GRALSBLÄTTER
NEUE GRALSBOTSCHAFT
VON
ABDRUSCHIN
Serie II, Heft 6 u. 7
VERLAG „DER RUF“ G. M. B. H
M Ü N C H E N 2, KARLSTRASSE 40
GRALSBLÄTTER
NEUE GRALSBOTSCHAFT
VON
ABDRUSCHIN
Serie II, Heft 6 u. 7
VERLAG MARIA BERNHARDT
VOMPERBERG (TIROL)
Copyright 1930 by Verlag „Der Ruf“ G. m. b. H., München 2, Karlstraße 40
Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung vorbehalten
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Druck: Alpine Verlagsanstalt H. Stock & Co., Kommanditgesellschaft, München
Reihenfolge der Vorträge
Seite
Gottanbetung5
Das Redet des Kindes an die Eltern 13
Ideale Menschen 17
Du siehst den Splitter in Deines Bruders Auge und achtest
nicht des Balkensin Deinem Auge 21
Der Antichrist 23
Das Kreuz des Heiligen Grales 27
GOTTANBETUNG
Es kann ruhig gesagt werden, dass der Mensch die für ihn unbedingte Selbstverständlichkeit einer Gottes-Anbetung überhaupt noch nicht begriffen hat, noch weniger geübt. Betrachtet Euch einmal die Gottan-betung, wie man sie bis heute trieb! Man kennt ja nur ein Bitten, oder besser noch gesagt ein Betteln! Nur hie und da kommt es schließlich auch einmal vor, dass Dankgebete aufsteigen, die wirklich aus dem Herzen kommen. Das ist jedoch als große Ausnahme immer nur dann und dort, wo ein Mensch ein ganz besonderes Geschenk unerwartet erhält, oder aus einer großen Gefahr plötzlich errettet wird. Das Unerwartete und Plötzliche gehört bei ihm dazu, wenn er sich überhaupt einmal zu einem Dankgebet aufschwingt. Es können ihm auch die gewaltigsten Dinge unverdient in den Schoß fallen, so wird es ihm doch nie oder nur sehr selten einfallen, an einen Dank zu denken, sobald alles auf eine ruhige, normale Art vor sich geht. Sind ihm und allen denen, die er liebt, stets Gesundheit auffallend beschert, und hat er keine Erdensorgen, so wird er sich wohl kaum zu einem ernsten Dankgebet aufschwingen. Um ein stär-keres Gefühl in sich hervorzurufen, bedarf es bei dem Menschen leider immer eines ganz besonderen Anstoßes. Freiwillig im Gutgehen rafft er sich niemals dazu auf. Er führt es vielleicht hier und da im Munde, oder geht auch in die Kirche, um bei der Gelegenheit ein Dankgebet zu murmeln, aber mit seiner ganzen Seele dabei zu sein, auch nur eine einzige Minute, das fällt ihm gar nicht ein. Nur wenn wirkliche Not an ihn herantritt, dann besinnt er sich sehr schnell, dass es ja jemand gibt, der ihm zu helfen fähig ist. Die Angst treibt ihn dazu, endlich einmal auch ein Gebet zu stammeln! Und das ist doch dann immer nur ein Bitten, aber keine Anbetung.
So ist der Mensch, der sich noch gut dünkt, der sich gläubig nennt! Und das sind wenige auf der Erde! Rühmenswerte Ausnahmen!
Stellt Euch nun einmal selbst das jammervolle Bild vor Augen! Wie erscheint es bei dem richtigen Betrachten Euch, den Menschen! Wie viel erbärmlicher steht so ein Mensch aber vor seinem Gott! Aber so ist leider die Wirklichkeit! Ihr könnt Euch drehen oder wenden wie Ihr wollt, es bleibt bei diesen Tatsachen, sobald Ihr Euch einmal bemüht, der Sache auf den Grund zu gehen, unter Auslassung jeder Beschönigung. Es muss Euch doch etwas beklommen dabei werden; denn weder Bitten noch der Dank gehören zu der Anbetung.
Anbetung ist Verehrung! Diese findet Ihr nun aber wirklich nicht auf dieser ganzen Erde! Betrachtet Euch einmal die Feste oder Feiern, die zu Gottes Ehren dienen sollen, wo von Bitten und von Betteln ausnahmsweise einmal abgelassen wird. Da sind die Oratorien*1)! Sucht Euch die Sänger, die in Gottesanbetung singen! Seht sie Euch an, wenn sie sich dazu vorbereiten in dem Saale oder in der Kirche. Sie alle wollen etwas leisten, um damit den Menschen zu gefallen. Gott ist ihnen dabei ziemlich gleichgültig. Gerade er, dem es ja gelten soll! Blickt auf den Dirigenten! Er heischt nach Beifall, will den Menschen zeigen, was er kann.
Dann gehet weiter. Seht die stolzen Bauten, Kirchen, Dome, welche Gott zur Ehre stehen ... sollen. Der Künstler, Architekt, der Baumeister ringt nur nach Erdenanerkennung, jede Stadt prunkt mit diesen Gebäuden ... zur Ehre für sich selbst. Sie müssen sogar dazu dienen, Fremde anzuziehen. Aber nicht etwa zur Gottanbetung, sondern dass dem Orte Geld zufließt durch den dadurch gehobenen Verkehr! Nur Drang nach Erdenäußerlichkeiten, wohin Ihr blickt! Und alles unter Vorgabe der Gottanbetung!
Wohl gibt es hier und da noch einen Menschen, dem im Walde, auf den Höhen seine Seele aufzugehen pflegt, der dabei sogar auch der Größe des Erschaffers all der Schönheit am ihn her flüchtig gedenkt, doch als ganz weit im Hintergrunde stehend. Ihm geht die Seele dabei auf, doch nicht zum Jubelfluge in die Höhe, sondern ... auseinander, sie läuft buchstäblich breit im Wohlbehagen des Genusses. So etwas darf mit einem Höhenfluge nicht verwechselt werden. Es ist nicht anders einzuschätzen, als das Behagen eines Schlemmers an der reichbesetzten Tafel. Das Aufgehen der Seele dieser Art wird irrtümlich für Anbetung gehalten; sie bleibt gehaltlos, Schwärmerei, eigenes Wohlgefühl, das der Empfindende für einen Dank zum Schöpfer hält. Es ist rein irdisches Geschehen. Auch viele der Natur-schwärmer halten gerade diesen Rausch für rechte Gottanbetung, dünken sich auch darin anderen weit überlegen, welche nicht die Möglichkeiten haben, diese Schönheiten der Erdenformationen zu genießen. Es ist ein grobes Pharisäertum, das nur im eigenen Wohlbefinden seinen Ausgang hat. Ein Flittergold, dem jede Werte fehlen. Wenn diese Menschen einstens ihre Seelenschätze suchen müssen, um sie zu ihrem Aufstieg zu verwerten, so finden sie den Schrein in sich vollständig leer; denn der gedachte Schatz war nur ein Schönheitsrausch, sonst nichts. Es fehlte ihm die wahre Ehrfurcht vor dem Schöpfer. -
Die wahre Gottanbetung zeigt sich nicht in Schwärmerei, nicht in gemurmelten Gebeten, nicht in Betteln, Knien, Händeringen, nicht in seligem Erschauern, sondern in freudiger Tat! In jubelnder Bejahung dieses Erdenseins! Auskosten eines jeden Augenblicks! Auskosten heißt Ausnützen. Ausnützen wiederum . . . erleben! Doch nicht in Spiel und Tanz, nicht in den Körper und die Seele schädigenden Zeitvertrödelungen, die der Verstand als Ausgleich und Aufpeitschen seines Wirkens sucht und braucht, sondern im Aufblick zu dem Licht und dessen Wollen, welches alles in der Schöpfung Seiende nur fördert, hebt, veredelt!
Dazu gehört aber als Grundbedingung die genaue Kenntnis der Gesetze Gottes in der Schöpfung. Diese zeigen ihm, wie er zu leben hat, wenn er gesund sein will am Körper und an Seele, zeigen genau den Weg, welcher hinaufführt zum geistigen Reich, lassen ihn aber auch die Schrecken klar erkennen, die für ihn erstehen müssen, wenn er diesen Gesetzen sich entgegenstellt!
Da die Gesetze in der Schöpfung selbsttätig und lebendig wirken, ehern, unverrückbar, mit einer Kraft, gegen die Menschengeister völlig machtlos sind, so ist es eigentlich nur selbstverständlich, dass das dringendste Bedürfnis eines jeden Menschen das sein muss, diese, Gesetze restlos zu erkennen, deren Auswirkungen er in jedem Falle wirklich wehrlos preisgegeben bleibt!
Und doch ist diese Menschheit so beschränkt, dass sie über diese so klare, einfache Notwendigkeit sorglos hinwegzugehen sucht, trotzdem es etwas Näherliegenderes gar nicht gibt! Die Menschheit kommt bekanntlich niemals auf die einfachsten Gedanken. Ein jedes Tier ist darin sonderbarerweise klüger als der Mensch. Es fügt sich in die Schöpfung ein und wird darin gefördert, solange es der Mensch nicht davon abzuhalten sucht. Der Mensch aber will herrschen über etwas, dessen selbständigem Wirken er stets unterworfen ist und unterworfen bleiben wird. In seinem Dünkel wähnt er schon Gewalten zu beherrschen, wenn er nur kleine Ausläufer von Strahlungen für seine Zwecke zu verwenden lernt, oder die Auswirkung der Luft, des Wassers und des Feuers ganz im Kleinen nützt! Dabei bedenkt er nicht, dass er bei diesen im Verhältnis immer noch sehr kleinen Nutzanwendungen erst vorher lernen muss, beobachten, um schon vorhandene Beschaffenheiten oder Kräfte ganz in deren Eigenart zu nützen. Er muss sich dabei anzupassen suchen, wenn Erfolg sein soll! Er ganz allein! Das ist kein Herrschen, kein Bezwingen, sondern ein Sichbeugen, ein Sicheinfügen in die bestehenden Gesetze.
Der Mensch müßte dabei endlich gesehen haben, dass ihm nur lernendes Sicheinfügen den Nutzen bringen kann! Er sollte darin dankbar weiter schreiten. Aber nein! Er brüstet und gebärdet sich daraufhin nur noch anmaßender als zuvor. Gerade dort, wo er sich einmal dienend dem göttlichen Willen in der Schöpfung beugt und dadurch sofort sichtbar Nutzen hat, sucht er es kindisch derart hinzustellen, dass er ein Sieger ist! Ein Sieger über die Natur! Die unsinnige Einstellung erreicht den Gipfel aller Dummheit darin, dass er damit an wirklich Großem blind vorübergeht; denn bei der rechten Einstellung würde er tatsächlich ein Sieger sein . . . über sich selbst und seine Eitelkeit, weil er sich in der folgerichtigen Beleuchtung bei allen namhaften Errungenschaften vorher lernend beugte gegenüber dem Bestehenden. Darin allein wird ihm Erfolg. .Jeder Erfinder und auch alles wirklich Große hat sein Denken und sein Wollen eingefügt in die bestehenden Naturgesetze. Was sich dagegen stemmen oder gar dagegen wirken will, das wird erdrückt, zermalmt, zerschellt. Es ist unmöglich, dass es jemals recht zum Leben kommen kann.
