GRALSBLÄTTER

NEUE GRALSBOTSCHAFT

VON

ABDRUSCHIN

Serie II, Heft 3, 4 u. 5





VERLAG DER GRALSBLÄTTER / TUTZING
OSKAR ERNST BERNHARDT



























Copyright 1950 by Maria Bernhardt,

Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung, vorbehalten

Druck von P. Beirich Nachf., Groitzsch (Bez. Leipzig)








Reihenfolge der Vorträge

Seite.

1. Irrungen 4

2. Die Sexualkraft in ihrer Bedeutung zum geistigen Aufstiege . . 16

3. Ich bin die Auferstehung und das Leben, niemand

kommt zum Vater, denn durch mich 27

4. Was trennt so viele Menschen heute von dem Licht 33

5. Der Schrei nach dem Führer 42

6. Der große Komet 47

7. Grobstofflichkeit, Feinstofflichkeit, Strahlungen, Raum und Zeit 48

8. Der Irrtum des Heilsehens 54

9. Lebet der Gegenwart 57

10. Fragenbeantwortungen

a) Okkulte Schulung, Fleischkost oder Pflanzenkost . . 59

b) Heilmagnetismus 64

c) Bildet Alter ein Hemmnis zum geistigen Aufstiege? 65

d) Wer ist der Menschensohn? 66

e) Abdruschin 67

f) Menschensinn und Gotteswille 67

g) Soziale und politische Betrachtungen 69

h) Die Kunst des Atmens 70

i) Kirchenbesuch 70

11. Verschiedenes 72

12 Bücherbesprechungen 77


Irrungen

Suchend erhebt so mancher Mensch den Blick nach Licht und Wahrheit. Sein Wunsch ist groß, doch fehlt es ihm sehr oft an ernstem Wollen! Mehr als die Hälfte alter Sucher sind nicht echt. Sie bringen ihre eigne, abgeschlossene Meinung. Sollen sie auch nur ein Wenig daran ändern, so lehnen sie viel lieber alles für sie Neue ab, auch wenn darin die Wahrheit liegt.

Tausende müssen dadurch sinken, weil sie in der Verstrickung irrtümlicher Überzeugung die Bewegungsfreiheit unterbanden, die sie zur Rettung durch den Schwung nach oben brauchen.

Immer ist ein Teil vorhanden, derer, welche meinen, alles Rechte schon erfasst zu haben. Sie beabsichtigen nicht, nach dem Gehörten und Gelesenen auch eine strenge Prüfung gegen sich zu führen.

Für solche spreche ich natürlich nicht!

Mein Wort ist unkonfessionell. Es kann von jeder Konfession als eigen aufgenommen werden.

Ich spreche darin nicht. zu Kirchen und Parteien, nicht zu Orden, Sekten und Vereinen, sondern lediglich in aller Einfachheit zum Menschen selbst Fern liegt es mir, etwas Bestehendes zu stürzen; denn ich baue auf, ergänze bisher ungelöste Fragen, die ein Jeder in sich tragen muss, sobald er nur ein wenig denkt.

Nur eine Grundbedingung Ist für jeden Hörer unerlässlich. Ernstes Suchen nach der Wahrheit. Er soll die Worte in sich prüfen und lebendig werden lassen, aber nicht des Redners achten. Sonst wird ihm kein Gewinn. Für alle, die das nicht erstreben, Ist jedes Zeitopfer von vornherein verloren.

So einfach meine Sätze auch manchmal erscheinen mögen, so Ist doch größte Achtsamkeit erforderlich und tiefes Überlegen, um sie richtig zu verstehen. Deshalb wollen Sie mir mit größter Aufmerksamkeit folgen.

Es ist unglaublich, wie naiv die größte Mehrzahl aller Menschen krampfhaft unwissend darüber bleiben will, woher sie kommen, was sie sind, wohin sie gehen!

Geburt und Tod, die untrennbaren Pole alles Erdenseins, sie dürften kein Geheimnis für den Menschen bilden.

Zerrissenheit liegt in den Anschauungen, die den Wesenskern der Menschen klären wollen. Das ist die Folge des krankhaften Größen-wahns der Erdenbürger, die sich vermessen rühmen, Ihr Wesenskern sei göttlich!

Seht Euch die Menschen an! Könnt Ihr denn Göttliches in ihnen finden? Die törichte Behauptung müßte man als Gotteslästerung bezeichnen, da sie Herabzerrung des Göttlichen bedeutet

Der Mensch trägt nicht ein Stäubchen Göttliches in sieht

Die Anschauung ist lediglich krankhafte Überhebung, die als Ursache nur das Bewusstsein eines Nichtverstehenkönnens hat. Wo ist der Mensch, der ehrlich sagen kann, dass ihm ein solcher Glaube auch zur Überzeugung wurde. Wer ernsthaft in sich geht, muss es verneinen. Er fühlt genau, dass es nur Sehnsucht, Wunsch ist, Göttliches in sich zu tragen, aber nicht Gewissheit! Man spricht ganz richtig von einem Gottesfunken, den der Mensch in sich trägt. Dieser Funke Gottes ist aber Geist! Er ist nicht ein Stück der Göttlichkeit.

Der Ausdruck Funke ist eine ganz richtige Bezeichnung. Ein Funke entwickelt sich und sprüht aus, ohne etwas von der Beschaffenheit des Erzeugers mitzunehmen oder in sich zu tragen. So auch hier. Ein Gottestunke ist nicht selbst göttlich.

Wo solche Fehler schon im Hinblick auf den Ursprung eines Seins zu finden sind, dort muss Versagen In dem ganzen Werden kommen! Habe ich auf falschen Grund gebaut, muss einst der ganze Bau ins Wanken und zum Stürzen kommen.

Gibt doch der Ursprung Halt fürs ganze Sein und Werden eines Jeden! Wer nun, wie üblich, sucht, über den Ursprung weit hinauszugreifen, langt nach für ihn Unfassbarem, und er verliert in ganz natürlichem Geschehen damit jeden Halt.

Wenn ich z. B. nach dem Aste eines Baumes greife, der durch die irdische Beschaffenheit mit meinem Erdenkörper Gleichart hat, gewinne ich in diesem Aste einen Halt und kann mich deshalb daran aufwärtsschwingen.

Greife ich aber über diesen Ast hinaus, so kann ich an der anders-artigen Beschaffenheit der Luft keinen Stützpunkt finden und .... kann deshalb auch nicht empor! Das ist doch klar.

Genau so ist es mit der inneren Beschaffenheit des Menschen, die man Seele nennt und deren Kern den Geist

Will dieser Geist den notwendigen Halt aus seinem Ursprung haben, den er braucht, so darf er selbstverständlich nicht ins Göttliche zu fassen suchen. Das wird dann unnatürlich; denn das Göttliche liegt viel zu weit darüber, ist von ganz anderer Beschaffenheit!

Und doch sucht er in seiner Einbildung Kontakt an dieser Stelle, die er nie erreichen kann, und unterbricht dadurch natürliches Geschehen. Wie ein Wehr senkt sich sein falsches Wünschen hemmend zwischen ihn und seine notwendige Kraftzufuhr vom Ursprung her. Er schneidet sich selbst ab davon.

Deshalb hinweg mit solchen Irrtümern! Dann kann der Menschengeist erst seine volle Kraft entfalten, die er noch heute achtlos Übersieht, und wird zu dem, was er sein kann und soll, zum Herren in der Schöpfung! Doch wohl gemerkt, nur in der Schöpfung, nicht über dieser stehend.

Nur Göttliches steht Über aller Schöpfung. -

Gott selbst, der Ursprung alles Seins und Lebens, ist, wie schon das Leben sagt, göttlich! Der Mensch aber, wie auch nicht unbekannt, von seinem Geist erschaffen!

Der Mensch Ist also nicht direkt von Gott, sondern von dessem Geiste! Göttlich und geistig ist nicht einerlei, Geist ist der Wille Gottes. Aus diesem Willen nur erstand die erste Schöpfung, nicht aber aus dem Göttlichen heraus! Halten wir uns doch an diese einfache Tatsache, sie gibt die Möglichkeit des besseren Verstehens.

Man stelle sich doch einmal zum Vergleich den eigenen Willen vor. Er ist ein Akt, nicht aber ein Stück Mensch, sonst müßte sich der Mensch auflösen mit der Zeit, in seinen vielen Willensakten. Es würde von ihm gar nichts Übrig bleiben.

Nicht anders auch bei Gott! Sein Wille schuf das Paradies! Sein Wille aber ist der Geist, den man als „Heiligen Geist“ bezeichnet. Das Paradies war wiederum auch nur das Werk des Geistes, nicht ein Stück von ihm selbst Darin liegt eine neue Abstufung nach unten zu. Der schöpferische Heilige Geist, also der lebendige Wille Gottes, ging nicht in seiner Schöpfung auf. Er gab darein auch nicht ein Stück von sich, sondern er blieb selbst ganz außerhalb der Schöpfung. Das bringt die Bibel schon ganz klar und deutlich mit den Worten: „Der Geist Gottes schwebte über den Wassern“, nicht Gott in eigener Person! Das ist schließlich ein Unterschied. Der Mensch trägt also auch nichts von dem Heiligen Geiste selbst in sich, sondern nur von dem Geiste, der ein Werk des Heiligen Geistes ist, ein Akt.

Anstatt sich nun mit dieser Tatsache zu befassen, Will man hier mit aller Kraft schon eine Lücke bilden! Denkt nur an die bekannte Anschauung über die erste Schöpfung, an das Paradies! Es sollte unbedingt auf dieser Erde sein. Der kleine menschliche Verstand zog damit das Geschehen notwendiger Jahrmillionen in seinen eng an Raum und Zeit begrenzten Kreis und stellte sich als Mittelpunkt und Achse alles Welt-geschehens vor. Die Folge war, dass er dadurch den Weg zum eigentlichen Lebensausgangspunkte ohne weiteres verlor. An Stelle dieses klaren Weges, den er nicht mehr überschauen konnte, musste in seinen religiösen Anschauungen ein Ersatz gefunden werden, wenn er sich nicht selbst als Urheber des ganzen Seins und Lebens und somit als Gott bezeichnen wollte. Diesen Ersatz gab ihm bisher der Ausdruck „Glaube!“ Und an dem Worte „Glaube“ krankt seither die ganze Menschheit! Ja, noch mehr, das unerkannte Wort, weiches alles Verlorene ergänzen sollte, wurde ihr zur Klippe, die das vollständige Scheitern brachte!

Mit Glaube findet sich nun jeder Träge ab. Der Glaube ist es auch, an dem die Spötter sich verankern können. Und das Wort „Glaube“ falsch gedeutet, ist der Schlagbaum, der sich heute hemmend vor den Weg zum Weiterschreiten für die Menschheit legt.

Glaube soll nicht der Mantel sein, der alles Denkens Trägheit groß-mütig verdeckt, der sich wie eine Schlafkrankheit behaglich lähmend auf den Geist der Menschen senkt! Glaube soll in Wirklichkeit zur Über-zeugung werden. Überzeugung aber fordert Leben, schärfstes Prüfen!

Wo auch nur eine Lücke bleibt, ein ungelöstes Rätsel, dort wird die Überzeugung zur Unmöglichkeit Kein Mensch kann deshalb wahren Glauben haben, solange in ihm eine Frage offen bleibt.

Schon das Wort „blinder Glaube“ gibt das Ungesunde zu erkennen!

Lebendig muss der Glaube sein, wie Christus einst schon forderte, sonst hat er keinen Zweck. Lebendigkeit aber bedeutet das Sichregen, Abwägen und auch Prüfen! Nicht stumpfes Hinnehmen fremder Gedanken. Blindglauben heißt doch deutlich Nichtverstehen. Was der Mensch aber nicht versteht, kann ihm auch geistig keinen Nutzen bringen; denn im Nichtverstehen kann es nicht in ihm zum Leben kommen.

Was er aber in sich nicht ganz erlebt, wird ihm auch nie zu eigen! Und nur das Eigene bringt ihn empor.

Es kann auch schließlich niemand einen Weg beschreiten, vorwärts gehen, wenn in dem Wege große Spalten klaffen. Der Mensch muss geistig dort stehen bleiben, wo er nicht wissend weiter kann. Die Tatsache ist unumstößlich und wohl auch leicht verständlich. Wer also geistig vorwärts kommen will, der wache auf!

Im Schlafe kann er seinen Weg zum Licht der Wahrheit niemals gehen! Auch nicht mit einem Bilde oder Schleier vor den Augen.

Sehend will der Schöpfer seine Menschen in der Schöpfung haben. Sehend sein aber heißt wissend! Und zu dem Wissen passt kein blinder Glaube. Trägheit, Denkfaulheit liegt nur In einem solchen, keine Größe!

Der Vorzug eines Denkvermögens bringt dem Menschen auch die Pflicht zum Prüfen!

Um allem diesem zu entgehen, hat man aus Bequemlichkeit den großen Schöpfer einfach so verkleinert, dass man ihm Willkürsakte als Beweis der Allmacht zumutet.

Wer nur ein wenig denken will, muss darin wieder einen großen Fehler finden. Ein Willkürsakt bedingt die Möglichkeit der Abbiegung beste-hender Naturgesetze. Wo aber solches vor sich gehen kann, dort fehlt Vollkommenheit. Denn wo Vollkommenheit vorhanden ist, kann keine Änderung erfolgen. Somit wird irrtümlich von einem großen Teil der Menschheit die Allmacht Gottes derart hingestellt, dass sie dem tiefer Denkenden als ein Beweis der Unvollkommenheit zu gelten hätte. Und darin ruht die Wurzel vieles Übels.

Gebt Gott die Ehre der Vollkommenheit! Dann findet ihr darin den Schlüssel zu den ungelösten Rätseln alles Seins. -

Die ernsthaft Suchenden dahin zu bringen, soll mein Bestreben sein. Ein Aufatmen soll durch die Kreise aller Wahrheitssucher gehen. Sie werden zuletzt froh erkennen, dass in dem ganzen Weltgeschehen kein Geheimnis, keine Lücke ist. Und dann .... sehen sie den Weg zum Aufstieg klar vor sich. Sie brauchen ihn nur zu gehen. -

Mystik hat keinerlei Berechtigung in der gesamten Schöpfung! Es ist darin kein Platz für sie vorhanden; denn klar und lückenlos soll alles vor dem Menschengeiste liegen, bis zu seinem Ursprunge zurück. Und das Gebiet umfasst die ganze Schöpfung. Nur was dann über dieser Schöpfung ist, das Göttliche allein, wird jedem Menschengeiste heiliges Mysterium bleiben müssen, da es über seinem Ursprung steht, der in der Schöpfung ruht Deshalb wird Göttliches auch nie von ihm begriffen werden. Mit bestem Willen und dem größten Wissen nicht. In diesem Nichtbegreifen-können alles Göttlichen liegt für den Menschen aber das natürlichste Geschehen, das man denken kann; denn nichts vermag bekanntlich über die Zusammensetzung seines Ursprunges hinauszugehen. Auch nicht der Geist des Menschen! In andersartiger Zusammensetzung liegt stets eine Grenze. Und Göttliches ist von ganz anderer Beschaffenheit als Geistiges, welchem der Mensch entstammt.

Das Tier zum Beispiel kann auch in der vollsten seelischen Entwicke-lung niemals zum Menschen werden. Aus seiner Wesenhaftigkeit kann unter keinen Umständen das Geistige erblühen, welches den Menschen-geist gebiert. In der Zusammensetzung alles Wesenhaften fehlt geistige Grundart. Der aber aus dem Teile geistiger Schöpfung hervorgegangene Mensch kann wiederum auch niemals göttlich werden, da Geistiges die Art des Göttlichen nicht hat. Der Menschengeist kann wohl bis zur Vollkommenheit im höchsten Grade sich entwickeln, wird aber trotzdem immer geistig bleiben müssen. Er kann nicht über sich ins Göttliche gelangen. Die andere Beschaffenheit bildet auch hier naturgemäß die niemals überbrückbare Begrenzung nach oben zu. Die Stofflichkeit spricht hierbei gar nicht mit, da sie kein eigenes Leben birgt, sondern als Hülle dient, getrieben und geformt vom Geistigen und von dem Wesenhaften.

Das gewaltige Gebiet des Geistes geht durch die ganze Schöpfung. Der Mensch kann, soll und muss sie deshalb voll erfassen und erkennen! Und durch sein Wissen wird er darin herrschen. Herrschen aber, selbst das strengste, heißt, recht erkannt, nur dienen! --

An keiner Stelle in der ganzen Schöpfung bis hinauf zum höchsten Geistigen wird von natürlichem Geschehen abgewichen! Schon dieser Umstand macht doch Jedem alles viel vertrauter. Die ungesunde und geheime Scheu, das Sichversteckenwollen vor so manchen vorläufig noch unbekannten Dingen, fällt dabei von allein in sich zusammen. Mit der

Natürlichkeit zieht frischer Luftstrom durch die schwüle Atmosphäre düsterer Gehirngespinste solcher, die gern von sich reden machen wollen. Deren krankhaftfantastischen Gebilde, schreckhaft den Schwachen, zum Gespött der Starken, wirken lächerlich und kindhaft läppisch vor dem klarwerdenden Blick, der zuletzt frisch und froh die prachtvolle Natür-lichkeit alles Geschehens umfasst, das immer nur in einfachen, geraden Linien sich bewegt, die deutlich zu erkennen sind.

Einheitlich geht es durch in strengster Regelmäßigkeit und Ordnung. Und das erleichtert jedem Suchenden den großen, freien Überblick bis zu dem Punkte seines eigentlichen Ausganges!

Er braucht dazu kein mühevolles Studium und keine Fantasie. Haupt-sache ist, dass er sich abseits hält von allen, die in verworrener Geheimnis-krämerei dürftiges Teilwissen größer erscheinen lassen wollen.

Es liegt alles so einfach vor den Menschen, dass diese oft gerade durch die Einfachheit nicht zur Erkenntnis kommen, weil sie von vornherein annehmen, dass das große Werk der Schöpfung so viel schwerer, kompli-zierter sein müßte.

Darüber stolpern Tausende mit bestem Wollen, richten ihre Augen suchend hoch empor und ahnen nicht, dass sie nur einfach ohne Anstrengung vor sich und umher zu blicken brauchen. Sie werden dabei sehen, dass sie schon durch ihr Erdendasein auf rechtem Wege stehen, nur ruhig vorwärts schreiten brauchen! Ohne Hast und ohne Anstrengung, doch offenen Blickes, freien, unbeengten Sinnes! Der Mensch muss endlich lernen, dass wahre Größe nur im einfachsten, natürlichsten Geschehen liegt. Dass Größe diese Einfachheit bedingt.

So ist es In der Schöpfung, so auch in ihm selbst, der zu der Schöpfung als ein Teil gehört!

Allein einfaches Denken und Empfinden kann ihm Klarheit geben! So einfach, wie es Kinder noch besitzen! Ruhiges Überlegen wird ihn erkennen lassen, daß in dem Begriffsvermögen Einfachheit identisch ist mit Klarheit und auch mit Natürlichkeit! Eins ist ohne das andere gar nicht zu denken.

Es ist ein Dreiklang, der einen Begriff ausdrückt! Wer ihn zum Grundstein seines Suchens nimmt, wird schnell das nebelhaft Verworrene durchbrechen. Alles künstlich Aufgeschraubte fällt dabei in Nichts zusammen.

Der Mensch erkennt, dass nirgends das natürliche Geschehen ausgeschaltet werden darf, dass es an keiner Stelle unterbrochen ist! Und darin offenbart sich auch die Größe Gottes! Die unverrückbare Leben-digkeit des selbsttätigen schöpferischen Willens! Denn die Naturgesetze sind die ehernen Gesetze Gottes, allen Menschen dauernd sichtbar vor den Augen, eindringlich zu ihm redend, für des Schöpfers Größe zeugend, von unerschütterlicher, ausnahmsloser Regelmäßigkeit! Ausnahmsloser! Denn aus des Hafers Samenkorn kann wiederum nur Hafer kommen, aus Weizen ebenfalls nur Weizen, und so fort.

So Ist es auch in jener ersten Schöpfung, die als das eigene Werk des Schöpfers dessen Vollkommenheit am nächsten steht. Dort sind die Grundgesetze so verankert, dass sie, getrieben von Lebendigkeit des Willens, die Entstehung der weiteren Schöpfung bis zuletzt herab zu diesen Weltenkörpern in natürlichstem Geschehen nach sich ziehen mußten. Nur gröber werdend, je weiter sich die Schöpfung in der Fortentwickelung von der Vollkommenheit des Ursprunges entfernt -

Wollen wir die Schöpfung erst einmal betrachten.

Stellen Sie sich vor, dass alles Leben darin nur zwei Arten trägt, gleichviel, in welchem Teile es sich findet. Die eine Art ist Sichbewußtes, die andere ist das Sichunbewußte. Diese zwei Verschiedenheiten zu beachten, ist von größtem Wert! Es hängt zusammen mit dem „Ursprungs des Menschen.“ Die Verschiedenheiten geben auch den Ansporn zu der Fortentwickelung, zum anscheinenden Kampfe. Das Unbewusste ist die Folie alles Bewussten, doch in der Zusammensetzung von ganz gleicher Art. Bewusstwerden ist Fortschritt und Entwickelung fürs Unbewusste. Das durch das Zusammensein mit dem Bewussten dauernd Anregung dazu erhält, auch so bewusst zu werden.

Die erste Schöpfung selbst hat nacheinander abwärts sich entwickelnd drei große Grundabspaltungen gebracht: Als Oberstes und Höchstes ist das Geistige, die Urschöpfung, dem sich das dichter und somit auch schwerer werdende Wesenhafte anschließt. Zuletzt folgt noch als Unterstes, und ob der größten Dichtheit Schwerstes, das große Reich des Stofflichen, das nach und nach, sich aus der Urschöpfung lösend, herabsank! Dadurch blieb zuletzt als Oberstes nur das Reingeistige zurück, weil es in seiner reinen Art das leichteste und lichteste verkörpert. Es ist das vielgenannte Paradies, die Krone aller Schöpfung.

Mit dem Herabsinken des dichter Werdenden berühren wir schon das Gesetz der Schwere, welches nicht nur in dem Stofflichen verankert ist, sondern Wirkung in der ganzen Schöpfung hat, vom so genannten Paradiese angefangen bis herab zu uns.

Das Gesetz der Schwere ist von so ausschlaggebender Bedeutung, dass es sich jeder Mensch einhämmern sollte; denn es ist der Haupthebel im ganzen Werdegang und dem Entwickelungsprozess des Menschengeistes.

Ich sagte schon, dass diese Schwere nicht nur für irdische Beschaffen-heiten gilt, sondern auch gleichmäßig in jenen Schöpfungsteilen wirkt, die Erdenmenschen nicht mehr sehen können und deshalb einfach Jenseits nennen.

Dem besseren Verständnis halber muss ich die Stofflichkeit noch in zwei Abteilungen trennen. In das Feinstoffliche und das Grobstoffliche. Das Feinstoffliche ist die Stofflichkeit, die für das irdische Auge nicht sichtbar werden kann, durch ihre andere Art. Und doch ist es noch Stofflichkeit.

Das sogenannte ,,Jenseits“ darf man nicht verwechseln mit dem ersehnten Paradiese, weiches nur reingeistig ist. Geistig ist nicht etwa als „gedanklich“ zu verstehen, sondern geistig ist eine Beschaffenheit, wie auch wesenhaft und stofflich eine Beschaffenheit ist. Man nennt also nun dieses Feinstoffliche einfach Jenseits, weil es jenseits des irdischen Sehvermögens ist. Das Grobstoffliche aber ist das Diesseits, alles Irdische. daß unseren grobstofflichen Augen durch die Gleichart sichtbar wird.

Der Mensch sollte sich abgewöhnen, ihm unsichtbare Dinge auch als ungreifbar, unnatürlich anzusehen. Alles ist natürlich, sogar das so genannte Jenseits und das von diesem noch sehr weit entfernte Paradies.

Wie nun hier unser grobstofflicher Körper empfindsam ist gegen seine Umgebung gleicher Art, die er dadurch sehen, hören und fühlen kann, genau so ist es in den Schöpfungsteilen, deren Beschaffenheit der unseren nicht ähnlich ist. Der feinstoffliche Mensch in dem so genannten Jenseits fühlt, hört und sieht nur seine gleichartig feinstoffliche Umgebung, der höhere geistige Mensch kann wiederum nur seine geistige Umgebung fühlen.

So kommt es vor, dass mancher Erdenbürger hier und da auch schon mit seinem feinstofflichen Körper, den er ja in sich trägt, die Feinstoff-lichkeit sieht und hört, bevor die Trennung von dem grobstofflichen Erdenkörper durch dessen Absterben erfolgt. Es ist darin durchaus nichts Unnatürliches.

Neben dem Gesetz der Schwere steht als mitwirkend noch das nicht minder wertvolle Gesetz der Gleichart.

Ich berührte es schon damit, dass Art nur immer gleiche Art erkennen kann. Die Sprichwörter: „Gleich und gleich gesellt sich gern“, und „Art lässt nicht von Art“ scheinen dem Urgesetze abgelauscht zu sein. Es schwingt sich neben dem Gesetz der Schwere durch die ganze Schöpfung.

Ein drittes Urgesetz liegt neben diesen schon genannten in der Schöpfung: Das Gesetz der Wechselwirkung. Es bewirkt, dass der Mensch ernten muss, was er einst säte, unbedingt. Er kann nicht Weizen ernten, wenn er Roggen säet, nicht Klee, sobald er Disteln streut. Genau so in der feinstofflichen Welt. Er wird zuletzt nicht Güte ernten können, wenn er Hass empfand, nicht Freude, wo er Neid in sich ernährte!

Diese drei Grundgesetze bilden Marksteine göttlichen Willens! Sie sind es ganz allein, die selbsttätig für einen Menschengeist Lohn oder Strafe auswirken, in unerbittlicher Gerechtigkeit! Derart unbestechlich, in den wundervollsten, feinsten Abstufungen, dass in dem Riesen-Weltgeschehen der Gedanke einer kleinsten Ungerechtigkeit unmöglich wird.

