Madame Irene Freeman,
SCHWAZ, Vomperberg,
Gralssiedlung.
En réponse à votre demande faite en date du 19 Février1946, j’ai l'avantage de vous faire connâitre que les autorités autrichiennes ne voyant pas d’inconvenients à la venue en Autriche de Monsieur FREEMAN-EALES Randolph, Référence A 500/1/46 du 8 Avril 1946, les autorités francaises sont, d’accord pour autorisation à donner au sus nommé.
Le Directeur Adjoint
signé ………………
Monsieur René Weill schrieb in seinem Begleitbrief, wie folgt:
Innsbruck, le 12 Avril 1946.
Monsieur Freeman-Eales,
Je me fais un plaisir de vous adresser ci-joint l’autorisation de venir en Tyrol.
Votre femme et votre fille vont bien et me chargent de leurs amitiés.
A la Montagne tout va bien et j’ésperé y faire bientôt votre connaissance.
Cordialement
signé René Weill.
Si vous aviez une difficulté, prévenez-moi par Madame Freeman.
Doch noch einmal drängten sich finstere Mächte zwischen meinen Vorsatz zur Rückkehr nach dem Heiligen Berge und ihre Verwirklichung.
Eine Bleivergiftung am Ringfinger der rechten Hand, die um Haaresbreite deren Amputation bedingte, bereitete mir gerade am Karfreitag 1946 Schmerzen, wie ich sie bis dahin nie erlebte. Ich erblickte auch hierin des Schicksals Walten, schickte mich in mein Los und erkannte die Ablösung eines gewaltigen Karmas, das noch in die Tage von Golgatha fiel.
Der Mai zog herauf und über das unermeßliche London. Seine Parks prangten wie stets um diese köstlichste der Jahreszeiten im Frühlings-schmucke. Allenthalben sproßte das Leben, in ihrer reichhaltigsten Schöne spendete Gottes Natur den Menschenkindern seinen Segen.
Ich durfte ein letztes Mal den englischen Kreuzträgern die Grals-Bedeutung des dreißigsten Mai verkünden und benutzte die Gelegenheit, das Amt der Leitung der kleinen Anfangs-Gralsgemeinschaft in britischen Landen in die Hände. Mr. Cecil Kingdons zu legen, der bereits am Karfreitag 1942 um die Todesstunde des Gottessohnes Jesus als Erster in England das Siegel des Menschensohnes Imanuel auf die Stirn empfangen hatte. Späteren Datums hatte er anläßlich einer Journalistenfahrt als englischer Kriegsberichterstatter Vomperberg besucht und war bei Rückkehr nach London unter den Kreuzträgern der einzige Mann, der aus der Gralsbotschaft die Wahrheit zu schöpfen vermocht hatte, während die anderen Gralsanhänger Frauen oder Mädchen waren.
Die Gralsveranstaltung des kosmischen Festtages, des dreißigsten Mai, allerorten in der Urschöpfung, Schöpfung und Nachschöpfung, somit auch auf Erden, um die gleiche Zeit gefeiert, fand in London in 10. Lancaster Drive, Hampstead, statt, zwar nicht zu gleicher Stunde wie auf dem Berg des Heils, zwischen 11 und 1 Uhr, aber um 8 Uhr abends, um auch den Geschäftstätigen die Teilnahme ermöglichen zu können.
Die grüne Gralsfahne mit dem lichten Kreuz im Quadrat, doch ohne Strahlen zwischen den beiden gleichschenkligen Balken, spannte sich vom Plafond bis herab zur Höhe des Tisches des Herrn im festlich mit Blumen geschmückten Raum, und auf dem Tisch selbst prangten auf schneeweißem Linnen goldgelbe und violette Irisstauden, die einen silbernen Kelch in Glockenform gleichsam symbolisch wie das Gefäß des Heiligen Grals umstanden, um den sieben Kerzen in güldenen Bechern brannten.
Vor dem Altar leuchtete ein Meer von blauen Rhododendronblüten die ich am frühen Morgen mit Miss Chambury (da ich den Arm noch in der Binde trug) im Schloßpark des „Kenwood“ Besitzes bei strömendem Regen von wildwachsenden, oft zweimannhohen, Rhododendronsträuchern geholt hatte.