Wie die Erfahrungen im Kleinen, nicht anders ist es mit des Menschen ganzem Sein, nicht anders mit ihm selbst!
Er, der nicht nur die kleine Erdenzeit, sondern die ganze Schöpfung zu durchwandern hat, braucht dazu unbedingt die Kenntnis der Gesetze, denen die gesamte Schöpfung unterworfen bleibt, nicht nur die jedem Erdenmenschen allernächste, sichtbare Umgebung! Kennt er sie nicht, so wird er aufgehalten und gehemmt, verletzt, zurückgeworfen oder gar zermalmt, weil er in seiner Unkenntnis nicht mit den Kraftströmungen der Gesetze gehen konnte, sondern sich so falsch hineinstellte, dass sie ihn abwärts drücken mußten anstatt aufwärts.
Ein Menschengeist zeigt sich nicht groß, bewundernswert, sondern nur lächerlich, wenn er die Tatsachen, die er täglich in ihren Auswir-kungen überall erkennen muss, starrköpfig und verblendet abzulehnen sich bemüht, sobald er sie nicht nur in seiner Tätigkeit und aller Technik, sondern auch für sich und seine Seele grundlegend verwenden soll! Er hat in seinem Erdensein und Wirken stets Gelegenheit, die unbedingte Fertigkeit und Gleichheit aller Grundauswirkungen zu sehen, sobald er sich nicht leichtsinnig oder gar böswillig verschließt und schläft.
Es gibt darin in der gesamten Schöpfung keine Ausnahme, auch nicht für eine Menschenseele! Sie muss sich den Gesetzen in der Schöpfung fügen, wenn deren Wirken fördernd für sie werden soll! Und diese einfache Selbstverständlichkeit übersah der Mensch bisher vollständig in der leicht-fertigsten Art.
Sie erschien ihm so einfach, dass sie für ihn gerade dadurch zu dem Schwersten im Erkennen werden musste, was es für ihn gab. Und dieses Schwere zu erfüllen wurde mit der Zeit für ihn überhaupt unmöglich. So steht er heute nun vor dem Ruin, dem seelischen Zusammenbruch, der alles von ihm Aufgebaute mit zertrümmern maß!
Nur eines kann ihn retten: Restlose Kenntnis der Gesetze Gottes in der Schöpfung. Das ganz allein vermag ihn wieder vorwärts, aufwärts zu bringen, und mit ihm alles, was er künftig aufzubauen sucht.
Sagt nicht, dass Ihr als Menschengeister die Gesetze in der Schöpfung nicht so leicht erkennen könnt, dass sich die Wahrheit von den Trugschlüssen schwer unterscheiden lässt. Das ist nicht wahr! Wer solche Reden führt, will damit nur die Trägheit wieder zu bemänteln suchen, die er in sich birgt, will nur die Gleichgiltigkeit seiner Seele nicht erkennbar werden lassen, oder sich vor sich selbst zur eigenen Beruhigung entschul-digen.
Es nützt ihm aber nichts; denn jeder Gleichgiltige, jeder Träge wird nunmehr verworfen! Nur der, der seine ganze Kraft zusammenrafft, um sie zur Erringung des Notwendigsten für seine Seele restlos zu verwenden, kann noch Aussicht auf die Rettung haben. Alle Halbheit ist so gut wie Nichts. Auch jedes Zögern, das Hinausschieben ist schon vollständige Versäumnis. Es ist der Menschheit nicht mehr Zeit gelassen, weil sie schon bis zu dem Zeitpunkt gewartet hat, welcher die letzte Grenze bildet.
Es wird ihr selbstverständlich diesmal nicht so leicht gemacht und auch nicht so leicht werden, da sie durch das bisherige sorgloseste Dahinschlendern in diesen Dingen sich jeder Fähigkeit beraubte, an den tiefen Ernst einer notwendigen letzten Entscheidung überhaupt zu glauben! Und dieser Punkt gerade ist die größte Schwäche, wird der unfehlbare Sturz so Vieler sein!
Jahrtausende hindurch ist viel getan worden, Euch Gottes Willen oder die Gesetzmäßigkeit in der Schöpfung klar zu machen, wenigstens so weit, wie Ihr es braucht, um aufsteigen zu können nach der Urschöpfung, aus der Ihr ausgegangen seid, um Euch dahin zurückzufinden! Nicht durch die so genannten Erdenwissenschaften, auch nicht durch die Kirchen, sondern durch die Diener Gottes, die Propheten alter Zeiten, wie dann durch des Gottessohnes Botschaft selbst. So einfach diese Euch gegeben war, Ihr redet bisher nur davon, doch habt Ihr niemals Euch ernsthaft bemüht, sie richtig zu verstehen, noch weniger, darnach zu leben! Das war nach Eurer trägen Meinung viel zu viel von Euch verlangt, trotzdem es Euere einzige Rettung ist! Ihr wollt gerettet werden, ohne dass Ihr selbst Euch irgendwie dabei bemüht! Wenn Ihr darüber nachdenkt, müsst Ihr doch zu diesem traurigen Erkennen kommen.
Aus jeder Gottesbotschaft machtet Ihr Religion! Zu Euerer Bequem-lichkeit! Und das war falsch! Denn einer Religion bautet Ihr eine ganz besondere, erhöhte Stufe, abseits von dem Alltagswirken! Und darin lag der größte Fehler, den Ihr machen konntet; denn Ihr stelltet damit auch den Gotteswillen abseits von dem Alltagsleben, oder, was dasselbe ist, Ihr stelltet Euch abseits vom Gotteswillen, anstatt Euch mit ihm zu vereinen, ihn mitten in das Leben und das Treiben Eures Alltags zu setzen! Eins mit ihm zu werden! Ihr sollt jede Botschaft Gottes ganz natürlich aufnehmen und praktisch, müsst sie Eurer Arbeit einverleiben, Eurem Denken, Eurem ganzen Leben! Ihr dürft nicht etwas für sich Alleinstehendes daraus machen, wie es jetzt geschah, zu dem Ihr nur besuchsweise in Ruhestunden geht! Wo Ihr für eine kurze Zeit Euch der Zerknirschung hinzugeben sucht, oder des Dankes, der Erholung. Damit ist es Euch nicht als etwas Selbstverständliches geworden, das Euch zu eigen ist wie Hunger oder Schlaf.
Versteht doch endlich recht: Ihr sollt in diesem Gotteswillen leben, damit Ihr Euch zurechtfindet auf allen Wegen, welche Gutes für Euch bringen! Die Gottesbotschaften sind nur wertvolle Winke, die Ihr nötig habt, ohne deren Kenntnis und Befolgung Ihr verloren seid! Ihr dürft sie deshalb nicht in einen Glasschrein stellen, um sie darin wie etwas Heiliges in seligem Erschauern nur des Sonntags zu betrachten, oder in der Not, in Angst an diesen Ort zu flüchten, um sich darin Kraft zu holen! Unselige, Ihr sollt die Botschaft nicht verehren, sondern nützen! Sollt herzhaft zugreifen, nicht nur im Feierkleide, sondern mit der harten Faust des werktätigen Lebens, welche niemals schändet, nicht erniedrigt, sondern jeden ehrt! Das Kleinod leuchtet in der schweiß- und erdbeschmutzten Schwielenhand viel reiner, höher auf als in den wohlgepflegten Fingern eines trägen Nichtstuers, der seine Erdenzeit nur mit Betrachtungen verbringt!
Jede Gottesbotschaft sollte Euch zu teil gegeben sein, das heißt ein Teil von Euch werden! Den Sinn müsst Ihr recht zu erfassen suchen!
Ihr durftet sie nicht als etwas Gesondertes betrachten, was außerhalb von Euch verbleibt, an das Ihr mit scheuer Zurückhaltung heranzutreten Euch gewöhnt. Nehmt das Wort Gottes in Euch auf, damit ein jeder weiß, wie er zu leben und zu gehen hat, um zu dem Gottesreiche zu gelangen!
Darum erwachet endlich! Lernet die Gesetze in der Schöpfung kennen. Dazu verhilft Euch aber keine Erdenklugheit, nicht das kleine Wissen technischer Beobachtung, so Karges reicht nicht aus für den Weg, welchen Eure Seele nehmen muss! Ihr müsst den Blick über die Erde weit hinaus erheben und erkennen, wohin Euch der Weg führt nach diesem Erdensein, damit Euch darin gleichzeitig auch das Bewusstsein dafür wird, warum und auch zu welchem Zwecke Ihr auf dieser Erde seid. Und wiederum gerade so, wie es in diesem Leben mit Euch steht, ob arm, ob reich, gesund oder erkrankt, in Frieden oder Kampf, Freud oder Leid, Ihr lernt die Ursache und auch den Zweck erkennen und werdet darin froh und leicht, dankbar für das Erleben, das Euch bisher ward. Ihr lernt die einzelne Sekunde kostbar schätzen und vor allen Dingen auch sie nützen! Nützen zum Aufstieg nach dem freudevollen Sein, dem großen, reinen Glück!
Und da Ihr selbst Euch viel zu sehr verstrickt, verworren habt, kam Euch als Rettung einst die Gottesbotschaft durch den Gottessohn, nachdem die Warnungen durch die Propheten kein Gehör gefunden hatten. Die Gottesbotschaft zeigte Euch den Weg, den einzigen, zu Eurer Rettung aus dem Sumpf, der Euch schon zu ersticken drohte! Durch Gleichnisse suchte der Gottessohn Euch darauf hinzuführen! Die Glaubenwollenden und Suchenden nahmen sie auf mit ihrem Ohr, doch weiter ging es nicht. Sie suchten nie darnach zu leben.
Religion und Alltagsleben blieb auch Euch stets zweierlei. Ihr standet immer nur daneben, statt darin! Die in den Gleichnissen erläuterte Auswirkung der Gesetze in der Schöpfung blieb von Euch völlig unverstanden, weil Ihr sie darin nicht suchtet!
Nun kommt noch einmal in der Gralsbotschaft die gleiche Deutung der Gesetze in für die Jetztzeit Euch verständlicherer Form! Es sind in Wirklichkeit genau dieselben, welche Christus einst schon brachte, in der für damals angebrachten Form. Er zeigte, wie die Menschen denken, reden, handeln sollen, um geistig reifend in der Schöpfung aufwärts zu gelangen! Mehr brauchte ja die Menschheit nicht. Es ist nicht eine Lücke dafür in der damaligen Botschaft. Die Gralsbotschaft bringt nun genau dasselbe, nur in heutiger Form.