Die Wirkung dieser einfachen Gesetze bringt jeden Menschengeist genau dorthin, wohin er nach seiner inneren Einstellung auch gehört. Eine Irrung ist dabei unmöglich, weil die Auswirkung dieser Gesetze nur von dem innersten Zustande des Menschen bewegt werden kann, aber in jedem Falle auch unbedingt bewegt wird! Die Auswirkung bedingt also als Hebel zur Betätigung die in dem Menschen befindliche reingeistige Kraft seiner Empfindungen! Alles andere bleibt dafür wirkungslos. Aus diesem Grunde ist allein nur das wirkliche Wollen, die Empfindung des Menschen, maßgebend dafür, was sich für ihn in der ihm unsichtbaren Weit entwickelt, in welche er nach seinem Erdentode treten muss.

Da hilft kein Vortäuschen, kein Selbstbetrug. Er muss dann unbedingt das ernten, was er in seinem Wollen säte! Sogar genau je nach der Stärke oder Schwäche seines Wollens setzt es auch mehr oder weniger die gleichartigen Strömungen der anderen Welten in Bewegung, gleichviel, ob es nun Hass ist, Neid oder die Liebe. Ein ganz natürliches Geschehen, in größter Einfachheit, und doch von der eisernen Wirkung eherner Gerechtigkeit!

Wer es versucht, sich ernst in diese jenseitigen Vorgänge hineinzu-denken, wird erkennen, welch unbestechliche Gerechtigkeit in dieser selbsttätigen Wirkung liegt, sieht darin schon die unfaßbare Größe Gottes. Dieser braucht nicht einzugreifen, nachdem er seinen Willen als Gesetze also vollkommen in die Schöpfung gab.

Wer aufwärtssteigend wieder in das Reich des Geistes kommt, der ist gereinigt; denn er musste vorher durch die selbsttätigen Mühlen des göttlichen Willens gehen. Ein anderer Weg führt nicht in Gottes Nähe. Und wie die Mühlen an dem Menschengeiste wirken, richtet sich nach dessem vorherigen Innenleben, dessem eigenen Wollen. Sie können ihn wohltuend in die lichte Höhe tragen, ihn aber ebenso auch schmerzhaft abwärts reißen in die Nacht des Grauens, ja sogar bis zur völligen Vernichtung zerren. -

Man denke, bei der irdischen Geburt trägt der zur Inkarnierung reifgewordene Menschengeist schon eine feinstoffliche Hülle oder Körper, den er in seinem Laufe durch die Feinstofflichkeit brauchte. Er bleibt ihm auch im Erdensein, als Bindeglied zum Erdenkörper. Das Gesetz der Schwere nun macht seine Hauptwirkung stets an dem dichtesten und gröbsten Teile geltend. Im Erdensein also am Erdenkörper. Fällt dieser aber absterbend zurück, so wird der feinstoffliche Körper wieder frei und unterliegt in diesem Augenblicke ungeschützt als nunmehr gröbster Teil diesem Gesetz der Schwere.

Wenn gesagt wird, dass der Geist sich seinen Körper bildet, so ist dies wahr im Hinblick auf den feinstofflichen Körper. Die innere Beschaffenheit des Menschen, sein Wünschen und sein eigentliches Wollen legt den Grund dazu. Das Wollen birgt die Kraft, Feinstoffliches zu formen. Durch Drang nach Niederem oder nach nur irdischen Genüssen wird der feinstoffliche Körper dicht und damit schwer und dunkel, weil die Erfüllung solcher Wünsche in der Grobstofflichkeit liegt. Der Mensch bindet damit sich selbst an Grobes, Irdisches. Sein Wünschen zieht den feinstofflichen Körper nach, das heißt, er wird so dicht gebildet, dass er dem irdischen in der Beschaffenheit so nahe als möglich kommt, worin allein die Aussicht ruht, an irdischen Genüssen oder Leidenschaften teilnehmen zu können, sobald der grobstoffliche Erdenkörper weggefallen ist. Wer darnach strebt, muss sinken im Gesetz der Schwere.

Anders aber bei den Menschen, deren Sinn hauptsächlich nach dem Höheren und Edleren gerichtet ist. Hier wirkt das Wollen selbsttätig den feinstofflichen Körper leichter und somit auch lichter, damit er in die Nähe alles dessen kommen kann, das diesen Menschen als das Ziel des ernsten Wünschens gilt! Also zur Reinheit lichter Höhe.

Mit anderen Worten ausgedrückt: Der feinstoffliche Körper in dem Erdenmenschen wird durch das jeweilige Ziel des Menschengeistes gleichzeitig derart ausgerüstet, dass er nach Absterben des Erdenkörpers diesem Ziel entgegenstreben kann, gleichviel, welcher Art es ist. Hier bildet sich der Geist wirklich den Körper; denn sein Wollen trägt als geistig seiend auch die Kraft in sich, Feinstoffliches sich nutzbar zu machen. Diesem natürlichen Geschehen kann er sich niemals entziehen. Es erfolgt mit jedem Wollen, gleichviel, ob es ihm nun behaglich oder unbehaglich ist. Und diese Formen bleiben an ihm haften, solange er sie durch sein Wollen und Empfinden nährt. Sie fördern oder halten ihn zurück; je nach der Art die dem Gesetz der Schwere unterliegt. Doch ändert er sein Wollen und Empfinden, so erstehen damit sofort neue Formen, während die bis-herigen, durch die Änderung des Wollens keine Nahrung mehr empfan-gend, absterben müssen und zerfallen. Damit ändert der Mensch auch sein Schicksal.

Sobald nun irdische Verankerung durch Absterben des Erdenkörpers fällt, so sinkt der dadurch losgelöste feinstoffliche Körper oder schwebt wie Kork empor in der Feinstofflichkeit, die man das Jenseits nennt. Er wird genau durch das Gesetz der Schwere an jener Stelle festgehalten, die gleiche Schwere hat wie er; denn dann kann er nicht weiter, weder auf- noch abwärts. Hier findet er naturgemäß auch alle Gleichart oder alle Gleichgesinnten vor; denn gleiche Art bedingt die gleiche Schwere, gleiche Schwere selbstverständlich gleiche Art. Wie er nun selbst war, wird er unter Gleichgesinnten leiden müssen oder sich erfreuen können, bis er sich innerlich erneut verändert, mit ihm sein feinstofflicher Körper, der ihn unter Auswirkung veränderten Gewichtes weiter aufwärts oder abwärts führen muss.

Der Mensch kann sich deshalb weder beklagen, noch braucht er zu danken; denn wird er hochgehoben, nach dem Lichte zu, so ist es seine eigene Beschaffenheit, die das Gehobenwerdenmüssen nach sich zieht, stürzt er hinab ins Dunkel, so ist es wiederum sein Zustand, der ihn dazu zwingt.

Aber ein jeder Mensch hat Ursache, den Schöpfer hoch zu preisen, ob der Vollkommenheit, die in der Wirkung dieser drei Gesetze liegt. Der Menschengeist wird dadurch unbedingt zum unbeschränkten Herrn des eigenen Schicksales gemacht! Da sein wirkliches Wollen, also der unverfälschte innere Zustand, ihn heben oder sinken lassen muss.

Wenn Sie versuchen, sich die Wirkung richtig vorzustellen, einzeln und ineinander greifend, so finden Sie, dass darin haarscharf abgemessen für Jeden Lohn und Strafe, Gnade oder auch Verdammnis liegt, je nach ihm selbst. Es ist das einfachste Geschehen und zeigt das Rettungsseil durch jedes ernste Wollen eines Menschen, das nie zerreißen, nie versagen kann. Die Größe einer solchen Einfachheit ist es, die den Erkennenden gewaltsam auf die Kniee zwingt vor der gewaltigen Erhabenheit des Schöpfers!

In jeglichem Geschehen, allen meinen Ausführungen, stoßen wir stets klar und deutlich immer wieder auf die Wirkung dieser einfachen Gesetze, deren wundervolles Ineinanderarbeiten ich noch besonders schildern muss.

Kennt der Mensch dieses Ineinanderwirken, so hat er damit auch die Stufenleiter zu dem lichten Reich des Geistes, zu dem Paradiese. Doch er sieht dann auch den Weg hinab ins Dunkel!

Er braucht nicht einmal selbst zu schreiten, sondern wird von dem selbsttätigen Getriebe hoch emporgehoben oder hinabgezerrt, ganz wie er das Getriebe durch sein Innenleben für sich stellt

Seiner Entscheidung bleibt es immer vorbehalten, von welchem Wege er sich tragen lassen will.

Der Mensch darf sich dabei durch Spötter nicht beirren lassen.

Zweifel und Spott sind, recht geschaut, nichts anderes als aus-gesprochene Wünsche. Ein jeder Zweifler spricht, sich selbst ganz unbewusst, dass aus, was er sich wünscht, und gibt damit sein inneres dem Forscherblicke preis. Denn auch in der Verneinung, in der Abwehr, liegen, leicht erkennbar, tiefverborgene Wünsche. Welche Vernachlässigung, welche Armut sich da manchmal offenbart, ist traurig oder auch empörend, weil sich ein Mensch gerade dadurch innerlich nicht selten tiefer zerrt, als jedes unwissende Tier. Man sollte Mitleid mit den Leuten haben, ohne jedoch nachsichtig zu sein; denn Nachsicht würde ja bedeuten, Trägheit ernsten Prüfens großzuziehen. Wer ernsthaft sucht, muss mit der Nachsicht sparsam werden, sonst schadet er sich zuletzt selbst, ohne dem Anderen damit zu helfen.

Jauchzend wird er aber mit der wachsenden Erkenntnis vor dem Wunder einer solchen Schöpfung stehen, um sich bewusst emporschwingen zu lassen zu den lichten Höhen, die er Heimat nennen darf!





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Die Sexualkraft in ihrer Bedeutung zum
geistigen Aufstiege

Ich weise nochmals darauf hin, dass alles Lebenin der Schöpfung aus zwei Gattungen besteht. Dem Sichbewußten und dem Unbewussten. Bewusstes ist der Fortschritt alles Unbewussten. Erst mit dem Bewusstwerden formt sich auch das Ebenbild des Schöpfers, das wir unter Menschenform verstehen. Die Formung geht gleichmäßig Hand in Hand mit dem Bewusstwerden.

In der ersten eigentlichen Schöpfung nun, die als dem schaffenden Geiste am nächsten stehend auch nur geistig sein kann, ist neben dem zuerst geschaffenen bewussten Geistesmenschen auch das noch unbewusste Geistige vorhanden. In diesem Unbewussten, mit den gleichen Qualitäten des Bewussten, liegt naturgemäß der Drang zur Fortentwickelung. Diese kann aber nur in Steigerung zum Sichbewußtwerden erfolgen.

Wenn sich nun in diesem Geistig-Unbewussten der Drang zu dem Bewusstwerden bis zu einem gewissen Grade gesteigert hat, so tritt in natürlichster Entwickelung ein Vorgang ein, der einer irdischen Geburt gleichkommt. Wir brauchen nur auf unsere Umgebung zu achten. Hier stößt der grobstoffliche Körper jede reifgewordene Frucht selbsttätig aus. Bei Tier und Mensch. Auch jeder Baum stößt seine Früchte ab. Es ist der Vorgang Wiederholung eines Fortentwickelungsprozesses, dessen Grundzug in der erstenSchöpfung liegt, im so genannten Paradiese.

In gleicher Art erfolgt auch dort bei einer bestimmten Reife des zum Bewusstwerden drängenden Unbewussten selbsttätige Abstoßung, Abtren-nung von dem Unbewussten oder auch Ausstoßung genannt. Diese damit ausgestoßenen geistig - unbewussten Teilchen bilden nun die Geistkeime werdender Menschen!

Das ist der Vorgang der auch in der Bibel bildlich wiedergegebenen Ausstoßung aus dem Paradiese!

Dieser Vorgang muss erfolgen, da in dem Unbewussten Verantwor-tungslosigkeit liegt, während mit dem Bewusstwerden gleichmäßig die Verantwortung heranreift.

Die Abtrennung des reifenden Unbewussten ist also notwendig für das Geistige, das sich aus natürlichem Drange heraus zu dem Bewussten entwickeln will. Sie ist ein Fortschritt, kein Rückschritt!

Da diese lebendigen Keime nun nicht nach oben hin ausgestoßen werden können, der Vollkommenheit zu, so bleibt ihnen der einzige Weg nach unten. Hier treten sie aber in das Reich des an Gewicht schwereren Wesenhaften, das nichts Geistiges enthält.

Dadurch steht der nach Bewusstwerden drängende Geistkeim plötzlich in einer ihm nicht gleichartigen, also fremden Umgebung, und damit so gut wie unbedeckt. Er fühlt sich als geistig seiend in dem dichteren Wesenhaften nackt und bloß. Will er darin verweilen oder weiterkommen, so wird es für ihn zur natürlichen Notwendigkeit, sich mit einer Wesenshülle zu bedecken, die die gleiche Art seiner Umgebung trägt. Sonst vermag er sich nicht darin zu betätigen und auch nicht zu erhalten. Er hat also nicht nur das Bedürfnis, auf dem Wege zur Erkenntnis seine Blößen zu bedecken, wie es die Bibel bildlich wiedergibt, sondern es ist auch hier ein notwendiger Werdegang.

Der Keim des werdenden Menschengeistes wird nun auf natürli-chen Wegen weitergeleitet in die Stofflichkeit.

Hier schließt sich um ihn nochmals eine notwendige Hülle, von der Beschaffenheit seiner neuen, stofflichen Umgebung.

Nun steht er am äußersten Rande der Feinstofflichkeit.

Die Erde aber ist der grobstoffliche Punkt, auf dem alles zusam-mentrifft, was in der Schöpfung ruht. Aus allen Abteilungen strömt es hier zusammen, die sonst durch ihre Eigenart strengstens geschieden sind. Die ganzen Fäden, alle Wege laufen zu der Erde wie zu einem konzentrierten Treffpunkte. Sich hier verbindend und auch neue Wirkungen erzeugend, werden in starkem Aufflammen Kraftströmungen hinausgeschleudert in das All! So, wie von keiner andern Steile aus der Stofflichkeit.

Auf dieser Erde ist das heißeste Erleben durch das Zusammenschließen aller Schöpfungsarten, wozu die Stofflichkeit verhilft. Doch immer wieder kann nur durch das Zusammenschließen aller Schöpfungsarten es sein, nicht Göttliches, und nichts von dem Heiligen Geiste, das über und außerhalb der Schöpfung steht. -

Die letzten Ausläufer dieses Erlebens auf der Erde fluten nun dem Geistkeime entgegen, sobald er in die Feinstofflichkeit tritt. Er wird von diesen Wirkungen umspült Sie sind es, die ihn locken, ihn aber dabei helfend sein Bewusstwerden erwecken und zur Entwicklung bringen.

Noch ohne Bindung, also ohne Schuld, an dieser Schwelle aller Stofflichkeit, empfindet er die Ausläufer der Schwingungen starker Erleb-nisse, die in dem Werden und Vergehen alles Stofflichen sich abspielen. Dabei kommt ihm nun das Verlangen näheren Erkennens. Sobald er aber darin einen Wunsch formt, stellt er sich mit der Formung dieses Wunsches freiwillig auf irgendeine Schwingung ein, sei diese nun gut oder übel. Sofort wird er dann durch das wirkende Gesetz der Anziehungskraft gleicher Art von einer Gleichart angezogen, die stärker als die seine ist. Es treibt ihn einem Punkte zu, wo der erwünschten Art in stärkerer Weise gehuldigt wird, als sein eigener Wunsch es war.

Mit solchem inneren Verlangen verdichtet sich seine feinstoffliche Hülle sofort diesem Verlangen entsprechend, und das Gesetz der Schwere lässt ihn weiter abwärts sinken.

Das wirkliche Erleben des in ihm ruhenden Verlangens aber bietet ihm zuletzt nur die grobstoffliche Erde! - - Es drängt ihn deshalb weiter bis zur irdischen Geburt, weil er vom Naschen auch zum Kosten und Genießen übergehen will. Je stärker des im Naschen erwachenden Geistes Wünsche nach irdischen Genüssen werden, desto dichter bildet sich auch die feinstoffliche Hülle, die er trägt Dadurch erhält sie aber auch mehr Schwere, und sinkt langsam herab zu dem Erdenplane, wo allein die Gelegenheit zu der Verwirklichung der Wünsche ist. Ist er aber bis zu diesem Erdenplan gekommen, so wurde er auch damit reif zu irdischer Geburt

Dabei tritt das Gesetz der Anziehungskraft gleicher Art auch deutlicher hervor. Jeder der unfertigen Geister wird genau nach seinem Wunsche oder Hange, den er in sich trägt, von einer Stelle wie magnetisch angezogen, wo der Inhalt seines Wunsches von Erdenmenschen zur Verwirklichung gelangt. Hat er z. B. einen Wunsch, zu herrschen, so wird er nicht etwa in die Verhältnisse hineingeboren, wo er nun selbst einer Erfüllung seines Wunsches leben kann, sondern er wird von einem Menschen angezogen, der starke Herrschsucht in sich trägt, der also mit ihm gleichartig empfindet, und so fort. Er sühnt damit zum Teil auch schon das Falsche oder findet Glück im Rechten. Wenigstens hat er Gelegenheit dazu.

Aus diesem Vorgange heraus wird nun irrtümlich Vererbung von Eigenschaften oder geistigen Fähigkeiten angenommen! Das ist falsch! Äußerlich mag es ja so erscheinen. In Wirklichkeit aber kann ein Mensch seinen Kindern nichts von seinem lebendigen Geiste abgeben.

Es gibt keine geistige Vererbung!

Kein Mensch ist in der Lage, von seinem lebendigen Geiste auch nur ein Stäubchen abzugeben!

In diesem Punkte wurde ein Irrtum großgezogen, der seine hemmen-den und verwirrenden Schatten über vieles wirft. Kein Kind kann seinen Eltern für irgendeine geistige Fähigkeit danken, ebenso wenig aber für Mängel einen Vorwurf machen! Das wäre falsch und eine strafwürdige Ungerechtigkeit!

So lückenhaft und unvollkommen ist dieses wunderbare Schöpfungs-werk niemals, dass es Willkürs - oder Zufallsakte geistiger Vererbung zu-liesse!

Diese bei Geburt bedeutungsvolle Anziehungskraft aller Gleichart kann von dem Vater ausgehen, wie von der Mutter, ebenso von einem Jeden, der in der Nähe der werdenden Mutter ist. Deshalb sollte eine werdende Mutter darin Vorsicht walten lassen, wen sie um sich duldet. Es muss dabei bedacht werden, dass innere Stärke vorwiegend in den Schwächen liegt, nicht etwa in dem äußeren Charakter. Die Schwächen bringen Hauptmomente inneren Erlebens, die starke Anziehungskraft auswirken.

Das irdische Kommen des Menschen setzt sich nun zusammen aus Zeugung, Inkarnierung und Geburt. Die Inkarnierung, also Eintritt der Seele, erfolgt in der Mitte der Schwangerschaft Der gegenseitig wachsende Reifezustand, der der werdenden Mutter wie der der Inkarnierung zuneigenden Seele, führt auch noch eine besondere irdischere Bindung herbei. Es ist dies eine Ausstrahlung, die durch den gegenseitigen Reifezustand hervorgerufen wird, und unaufhaltsam in natürlicher Auslösung einander entgegenstrebt. Diese Ausstrahlung wird immer stärker, kettet Seele und werdende Mutter in verlangender Art immer fester aneinander, bis zuletzt bei bestimmter Reife des sichentwickelnden Körpers im Mutterleibe die Seele von diesem förmlich aufgesogen wird.

Dieser Moment des Eintretens oder des Eingesogenwerdens bringt nun naturgemäß auch die erste Erschütterung des kleinen Körpers mit sich, die sich in Zuckungen zeigt, welche die ersten Kindesbewegungen benannt sind. Dabei tritt in der werdenden Mutter sehr oft eine Umwandlung ihrer Empfindungen ein. Je nach der Art der eingetretenen Menschenseele beglückend oder auch bedrückend. -

Mit dem kleinen Körper nimmt nun die so weit entwickelte Menschenseele den Mantel der Grobstofflichkeit um, der notwendig ist, um in der irdischen Grobstofflichkeit alles ganz erleben, hören, sehen und fühlen zu können, was nur durch eine gleichstoffliche, gleichartige Hülle oder Werkzeug möglich wird. Nun erst kann er vor dem Naschen zu dem eigentlichen Kosten übergehen. Und mit diesem zum Beurteilen. Dass die Seele erst lernen muss, sich dieses neuen Körpers als Werkzeug zu bedienen, ihn zu beherrschen, ist verständlich.

So, kurz gefasst, der Werdegang des Menschen bis zu seiner ersten irdischen Geburt.

Denn schon seit langer Zeit kann in natürlichem Geschehen keine Seele mehr zur ersten Inkarnierung auf die Erde kommen, sondern die Geburten brachten Seelen, die mindestens ein Erdenleben schon durchwandert hatten. Dadurch sind sie schon bei Geburt von vielseitigem Karma eng umstrickt Die Möglichkeit, sich davon zu befreien, gibt die Sexualkraft.

Durch die Umhüllung des grobstofflichen Körpers ist die Seele eines Menschen während aller Kinderjahre isoliert von den Strömungen, welche von außen her die Seele zu erreichen suchen. Alles Dunkle, Üble, was den Erdenplan belebt, findet seinen Weg zur Seele durch den grobstofflichen Erdenkörper abgeschnitten. Es kann dadurch auch keinen Einfluss auf das Kind gewinnen, kann ihm nicht Schaden bringen. Das Böse aber, das eine nochmals inkarnierte Seele von dem früheren Erleben mit sich brachte, bleibt ihr natürlich ebenso erhalten in der Kinderzeit.

Der Körper bildet diese Scheidewand, solange er noch unfertig und unreif ist. Es scheint, als ob die Seele sich in eine Burg zurückgezogen hätte, bei der die Zugbrücke emporgezogen ist. Eine unüberbrückbare Kluft besteht während dieser Jahre zwischen der Kinderseele und der feinstofflichen Schöpfung, in der die feinstofflichen Schwingungen von Schuld und Sühne leben. So liegt die Seele geborgen in der irdischen Hülle, der Verantwortung entgegenreifend und dem Augenblicke harrend, der das Herablassen der hochgezogenen Zugbrücke zu dem eigentlichen Leben in der Stofflichkeit bringt.

Unterdessen reift der junge Körper heran, und nach und nach erwacht in ihm die Sexualkraft, die nur in der Grobstofflichkeit liegt. Sie ist die feinste und edelsteBlüte aller Grobstofflichkeit, das Höchste, was die grobstoffliche Schöpfung bieten kann. In seiner Feinheit bildet es den Gipfel alles Grobstofflichen, also irdischen, das dem Wesenhaften als äußerster lebendiger Ausläufer der Stofflichkeit am nächsten kommt. Die Sexualkraft ist das pulsierende Leben der Stofflichkeit, und kann allein die Brücke bilden zu dem Wesenhaften, das wiederum den Fortgang zu dem Geistigen vermittelt.

Aus diesem Grunde ist das Erwachen der Sexualkraft in dem grobstofflichen Körper wie der Vorgang des Herablassens der Zugbrücke einer bisher verschlossenen Burg. Damit kann dann der Bewohner dieser Burg, also die Menschenseele, vollgerüstet streitbar hinaus, in gleichem Maße jedoch auch die diese Burg umlagernden Freunde oder Feinde zu ihm hinein. Diese Freunde oder Feinde sind in erster Linie feinstoffliche Strömungen guter oder übler Art, aber auch Jenseitige, die nur darauf warten, dass man ihnen durch irgend einen Wunsch die Hand reicht, wodurch sie in die Lage kommen, sich fest einzuhaken und gleichartigen Einfluss auszuüben.

Die Gesetze des Schöpfers lassen aber in natürlichster Steigerung immer nur die gleiche Stärke von außen herein, die von innen entgegengesetzt werden kann, sodass ein ungleicher Kampf vollkommen ausgeschlossen ist. - Solange nicht dabei gesündigt wird. Denn jeder durch künstliche Reizung hervorgerufene unnatürliche Geschlechtstrieb öffnet diese feste Burg vorzeitig, wodurch die noch nicht gleichmäßig erstarkte Seele preisgegeben wird. Sie muss den anstürmenden üblen feinstofflichen Strömungen erliegen, denen sie sonst unbedingt gewachsen wäre.

Bei normalem Heranreifen kann aus natürlichem Geschehen heraus immer nur auf beiden Seiten gleiche Stärke sein. Den Ausschlag aber gibt dabei der Wille des Burgbewohners, nicht der der Belagerer. So wird er mit gutem Wollen immer in der Feinstofflichkeit siegen. Das heißt, in den Vorgängen der jenseitigen Welt, weiche der Durchschnittsmensch nicht sehen kann, solange er auf Erden weilt, und die doch eng und viel lebendiger mit ihm verbunden ist, als seine grobstoffliche, ihm sichtbare Umgebung.

Wenn der Burgbewohner aber freiwillig einem außenbefindlichen feinstofflichen Freunde oder Feinde, auch Strömungen, die Hand reicht, also durch eigenen Wunsch oder freien Entschluss, so ist es natürlich ganz anders. Da er sich dadurch in eine bestimmte Art der außerhalb wartenden Belagerer einstellt, so können diese leicht die zehn- und hundertfache Kraft entfalten gegen ihn. Ist diese gut, erhält er Hilfe, Segen. Ist sie aber böse, erntet er Verderben. In dieser freien Wahl liegt die Betätigung des eigenen freien Willens. Hat er sich damit einmal entschlossen, dann ist er unbedingt den Folgen unterworfen. Für diese Folgen schaltet dann sein freier Wille aus. Es knüpft sich nach der eigenen Wahl gutes oder übles Karma an ihn, dem er selbstverständlich unterworfen Ist, solange er sich innerlich nicht ändert. -

Die Sexualkraft hat die Aufgabe, und auch die Fähigkeit, das ganze geistige Empfinden einer Seele irdisch zu „durchglühen“. Der Geist kann dadurch erst rechte Verbindung mit der gesamten Stofflichkeit erhalten, wird deshalb auch erst irdisch vollwertig. Nur dann vermag er alles zu umfassen, was nötig ist, um sich in dieser Stofflichkeit die volle Geltung zu verschaffen, um darin festzustehen, durchdringend einzuwirken, Schutz zu haben; und in voller Ausrüstung sieghafte Abwehr auszuüben.

Es liegt etwas Gewaltiges in der Verbindung. Das ist der Hauptzweck dieses rätselhaften, unermeßlichen Naturtriebes! Sie soll das Geistige in dieser Stofflichkeit zu voller Wirkungskraft entfalten helfen! Ohne diese Sexualkraft wäre es unmöglich, aus Mangel eines Überganges zur Belebung und Beherrschung aller Stofflichkeit. Der Geist müsste der Stofflichkeit zu fremd bleiben, um sich darin richtig auswirken zu können.

