanken geben aber verborgene Wünsche wieder, und sind oft innigere Gebete, als direktes Flehen um Gesundung, weil sie in derartigen Lagen wirklich rein und demutsvoll sind.

Wird einem solchen Menschen nun zur Überraschung Vieler eine Gnade unverhoffter Besserung zuteil, so geschieht es oft, dass mit der allmählichen Kräftigung des kranken Körpers auch die früheren Fehler wieder auferstehen! Und dann kommt das, was schon so oft geschah, und was noch oft geschehen wird: Der Mensch glaubt zwar von sich, dass er die neuen Wege geht, die er sich vorgenommen hat, in Wirklichkeit sind es jedoch die altenWege wieder, nur in neuer Form. Die Macht des freien Willens wird dabei zum Fluche statt zum Segen.

Mit jedem Wiederabwärtsgleiten verengt sich auch naturgemäß der Horizont seines Begreifens, so dass er niemals dieses Abwärtsgleiten sehen kann, und Anderen nicht glaubt, die ihn zu rechter Zeit noch darauf aufmerksam zu machen suchen, und plötzlich ist er stärker schuldbeladen als zuvor. Es sind dies solche Fälle, wo es besser war, dass Hilfe niemals kam. Deshalb bringt die Erhörung einer Bitte nicht für jeden Menschen unbedingten Segen!

Für solche wortbrüchig zu Nennende kommt aber nun kein Blitzstrahl strafend aus der Höhe, ebenso wenig wird er schleunigst wieder krank und stirbt. Nur naiver, unwissender Sinn erwartet solche Dinge. Das würde ja ein Willkürsakt des Schöpfers sein, entgegen seiner eigenen Gesetze. Gab er in seiner Gnade die Genesung oder Besserung, so wurde diese Hilfe in natürlichem Geschehen, ganz im Rahmen der vollkommenen Gesetze. Nichts anderes dann. Der Schöpfer kann und wird nicht ohne Weiteres diese Gesundung oder Besserung fortnehmen, nur weil die Hilfe als Ge-schenk ein Mensch erhielt, der hinterdrein durch seinen freien Willen und die alten Fehler zu einem Unwürdigen wurde. Erneutes Kranksein wird dann nur erfolgen durch eine neue, körperliche Ursache. Es sei denn, dass noch von der alten Krankheit ein Rest übrig war, der wiederum zu neuer Tätigkeit ersteht.

Es wäre deshalb falsch, bei derart vorkommenden Fällen etwa Unge-rechtigkeit des Schöpfers darin zu erblicken, oder gar zu denken, dass die Besserung auch sonst gekommen wäge, und gar keine besondere Begnadung war. Noch schlimmer aber ist es, in dem Wahn zu leben, dass das weitere Wohlbefinden ein Beweis dafür sei, dass dieser Mensch den rechten Weg einhalte!

Das Letzte birgt die größte der Gefahren! Ein Selbstbetrug, so schön, beruhigend, dass ihn viele Menschen gern sich vortäuschen. Des Menschen Schuld dabei kann jahrelang unfühlbar sein, vielleicht sogar, bis er hinü-bergehen muss. Dann wird er allerdings sehr schnell erkennen, was er tat. Es sind bedauernswerte, nicht immer verdammenswerte Menschen.

Wie aber hier bei Krankheit, ganz genau so ist es auch bei anderen Gebetserhörungen, wie überhaupt bei jeglichem Geschenke aus der Höhe! Auch wenn ein Mensch schon mit Geburt oder erst zu bestimmter Zeit eine besondere Befähigung erhalten hat, zu einem Zweck, den er nicht recht erfüllt, so wird ihm die Befähigung dann nicht sofort genommen. Sie kann jedoch nicht den Aufschwung erhalten, den sie auf rechtem Wege sonst erreicht hätte.

Auf jeden Fall ist sie nach jener Richtung hin sehr stark verdunkelt und verwischt, wozu sie eigentlich gegeben war. Diese Unfähigkeit darin löscht aber nicht gleichzeitig die Sehnsucht aus, sich nach dem hohen Ziele hin noch zu betätigen. Wenn dazu nun noch die Verengung des Begriffs-vermögens kommt, so gibt das ein Gemisch, welches viel Schaden und Verwirrung anrichtet. Ein solcher Mensch glaubt unbedingt, ganz in Erfüllung seiner Aufgabe zu stehen, und auch den rechten Weg zu gehen, ebenso etwas darin zu können. Und doch ist alles falsch.

Dem so Begnadeten und nicht Erfüllenden fehlt dabei jede Hilfe aus dem Licht, dem er sich selbst verschloß, und damit auch die notwendige Führung. Das Selbst- und Besserwissenwollen nützt ihm nichts. Es wird für ihn zum ärgsten Fallstrick seines Lebens. Sobald er dann hinüber-kommt, muss er Abrechnung geben über alles anvertraute Gut, wie Christus in so vielen Gleichnissen den Vorgang der Auslösung unbedingter Wechselwirkung treffend schildert -

Vorstehende Erklärungen sollen dem Fragesteller lediglich als unge-fähre Richtschnur dienen für seine eigenen Betrachtungen, die er nach seiner Frage doch wohl machen will. Doch alles, was er wissen will, ist schon in meinen Vorträgen deutlich gesagt, er braucht nur jedem Gange des Geschehens recht zu folgen. –

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Das Verlagszeichen auf den Büchern und Heften ist vielen Lesern ein Rätsel, und erregt den Drang, dessen Bedeutung zu erfahren. Unwissende oder Übelwollende versuchten so gar eine allerdings recht sonderbare Erklärung dafür zu findet indem sie die Schlange als den Ausweis dafür hinstelle wollten, dass ich unbewusst mit meinen Vorträgen für das Dunkle, also Böse und Schlechte arbeite. Die Schlange da bei als Symbol alles Bösen gedacht.

