DAS Gralsgeschehen auf der Erde


In Einzelabschnitten zur Ergänzung seiner Grals-Aufzeichnungen von einem Berufenen entrollt.


Motto:

„Eisigkalt muß der Geist sein, wie ein

Messer durch das Gewirr und Gewühl der

Wünsche und Gefühle fahren und auch

nicht vor dem eigenen Geheimsten halt

machen!“


„Geschrieben habe ich und geredet, den

Glanz und Ruhm des Heiligen Reiches zu

erneuern, von Rom aus das Abendland zu

beherrschen, die Welt glücklich zu

machen!“

Francesco Petrarca


“Francesco Petrarca in Prag”

von Kurt Fischer.

Verfaßt auf Vomperberg, dem Berg des Heils, in Tirol Österreich

1946 – 1950


Vorwort.

In der „Einführung über Zweck und Sinn meiner englischen Niederschriften während der Jahre 1940 bis 1946 in London“ sprach ich bereits von dem gewaltigen Impuls meines Wesenskernes des „Schreiben-müssens“, wie er sich gemäß eines Ausspruches Abd-ru-shins erstmals in dessen Dienst als Lichtfürst der Is-ra im Land am Nil durch Einritzen von Hieroglyphenzeichen in Papyrusrollen bekundet hatte.

Seitdem aber hat mein Ego während mannigfacher Inkarnationen in verschiedenen Körpern mit jeweils anderen Erdnamen unter dem Geistzwang von Niederschriften gestanden. Auch ist es ja so, wie der Herr mir offenbarte, daß mein „Ich“ ein Evangelium über den Gottsohn Jesus geschrieben hat, das gefunden werden soll, wenn in den Stunden höchster Menschheitsnot die Steine zu reden beginnen und aus verklungenen Erdentagen ehedem Erlebtes abermals für die Wahrheit zu zeugen anhebt.

Auch liegt in dem Drang meines Schreibenmüssens tief jene kosmische Wahrheit verankert, die der Weltenlehrer im Vortrag „Schöpfungsgesetz Bewegung“ in folgenden Worten beleuchtete:

„Was der Mensch notwendig hat zu erforschen, ist in erster Linie nur alles das, was ihm zu seinem Aufstiege und damit auch zur Förderung dient! Bei allem, was er arbeitet, muß er sich fragen, welchen Vorteil es ihm selbst bringt und den Menschen. Ein Ziel muß alle Menschen künftighin beherrschen: Den Posten zu erkennen und auch zu erfüllen, den er in der Schöpfung einzunehmen hat als Mensch!“ (11)

Hierzu betont der Herr in seinen Vorträgen „Das Heilige Wort“ und „Es werde Licht!“ noch den Unterschied zwischen Wissenschaft, die heute noch Gelehrsamkeit, also Angelerntes ist, und wahrem Wissen, das aus Erleben stammend zu höchster Blüte reifen kann.

„Ich weise nun in meiner Botschaft den Weg, damit der Mensch, welcher ihn geht, auf diesem zu Erlebnissen gelangt, die ihm das Wissen bringen. Der Mensch muß auch die Schöpfung erst „erleben“, wenn er wirklich von ihr wissen will. Die Möglichkeit zu dem Erleben gebe ich ihm durch mein Wissen, da ich selbst die Schöpfung andauernd erlebe! (12)

„Es gibt Gelehrte, die nach den Schöpfungsurgesetzen, also nach der Wirklichkeit, zu den Beschränktesten unter den Menschengeistern zählen, auch wenn sie einen großen Erdenruf besitzen und von den Menschen hoch geachtet werden. Sie spielen in der Schöpfung selbst nur eine lächerliche Rolle“.

„In der heute so verkehrten Zeit ist mancher Landarbeiter geistig aufgeweckter und damit auch in der Schöpfung wertvoller als ein Gelehrter, bei welchem die reine Empfindung vollständig verloren ging“. (23)

Durch meine „Berufung“ durch den Menschensohn zu wahrhaftigem „Gralsdienst“ zu Beginn des Tausendjährigen Reiches Imanuels auf Erden - Gralsdienst, von dem gekündet steht, daß er weit mehr verlangt als nur ein Nutzanwendungsziehen aus der Gralsbotschaft, um den Weg zum Licht zu finden und zu gehen, Gralsdienst, „der den höchsten Grad persönlicher Betätigung bedingt“ (34) - ward meinem Ego aus göttlichen Gnaden noch eine besondere Kraftzufuhr aus dem Licht in der Feier der Heiligen Taube 1932 geschenkt.