Wer sich nun endlich darnach richtet, im Denken, Reden und im Tun, der übt damit die reinste Gottanbetung aus; denn diese ruht nur in der Tat!
Wer sich in die Gesetze willig stellt, tut stets das Rechte! Damit beweist er seine Ehrfurcht vor der Weisheit Gottes, beugt sich freudig seinem Willen, der in den Gesetzen liegt. Er wird dadurch von deren Auswirkung gefördert und beschützt, von allem Leid befreit und hochgehoben in das Reich des lichten Geistes, wo in jubelndem Erleben die Allweisheit Gottes ohne Trübung jedem sichtbar wird, und wo die Gottanbetung in dem Leben selbst besteht! Wo jeder Atemzug, jedes Empfinden, jede Tat von freudevoller Dankbarkeit getragen wird und so als dauernder Genuss besteht. Aus Glück heraus geboren, Glück aussäend und deshalb Glück erntend! Gottanbetung in dem Leben und Erleben liegt allein im Einhalten der göttlichen Gesetze. Nur damit wird das Glück verbürgt. So soll es sein in dem kommenden Reich, dem Tausendjährigen, welches das Gottesreich auf Erden heißen wird! So sollen alle Anhänger der Gralsbotschaft als Leuchten und als Wegweiser unter der Menschheit werden.
Wer das nicht kann oder nicht will, der hat die Botschaft wieder nicht verstanden, der lege besser sein Kreuz ab, damit er nicht ein falsches Vorbild bietet, das ernsthaft Suchende nur irre werden lassen muss. Gralsdienst soll wahre, lebendige Gottanbetung sein. Gottanbetung ist der erste Gottesdienst, der nicht in äußeren Dingen besteht, sich nicht nur nach außen hin zeigt, sondern auch in den zurückgezogensten Stunden in jedem Menschen lebt, und sich in seinem Denken und in seinem Handeln zeigt, als Selbstverständlichkeit.
Wer sich freiwillig nicht dazu bekennen will, der wird die nahe Zeit des Gottesreiches nicht erleben, wird vernichtet oder aber noch zur unbe-dingten Beugsamkeit gezwungen mit göttlicher Kraft und irdischer Gewalt! Zum Besten der gesamten Menschheit, die begnadet ist, in diesem Reich endlich den Frieden und das Glück zu finden!
DAS RECHT DES KINDES AN DIE ELTERN
Viele Kinder leben den Eltern gegenüber in einem unseligen Wahne, der für sie zum größten Schaden wird. Sie glauben den Eltern die Veranlassung zu ihrem eigenen Erdensein aufbürden zu können. Oft hört man die Bemerkung: „Selbstverständlich müssen meine Eltern für mich sorgen; denn sie haben mich ja in die Welt gesetzt. Meine Schuld ist es nicht, dass ich da bin.“
Etwas Törichteres kann gar nicht gesagt werden. Ein jeder Mensch ist auf sein eigenes Bitten hin auf dieser Erde, oder auf seine eigene Schuld hin! Eltern geben lediglich die Möglichkeit der Inkarnierung, weiter nichts. Und jede inkarnierte Seele muss dankbar sein, dass ihr die Möglichkeit dazu gegeben wurde!
Die Seele eines Kindes ist weiter nichts als Gast bei seinen Eltern. In dieser Tatsache allein schon liegt genug Erklärung, um zu wissen, dass ein Kind in Wirklichkeit keinerlei Rechte den Eltern gegenüber geltend machen kann! Geistige Rechte an die Eltern hat es nicht! Irdische Hechte aber sind ja lediglich aus der rein irdischen, gesellschaftlichen Ordnung hervorgegangen, die der Staat vorsieht, damit er selbst keine Verpflich-tungen zu übernehmen braucht.
Das Kind ist geistig eine für sich abgeschlossene Persönlichkeit! Außer dem irdischen Körper, der als Werkzeug zur Betätigung auf dieser grobstofflichen Erde nötig ist, hat; es nichts von den Eltern empfangen. Also nur eine Behausung, welche die schon vorher selbständige Seele benützen kann.
Doch durch die Zeugung übernehmen Eltern die Verpflichtung, die damit geschaffene Behausung zu verpflegen und instand zu halten, bis die Seele, die davon Besitz genommen hat, die Unterhaltung selbst zu übernehmen fähig ist. Den Zeitpunkt dafür zeigt der natürliche Werdegang des Körpers selbst. Was darüber hinaus geschieht, ist von den Eltern ein Geschenk.
Die Kinder sollten deshalb endlich einmal aufhören, sich auf die Eltern zu verlassen, und lieber daran denken, dass sie selbst so bald als irgend möglich sich auf eigene Füße stellen. Es ist dabei natürlich gleichgültig, ob sie sich in dem Elternhause selbst betätigen, oder außerhalb. Aber Betätigung muss sein, die nicht in Vergnügungen und Erfüllung so genannter Gesellschaftspflichten bestehen darf, sondern in einer bestimm-ten wirklichen und nützlichen Pflichterfüllung, derart, dass die betreffende Betätigung durch eine andere, extra dafür eingestellte Person ausgeführt werden müßte, wenn das Kind diese Arbeit nicht mehr erledigt. Nur so kann von einem nützlichen Sein auf der Erde gesprochen werden, das Reife des Geistes nach sich zieht! Erfüllt ein Kind im Elternhause eine derartige Aufgabe, gleichviel, ob es männlichen oder weiblichen Ge-schlechtes ist, so soll ihm von den Eltern aus aber auch der Lohn werden, der einer fremden dafür angestellten Person zukommen müßte. Mit anderen Worten: Das Kind muss dann in seiner Pflichterfüllung auch als wirklich selbständiger Mensch beachtet und behandelt werden. Schlingen sich um Eltern und Kinder besondere Bande der Liebe, des Vertrauens und der Freundschaft, so ist es umso schöner für beide Teile; denn dann ist dies ein freiwilliges Verbundensein, aus innerer Überzeugung heraus, und deshalb umso wertvoller! Dann ist es echt, und hält verbunden auch für das Jenseits, zur gegenseitigen Förderung und Freude. Familienzwang und Familien-gepflogenheiten aber sind ungesund und verwerflich, sobald eine gewisse Altersgrenze der Kinder überschritten ist.
Es gibt natürlich auch keine so genannten Verwandtschaftsrechte, auf welche namentlich Tanten, Onkels, Basen und Vettern, und was sich sonst noch alles verwandtschaftlich herauszuschälen sucht, sich so oft stützen. Gerade diese Verwandtschaftsrechte sind ein verwerflicher Missbrauch, der einem in sich selbst abgeschlossenen Menschen stets zum Ekel sein muss.
Aus Überlieferungen heraus ist dies leider zur Gewohnheit geworden, derart, dass gewöhnlich ein Mensch gar nicht anders zu denken versucht, und sich still darein fügt, wenn auch mit Abneigung. Wer aber einmal den kleinen Schritt wagt und frei darüber nachdenkt, dem kommt das alles aus der Tiefe der Seele heraus so lächerlich vor, so widerlich, dass er sich empört abwendet von den damit geschaffenen Anmaßungen.
Mit solchen widernatürlichen Dingen muss einmal aufgeräumt werden! Sobald ein frischer und gesunder Menschenschlag in sich erwacht, werden derartige Missbräuche dann sowieso nicht mehr ertragen, weil sie gegen jeden gesunden Sinn stehen. Aus solchen gekünstelten Verzerrungen des natürlichen Lebens könnte ja auch nie etwas wirklich Großes erstehen, da die Menschen dabei viel zu unfrei bleiben. In diesen anscheinenden Nebensachen liegt gewaltiges Gebundensein. Hier muss die Freiheit einset-zen, indem der Einzelmensch sich losreißt von unwürdiger Gepflogenheit! Wahre Freiheit liegt nur in der rechten Pflichterkennung, die verbunden bleibt mit freiwilliger Pflichterfüllung! Pflichterfüllung ganz allein gibt Rechte! Dies bezieht sich auch auf Kinder, denen ebenfalls nur aus der treuesten Pflichterfüllung heraus Rechte werden können. -
Es gibt aber nun eine ganze Reihe strengster Pflichten aller Eltern, die mit Kinderrechten nicht zusammenhängen.
Jeder Erwachsene hat sich bewusst zu sein, was mit der Zeugung eigentlich verbunden ist. Der bisherige Leichtsinn darin, die Gedanken-losigkeit und auch die falschen Anschauungen haben sich ja in so unheilvoller Art gerächt.
Macht Euch nur klar, dass in dem allernächsten Jenseits eine große Anzahl Seelen schon bereit stehen in der Erwartung einer Möglichkeit zur Wiederinkarnierung auf der Erde. Es sind dies meistens solche Menschenseelen, die, von Karmafäden festgehalten, irgendwelche Ablösung in einem neuen Erdenleben suchen.
Sowie sich ihnen eine Möglichkeit dazu ergibt, haften sie sich an Stellen, wo ein Zeugungsakt erfolgte, um wartend das Heranreifen des neuen Menschenkörpers als Behausung zu verfolgen. In diesem Warten spinnen sich dann feinstoffliche Fäden von dem jungen Körper aus zur Seele, die sich hartnäckig in großer Nähe der werdenden Mutter hält, und umgekehrt, und bei bestimmter Reife dienen dann die Fäden zu der Brücke, die die fremde Seele aus dem Jenseits einlässt in den jungen Körper, den sie auch sofort für sich in Anspruch nimmt. Ein fremder Gast zieht damit ein, der durch sein Karma den Erziehern manchen Kummer machen kann! Ein fremder Gast! Welch ungemütlicher Gedanke! Das sollte sich ein Mensch doch stets vor Augen halten, und sollte nie vergessen, dass er in der Auswahl unter den wartenden Seelen mitbestimmen kann, wenn er die Zeit dazu nicht leichtsinnig versäumt. Es ist die Inkarnierung allerdings einem Gesetz der Anziehung der Gleichart unterworfen. Doch braucht dazu nicht unbedingt die Gleichart eines der Erzeuger als ein Pol zu dienen, sondern manchmal irgendeines Menschen, der viel in der Nähe der werdenden Mutter ist. Wie manches Unheil kann nun abgewendet werden, sobald der Mensch den ganzen Vorgang richtig kennt, und sich bewusst damit befasst. So aber tändeln sie nur leichtfertig dahin, besuchen Spiel und Tanz, geben Gesellschaften, und kümmern sich nicht viel darum, was wahrend dieser Zeit an Wichtigem sich vorbereitet, um später in ihr ganzes Leben machtvoll einzugreifen.
Bewusst sollten sie im Gebet, dem ja das heiße Wünschen stets zu Grunde liegt, so manches darin lenken, Übel abschwächen, Gutes zu verstärken. Der fremde Gast, der dann als Kind bei ihnen einzieht, würde dadurch derart sein, dass er willkommen bleibt in jeder Art! Man faselt viel von vorgeburtlicher Erziehung, in dem gewohnten Halbverstehen oder Falschverstehen mancher Auswirkungen, die sich äußerlich bemerkbar machen.