Damit erhält aber der Menschengeist dann auch die Vollkraft, seine Wärme und Lebendigkeit. Er wird mit diesem Vorgange erst irdisch kampfbereit

Deshalb setzt hier nun die Verantwortlichkeit ein!Ein ernster Wende-punkt in jedes Menschen Sein.

Die weise Gerechtigkeit des Schöpfers gibt dem Menschen aber an diesem bedeutsamen Punkte auch gleichzeitig nicht nur die Möglichkeit, sondern sogar den natürlichen Antrieb dazu, alles Karma, mit dem er bis dahin seinen freien Willen belastet hat, leicht und mühelos abzu-schütteln!

Wenn der Mensch die Zeit versäumt, so ist es seine Schuld. Denken Sie einmal darüber nach: Mit Eintritt der Sexualkraft regt sich In erster Linie eine gewaltige Schwungkraft nach oben, zu allem Idealen, Schönen, Reinen! Bei unverdorbener Jugend beiderlei Geschlechtes ist das deutlich zu beobachten. Daher die von Erwachsenen leider oft belächelten Schwär-mereien der Jugendjahre. Deshalb auch in diesen Jahren die unerklär-lichen, leicht melancholischen Empfindungen.

Die Stunden, in denen es scheint, als ob ein Jüngling oder eine Jungfrau den ganzen Weltschmerz zu tragen hätte, wo Ahnungen eines tiefen Ernstes an sie herantreten, sind nicht unbegründet. Auch das so häufig vorkommende Sich-nicht-verstanden-fühlen trägt in Wirklichkeit viel Wahres in sich. Es ist das zeitweise Erkennen der falschen Gestaltung der Umwelt, die den geheiligten Ansatz zu einem reinen Höhenfluge nicht verstehen will, noch kann, und erst zufrieden ist, wenn diese so stark mahnende Empfindung In den reifenden Seelen herabgezerrt wird In das ihnen verständlichere ,Realere" und Nüchterne, das sie als der Menschheit besser angepasst erachten, und in ihrem einseitigen Verstandessinne für das einzige Normale halten!

Der geheimnisvoll ausstrahlende Reiz einer unverdorbenen Jungfrau oder eines unverdorbenen Jünglings ist nichts anderes, als der von seiner Umgebung mitempfundene reine Auftrieb der erwachenden Sexualkraft nach Höherem, Edelsten, in Vermählung mit der Geisteskraft!

Sorgsam hat der Schöpfer darauf Bedacht gelegt, dass dies bei dem Menschen erst in ein Alter fällt, wo er sich seines Wollens und Handelns voll bewusst sein kann. Dann Ist der Zeitpunkt da, an dem er alles Zurückliegende in Verbindung mit der nun in ihm liegenden Vollkraft spielend abzuschütteln vermag und abschütteln sollte. Es würde sogar von selbst abfallen, wenn der Mensch das Wollen zu dem Guten beibehält, wozu es ihn in dieser Zeit unaufhörlich drängt. Dann könnte er, wie die Empfindungen ganz richtig andeuten, mühelos emporsteigen zu der Stufe, auf die er als Mensch gehört! Sehet das Verträumtsein der unverdorbenen Jugend! Es ist nichts anderes, als das Empfinden des Auftriebes, des Sichlosreißenwollens von allem Schmutz, die heiße Sehnsucht nach Idealem. Die treibende Unruhe aber ist das Signal, die Zeit nicht zu versäumen, sondern energisch das Karma abzuschütteln und mit dem Emporsteigen des Geistes einzusetzen.

Es ist etwas Herrliches, in dieser geschlossenen Kraft zu stehen, darin und damit zu wirken! Jedoch nur, solange die Richtung eine gute ist, die der Mensch erwählt. Es gibt aber auch nichts erbärmlicheres, als diese Kräfte einseitig in blindem Sinnestaumel zu vergeuden, und seinen Geist damit zu lähmen.

Aber leider, leider versäumt der Mensch in den meisten Fällen diese so kostbare Übergangszeit, lässt sich von „wissender“ Umgebung auf falsche Wege lenken, die ihn niederhalten und dann abwärts führen. Dadurch vermag er die ihm anhängenden trübenden Schwingungen nicht abzuwerfen, diese erhalten im Gegenteil nur neue Kräftezufuhr ihrer gleichen Art, und damit wird des Menschen freier Wille mehr und mehr eingesponnen, bis er ihn vor lauter unnötigen Überwucherungen nicht mehr zu erkennen vermag. Wie bei Schlinggewächsen, denen ein gesunder Stamm im Anfang stützend Hilfe bietet, und die dem Stamme zuletzt dessen eigenes Leben abschneiden, indem sie ihn erdrosselnd überwuchern.

Wenn der Mensch besser achtete auf sich und das Geschehen in der ganzen Schöpfung, kein Karma könnte stärker sein, als sein in Vollkraft kommender Geist, sobald er durch die Sexualkraft lückenlose Verbindung mit der Stofflichkeit erhält, zu der das Karma ja gehört.

Auch wenn der Mensch die Zeit versäumt, wenn er sich mehr verstrickt, vielleicht sogar tief sinkt, so bietet sich ihm trotzdem weiterhin Gelegenheit zum Aufstiege: Durch Liebe!

Nicht die begehrende Liebe des Grobstofflichen, sondern die hohe, reine Liebe, die nichts anderes kennt und will, als nur das Wohl des geliebten Menschen. Sie gehört auch in die Stofflichkeit und fordert kein Entsagen, kein Asketentum, aber sie will immer nur das Beste für den Anderen. Und dieses Wollen, das nie an sich selber denkt, gibt auch den besten Schutz vor jedem Übergriffe.

Als Grundlage hat Liebe auch im höchsten Menschenalter immer wieder die ideal-sehnsüchtigen Empfindungen der unverdorbenen Jugend, die diese beim Eintreten der Sexualkraft fühlt. Doch sie zeigt sich anders: Den reifen Menschen peitscht sie bis zur Vollkraft seines ganzen Könnens auf, ja bis zum Heroismus. Hierbei ist durch das Alter keine Grenze gesetzt. Die Sexualkraft bleibt bestehen, auch wenn der niedere Geschlechtstrieb ausgeschaltet ist; denn Sexualkraft und Geschlechtstrieb ist nicht eins.

Sobald der Mensch der reinen Liebe Raum gewährt, sei es nun die des Mannes zu dem Weibe, oder umgekehrt, die zu dem Freunde, einer Freundin, zu den Eltern, zu dem Kinde, gleichviel, ist sie nur rein, so bringt sie auch als erste Gabe die Gelegenheit zum Abstoßen des Karmas, das sich sehr schnell „symbolisch“ lösen kann. Es „vertrocknet“, da es keinen gleichartigen Anklang, keine Nahrung mehr im Menschen findet Damit wird dieser freit Und so beginnt der Aufstieg, die Erlösung von den unwürdigen Ketten, die ihn niederhalten.

Die dabei zuerst erwachende Empfindung ist das sich Unwertdünken dem geliebten Anderen gegenüber. Man kann den Vorgang eintretende Bescheidenheit und Demut nennen, also den Empfang zweier großen Tugenden. Daran schließt sich der Drang, schützend die Hände Ober den Anderen zu halten, damit diesem von keiner Seite ein Leid geschähe. Das „Auf-den-Händen-tragen-wollen“ ist kein leerer Spruch, sondern kennzeichnet die aufsteigende Empfindung ganz richtig. Darin aber liegt ein Aufgeben der eigenen Persönlichkeit, ein großes Dienenwollen, das allein genügen könnte, alles Karma in kurzer Zeit abzuwerfen, sobald das Wollen anhält und nicht rein sinnlichen Trieben Platz macht. Zuletzt kommt bei der reinen Liebe noch der heiße Wunsch, recht Großes für den geliebten Anderen in edlem Sinne tun zu können, ihm mit keiner Miene, keinem Gedanken, keinem Worte, noch viel weniger mit einer unschönen Handlung zu verletzen oder zu kränken. Zarteste Rücksichtnahme wird lebendig.

Dann gilt es, diese Reinheit der Empfindung festzuhalten und allem anderen voranzusetzen. Niemals wird jemand in dem Zustande noch etwas Schlechtes wollen oder tun. Er vermag es einfach nicht, sondern hat im Gegenteil in den Empfindungen den besten Schutz, die größte Kraft, den wohlmeinendsten Berater und Helfer.

Der Schöpfer gab in seiner Weisheit damit einen Rettungsring, der nicht nur einmal in dem Erdensein an jeden Menschen stößt, dass er sich daran halte und emporschwinge!

Die Hilfe ist für Alle da. Sie macht nie einen Unterschied, weder im Alter noch Geschlecht, weder bei Arm noch Reich, auch nicht bei Vornehm und Gering. Deshalb ist die Liebe auch das größte Geschenk Gottes! Wer es erfasst, der ist der Rettung sicher, aus jeder Not und jeder Tiefe!

Liebe ist fähig, ihn mit Sturmesallgewalt emporzureißen zu dem Licht, zu Gott, der selbst die Liebe ist. -

Sobald in einem Menschen Liebe rege wird, die darnach strebt, dem anderen Licht und Freude zu bereiten, ihn nicht durch unreines Begehren herabzuzerren, sondern schützend hoch emporzuheben, so dient er ihm, ohne sich dabei des eigentlichen Dienens bewusst zu werden; denn er macht sich dadurch mehr zu selbstlosem Geber, zu einem freudigen Schenker. Und dieses Dienen ringt ihn freit

Um den rechten Weg dabei zu finden, achte der Mensch immer nur auf eins: Über allen Erdenmenschen schwebt groß und stark ein Wunsch: Das wirklich vor sich selbst sein zu können, was sie vor denen gelten, von denen sie geliebt werden. Und dieses Wünschen ist der rechte Weg! Er führt direkt zur Höhe.

Viele Gelegenheiten sind dem Menschen nun geboten, sich aufzuraffen und emporzuschwingen, ohne dass sie es benützen.

Der Mensch von heute ist nur wie ein Mann, welchem ein Reich gegeben ist, und der es vorzieht, seine Zeit mit Kinderspielzeug zu vergeuden.

Es ist nur selbstverständlich, und nicht anders zu erwarten, dass die gewaltigen Kräfte, die dem Menschen gegeben sind, ihn zerschmettern müssen, wenn er sie nicht zu regieren versteht.

Auch die Sexualkraft muss den Einzelmenschen, ganze Völker dort vernichten, wo ihre Hauptaufgabe missbraucht wird! Der Zeugungszweck kommt erst in zweiter Linie.

Und welche Hilfsmittel gibt die Sexualkraft jedem Menschen, dass er die Hauptaufgabe auch erkenne, und sie lebe!

Man denke an die körperliche Schamempfindung! Diese erwacht gleichzeitig mit der Sexualkraft, ist zum Schutze gegeben.

Es ist auch hier wie in der ganzen Schöpfung ein Dreiklang, und im Niedersteigen auch ein immer Gröberwerden zu erkennen. Die Schamemp-findung als die erste Folge der Sexualkraft soll als Übergang zu dem Geschlechtstriebe die Hemmung bilden, damit der Mensch auf seiner Höhe sich nicht tierisch der Geschlechtsausübung hingibt.

Wehe dem Volke, das dies nicht beachtet!

Starke Schamempfindung sorgt dafür, dass der Mensch niemals einem Sinnestaumel unterliegen kann! Sie schützt vor Leidenschaft; denn sie wird in ganz natürlichem Geschehen nie Gelegenheiten zulassen, sich nur den Bruchteil eines Augenblickes zu vergessen.

Gewaltsam nur vermag der Mensch durch seinen Willen diese herrliche Gabe zur Seite zu drängen, um sich dann tierisch zu ergehen! Solch gewaltsamer Eingriff in des Schöpfers Weltordnung muss ihm aber zum Fluche werden; denn die damit ungebunden werdende Kraft des körperlichen Geschlechtstriebes ist in ihrer Entfesselung für ihn nicht mehr natürlich.

Fehlt Schamempfindung, wird der Mensch vom Herrn zum Knecht gemacht, von seiner Menschenstufe weggerissen und noch unters Tier gesetzt.

Der Mensch bedenke, starke Scham allein verhindert die Gelegenheit zum Sturze. Ihm ist damit die stärkste Wehr gegeben.

Je größer diese Scham ist, desto edler ist der Trieb, und desto höher steht geistig der Mensch. Es ist dies der beste Maßstab seines inneren geistigen Wertes! Dieser Maßstab ist untrüglich und jedem Menschen leicht erkennbar. Mit Erdrosselung oder Wegräumung des äußeren Schamgefühles werden auch gleichzeitig stets die feineren und wertvollsten seelischen Eigenschaften erstickt und damit der innere Mensch wertlos gemacht.

Ein untrügliches Zeichen tiefen Sturzes und sicheren Verfalles ist es, wenn die Menschheit beginnt, unter der Lüge des Fortschrittes sich über das in jeder Beziehung fördernde Kleinod des Schamgefühles „erheben“ zu wollen! Sei es nun unter dem Deckmantel des Sportes, der Hygiene, der Mode, der Kindererziehung, oder vielen anderen dazu willkommenen Vorwänden. Der Niedergang und Sturz ist dann nicht aufzuhalten, und nur ein Schrecken größter Art kann einzelne noch zur Besinnung bringen.

Und doch ist es dem Erdenmenschen leicht gemacht, den Weg zur Höhe einzuschlagen.

Er braucht nur „natürlicher“ zu werden. Natürlich sein heißt aber nicht, halbnackt herumzulaufen, oder in außergewöhnlichen Kleidungen barfuss einherzuwandeln! Natürlich sein beißt sorgsam achten auf die inneren Empfindungen und sich den Mahnungen derselben nicht gewaltsam zu entziehen! Nur um nicht unmodern zu gelten.

Mehr als die Hälfte aller Menschen aber sind heute leider schon so weit, dass sie zu stumpf geworden sind, um die natürlichen Empfindungen noch zu verstehen, Sie haben sich dazu schon viel zu sehr beengt. Ein Schrei des Grauens und Entsetzens wird das Ende davon sein!

Wohl dem, der dann das Schamgefühl wieder lebendig machen kann! Es wird ihm Schild und Stütze sein, wenn alles andere in Trümmer geht.







„Ich bin die Auferstehung und das Leben,

niemand kommt zum Vater, denn

durch mich!“

Jesus, aus dem Göttlichen kommend, gebrauchte mit Recht diese Worte, weil er alles überschauen und als Einziger wirklich erklären konnte. Seine Botschaft, die sich von ihm selbst nicht trennen lässt, zeigt in den Wirrnissen der falschen Anschauungen den klaren Weg empor zum Licht. Das bedeutet für alle Menschengeister die Möglichkeit des Aufstehens oder die Auferstehung aus dem Stofflichen, in weiches sie zu ihrer Fortent-wickelung getaucht sind. Eine derartige Auferstehung ist für Jeden Leben!

Hören Sie bitte einmal aufmerksam zu: Alles Niedrige und alles Üble, also alles, was man das Dunkel nennt, ist nur in der Stofflichkeit vorhan-den, in der Grob- und in der Feinstofflichkeit! Wer das richtig erfasst, der hat damit schon viel gewonnen.

Sowie der Mensch übel oder auch niedrig denkt, so schadet er sichselbst in ungeheurer Weise. Die Hauptkraft seines Wollens strömt dann wie ein ausgesandter magnetischer Strahl dem Niederen entgegen, zieht das dort infolge seiner Schwere dichtere und durch die Dichtheit wieder auch dunklere Feinstoffliche an, wodurch der Menschengeist, von dem das Wollen ausgeht, mit dieser dichten Art der Stofflichkeit umhüllt wird. Auch wenn ein Menschensinn hauptsächlich nur nach Irdischem gerichtet ist, wie in dem Bann irgend einer Leidenschaft, die nicht nur Unsittlich-keit, Spiel und Trunk sein muss, sondern auch ausgeprägte Vorliebe für irgendetwas irdisches sein kann, so wird sich eine mehr oder weniger dichte, feinstoffliche Hülle um seinen Geist schließen, durch den Vorgang, den ich schon erwähnte.

Diese dichte und somit auch dunkle Hülle hält den Geist von aller Möglichkeit des Aufsteigens zurück, und bleibt, solange dieser Geist die Art seines Wollens nicht ändert.

Nur ernstes Wollen und ein ernstes Streben nach dem hohen Geistigen kann eine derartige Hülle lockern und zuletzt ganz lösen, da sie dann keine Kraftzufuhr der gleichen Art empfängt, langsam den Halt verliert, und zuletzt aufgelöst zurücksinkt, um den Geist damit zum Aufstieg freizu-geben.

Unter Feinstofflichkeit ist nun nicht etwa eine Verfeinerung dieser sichtbaren Grobstofflichkeit gemeint, sondern es ist eine dieser Grobstoff-lichkeit ganz fremde Art, von anderer Beschaffenheit, die aber trotzdem Stofflichkeit genannt werden kann. Es ist ein Übergang zur Wesenhaftig-keit, welchem die Tierseele entstammt.

Verbleiben nun Menschen in der Stofflichkeit, so müssen sie naturgemäß einst mit in die Zersetzung alles Stofflichen hineingezogen werden, der dieses unterworfen ist, weil sie sich infolge ihrer Umhüllung von der Stofflichkeit nicht mehr zu rechter Zeit loslösen können.

Sie, die in die Stofflichkeit zu ihrer Entwickelung auf eigenen Wunsch hin getaucht sind, bleiben ohne Beibehaltungdes rechten Weges in diesem gebunden! Sie vermögen nicht ein Wiederauftauchen daraus herbeizu-führen, das eine Auferstehung dem Lichte entgegen bedeutet. - -

Als nähere Erklärung diene Ihnen, dass jede Entwickelung eines nach persönlichem Ichbewußtsein verlangenden Geistkeime das Tauchen in die Stofflichkeit bedingt. Nur in dem Erleben in der Stofflichkeit kann es sich dazu entwickeln. Es steht ihm kein anderer Weg dafür offen. Er wird aber nicht etwa dazu gezwungen, sondern es geschieht nur, sobald in ihm das eigene Verlangen dazu erwacht. Sein Wünschen treibt ihn dann dem notwendigen Entwickelungsgange entgegen. Hinaus aus dem so genannten Paradiese des Unbewussten, und damit auch hinaus aus dem Unverant-wortlichen.

Verlieren nun die Menschen in der Stofflichkeit durch falsches Wünschen den rechten Weg, der wieder hinaufführt, zu dem Liebte zurück, so bleiben sie In der Stofflichkeit umherirrend.

Nun versuchen Sie einmal, sich das Geschehen in der Grobstofflichkeit anzusehen. Das Werden und Vergehen in Ihrer allernächsten und Ihnen sichtbaren Umgebung.

Sie beobachten in dem Keimen, Wachsen, Reifen und Verwesen das Sichformen, also Zusammenschließen der Grundstoffe, das Heranreifen und wieder Zurückgehen in die Grundstoffe, durch die Zersetzung, also durch das Auseinanderfallen des Geformten in der Verwesung. Sie sehen es bei Wasser, auch bei Steinen in so genannter Verwitterung, bei Pflanzen und bei Tier- und Menschenkörpern deutlich. Wie aber hier im Kleinen, so geschieht es auch genau im großen, zuletzt ebenso im ganzen Weltge-schehen. Nicht nur in der Grobstofflichkeit, die dem Erdenmenschen sichtbar ist, sondern auch in der Feinstofflichkeit, dem so genannten Jenseits, das ja noch nichts mit dem Paradiese zu tun bat. - -

Die ganze Stofflichkeit hängt wie ein großer Kranz als unterster Teil der Schöpfung, und bewegt sich in einem Riesenkreise, dessen Umlauf viele Jahrmillionen umfasst. Es dreht sich also im Geschehen der großen Schöpfung nicht nur alles um sich selbst, sondern das Ganze bewegt eich unaufhaltsam extra noch in einem ungeheueren Kreislaufe. Wie nun dieser große Lauf vom ersten sichzusammenschließen bis zu heutiger Vollendung sich ergab, so zieht er auch in gleicher Weise weiter, unentwegt, bis zur beginnenden und sich vollziehenden Zersetzung zurück in den Urstoff. Der Kreis geht dann trotzdem auch mit diesem Urstoff ruhig weiter, um in dem daraufhin erfolgenden neuen Zusammenschließen auch wieder neue Weltteile zu bilden, die jungfräulich unverbrauchte Kräfte in sich bringen.

So ist der große Werdegang, sich ewig wiederholend, in dem Kleinsten, wie auch in dem Größten. Und über diesem Kreislaufe steht fest die erste, geistig reine Schöpfung, das so genannte Paradies. Dieses ist im Gegensatz zu der geformten Stofflichkeit nicht der Zersetzung unterworfen. Den Grund muss ich in einem Extra-Vortrage erklären. Es würde heute viel zu weit führen.

In diesem Ewigen, leuchtend über dem Kreislaufe stehenden Reingeistigen ruhet der Ausgangspunkt des unbewussten Geistkeimes des Menschen. Dasselbe ist es auch, weiches dem in der Stofflichkeit sich-bewußtgewordenen und damit auch persönlich gewordenen Menschen-geiste wieder als Endziel gilt. Als unbewusster und unverantwortlicher Keim geht er aus. Als eigene, bewusste und damit auch verantwortliche Persönlichkeit kehrt er wieder, wenn ... er sich auf seinem notwendigen Wege durch die Stofflichkeit nicht verirrt, und dadurch darin hängen bleibt, sondern die Auferstehung daraus als voll bewusst gewordener Menschengeist feiert Das freudige Wiederauftauchen aus der Stofflichkeit, diesem liebten, ewigen Schöpfungsteile entgegen.

Solange der Menschengeist sich nun in der Stofflichkeit befindet, macht er mit dieser einen Teil des ewigen großen Kreislaufes mit, natürlich ohne es selbst zu bemerken. Und so kommt er eines Tages endlich auch mit an jene Grenze, wo der Weltenteil, in dem er sich befindet, langsam der Zersetzung entgegentreibt. Dann aber ist es für alle noch in der Stofflichkeit befindlichen Menschengeister hohe Zeit, sich zu beeilen, s o zu werden, dass sie emporsteigen können nach dem sicheren, lichten Hafen des ewigen Reiches, also den rechten und vor allen Dingen auch kürzesten Weg zu finden, um aus dem Bereiche der einsetzenden Gefahren in der Stofflichkeit herauszukommen, bevor diese ihn mit ergreifen können.

Schafft er es nicht, so wird es für ihn immer schwerer und zuletzt zu spät!

Er wird mit allem anderen dann in die langsame Zersetzung hineingezogen, und dabei das von ihm gewonnene persönliche „Ich“ zerrissen. Unter tausend Qualen wird er damit wieder zu dem unbewussten Geistsamenkorn. Das Entsetzlichste, was dem persönlich bewußtgewordenen Geiste geschehen kann.

Es sind alle die, die ihre Persönlichkeit nach falscher Richtung hin entwickelt haben. Diese müssen sie deshalb wieder als unbrauchbar und schädlich verlieren. Zersetzung ist, wohlgemerkt, nicht etwa gleichbedeutend mit Vernichtung. Vernichtet kann nichts werden. Es ist nur ein Zurück-versetzen in den Urzustand. Vernichtet wird bei derartig Verlorenen das bisher gewonnene persönliche „Ich“, das unter größten Qualen vor sich geht.

Solche Verlorene oder Verdammte hören damit auf, fertige Menschen-geister zu sein, während die anderen eingehen durften als sichbewußte Geister in das ewige Reich der Freude und des Lichtes, bewusst all die Herrlichkeit genießend. -

Wie ein Kornacker nach einer Reihe Jahren immer schlechtere Früchte trägt, und nur durch Abwechselung der Saaten frische Kraft erhält, nicht anders ist es in der gesamten Stofflichkeit. Auch diese ist einmal verbraucht, und muss durch die Zersetzung und erneute Bindung neue Kraft erhalten. Derartiges Geschehen fordert aber Jahrmillionen. Doch auch in dem Geschehen vieler Jahrmillionen ist einmal ein bestimmtes Jahr als ausschlaggebende Begrenzung einer notwendigen Scheidung alles Brauchbaren vom Unbrauchbaren.

Und dieser Zeitpunkt ist für uns nunmehr im großen Kreislaufe erreicht, Der in der Stofflichkeit befindliche Menschengeist muss sich endlich zum Aufstiege entscheiden, oder die Stofflichkeit hält ihn umschlungen für die später kommende Zersetzung, .... die die ewige Verdammnis ist, aus der ein geistig persönlich-sichbewußtes Auferstehen und Aufsteigen nach dem über solcher Zersetzung erhabenen, lichten, ewigen Schöpfungsteile nie mehr möglich wird. -

In natürlicher Entwickelung des Ganzen ist schon lange jede Möglichkeit genommen, dass sich zu dem Bewusstwerden drängende Geistkeime auf diesem überreifen Erdenplaneinkarnieren können, da sie zu viel Zeit gebrauchen würden, um als sichselbstbewußter Geist rechtzeitig noch aus dieser Stofflichkeit zu gehen. In natürlichem Geschehen trifft die Bahn der Geistkeime nur solche Weitenteile, die darin eine Gleichart haben, dass die Entwickelungsnotwendigkeit genau so langer Zeit bedarf, als auch ein Geistkeim in dem längsten Falle braucht zu der Vollendung. Nur Gleichart der Entwickelungsstufe gibt freien Weg dem Geistkeime, während größere Reife eines Weltenteiles für unfertige Geistkeime ganz unnahbare Grenzen schafft. Auch hierin bleibt der Vorwurf einer Ungerechtigkeit und eines Mangels ganz unmöglich. Ein jeder Menschengeist kann deshalb mit der höchsten Reife seiner stofflichen Umgebung, in der er sich bewegt, gleichzeitig reif an jener Grenze stehen, an der der Teil der Stofflichkeit nun steht, die wir zur Zeit bewohnen.

Es ist nicht einer, der nicht reif sein könnte! Die Ungleichheit unter den Menschen ist nur die notwendige Folge ihres eigenen, freien Wollens. Nun kommt die Stofflichkeit aus Überreife in Zersetzung, damit gleichzeitig ihrer Neugeburt entgegentreibend.