Da der Kern meiner „Berufung“ in " chronistischen Aufzeichnungen allen Gralsgeschehens auf Erden“ beruhte, sagte der Herr einmal selbst zu mir in einer mir gewährten Privataudienz:

„Zur Erleichterung Ihres Wirkens und um besser geistig aufnehmen zu können, wurde Ihr ego mit zwei Drittel Empfindungsvermögen, aber nur einem Drittel irdischer Verstandesbetätigungsmöglichkeit gerüstet! Seien Sie dafür dankbar“

Und ein Apostel des Menschensohnes, dem in der Feier der Heiligen Taube 1931 der „dritte Ruf“ verliehen wurde, durfte einst Folgendes empfangen, niederschreiben, und mir auf Wunsch Imanuels schriftlich übermitteln:

„Es ist dem Jünger Randolf Freeman karmisch bedingt, daß alle, die ihn als Mitarbeiter, Mitbeteiligten zu etwas heranziehen, leichtsinnig mit seinem Hab und Gut umgehen, ihn um alles bringen, ihm den materiellen, den Scheintod erleiden lassen. In einem früheren Leben hat er seine Fähigkeiten zu selbstsüchtigen Zwecken angewendet, hat die Selbst-beherrschung verloren, und sein Schwert hat geköpft. Dies hat er zu verschleiern gewußt, hat den Schein von sich gewendet durch ver-standesmäßig hervorgebrachte Beweise. Nun ist das Verstandesdenken sein Schicksal geworden. Es raubte ihm allen Besitz und alle Werte, die er sich errungen, alle Arbeit wurde wertlos, stürzte hinab, Es ist ihm aller Besitz zur Sorge geworden, allen Gewinn mußte er opfern, ebenso seine Häuslichkeit, nicht mehr ist er Herr derselben gewesen, denn drohend und hemmend hängt das abgeschlagene Haupt über dieser, gleich einer schwarzen, dichten Wolke.

Doch da er die Wahrheit erkannte, und sich mühte, diese alle seine Gedanken durchdringen zu lassen, hat sich die Wolke gelichtet, und im Februar 1935 wird sie sich aufgelöst haben.

Denn nun hat er das Schwert erhoben, um es zu führen auf geistigen Wegen im irdischen Kämpfen für seinen höchsten Freund und Herrn. Er führt es im Wort, und er führt es als Feder für den König, und er wird alle Wege erforschen und wird aufzeichnen das ganze irdische Sein des Grales, und wird es in Schriftstücken und Dokumenten entrollen.

Damit wird er sein Heim anfüllen bis zu seinem Ende, damit das Licht nicht mehr daraus weiche, und die dunkle Wolke nimmer zu erstehen vermag. Und er wird fähig sein, die schwierigsten Probleme zu lösen.

Durch eine vorbildliche Zeiteinteilung wird er alles bewältigen können, was jetzt durch zu vielseitiges Interesse auseinander zu fallen droht, da es so mächtig ist, daß es zu nichts führen könnte, wenn nicht die große Willenskraft und Energie, die ihm in schwierigsten Unternehmungen eigen ist, ihn in Stand setzen würde, das Sichverlieren im Vorwärtsstürmen auf-zuhalten.

Doch:


Zünde Dein Feuer an!

Wenn sie es heute nicht sehen,

Laß nur die Jahre vergehen,

Dann leuchtet es Jedermann.


Nun wird das große geistige Wissen die Freude in die Persönlichkeit senken, wird das Harmonisch-Ästhetische mit reinem Kunstempfinden und klar-Verstandesmäßigem verbinden, und diese Stimmungen finden eine Widerspiegelung in der Umgebung, in dem Umgang mit Gleichge-stimmten. Und er wird die Erleuchtung für seinen Beruf finden, in dem er die Schönheit in die Sprache bringen, das Wort beherrschen wird, denn er weiß Bescheid, vermag jede Frage zu beantworten. Unerschöpflich wird die Kraft sein, die ihn durchströmt und ihn befähigt, sein Führertum mit größtem Erfolge auszuüben.

