DAS KREUZ DES HEILIGEN GRALES

Schwer wälzen sich die Überreste des Dunkels um die Erde, als den einzigen Halt, den es noch hat, durch die Menschen, deren Wollen und Streben ihm immer und immer wieder neue Nahrung bietet und neuen Raum gewährt. Je dichter und dunkler es aber um die Erdenmenschheit wird, desto mehr tritt naturgemäß das lichte Kreuz leuchtend hervor, das Gott in Erfüllung seiner Verheißungen für diese traurige Zeit zur Erde gab und inmitten des Dunkels aufpflanzte zur Rettung aller derer, die in wahrer Demut seine Hilfe erflehen. Es ist das leuchtende Kreuz der Wahrheit, in dem ein jeder steht, der aus der Wahrheit kommt. Aus der Wahrheit kommen aber heißt: Aus dem Göttlichen kommen; denn nur im Göttlichen allein ist die lebendige Wahrheit, die sich durch dieses Kreuz zeigt. Ich erklärte schon einmal, dass dieses Kreuz kein Symbol ist, kein Zeichen, sondern die lebendige Wahrheit selbst. Wie weit der Menschen-geist sich mit dieser Tatsache abfinden kann, damit er sie versteht, so, wie ich es mit meiner Erklärung meine, ist seine Aufgabe ganz allein. Dazu vermag ich nicht zu helfen. Ich kann ihm darin auch nicht nachempfinden. Er muss nur immer und immer wieder versuchen klar zu werden, dass er im Zeichen das Lebendige sieht, dass das Zeichen das Lebendige selbst ist! Die Wahrheit kann sich nicht anders zeigen, als in diesem leuchtenden Kreuze; denn dieses Kreuz ist die Wahrheit! Da nun Christus Jesus, der Gottessohn, aus der Wahrheit kam, war sie in ihm, und damit auch das lebendige leuchtende Kreuz. Und da ich wiederum von Gottvater aus der Wahrheit heraus zu Euch gesendet bin, wie es verheißen war, so ist auch in mir die Wahrheit, und damit das lebendige, leuchtende Kreuz, nicht als Zeichen der Wahrheit, sondern als die Wahrheit selbst. Untrennbar, aber auch unnachahmbar. Wohl gemerkt, das golden leuchtende Kreuz! Ein bleiches, blasses, totes Kreuz kann von dunkler Seite aus vorgetäuscht werden, nie aber das lebendige, golden leuchtende Kreuz, das die Wahrheit ist, nicht etwa nur bedeutet.

Und diese Wahrheit, die sich in dem Kreuz verkörpert, das ich trage, lebendig in mir habe, das zu mir gehört als mein eigen, als ein Stück von mir, ist nun das Stamm- und Grundkreuz, dem alle wahren Anhänger der Gralsbotschaft zustreben, die sich bemühen, ihr ganzes Denken und Tun in das Wort einzustellen, also nach dem Sinn desselben wirklich zu leben. Gleichviel, ob dies in der Familie geschieht oder in dem Berufsleben. Sie sollen Diener der Wahrheit sein! Das bedeutet nicht, überall nur die Wahr-heit zu sprechen, wie es gewöhnlich aufgefasst ist, sondern in allem wahr zu leben. Das heißt „natürlich“ zu leben.

Aber auch das Wort „natürlich leben“ wird im Begriff verzerrt, indem man schon die Ausdrücke „natürlich“ und „Natur“ in lächerliche Einsei-tigkeit zu verkapseln sucht. Das Schlagwort „Zur Natur zurück!“ hat schon so manche Unsinnigkeit ausgelöst, wie Rohkost, barfuss oder ohne Strümpfe laufen und noch vieles mehr. In wenigen Generationen würden dann die Menschen ihren Körper wieder abwärts zum behaarten Tier-körper gebracht haben, als selbstverständliche, auch wieder ganz natür-liche, aber bewusst herbeigeführte Rückentwickelung! Der sonderbare Drang darnach kann auch nicht überraschen, nachdem die Menschen-seelen mit nur wenig Ausnahmen schon lange sich freiwillig tief er-niedrigten! Nebenerscheinung der Erniedrigung ist auch die ungesunde Schwärmerei, als Wahngebilde nicht bestehenden geistigen Fortschrittes Schamlosigkeiten zu erwerben, was angeblich Beseitigung der Prüderie sein soll, mit vollständig verkanntem Sinn des hohen Satzes: „Dem Reinen ist alles rein!“

Heiliger Zorn erfasst die lichten Geister, die erkennen müssen, wie der reine Sinn des Ausspruches mit kottriefenden Händen in die Niederungen kaum verhaltener Begierden hingeschleudert wird.