Für das Ährenfeld der Menschengeister aber kommt der Schnitt, die Ernte, und damit die Scheidung. Das Reife wird emporgehoben zu dem Licht durch Wirksamkeit natürlicher Gesetze, die die feinstoffliche Hülle nach und nach abstreifen lässt, damit der Geist davon befreit bewusst emporschwebt in das Reich der Gleichart, alles Ewig-Geistigem. Das Untaugliche aber wird zurückgehalten in der Stofflichkeit, durch die selbst-gewollte Dichtheit ihres feinstofflichen Körpers. Das Schicksal solcher ist dann so, dass ihr feinstofflicher Leib den nun einsetzenden Veränderungen in der Stofflichkeit unterworfen bleibt, und darin unter tausendjähriger schmerzhaftester Zersetzung leiden muss. Die Größe solcher Qual greift zuletzt auf den Menschengeist derart über, dass dieser das Sichbewußtsein verliert. Damit zerfällt auch wieder die in dem Bewusstsein gewonnene Form des Ebenbildes Gottes, die Menschenform. Nach vollständiger Zersetzung des Stofflichen zurück in den Urstoff wird auch das nun unbewusstgeistig Gewordene wieder frei, und schwebt seiner Art entsprechend empor. Doch kehrt es dann nicht als bewusster Menschengeist zurück, sondern als unbewusster Samen, der einst seinen ganzen Lauf durch neu erwachenden Wunsch in einem neuen Weitenteile von vorn beginnt.

Von dieser hohen Warte aus schauend, also von oben herab, hat Christus, wie immer, seine Worte derart gewählt, und damit einen ganz natürlichen Vorgang geschildert, in dem Auferstehen aus der Stofflichkeit, in die das Geistsamenkorn sich senkte.

Denken Sie sich nur einmal selbst über der Stofflichkeit stehend.

Unter Ihnen liegt ausgebreitet wie ein Ackerfeld die allgemeine Stofflichkeit in ihren vielen Arten. Die Geistkeime senken sich nun von oben kommend in die Stofflichkeit. Und nach und nach, in langer Zeit, tauchen daraus in vielen Zwischenräumen fertige Menschengeister auf, die in dem stofflichen Erleben sichbewusst geworden sind und mit dem Drang nach Höherstreben alles Stoffliche abstreifend zurücklassen können. Diese feiern damit Auferstehung aus der Stofflichkeit!

Aber nicht alle Keime kommen gereift wieder an die Oberfläche. So mancher davon bleibt zurück, und muss darin nutzlos vergehen. --

Es ist alles genau so, wie bei einem Kornfelde.

Wie bei dem Weizenkorn alles geheimnisvolle eigentliche Werden in der dazu notwendigen Erde vor sich geht, so ist bei einem Geistkeime das hauptsächliche Werden in der allgemeinen Stofflichkeit. --

Christus erklärt mit jedem seiner Sätze immer bildhaft irgend ein natürliches Geschehen in der Schöpfung. --

Ob er nun sagte: Niemand kommt zum Vater denn durch meine Botschaft, oder durch mein Wort, oder durch mich, ist gleich. Es heißt so viel, als: „Niemand findet den Weg, denn durch das, was ich sage“. Eins bedeutet dasselbe wie das andere. Ebenso, ob er sagt: „Ich bringe Euch in meiner Botschaft die Möglichkeit der Auferstehung aus der Stofflichkeit, und damit auch das Leben“, oder „Ich bin mit meinem Wort für Euch die Auferstehung und das Leben.“

Die Menschen sollen den Sinn erfassen, nicht aber durch Wortklauberei sich selbst immer wieder aufs Neue verwirren. - - -



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Was trennt so viele Menschen heute von dem Licht?

Wie tiefe Nacht lagert das feinstoffliche Dunkel über dieser Erde! Sehr lange schon. Es hält die Erde in erstickender Umklammerung, so dicht und fest, dass jede aufsteigende Lichtempfindung einer Flamme gleicht, die ohne Sauerstoff die Kraft verliert, und schnell verbleichend in sich selbst zusammensinkt. Furchtbar ist dieser feinstoffliche Zustand, der sich zur Zeit in seiner schlimmsten Auswirkung betätigt. Wer einmal fünf Sekun-den nur dieses Geschehen schauen dürfte, dem würde das Entsetzen alle Hoffnung auf Errettung rauben! -

Und alles das ist durch die Schuld der Menschen selbst herbeigeführt Durch Schuld des Hanges nach dem Niederen. Der größte Feind ist sich die Menschheit dabei selbst gewesen. Nun laufen sogar noch die Wenigen Gefahr, die wieder ernsthaft nach der Höhe streben, dass sie mit hinab-gerissen werden in die Tiefe, deren Andere mit unheimlicher Schnelle jetzt entgegenreifen.

Es kommt einem Umschlingen gleich, dem unbedingt tötendes Auf-saugen nachfolgt. Aufsaugen in den schwülen, zähen Sumpf, in welchem lautlos alles untergeht. Es ist kein Ringen mehr, sondern nur noch ein stilles, stummes, unheimliches Würgen.

Und der Mensch erkennt es nicht. Geistige Trägheit lässt ihn blind sein gegen das verderbliche Geschehen.

Der Sumpf aber schickt dauernd seine giftigen Ausstrahlungen voraus, die die noch Starken, Wachen langsam müde machen, damit auch sie einschlafend kraftlos mit versinken.

So sieht es jetzt auf dieser Erde aus. Es ist kein Bild, das ich damit entrolle, sondern Leben! Da alles Feinstoffliche Formen trägt, geschaffen und belebt durch die Empfindungen der Menschen, spielt sich ein solch Geschehen wirklich dauernd ab. Und das ist die Umgebung, die der Menschen wartet, wenn sie von dieser Erde gehen müssen, und nicht hinaufgeleitet werden können zu den lichteren und schöneren Gefilden.

Aber das Dunkel zieht sich immer mehr zusammen.

Es naht deshalb die Zeit, da diese Erde eine Spanne lang dem Re-giment des Dunkels überlassen bleiben muss, ohne direkte Hilfe aus dem Licht, weil es die Menschheit durch ihr Wollen so erzwang. Die Folgen ihres Wollens in der Mehrheit mußten dieses Ende bringen. - Es ist die Zeit, die einst Johannes schauen durfte, wo Gott sein Angesicht verhüllt. -

Nacht ist es rings umher. Doch in der höchsten Not, wo alles, auch das Bessere, mit zu versinken droht, bricht nun gleichzeitig auch die Morgenröte an! Die Morgenröte aber bringt zuerst die Wehen einer großen Reinigung, die unvermeidlich ist, bevor die Rettung aller ernsthaft Suchenden beginnen kann; denn allen denen, die das Niedere erstreben, kann die Hand zur Hilfe nicht geboten werden! Sie sollen stürzen bis in jene grauenvolle Tiefen, wo sie allein noch auf Erwachen hoffen können, durch Qualen, die ihnen zum Ekel vor sich selber werden müssen. Die, die bisher höhnend und anscheinend ungestraft den Aufwärtsstrebenden Hemmnisse schaffen konnten, werden schweigsam, nachdenklicher sein, bis sie zuletzt noch bettelnd, wimmernd um die Wahrheit flehen.

So leicht wird es für diese dann nicht sein, sie werden unaufhaltsam durch die Mühlsteine der ehernen Gesetze göttlicher Gerechtigkeit geführt, bis sie in dem Erleben zur Erkenntnis ihrer Irrtümer gelangen. -

Auf meinen Reisen konnte ich erkennen, dass eine Brandfackel unter die trägen Menschengeister flog mit meinem Wort, welches erklärt, dass kein Mensch Göttliches sein eigen nennen kann, während gerade jetzt vieles Bemühen dahin geht, Gott in sich zu entdecken, und damit zuletzt auch selbst zum Gott zu werden!

Unruhe ist deshalb mit meinem Wort vielfach erwacht, die Menschheit will sich aufbäumend dagegen wehren, weil sie nur einschläfernde und beruhigende Warte hören will, die ihnen angenehm erscheinen!

Die sich also Aufbäumenden sind nur Feiglinge, die sich am liebsten vor sich selbst verstecken, nur um im Düsteren zu bleiben, in dem es sich so schön und ruhig träumen lässt, nach eigenem Verlangen.

Nicht Jedermann kann es vertragen, dem Licht der Wahrheit ausgesetzt zu sein, welches klar und erbarmungslos die Mängel und die Flecken des Gewandes zeigt.

Durch Lächeln, Spott, oder durch Feindschaft wollen solche den kommenden Tag verhindern, der die tönernen Füße ihres unhaltbaren Aufbaues des Götzen „Ich“ deutlich erkennen lässt. So Törichte spielen nur Maskenfeste mit sich selbst, denen der graue Aschermittwoch unerbittlich folgen wird. Sie wollen sich in ihren falschen Anschauungen doch nur selbst vergöttern, und darin fühlen sie sich irdisch wohl, behaglich. Sie betrachten den von vornherein als Feind, der sie aus dieser trägen Ruhe stört!

Doch alles Aufbäumen nützt ihnen diesmal nichts!

Die Selbstvergöttlichung, die sich in der Behauptung zeigt, dass Gött-liches im Menschen sei, ist ein schmutziges Tasten nach der Erhabenheit und Reinheit Eures Gottes. Das Euch das Heiligste, nach dem Ihr auf-schaut in dem seligsten Vertrauen, damit schändet! -

In Eurem Inneren steht ein Altar, der zur Verehrung Eures Gottes dienen soll. Dieser Altar ist Euere Empfindungsfähigkeit. Ist diese rein, hat sie direkt Verbindung mit dem Geistigen, und dadurch mit dem Paradiese! Dann gibt es Augenblicke, in dem auch Ihr die Nähe Eures Gottes voll empfinden könnt, wie es im tiefsten Schmerz und höchster Freude oft geschieht!

Ihr empfindet seine Nähe dann in gleicher Art, wie sie die ewigen Reingeistigen im Paradies dauernd erleben, mit denen ihr in solchen Augenblicken eng verbunden seid. Die starke Vibration durch das Auf-wühlende der großen Freude wie des Liefen Schmerzes drängt alles Irdisch-Niedere sekundenlang weit in den Hintergrund, und dadurch wird die Reinheit der Empfindung frei, sie gibt damit sofort die Brücke mit der gleichartigen Reinheit, die das Paradies belebt!

Das ist das höchste Glück des Menschengeistes, dieser Krone aller Schöpfung. Die Ewigen im Paradiese leben darin dauernd. Es bringt die herrliche Gewissheit des Geborgenseins. Sie sind sich dann der Nähe ihres großen Gottes voll bewusst, in dessen Kraft sie stehen, sehen aber dabei auch als selbstverständlich ein, dass sie auf ihrer größten Höhe sind, und niemals fähig werden können, Gott zu erschauen.

Das drückt sie aber nicht, sondern in der Erkenntnis seiner unnah-baren Größe finden sie jauchzenden Dank für seine namenlose Gnade, die er im Hinblick auf die anmaßende Kreatur stets walten ließ.

Und dieses Glück kann schon der Erdenmensch genießen. Es ist ganz richtig, wenn gesagt wird, dass der Erdenmensch in weihevollen Augen-blicken die Nähe seines Gottes spürt. Zum Frevel aber wird es, will man aus dieser wundervollen Brücke des Bewusstwerdens göttlicher Nähe heraus die Behauptung aufstellen, selbst einen Funken Gottheit in sich zu haben.

Hand in Hand mit dieser Behauptung geht auch die Herabzerrung göttlicher Liebe. Wie kann man Gottesliebe mit dem Masse einer Men-schenliebe abmessen? Noch mehr, sie sogar in dem Werte unter diese Menschenliebe stellen? Seht Euch die Menschen an, welche göttliche Liebe als das höchste Ideal sich nur ganz still erduldend und dazu alles verzeihend vorstellen! Sie wollen darin Göttliches erkennen, dass es sich von weit niedereren Kreaturen alles Ungezogene gefallen lässt, wie es nur bei dem größten Schwächling ist, wie bei dem feigsten Menschen, den man darob verachtet, Denkt doch darüber nach, welche ungeheuerliche Schmach darin verankert ist!

Die Menschen wollen ungeahndet sündigen, um dann zuletzt noch ihrem Gotte eine Freude damit zu bereiten, wenn sie sich von ihm ohne eigene Sühne ihre Schuld verzeihen lassen! Solches anzunehmen, dazu gehört entweder maßlose Beschränktheit, strafwürdige Faulheit, oder die Erkenntnis hoffnungsloser eigener Schwäche für das gute Wollen nach dem Aufwärtsstreben: Eins ist aber so verwerflich wie das andere.

Stellt euch göttliche Liebe vor! Kristallklar, strahlend, rein und groß! Könnt ihr euch dabei denken, dass sie so süßlichschwächlich, entwürdigend nachgebend sein kann, wie die Menschen so gern möchten! Sie wollen falsche Größe aufbauen, dort, wo sie Schwäche wünschen, geben ein falsches Bild, nur um sich selbst dabei noch etwas vorzutäuschen, sich zu beruhigen über die eigene Fehlerhaftigkeit, die sie bereitwillig im Dienst des Dunkels stehen lässt. Wo ist dabei die Frische und die Kraft, die zur Kristallreinheit göttlicher Liebe unbedingt gehört? Göttliche Liebe ist untrennbar von der größten Strenge göttlicher Gerechtigkeit. Sie ist sie sogar selbst. Gerechtigkeit ist Liebe, und Liebe wiederum liegt nur in der Gerechtigkeit. Darin allein liegt auch die göttliche Verzeihung.

Es ist richtig, wenn die Kirchen sagen, dass Gott alles verzeiht! Und wirklich verzeiht! Im Gegensatz zum Menschen, der selbst noch den, der Irgend eine kleine Schuld gebüßt, für dauernd unwert hält, und sich mit solcher Art Gedanken doppelt Schuld auflädt, weil er darin nicht nach dem Willen Gottes handelt. Hier fehlt der Menschenliebe die Gerechtigkeit.

Die Auswirkung göttlichen Schöpfungswillens reinigt jeden Menschen-geist von seiner Schuld, in eigenem Erleben oder in der freiwilligen Besserung, sobald er aufwärts strebt.

Kommt er aus diesen Mühlen in der Stofflichkeit zum Geistigen zu-rück, so steht er rein im Reiche seines Schöpfers es spielt keine Rolle, was er je gefehlt! Genau so rein wie einer, der noch niemals fehlte. Doch durch die Auswirkung der göttlichen Gesetze geht sein Weg vorher, und in der Tatsache liegt die Gewähr der göttlichen Verzeihung, seiner Gnade!

Hört man nicht heute vielfach die entsetzte Frage: Wie konnten diese Jahre solcher Not geschehen mit Gottes Willen? Wo bleibt dabei die Liebe, wo Gerechtigkeit? Die Menschheit fragt, es fragen die Nationen, oft die Familien und der einzelne Mensch! Sollte ihm dies nicht eher der Beweis sein, dass die Gottesliebe doch wohl anders ist, als sich so mancher denken möchte? Versucht doch einreal, die alles verzeihende Gottesliebe so bis zu einem Ende auszudenken, wie man krampfhaft sich bemüht, sie hinzustellen! Ohne eigene Sühne, alles duldend und zuletzt großmütig noch verzeihend. Es muss ein klägliches Ergebnis werden! Dünkt sich der Mensch so wertvoll, dass sein Gott darunter leiden soll? Noch wertvoller demnach wie Gott? Was liegt alles in dieser Anmaßung der Menschen. -

Bei ruhigem Denken müsst ihr über tausend Hindernisse straucheln, und könnt nur dann zu einem Schlusse kommen, wenn ihr Gott ver-kleinert, ihn unvollkommen macht

Er aber war, und ist, und bleibt vollkommen, gleichviel, wie sich die Menschen dazu stellen.

Seine Verzeihung liegt in der Gerechtigkeit. Nicht anders. Und in dieser unverrückbaren Gerechtigkeit liegt auch allein die grosse, bisher so verkannte Liebe!

Gewöhnt Euch ab, dabei nach Irdischem zu messen. Gottes Gerech-tigkeit und Gottes Liebe gilt dem Menschengeiste. Das Stoffliche spricht dabei gar nicht mit Es ist ja nur vom Menschengeiste selbst geformt, und ohne Geist hat es kein Leben.

Was quält Ihr Euch so oft mit rein irdischen Kleinigkeiten, die Ihr als Schuld empfindet, und die es gar nicht ist.

Nur das, was der Geist bei einer Handlung will, ist ausschlaggebend für die göttlichen Gesetze in der Schöpfung. Dieser geistige Wille ist aber nicht Gedankentätigkeit, sondern das innerste Empfinden, das eigentliche Wollen in dem Menschen, das allein die Gesetze des Jenseits in Bewegung setzen kann und auch selbsttätig in Bewegung setzt.

Göttliche Liebe lässt sich von den Menschen nicht herabzerren; denn in ihr ruhen in der Schöpfung auch die ehernen Gesetze seines Willens, der von der Liebe getragen ist. Und diese Gesetze wirken sich so aus, wie der Mensch sich darin gibt. Sie können ihn verbinden bis zur Nähe seines Gottes, oder sie bilden eine Scheidewand, die nie zertrümmert werden kann, es sei denn durch das endliche Sicheinfügen des Menschen, was gleichbedeutend mit Gehorchen ist, worin allein er sein Heil finden kann, sein Glück. Es ist ein Guss, das große Werk zeigt keine Mängel, keinen Spalt. Ein jeder Tor, ein jeder Narr, der anders will, wird sich dabei den Kopf zerschmettern. -

Göttliche Liebe wirkt darin nur das, was jedem Menschengeiste nützt, nicht aber das, was ihm auf Erden Freude macht, und angenehm erscheint. Darüber geht sie weit hinaus, weil sie das ganze Sein beherrscht -

So mancher Mensch denkt jetzt sehr oft: Wenn Trübsal zu erwarten ist, Vernichtung, um eine große Reinigung herbeizuführen, so muss Gott so gerecht sein, vorher Bußprediger auszusenden. Der Mensch muss doch vorher gewarnt werden. Wo ist Johannes, der das Kommende verkündet?

Es sind Unselige in großseinsollender Gedankenleere! Nur Anmaßung der größten Hohlheit birgt sich hinter solchen Rufen. Sie würden ihn doch stäuben, in den Kerker werfen!

Öffnet doch die Augen und die Ohren! Sind die sich häufenden Naturereignisse und Katastrophen nicht genug der ernsten Warnungen? Reden nicht die Zustände in Russland und China eine ernste Sprache? Selbst die Deutschen aus den nahen Grenzgebieten senden ihre Klagen oft genug unter der Geisel ihrer, unserer Feinde! Doch tanzend geht man über alle Not und Schrecken seiner

Nebenmenschen leichtsinnig hinweg! Man will nicht sehen und nicht hören! -

Auch ein Bußprediger ging voran, schon vor 2000 Jahren, das menschgewordene Wort folgte ihm auf dem Fuße. Doch die Menschen haben sich eifrig bemüht, den reinen Glanz des Wortes wieder fortzuwischen, zu verdunkeln, damit die Anziehungskraft seines Leuchtens nach und nach erlosch. -

Und alle, die das Wort ausgraben wollen aus den Schlinggewächsen, müssen bald verspüren, wie Boten aus dem Dunkel krampfhaft sich bemühen, jedes freudige Erwachen zu verhindern!

Es wiederholt sich aber heute kein Geschehen wieder wie zu Christus Zeiten! Da kam das Wort! Die Menschheit hatte ihren freien Willen, und entschied sich damals in der Hauptsache zur Ablehnung, zu dem Ver-werfen! Von da an waren sie nun den Gesetzen unterworfen, die sich selbsttätig an den damals so getätigten freien Entschluss angliederten. Die Menschen fanden auf dem selbstgewählten Wege nachdem alle Früchte ihres eigenen Wollens.

Bald schließt sich nun der Kreis. Es häuft sich immer stärker an und staut sich wie ein Wall, der bald zusammenbricht aber der Menschheit, die in geistiger Stumpfheit ahnungslos dahinlebt. Am Ende, zur Zeit der Erfüllung, bleibt ihnen naturgemäß nicht mehr die freie Wahl!

Sie müssen nunmehr einmal ernten, was sie damals, und auch auf den späteren Abwegen, säten.

Alle sind heute zur Abrechnung wieder auf dieser Erde inkarniert, weiche zu Christus Zeiten einst das Wort verwarfen. Sie haben heute nicht das Anrecht mehr auf vorherige Warnung und nochmalige Entscheidung. In den zweitausend Jahren blieb ihnen Zeit genug, sich anders zu be-sinnen! Auch wer Gott und seine Schöpfung falsch gedeutet aufnimmt, und sich nicht bemüht, es reiner zu erfassen, der hat es gar nicht aufgenom-men. Es ist sogar weit schlimmer, da ein falscher Glaube davon fernhält, Wahrheit zu erfassen.

Doch wehe dem, der Wahrheit fälscht oder verändert, um dadurch Zulauf zu erhalten, weil es den Menschen in bequemererer Form auch angenehmer ist. Er bürdet sich nicht nur die Schuld der Fälschung, Irreführung auf, sondern er trägt auch noch alle Verantwortung für die, die er mit der Bequemermachung oder Annehmbarermachung an sich ziehen konnte. Ihm wird dann nicht geholfen, wenn seine Stunde der Vergeltung kommt. Er stürzt hinab in Tiefen, die ihn niemals wiedergeben können, und mit Recht! - Auch das durfte Johannes miterschauen und in seiner Offenbarung davor warnen.

Und wenn einmal die große Reinigung beginnt, so bleibt dem Menschen diesmal keine Zeit, sich aufzubäumen, oder gar sich gegen das Geschehen anzustemmen. Die göttlichen Gesetze, von denen sich der Mensch so gern ein falsches Bild macht, wirken sich dann unerbittlich aus.

Gerade in der Furchtbarkeit der Zeit, welche die Erde je erlebte, wird die Menschheit endlich lernen, dass Gottesliebe weit entfernt ist von der Weichheit und der Schwächlichkeit, die man ihr anzudichten sich vermaß.

Mehr als die Hälfte aller Menschen in der Gegenwart gehört gar nicht auf diese Erde!

Schon seit Jahrtausenden ist diese Menschheit so gesunken, lebt so stark in der Dunkelheit, dass sie in ihrem unsauberen Wollen viele Brücken schlug zu dunklen Sphären, die weit unter diesem Erdenplane sind. Dort leben Tiefgesunkene, deren feinstoffliches Gewicht niemals die Möglichkeit zuließ, herauf auf diesen Erdenplan zu kommen.

Darin lag Schutz für alle auf der Erde Lebenden, sowie für diese Dunk-len selbst. Sie sind getrennt durch das natürliche Gesetz der feinstofflichen Schwere. Dort unten können sie sich austoben in ihren Leidenschaften, allen Niedrigkeiten, ohne damit Schaden anzurichten. Im Gegenteil ihr ungehemmtes Sichausleben trifft dort nur die Gleichgearteten, ebenso wie deren Ausleben auch sie angreift. Sie leiden damit gegenseitig, was zum Reifen führt, nicht aber zu weiterer Schuld. Denn durch das Leiden kann der Ekel einst erwachen vor sich selbst, und mit dem Ekel auch der Wunsch, aus diesem Reiche fortzukommen. Der Wunsch führt mit der Zeit zu qualvoller Verzweiflung, die zuletzt heißeste Gebete nach sich ziehen kann, und damit ernstes Wollen zu der Besserung.

So sollte es geschehen. Doch durch der Menschen falsches Wollen kam es anders!

Die Menschen schlugen durch ihr dunkles Wollen eine Brücke in die Region des Dunkels. Sie reichten damit den dort Lebenden die Hand, ermöglichten ihnen durch Anziehungskraft gleicher Art, heraufzukommen auf die Erde. Hier fanden sie natürlich auch Gelegenheit zu der erneuten Inkarnierung, die für sie nach normalem Weltgeschehen noch nicht vor-gesehen war.

Denn auf dem Erdenplane, wo sie durch Vermittelung des Grobstofflichen mit den Lichteren und Besseren gemeinsam leben können, richten sie nur Schaden an und bürden damit neue Schuld auf sich. Das können sie in ihren Niederungen nicht; denn ihren Gleichartigen bringt die Niedrigkeit nur Nutzen, weil sie darin zuletzt doch schließlich nur sich selbst erkennen, und Abscheu davor lernen, was zur Besserung beiträgt.

Diesen normalen Weg aller Entwickelung hat nun der Mensch gestört, durch niedrige Verwendung seines freien Willens, mit dem er feinstoffliche Brücken formte zu der Region des Dunkels, so dass dahin Gesunkene wie eine Meute auf den Erdenplan geworfen werden konnten, die nun frohlockend einen größten Teil davon bevölkern.

Da lichte Seelen vor dem Dunkel weichen müssen, dort, wo Dunkel festen Fuß gewonnen hat, war es den so zu Unrecht auf den Erdenplan gekommenen dunkleren Seelen leicht, auch manchmal dort zur Inkar-nierung zu gelangen, wo sonst nur eine lichte Seele eingegangen wäre. Die dunkle Seele hat dabei durch irgend Jemand der Umgebung der werdenden Mutter einen Halt gefunden, der esihr ermöglichte, sich zu behaupten und das Lichte zu verdrängen, auch wenn die Mutter oder der Vater zu den Lichteren gehören.

Damit erklärt sich auch das Rätsel, dass so manches schwarze Schaf zu guten Eltern kommen konnte. Achtet aber eine werdende Mutter besser auf sich und ihre nähere Umgebung, auf ihren Verkehr, so kann dies nicht geschehen.

Es ist also nur Liebe darin zu erkennen, wenn die Schlussauswirkung der Gesetze in voller Gerechtigkeit endlich die nicht Hierhergehörenden hinwegfegt von dem Erdenplane, dass sie hinabstürzen in jenes Reich des Dunkels, wohin sie auch nach ihrer Art gehören. Sie können dadurch Lichtere nicht mehr am Aufstieg hindern, und sich selbst neue Schuld aufbürden, sondern vielleicht doch noch reifen in dem Ekel ihres eigenen Erlebens. -- -

Die Zeit wird selbstverständlich kommen, die mit ehernem Griff die Herzen aller Menschen packt, wo mit furchtbarer Unerbittlichkeit in jeder Menschenkreatur geistiger Hochmut ausgerottet wird. Dann fällt auch jeder Zweifel, der jetzt den Menschengeist an der Erkenntnis hindert, dass Göttliches nicht in ihm ist, sondern hoch über ihm. Dass es nur als das reinste Bild auf dem Altare seines Innenlebens stehen kann, nach dem er aufschaut in demütigem Gebet. -

Es ist kein Irrtum, sondern Schuld, wenn sich ein Menschengeist dazu bekennt, auch göttlich sein zu wollen. Solche Überhebung muss ihn stür-zen; denn es ist gleichbedeutend mit einem Versuche, seinem Gott das Zepter aus der Hand zu reißen, ihn herabzuzerren auf die gleiche Stufe, die der Mensch einnimmt, und die er bisher nicht einmal erfüllte, weil er mehr sein wollte, und nach den Höhen blickt, die er doch nie erreichen, nicht einmal erkennen kann. So übersah er achtlos alle Wirklichkeit, machte sich selbst nicht nur ganz nutzlos in der Schöpfung, sondern weit schlimmer: zum direkten Schädling!