Alles war festlich bereitet worden, wie es Grals-Ritus bedingt, den der Herr Aller Welten, der Messiaskönig Imanuel, auch hier auf Erden schon bei Lebzeiten zur getreulichen Befolgung feierlich eingesetzt hatte.
Wie selten geschah es anno Domini 1946 am dreißigsten Mai, einem Donnerstag, daß das Fest der Heiligen Taube, welches die Feier der Ausgießung des Heiligen Geistes ist, mit dem Himmelfahrtstage des Gottessohnes Jesus zusammentraf, worüber der Menschensohn in seiner Gralsbotschaft (l1) folgendes gekündet hat, irriges Dogma verstoßend Licht und Klarheit bringend:
„Diese Krafterneuerung durch den Heiligen Geist, also den lebendigen Gotteswillen, der die Kraft ist, erfolgt jedes Jahr zu einer ganz bestimmten Zeit in dem Allerheiligsten der höchsten Burg oder des Tempels, der den Heiligen Gral birgt, den einzigen Verbindungspunkt der Schöpfung mit dem Schöpfer, und deshalb auch die Gralsburg genannt“.
„Das Pfingstfest gilt den Christen als Erinnerung an diesen Vorgang, ohne daß sie eine Ahnung davon haben, daß tatsächlich in dieser ungefähren Zeit jedesmal der Tag der Heiligen Taube in der Gralsburg ist, das heißt, der Tag der Krafterneuerung für die Schöpfung durch den Heiligen Geist! Natürlich nicht immer genau an dem auf Erden dafür errechneten Pfingstfeiertage, wohl aber zu dessen ungefährer Zeit.
Damals, - in den Tagen nach Jesu Tod - traf die Versammlung der Jünger gerade genau mit dem wirklichen Vorgange zusammen! Er wird auch später hier auf Erden regelmäßig und zu richtiger Zeit mitgefeiert werden als oberster und heiligster Feiertag der Menschheit, an dem der Schöpfer seine erhaltende Kraft stets neu der Schöpfung schenkt, als „Tag der Heiligen Taube, Tag des Heiligen Geistes, als großes Dankgebet zu
GOTTVATER!“
In der letzten Gralsveranstaltung, die mir in London abzuhalten gewährt war, wies ich, bevor ich die beiden Vorträge des Herrn „Meidet die Pharisäer!“ (l2) und „Ich sende Euch“ (23) aus den Nachklängen zur Gralsbotschaft lesen ließ, in meinen Einleitungsworten zur Festlichkeit auf ein, über alles wichtiges, Weg und Richtung weisendes Wort, aus einem Brief des Jüngers Lucien Siffrid, von Vomperberg gelangt, hin, das mir einen Ausspruch Frau Marias, anläßlich der ersten von ihr, auf dem Berg des Heils im Tempel Imanuels zum Fest des Strahlenden Sternes 1945, gehaltenen Feier getan, bekannt gab und welches den Beginn der „zweiten Phase“ des Heiligen Berges unter Frau Marias und Fräulein Irmingards Leitung in markanter, nicht mißzuverstehender Weise kennzeichnete.
Ich glaubte dieses Wort, den Ausspruch Frau Marias, den englischen Kreuzträgern, die schon Mühe gehabt hatten, aus dem Wort der Gralsbotschaft den Herrn zu erkennen und den Unterschied von Gottes- und Menschensohn zu erfassen, die aber vom Amt und der Eigenart der beiden anderen Teile des Trigons, geschweige der des Urgeschaffenen Löwen, Herrn Alexanders, verhältnismäßig noch wenig wußten, da darüber die Gralsbotschaft nichts kündet, nicht vorenthalten zu dürfen oder diese Aufklärung meinem Nachfolger zu überlassen, wußte Mr. Kingdon in eigner Person doch nur das Dürftigste über die Grals-Hierarchie auf Erden. Bewußt und wohl bedacht hatte ich hierüber nicht voreilig gesprochen, was für Uneingeweihte nur schwerlich zu verstehen gewesen wäre und eher Wirrnis anstatt Klarheit gebracht hätte.