Heraus aus diesen Irrungen! Das ist nur Missbrauch der Natur! Und alles andere als ein „natürlich“ Leben! Natürlich leben heißt in Wirk-lichkeit, nach den feststehenden Gesetzen Gottes leben, aus denen heraus alles sich entwickeln konnte. Also diesen Gesetzen nicht entgegen leben, sondern mit ihnen!

Der Mensch versteht leider unter „Natur“ wie immer in seiner Beschränktheit, nicht das Eigentliche des Wortes, sondern nur einen ganz kleinen, eng begrenzten Teil der für ihn sichtbaren Auswirkungen!

Vielleicht begreift er es besser, wenn er an Stelle des ihn so leicht beirrenden Wortes „Natur“ den Ausdruck „wirkliches Leben“ setzt oder „lebendige Wirklichkeit“, in die jeder Mensch eingefügt ist, und die ihn je nach seinen eigenen Bewegungen hemmend stört oder fördernd hilft.

Der reinste Ursprung nun dieser „lebendigen Wirklichkeit“ oder dieses „wirklichen Lebens in reinster Form“ ist mit dem Ausdrucke „Wahrheit“ für die Menschen bezeichnet. Ein Lebendiges, an dem nichts unwahres, unrichtiges ist, sondern alles recht und wahr, ohne jede Trübung oder Störung, was wiederum die reinste Harmonie auslöst und bedingt! Ich sage absichtlich „ein Lebendiges“ und nicht „ein Leben“, da der Ausdruck „Leben“ den Menschen schon wieder falsche Bilder auslösen würde in zu großer Begrenzung.

Wer mir aufmerksam gefolgt ist, dem wird sich damit ein Tor zu neuem Ausblicke geöffnet haben! -

Ihr also sollt der Wahrheit dienen! Diener der Wahrheit sein! Des rechten Lebens Euch befleißigen!

Dazu bedarf es aber heute einer vollständigen inneren Umstellung der Menschen, weil diese von dem eigentlichen wirklichen, wahren Leben abgewichen sind und nur ein Scheinleben führen, in sich aber für erstorben gelten müssen, für das wahre Leben oder für die Wahrheit erstorben sind!

Diese Umstellung der Menschen kann man mit Wiedergeburt oder mit Neugeborenwerden bezeichnen!

Auch der Gottessohn sprach einst: „Es sei denn, dass Jemand neu geboren werde, sonst kann er nicht in das Reich Gottes kommen!“

Dieses Neugeborenwerden fällt schon in die Zeit des Erdenlebens. Dazu verhilft den Wollenden die Kraft des Heiligen Geistes, die ich den Menschen zu geben vermag, die alle durch mich Getauften bereits erhielten. Doch auch die Menschen werden sie erhalten können, welche durch meine Jünger getauft werden, denen ich die Kraft dazu verlieh.

Als Zeichen der erhaltenen Kraft zur Wiedergeburt und der damit übernommenen Verpflichtung, nur der Wahrheit zu dienen in jeder Form, wird das Kreuz des Heiligen Grales getragen, welches das Abbild des lebendigen Kreuzes der Wahrheit ist, das durch mich noch einmal zur Erde kam.

Ein jeder Kreuzträger sei sich deshalb bewusst, welche Verantwortung er damit übernommen hat und achte sorgsam, dass er stets in Treue darauf blicken kann, ohne erröten zu müssen oder gar beschämt zu sein. Das Kreuz verbindet ihn mit mir und damit mit der Kraft, die ihn fähig macht, den Aufstieg durchzuführen und auch zu vollenden; denn solange er seinem Vorsatz nicht untreu wird, verbleibt ihm dieses Kreuz der sichtbaren Verbindung mit mir und durch mich mit der lebendigen Wahrheit, auch in der Feinstofflichkeit und zuletzt im Geistigen. Mit seinem Aufstieg wird es immer heller, strahlender und öffnet ihm zuletzt das Tor zu der geistigen Gralsburg, wie es ihm hier auf Erden auch das Tor zu der irdischen Gralsburg öffnen wird.

Beschmutzt er aber dieses Kreuz, so wird es sich schwer auf ihn legen wie eine unfassbare Bürde, deren Druck zuletzt zermalmend ihn vernichtet! Denn er ist meineidig geworden gegen das, was ihm am Heiligsten sein muss, meineidig an dem Leben selbst.