Am Ende wird es ihm, durch seine eigene falsche Einstellung herbeigeführt, mit unheimlicher Deutlichkeit bewiesen werden, dass er in seiner jetzigen so tief gesunkenen Beschaffenheit nicht einmal Schatten einer Göttlichkeit bedeutet. Der ganze Schatz Irdischen Wissens, den er mühsam auf­gespeichert hat in den Jahrtausenden, wird dann vor dem entsetzten Blicke seiner Augen sich als Nichts erweisen, hilflos wird er an sich selbst erleben, wie die Früchte seines einseitigen Erdenstrebens nutzlos werden, manchmal sogar ihm zum Fluche. Dann mag er sich auf seine eigene Göttlichkeit besinnen, wenn er kann! - -

Zwingend wird es ihm entgegendröhnen: Nieder auf die Kniee, Kreatur, vor Deinem Gott und Herrn! Versuche nicht, frevelnd Dich selbst zum Gotte zu erheben! -- -

Die Eigenbrödlerei des faulen Menschengeistes geht nicht weiter. --

Erst dann kann diese Menschheit auch an einen Aufstieg denken. Das Ist dann auch die Zeit, in welcher stürzen wird, was nicht auf rechtem Grunde steht. Scheinexistenzen, die falschen Propheten und Vereini-gungen, die sich darum schließen, werden in sich selbst zusammenbrechen! Damit werden dann auch die bisherigen falschen Wege offenbar. So man-cher Wohlgefällige wird dann wohl auch entsetzt erkennen, dass er vor einem Abgrund steht, und, falsch geführt, schnell abwärts gleitet, während er stolz wähnte, aufsteigend sich schon dem Licht zu nähern!

Dass er Schutztore öffnete, ohne dahinter auch die Vollkraft der Verteidigung zu haben Dass er Gefahren auf sich zog, die in natürlichem Geschehen von ihm übersprungen worden wären. Wohldem, der dann den rechten Weg zur Umkehr findet. - -





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Der Schrei nach dem Führer



Sehen wir uns einmal alle Menschen näher an, die heute ganz beson-ders lebhaft einen geistigen Führer suchen, die innerlich gehoben ihn erwarten. Nach ihrer Meinung selbst schon geistig gründlich vorbereitet, ihn zu erkennen, und sein Wort zu hören!

Was wir bei ruhiger Betrachtung sehen, sind sehr viele Spaltungen. Die Sendung Christi hat zum Beispiel auf so viele Menschen sonderbar gewirkt. Sie schufen sich ein falsches Bild davon. Ursache dazu war, wie üblich, unrichtige Selbsteinschätzung, Überhebung.

An Stelle der früheren Ehrfurcht und Bewahrung einer selbstverstän-dlichen Kluft und scharfer Abgrenzung zu ihrem Gott ist auf der einen Seite winselndes Betteln getreten, das immer nur empfangen will, um keinen Preis aber selbst etwas dabei tun. Das „bete“ nahmen sie wohl auf, aber dass dabei noch „und arbeite“ vorhanden ist, „arbeite an dir selbst“, das wollen sie nicht wissen.

Auf anderer Seite wieder glaubt man so selbständig zu sein, so unabhängig, dass man alles selbst tun kann, und mit einiger Mühe sogar göttlich wird.

Es gibt auch viele Menschen, die nur fordern, und erwarten, dass Gott ihnen nachzulaufen hat. Da er ja schon einmal seinen Sohn sandte, lieferte er damit den Beweis dafür, wie sehr ihm daran gelegen ist, dass die Menschheit sich ihm nähert, ja, dass er sie wahrscheinlich sogar braucht!

Wohin man blickt, dort ist in allem nur noch Anmaßung zu finden, keine Demut. Es fehlt die rechte Selbsteinschätzung. -

In erster Linie wird notwendig, dass der Mensch heruntersteigt von seiner künstlichen Höhe, um wirklich Mensch sein zu können, um als solcher seinen Aufstieg zu beginnen.

Er sitzt heute am Fuße des Berges geistig aufgeblasen auf einem Baume, anstatt mit beiden Füßen fest und sicher auf dem Erdboden zu stehen. Deshalb wird er auch nie den Berg ersteigen können, wenn er nicht vorher von dem Baume herunterklettert oder stürzt.

Unterdessen sind aber dann wahrscheinlich alle die, welche ruhig und vernünftig auf der Erde unter seinem Baume ihren Weg schritten, und auf die er hochmütig herabsah, oben auf dem Gipfel angekommen.

Aber das Geschehen kommt ihm bald dabei zu Hilfe; denn der Baum wird stürzen, in ganz naher Zeit. Vielleicht besinnt sich dann der Mensch noch einmal eines Besseren, wenn er so unsanft von schwankender Höhe auf den Boden kommt. Dann ist es aber für ihn die allerhöchste Zeit, nicht eine Stunde bleibt ihm dabei zu versäumen übrig.

Jetzt denken viele, dass es in dem Schlendrian so weitergehen kann, wie es Jahrtausende gegangen ist.

Breit und behaglich sitzen sie in ihren Sesseln, und erwarten einen starken Führer.

Doch wie stellen sie sich diesen Führer vor! Es ist tatsächlich zum Erbarmen.

In erster Linie erwarten sie von ihm, oder, sagen wir nur ganz richtig, fordern sie von ihm, dass er einen jeden Einzelnen dessen Weg empor zum Licht bereitet! Er hat sich zu bemühen, Brücken für die Anhänger jeder Konfession nach dem Wege der Wahrheit zu schlagen! Er hat es so leicht und verständlich zu machen, dass es ein Jeder mühelos verstehen kann. Seine Worte müssen so gewählt sein, dass deren Richtigkeit Groß und Klein aller Stände ohne Weiteres überzeugt.

Sobald der Mensch sich selbst dabei bemühen und selbst denken muss, dann ist es nicht ein rechter Führer. Denn wenn er berufen ist, durch sein Wort führend den rechten Weg zu zeigen, so muss er sich natürlich auch um die Menschen bemühen. Seine Sache ist es, die Menschen zu über-zeugen, zu erwecken! Christus ließ ja auch seinLeben.

Die heute also denken, und es sind viele, die dazu gehören, die brauchen sich nicht erst zu bemühen, denn sie gleichen den törichten Jungfrauen, gehen dem „zu spät“ entgegen! Der Führer weckt sie sicher nicht, sondern wird sie ganz ruhig weiter schlafen lassen, bis das Tor geschlossen ist, und sie nicht Einlass finden können in das Licht, da sie sich nicht zu rechter Zeit aus dem Bereich der Stofflichkeit befreien können, wozu das Wort des Führers ihnen den Weg wies.

Die Sorte Menschen werden suchend und auch überlegen kritisierend vorübergehen, wie auch so viele damals schon an dem vorübergingen. auf dessen Kommen alles durch die Offenbarungen schon vorbereitet war.

Wie kann man einen geistigen Führer so sich denken!

Er wird der Menschheit keinen Fußbreit irgendwelche Konzessionen machen, und fordern überall, wo man erwartet, dass er gibt!

Denn der Mensch ist nicht so wertvoll, wie er es sich eingebildet hat Gott braucht ihn nicht, er aber seinen Gott!

Da die Menschheit in ihrem so genannten Fortschritt heute nicht mehr weiß, was sie eigentlich will, wird sie endlich erfahren müssen, was sie soll!

Der Mensch jedoch, der ernsthaft denken kann, der wird sofort erken-nen, dass gerade in dem strengen, rücksichtslosen Fordern eines aufmerk-samen Denkens das Beste liegt, was die so tief in ihre Geistesträgheit schon verstrickte Menschheit zur Errettung braucht! Gerade damit, dass ein Führer für das Verstehen seiner Worte von vornherein geistige Regsamkeit verlangt, und ernstes Wollen, Sichbemühen, trennt er spielend Spreu von Weizen schon bei dem Beginn. Es liegt darin ein selbsttätiges Wirken, wie es in den göttlichen Gesetzen ist Es wird den Menschen auch hierin genau nach dem, wie sie es wirklich wollen. - -

Nun gibt es aber auch noch eine Sorte Menschen, die sich ganz besonders rege dünken!

Diese haben sich von einem Führer natürlich ein ganz anderes Bild entworfen, wie man aus Berichten lesen kann. Es ist jedoch nicht weniger grotesk; denn sie erwarten darin einen . . . . Geistesakrobaten!

Es wird ja sowieso von Tausenden schon angenommen, dass Hellsehen und Hellhören, Hellempfinden usw., großer Fortschritt wäre, der es in Wirklichkeit jedoch nicht ist. Derartiges Angelernte, Großgezogene, sogar das als Begabung Mitgebrachte, kann sich niemals über diesen Erdenbann erheben. Bewegt sich also nur in niederen Grenzen, die auf Höhe niemals Anspruch machen können, und deshalb ziemlich wertlos sind.

Will man der Menschheit etwa damit zum Aufstiege verhelfen, wenn man ihr die gleichstufigen feinstofflichen Dinge zeigt, oder sie sehen, hören lehrt?

Dies hat mit eigentlichem Aufstiege des Geistes nichts zu tun. Ebenso wenig Zweck für irdisches Geschehen! Es sind geistige Kunststückchen, nichts weiter, für Einzelmenschen interessant, für die gesamte Menschheit aber ohne jeden Wert!

Dass alle Solche sich auch einen gleichartigen Führer wünschen, der es schließlich besser kann, als sie, ist ja ganz leicht verständlich. -

Doch es gibt eine große Zahl, die darin noch viel weiter gehen, bis ins Lächerliche. Und die es damit trotzdem bitter ernst nehmen.

Diesen gilt: zum Beweis der Führerschaft zum Beispiel auch als Grundbedingung, dass sich ein Führer . . . . nicht erkälten darf! Wer sich erkälten kann, der ist schon abgetan; denn das entspricht nach deren Meinung nicht einem idealen Führer. Ein Starker muss auf alle Fälle und in erster Linie mit seinem Geiste über diesen Kleinigkeiten ganz erhaben sein.

Das klingt vielleicht etwas gemacht und lächerlich, aber es ist nur Tatsachen entnommen, und bedeutet eine schwache Wiederholung des einstmaligen Rufes- „Bist Du Gottes Sohn, so hilf Dir selbst und steig herab vom Kreuze.“ - - Das schreit man heute schon, bevor ein derartiger Führer überhaupt in Sicht ist!

Arme, unwissende Menschen! Der, der seinen Körper so einseitig erzieht, dass er unter Gewalt des Geistes zeitweise unempfindlich wird, der ist mit Nichten ein hervorragender Großer. Die ihn bewundern, gleichen Kindern früherer Jahrhunderte, welche mit offenen Mäulchen und glän-zenden Augen den Verrenkungen herumziehender Spaßmacher folgten, wobei der brennende Wunsch in ihnen wach wurde, auch solches tun zu können.

Und wie die Kinder damals auf diesem ganz irdischen Gebiete, nicht weiter sind sehr viele so genannte Geistes- oder Gottsucher der Jetztzeit auf dem geistigen Gebiete!

Denken wir doch einmal weiter: Fahrendes Volk der alten Zeiten, von denen ich soeben sprach, entwickelten sich mehr und mehr, wurden zu Akrobaten in den Zirkussen, in den Varietés. Ihr Können wuchs ins Ungeheuerliche, und täglich sehen Tausende verwöhnter Menschen heute noch mit immer neuem Staunen und oft innerem Erschauern diese Darbie-tungen an.

Doch haben sie dabei für sich Gewinn davon? Was nehmen sie nach solchen Stunden mit? Trotzdem so mancher Akrobat bei seinen Darbietun-gen auch das Leben wagt? Nicht das Geringste; denn auch in der höchsten Vollendung werden alle diese Dinge immer nur im Rahmen der Varietes und Zirkusse verbleiben müssen.

Sie werden immer nur zur Unterhaltung dienen, doch nie zu einem Vorteil für die Menschheit führen.

Ein derartiges Akrobatentum auf geistigem Gebiete aber sucht man jetzt als Maßstab für den großen Führer!

Lasst solchen Menschen die geistigen Clowns! Sie werden bald genug erleben, wohin solches führt!

Sie wissen auch nicht, was sie eigentlich damit erstreben. Sie wähnen: Groß ist nur der, dessen Geist den Körper so beherrscht, dass dieser Krankheit nicht mehr kennt!

Jede derartige Ausbildung ist einseitig, und Einseitigkeit bringt nur Ungesundes, Krankes! Es wird mit diesen Dingen nicht der Geist gestärkt, sondern der Körper nur geschwächt! Das notwendige Gleichmaß für gesun-de Harmonie zwischen dem Körper und dem Geiste wird verschoben, und das Ende ist, dass sich zuletzt ein solcher Geist viel früher loslöst von dem malträtierten Körper, der für ihn nicht mehr die kraftvolle, gesunde Ressonanz gewähren kann für irdisches Erleben. Dieses aber fehlt dem Geiste dann, und er kommt unreif in das Jenseits. Er wird sein Erdensein noch einmal leben müssen. Es sind geistige Kunststückchen, nichts weiter, die auf Kosten des irdischen Körpers gehen, welcher dem Geiste in Wirklichkeit helfen soll. Der Körper gehört zu einer Epoche der Entwickelung des Geistes. Wird er aber schwach gemacht und unterdrückt, so kann er auch dem Geiste nicht viel nützen; denn seine Ausstrahlungen sind zu matt, um diesen Vollkraft in der Stofflichkeit zu bringen, die er nötig hat.

Will ein Mensch eine Krankheit unterdrücken, so muss er geistig den Druck einer Ekstase auf den Körper herbeiführen, ähnlich wie im Kleinen Furcht vor dem Zahnarzt die Schmerzen verdrängen kann.

Solch hohe Erregungszustände hält ein Körper ungefährdet wohl einmal, vielleicht auch mehrere Male aus, aber nicht für die Dauer, ohne ernsthaft Schaden zu leiden.

Und wenn das ein Führer macht oder rät, so ist er nicht wert, ein Führer zu sein; denn er verstößt damit gegen die natürlichen Gesetze in der Schöpfung. Der Erdenmensch soll seinen Körper als ein ihm anver-trautes Gut bewahren, und die gesunde Harmonie zwischen dem Geiste und dem Körper herbeizuführen suchen. Wird diese durch einseitige Unterdrückung gestört, so ist das kein Fortschritt, kein Aufstieg, sondern ein unbedingtes einschneidendes Hemmnis zur Erfüllung seiner Aufgabe auf Erden, wie überhaupt in der Stofflichkeit. Die Vollkraft des Geistes im Hinblick auf seine Wirkung in der Stofflichkeit geht dabei verloren, weil er dazu auf jeden Fall die Kraft eines nichtunterjochten, sondern mit dem Geiste harmonisierenden Erdenkärpers braucht!- Der, den man auf Grund solcher Dinge Meister nennt, ist weniger als Schüler, der die Aufgaben des Menschengeistes und dessen Entwickelungsnotwendigkeiten gar nicht kennt! Er ist sogar ein Schädling für den Geist.

Sie werden bald genug schmerzlich zu der Erkenntnis ihrer Torheit kommen.

Ein jeder falsche Führer aber wird bittere Erfahrung machen müssen! Sein Aufstieg in dem Jenseits kann erst dann beginnen, wenn auch der Letzte aller derer, die er durch Geisteständeleien aufgehalten hat, oder gar irre führte, zur Erkenntnis kam. Solange seine Bücher, seine Schriften hier auf Erden weiter wirken, wird er drüben festgehalten, auch wenn er unterdessen dort zu besserer Erkenntnis kam.

Wer zu okkulten Schulungen anrät, der gibt den Menschen Steine anstatt Brot, und zeigt. damit, daß er nicht einmal eine Ahnung von dem wirklichen Geschehen in dem Jenseits hat, noch weniger vom ganzen Weltgetriebe! - -





Der große Komet

Wissende sprechen schon seit Jahren von dem Kommen dieses besonders bedeutungsvollen Sternes. Die Zahl derer, welche ihn erwarten, vermehrt sich dauernd, mehr und mehr verdichten sich die Andeutun-gen, so, dass er in Wirklichkeit wohl auch bald zu erwarten ist. Doch was er eigentlich bedeutet, was er bringt, woher er kommt, das ist noch nicht so recht erklärt.

Man will wissen, dass er Umwälzungen bringt von einschneidender Art. Doch dieser Stern bedeutet mehr.

Bethlehemstern kann er genannt werden, weil er von ganz gleicher Art ist, wie dieser es war. Seine Kraft saugt Wasser hoch empor, bringt Wetterkatastrophen, und noch mehr. Die Erde bebt, wenn seine Strahlen sie umfängt.

Seit dem Geschehen in Bethlehem ist Gleiches nicht dagewesen. Wie der Bethlehemstern löste sich auch dieser von dem ewigen Reiche des reinen Geistigen zu einer Zeit, dass er auf dieser Erde genau zum Wirken kommt, wenn die Jahre geistiger Erleuchtung über alle Menschheit gehen sollen.

Der Stern hat seinen Weg in gerader Linie von dem ewigen Reiche bis zu diesem Weltenteile. Sein Kern ist mit hoher, geistiger Kraft gefüllt; er umhüllt sich mit der Stofflichkeit, und wird dadurch wahrscheinlich auch den Erdenmenschen sichtbar werden. Sicher und unentwegt verfolgt der Komet seine Bahn, und wird zu rechter Stunde auf dem Plane sein, wie schon Jahrtausende vorher bestimmt gewesen ist.

Die ersten und direkten Einwirkungen haben in dem letzten Jahre bereits begonnen. Wer das nicht sehen und nicht hören will, wer alles schon geschehene Außergewöhnliche noch als alltäglich hinzustellen nicht als lächerlich empfindet, dem ist; natürlich nicht zu helfen. Er will ent-weder Vogel Strauß spielen aus Furcht, oder er ist belastet mit ärgster Beschränkung. Beide Arten muss man ruhig ihre Wege geben lassen, kann über ihre leicht zu widerlegbaren Behauptungen nur lächeln. Wissenden aber könnte auch gesagt werden, wohin die ersten starken Strahlen treffen. Doch da die Strahlen nach und nach die ganze Erde mit umfassen, so hat es keinen Zweck, ausführlicher darüber zu berichten. Es dauert Jahre bis zu diesem Punkte, und Jahre, ehe er die Erde wieder aus dem Einflusse entlässt. Und dann ist sie gereinigt und erfrischt in jeglicher Beziehung, zum Segen und zur Freude der Bewohner. Nie war sie schöner, als sie dann sein wird, deshalb soll jeder Gläubige mit ruhigem Vertrauen in die Zukunft blicken, nicht erschrecken, was auch in den nächsten Jahren kommen mag. Wenn er vertrauensvoll zu Gott aufblicken kann, wird ihn kein Leid geschehen. - -


Grobstofflichkeit, Feinstofflichkeit,

Strahlungen, Raum und Zeit

Es kamen viele Anfragen über den Begriff meiner Ausdrücke Grobstofflichkeit und Feinstofflichkeit. Die Grobstofflichkeit ist alles das, was der Mensch mit seinen irdischen Augen sehen kann, was er irdisch fühlt und hört. Dazu gehört auch jenes, was er durch Vermittelung irdischer Hilfsmittel sieht, und bei weiteren Erfindungen noch sehen wird. Wie zum Beispiel alles durch das Mikroskop Gesehene. Es ist das Grobstoffliche nur eine bestimmte Art der Stofflichkeit. Das große Gebiet der gesamten Stofflichkeit umfasst aber mehrere Arten, die unter sich von Grund aus ganz verschieden sind, und deshalb sich nie miteinandervermischen.

Die verschiedenen Arten der Stofflichkeit liegen über, einander, ganz unten am Grunde oder Ende der Schöpfung. Wieder wie in der ganzen Schöpfung oben mit der leichtesten Art beginnend, und abwärtsgehend mit der schwersten und dichtesten aufhörend. Diese sämtlichen Arten der Stofflichkeit dienen lediglich als Hilfsmittel zur Entwickelung alles Geistigen, das darein wie in einen fruchtbaren Ackerboden als Keim taucht. Genau so, wie ein Samenkorn die Erde zum Keimen und Wachsen benötigt.

Die Stofflichkeit selbst ist in den einzelnen Schichten für sich allein untätig, hilflos. Erst dann, wenn sie durch das über ihr ruhende Wesenhafte durchdrungen und gebunden wird, erhält sie Wärme und Lebendigkeit, dient zu Hüllen oder Körpern der verschiedensten Formen und Arten.

Wie ich schon sagte, lassen sich die verschiedenen Arten der Stoff-lichkeit nicht vermischen, wohl aber durch das Wesenhafte binden und auch mehrfach verbinden. In dieser Bindung und Verbindung entstehen nun Wärmen und Ausstrahlungen. Jede einzelne Stofflichkeitsart erzeugt dabei seine bestimmte, eigene Ausstrahlung, welche sich mit denen der anderen mit ihm verbundenen Arten vermischen, und zusammen einen Strahlungskranz ergehen, den man heute schon kennt und kurzerhand Od oder auch Ausstrahlung nennt So hat jeder Stein, jede Pflanze, jedes Tier seine Ausstrahlung, die man beobachten kann, und die je nach dem Zustande des Körpers, also der Hülle oder Form, ganz verschieden ist. Deshalb lassen sich auch Störungen in dem Strahlungskranze beobachten, und daran Krankheitspunkte der Hülle erkennen.

Der Strahlungskranz gibt also jeder Form eine besondere Umgebung, die einen Schutz in Abwehr, gleichzeitig aber auch eine Brücke zu der weiteren Umgebung bildet. Auch schlägt er außerdem noch auf das Innere, um teilzunehmen an der Entwickelung des Wesenskernes, im gröbsten Sinne; denn in Wirklichkeit kommen noch viele Dinge zum eigentlichen Wirken in der Schöpfung hinzu, die ich nur ganz langsam schrittweise aufrollen darf, um ernsthaft Suchenden das Eindringen in die Schöpfungs-gesetze leicht zu machen.

Ohne von dem Wesenhaften durchdrungen zu sein, ist die Stofflichkeit nichts. Was wir jetzt betrachteten, war aber nur die Verbindung des Wesenhaften mit den verschiedenen Arten der Stofflichkeit. Und das wiederum gibt erst den Ackerboden für den Geist! Das Wesenhafte bindet, verbindet, und belebt das Stoffliche, der Geist aber beherrscht das Stoffliche mit dem Wesenhaften. Sobald der Geist, also Geistiges in die durch das Wesenhafte belebte Verbindung zu seiner Entwickelung eintaucht, ist diese ihm ohne weiteres aus der Natur der Sache heraus untergeordnet, also auch das Wesenhafte mit.

Die Herrschaft wird dem Geistigen damit auf die natürlichste Weise angetragen. Traurig, wenn er sie schlecht oder falsch benützt. Das eigent-liche Rüstzeug des Geistes zu seiner Entwickelung in der Stofflichkeit ergeben nun die Ausstrahlungen, die wir soeben besprochen haben.

Der Boden für die Entwickelung des Geistes ist vor seinem Eintauchen durch das Wesenhafte schon sorglich bereitet, Die Hüllen schließen sich selbsttätig schützend um ihn, und seine Aufgabe ist es, das ihm damit verliehene Rüstzeug richtig zu gebrauchen, zu seinem Wohle und Auf-stiege, nicht aber zu seinem Schaden und Absturze.

Es ist nicht schwer, zu verstehen, dass die Art der Stofflichkeit von der Umhüllung des Geistes, welche am stärksten vertreten ist, auch ausschlaggebend sein muss für die Art der Strahlungsmischung; denn darin wird die Ausstrahlung der vorhandenen stärksten Stofflichkeitsart natürlich immer vorherrschen. Das Vorherrschende dabei ist aber auch wiederum das Einflussreichste nach innen und nach außen!

Die Strahlungsmischung nun hat aber eine viel größere Bedeutung, als die Menschheit bisher erforschen konnte. Es ist von deren eigentlichen Aufgabe noch nicht der zehnte Teil geahnt!

Die Beschaffenheit des Strahlungskranzes ist ausschlaggebend für die Wellenstärke, welche Schwingungen aus dem Strahlungssysteme des gesamten Weltalls aufzunehmen hat Der Hörer und Leser gehe hier nicht leicht darüber hinweg, sondern vertiefe sich in den Gedanken, und er wird damit ganz plötzlich alle Nervenstränge in der Schöpfung vor sich liegen sehen, die er anzuschlagen, zu benützen lernen soll.

Er denke sich die Urkraft strahlend ausgegossen auf das Schöpfungs-werk! Sie strömt hindurch, durch jeden Teil, und jede Art. Und jeder Teil und jede Art davon wird sie verändert strahlend weitergeben. Die verschie-denartige Beschaffenheit der Schöpfungsteile bringt damit in der Urstrah-lung Veränderung hervor, die auch die Farbe dieser Strahlung ändert So zeigt die ganze Schöpfung ein wundervolles Bild herrlichster Farbenstrah-lungen, wie sie kein Maler wiedergeben könnte. Und jeder Schöpfungsteil an sich, und jeder Stern, sogar ein jeder Einzelkörper, sei er auch noch so klein und winzig, kommt einem feingeschliffenen Prisma gleich, das Jeden Strahl, den es empfängt, vielfältig andersfarbig strahlend weitergibt. Die Farben wieder ziehen tönendes Klingen nach sich, das wie ein rauschender Akkord erschallt. Nicht die Töne haben Farben, sondern Farben haben Töne. Das heißt, die Strahlungsfarben, nicht die durch Menschenhand aufgelegten toten Farben. Tot im Verhältnis zu den Strahlungsfarben.