Doch nun hielt ich den Augenblick gekommen, zumal der Menschensohn die Erde verlassen hatte, daß auch über dem letzten Schleier der Träger der Weltenwende vollste Klarheit bestehen müsse, wer nach dem Ableben Imanuels die Leitung der Gralsbewegung übernommen habe, damit die Herde nicht führerlos werde.
Der Ausspruch Frau Marias lautete:
„IM DIENSTE IMANUELS STEHE ICH VOR EUCH, SEIN WERK s' : MIT IRMINGARD ZU VOLLENDEN!“
Nach einem letzten Aufruf an die Kreuzträger Englands (34) „der Wahrheit zu leben, für die Wahrheit einzustehen“ erhielt Mr. Cecil Whitfield Kingdon die Leitung der ersten Gralsgemeinde auf britischem Boden in feierlicher Weise übertragen, mit einer Mahnung des scheidenden und nach dem Berg zurückkehrenden Verankerers des Heiligen Wortes in England an alle, die guten Willens waren, restlos und treu Mr. Kingdon in Ausübung seines Schweren Amtes zu unterstützen.
Diesen selbst aber hatte ich schon in alle Dinge der Führung der Gralskreise besten Wissens und bester Überzeugung eingewiesen, dabei meinen aufrichtigen Rat betonend, in allen Fällen wichtiger Entschlüsse für die Gemeinschaft die Verwaltung des Heiligen Berges zu befragen.
Noch einmal vor meiner Abfahrt aus London durfte ich den engeren Kreis der englischen Kreuzträger um mich versammeln, und zwar im Heim meines Nachfolgers, das fern im Süden Londons gelegen war: Empress Lodge, 203, Brixton Hill, S. W. 2. Dieses Abschiedsbeisammensein war gleichzeitig die siebenzehnte Sitzung des am 7. September 1941 ins Leben gerufenen Vorstandes der Gralsbewegung in England.
Ich benutzte die Gelegenheit in „Empress Lodge“ am 29. Juni 1946, einem Samstag, ab 3 Uhr 30 nachmittags in Gegenwart aller Vorstands-mitglieder, sieben an Zahl, - Mrs. Frydberg, Mrs. Bergmann, Mrs. Jenkins, (bekannt als Mollie Davies), zwei Misses Arnold und Mrs. Labak, dem neuerwählten Gralshüter und Gruppenleiter, Mr. Cecil Whitfield Kingdon, die bisher gebrauchten Insignien unseres Dienstes für den Menschensohn, eine grüne Gralsfahne mit dem Kreuz im Quadrat, einen silbernen Gralskelch, sowie das von mir geführte Protokollbuch über Vorstands-Sitzungen feierlichst zu weiterer Betreuung auszufolgen.
In seiner Antrittsrede gedachte Mr. Kingdon auch meiner Pionier-arbeit auf geistigem Boden für Aufrichtung des Gralskreuzes in britischen Landen und sagte im Auszug dieses:
“To Mr. Freeman-Eales, Disciple of Imanuel in Great Britain for eight long years of trial and trouble, I observe: I personally, as also the members of the Community, recognise your strength of stature and unswerving zeal in forwarding the Message of Abdrushin in this country. I am proud to have been a foundation member of this Community and its first Hon. Secretary and Treasurer. We have suffered from many difficulties, not least of which have been the growing pains of those young in the faith. None of us will forget your personal counsel and help, as we feel sure you will not forget us and those small measures we took to help you and forward our work. Happiness and pain have gone hand in hand to mature us step by step, and so it will always be until the Kingdom of God is ushered in upon the earth plane. Grant us, o Lord, the strength, wisdom and Courage to serve and lead the people of this country in the Light of Truth ! The best thanks we can give to Mr. Freeman-Eales is to see that we go forward with even greater energy and determination, to build up the work of the Grail. Then he may be able to look back upon his years of hard foundation laying and say he built with good material on a sound foundation.