Nicht leichtsinnig darf deshalb dieses Kreuz getragen werden. Es ist kein Tand, kein Schmuck und kein Vereinsabzeichen, welches man zur Seite legen kann, sobald man seiner überdrüssig ist. Legt jemand dieses Kreuz mit Absicht achtlos von sich ab, so dass er das, was er bei der Übernahme einst gelobte, nicht mehr halten will, so legt er damit sich und seinen Geist ins Grab, aus dem er nie mehr auferstehen kann!

Das gilt für jedes Kreuz! Sei es das Kreuz aus Silber, Gold oder auch an dem Bande. Es ist nicht als Gemeinschaftsabzeichen gewählt, sondern betrifft den Einzelmenschen ganz allein. Jeden für sich. Das Kreuz gibt ihm nicht Rechte an den anderen. Es verbindet auch nicht gegenseitig, sondern wirkt und bindet immer nur in ganz gerader Richtung zu dem Ursprunge der Wahrheit selbst, hält ihn, als sei er wie mit einem Rettungsseil damit verknüpft, an das er sich im Straucheln halten kann, wenn er den Willen dazu hat! So ist das Kreuz aus Silber. Es gilt als der Ausweis für das Wollen und die Kräfte zur Neugeburt für das geistige Reich, für das ewige Leben!

Das goldene Kreuz zeigt Berufene, die sich in den direkten Dienst auf Erden stellen wollen, um unter meiner Weisung an der Menschheit und dem Aufbau mitzuwirken in Erfüllung des göttlichen Willens. Gleichwie das Gold dem Leuchten meines Kreuzes in der Farbe näher steht, so soll es anzeigen, dass die Berufenen in ihrem Innersten und auch in ihrem Äußeren durch die Art der Betätigung sich mir persönlich nähern, mein Wollen mit dem ihren ganz verbinden, und das bedingt, dass auch ihr Wirken nur im Dienst des Grales steht. Steht' es im Dienst des Grales, muss es ganz naturgemäß auch in dem meinen sein, da ich der Hüter des Heiligen Grales bin. Und damit sind die Träger goldener Kreuze auch verpflichtet, in der irdischen Betätigung in erster Linie nur meinem Willen zu gehorchen.

Doch soll dieses Gehorchen auch nicht missverstanden sein. Es ist dies nicht das sklavische, persönliche Sichfügen, sondern das freiwillige Sichzueigenmachen der genauen Richtung meines Willens, der ja nur im Dienste Gottes ruht, in der Erfüllung seines hohen Willens. Und wer das Wort der Gralsbotschaft in sich wirklich lebendig macht, und darnach lebt, der richtet sich ja damit nach dem Willen Gottes, der erfüllet ihn, und darin liegt auch das Gehorchen mir persönlich gegenüber. Darin liegt auch Erfüllung meines Wollens. Wer mir nur dienen will, um mir persönlich zu gehorchen, um mir Freude zu bereiten, der dient nicht seinem Willen, dient auch nicht dem Gral, ein solcher kann mir deshalb auch nie nahe kommen; denn ich schätze nur Erfüllung des göttlichen Willens ein, nichts anderes.

Es wird mir immer eine Freude sein, wenn sich ein Mensch bemüht, den Gotteswillen zu erfüllen, der in seinem Worte liegt, in den Gesetzen seiner Schöpfung. Es ist für einen Menschen auch nicht schwer, den Willen wirklich zu erkennen und das wahre Wort vom falschen bald zu unterscheiden; denn wo das Wort mit den Gesetzen in der Schöpfung nicht in Einklang steht, also mit der Natur, so liegt der Fehler in dem Wort. Der Mensch wird schnell den Unterschied oder den Einklang in sich selbst empfinden.

So sind die Träger des goldenen Kreuzes. Es wird ein großer Kreis, da auch die Aufgabe auf Erden in dem Dienst des Grales groß sein wird, so groß, wie bisher niemals etwas war, da es diesmal in alles eingreift, was es auf der Erde und im Menschenleben gibt, grundlegend in dem Aufbau bis ins Feinstoffliche und ins Geistige hineinragend, aus dem ihm wiederum in stetem Wechsel frische Kraft zuströmt. Die Tätigkeit der goldenen Kreuze ist in ihrer Art jedoch verschieden. Ein Teil arbeitet selbständig, nach meiner Weisung in verschiedenen Berufen, dabei aber verkörpernd, wie der Mensch auf Erden wirken soll. Sie sollen unter Menschen tätig sein als in sich selbst zum Leben neuerwachte Zeugen für die Richtigkeit und Notwendigkeit meines Willens. Ein anderer Teil davon dient zur Unterstützung meiner auserwählten Jünger, diesen deren Weg bereitend und erleichternd, damit die Wirkungsmöglichkeit der Jünger nicht durch Arbeiten beschränkt wird, die von Trägern des goldenen Kreuzes ausgeführt werden können.