Denn er empfindet ganz rein, er empfängt unmittelbar aus dem Gral, und er senkt diese reinsten Empfindungen in all sein Hoffen und Wün-schen, er sammelt alles Lichte und Schöne, um es geben zu können Allen, die empfänglich dafür sind.

Doch das Reinste senkt er in die Verborgenheit, er schließt es ein für das Licht.

Er wird sich frei fühlen von allen materiellen Sorgen und Mühen, er wird froh und glücklich sein, denn seine Fähigkeiten, sich zum höchsten, geistigen Bewusstsein emporzuarbeiten, verfeinern und veredeln seine Eigenschaften, und indem er Andere glücklich macht, erhebt sich seine Seele in ungeahnte Höhe. Die Werte, die er sich schafft, und die er sammelt, erstehen ihm in dem Berufe, den er für den Gral ausübt. Durch das Abgetrenntsein treten plötzlich unvorhergesehene Umstände heran, durch die er eine große Gewandtheit bekommen wird im Gerechtwerden des Auf und Nieder.

Denn dann leuchtet ihm das Licht Imanuels bei seinen Unterneh-mungen, und sie sichern ihm hohen Aufstieg und bringen Ruhm und Erfolg“.

In diesen Worten, einem Berufenen von oben gegeben, lag Ansporn und Mahnung zum Nimmerermüden, zu steter Bewegung des Geistes, zu immer tieferem Schürfen im Gralsevangelium, denn „Stillstand ist Rückgang“ und „Wer rastet rostet“ besagt .schon das Sprichwort in der Sprache des Menschensohnes, von der einst Schiller bekannte:


„Das köstlichste Gut, die deutsche

Sprache, die alles ausdrückt,

das Tiefste und das Flüchtigste,

den Geist, die Seele, die voller Sinn ist:

die deutsche Sprache wird die Welt

beherrschen!“


Noch genauer das kosmische Gesetz des nimmer Erlahmendürfens beleuchtend schrieb Abd-ru-shin, wie folgt:

„Je höher, lichter, leichter die Umgebung, desto klarer, schneller auch der Lohn, die Folgen. Ein Menschengeist, der gutes Wirken hat, steigt dabei immer schneller aufwärts, eine .wirklich große Tat reißt ihn oft schon im gleichen Augenblick empor. Doch kann er dann nicht etwa davon zehren in Erinnerung wie hier auf dieser Erde, sondern er muß weiterhin die Höhe sich stets neu erwerben, wenn er dort verbleiben will, er muß sich mühen, dauernd höher noch zu kommen! Hält er nur einmal damit inne, so wird er in der jeweiligen Umgebung sehr schnell überreif, er fault darin, wenn man ein grobstoffliches Bild dafür anwenden will“. (15)

Darum:

Werdet schaffende Menschen, denen alles in der Schöpfung zufließt, weil Ihr mit ihr schwingt im Jubel größten Glückes!

Das ist dann Menschensein zur Ehre Gottes! Glücklich sein in wahrstem Sinne ist ja der größte Dank zu Gott, den Ihr ihm geben könnt. Aber damit ist nicht das Scheinglück des faulen Behaglichseins gemeint, das in der trägen Ruhe liegt. Das ist ein Rauschgift für den Geist, viel schlimmer wirkend wie das Opium für Euren Körper.

Ihr aber werdet dieses wahre Glück- erreichen; denn Ihr tragt das starke Wollen dazu in Euch! (26)

So mahnte und verhieß der Menschensohn Imanuel Parzival in Seiner Gralsbotschaft „Im Lichte der Wahrheit“, die Er unter dem Namen Abd-ru-shin aller Menschheit geschenkt hat, damit sie in ihr und durch ein Nach-ihr-leben die Erlösung von allem Übel finde.

In Abd-ru-shin, ehedem Fürst der Is-ra im Lande des Nils zur Zeit von Moses, aber wirkte erstmals auf Erden

PARZIVAL, DER KÖNIG DES HEILIG- GRALS!






EIN ERDICHTETER DIALOG ZWISCHEN DEM MENSCHENSOHN IMANUEL UND DER MENCHENKREATUR

Die Stimme Imanuels:

ICH BIN, der ich bin! Ich bin der Wille Gottes deines Schöpfers und Erhalters, ich bin dein Herr! Ich bin allewig für immerdar! Ich bin der Anfang und das Ende, das Alpha und das Omega! Ich bin dein Mittler zu Gottes Thron, dem Hochsitz des Allmächtigen - allein Wesenlosen!