Wie aber oft, so ist auch hier menschliche Folgerung aus den Beob-achtungen falsch. Es gibt gar keine Möglichkeit der vorgeburtlichen Erziehung, doch dafür unbedingte Möglichkeit einer Beeinflussung der Anziehung, wenn es zu rechter Zeit und mit dem rechten Ernst geschieht! Das ist ein Unterschied, der in den Folgen weiter greift, als es je eine vorgeburtliche Erziehung fertig bringen könnte.
Wer nun darüber klar geworden ist, und trotzdem noch in leicht-sinniger Weise sich gedankenlos verbindet, verdient es ja nicht anders, als dass ein Menschengeist in seinen Kreis sich drängt, der ihm darin nur Unruhe und vielleicht sogar Übel bringen kann.
Die Zeugung soll für einen geistig freien Menschen nichts andres sein, als der Beweis seiner Bereitwilligkeit, einen fremden Menschengeist als Dauergast in die Familie aufzunehmen, ihm Gelegenheit zu geben, auf der Erde abzulösen und zu reifen. Nur wo auf beiden Seiten der innige Wunsch für diesen Zweck vorhanden ist, soll die Gelegenheit zu einer Zeugung erfolgen. Betrachtet nun einmal die Eltern und die Kinder nur von diesen Tatsachen ausgehend, so wird vieles sich von selbst verändern. Gegenseitige Behandlung, die Erziehung, alles erhält andere, ernstere Grundlagen als bisher in zahlreichen Familien üblich war. Es wird mehr Rücksicht und mehr Achtung gegenseitig sein. Selbständigkeits-Bewußtsein und Verantwortungsbestreben wird sich fühlbar machen, das als Folge den natürlichen, sozialen Aufstieg in dem Volke bringt. Die Kinder aber werden bald verlernen, sich Rechte anmaßen zu wollen, welche nie bestanden. -
IDEALE MENSCHEN
Wir wollen aber besser sagen: idealseinwollende Menschen! Doch auch hier müssen vorher in erster Linie ganz sorgfältig ausgeschieden werden alle die, die sich wohl so nennen oder gern bezeichnen lassen, aber nicht einmal zu den idealseinwollenden gehören. Es sind dies die große Klasse der weichlich-schwärmerischen Menschen beiderlei Geschlechts, denen sich auch noch die fantasiebegabten Menschen anschließen, die nie erlernen konnten, ihre Gabe zu beherrschen und in nutzbringender Weise zu verwenden. Wegfallen müssen auch die, welche mit bestehenden Verhältnissen stets unzufrieden sind, und diese Unzufriedenheit darauf zurückführen, dass sie idealer veranlagt sind als alle anderen, deshalb nicht in ihre Zeit passen. Dann finden wir noch die Massen der so genannten „Unverstandenen“ beiderlei Geschlechts, wobei die größte Zahl von den Mädchen und Frauen gebildet wird. Diese Sorte Menschen bildet sich ein, unverstanden zu sein. Das heißt auf gut deutsch, sie leben dauernd in der Einbildung, einen Schatz von Werten in sich zu tragen, die der andere Teil, mit dem sie gerade verkehren, nicht zu erkennen fähig ist. In Wirklichkeit sind aber gar keine Schätze in diesen Seelen verborgen, sondern statt deren lediglich eine unversiegbare Quelle maßloser, nie zu stillender Wünsche.
Man kann ruhig alle so genannten unverstandenen Menschen einfach „unbrauchbare“ Menschen nennen, weil sie sich unbrauchbar für das richtige Gegenwartsleben zeigen und nur Unwirklichem, zum Teil sogar dem Unsoliden nachhängen. Immer aber dem, was nicht für ein gesundes Erdenleben passt. Der Weg solcher ewig unverstandenen Mädchen und Frauen geht aber leider sehr oft in ein solches Leben hinein, das man landläufig als „unsolid“ bezeichnet, als unsittlich, weil sie sich nur immer zu gern und zu leicht und auch zu oft „trösten“ lassen wollen, was eine gewisse Art der Männer natürlich weiß und skrupellos ausnützt. Gerade diese Unverstandenen werden aber auch immer in jeder Beziehung unzuverlässig sein und bleiben. Sie dünken sich ideal, sind aber vollkommen wertlos, so dass ein ernster Mensch, der nicht niedere Absichten hegt, ihnen am besten aus dem Wege geht. Hilfe zu bringen würde zwecklos sein. Es nähern sich ihnen auch fast immer nur „Tröster“ mit übler Absicht, wobei die Wechselwirkung sehr schnell sich auslöst; denn an (lern Herzen oder in den Armen eines so genannten Trösters wird sich ein unverstandenes Mädchen oder Frau nach wenigen Tagen oder Wochen schon wieder „unverstanden“ fühlen und Sehnsucht nach einem neuen Verstandenwerden haben, weil sie überhaupt nicht wissen, was sie eigentlich wollen. Zu allen diesen untauglichen Gruppen gesellt sich zuletzt auch noch die Gruppe der harmlosen Träumer! Anscheinend harmlos wie die Kinder. Die Harmlosigkeit eines solchen Träumers besteht aber nur im Hinblick auf die Wirkung gegen diesen selbst, auf dessen eigene Persönlichkeit. Nicht aber auf dessen Umgebung und alle die Menschen, mit denen er zusammenkommt. Für viele wirkt ein so harmloser Träumer durch die Unterhaltung schon direkt wie langsam fressendes Gift, zerstörend, zersetzend, weil er sie mit seinen Ideenentwicklungen aus dem normalen und damit gesunden Erdenleben herauszureißen fähig ist, um sie in das Reich des für die Erdenzeit Unangebrachten, Unwirklichen zu führen. Doch wohl gemerkt: Ich sage nicht, dass ein derartiger Träumer unrein oder gar schlecht sei, im Gegenteil. Er kann das Beste wollen, aber er wird es immer für die Erde unwirklich wollen, praktisch undurch-führbar, und dadurch wirkt er für das Erdensein nicht fördernd, sondern hemmend, zerstörend.
Aber auch bei den nun übriggebliebenen „idealstrebenden“ Menschen müssen wir nochmals eine Spaltung machen, genau beobachten. Wir finden dann immer noch zwei Sorten Idealen „nachstrebenden“ Menschen und idealstrebende Menschen. Die Idealen nachstrebenden Menschen sind meistens Schwächlinge, die sich stets nach etwas sehnen, was überhaupt nie zu erreichen ist. Wenigstens nicht auf Erden, und die deshalb auch niemals wirklich beglückt oder auch nur froh werden können. Sie stehen der Gruppe der „Unverstandenen“ sehr nahe, und fallen mit der Zeit in eine krankhafte Sentimentalität, die zu nichts Gutem führt. Haben wir aber dann derart scharf ausgeschieden, so müssen wir die zuletzt noch Übriggebliebenen bildlich gesagt tatsächlich auch am Tage mit der Laterne suchen, so wenig sind es. Diese Wenigen sind dann zwar selbst noch nicht „ideale Menschen“ zu nennen, sondern, wie ich schon sagte, „idealstre-bende“ Menschen. Idealstrebend als persönliche, sich auf Erden betä-tigende Eigenschaft betrachtet. Das sind dann erst die Menschen, die man voll bewerten kann. Die wohl ein großes, oft gewaltiges Ziel vor Augen haben, aber damit niemals zum Schweben kommen, sondern die sich mit beiden Füßen fest im Erdenleben verankern, um nicht losgelöst zu werden in das für die Erde Unwirkliche. Sie streben Stufe für Stufe, mit gesundem Blick und geschickter Hand dem weitausgelegten Ziele zu, ohne dabei anderen Menschen unverdient zu schaden. Der Nutzen, den solcher Art Menschen bringen, wird selten nur einzelnen Personen gelten. Eine Ausbeutung irgendwelcher Art kommt dabei nie in Betracht, da dann die Bezeichnung idealstrebend ja keine Berechtigung hätte. Und idealstrebend soll und kann jeder Mensch sein, gleichviel, welcher Betätigung er hier auf Erden nachgeht. Er kann jede Art der Arbeit damit veredeln und ihr weite Ziele geben. Er darf dabei nur nie vergessen, alles in dem Rahmen des Erdenlebens zu behalten. Geht er darüber hinaus, so wird es für die Erde unwirklich und damit ungesund. Die Folge ist, dass eine Förderung niemals zu erreichen ist, die Grundbedingung und Kennzeichen alles Idealstrebenden ist. Auf der Erde hat der Mensch die Pflicht, sich als Ziel das für ihn Höchsterreichbare zu stellen, und mit allen Kräften darnach zu streben, dieses Ziel zu erreichen. Als Mensch! Dies schließt von vornherein aus, dass er nur wie ein Tier für Essen und Trinken zu sorgen sich bemüht, wie es leider so viele Menschen machen, oder dass er durch den Verstand sich peitschen lässt, rein irdische Größe oder Berühmtheit zu erhalten, ohne als Hauptzweck Allgemeinwohl und Menschheitshebung dabei im Auge zu haben. Diese alle sind für die Erde weniger wert als Tiere, da ein Tier immer ungekünstelt das ganz ist, was es sein soll, auch wenn sein Zweck nur zum Wachhalten der Kreaturen dient, damit nicht hemmende Erschlaffung einsetzt, die Niedergang und den Zerfall zur Folge haben könnte, da die Bewegung in der Schöpfung Lebensbedingung bleibt. Wachsein! Der wirklich idealstrebende Mensch ist also daran zu erkennen, dass er Irdisch-Bestehendes zu heben sucht, nicht etwa in dem Verstandes-sinne zu einer Vergrößerung und Macht, sondern zu der Veredelung! Alle seine Ideen werden aber auch die Möglichkeit irdischer Durchführung besitzen, die Nutzen für den Einzelmenschen wie auch für die Allgemein-heit nach sich zieht, während nur idealseinwollende sich in Ideen wälzen, die in einem gesunden Erdenleben unmöglich praktisch zu verwerten sind, sondern nur ablenken davon, in eine Traumwelt ziehen, die den Schaden bringt, dass man die Ausnützung der Gegenwart zur Reife seines Geistes übersieht, die jeder Mensch in seinem Gegenwartserleben bilden und entwickeln soll.
So sind auch jene Menschen mit idealkommunistischen Gedanken ernst genommen Schädlinge der Menschheit, weil die Verwirklichung nur Ungesundes bringen müßte, trotzdem sie von sich aus Gutes wollen. Sie gleichen Baumeistern, welche an der Werkstätte sorgsam ein Haus zusam-menstellen für einen anderen Platz. Es sieht schmuck und schön aus ... in der Werkstatt. Auf den eigentlichen Bauplatz gebracht aber steht es schief und unsicher, so dass Niemand darin wohnen kann, weil der Boden uneben war und sich trotz größter Bemühungen und Anstrengungen nicht ausgleichen ließ. Damit zu rechnen hatten die Baumeister vergessen. Sie übersahen die richtige Einschätzung des Bestehenden, welches zu diesem Bau als bedingt und unabänderlich gegeben war! Das macht ein wirklich Idealstrebender nicht!