Diesem gewaltigen Strahlungsreiche steht nun der Menschengeist mit seinem Rüstzeuge der Ausstrahlungen der ihm gegebenen Hüllen gegen-über. Bis zum Erwachen der Sexualkraft ist der Vorgang wie bei einem Säugling. Die stofflichen Hüllen saugen durch ihre Ausstrahlungen nur das auf, was sie benötigen zum Reifen. Mit Eintreten der Sexualkraft aber steht der Geist vollgerüstet da, die Tore zu ihm sind damit aufgestoßen, die direkte Verbindung geschaffen. Er enthält nun vielfältig verstärkt Kontakt mit den Gewalten der Strahlungen in dem großen All!

Wie nun der Mensch, also der Geist, die Farben seiner eigenen Aus-strahlungen entwickelt und regiert, so stellt er wie beim Radio auch seine Wellen auf die gleichen Farben ein, und nimmt diese dann aus dem Weltall auf. Das Aufnehmen kann ebenso gut auch bezeichnet werden mit Heran-ziehen, oder mit Anziehungskraft der Gleichart. Gleichviel, wie es benannt wird, der Vorgang bleibt an sich derselbe. Die Farben bezeichnen ja nur die Art, und die Art gibt die Farbe. Hierin liegt nun auch der verloren gegan-gene Schlüssel zu der wahren, königlichen Kunst, der Astrologie, sowie der Schlüssel zur vertieften Heilkunde der Kräuter, ebenso auch zu der um-strittenen Kunst des körperlichen und des geistigen Heilmagnetismusses. Der Schlüssel zur Lebenskunst, wie auch zur Stufenleiter des geistigen Aufstieges. Denn mit der Stufenleiter, also der so genannten Himmelsleiter ist nichts anderes als ein einfaches Werkzeug gemeint, dessen man sich bedienen soll. Die Maschen dieses Strahlungsnetzes in der Schöpfung sind die Sprossen dieser Leiter. Alles liegt darin, das ganze Wissen, und das letzte Geheimnis in der Schöpfung.

Suchende, greift in die Maschen dieses Strahlungsnetzes! Bewusst, aber mit gutem Wollen und in demutsvoller Anerkennung Eures Gottes, welcher diese wundervolle Schöpfung gab, die Ihr bemeistern könnt wie in kindlichem Spiele, wenn Ihr nur endlich einmal ehrlich wollt, und allen Wissensdünkel abwerft. Erst muss die falsche Last herab von Euren Schultern, Eurem Geiste, sonst könnt Ihr Euch nicht straff und frei erheben.

Das Geheimnis dieses Strahlungssystems des gesamten Weltenlebens zu enthüllen, und damit auch jeder Art des ernsten Forschens einen Schlüssel in die Hand zu geben, der die goldenen Tore alles Wissens öffnet, will ich in einem meiner nächsten Vorträge erfüllen. --

Auch in der Strahlungsmischung des menschlichen Körpers muss unbedingt Harmonie herrschen, um dem Geiste zum Schutze, zur Entwickelung und zum Aufstiege vollwertige Mittel zu geben, die ihm in der normalen Schöpfungsentwickelung zubestimmt sind. Gerade durch die Wahl der Kost, der Körperbetätigung, wie überhaupt die ganzen Lebens-verhältnisse in vielen Dingen sind diese Strahlungen einseitig verschoben worden, was nach einem Ausgleiche verlangt, wenn ein Aufstieg möglich werden soll Heute krankt dabei alles. Nichts ist gesund zu nennen.

Der Mensch kann sich nun vorstellen, welche Einwirkung allein die Wahl der Speisen schon auf dieses Strahlensystem hat. Durch die Wahl der Speisen zur Ernährung des Körpers vermag er ausgleichend nachzuhelfen, stärkend, manches schwächend, und das Vorherrschende auch verschie-bend, wenn es günstig und hemmend wirkt, so dass die Strahlung führend wird, die günstig für ihn ist, und damit auch normal; denn allein das Günstige ist ein normaler Zustand.

Doch dies alles kann nicht etwa den Aufstieg selbst bedingen, noch herbeiführen, sondern es bietet nur gesunden Boden für die volle Tätigkeit des Geistes, dessen Wollen vorbehalten ist, den Weg nach oben, den zur Seite, oder auch den Weg nach unten zu bestimmen.

Der Körper aber muss erstarken wie der Geist, sobald man fähig ist, darauf zu achten. Jetzt aber wird fast überall in Unwissenheit schwer darin gesündigt. -

Wenn ich von Grobstofflichkeit und von Feinstofflichkeit spreche, so darf also nicht angenommen werden, dass die Feinstofflichkeit die Verfeinerung des Grobstofflichen bedeuten soll. Das Feinstoffliche ist vollkommen anderer Art, von anderer Beschaffenheit. Es wird nie zu Grobstofflichem werden können, sondern es bildet eine Übergangsstufe nach oben zu. Auch ist unter Feinstofflichkeit genau so wie bei der Grobstofflichkeit nur eine Hülle zu verstehen, die von dem Wesenhaften verbunden werden muss, um von ihm belebt werden zu können.

Sobald ich nun auf diese Gebiete übergehe, muss ich erwähnen, dass die Einteilungen damit noch lange nicht erschöpft sind. Deshalb will ich heute schon bekannt geben, dass außer dem bewussten und dem unbewussten Geistigen und Wesenhaften zu der Belebung der Stofflichkeitsarten auch noch Kraftströmungen der verschiedenen Arten die Schöpfung durchziehen, und nach ihren Arten ebenso verschieden zur Entwickelung und Förderung beitragen. Die Kraftströmungen sind wieder auch nur das Nächste, was sich der Tätigkeit des Geistigen und des Wesenhaften anschließt, oder besser ihnen vorausgehend das Feld ihrer Wirksamkeit bereitet Es kommt dann mehr, viel mehr, je weiter wir zergliedern, und auf Einzelheiten eingehen werden.

Eins reiht sich weitergehend an das Andere, um in Verbindung mit vor ihm Bestehenden auch immer neue Abstufungen zu erzeugen. Alles aber lässt sich folgerichtig auch erklären; denn es konnte nach der ersten Schöpfung nur erstehen, was folgerichtig war. Anderes ist nicht vorhanden. Und diese Tatsache gibt unbedingt auch die Gewähr für eine lückenlose Lösung, für einen klaren Überblick. In meinen Vorträgen biete ich nun den Schlüssel! Erschließen kann sich dann ein jeder Hörer die gesamte Schöpfung selbst.

Alles auf einmal aber müßte ein Werk ergeben, dessen Vielseitigkeit die Menschen verwirren könnte. Lasse ich jedoch wie bisher eines ruhig aus dem anderen hervorgehen, im Laufe kommender Jahrzehnte, so ist es leicht, zu folgen, und zuletzt auch alles ruhig und bewusst ganz klar zu überblicken. Leicht für den, der mir bis dahin folgen will. Im Anfang will ich erst einmal die stärksten Grundfesten der Schöpfung klären, bevor ich alle Feinheiten berühre.

Dem Hörer und dem Leser wird es wohl ergehen wie einem Geschöpf, dem ich zuerst das Skelett eines Menschen zeige, und dann einen leben-digen Menschen in seiner Vollkraft und Tätigkeit danebenstelle. Wenn es noch keine Ahnung von dem Menschen hätte, so würde es in dem lebenden Menschen das Skelett nicht wieder erkennen, vielleicht sogar sagen, dass das gar nicht zusammengehört, oder doch nicht dasselbe ist. Genau so wird es denen ergehen, die mir in meinen Ausführungen nicht ruhig bis zum Ende folgen. Wer nicht von Beginn an mit ernstem Eifer zu begreifen sucht kann dann die ganze Schöpfung nicht erfassen, wenn ich bis zu den letzten Klärungen gekommen bin. Er muss darin nur Schritt für Schritt zu folgen suchen. -

Da ich n groben Zügen sprechen musste, leite ich nun langsam über auf die neuen Dinge. Ich würde sonst zu sprunghaft sein. Es ist mir ohnedies schon oft gesagt, dass ich in allem nur Extrakt biete, der einer großen Allgemeinheit nicht so leicht verständlich wird. Ich kann jedoch nicht anders, wenn ich alles das noch bringen will, was ich zu sagen habe. Wir würden sonst im vierten Teile enden müssen, da bei breiterem Er-klären eine Erdenzeit kaum ausreicht für noch mehr. Es werden Andere kommen, die aus jedem meiner Vorträge ein und auch mehrere Bücher schreiben können. Ich vermag mich jetzt nicht damit aufzuhalten. - -

Da nun die Feinstofflichkeit, wie ich sagte, anderer Art ist wie die Grob-stofflichkeit, so folgert hieraus etwas, was ich bisher noch nicht berührte. Um nicht zu verwirren, gebrauchte ich bisher in manchen Dingen volks-tümliche Aus- drücke, die ich nunmehr erweitern muss. Dazu gehört zum Beispiel auch der Ausdruck: „ über Zeit und Raum stehend!“

Das betraf stets das Überirdische. Im Hinblick auf ein Weitergehen müssen wir von heute an nun sagen: Das Leben in der Feinstofflichkeit ist „über irdische Begriffe von Raum und Zeit stehend“; denn auch in der Feinstofflichkeit gibt es einen Raum- und Zeitbegriff, doch wieder anderer Art, der Feinstofflichkeit angepasst. Der Raum- und Zeitbegriff liegt sogar in der ganzen Schöpfung, doch ist er stets an die bestimmte Art gebunden! Die Schöpfung selbst hat ihre Grenzen, damit gilt auch für diese noch ein Raumbegriff.

Auch alle Grundgesetze, die sich einheitlich durch die gesamte Schöp-fung ziehen, sind in ihren Auswirkungen immer von der jeweiligen Schöpfungsart beeinflusst, von deren Eigenheiten abhängig! Deshalb müssen sich die Folgen eines bestimmten Gesetzes in den verschiedenen Schöpfungsabteilungen auch verschieden zeigen, was zu großen Mißver-ständnissen, Widersprüchen, Zweifel an der Einheitlichkeit der Schöp-fungsgesetze oder des göttlichen Willens, und auch zu dem Glauben an Willkürsakte des Schöpfers führte. Im Grunde aber lag und liegt noch alles nur an der Unwissenheit des Menschen über die Schöpfung selbst.

Auf diese Dinge komme ich jedoch viel später erst ausführlicher zu sprechen, da sie heute die Aufmerksamkeit der Hörer und der Leser ablenken und trüben müssten. Ich bringe es, sobald es nötig wird zu weiterem Verstehen. „Es wird keine Lücke bleiben.“ –



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Der Irrtum des Hellsehens!

Hellsehens Welche Glorie wird darum gebaut, wie viel Spott hört man auch von der einen Seite, während von der anderen ängstliche Neugier spricht; der Rest ist ehrfurchtsvolles Schweigen. Sehende selbst schreiten wie Pfauen in dem Hühnerhofe stolz einher. Sie dünken sich als Gott-begnadete, und fühlen sich darin in hochmütiger Demut weit über andere gehoben. Nur zu gern lassen sie sich bewundern für etwas, das Ihnen in Wirklichkeit ebenso fremd ist als ihrer vielfragenden Umgebung. Ihre tatsächliche Unwissenheit hüllen sie in nichtssagendes Lächeln, das den Wissenden vortäuschen soll. Es ist jedoch viel eher der zur Gewohnheit gewordene Ausdruck ihrer Hilflosigkeit bei Fragen, die ihr eigenes Wissen über den Vorgang fordern.

Sie wissen in Wirklichkeit nicht mehr als der Hammer und der Meisel, unter denen sich durch die Hand des Künstlers irgend ein Werk formt. Es sind aber auch hierbei wiederum nur die Menschen selbst, die ihre mit hellseherischen Gaben ausgestatteten Mitmenschen zu etwas anderem machen wollen, als diese wirklich sind, und ihnen damit großen Schaden bringen. Das ist der ungesunde Zustand, den man heute überall findet. Das „Sehen“ ist ja in den meisten Fällen wirklich, aber durchaus nichts besonderes, das des Anstaunens und noch viel weniger des Erschauerns wert wäre, da es eigentlich das ganz Natürliche sein sollte. Natürlich bleibt es aber nur, wenn es von selbst kommt, und auch ruhig sich der eigentlichen Entwickelung überlassen bleibt, ohne fremde oder eigene Nachhilfe. Eine Nachhilfe darin ist ebenso verdammenswert, wie es eine Nachhilfe beim körperlichen Sterben sein würde.

Wert erhält das Sehen aber erst durch wirkliches Wissen. Nur das Wissen allein vermag dieser natürlichen Fähigkeit Sicherheit zu geben, und damit auch die rechte Einstellung mit dem rechten Ziel. Dass dies aber bei der großen Mehrheit aller hellsehenden Menschen fehlt, kann man sofort feststellen an dem ehrgeizigen Übereifer, der Überhebung mit sich führt, sowie an dem unverhüllt zur Schau getragenen, und auch gern zum Ausdruck gebrachten Sichwissenddünken.

Und diese Einbildung des Wissens ist gerade das, was solche Menschen abhält, nicht nur nicht weiter vorwärts zu kommen, sondern was ihnen geradezu zum Verderben dadurch wird, dass es sie in ihren Bemühungen auf Abwege führt, die abwärts führen anstatt aufwärts, ohne dass der sich Mehrwissenddünkende etwas davon bemerkt. Solchen kann als größte Hilfe nur hier und da widerfahren, dass ihr Heilsehen oder Hellhören nach und nach wieder abschwächt und sich verliert Das ist Rettung! Durch irgend einen für sie eintretenden günstigen Zustand, deren es vielerlei gibt.

Betrachten wir uns nun die hellsehenden Menschen und ihre irrende Überzeugung, die sie an andere Menschen weitergeben. Sie allein tragen die Schuld, dass dieses ganze Gebiet als falsch und unverlässlich bisher in den Kot getreten werden konnte.

Was diese Menschen sehen, ist im günstigsten und fortgeschrittend-sten Falle die zweite Stufe des so genannten Jenseits, wenn man es in Stufen (nicht Sphären gedacht) einteilen will, wobei die Stufe des Lichtes ungefähr die zwanzigste sein würde, nur um ein ungefähres Bild des Unterschiedes zu bekommen. Die Menschen aber, die wirklich bis zu einer zweiten Stufe schauen können, denken etwas Gewaltiges damit zu leisten. Diejenigen jedoch, die nur bis zur ersten Stufe blicken können, bilden sich in den meisten Fällen noch viel mehr ein.

Nun muss bedacht werden, dass ein Mensch in seiner höchsten Bega-bung immer wirklich nur so weit erschauen kann, als es ihm seine eigene, innere Reife zulässt. Er ist dabei gebunden an seinen eigenen Inneren Zustand! Es ist ihm aus der Natur der Sache heraus einfach unmöglich, etwas anderes zu schauen, wirklich zu schauen, als seine eigene Gleichart ist. Also innerhalb des Bereiches, in dem er sich nach seinem irdischen Abscheiden ungehindert bewegen könnte. Nicht weiter; denn in dem Augenblicke, wo er die Grenze des Jenseits, die ihm der Zustand seiner eigenen Reife vorschreibt, überschreiten würde, müßte er sofort jedes Bewusstsein für seine Umgebung verlieren. Von selbst könnte er die Grenze sowieso nicht überschreiten.

Würde aber seine Seele bei einem Ausgetretensein von einem Jenseitigen, der der nächst höheren Stufe angehört, mitgenommen, so würde er in dessen Armen beim überschreiten der Grenze zur höheren Stufe sofort bewusstlos werden, also einschlafen. Zurückgebracht, könnte er sich immer nur trotz seiner heilseherischen Gaben bis dahin besinnen, soweit es ihm seine eigene Reife zuließ, sich wachend umzuschauen. Es würde ihm also kein Nutzen daraus erwachsen, wohl aber seinem feinstofflichen Körper schaden.Was er darüber hinaus zu erschauen wähnt, seien es nun Landschaften oder Personen, ist niemals wirklich lebendig von ihm erlebt oder persönlich geschaut, sondern es handelt sich dabei lediglich um Bilder, die ihm gezeigt werden, und deren Sprache er auch zu hören vermeint. Es ist niemals die Wirklichkeit Diese Bilder sind anscheinend so lebendig, dass er selbst nicht zu unterscheiden vermag, was ihm nur gezeigt wird, oder was er wirklich erlebt, weil der Willensakt eines stärkeren Geistes derar-tige lebendige Bilder erschaffen kann. So kommt es, dass viele Hellsehende und Hellhörende wähnen, sich bei ihren jenseitigen Ausflügen bedeutend höher zu befinden, als sie es in Wirklichkeit sind. Und daraus entspringen so zahlreiche Irrtümer.

Auch wenn manche Christus zu schauen wähnen, oder zu hören wähnen, so ist dies ein großer Irrtum; denn das wäre durch die riesengroße Kluft der fehlenden Gleichart nach den Schöpfungsgesetzen des göttlichen Willens ein Ding der Unmöglichkeit! Der Gottessohn kann nicht wie zu einem Kaffeestündchen in einen spiritistischen Zirkel kommen, um die Besucher dort auszeichnend zu beglücken, ebenso wenig große Propheten oder höhere Geister.

So sicher und fest aber im Jenseits während des Erdenlebens zu verkehren, um alles unverschleiert zu hören und zu schauen, und vielleicht die Stufen nur so hinanzueilen, ist keinem noch in Fleisch und Blut gebundenem Menschengeiste vergönnt. Derart einfach ist die Sache nicht, trotz aller Natürlichkeit. Sie bleibt an die unumgänglichen Gesetze gebunden.

Und wenn ein Heilhörender und Hellsehender seine Erdenaufgaben damit vernachlässigt, indem er nur in das Jenseits eindringen will, so versäumt er mehr, als was er damit gewinnt. Er wird, sobald dann seine Zeit für das jenseitige Reifen für ihn kommt, eine Lücke mit sich führen, die er nur auf der Erde auszufüllen vermag. Dadurch kann er nicht weiter aufwärts steigen, er bleibt bis zu einem gewissen Punkte gebunden, und muss wieder zurück, um das Versäumte nachzuholen, bevor er an den ernsten Weiteraufstieg denken kann. Es ist auch hierbei alles einfach und natürlich, lediglich immer eine notwendige Folgerung des Zurückliegen-den, die sich nie und nimmer abbiegen lässt.

Jede Stufe eines Menschenseins fordert wirklich gelebt zu werden, mit vollem Ernste, voller Aufnahmefähigkeit der jeweiligen Gegenwart. Mangel daran bringt eine Lockerung, die sich beim weiteren Wege immer fühlbarer machen muss, und schließlich einen Bruch und den dadurch folgenden Zu-sammensturz herbeiführt, wenn man nicht rechtzeitig zurückgeht und die mangelhafte Stelle durch nochmaliges Erleben ausbessert, damit sie fest und sicher wird. So ist es im ganzen Geschehen. Leider aber hat der Mensch die krankhafte Gewohnheit angenommen, immer über sich hinaus-zugreifen, weil er mehr zu sein dünkt, als er wirklich ist.







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Lebet der Gegenwart

Betrachtet man die Menschen, so finden sich verschiedene Abteilungen. Der eine Teil lebt ausschließlich in der Vergangenheit. Das heißt, sie beginnen zu begreifen erst dann, wenn etwas vorüber ist. So kommt es, dass sie sich aber etwas Geschehenes weder richtig freuen können, noch die ganze Schwere einer Sache empfinden. Erst hinterdrein beginnen sie davon zu sprechen, davon zu schwärmen, oder nachzutrauern. Und in diesem dauernd nur von dem Vergangenen Sprechen, und sich darin Wohlfühlen oder Bedauern, übersehen sie stets wieder neu das gegenwärtige Geschehen. Erst wenn es alt geworden ist, vergangen, dann beginnen sie es zu bewerten.

Ein anderer Teil wieder lebt in der Zukunft. Sie wünschen und hoffen immer nur von der Zukunft, und vergessen dabei, dass die Gegenwart ihnen so viel zu bieten bat, vergessen auch, sich so zu regen, dass viele ihrer Zukunftsträume Wirklichkeiten werden könnten.

Beide Teile, zu denen die größte Anzahl der Menschen gehören, haben in Wirklichkeit so gut wie gar nicht auf Erden gelebt. Sie vertändeln ihre Erdenzeit.

Es wird auch Menschen geben, die bei dem Zurufe: „Lebet der Gegenwart“, etwas ganz Falsches auffassen. Vielleicht, dass ich damit zum Auskosten und Genießen eines jeden Augenblickes anspornen will, zu einem gewissen leichtsinnigen Leben aufmuntere. Es gibt deren ja genug, die in dieser Weise bejahend sinnlos durch das Leben taumeln.

Wohl fordere ich mit diesem Rufe ein unbedingtes Auskosten jeder Minute, aber innerlich, nicht oberflächlich äußerlich allein. Eine jede Stunde der Gegenwart muss zu wirklichem Erleben für den Menschen werden! Das Leid wie auch die Freude. Er soll mit seinem ganzen Sinnen und Denken, mit dem Empfinden jeder Gegenwart geöffnet sein, und damit wach! Nur so hat er Gewinn vom Erdensein, der darin für ihn vorgesehen ist. Weder in den Gedanken an die Vergangenheit, noch in den Träumen für die Zukunft kann er wirkliches Erleben finden, so stark, dass er seinem Geiste einen Stempel aufdrückt, den er als Gewinn mit in das Jenseits nimmt.

Lebt er nicht mit, so kann er auch nicht reifen, das reifen hängt nur vom Erleben ab.

Hat er nun in dem Erdensein nicht stets die Gegenwart in sich erlebt, so kehrt er leer zurück, und muss die so versäumte Zeit noch einmal neu durchwandern, weil er dabei nicht wach war, nichts durch Erleben sich zu eigen machte.

Das Erdenleben ist wie eine Stufe in dem ganzen Sein des Menschen, so groß, dass sie der Mensch nicht überspringen kann. Setzt er nun seinen Fuß nicht fest und sicher auf die Stufe, so kann er ganz unmöglich auf die nächste steigen; denn er braucht die vorhergehende als Grundlage dazu. Wenn sich der Mensch sein ganzes Sein von dieser Erde aus zurück zum Licht in Stufen aufwärtsstrebend vorstellt, so muss er sich darüber klar werden, dass er nur dann zu einer nächsten Stufe kann, wenn er die vorhergehende richtig erfüllt, fest auf ihr steht. Es ist sogar noch stärker auszudrücken: Erst aus der vollen, unbedingten Erfüllung der jeweilig zu erlebenden Stufe kann sich die nächst höhere entwickeln. Erfüllt ein Mensch nicht durch Erleben, das ihm allein zur Reife dienen kann, die Stufe, in der er sich befindet, so wird die neue Stufe ihm nicht sichtbar, weil er zu dieser das Erleben der vorherigen Stufe braucht. Nur mit der Ausrüstung dieses Erlebens erhält er die Kraft, die nächste, höhere Stufe zu erkennen und zu ersteigen.

So geht es fort, von einer Stufe zu der anderen. Wenn er nur nach dem hohen Ziele schauen will, und nicht der Einzelstufen richtig achtet, die ihn dahin führen, so wird er das Ziel nie erreichen. Die Stufen, die er selbst zum Aufstieg bauen muss, würden dann viel zu flüchtig sein, und auch zu leicht, und bei dem Versuche des Hinaufsteigens zusammenbrechen.

Dieser Gefahr ist aber vorgebeugt durch das natürliche Geschehen, dass eine nächste Stufe immer nur in der vollen Erfüllung der Gegenwarts-stufe sich entwickeln kann. Wer also nicht sein halbes Sein auf einer Stufe stehen bleiben, und nicht immer wieder auf dieselbe zurückkehren will, der zwinge sich, stets ganz der Gegenwart zu gehören, sie in sich richtig zu erfassen, zu erleben, damit er geistig Nutzen davon hat.

Es wird ihm dabei auch der irdische Gewinn nicht fehlen; denn sein erster Vorteil davon ist, dass er von den Menschen und der Zeit nichts anderes erwartet, als sie ihm wirklich geben können! Dadurch wird er nie enttäuscht sein, ebenso in Harmonie mit der Umgebung sein.

Trägt er aber nur Vergangenheit und zukünftiges Träumen in sich, so wird er im Erwarten sehr leicht aus dem Rahmen seiner Gegenwart hinausgreifen, und muss damit in Disharmonie zur Gegenwart geraten, worunter nicht nur er leidet, sondern auch seine nähere Umgebung. Wohl soll man auch an das Vergangene denken, um Lehren daraus zu ziehen, und auch von Zukünftigem träumen, um Ansporn zu erhalten, doch leben soll man vollbewusst nur in der Gegenwart!



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Fragenbeantwortungen

a) Okkulte Schulung, Fleischkost oder Pflanzenkost

Frage: Sind die Bestrebungen okkulter Schulungen ganz zu ver-werfen? Wie soll man sich zum unbedingten Vegetarismus vieler Lebensreformer stellen?

Antwort: Beide Bestrebungen, die der okkulten Schulung, wie auch die der so genannten Lebensreform haben sich ein hohes Ziel gesetzt, das zu erreichen eine weitere Epoche in der Entwickelung der Menschheit bedeutet! Die Zeit der Erfüllung dieser wertvollen Ziele wird auch kommen. Die jetzt emporschießenden Anstrengungen dazu gehören zu dem Gährungsprozeß dieser neuen Zeit.

Während aber nun die Führer der okkulten Bestrebungen in ihrer besten Absicht auf dem ihnen selbst unbekannten Gebiete einen voll-kommen falschen Weg eingeschlagen haben, der nichts anderes erreicht, als dem Dunkel freie Bahn zu schaffen, und die Menschheit verstärkten jenseitigen Gefahren auszusetzen, so greifen die so genannten Lebens-reformer zur Erreichung ihres begrüßenswerten Zieles weit über dieses hinaus, im Hinblick auf die jetzige Zeit! Die Tätigkeiten beider Teile müssen anders angefasst werden. Die Geistesübungen fordern eine höhere Art als die bisher getätigten, von Grund aus. Es muss hierin ein ganz anderer Weg eingeschlagen werden, um zur Höhe kommen zu können. Der jetzige Weg führt lediglich in niederes Gestrüpp des Jenseits, worin der größte Teil der Nachfolgenden vom Dunkel ganz umschlungen und hinabgezogen wird.