Keiner darf aus diesem Grunde wähnen, seine Tätigkeit im Dienste wäre zu gering für ihn; es gibt gar keinen Dienst, der so gering wäre, dass er getan zu werden überflüssig sei. Auch der anscheinend kleinste Dienst ist dringend nötig, um das Große, ja das Größte ausführen zu können. Fehlt auch nur der kleinste Dienst, so würde selbst das Größte dadurch mit beeinträchtigt, wie es sogar behindert werden kann durch nachlässige oder leichtfertige Ausübung des kleinen Dienstes. Außerdem kann auch der kleinste Dienst durch Treue und durch Reinheit so gehoben werden, dass er in das Größte fühlbar ragt. Es liegt nie an dem „Was“ des Wirkens, sondern immer am „Wie“, ob etwas klein, ob groß zu nennen ist!

Schon Viele sind gestürzt, indem sie wähnten, dass ihr Dienst zu klein und nichtig sei; anstatt den Dienst durch die Art der Ausführung wertvoll zu machen, wurde er oft zu leicht genommen, so dass das Größte zuletzt noch darunter leiden musste, und der Berufene zum Sturze kam, von dem er sich nie mehr erholen kann. Ein jeder Dienst gehört als unbedingt notwendig zu dem Ganzen, und jeder hat die volle Hingebung, die ganze Kraft und unbeschränkte Aufmerksamkeit einzusetzen, um ihn zu erfüllen. Sobald von einem Menschen nur ein kleiner Dienst gefordert wird, und er erfüllt ihn freudig mit dem ganzen Können, so macht er diesen Dienst auch wertvoll, gilt vor Gott in der Erfüllung ganz genau soviel, wie einer, der das Größte zu vollbringen hat. Es ist darin kein Unterschied.

Wer sich jedoch zurückgesetzt erscheint, und wem sein Dienst noch zu gering vorkommt, der zeigt damit, dass er nicht wert ist fernerhin das Kreuz von Gold zu tragen! Er missachtet damit die Auszeichnung, ist einer solchen Gnade nicht mehr würdig. Bildlich gedacht sollen die auserwählten Jünger mit den Füssen fest im Kreise der dazu bestimmten Anzahl Träger goldener Kreuze stehen, mit den Händen zu mir reichen können, als Bindeglied für die gesamte Menschheit! Ist nun ihr Grund, auf dem sie stehen, durch die Unzufriedenheit und Art der Träger der goldenen Kreuze nicht rein und klar, kraftvoll und treu, so macht sich dieser Missstand fühlbar bis zu mir, da ich in dem Kreise meiner Jünger vollkommen in dem menschlich Reinen stehen soll, um, aus dem Göttlichen selbst schöpfend, aller Menschheit Reines nur zu übermitteln. Ein jeder stehe deshalb fest an seiner Stelle, die ihm zugewiesen ist, sonst wird er unbedingt verworfen, damit ein anderer, im Dienendürfen Dankbarerer an die Stelle treten kann. - Soweit das Kreuz von Gold.