Die idealkommunistischen Ideen können in der Durchführung nicht aus dem Grunde heraus emporwachsen, ebenso wenig in ihm verankert werden oder überhaupt verbunden, da dieser Grund, die Menschen, gar nicht zu ihm passen! Er ist zu uneben und wird es immer bleiben, weil keine gleichmäßige Reife aller Menschen auf der Erde herbeizuführen ist. Es wird immer und immer ein großer Unterschied in der jeweiligen Reife herrschen, da die Einzelmenschen geistig vollkommen eigene Persönlich-keiten sind und bleiben, die sich verschiedenartig nur entwickeln können, da diesen Geistpersonen der freie Wille über sich selbst nie genommen werden soll! Der bisherige freie Wille nach außen hin ist der Menschheit mit der Weltenwende entzogen worden durch die Menschwerdung des Gotteswillens auf der Erde, der nunmehr ganz naturgemäß den Menschenvillen zu beherrschen hat, weil er darüber steht und stärker ist! Nur innerlich kann jeder Einzelne noch einmal über seinen Geistesweg entscheiden, der ihn zum Lichte der Erhaltung führt oder zum Dunkel der Zersetzung! Nun sucht die wirklich idealstrebenden Menschen auf der Erde zu erkennen, um ihre Tat zu fördern, da sie aufbauend nur Nutzen bringen werden. -
DU SIEHST DEN SPLITTER IN DEINES BRUDERS AUGE UND ACHTEST NICHT DES BALKENS IN DEINEM AUGE
Ein jeder glaubt diese einfachen Worte voll verstanden zu haben, und doch wird es Wenige geben, die seinen eigentlichen Sinn erkannten. Es ist einseitig und falsch, wenn dieses Wort so ausgelegt wird, als ob es nur gesagt sei, damit der Mensch Nachsicht mit seinem Nächsten lernt. Nachsicht mit seinem Nächsten kommt bei dem Erleben dieses Ausspruchs von ganz allein als Selbstverständlichkeit, doch erst in zweiter Linie. Wer so in den Worten Christi schürft, der schürft nicht tief genug und zeigt damit, dass er weit davon entfernt ist, die Worte des Gottessohns lebendig machen zu können. Oder dass er die Weisheit in seinen Aussprüchen von vornherein unterschätzt. Auch werden diese Worte in den Auslegungen vieler Prediger wie alles andere in die Weichlichkeit und Schlaffheit der Liebe eingereiht, welche die Kirche so gern als christliche Liebe hinzustellen versucht.
Der Mensch kann aber und soll diesen Ausspruch des Gottessohnes nur als Maßstab seiner eigenen Fehler anwenden. Schaut er mit offenen Augen um sich, und beobachtet er dabei auch gleichzeitig sich selbst, so wird er bald erkennen, dass gerade diejenigen Fehler, die ihn bei seinen Nebenmenschen am meisten stören, bei ihm selbst in ganz besonderem Grade und für Andere lästig ausgeprägt sind.
Um nun das richtige Beobachten zu lernen, achtet Ihr am besten zuerst einmal aufmerksam nur auf Eure Nebenmenschen. Es wird darunter wohl kaum Einen geben, der nicht an Anderen dies oder jenes auszusetzen hat, und sich auch offen oder versteckt darüber ausspricht. Sobald dies geschieht, so nehmt diesen Menschen, der sich über Anderer Fehler aufhält oder gar empört, daraufhin einmal genau unter Euere Beobachtung. Es wird nicht lange währen, bis Ihr zu Eurem Erstaunen entdeckt, dass gerade diese Fehler, die der Betreffende an den Anderen so scharf rügt, bei diesem selbst in weit höherem Ausmaße vorhanden sind!
Es ist dies eine Tatsache, die Euch im Anfang verblüffen wird, die aber stets sich zeigt, ohne Ausnahme. Bei Beurteilung von Menschen könnt Ihr dies in Zukunft ruhig als feststehend annehmen, ohne dabei befürchten zu müssen, dass Ihr irrt. Es bleibt bestehen, dass ein Mensch, der sich über diese oderjene Fehler eines Anderen aufregt, bestimmt gerade diese Fehler in weit größerer Stärke selbst in sich trägt.
Tretet einmal in Ruhe an solche Prüfungen heran. Ihr werdet es fertig bringen und die Wahrheit sofort erkennen, weil Ihr selbst nicht dabei beteiligt seid, und deshalb auch bei beiden Teilen nichts zu beschönigen versucht.
Nehmt einmal einen Menschen, der in sich die Ungezogenheit gepflegt hat, vorwiegend mürrisch und unhöflich zu sein, selten ein freundliches Gesicht zu zeigen, den man also gern meiden möchte. Gerade diese nehmen für sich in Anspruch, besonders freundlich behandelt werden zu wollen und kommen außer sich, Mädchen und Frauen sogar zum Weinen, wenn sie in berechtigter Weise einmal auch nur einem vorwurfsvollen Blick begegnen. Das wirkt auf einen ernsten Beobachter so unsagbar lächerlich-traurig, dass man vergisst, darüber empört zu sein.
Und so ist es in tausend und mehr verschiedenen Arten. Es wird Euch das Erlernen und Erkennen leicht. Seid Ihr dann aber so weit, so habt auch den Mut anzunehmen, dass Ihr selbst darin keine Ausnahme bildet, da Ihr den Beweis bei allen Anderen gefunden habt. Und damit werden Euch dann die Augen über Euch selbst endlich geöffnet. Das ist gleichbedeutend mit einem großen Schritt, vielleicht sogar dem größten zu Euerer Entwicklung! Ihr zerschneidet damit einen Knoten, der heute die gesamte Menschheit niederhält! Löst Euch und helft freudig dann auch Anderen in gleicher Art.
Das wollte der Gottessohn mit diesen einfachen Worten sagen. Solche Erziehungswerte gab er in seinen schlichten Sätzen. Die Menschen aber suchten nicht ehrlich darin. Sie wollten wie immer sich darüber erhebend nur nachsichtig auf Andere blicken lernen. Das schmeichelte ihrem widerlichen Hochmut. Die ganze Erbärmlichkeit ihres falschen Denkens kommt in den bisherigen Auslegungen überall zum Durchbruch. Das unverhüllte heuchlerische Pharisäertum. Es hat sich unverändert in das Christentum verpflanzt. Denn auch die sich suchend Nennenden nahmen und nehmen alles viel zu leichtfertig entgegen in ihrem üblichen Gewohn-heitswahne, dass sie wirklich mit dem Lesen auch den Sinn verstanden haben müssen, weil sie es sich also glauben machen, ganz nach ihrem jeweiligen Gutdünken. Das ist kein ehrlich Suchen. Deshalb können sie den eigentlichen Schatz nicht finden. Deshalb konnte es auch keinen Fortschritt geben. Das Wort blieb tot für die, die es in sich lebendig machen sollten, um Werte für sich daraus zu erlangen, die zur Höhe tragen.
Und jeder Satz, welchen der Gottessohn der Menschheit gab, birgt solche Werte, die man nur nicht fand, weil man sie niemals darin richtig sucht!
DER ANTICHRIST
Menschen! Wenn die Stunde kommt, in der nach göttlichem Willen die Reinigung und Trennung auf der Erde vor sich gehen muss, so achtet auf die Euch verheißenen, zum Teile überirdischen Zeichen am Himmel!
Lasst Euch dann nicht irre machen von den Menschen und auch Kirchen, die sich lange schon dem Antichrist ergaben. Traurig ist es, dass nicht einmal Kirchen bisher wussten, wo sie diesen Antichrist zu suchen hatten, der doch schon solange mitten unter allen Menschen wirkt. Ein wenig Wachsein, und sie mußten es erkennen! Wer kann denn anti-christlicher noch handeln als die, die Christus selbst damals bekämpften und auch zuletzt mordeten! Wer konnte schlimmer und auch deutlicher als Gegenchrist sich zeigen!
Es waren Träger und Vertreter der irdischen Religion, denen die wahrhaftige Gottlehre in und durch den Gottessohn nicht in ihren eigenen Aufbau passte. Die wahrhafte Gottesbotschaft konnte ja nicht dazu passen, da der Aufbau der geistlichen Erdenwürdenträger in erster Linie auf Erdeneinfluss, auf irdische Macht und Ausdehnung gerichtet war. Ganz klar bewiesen sie damit, dass sie die Diener menschlichen Verstandes waren, der allein auf Erdenwissen, Erdenmacht gerichtet ist und feindlich, hindernd gegen alles steht, was außerhalb des irdischen Erfassens liegt! Da Gott nun völlig außerhalb des irdischen Verstandeswissen bleibt, und auch das Geistige, so ist gerade der Verstand das einzig wirklich Hindernde dafür! Er ist in seiner Art deshalb auch Gegner alles Göttlichen und alles Geistigen! Und deshalb folgerichtig mit ihm alle Menschen, die ihren Verstand als Oberstes und Höchstes anerkennen, nur auf ihn zu bauen suchen!
Die damaligen Träger der Religion fürchteten, unter dem Volke Einfluss zu verlieren durch die Aufklärung des Gottessohnes. Das war, wie heute alle wissen, der vorwiegende Grund zu den Verleumdungen, welche sie gegen Christus auszustreuen suchten, und zuletzt auch zur Hinrichtung des Gottessohnes. Sie schlugen den als Gotteslästerer ans Kreuz, der von demselben Gott direkt zur Aufklärung gesandt wurde, für dessen Diener sie sich ausgaben!
So wenig kannten sie in Wirklichkeit den Gott und dessen Willen, dem zu dienen sie die Menschen glauben machen wollten, zu dessen Ehre, dessen irdischer Verteidigung sie diesen Gottessohn, den Gottgesandten aber .... mordeten!
Es zeigte sich als unheilvolle Folge davon, dass sie Sklaven ihres Erdverstandes waren, welcher nur um seinen Einfluss damit kämpfte. Sie gaben sich als Henkerswerkzeuge des Antichristen hin, dem sie still in sich einen Thron errichtet hatten. Denn darin fanden sie Befriedigung menschlicher Schwächen, wie des Dünkels, Hochmuts, ihrer Eitelkeit.