Ich bin gekommen, dir die Wahrheit zu künden! Ich bin gekommen, dir das Licht zu bringen und dir, so du guten Willens bist von meinem Wort Gebrauch zu machen, es zu ermöglichen, dich selbst von den Ketten des Übels zu lösen.

Ich kam aus der Ewigkeit, ich gehe zurück zur Ewigkeit und bleibe dennoch bei dir, und du vermagst meine Allgegenwart zu empfinden, so du in Demut dein Innerstes der Strahlung von Lichtkraft öffnest, die ich spende ohne Maßen, allimmerdar!

Ich bin der Teil aus Gottes Allheiliger Unabhängigkeit, der da ist das Gesetz. Ich bin der Erfüller des Gottgesetzes und dieses Gesetz ist:

Gerechtigkeit!

Erkenne dabei, daß vollkommene Gottgerechtigkeit dir und den deinen hart zu sein dünkt und selbst als ungerecht empfunden werden könnte. Dies doch nur darum, weil ihr Kreaturen des Allmächtigen, den Begriff wahrer Gottgerechtigkeit im Lauf der Jahrtausende verboget und in die Fesseln eures Verstandes schluget. Euch nun zu bereiten, den falschen Begriff in den von Gott gewollten zurückzuzwingen betrat mein Fuß eure dunkle Erde, das Chaos der Finsternis, noch einmal euch das Wort zu bringen.

Ich sage dir nun:

„ICH und DAS WORT sind EINS!“


Willst du dich retten vor dem ewigen Tod, schürfe im Wort, mache das Wort dir zu eigen und erbaue für das Wort einen Tempel im Geiste! Wer sein Ich so nicht retten will, muß sich verirren auf den Irrpfaden des Lebens und zu Grunde gehen!

Ich sage dir noch: „Wer sein Leben retten möchte, muß es verlieren!“

Erkennst du den Unterschied, der zwischen „Ich“ und „Leben“ wie eine Kluft sich weitet? Verstehst du, wie ich’s meine?

Die Menschenkreatur:

Wahrlich, Du bist ein gestrenger Meister! Du brichst auch den letzten Knochen zwischen den Mühlsteinen Deines eisernen Willens und preßt aus den Adern noch den letzten Tropfen Blut!

Die Stimme Imanuels:

Heische ich von dir mehr denn was ich selbst erleiden mußte? Höre, ich will dir sagen, was ich von dir fordere. Du mußt alles aufgeben, was du gedanklich zu schreiben noch im Sinn hattest und nur das mit deinem Griffel aufzeichnen, was mir allein zum Ruhme gereicht!

Denn siehe, du bist nicht unersetzlich, bist abhängig von mir. Sechs Menschen-egos werden in sich jeweils geistig bereitet zur Nachfolge eines Berufenen im Dienste des Grals, so der, welcher berufen war, als der erste, zufolge Nicht - Wollens oder - Könnens im Dienste versagt.

Auch rate ich dir, dich fortan des Dichtens, deine Wünsche und Hoffnungen in Reimen zu sagen, ohne Bedauern zu enthalten. Deine Feder muß hart wie Stahl und dein Griffel scharf wie des Schwertes Schneide sein ohne Zugeständnisse für menschliche Gebrechen und Unzuläng-lichkeiten. Jegliches Wort, das du schreibst für die dir folgenden Geschlech-ter, lege zuvor auf die Waage kristallklaren Geistes! Deine Niederschrift muß vollste Gerechtigkeit atmen .

Vergesse nie: Du dienest Gott, nicht aber den Menschen!

Ich aber, der Ich bin, bin Gott im Fleische, Gericht zu halten über Kreaturen der Sünde, sie zu vernichten zum Heile derer, die Gott durch mich zu finden vermochten!

Die Menschenkreatur:

Herr, Du hast mir schon die ganze Größe meiner Nichtigkeit bewusst gemacht und mir den Rest meines Eigenwillens in nichts zertrümmert! Willst Du auch den letzten Funken meines persönlichen Ichs noch nehmen?