Die Kreuze mit dem Stein am Bande zeigen Auserwählte an, die vorgeburtlich schon berufen waren, um den Kreis um mich zu bilden, welcher nötig ist zur Ausführung meiner Mission auf Erden. Es ist nicht eine militärische Einrichtung, auch nicht eine Klassen- oder Kastensache und hat nicht Ähnlichkeit mit irgendeiner irdischen Gepflogenheit, wenn diese auserwählten Jünger hier auf Erden der Menschheit gegenüber eine Stellung einnehmen, die einen großen Abstand mit sich bringt, bedingt. Der Abstand ist nicht äußerlich herbeigeführt, nicht künstlich erst geschaffen, sondern etwas Selbstverständliches, Natürliches, das sich im Feinstofflichen und noch mehr im Geistigen sehr nachhaltig und mit den schärfsten Grenzen ausprägt. Selbsttätig, ganz allein aus der Natur der Sache. Es ist nicht anders möglich. Kann man mich selbst mit Recht den Gottgesandten nennen, so geht die Menschheit auch nicht irre, wenn sie meine auserwählten Jünger Geistgesandte nennt. Der Ausdruck ist berechtigt durch die Sendung auf der Erde, die nur für den Zweck einer Vereinigung mit mir erfolgte. Der Grund für diese Sendung liegt Jahrtausende zurück. Ihr Erdensein hat also überhaupt nur eine Aufgabe gehabt: Zur Stunde der Erfüllung hier zu sein und ihre jeweilige Aufgabe treu zu erfüllen. Eine zweite, für den Abstand ausschlaggebende Begründung liegt in dem Empfang der Heiligen Kraft durch mich, die sie befähigt, darum Bittende zu segnen und zu taufen, was keinem anderen auf Erden möglich ist. Das geistige Gesetz wirkt sich darin selbsttätig aus und gibt den notwendigen Abstand ganz von selbst. Im Geistigen und Feinstofflichen ist Verringerung und Nichtachtung des Abstandes unmög-lich und auch nun für die Erdenmenschheit das Gesetz, irdisch den gleichen Abstand zu bewahren, namentlich für alle Menschengeister, die dem Licht zustreben. Keiner darf sich gleichberechtigt fühlen. Es gibt kein Recht, das so groß wäre, Freiheiten zu geben gegen meine Jünger! Sei es in Forderungen oder auch nur Wünschen! Was sich geistig von selbst verbietet, darf irdisch nicht mehr übertreten werden von denen, die das Kreuz der Wahrheit tragen! Es erstreckt sich nicht auf Einzelheiten, sondern ohne Ausnahme auf alles im irdischen Sein! Und darin haben alle Träger des goldenen Kreuzes in ihrer Bevorzugung als schon Berufene den anderen Vorbild zu sein! Sie haben es andauernd durch Betätigung und unbedingte Innehaltung der gesamten Menschheit vorzuleben, dass es nie zur Abschwächung gelangt!

Es gibt in allen Kreisen ein gemeinschaftliches Dienen im Aufwärts-streben als ein einheitliches Ziel, jeder auf dem Posten, der ihm zugewiesen ist, doch niemals kommt Gemeinschaft in irdischen Dingen in Betracht. Da der Aufbau des tausendjährigen Reiches im Dienste des Heiligen Grales die ganze Erde betrifft, und über diese hinaus in der ganzen Schöpfung erfolgte, so ist auf unbedingte Erfüllung dieser natürlichen Abstands-Notwendigkeiten von vornherein mit eherner Strenge zu achten! Liegt doch nur darin eine Befolgung der unverrückbaren geistigen Gesetz-mäßigkeit, die nun auch endlich in dem irdischen Geschehen eingehalten werden muss, damit nicht wieder in anmaßend leichtfertiger Schlaffheit solche Wirrnisse eintreten, die in der Jetztzeit jedes Erdensein anstatt zur Freude nur zur Pein erwachsen ließ und zum Verderben führen musste.

Auf Euch nun, diesen kleinen Anfangskreis auf Erden, legt sich eine hohe Pflicht. Ihr müsst auch darin leuchtend Vorbild werden für das neue Reich! Lebt jetzt schon den Gesetzen, zeigt in Erfüllung Überzeugung Eures Willens, damit die Menschen, wenn sie hilfesuchend diesen Berg erklimmen, durch Eure Art, durch Euer Wesen schon als selbstverständ-lich diese Grundbestimmungen erfassen und hinaustragen in alle Welt! Ihr macht es ihnen leicht durch das lebende Beispiel, öffnet damit ihre Seelen!

Schwer wird es Euch wohl im Anfang sein, sich aus den bisherigen Anschauungen loszuringen, Wünschen zu entsagen, die vielleicht erstehen konnten durch falsche Begriffe göttlicher Gesetze, welche nur bei Einhaltung zum Glücke und zur Harmonie geleiten. Bedenket, Harmonie liegt nicht in einem Tone, sondern in verschiedenen, die einem Ziele zuströmen, im Zwange einer straffen Führung, unverrückbarer Gesetze!

Nicht anders bei den Menschen! Gebt Gleichseinwollen auf, nur dann könnt Ihr Euch auf Euch selbst besinnen, könnt nur Euere Persönlichkeit zur Geltung bringen auf dem Boden, der Euch durch die Fäden des Geschickes zugewiesen ist. Und nur auf solchem Boden steht Ihr ganz! Die Stelle habt Ihr Euch ja selbst gewählt in Eurem ganzen bisherigen Sein, und nur von dort aus könnt Ihr deshalb kraftvoll aufwärts steigen, ohne dass Ihr Euch verirrt! Ich wünsche Euch die Kraft zum Sieg l


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