Nun, etwas Derartiges kann man wohl nur ganz Unwissenden und Gedankenlosen vorsetzen. Wer auch nur einigermaßen Bildung sein eigen nennt, wird wissen, dass die Schlange, die sich in den Schwanz beißt, auch noch ganz Anderes und Gegenteiliges symbolisiert, wie zum Beispiel den Begriff der Unendlichkeit Es könnte also ganz gut das A und der Kreis der Schlange bedeuten, dass Abdruschin's Studium die Unendlichkeit zu erforschen sucht, oder seine Vorträge sich mit den Vorgängen in der Unendlichkeit befassen. Ebenso gut aber kann man sagen, die Schlange soll nicht den Begriff der Unendlichkeit wiedergeben, sondern das O, so dass also das Verlagszeichen andeutet: Der Verlag bestrebt sich, alles zu vermitteln, was das A und das O des geistigen Wissens sein kann, was also zwischen dem Anfang und dem Ende liegt Das ist auch der gewollte Sinn des Zeichens.

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Zur Klärung der verschiedenen Anfragen, ob die Gralsgemeinschaft München-Garmisch im Zusammenhange mit mir steht, oder ob der Grals-Verlag G, m. b. H. in München-Garmisch von mir geleitet wird, will ich der Einfachheit halber an dieser Stelle darauf hinweisen, dass dies nicht der Fall ist. Den Ausdruck Gral“ kann nach irdischen Vor-schriften und Begriffen Jedermann frei benützen, wozu er will. Der Name ist hier nicht geschützt. In allen Ländern gibt es zahlreiche Vereinigungen und auch Einzelmenschen, die Ihn für irgendwelchen Zweck verwenden. Und viele sind wohl auch dabei, die wirklichem Gralsgedanken verständnislos gegenüberstehen in Irdischer Überhebung, denen er vielleicht gar nicht einmal sympathisch sein würde, sobald sie ihn begreifen könnten. Aber der hohe Name ist nur äußerlich irdisch ungeschützt, doch umsomehr geschützt in geistiger und jenseitiger Beziehung! Niemand wird ihn ungestraft missbrauchen dürfen. Das hat ja aber schließlich jeder für sich selbst zu verantworten, wie es in allen Dingen ist

Ich gehe meinen Weg allein, und benütze zur Veröffentlichung meiner Vorträge weiterhin nur den Verlag der Gralsblätter in Tutzing (Obb.), wohin auch alle Anfragen zu richten sind.

Alle anderen Arbeiten sind nicht von mir; denn Oskar Ernst Bern-hardt und Abdruschin ist ein und dieselbe Person. Ich werde die Ver-fasserrechte meiner Vorträge nie in andere Hände geben, damit sie stets die ruhige Sachlichkeit beibehalten, die sie von Anfang an haben. Unpersönlich, zeitlos.



Anfeindungen habe ich, jedoch keine Gegner. Das ist zweierlei. Als ehrlicher Gegner kann nur in Betracht kommen, der rein sachlich etwas zu entgegnen weiß, da auch ich immer nur rein sachlich und unpersönlich bleibe. Solche Menschen jedoch, die mich persönlich anfeinden, sind nicht wert, Gegner genannt zu werden, sondern sie geben in und mit ihren Anfeindungen doch stets sich selbst ein Zeugnis großer innerer Armut, und liefern gleichzeitig durch ihre Art auch oft einen Beweis, dass sie doch recht verachtenswerte Eigenschaften besitzen müssen; denn sonst würden sie solches nicht tun. Gegnerschaft ist etwas ganz anderes, viel Ehrlicheres, und nie etwas Persönliches.

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Aus weicher Gruppe ich hervorgegangen bin, und welche Schulung ich genoss? Worin ich mir erwarb, was ich in meinen Vorträgen ausspreche?

Diese Fragen schwirrten mir nach Vorträgen entgegen. Ich will sie nochmals hier mit gleicher Kürze auch beantworten:

Ich ging aus keiner Gruppe hervor, genoss auch keine Schulung, studierte nicht, und habe mir die Kenntnisse nirgends erworben. Ich habe noch kein buddhistisches, kein theosophisches, auch kein anthroposo-phisches, oder irgend ein anderes Werk gelesen, sondern weise alle derartigen Bücher zurück, sobald sie mir geboten werden. Oder ich nehme sie, aber ich lese sie nicht Was ich in meinen Vorträgen sage, spreche ich in Überzeugung aus mir selbst Und wenn Ähnlichkeiten in verschiedenen Religionen zu finden sind, so habe Ich diese sicherlich nicht daraus geschöpft Aber ich freue mich dann, wenn Gleiches und Ähnlichkeiten darin festgestellt werden. -

Aus allen diesen Gründen fordere ich ja stets auf, dass man die Worte prüfen soll, doch nicht des Redners achten! Wer mir dann folgen will, der ist ein wirklich ernsthaft Suchender, der selbst zu denken weiß. Und andere Menschen, die sich an Personen anstatt an die Sache halten müssen, die also auch nicht sachlich bleiben können, haben für ein ernstes Vorwärtsstreben keinen Wert. Für mich als Mensch noch weniger. -

Pfingsten 1927. Abdruschin.



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