Der rechte Weg muss schon von Anfang an empor führen, er darf nicht erst in minderwertiger und höchstens gleichstufiger Umgebung sich verlieren. Die beiden Wege haben keine Ähnlichkeit, sind schon in ihrer Grundart ganz verschieden. Der rechte Weg hebt innerlich sofort empor, geht also schon von Anfang an aufwärts, ohne erst die gleichwertige feinstoffliche Umgebung zu berühren, noch viel weniger die minderwerti-gere; denn das ist nicht nötig, da es im normalen Sinne nur ein Aufwärtsstreben von der Erde geben soll. Deshalb sei nochmals ernst gewarnt vor allem Akrobatentum des Geistes.

Der Geist braucht während seines Erdenseins zur vollen Erfüllung seines Daseinszweckes unbedingt einen gesunden, kräftigen Körper, in irdisch normalem Zustande. Wird dieser Zustand des Körpers verschoben, so stört eine derartige Verschiebung die dringend notwendige Harmonie zwischen dem Körper und dem Geiste. Nur solche bringt eine gesunde, kräftige Entwickelung des Geistes, welche krankhafte Auswüchse nicht zulässt.

Der gesunde, nicht unterdrückte Körper wird infolge seines normalen Zustandes auf ganz natürliche Weise immer mit dem Geiste harmonieren, ihm damit eine feste Grundlage in der Stofflichkeit bieten, in weicher der Geist nicht ohne Zweck steht, und dadurch ihm auch die beste Hilfe geben, diesen seinen Zweck zur Selbstentwickelung und gleichzeitigen Förderung der Schöpfung voll zu erfüllen.

Jeder Körper erzeugt bestimmte Ausstrahlungen, die der Geist zu seiner Tätigkeit in der Stofflichkeit unbedingt braucht. Es ist dies vor allem die so geheimnisvolle Sexualkraft, welche unabhängig von dem Geschlechtstriebe bleibt. Bei einer Verschiebung der Harmonie zwischen Körper und Geist wird nun diese Kraft der Durchstrahlung und Aus-strahlung nach anderer Richtung hin gezogen, und damit für den eigent-lichen Zweck geschwächt. Das bringt eine Hemmung oder Lähmung der Erfüllung in dem Sein des Geistes in der Stofflichkeit. Die Folge davon ist, dass auch der Geist nicht zu einer normalen Entwickelung gelangen kann, und deshalb unbedingt an irgend einem späteren Punkte seines gewollten Aufstieges ermattend zurücksinken muss, um einen großen Teil seines Werdeganges aus der Natur der Sache heraus noch einmal nachholen zu müssen. Denn was er in der Grobstofflichkeit versäumt, das kann er nicht in der Feinstofflichkeit nachholen, weil ihm dort die Ausstrahlungen des grobstofflichen Körpers dazu fehlen! Er muss zurück, um diese Lücke auszufüllen.

Auch in diesen Vorgängen liegt eine derart klare Sachlichkeit, ein natürliches und einfaches Geschehen, wie es anders gar nicht sein kann. Jedes Kind wird darüber im Klaren sein, und es für selbstverständlich finden, wenn es einmal die Grundgesetze richtig erfasst hat. Es erfordert für mich noch eine ganze Reihe Vorträge, um die gewaltige Schöpfung der Menschheit so nahe zu bringen, dass sie alles Geschehen darin in ihren natürlichsten Folgerungen selbst rückwärts und vorwärts überblicken kann, in der unvergleichlichen, herrlichen Gesetzmäßigkeit.

Dieses Abbiegen der dem Geiste in der Stofflichkeit notwendigen Sexualkraft kann auf vielerlei Art geschehen. Durch Übertreibung der Geschlechtsausübung, oder auch nur Reizung dazu. Ebenso durch die okkulten Schulungen oder falschen Geistesübungen, bei denen der Geist diese Kraft des reifen Körpers gewaltsam an sich reißt, um sie zu dieser falschen, unnötigen Art seiner Betätigung zu vergeuden. In beiden Fällen eine falsche Verwendung, die mit der Zeit auch Schwächung des Körpers nach sich ziehen maß. Der geschwächte Körper kann dann wiederum nicht mehr so starke Ausstrahlungen bringen, wie sie der Geist wirklich benötigt, und so erkrankt eins durch den anderen mehr und mehr. Es kommt damit zu einer Einseitigkeit, die immer auf Kosten des rechten Zieles geht, und deshalb Schaden bringt. Ich will hier nicht eingehen auf andere Abwege, bei denen der Geist ebenso zuviel der Sexualkraft für falsche Zwecke benötigt, und damit für den Hauptzweck zu wenig hat, wie bei dem unsinnigen Lesen von Büchern, die in der Fantasie eine falsche Welt entstehen lassen, und anderes mehr.

Der Geist kommt hier in allen Fällen unreif in die feinstoffliche Welt, und nimmt auch einen schwachen feinstofflichen Körper mit, Die Folgen solcher Erdensünden greifen so einschneidend in das ganze Sein, dass jeder Mensch dafür in vielfältiger Schwere büßen muss. Solches Versäumnis, derart falsches Handeln in der Erdenzeit, hängt ihm dann hemmend an, und wird ihm immer schwerer, bis er, wie schon gesagt, an einem Punkte seines Aufstieges nicht weiter kann, und dann zurücksinkt, dorthin, wo sein falsches Handeln einsetzte. Es ist bis zu der Grenze, an welcher er noch seine Harmonie besaß.

Die Stärke eines durch okkulte Schulung auf Kosten des Körpers großgezogenen Geistes ist auch nur scheinbar. Der Geist ist dann nicht stark-, sondern wie eine Treibhauspflanze, die kaum dem Winde, noch viel weniger den Stürmen standzuhalten vermag. Ein solcher Geist ist krank, nicht fortgeschritten. Der Zustand gleicht künstlich erzeugtem Fieber. Der Fieberkranke kann auch zeitweise über außer gewöhnliche Kräfte verfügen, um dann umsomehr zurückzusinken in die Schwäche. Was aber bei dem Fieberkranken nur Sekunden und Minuten sind, das ist beim Geiste gleichbedeutend mit Jahrzehnten und Jahrhunderten. Es kommt der Augenblick, wo sich das alles bitter rächt ich warne deshalb noch einmal! -

Die Harmonie ist überall das einzig Richtige. Und Harmonie ergibt allein der Mittelweg in allem. Die Schönheit und die Kraft der Harmonie wird doch soviel besungen. Warum will man sie hier nicht gelten lassen, und sie unbedingt zerstören?

Alle okkulten Schulungen in bisheriger Art sind falsch, wenn auch das Ziel ein hohes und ein notwendiges ist. -

Ganz anders bei den Führern und den Anhängern der so genannten Lebensreformen. Hier ist der Weg wohl richtig, aber man will dasschon heute tun, was erst in Generationen angebracht sein wird, und aus diesem Grunde ist es heute für die meisten Menschen in der Endwirkung nicht weniger gefährlich. Es fehlt der notwendige Übergang Die Zeit zu dem Beginn ist da! Man darf jedoch nicht ohne weiteres mit beiden Füßen hineinspringen, sondern muß die Menschheit langsam durchführen. Dazu genügen nicht Jahrzehnte! Wie es heute gehandhabt wird, erfolgt in Wirklichkeit auch bei scheinbarem Wohlbefinden des Körpers eine Schwä-chung, durch die Schnelligkeit des Überganges. Und der also geschwächte Körper wird niemals wieder erstarken können!

Pflanzenkost! Sie bringt ganz richtig die Verfeinerung des Menschenkörpers, eine Veredelung, auch die Stärkung und große Gesundung. Damit wird auch der Geist noch mehr gehoben. Doch das ist alles nicht sofort für die Menschheit von heute. in den Bestrebungen und in den Kämpfen vermisst man die besonnene Führerschaft Dem Körper von heute genügt unter keinen Umständen ganz unvermittelt Pflanzenkost, wie es so oft versucht wird. Es ist ganz gut, wenn es vorübergehend, und vielleicht einmal jahrelang bei Kranken angewendet wird, sogar erforderlich, um etwas auszuheilen, oder einseitig stärkend irgendwo nachzuhelfen, aber das ist nicht von Dauer. Es muss dann langsam wieder mit der den Menschen beute so gewohnten Kost begonnen werden, wenn der Körper seine volle Kraft behalten soll. Der Schein des Wohlbefindens trügt. Gewiss, es ist sehr gut, wenn auch Gesunde einmal eine Zeit lang nur die Pflanzenkost gebrauchen. Sie werden sich dann oben Zweifel wohl befinden und auch freien Aufschwung ihres Geistes fühlen. Das bringt aber die Abwechselung mit sich, wie jede Abwechselung erfrischt, auch geistig.

Behalten sie jedoch die einseitige Kost plötzlich für dauernd bei, so werden sie es nicht bemerken, dass sie in Wirklichkeit auch schwächer werden, und für vieles viel empfindlicher. Die Ruhe und das Ausgegli-chensein ist in den meisten Fällen keine Stärke, sondern eine Schwäche, ganz bestimmter Art. Sie zeigt sich angenehm und nicht bedrückend, weil sie ihren Ursprung nicht in einer Krankheit hat.

Die Ausgeglichenheit ist ähnlich wie die Ausgeglichenheit des außer des schwächer werdenden Körpers noch gesunden Alters. Sie steht dieser Art Schwäche wenigstens bedeutend näher als der Schwäche einer Krankheit. Der Körper kann dabei durch das plötzliche Fehlen des seit Jahrtausenden Gewohnten nicht die Sexualkraft aufbringen, die der Geist braucht zur vollen Erfüllung seines Zweckes in der Stofflichkeit. -

Viele ausgesprochene Vegetarier merken es an der leichten Mäßigung des Geschlechtstriebes, was sie als Fortschritt freudig begrüßen. Es ist dies aber durchaus nicht das Zeichen der Veredelung ihres Geistes durch die Pflanzenkost, sondern das Herabsinken der Sexualkraft, das ebenso auch die Verminderung ihres geistigen Aufschwunges in der Stofflichkeit nach sich ziehen muss.

Es sind hier Irrtümer über Irrtümer vorhanden, weil der Mensch fast immer nur du Nächste vor sich sieht. Gewiss, es ist zu begrüßen, und ein Fortschritt, wenn durch Veredelung des Geistes der niedere Geschlechts-trieb weit gemäßigter wird als er es heute ist Es ist auch richtig, dass der Fleischgenuss den niederen Geschlechtstrieb erhöht, aber wir dürfen dabei nicht nach der heutigen Menschheit messen; denn bei dieser ist der Geschlechtstrieb einseitig krankhaft großgezogen worden, er ist heute durchweg unnatürlich. Das st aber nicht nur auf Kosten des Fleischgenusses zu verbuchen.

Die Mäßigung des Geschlechtstriebes ist auch durchaus nicht ab-hängig von der Verminderung der Sexualkraft. Im Gegenteil, diese ist fähig, dem Menschengeiste fördernd beizustehen, ihn von der heute ausgeprägten Abhängigkeit des rohen Triebes zu befreien! Die Sexualkraft ist sogar das beste Mittel dazu. -

Die Führer der heutigen Lebensreformen sind in ihren Bestrebungen bereits als Pioniere anzusehen, der nächsten kommenden großen Fort-entwickelungsepoche der Menschheit, die unter allen Umständen eintreten wird, und unaufhaltsam, sieghaft vorwärts drängt, auch wenn sich alles eingeengte Alte verzweifelt kämpfend gegenüberstellt. Doch diese Pioniere müssen erst zu Führern werden! Ein Führer darf Bestehendes der Gegenwart nicht achtlos übersehen. Er muss gleichzeitig weiterschauen in die Zukunft, auch über alles Grobstoffliche noch hinaus. Und da wird er erkennen, dass auf diese letzt gebrauchte Art stets eine Lücke bleiben müßte, die sich immer fühlbar macht, zuletzt auch bei dem besten Bau einen Zusammenbruch erzwingt. Die Brücke fehlt! Damit die Körper der heutigen Menschheit ohne Nachteil für Betätigung des Geistes auch mitfolgen können.

Der Übergang als erste Stufe ist das Beschränken auf nur weißes Fleisch. Das heißt. Geflügel, Kalbfleisch, Lamm und anderes, neben der erhöhten Pflanzenkost. Nur so kann langsam ein Schritt nach dem anderen kommen. Bis zuletzt in ruhigem Übergange der Körper so gezogen ist, dass er die Vollkraft in der Pflanzenkost behält!

„Übersehet Eueren Körper nicht“, möchte ich warnend dem einen Teile zurufen! Dem anderen Teile umgekehrt „Denkt an den Geist!“ Dann wird das Rechte schon noch aus den Wirrnissen der Jetztzeit reifen.

Auf Anschauungen, dass kein Tier getötet werden dürfte, gehe ich jetzt gar nicht ein; denn auch die Pflanze hat ja eine Seele. Es zeigt nur Rückstand, wenn man also denkt, und ein Nichteingedrungensein in die bisherigen Geheimnisse der Schöpfung. -

b) Heilmagnetismus

Frage: Welche Stellung nimmt der Heilmagnetismus ein, im Hinblick auf die Menschheitsentwickelung?

Antwort. Heilmagnetismus nimmt eine der führenden Stellungen ein in der weiteren Entwicklung des Menschheitsgeschlechtes.

Wenn ich auf diese Frage von Magnetopathen spreche, so sind damit nur ernste Könner gemeint, die mit ehrlichem Wollen dar Menschheit zu helfen bereit sind. Nicht etwa die Schar jener, welche mit geringer Durchschnittsausstrahlung, viel Worten und geheimnisvollen Gesten Großes zu leisten wähnen.

Nervöse Unruhe geht zwar heute durch die Reihen jener Tapferen, die schon seit Jahren in so vielen Fällen ihren Mitmenschen die beste Erdengabe brachten, die sie bringen konnten: Die Gesundung von so manchem Leiden durch den so genannten Magnetismus ihres Körpers, oder durch die Übertragung ähnlicher Strömungen aus der Feinstofflichkeit, dem Jenseits.

Leider wird andauernd neu versucht, die Klasse der Magnetopathen als minderwertig zu bezeichnen, wenn nicht gar noch als Schlimmeres, sie zu hemmen und zu unterdrücken. Man bauscht mit viel Geschrei einzelne Ausnahmen ins Ungeheuerliche auf, bei denen niedriger Erwerbssinn unreelle Charaktere schuf, oder wo schon von vornherein betrügerische Absichten zu Grunde lagen, indem bei Ausübenden die schöne Gabe gar nicht vorhanden war.

Seht Euch doch um: Wo sind Betrüger, Schwindler nicht vorhanden! Sie sind überall zu finden! In anderen Berufen sogar noch viel mehr. Aus diesem Grunde sieht ein Jeder das hierin bei solchen Anfeindungen oft gewollte Unrecht sofort klar.

Aber der Neid, noch mehr die Furcht, lässt jetzt die Zahl der Gegner und der Feinde wachsen, Bei Bier- und Weinorgien kann natürlich diese Kunst der Heilung nicht erworben werden.

Sie erfordert ernste, und vor allen Dingen auch solide und gesunde Menschen!

Darin wird wohl die größte Wurzel alles Neides liegen, der die Hauptanfeindungen dann nach sich zieht; denn Bedingungen von solcher Art sind heute nicht leicht zu erfüllen. Und was darin einmal versäumt wurde, lässt sich nicht wieder einholen!

Außerdem ist echte, starke Heilkraft auch nicht zu erlernen. Sie ist eine Gabe, die den damit Begabten zu einem Berufenen bestimmte!

Wer solche Menschen unterdrücken will, gibt damit den Beweis, dass er das Wohl der Menschheit nicht vor Augen, noch viel weniger im Herzen hat. Er bürdet sich damit auch eine Schuld auf, die ihm zum Verhängnis werden muss.

Die kleine Schar der Tapferen braucht nicht zu bangen. Auch sie sind Vorläufer der neuen Zelt. Die Hindernisse sind nur scheinbar, nichts sagend, vorübergehend. In Wirklichkeit bilden sie ein sicheres Zeichen des baldigen, freudigen und stolzen Aufstieges.



c) Bildet Alter ein Hemmnis zu geistigem Aufstiege?

Frage: Können Menschen, die zeitlebens das Rechte gewollt haben, wo einfach ihr Alter die Hemmung bildet, Neues aufzunehmen, nicht ebenso gut den Weg zum lichte finden?

Antwort: Das nach irdischen Begriffen Rechte zu wollen, oder das Gute zu wollen, ist oft ein großer Unterschied! Das irdische Recht tat nicht immer auch das Gute!

Heute genügt es für den Menschen nicht mehr, einfach das Rechte gewollt zu haben! So etwas konnte er bei seiner ersten Inkarnierung tun. Jetzt wird mehr von ihm gefordert! Sobald er sich nicht gewaltsam aufrafft, geistig endlich wissend höher zu kommen. so ist er unbedingt verloren. Das Alter bildet keine Hemmung, sondern Ansporn, da in dem Alter seine Stunde des Hinübergehens sichtbar näher rückt! Es ist nur die von mir schon oft als ärgsten Feind genannte Trägheit und Bequemlichkeit mit der sich solche Zögernde belasten, und damit untergehen.

Die Zeit des geistigen Landstreichertums hat aufgehört, wie die Zeit der Bequemlichkeit und des behaglichen Erwartens.

Mit unheimlicher Furchtbarkeit und Härte wird es binnen Kurzem in die Schläfer und Faulenzer hineinschlagen, dass auch der Taubste dann erwacht.

Das Studieren meiner Vorträge bedingt jedoch von vornherein ein Sichbemühen, gewaltsames Zusammenreißen aller Sinne, damit geistige Lebendigkeit und volles Wachsein! Erst dann gelingt es, sich in meine Worte zu vertiefen, sie auch wirklich zu erfassen.

Und das ist so gewollt! Ich lehne jeden Geistesträgen ab.

Wenn Menschen aber nur ein Körnchen Wahrheit aus der Heimat den geistigen Reiches in sich nicht verschüttet haben, so muss sie das Wort treffen, als ein Ruf, vorausgesetzt, dass sie sich auch die Mühe nehmen, es einmal unbeeinflusst und mit vollem Ernste zu lesen. Empfinden sie dann nichts, was Widerhall in ihnen weckt, so wird es auch im Jenseits kaum noch möglich sein, sie aufzuwecken, weil sie auch dort nichts anderes erhalten können. Sie bleiben stehen, wo sie sich selbst hinstellen, durch ihren eignen Willen. Es wird sie niemand zwingen, davon abzugehen, doch sie kommen auch nicht rechtzeitig aus dieser Stofflichkeit hinaus, um sich vor der Zersetzung zu bewahren, also vor der ewigen Verdammnis.

Das „Nichthörenwollen“ nehmen sie natürlich mit von dieser Erde zur Feinstofflichkeit, und werden dort nicht anders sich gebärden, als es hier geschah. Wie kann das Alter gar ein Hemmnis bilden! Es ist ein Ewig-keitsruf, der sie aus dem Worte trifft, den sie jedoch nicht hören wollen, weil es ihnen so bequemer ist. Bequemlichkeit jedoch wird ihn zuletzt vernichten, wenn er nicht rechtzeitig lebendig werden will. Die Frage zeigt aber diese Bequemlichkeit sehr deutlich. Es ist die gleiche Art so vieler Menschen, die sich dauernd selbst betrügen wollen, unter irgend einem halbwegs annehmbaren Vorwande. Sie gehören zu der Spreu, die von den kommenden Reinigungstürmen nicht gefestigt werden, sondern wegge-weht, weil für den Ernst des eigentlichen Seins unbrauchbar.

Sie würden immer neue Zeit zum Überlegen von dem Schöpfer for-dern, ohne je zu einem Aufstiege zu kommen, bei dem sie sich geistig aufzuraffen haben. Aus diesem Grunde hat es keinen Zweck, sich lange damit zu befassen. Es sind die Ewigwollenden und nie an sich Vollbringenden. Und damit auch Verlorenen. - - -



d) Wer ist der Menschensohn?

Frage: Will Abdruschin mit seinen Erklärungen über den „Menschen-sohn“ auf eine bestimmte Person hinweisen?

Antwort: Nein! Damit der Hörer und der Leser die rechte Richtung einhalten kann, will ich besonders darauf hinweisen, dass meine Erwähnungen über verschiedene bisher allgemein anders gedachte Punkte, wie zum Beispiel über den Menschensohn, dessen Trennung im Begriff von dem Gottessohn vielen Lesern neu erscheint, und über viele andere Dinge, keinerlei Vorausschauen ist, noch viel weniger ein Prophezeien. Auch soll damit nicht etwa auf eine bestimmte Person hingewiesen werden!

Alle meine Abhandlungen sind rein sachlicher Art, aufgebaut auf menschlich-logischem Denken, wobei ich mich bemühe, den festen Boden nüchterner Folgerichtigkeit nicht zu verlassen. Sie beruhen nicht auf medialen Kundgebungen oder ähnlichen Vorgängen. Deshalb verlangen und vertragen die Vorträge aber auch, von jedem Leser und Hörer selbständig durchdacht zu werden. Er muss sich dauernd prüfen, ob er dann mit Überzeugung folgen kann oder nicht, soll auch nur das aufnehmen, was er nach vielseitiger eigener Beleuchtung für richtig findet

Die Lückenlosigkeit wird sich erst zeigen, wenn ich noch eine weitere Anzahl Vorträge vollendet habe.

Ich selbst gebe auf Prophezeiungen nicht viel, greife aber einmal diese oder jene Bekanntwerdung darüber auf, um einen solchen Gedanken folgend zu sehen, ob er in natürlichem Geschehen irgendwie begründet werden kann. Denn wo das nicht der Fall ist, dort versteigt er sich in die Verwirrung ungesunder Fantasie.

Deshalb soll Jeder Leser ernsthaft mitdenken, und dadurch helfen, Wirrnisse zu klären, Fantasien zu entschleiern. -



e) Abdruschin

Frage: Warum wählt der Verfasser den Namen „Abdruschin“?

Antwort! Mit derselben Berechtigung als Schriftsteller, wie andere als Pseudonym irgend einen Namen wählen. Was ist ein Name? Nichts! Er soll auch hier nicht mehr sein. Abdruschin bedeutet nichts besonderes, sondern ein einfaches Pseudonym. -

f) Menschensinn und Gotteswille

Frage:Der Vortrag „Menschensinn und Gotteswille im Gesetz der Wechselwirkung“ wirkt auf mich, als sei er mit Herzblut geschrieben. Es erregt meine Sympathie. Ist es unbescheiden, zu fragen, ob der Inhalt zum Teil Selbsterlebtes des Verfassers wiedergibt?

Antwort. Die Frage ist nicht unbescheiden, und ich habe keinerlei Ursache, eine freie Beantwortung zu scheuen. Ja, ich bin es selbst! Und im Hinblicke auf wirkliches Recht und Unrecht, sowie auf unverküm-merte Moral, blicke ich mit berechtigtem Stolze über alle die hinweg, die mir damit ein Leid zufügten, und noch viel mehr auch über die, welche es heute immer wieder neu versuchen! Mein Vortrag: „Menschensinn und Gotteswille im Gesetz der Wechselwirkung“ ist nicht nur erdacht oder zusammengestellt, sondern der Inhalt wurde von mir selbst wirklich durchlebt. Ich könnte dem noch viel hinzufügen, und daraufhin durch Unverständnis und durch Niedriggesinnte immer wieder Erlittenes als bedeutsame Illustrationen bringen, doch diese müssten gegen Manches und Manche eine na gerechte Empörung hervor rufen, dass ich lieber davon Abstand nehme, hat doch jeder Mensch im Jenseits, und so viele zum Teil auch noch hier, auf jeden Fall unumstößlich das selbst zu erwarten, was er aussäte!

Seht Euch mit klaren Augen um! Mit Abscheu werdet ihr so manchen Abschaum vor Euch sehen, der sich unter dem Flittergolde der vorgetäuschten Vornehmheit verbirgt. Übt Euch, den Blick durch glattes Wesen und gewandte Worte hindurch bis zum wahren Grundzu sen-ken. Vor einem solchen Schauen überzieht sich bald die anscheinend ganz weiße, reine Haut mit widerlichem Aussatz, und der rein sich Präsen-dierende zeigt sich dann als der Unreinste und Wertloseste unter Vielen.

Es gibt ja Menschen, welche sich peinlich bemühen, nach außen hin immer den Mantel aller Ehrbarkeit, der Vornehmheit und auch Korrekt-heit auffallend zu zeigen. Plötzlich aber wähnen sie aus irgend einem Grunde heilige Empörung zeigen zu müssen, gegen einen Menschen, den sie aus Missgunst oder Neid in irgend einer Weise schädigen zu müssen glauben. In naivem Selbstbetruge reden sie sich ein, dass dies durchaus nicht eine böswillige, verachtenswerte Schädigung eines anderen Menschen ist, das schweres Karma nach sich zieht, und versuchen sich ob solch verabscheuungswürdiger Handlungsweise noch stolz in die Brust zu werfen mit der Lüge, dass es sich ja darum handelt, in einer allerdings nur dafür plötzlich erwachten Menschenliebe, die sonst nie vorhanden war, den persönlich Gehassten „unschädlich“ zu machen. Dabei vergessen sie aber ihr mühsam zusammengehaltenes Mäntelchen, und wühlen sich in ihren Handlungsweisen wohlgemut in dem widerlichsten Schmutz und Schlamm, zeigend, dass ihnen dies durchaus vertraut ist, dass sie ihr innerstes Bedürfnis sogar dazu hindrängt,

Dadurch offenbaren sie jedem Anderen unverhüllt ihr wirklich Innerstes, während sie in Selbstverblendung sich einzubilden bemühen, dass sie, die sich so willig und sogar begeistert als Werkzeug des Dunkels hingeben, nur dem Guten dienen, und anscheinenden Schmutz aufdecken wollen. Die Unseligen sind dann jedem Klarblickenden als Verworfene und arg Beschmutzte leicht erkennbar, nur sich selbst nicht!

Und diese Blindheit lastet als der größte Fluch mit auf der Menschheit? Er ist in seinen Auswirkungen für das Jenseits von erschreckender Entsetz-lichkeit. „Die Fluchbeladenen“ ist die ganz richtige Bezeichnung. Doch sagt sie nicht den Bruchteil dessen, was an Furchtbarkeit sie birgt

Welch ernste Forderung liegt schon in Christi Worten, wenn er sagt: „Achte nicht des Splitters in Deines Bruders Auge, sondern sieh des Balken in Deinem eigenen Auge!