Die Stimme Imanuels:

Es kann sein, daß ich von dir sogar noch mehr fordere! Der, welcher Frau und Kind im Gralsdienst mehr liebt denn Mich, ist Meiner nicht wert!

Die Menschenkreatur:

Verstehe ich Dich recht, mein Herr? Soll ich nicht mehr zurückkehren ins irdische Heim? Kein Tisch mehr bereitet sein für mich nach des Tages Mühsal? nur eisiges Schweigen! Du nimmst alles, das ich habe.

Die Stimme Imanuels:

Noch bleiben dir Freunde, die Gesellschaft Gleichgesinnter! Rechne aber auch hier nicht mit dem Weiterbestand dieser Segnung! Denn alles Menschliche verflüchtet und dorret wie die Blume und das Gras auf dem Felde!

Die Menschenkreatur:

Oh Herr! Freunde, selbst wenn sie echt sind, ersetzen nicht der Familie traute Bande. Wohl habe ich eine Weile die Süße wahren Familienglückes genossen, aber nun ist es örtlich weit von mir gerücket!

Die Stimme Imanuels:

Noch bleibt dir die Gesundheit, dein Erdenkörper, der auf die Frische balsamischer Morgenluft reagiert und Freude empfindet, wenn seine kraftvollen Glieder durch die Brandung des Meeres kühn seine Bahn sich brechen, die Berge im Glast des Mittags ersteigen oder deine Augen Sonnenauf - und -untergang schauen oder sanftes Mondlicht im Dämmern des Abends.

Doch nimm noch diesen Trost dir zu Herzen und wisse, daß die, welche du dein Liebstes auf Erden nanntest, Mir gleichfalls freien Willens in Überzeugung dient und somit den besseren Teil erwählte und daß auch dein Kind freiwillig seinen Ring zu schließen gewillt ist durch Aufgeben des Sichselbst im Dienst für den Gral.

Denn alle Lebensringe schließen sich in den letzten Stunden einer Weltenzeit.

Die Menschenkreatur:

Mein Herr, ich bemühe mich, Dich zu verstehen. Doch wirst Du wohl zugeben, daß es nicht leicht für ein Menschenwesen ist, sich bis zu vollem Verzicht eines natürlichen Familienlebens durchzuringen. Was Gott in weiser Ordnung selbst eingesetzt hat, sollte ich aufgeben? Wohl könnte ich recken mein Haupt und laut ausschreien mit stoischem Stolz: Wohl denn, ich verzichte!

Die Stimme Imanuels:

Dieser Stolz muß gebrochen werden! Er ist die letzte geheime Falte im Sich-selbst-vergöttlichen! Ich fordere für mich nicht nur deinen Dienst, ich fordere dich selbst! Vergiß dein eigenes Ich, deine Persönlichkeit! Willst du in Wahrheit mir dienen, musst du dich selbst mir zum Geschenke bringen, kein Opfer darf es sein um meinetwillen, nicht ein erzwungenes Wollen durch Verzicht! Nur der kann in Gottgewolltem Sinn mir dienen, der alles aufgibt, der nur mir folgt. So, wie einst Jesus Seine Jünger berief „gebt alles auf und folget mir nach!“ so rufe ich auch dich, also zu tun. Doch tue es nicht mit auch der kleinsten und verborgenen Berechnung! Folge mir um deiner Treue willen, diene mir um des Dieners wegen! Meine Diener Abraham und Moses dienten mir auch ohne Erwartung eines Lohnes auf Erden und im Himmel. Möchtest du geringer denn beide sein? Weißt du nicht, daß niemand des Himmels wert ist, der nicht gewillt ist, ihn aufzugeben so, wie ihn Erdgelüste malen! Nur solch ein Himmel darf im Menschengeist zu einem Bild sich formen, in dem er im Strahl Göttlichen Lichtes zu bestehen vermag, wenn Gottes Willen darinnen geschieht. Für alle selbstsüchtigen Geister gibt es nichts als Zähneknirschen. Die Namen jedoch meiner auserwählten Jünger, die bis ans Ende beharren, sollen in der Gralsburg eingezeichnet werden. Habe ich dir nun genug gesagt?