Wer klareren Beweis erwartet, dem kann nicht geholfen sein; denn etwas Gegnerischeres gegen Christus, den Gottessohn, und dessen Worte gibt es nicht! Und Antichrist bedeutet ja den Kämpfer gegen Christus, gegen Menscherlösung in der Gottesbotschaft. Der irdische Verstand trieb sie dazu! Gerade dieser ist als giftiges Gewächs Luzifers ihm ein Werkzeug, das der Menschheit am gefährlichsten geworden ist! Deshalb ist einst das unverhältnismäßige Zugroßziehen des menschlichen Verstandes zur Erbsünde gewachsen für den Menschen! Dahinter aber steht Luzifer selbst als Antichrist in eigener Person! Er ist es, der sein Haupt erheben konnte durch die Menschen! Er, der einzige wirklich Gottfeindliche! Er hat sich den Namen Antichrist durch den feindlichen Kampf gegen des Gottes-sohnes Mission erworben. Kein Anderer hätte die Kraft und Macht dazu gehabt, zum Antichrist zu werden.
Und Luzifer bedient sich auf der Erde in seinem Kampf gegen den Gotteswillen nicht nur eines Menschen, sondern ziemlich der gesamten Menschheit, welche er damit auch dem Verderben unter der Auswirkung des göttlichen Zornes zuführt! Wer das nicht fassen kann, das Selbst-verständlichste, dass nur Luzifer selbst der Antichrist sein konnte, der es wagt, sich wider Gott zu stellen, dem wird nie etwas zu verstehen möglich werden von allem dem, was außerhalb der Grobstofflichkeit, also des rein Irdischen sich abspielt. Ein Solcher muss sich heute schon verloren geben.
Und wie es damals war, so ist es heute noch! Sogar weit schlimmer. Auch heute werden viele Religionsvertreter ganz erbittert kämpfen wollen, um die bisher durchgeführten irdischen Verstandesregeln in den Tempeln und den Kirchen zu erhalten.
Gerade dieser alles edlere Empfinden einengende menschliche Ver-stand ist mit das raffinierteste der Zuchtgewächse Luzifers, was er unter die Menschheit streuen konnte. Alle Sklaven des Verstandes aber sind in Wahrheit Diener Luzifers, die Mitschuld tragen an dem ungeheueren Zu-sammenbruch, der nun dadurch über die Menschheit kommen muss!
Weil nun kein Mensch den Antichristen unter dem Verstande suchte, war seine unheimliche Ausbreitung nur umso leichter! Luzifer trium-phierte; denn damit schloss er die Menschheit ab von jeglichem Begreifen alles dessen, was außerhalb der Grobstofflichkeit liegt. Vom eigentlichen Leben! Von der Stelle, an welcher erst die Fühlung einsetzt mit dem Geistigen, das in die Nähe Gottes führt!
Er setzte damit seinen Fuß auf diese Erde als der Herr der Erde und des Hauptteiles der Menschheit!
Da war es auch nicht zu verwundern, dass er bis zu den Altären dringen konnte und irdische Religionsvertreter auch christlicher Kirchen ihm zum Opfer fallen mußten. Auch sie erwarten ja den Antichrist erst vor dem angekündigten Gericht. Die große Offenbarung in der Bibel blieb darin wie vieles andere bisher noch unverstanden.
Die Offenbarung sagt, dass dieser Antichrist vor dem Gericht sein Haupt erheben wird! Doch nicht, dass er erst kommt! Wenn darin ausgedrückt wurde, dass er sein Haupt erhebt, so zeigt es doch, dass er schon da sein muss, nicht aber, dass er erst noch kommt. Er wird den Gipfel seiner Herrschaft haben, kurz vor dem Gericht, das soll damit gesagt sein!
Ihr, die Ihr noch nicht geistig taub und blind geworden seid, hört diesen Warnungsruf! Gebt Euch die Mühe, selbst einmal ganz ernsthaft nachzudenken; denn das wird von Euch nunmehr verlangt! Bleibt ihr darin noch weiterhin bequem, gebt Ihr Euch selbst verloren.
Wenn man vom Lager einer Giftschlange den sie deckenden Schutz abhebt und sie sich dadurch plötzlich bloßgelegt erkennt, so wird sie selbstverständlich gegen diese rücksichtslose Hand zu springen suchen, um zu beißen.
Nicht anders hier. Der sich entdeckt sehende Antichrist wird schnell durch seine Diener widersprechen, bei der Entlarvung schreien und alles mögliche versuchen, sich auf dem Throne zu erhalten, den ihm die Menschheit willig bot. Das alles kann er aber auch nur durch die, die ihn in sich verehren. Deshalb achtet nunmehr scharf auf Euere Umgebung, wenn der Kampf beginnt! Gerade an dem Schreien werdet Ihr sie um so sicherer erkennen, jeden, der zu ihm gehört! Denn diese werden wieder wie schon einstens wandeln in der Furcht vor einer reinen Wahrheit, in der Gegnerschaft!
Der Antichrist wird wieder suchen, seinen Einfluss auf der Erde krampfhaft festzuhalten. Achtet auf seine Unsachlichkeit in der Abwehr und im Angriffe; denn wieder wird er nur verleumderisch, verdächtigend arbeiten, weil seine Anhänger nichts anderes zu tun vermögen. Vor die Wahrheit hinzutreten und diese zu widerlegen, ist nicht möglich.
So werden Diener Luzifers diesmal den Gottgesandten als den Antichrist bezeichnen wollen, als Gotteslästerer genau wie einst den Gottessohn! Und doch muss jeder darin nur schwache Verteidigung erkennen, die jeder Folgerichtigkeit entbehrt. Wie kann man den als Antichrist bezeichnen, welcher Luzifer bloßstellt, und dessen Machen-schaften an die Oberfläche zwingt. Das ist nur eine neue Form dafür, dass man den Gottessohn als Gotteslästerer hinstellte, nur weil seine Erklärung nicht mit den Menschenansichten sich deckten. Wo ein derartiger Versuch geschieht, dort werdet aufmerksam; denn damit wollen solche Menschen Luzifer nur schützen, um seine Herrschaft auf der Erde aufrecht zu erhalten. Dort ist ein Herd des Dunkels, auch wenn die Menschen äußerlich ein helles, irdisches Gewand zu tragen pflegen, auch wenn sie Diener einer Kirche sind.
Vergesst nicht das Geschehen zu der Erdenzeit des Gottessohnes, sondern bedenkt, dass heute noch derselbe Antichrist mit noch viel größerem Menschenanhang sich müht, die Erdenherrschaft zu behalten, der Vernichtung zu entgehen, und weiterhin den wahren Gotteswillen zu verdunkeln.
Achtet deshalb aufmerksam auf alle Zeichen, die verheißen sind! Es gilt für jeden Einzelnen letzte Entscheidung. Rettung oder das Verderben! Denn diesmal ist es Gottes Wille, dass verloren gehe, was sich nochmals gegen ihn und seinen Boten aufzulehnen wagt!
Jede Nachlässigkeit darin wird Euch nun zum Gericht! - Nicht über einer Kirche werden Gotteszeichen stehen, nicht ein geistlicher Erdenwürdenträger wird den Ausweis tragen, dass er Gottgesandter ist! Sondern nur der, der mit den Zeichen untrennbar verbunden ist, sie deshalb auch lebendig leuchtend mit sich trägt wie einst der Gottessohn, als er auf dieser Erde weilte. Es ist das Kreuz der Wahrheit, lebend leuchtend in ihm, und die Taube über ihm! Sichtbar werdend allen denen, die dazu begnadet sind, Geistiges zu erschauen, um das Zeugnis davon abzulegen allen Menschen auf der Erde; denn es werden ihrer unter allen Völkern sein, die diesmal „sehen“ dürfen, als letzte Gnade Gottes! - - -
Nie lassen sich diese hohen Zeichen der heiligen Wahrheit vortäu-schen. Das bringt auch Luzifer nicht fertig, der davor fliehen muss, noch weniger ein Mensch. Wer sich deshalb noch gegen diesen Ausweis Gottes stellen will, der stellt sich nunmehr gegen Gott als Gottesfeind. Er zeugt damit, dass er nicht Gottesdiener ist noch war, gleichviel, was er bisher auf Erden vorgegeben hat zu sein. Er ist ein Diener Luzifers, des Antichristen, als Sklave des Verstandes, der mit diesem nun durch Gottes Willen dem Gericht verfällt!
Wahrt Euch, dass nicht auch Ihr dazu gehört!
DAS KREUZ DES HEILIGEN GRALES
Schwer wälzen sich die Überreste des Dunkels um die Erde, als den einzigen Halt, den es noch hat, durch die Menschen, deren Wollen und Streben ihm immer und immer wieder neue Nahrung bietet und neuen Raum gewährt. Je dichter und dunkler es aber um die Erdenmenschheit wird, desto mehr tritt naturgemäß das lichte Kreuz leuchtend hervor, das Gott in Erfüllung seiner Verheißungen für diese traurige Zeit zur Erde gab und inmitten des Dunkels aufpflanzte zur Rettung aller derer, die in wahrer Demut seine Hilfe erflehen. Es ist das leuchtende Kreuz der Wahrheit, in dem ein jeder steht, der aus der Wahrheit kommt. Aus der Wahrheit kommen aber heißt: Aus dem Göttlichen kommen; denn nur im Göttlichen allein ist die lebendige Wahrheit, die sich durch dieses Kreuz zeigt. Ich erklärte schon einmal, dass dieses Kreuz kein Symbol ist, kein Zeichen, sondern die lebendige Wahrheit selbst. Wie weit der Menschen-geist sich mit dieser Tatsache abfinden kann, damit er sie versteht, so, wie ich es mit meiner Erklärung meine, ist seine Aufgabe ganz allein. Dazu vermag ich nicht zu helfen. Ich kann ihm darin auch nicht nachempfinden. Er muss nur immer und immer wieder versuchen klar zu werden, dass er im Zeichen das Lebendige sieht, dass das Zeichen das Lebendige selbst ist! Die Wahrheit kann sich nicht anders zeigen, als in diesem leuchtenden Kreuze; denn dieses Kreuz ist die Wahrheit! Da nun Christus Jesus, der Gottessohn, aus der Wahrheit kam, war sie in ihm, und damit auch das lebendige leuchtende Kreuz. Und da ich wiederum von Gottvater aus der Wahrheit heraus zu Euch gesendet bin, wie es verheißen war, so ist auch in mir die Wahrheit, und damit das lebendige, leuchtende Kreuz, nicht als Zeichen der Wahrheit, sondern als die Wahrheit selbst. Untrennbar, aber auch unnachahmbar. Wohl gemerkt, das golden leuchtende Kreuz! Ein bleiches, blasses, totes Kreuz kann von dunkler Seite aus vorgetäuscht werden, nie aber das lebendige, golden leuchtende Kreuz, das die Wahrheit ist, nicht etwa nur bedeutet.
Und diese Wahrheit, die sich in dem Kreuz verkörpert, das ich trage, lebendig in mir habe, das zu mir gehört als mein eigen, als ein Stück von mir, ist nun das Stamm- und Grundkreuz, dem alle wahren Anhänger der Gralsbotschaft zustreben, die sich bemühen, ihr ganzes Denken und Tun in das Wort einzustellen, also nach dem Sinn desselben wirklich zu leben. Gleichviel, ob dies in der Familie geschieht oder in dem Berufsleben. Sie sollen Diener der Wahrheit sein! Das bedeutet nicht, überall nur die Wahr-heit zu sprechen, wie es gewöhnlich aufgefasst ist, sondern in allem wahr zu leben. Das heißt „natürlich“ zu leben.