Sucher, prüfet mit Ernst die Handlungen der Nebenmenschen in Verbindung mit den Absichten!Sehet sie Euch daraufhin dann an, Ihr werdet bei so Manchem hinter heuchlerischer Maske bald auch das verzerrte wahre Antlitz finden, das in Euch Ekel weckt und tiefe Traurigkeit, weil Ihr so vielen davon wohl reinste Empfindungen und wahre Menschlichkeit ent-gegenbrachtet! Gott gebe, dass die Zeit der wahren Säuberung recht bald beginnt, vor der das Heuchlertum der Pharisäer nicht bestehen kann, die jetzt zum besten Ankergrund der dunkelsten Gewalten dienen.

Ich weise hier besondere noch auf den schon vor Jahren gebrachten Vortrag hin: „Der Kampf“. (Bucht: Im Lichte der Wahrheit, oder auch Heft 4 der Gralsblätter.)

Um innerlich zu reifen, und dabei gleichzeitig meine Vorträge auf ihre Anwendbarkeit hin zu prüfen, ist es gut, wenn ein ernsthaft Suchender aus seinem eigenen Erleben manchmal etwas nimmt, und sich darein vertiefend den Versuch macht, es unter Benützung meiner Vortrags-hinweise zu zergliedern. Dabei wird er sehen lernen, das heißt verstehen lernen, wie diese Geschehnisse gleich Knoten in dem feinstofflichen Gewebe hängen, wie die Fäden vor- und rückwärts, sowie nach allen Seiten laufen und von dort kommen. Es ersteht langsam ein lebendiges Bild, das einen freien Überblick gibt, und damit aber auch eine ganz andere Urteilsfähigkeit, die oft weit abweichen muss von den bestehenden Anschauungen.

Es macht einige Mühe, und aller Anfang ist schwer, namentlich hierbei, aber der Lohn ist zuletzt groß! -



g) Soziale und politische Betrachtungen

Frage: Wird sich Abdruschin nicht auch Aber so manche brennende soziale und politische Frage äußern?

Antwort. Über Sozialpolitik und Innlache Dinge äußere ich mich nicht! Wenn tausend Andere es frei und unbelästigt tun können. so würde man bei mir ganz ohne Zweifel irgend etwas darin suchen; denn sonderbarer Weise ist man stets bemüht, selbst meinen harmlosen Bestrebungen und rein sachlich-logischen Vorträgen Absichten unterzulegen, die mir vollkom-men fern Liegen. Sogar den privatesten Unterhaltungen möchte ich mich entziehen, zu denen jeder andere Mensch ein unbeschränktes Anrecht hat. Mir sind schon oft die widerlichsten Anfeindungen daraus entstanden.

Wenn ich auf eine Frage nur ein Gleichnis bringe, oder Gesehenes zu Anschauungen mit verwende, z. B. aus ernsten Forschungskreisen be-rühmter Mediums, unter ausdrücklichem Hinweise darauf . . . flugs findet sich dann Jemand, der es entstellend mir persönlich zuzuschieben sucht, und mit Ausschmückungen und Zutaten der eigenen Fantasie schnell weiterkolportiert oder zu unsauberen Zwecken gar verwendet.

Was nützt es, wenn derartige Vorkommnisse in den Augen ernster Menschen nur scharfe Streiflichter auf die werfen, die mich damit zu schädigen versuchen? Was nützt es, wenn mir daraufhin von vielen Seiten immer die Versicherungen kommen, dass dies der beste Beweis dafür ist, wie ernst man meine Worte nimmt! Der Abscheu bleibt mir doch dabei. Wenn dies nun schon auf geistigem Gebiete ist, wie sollte es auf anderen Gebieten werden!

Ich schweige deshalb lieber, wenn ich auch mit derselben Einfachheit und Sicherheit so vieles scharf durchleuchten, und so manche Wege weisen könnte.

Ich will in Ruhe meine Arbeiten fortführen und vollenden, die so viel Anklang finden. Aus diesem Grunde bitte ich, Fragen dieser Art in Zukunft nicht mehr einzusenden.



h) Die Kunst des Atmens

Frage: Wird Abdruschin auch über die Kunst des Atmens Aufklä-rungen bringen?

Antwort; Ich werde auch noch auf die Kunst des Atmens zu sprechen kommen. Die bekannten Lehren darüber sind gut. Und Tausende werden deren Segen ja schon an sich selbst erlebt haben. Mein Vortrag darüber soll aber tiefere Aufklärungen bringen. Er wird das bisher darüber Bestehende nur fördern, nicht verwerfen, und allen Denen, die sich damit beschäftigen oder darnach suchen, neue Wege zeigen, sowie die Möglichkeit geben, dass sie sich der eigentlichen Vorgänge dabei voll bewusst werden, die heute noch gar nicht bekannt sind, und dadurch umso leichter. schneller, und weiter vorwärts kommen als bisher.

i) Der Kirchenbesuch

Frage! Ist für Suchende Kirchenbesuch anzuraten?

Antwort: Auch durch die Kirchen geht der Weg zur Wahrheit. Ausschlaggebend dazu ist immer nur die innere Beschaffenheit des Einzelmenschen. Im Besuch der Kirche schreitet der Mensch vorwärts, wenn der Besuch ihm wirklich zur Sammlung dient, zur Anregung, sein Inneres für diese Zeit von allen Erdenkleinigkeiten abzulenken, und Verbindung mit dem Licht zu suchen. Viele brauchen den Besuch der Kirchen. Wie er, der Einzelmensch, sich dabei öffnet, soviel wird er erhalten. Manche finden Andacht nur im Walde, andere am Meere, wieder andere in der Musik, und zahlreiche tatsächlich nur in Kirchen. Letztere sollen ja die Kirchen nicht melden!

Es gibt In allen Konfessionen Prediger, die als dazu Geborene, also Berufene benannt zu werden verdienen. Der Mensch muss nur lernen, in sich lebendig zu werden, das abzuwägen, und zu prüfen, was ihm dargereicht wird; denn er ist ja für sich selbst auch ganz allein verant-wortlich. Sobald er sich darum bemüht, dann wird er schon das Rechte ganz genau empfinden.

Das Kirchengehen ganz allein kann einem Menschen natürlich keine Seligkeiten bringen, es nützt ihm nichts, wenn er nicht selbst in sich dazu erwacht!

Es liegt an jedem Menschen selbst, und immer wieder nur an ihm, ob er in sich nach oben geht, oder dem Dunkel zu. Wenn er auch kurze Strecken falsche Wege wandelt, so kann ihm solches, recht betrachtet, auch nur nützen; denn er erkennt, wie er es nicht tun soll, und wird sich dann in Zukunft davor hüten. Die Trümmer eines solchen Weges muss er stets zu Stufen dann verwenden, die ihn umso schneller aufwärts führen. Die Kirchen sind ganz gut, aber die Menschen, die Besucher dieser Kirchen, sind in sich erstorben. Wenn sie Leben in sich bringen, werden sie auch in den Kirchen finden, was sie brauchen. -







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Verschiedenes

Ich erhalte oft Schreiben aufrichtigen Dankes, die in mir große Freude auslösen. Doch der ernsthaft Suchende, der durch die Vorträge ein Fin-dender wurde, kann seinen Dank dafür nur an Gott selbst richten. Wenn ich zum Mittler werden konnte, ist doch die Gabe nicht von mir. Ich bin nichts ohne Gott, und könnte auch nichts geben ohne ihn.

Als Beispiel möchte ich nur folgendes anführen: Wenn einem Menschen durch einen Diener ein Geschenk überbracht wird, so bedankt er sich nicht bei dem Diener, sondern bei dem Geber selbst. Nicht anders hier. Wenn es mir vergönnt ist, aus Quellen zu schöpfen, die vielen anderen verschlossen sind, so habe ich doch selbst die größte Ursache dazu, dem, der mir dies vergönnt, zu danken!

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Die Frage, was geschieht: „Wenn nach Gebetserhörung ein Mensch wieder in seine alten Fehler zurückfällt?“ ist schon vielfach beantwortet, wenn man meine Vorträge aufmerksam studiert.

In den meisten Fällen bringt es der Mensch leider nur in ernster Not fertig, mit ganzer Innbrunst zu seinem Gott zu beten. Ist die Not vorüber, so werden die Gebete schnell flacher, nebensächlicher, und oft hören mit Erfüllung auch alle Vorsätze wieder auf, die der erst so dringend Bittende hatte, weil „andere, notwendigere Interessen“ an ihn herantreten. Alles wird wieder selbstverständlich, alltäglich, minderwertig. Die Gedanken sind anders eingestellt, auf Äußerliches, Irdisches.

Aber das ist ein altbekannter Vorgang, der schon vor Jahrtausenden nicht anders war als heute.

Krankheit zum Beispiel gibt dem Menschen Zeit zum Nachdenken, die er später nicht mehr zu haben glaubt, nur weil er sich wieder zu viel davon ablenken lässt. Manchmal von recht nebensächlichen Dingen. Nie wird er so ehrlich sein, zuzugeben, dass er einfach nicht anders will!

Bleiben wir einmal bei Kranken. Irgend ein Kranker weiß, dass es zu Ende gehen muss, auch wenn es noch lange währen kann. Dass seine Gedanken unter vielleicht quälenden Schmerzen ernster werden im Hinblick auf das Ende der Krankheit, und damit auf das Abscheiden, ist selbstverständlich. Ebenso, dass er dabei seelisch weich und mürbe wird. Es erwachen wohl auch alle möglichen Gedanken und gute Vorsätze, darüber, wie ganz anders er sein Leben einstellen würde, wenn er allem Erwarten entgegen von den Schmerzen noch einmal befreit sein könnte, und . . . noch nicht zu sterben brauchte. Ganz schüchtern, wie ein unwahrscheinliches, großes, unverdientes Glück leuchtet eine derartige Möglichkeit in weiter Ferne auf.

Solche Gedanken geben aber verborgene Wünsche wieder, und sind oft innigere Gebete, als direktes Flehen um Gesundung, weil sie in derartigen Lagen wirklich rein und demutsvoll sind.

Wird einem solchen Menschen nun zur Überraschung Vieler eine Gnade unverhoffter Besserung zuteil, so geschieht es oft, dass mit der allmählichen Kräftigung des kranken Körpers auch die früheren Fehler wieder auferstehen! Und dann kommt das, was schon so oft geschah, und was noch oft geschehen wird: Der Mensch glaubt zwar von sich, dass er die neuen Wege geht, die er sich vorgenommen hat, in Wirklichkeit sind es jedoch die altenWege wieder, nur in neuer Form. Die Macht des freien Willens wird dabei zum Fluche statt zum Segen.

Mit jedem Wiederabwärtsgleiten verengt sich auch naturgemäß der Horizont seines Begreifens, so dass er niemals dieses Abwärtsgleiten sehen kann, und Anderen nicht glaubt, die ihn zu rechter Zeit noch darauf aufmerksam zu machen suchen, und plötzlich ist er stärker schuldbeladen als zuvor. Es sind dies solche Fälle, wo es besser war, dass Hilfe niemals kam. Deshalb bringt die Erhörung einer Bitte nicht für jeden Menschen unbedingten Segen!

Für solche wortbrüchig zu Nennende kommt aber nun kein Blitzstrahl strafend aus der Höhe, ebenso wenig wird er schleunigst wieder krank und stirbt. Nur naiver, unwissender Sinn erwartet solche Dinge. Das würde ja ein Willkürsakt des Schöpfers sein, entgegen seiner eigenen Gesetze. Gab er in seiner Gnade die Genesung oder Besserung, so wurde diese Hilfe in natürlichem Geschehen, ganz im Rahmen der vollkommenen Gesetze. Nichts anderes dann. Der Schöpfer kann und wird nicht ohne Weiteres diese Gesundung oder Besserung fortnehmen, nur weil die Hilfe als Ge-schenk ein Mensch erhielt, der hinterdrein durch seinen freien Willen und die alten Fehler zu einem Unwürdigen wurde. Erneutes Kranksein wird dann nur erfolgen durch eine neue, körperliche Ursache. Es sei denn, dass noch von der alten Krankheit ein Rest übrig war, der wiederum zu neuer Tätigkeit ersteht.

Es wäre deshalb falsch, bei derart vorkommenden Fällen etwa Unge-rechtigkeit des Schöpfers darin zu erblicken, oder gar zu denken, dass die Besserung auch sonst gekommen wäge, und gar keine besondere Begnadung war. Noch schlimmer aber ist es, in dem Wahn zu leben, dass das weitere Wohlbefinden ein Beweis dafür sei, dass dieser Mensch den rechten Weg einhalte!

Das Letzte birgt die größte der Gefahren! Ein Selbstbetrug, so schön, beruhigend, dass ihn viele Menschen gern sich vortäuschen. Des Menschen Schuld dabei kann jahrelang unfühlbar sein, vielleicht sogar, bis er hinü-bergehen muss. Dann wird er allerdings sehr schnell erkennen, was er tat. Es sind bedauernswerte, nicht immer verdammenswerte Menschen.

Wie aber hier bei Krankheit, ganz genau so ist es auch bei anderen Gebetserhörungen, wie überhaupt bei jeglichem Geschenke aus der Höhe! Auch wenn ein Mensch schon mit Geburt oder erst zu bestimmter Zeit eine besondere Befähigung erhalten hat, zu einem Zweck, den er nicht recht erfüllt, so wird ihm die Befähigung dann nicht sofort genommen. Sie kann jedoch nicht den Aufschwung erhalten, den sie auf rechtem Wege sonst erreicht hätte.

Auf jeden Fall ist sie nach jener Richtung hin sehr stark verdunkelt und verwischt, wozu sie eigentlich gegeben war. Diese Unfähigkeit darin löscht aber nicht gleichzeitig die Sehnsucht aus, sich nach dem hohen Ziele hin noch zu betätigen. Wenn dazu nun noch die Verengung des Begriffs-vermögens kommt, so gibt das ein Gemisch, welches viel Schaden und Verwirrung anrichtet. Ein solcher Mensch glaubt unbedingt, ganz in Erfüllung seiner Aufgabe zu stehen, und auch den rechten Weg zu gehen, ebenso etwas darin zu können. Und doch ist alles falsch.

Dem so Begnadeten und nicht Erfüllenden fehlt dabei jede Hilfe aus dem Licht, dem er sich selbst verschloß, und damit auch die notwendige Führung. Das Selbst- und Besserwissenwollen nützt ihm nichts. Es wird für ihn zum ärgsten Fallstrick seines Lebens. Sobald er dann hinüber-kommt, muss er Abrechnung geben über alles anvertraute Gut, wie Christus in so vielen Gleichnissen den Vorgang der Auslösung unbedingter Wechselwirkung treffend schildert -

Vorstehende Erklärungen sollen dem Fragesteller lediglich als unge-fähre Richtschnur dienen für seine eigenen Betrachtungen, die er nach seiner Frage doch wohl machen will. Doch alles, was er wissen will, ist schon in meinen Vorträgen deutlich gesagt, er braucht nur jedem Gange des Geschehens recht zu folgen. –

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Das Verlagszeichen auf den Büchern und Heften ist vielen Lesern ein Rätsel, und erregt den Drang, dessen Bedeutung zu erfahren. Unwissende oder Übelwollende versuchten so gar eine allerdings recht sonderbare Erklärung dafür zu findet indem sie die Schlange als den Ausweis dafür hinstelle wollten, dass ich unbewusst mit meinen Vorträgen für das Dunkle, also Böse und Schlechte arbeite. Die Schlange da bei als Symbol alles Bösen gedacht.

Nun, etwas Derartiges kann man wohl nur ganz Unwissenden und Gedankenlosen vorsetzen. Wer auch nur einigermaßen Bildung sein eigen nennt, wird wissen, dass die Schlange, die sich in den Schwanz beißt, auch noch ganz Anderes und Gegenteiliges symbolisiert, wie zum Beispiel den Begriff der Unendlichkeit Es könnte also ganz gut das A und der Kreis der Schlange bedeuten, dass Abdruschin's Studium die Unendlichkeit zu erforschen sucht, oder seine Vorträge sich mit den Vorgängen in der Unendlichkeit befassen. Ebenso gut aber kann man sagen, die Schlange soll nicht den Begriff der Unendlichkeit wiedergeben, sondern das O, so dass also das Verlagszeichen andeutet: Der Verlag bestrebt sich, alles zu vermitteln, was das A und das O des geistigen Wissens sein kann, was also zwischen dem Anfang und dem Ende liegt Das ist auch der gewollte Sinn des Zeichens.

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Zur Klärung der verschiedenen Anfragen, ob die Gralsgemeinschaft München-Garmisch im Zusammenhange mit mir steht, oder ob der Grals-Verlag G, m. b. H. in München-Garmisch von mir geleitet wird, will ich der Einfachheit halber an dieser Stelle darauf hinweisen, dass dies nicht der Fall ist. Den Ausdruck Gral“ kann nach irdischen Vor-schriften und Begriffen Jedermann frei benützen, wozu er will. Der Name ist hier nicht geschützt. In allen Ländern gibt es zahlreiche Vereinigungen und auch Einzelmenschen, die Ihn für irgendwelchen Zweck verwenden. Und viele sind wohl auch dabei, die wirklichem Gralsgedanken verständnislos gegenüberstehen in Irdischer Überhebung, denen er vielleicht gar nicht einmal sympathisch sein würde, sobald sie ihn begreifen könnten. Aber der hohe Name ist nur äußerlich irdisch ungeschützt, doch umsomehr geschützt in geistiger und jenseitiger Beziehung! Niemand wird ihn ungestraft missbrauchen dürfen. Das hat ja aber schließlich jeder für sich selbst zu verantworten, wie es in allen Dingen ist

Ich gehe meinen Weg allein, und benütze zur Veröffentlichung meiner Vorträge weiterhin nur den Verlag der Gralsblätter in Tutzing (Obb.), wohin auch alle Anfragen zu richten sind.

Alle anderen Arbeiten sind nicht von mir; denn Oskar Ernst Bern-hardt und Abdruschin ist ein und dieselbe Person. Ich werde die Ver-fasserrechte meiner Vorträge nie in andere Hände geben, damit sie stets die ruhige Sachlichkeit beibehalten, die sie von Anfang an haben. Unpersönlich, zeitlos.





Anfeindungen habe ich, jedoch keine Gegner. Das ist zweierlei. Als ehrlicher Gegner kann nur in Betracht kommen, der rein sachlich etwas zu entgegnen weiß, da auch ich immer nur rein sachlich und unpersönlich bleibe. Solche Menschen jedoch, die mich persönlich anfeinden, sind nicht wert, Gegner genannt zu werden, sondern sie geben in und mit ihren Anfeindungen doch stets sich selbst ein Zeugnis großer innerer Armut, und liefern gleichzeitig durch ihre Art auch oft einen Beweis, dass sie doch recht verachtenswerte Eigenschaften besitzen müssen; denn sonst würden sie solches nicht tun. Gegnerschaft ist etwas ganz anderes, viel Ehrlicheres, und nie etwas Persönliches.

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Aus weicher Gruppe ich hervorgegangen bin, und welche Schulung ich genoss? Worin ich mir erwarb, was ich in meinen Vorträgen ausspreche?

Diese Fragen schwirrten mir nach Vorträgen entgegen. Ich will sie nochmals hier mit gleicher Kürze auch beantworten:

Ich ging aus keiner Gruppe hervor, genoss auch keine Schulung, studierte nicht, und habe mir die Kenntnisse nirgends erworben. Ich habe noch kein buddhistisches, kein theosophisches, auch kein anthroposo-phisches, oder irgend ein anderes Werk gelesen, sondern weise alle derartigen Bücher zurück, sobald sie mir geboten werden. Oder ich nehme sie, aber ich lese sie nicht Was ich in meinen Vorträgen sage, spreche ich in Überzeugung aus mir selbst Und wenn Ähnlichkeiten in verschiedenen Religionen zu finden sind, so habe Ich diese sicherlich nicht daraus geschöpft Aber ich freue mich dann, wenn Gleiches und Ähnlichkeiten darin festgestellt werden. -

Aus allen diesen Gründen fordere ich ja stets auf, dass man die Worte prüfen soll, doch nicht des Redners achten! Wer mir dann folgen will, der ist ein wirklich ernsthaft Suchender, der selbst zu denken weiß. Und andere Menschen, die sich an Personen anstatt an die Sache halten müssen, die also auch nicht sachlich bleiben können, haben für ein ernstes Vorwärtsstreben keinen Wert. Für mich als Mensch noch weniger. -

Pfingsten 1927. Abdruschin.





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Mitteilung des Verlages

Vom Verlag wird unter anderen Neuerscheinungen demnächst ein kleines Büchlein herausgegeben, das alle Grundgedanken Abdruschin's enthält. Es gibt damit eine kurze, klare Übersicht über alle Bausteine seiner bisherigen Erklärungen. Der Titel ist: Denkst Du daran?"

Bezugspreis in vornehmer Ausstattung Rm. 2.-.

Außerdem: Die Zeitschrift: „Der Ruf!“ Diese Zeitschrift erscheint regelmäßig jeden Monat Sie wird alles umfassen, was man mit Fortschritt bezeichnen kann, und auf sämtlichen Gebieten die tiefsten Probleme berühren. Ein kleiner, sorgfältig ausgewählter Kreis von Mitarbeitern soll darin zu Worte kommen. Nur Könner mit eigenen Gedanken, keine Halbheiten, die nur entlehnen, und dem Entlehnten durch Wortschwall ein neues Gesicht zu geben versuchen. Der Ruf!“ soll jedem ernsten Leser der Vorträge einen Rundblick geben über alle Gebiete der so genannten Geheimwissenschaften, damit sie als Wissende feststehen können, wenn in naher Zeit alle derartigen Bestrebungen anschwellen und wie ein reißender Strom über die Menschheit brausen.

Bestellungen können schon jetzt darauf erfolgen bei: Verlag der Gralsblätter, Oskar Ernst Bernhardt in Tutzing (Obb.).


Bücherbesprechungen:

Harald Weber, Die Weltdeuter des Ostens. 172 Seiten- 8°. in Ganzleinen Rm. 5.-. (Verlag Georg Westermann, Braunschweig, Berlin Hamburg.)

Die Weisheit des Lao-tse und des Kung-fu-tse, die Upanischaden des Veda und der Pali-Kanon sind in den letzten Jahren in verschiedenen Ausgaben erschienen und spielen in der Literatur unterer Zeit eine nicht unwesentliche Rolle. Sie berühren sich im übrigen mit der Philosophie Schopenhauers. Das Weltbild jener uralten Kulturen des Ostens in seiner Gesamtheit und Größe übersichtlich darzustellen, ist Harald Weber in diesem Buche trefflich gelungen. Er vermeidet dabei alle philosophischen Fachausdrücke und Fremdwörter. so dass die Darstellung für jedermann ohne weiteres verständlich ist. Für den Fachphilosophen ist es insofern von Bedeutung. als es den Schlüssel zu der bisher nicht völlig klaren Sankhja-Lehre darbietet. - Das Buch ist entstanden aus Vorträgen, die der Verfasser in der Gesellschaft für Ostasen-Forschung zu Schanghai gehalten hat.

Hermann Oldenberg, Buddha. Sein Leben, seine Lehre, seine Gemeinde Zusammengestellt aus dem gleichnamigen Werke durch G. Lindenlaub (Wissenschaftl. Volksbücher Bd. 30.) 116 Seiten Text, 8 Seiten Bilder, 8° Gebunden Rm. 2.50. (Verlag Georg Westermann, Braunschweig, Berlin und Hamburg.)

Vom Leben und von der Lehre Buddhas erzählt dieses prächtige Büchlein: von seiner Jugend. von den Anfängen seiner Lehrtätigkeit. der Predigt von Benares und den Bekehrungen. Lieh wegen. Sein Wirken, sein tägliches Leben und sein Verhältnis zu seinen Gegnern wird knapp anschaulich geschildert. im zweiten Abschnitt werden die Lehren des Buddhismus leicht verständlich dargestellt: der Satz vom Leiden. die Sätze von der Entstehung und Aufhebung des Leidens, die Formel vom Kausalzusammenhang, das Nirwana; ferner der Satz vom Wege zur Aufhebung des Leidens, die Pflichten gegen den Nächsten, sittliche Arbeit am eigenen Innern, usw. -- In dem dritten Abschnitt wird auch über die Gemeinde der Jünger Buddhas berichtet, über die geistigen Orden, seinen Kult und seine Kultur. - Diese kleine Auswahl aus Hermann Oldenbergs berühmtem Werk ist für jedermann leicht verständlich; ihre Anschau-lichkeit wird unterstützt durch einen Bilderanhang. Der Band bildet eine wertvolle Bereicherung der Sammlung „Wissenschaftliche Volksbücher“, deren Anschaffung niemand versäumen sollte, der auf eine Vertiefung seines Willens und einen Ausbau feiner Allgemeinbildung Wert legt.

Leben und Gedankenwelt großer Naturforscher. Von Geh. Medizinalrat Prof. Dr. F. Gumprecht (Wissenschaft und Bildung Bd. 252.) 172 Seiten. Gebunden Rm. 1.80. (Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.)

Dem neuen Bande der Sammlung Wissenschaft und Bildung wird es hoffentlich gelingen, die unsterblichen Leistungen der deutschen Naturwissenschaften im 19. Jahrhundert dem deutschen Volke näher zu bringen. In lebendiger, packender Sprache, frisch und anschaulich werden Lebensbilder von Alexander von Humboldt, Heimholz, Robert Mayer, Darwin und Haeckel gezeichnet. Die Persönlichkeit dieser Männer, die den Bau errichtet haben, der sich heute vor uns erhebt, ihre Kindheit und Entwicklung zum Manne. das Aufkeimen der Ideen in ihrem Geiste, ihr Bekanntwerden in den Kreisen der Wissenschaft, und endlich ihr Weltruhm, diese Entwicklungslinien treten so plastisch vor unser Auge, daß wir von dem Buche gefesselt sind wie von einem inhaltreichen und spannend erzählten Roman. Da Persönlichkeit und Werk unlösbar mitein-ander verknüpft sind, so werden auch hier die wechselseitigen Bezie-hungen klargelegt. Der Verfasser hat in seinen Bildern nichts beschönigt und idealisiert, er zeigt offen und freimütig, wo diese Menschen geirrt haben und wo sie in den Vorurteilen ihrer Zeit stecken geblieben sind. Dadurch bekommt der Leser eine nahe menschliche Beziehung zu diesen Führern der Wissenschaft, und das Werk wird zu dem, was es zu sein wünscht: ein Volksbuch im besten Sinne des Wortes.




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Aus dem Inhalte des nächsten Heftes:

Der Hass

Der Traum

Recht des Kindes an den Eltern

Kindlicher Gottesglaube

Bewusster Gottesglaube

u. a m.


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