Die Menschenkreatur:

Mein Herr! Gehe nicht von mir! Höre mich nur noch in einem Punkte! Du hast geboten, den Weg der Heiligkeit zu beschreiten, der auch der Weg der Weisheit ist! Die Schwachen, sagtest Du, sollen das Land besitzen die welche trauern, sollen getröstet werden, die Verfolgung erleiden sollen durch Lichtkraft Schutz erhalten! Aber verzeihe, mein Herr, von all dem sehe ich nichts. Die Unschuldigen werden geschlagen, die Trauernden gespottet und gehöhnt, Deinen Anhängern wird Widerstand entgegen getragen und auf Erden werden sie gebrandmarkt. Wie verhält es sich da mit Verteidigung, mit offenem Kampf zur Abwehr des Bösen?

Die Stimme Imanuels:

Auch du mußt Prüfungen ausgesetzt werden, mußt sie haben, dich zu einer Entscheidung für oder gegen mich zu zwingen. Lau vermagst du in keiner Weise zu bleiben, das läßt die Kraft des Lichtes nicht zu, du mußt dich entscheiden! Aber ich rate dir: Lege dein Sein vertrauensvoll und bedingungslos in Gottes Hände, vertrauend auf Seine Gerechtigkeit, Seine Liebe, Seine Gnade! Und wisse auch dies: Bedingungsloses Dichaufgeben bedeutet nichts anderes als dein Schicksal der Gnade Gottes überlassen! Drittens, beherzige das für alle Zeit: Gott versuchet dich nicht über deine Kräfte!

Die Menschenkreatur:

All dies befremdet und dünkt mich wie ein völlig neues Lebensprinzip. Oh Herr! Habe Geduld mit Deinem Knechte, überspanne den Bogen meiner Prüfungen nicht zu hart!

Die Stimme Imanuels

Fürchte dich nicht! Ich habe dir das Ziel gesetzet. Im Maße als du mir die Treue bewahrst, selbst in den Stunden höchster Versuchung, will ich dich stärken und meine Hand über dich halten, die du erfassen mögest! Denke über die Bedeutung Meines Namens nach! Erkenne, wer Ich Bin! In mir erreichet die nach oben strebende Menschheit das Ziel ihrer Sehnsucht! Aber weiß sie darum? Im Menschensohn erfüllet sich das Schicksal aller Menschen. Kette dich an mich, um auch deines Seins Kreislauf zu schließen. Du pilgerst auf einem viel begangenen Pfad. Viele Generationen sind schon vor dir auf ihm geschritten, aber fast keiner hat je sein Ende erreicht. Die, welche es erreichten, scheinen wie Sonnen im Buche des Lebens. Sei dessen auch eingedenk: du und deine Zeitgenossen können sich glücklich preisen, denn ihr habet den Gottessohn unter euch. - Ich kam von Gott - Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben - das Ende und das Ziel, die Kraft, die euch stützet auf eurer Pilgerschaft.

Was ich dir sagte, möge jetzo genügen! Es kennzeichnet und bestimmt dein Verhalten und deine Einstellung zu deinem Meister! Vergiß und verabsäume über deinem Dienst an mir aber nicht Dienst und Hilfsbe-reitschaft an deinen Nächsten!

Befolge des Wort des Evangeliums Jesu: „Was Ihr getan habt einem dieser meiner geringsten Brüder, das habt Ihr mir getan“! Das Gesetz ist ehern und bleibet sich gleich. Wie es ehedem war, wird es in Ewigkeit bleiben. Denn zeitlos ist das Kreuz.

Die Menschenkreatur:

Oh Herr! Du hast meinen Mund verstummen lassen. Zu sagen vermag ich nichts mehr. Die Vorausahnung meines Schicksals, das Wundersame Deiner göttlichen Ausstrahlung trifft meinen Wesenskern und stärket mich. Ich bin in Deiner Hand, mein Herr und mein König, nur habe Geduld mit mir und verleihe mir Gnade!






1 (1) Nachklänge zu ILdW., Vortrag 23, S. 156-7.

2 (1) Nachklänge zu ILdW. , Vortrag 1, S.10.

3 (2) Nachklänge zu ILdW. , Vortrag 57 , S. 493- 4.

4 (3) Vergl. „Der Ruf“ Heft 13 „Was ist Gralsdienst?“ S. 545- 6.

5 (1)Nachklänge zu ILdW, Vortrag 23, S . 157

6 (2) Nachklänge zu ILdW. , Vortrag 50, S. 420.

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