Aber auch das Wort „natürlich leben“ wird im Begriff verzerrt, indem man schon die Ausdrücke „natürlich“ und „Natur“ in lächerliche Einsei-tigkeit zu verkapseln sucht. Das Schlagwort „Zur Natur zurück!“ hat schon so manche Unsinnigkeit ausgelöst, wie Rohkost, barfuss oder ohne Strümpfe laufen und noch vieles mehr. In wenigen Generationen würden dann die Menschen ihren Körper wieder abwärts zum behaarten Tier-körper gebracht haben, als selbstverständliche, auch wieder ganz natür-liche, aber bewusst herbeigeführte Rückentwickelung! Der sonderbare Drang darnach kann auch nicht überraschen, nachdem die Menschen-seelen mit nur wenig Ausnahmen schon lange sich freiwillig tief er-niedrigten! Nebenerscheinung der Erniedrigung ist auch die ungesunde Schwärmerei, als Wahngebilde nicht bestehenden geistigen Fortschrittes Schamlosigkeiten zu erwerben, was angeblich Beseitigung der Prüderie sein soll, mit vollständig verkanntem Sinn des hohen Satzes: „Dem Reinen ist alles rein!“
Heiliger Zorn erfasst die lichten Geister, die erkennen müssen, wie der reine Sinn des Ausspruches mit kottriefenden Händen in die Niederungen kaum verhaltener Begierden hingeschleudert wird.
Heraus aus diesen Irrungen! Das ist nur Missbrauch der Natur! Und alles andere als ein „natürlich“ Leben! Natürlich leben heißt in Wirk-lichkeit, nach den feststehenden Gesetzen Gottes leben, aus denen heraus alles sich entwickeln konnte. Also diesen Gesetzen nicht entgegen leben, sondern mit ihnen!
Der Mensch versteht leider unter „Natur“ wie immer in seiner Beschränktheit, nicht das Eigentliche des Wortes, sondern nur einen ganz kleinen, eng begrenzten Teil der für ihn sichtbaren Auswirkungen!
Vielleicht begreift er es besser, wenn er an Stelle des ihn so leicht beirrenden Wortes „Natur“ den Ausdruck „wirkliches Leben“ setzt oder „lebendige Wirklichkeit“, in die jeder Mensch eingefügt ist, und die ihn je nach seinen eigenen Bewegungen hemmend stört oder fördernd hilft.
Der reinste Ursprung nun dieser „lebendigen Wirklichkeit“ oder dieses „wirklichen Lebens in reinster Form“ ist mit dem Ausdrucke „Wahrheit“ für die Menschen bezeichnet. Ein Lebendiges, an dem nichts unwahres, unrichtiges ist, sondern alles recht und wahr, ohne jede Trübung oder Störung, was wiederum die reinste Harmonie auslöst und bedingt! Ich sage absichtlich „ein Lebendiges“ und nicht „ein Leben“, da der Ausdruck „Leben“ den Menschen schon wieder falsche Bilder auslösen würde in zu großer Begrenzung.
Wer mir aufmerksam gefolgt ist, dem wird sich damit ein Tor zu neuem Ausblicke geöffnet haben! -
Ihr also sollt der Wahrheit dienen! Diener der Wahrheit sein! Des rechten Lebens Euch befleißigen!
Dazu bedarf es aber heute einer vollständigen inneren Umstellung der Menschen, weil diese von dem eigentlichen wirklichen, wahren Leben abgewichen sind und nur ein Scheinleben führen, in sich aber für erstorben gelten müssen, für das wahre Leben oder für die Wahrheit erstorben sind!
Diese Umstellung der Menschen kann man mit Wiedergeburt oder mit Neugeborenwerden bezeichnen!
Auch der Gottessohn sprach einst: „Es sei denn, dass Jemand neu geboren werde, sonst kann er nicht in das Reich Gottes kommen!“
Dieses Neugeborenwerden fällt schon in die Zeit des Erdenlebens. Dazu verhilft den Wollenden die Kraft des Heiligen Geistes, die ich den Menschen zu geben vermag, die alle durch mich Getauften bereits erhielten. Doch auch die Menschen werden sie erhalten können, welche durch meine Jünger getauft werden, denen ich die Kraft dazu verlieh.
Als Zeichen der erhaltenen Kraft zur Wiedergeburt und der damit übernommenen Verpflichtung, nur der Wahrheit zu dienen in jeder Form, wird das Kreuz des Heiligen Grales getragen, welches das Abbild des lebendigen Kreuzes der Wahrheit ist, das durch mich noch einmal zur Erde kam.
Ein jeder Kreuzträger sei sich deshalb bewusst, welche Verantwortung er damit übernommen hat und achte sorgsam, dass er stets in Treue darauf blicken kann, ohne erröten zu müssen oder gar beschämt zu sein. Das Kreuz verbindet ihn mit mir und damit mit der Kraft, die ihn fähig macht, den Aufstieg durchzuführen und auch zu vollenden; denn solange er seinem Vorsatz nicht untreu wird, verbleibt ihm dieses Kreuz der sichtbaren Verbindung mit mir und durch mich mit der lebendigen Wahrheit, auch in der Feinstofflichkeit und zuletzt im Geistigen. Mit seinem Aufstieg wird es immer heller, strahlender und öffnet ihm zuletzt das Tor zu der geistigen Gralsburg, wie es ihm hier auf Erden auch das Tor zu der irdischen Gralsburg öffnen wird.
Beschmutzt er aber dieses Kreuz, so wird es sich schwer auf ihn legen wie eine unfassbare Bürde, deren Druck zuletzt zermalmend ihn vernichtet! Denn er ist meineidig geworden gegen das, was ihm am Heiligsten sein muss, meineidig an dem Leben selbst.
Nicht leichtsinnig darf deshalb dieses Kreuz getragen werden. Es ist kein Tand, kein Schmuck und kein Vereinsabzeichen, welches man zur Seite legen kann, sobald man seiner überdrüssig ist. Legt jemand dieses Kreuz mit Absicht achtlos von sich ab, so dass er das, was er bei der Übernahme einst gelobte, nicht mehr halten will, so legt er damit sich und seinen Geist ins Grab, aus dem er nie mehr auferstehen kann!
Das gilt für jedes Kreuz! Sei es das Kreuz aus Silber, Gold oder auch an dem Bande. Es ist nicht als Gemeinschaftsabzeichen gewählt, sondern betrifft den Einzelmenschen ganz allein. Jeden für sich. Das Kreuz gibt ihm nicht Rechte an den anderen. Es verbindet auch nicht gegenseitig, sondern wirkt und bindet immer nur in ganz gerader Richtung zu dem Ursprunge der Wahrheit selbst, hält ihn, als sei er wie mit einem Rettungsseil damit verknüpft, an das er sich im Straucheln halten kann, wenn er den Willen dazu hat! So ist das Kreuz aus Silber. Es gilt als der Ausweis für das Wollen und die Kräfte zur Neugeburt für das geistige Reich, für das ewige Leben!
Das goldene Kreuz zeigt Berufene, die sich in den direkten Dienst auf Erden stellen wollen, um unter meiner Weisung an der Menschheit und dem Aufbau mitzuwirken in Erfüllung des göttlichen Willens. Gleichwie das Gold dem Leuchten meines Kreuzes in der Farbe näher steht, so soll es anzeigen, dass die Berufenen in ihrem Innersten und auch in ihrem Äußeren durch die Art der Betätigung sich mir persönlich nähern, mein Wollen mit dem ihren ganz verbinden, und das bedingt, dass auch ihr Wirken nur im Dienst des Grales steht. Steht' es im Dienst des Grales, muss es ganz naturgemäß auch in dem meinen sein, da ich der Hüter des Heiligen Grales bin. Und damit sind die Träger goldener Kreuze auch verpflichtet, in der irdischen Betätigung in erster Linie nur meinem Willen zu gehorchen.
Doch soll dieses Gehorchen auch nicht missverstanden sein. Es ist dies nicht das sklavische, persönliche Sichfügen, sondern das freiwillige Sichzueigenmachen der genauen Richtung meines Willens, der ja nur im Dienste Gottes ruht, in der Erfüllung seines hohen Willens. Und wer das Wort der Gralsbotschaft in sich wirklich lebendig macht, und darnach lebt, der richtet sich ja damit nach dem Willen Gottes, der erfüllet ihn, und darin liegt auch das Gehorchen mir persönlich gegenüber. Darin liegt auch Erfüllung meines Wollens. Wer mir nur dienen will, um mir persönlich zu gehorchen, um mir Freude zu bereiten, der dient nicht seinem Willen, dient auch nicht dem Gral, ein solcher kann mir deshalb auch nie nahe kommen; denn ich schätze nur Erfüllung des göttlichen Willens ein, nichts anderes.
Es wird mir immer eine Freude sein, wenn sich ein Mensch bemüht, den Gotteswillen zu erfüllen, der in seinem Worte liegt, in den Gesetzen seiner Schöpfung. Es ist für einen Menschen auch nicht schwer, den Willen wirklich zu erkennen und das wahre Wort vom falschen bald zu unterscheiden; denn wo das Wort mit den Gesetzen in der Schöpfung nicht in Einklang steht, also mit der Natur, so liegt der Fehler in dem Wort. Der Mensch wird schnell den Unterschied oder den Einklang in sich selbst empfinden.
So sind die Träger des goldenen Kreuzes. Es wird ein großer Kreis, da auch die Aufgabe auf Erden in dem Dienst des Grales groß sein wird, so groß, wie bisher niemals etwas war, da es diesmal in alles eingreift, was es auf der Erde und im Menschenleben gibt, grundlegend in dem Aufbau bis ins Feinstoffliche und ins Geistige hineinragend, aus dem ihm wiederum in stetem Wechsel frische Kraft zuströmt. Die Tätigkeit der goldenen Kreuze ist in ihrer Art jedoch verschieden. Ein Teil arbeitet selbständig, nach meiner Weisung in verschiedenen Berufen, dabei aber verkörpernd, wie der Mensch auf Erden wirken soll. Sie sollen unter Menschen tätig sein als in sich selbst zum Leben neuerwachte Zeugen für die Richtigkeit und Notwendigkeit meines Willens. Ein anderer Teil davon dient zur Unterstützung meiner auserwählten Jünger, diesen deren Weg bereitend und erleichternd, damit die Wirkungsmöglichkeit der Jünger nicht durch Arbeiten beschränkt wird, die von Trägern des goldenen Kreuzes ausgeführt werden können.
Keiner darf aus diesem Grunde wähnen, seine Tätigkeit im Dienste wäre zu gering für ihn; es gibt gar keinen Dienst, der so gering wäre, dass er getan zu werden überflüssig sei. Auch der anscheinend kleinste Dienst ist dringend nötig, um das Große, ja das Größte ausführen zu können. Fehlt auch nur der kleinste Dienst, so würde selbst das Größte dadurch mit beeinträchtigt, wie es sogar behindert werden kann durch nachlässige oder leichtfertige Ausübung des kleinen Dienstes. Außerdem kann auch der kleinste Dienst durch Treue und durch Reinheit so gehoben werden, dass er in das Größte fühlbar ragt. Es liegt nie an dem „Was“ des Wirkens, sondern immer am „Wie“, ob etwas klein, ob groß zu nennen ist!
Schon Viele sind gestürzt, indem sie wähnten, dass ihr Dienst zu klein und nichtig sei; anstatt den Dienst durch die Art der Ausführung wertvoll zu machen, wurde er oft zu leicht genommen, so dass das Größte zuletzt noch darunter leiden musste, und der Berufene zum Sturze kam, von dem er sich nie mehr erholen kann. Ein jeder Dienst gehört als unbedingt notwendig zu dem Ganzen, und jeder hat die volle Hingebung, die ganze Kraft und unbeschränkte Aufmerksamkeit einzusetzen, um ihn zu erfüllen. Sobald von einem Menschen nur ein kleiner Dienst gefordert wird, und er erfüllt ihn freudig mit dem ganzen Können, so macht er diesen Dienst auch wertvoll, gilt vor Gott in der Erfüllung ganz genau soviel, wie einer, der das Größte zu vollbringen hat. Es ist darin kein Unterschied.
Wer sich jedoch zurückgesetzt erscheint, und wem sein Dienst noch zu gering vorkommt, der zeigt damit, dass er nicht wert ist fernerhin das Kreuz von Gold zu tragen! Er missachtet damit die Auszeichnung, ist einer solchen Gnade nicht mehr würdig. Bildlich gedacht sollen die auserwählten Jünger mit den Füssen fest im Kreise der dazu bestimmten Anzahl Träger goldener Kreuze stehen, mit den Händen zu mir reichen können, als Bindeglied für die gesamte Menschheit! Ist nun ihr Grund, auf dem sie stehen, durch die Unzufriedenheit und Art der Träger der goldenen Kreuze nicht rein und klar, kraftvoll und treu, so macht sich dieser Missstand fühlbar bis zu mir, da ich in dem Kreise meiner Jünger vollkommen in dem menschlich Reinen stehen soll, um, aus dem Göttlichen selbst schöpfend, aller Menschheit Reines nur zu übermitteln. Ein jeder stehe deshalb fest an seiner Stelle, die ihm zugewiesen ist, sonst wird er unbedingt verworfen, damit ein anderer, im Dienendürfen Dankbarerer an die Stelle treten kann. - Soweit das Kreuz von Gold.
Die Kreuze mit dem Stein am Bande zeigen Auserwählte an, die vorgeburtlich schon berufen waren, um den Kreis um mich zu bilden, welcher nötig ist zur Ausführung meiner Mission auf Erden. Es ist nicht eine militärische Einrichtung, auch nicht eine Klassen- oder Kastensache und hat nicht Ähnlichkeit mit irgendeiner irdischen Gepflogenheit, wenn diese auserwählten Jünger hier auf Erden der Menschheit gegenüber eine Stellung einnehmen, die einen großen Abstand mit sich bringt, bedingt. Der Abstand ist nicht äußerlich herbeigeführt, nicht künstlich erst geschaffen, sondern etwas Selbstverständliches, Natürliches, das sich im Feinstofflichen und noch mehr im Geistigen sehr nachhaltig und mit den schärfsten Grenzen ausprägt. Selbsttätig, ganz allein aus der Natur der Sache. Es ist nicht anders möglich. Kann man mich selbst mit Recht den Gottgesandten nennen, so geht die Menschheit auch nicht irre, wenn sie meine auserwählten Jünger Geistgesandte nennt. Der Ausdruck ist berechtigt durch die Sendung auf der Erde, die nur für den Zweck einer Vereinigung mit mir erfolgte. Der Grund für diese Sendung liegt Jahrtausende zurück. Ihr Erdensein hat also überhaupt nur eine Aufgabe gehabt: Zur Stunde der Erfüllung hier zu sein und ihre jeweilige Aufgabe treu zu erfüllen. Eine zweite, für den Abstand ausschlaggebende Begründung liegt in dem Empfang der Heiligen Kraft durch mich, die sie befähigt, darum Bittende zu segnen und zu taufen, was keinem anderen auf Erden möglich ist. Das geistige Gesetz wirkt sich darin selbsttätig aus und gibt den notwendigen Abstand ganz von selbst. Im Geistigen und Feinstofflichen ist Verringerung und Nichtachtung des Abstandes unmög-lich und auch nun für die Erdenmenschheit das Gesetz, irdisch den gleichen Abstand zu bewahren, namentlich für alle Menschengeister, die dem Licht zustreben. Keiner darf sich gleichberechtigt fühlen. Es gibt kein Recht, das so groß wäre, Freiheiten zu geben gegen meine Jünger! Sei es in Forderungen oder auch nur Wünschen! Was sich geistig von selbst verbietet, darf irdisch nicht mehr übertreten werden von denen, die das Kreuz der Wahrheit tragen! Es erstreckt sich nicht auf Einzelheiten, sondern ohne Ausnahme auf alles im irdischen Sein! Und darin haben alle Träger des goldenen Kreuzes in ihrer Bevorzugung als schon Berufene den anderen Vorbild zu sein! Sie haben es andauernd durch Betätigung und unbedingte Innehaltung der gesamten Menschheit vorzuleben, dass es nie zur Abschwächung gelangt!
Es gibt in allen Kreisen ein gemeinschaftliches Dienen im Aufwärts-streben als ein einheitliches Ziel, jeder auf dem Posten, der ihm zugewiesen ist, doch niemals kommt Gemeinschaft in irdischen Dingen in Betracht. Da der Aufbau des tausendjährigen Reiches im Dienste des Heiligen Grales die ganze Erde betrifft, und über diese hinaus in der ganzen Schöpfung erfolgte, so ist auf unbedingte Erfüllung dieser natürlichen Abstands-Notwendigkeiten von vornherein mit eherner Strenge zu achten! Liegt doch nur darin eine Befolgung der unverrückbaren geistigen Gesetz-mäßigkeit, die nun auch endlich in dem irdischen Geschehen eingehalten werden muss, damit nicht wieder in anmaßend leichtfertiger Schlaffheit solche Wirrnisse eintreten, die in der Jetztzeit jedes Erdensein anstatt zur Freude nur zur Pein erwachsen ließ und zum Verderben führen musste.
Auf Euch nun, diesen kleinen Anfangskreis auf Erden, legt sich eine hohe Pflicht. Ihr müsst auch darin leuchtend Vorbild werden für das neue Reich! Lebt jetzt schon den Gesetzen, zeigt in Erfüllung Überzeugung Eures Willens, damit die Menschen, wenn sie hilfesuchend diesen Berg erklimmen, durch Eure Art, durch Euer Wesen schon als selbstverständ-lich diese Grundbestimmungen erfassen und hinaustragen in alle Welt! Ihr macht es ihnen leicht durch das lebende Beispiel, öffnet damit ihre Seelen!
Schwer wird es Euch wohl im Anfang sein, sich aus den bisherigen Anschauungen loszuringen, Wünschen zu entsagen, die vielleicht erstehen konnten durch falsche Begriffe göttlicher Gesetze, welche nur bei Einhaltung zum Glücke und zur Harmonie geleiten. Bedenket, Harmonie liegt nicht in einem Tone, sondern in verschiedenen, die einem Ziele zuströmen, im Zwange einer straffen Führung, unverrückbarer Gesetze!
Nicht anders bei den Menschen! Gebt Gleichseinwollen auf, nur dann könnt Ihr Euch auf Euch selbst besinnen, könnt nur Euere Persönlichkeit zur Geltung bringen auf dem Boden, der Euch durch die Fäden des Geschickes zugewiesen ist. Und nur auf solchem Boden steht Ihr ganz! Die Stelle habt Ihr Euch ja selbst gewählt in Eurem ganzen bisherigen Sein, und nur von dort aus könnt Ihr deshalb kraftvoll aufwärts steigen, ohne dass Ihr Euch verirrt! Ich wünsche Euch die Kraft zum Sieg l
Bis jetzt erschienene Werke Abdruschins:
Im Lichte der Wahrheit
Auflage bis 13. Tausend
Kartoniert RM. 6.-, Ganzleinen RM. 3.70, Volksausgabe MR. 4.50
(In diesem Buche ist der Inhalt der Gralsblätter .Serie I mitenthalten)
Gralsblätter Serie I
Heft 2-7 (Auflage bis 35. Tausend) Preis pro Heft RM. -.50
Gralsblätter Serie II
Doppelheft Nr. 1 u. 2 (Auflage bis 6. Tausend)
72 Seiten stark, Preis RM. 1.50
Dreifaches Heft Nr. 3, 4 u. 5 (Auflage bis 5. Tausend) 100 Seiten stark, Preis RM. 2.-
Doppelheft Nr. 6 u. 7 (Auflage bis 3. Tausend) Preis RM. 1.50
„Denkst du daran?“
Bausteine aus Abdruschins Werken, zusammengestellt von Hofrat Professor Alfred Börckel. 96 Seiten geb. RM. 2.-, brosch. RM. 1.-
Die zehn Gebote Gottes und das Vaterunser
Den Menschen gedeutet von Abdruschin. 96 Seiten, Ganzl. RM. 2.50
Weitere Vorträge Abdruschins enthält die Zeitschrift
Der Ruf, Schrift für alles fortschrittliche Wissen
Erschienen sind Heft 1-2 RM. 1.20, Heft 3-4 RM. 1.20, Heft r-7 RM. 1.80, Heft 8-9 RM. 1.20, Heft 10-12 RM. 1.80 / Heft 13 und die folgenden in unregelmäßigen Zeitabständen herausgegebenen Hefte kosten je RM. 2.- Vorausbestellungen nimmt der Verlag entgegen
Außerdem sind durch den Verlag oder durch Buchhandlungen zu beziehen folgende Broschüren:
„Der Tag ist nahe“, Botschaften aus dem geistigen Reich an
alle, welche an das Licht glauben. Von August Manz. Preis RM. 1.-
Der Kommende! Wir haben seinen Stern gesehen!
von Friedrich Mörbitz. Preis RM. 1.
Der Weitenlehrer als Führer der Wissenschaft
von Dr. Kurt Illig. Preis RM. 1.-
Der Menschensohn. Das Mysterium der Offenbarungen
Johannes des Täufers. Enthüllt durch Lucien Siffrid, Berlin.
Pr. RM. 2. -
VERLAG „DER RUF“ G. M. B. H.
MÜNCHEN 2 / KARLSTRASSE 40
1 *) Geistliche Tonstücke