His departure will leave a great gap which will be felt by all. No longer shall we have his wisdom and support at each Reading Group or Festival. My position is not the same as that of Mr. Freeman-Eales. I often work late in the evenings, and have many activities. But each one of us must develop the qualities of leadership as though we were independent units, and give all the support we can according to our circumstances. This should give us greater strength and self reliance. There is one point I must here stress. It is important that there is absolute unity and harmony among our members. When Mr. Freeman-Eales has gone all official contact with the Holy Mountain must come through myself as Guardian of the Community. Where it is a question of seeking personal spiritual advice from wiser and more experienced persons, indeed from Frau Maria herself, then of course everybody is free to write directly to the Grail Settlement . . . . "
In deutscher Sprache:
„Für Herrn Freeman-Eales, Jünger Imanuels während acht langer Jahre voller Anfechtungen und Sorgen in Großbritannien, betone ich folgendes:
Ich persönlich, wie auch die Mitglieder der Grals-Gemeinschaft, erkennen das Ausmaß Ihrer Stärke und Ihres unerschütterlichen Eifers in der Aussaat der Botschaft Abdruschins in diesem Lande an. Ich bin stolz, ein Gründungsmitglied dieser Gemeinschaft und ihr erster Ehren-Sekretär und Schatzmeister gewesen zu sein.
Wir haben unter vielen Schwierigkeiten zu leiden gehabt, welche oft die schmerzten, welche erst Anfänger im Erkennen des Gralswissens waren. Keiner von uns wird Ihre persönlichen Ratschläge und Hilfeleistungen vergessen, ebenso wie wir als sicher annehmen dürfen, daß Sie uns nicht vergessen, wie unsere geringen Bemühungen, Sie zu unterstützen und damit unser Werk zu fördern. Glück und Leid schritten Hand in Hand, uns Stufe um Stufe zu reifen, und so wird es immer sein, bis das Reich Gottes auf Erden erstanden ist.
Schenk uns, o Herr, Kraft, Weisheit und Mut zum Dienst, um die Menschenseelen dieses Landes zur Erkenntnis des Lichtes der Wahrheit zu führen.
Der beste Dank, den wir Herrn Freeman-Eales erstatten können, besteht darin, daß wir zusehen, daß wir mit noch größerer Energie und Entschlußkraft voranschreiten, das Werk des Grales aufzubauen. Dann wird er imstande sein, auf seine eigenen Jahre harter Gründungs- und Pionierarbeit zurückzublicken und zwar mit guter Überzeugung, sich sagen zu können, daß er mit gutem Material auf gesundem Boden baute. Seine Abreise wird eine große Lücke lassen, die von uns allen gefühlt werden wird. Wir werden nicht länger sein Wissen und seine Unterstützung in jeder Lesegruppe und bei jeder Feier zur Verfügung haben. Meine eigene Lage ist nicht dieselbe wie die Mr. Freeman-Eales! Ich arbeite oft spät bis in die Abende hinein und habe mannigfache Betätigungen. Deshalb muß jeder von uns seine Anlagen zur Führerschaft entwickeln, so, als ob wir je von einander unabhängige Einheiten wären, und jeder seine ganze Hilfskraft geben, die er aufzubringen imstande ist. Dadurch sollten wir größere Macht und größeres Selbstvertrauen gewinnen.
Es gibt jedoch einen Punkt, den ich hier betonen möchte. Es ist wichtig, daß absolute Einigkeit und Harmonie unter uns Mitgliedern waltet. Nachdem Herr Freeman-Eales uns verlassen hat, muß jegliche offizielle Fühlungnahme mit dem Berg des Heils über mich, als den Hüter der Gralsgemeinschaft, laufen. Wo es sich jedoch um eine Frage oder Bitte, um rein persönlichen Rat in einer geistigen Angelegenheit handelt, und zwar von weiseren oder mehr erfahreneren Persön-lichkeiten, oder von Frau Maria selbst, kann jeder selbstverständlich unabhängig von mir direkt an die Gralsverwaltung schreiben.“
Nach Beendigung dieses letzten Beisammenseins mit dem sieben-köpfigen Vorstand der kleinen Anfangs-Gralsgemeinschaft in London drängte es mich, diesem noch einen Segensspruch zu erteilen, bevor ich endgültig englischen Boden verließ. Ich tat es mit folgenden Worten:
„DEIN SIND WIR, HERR!
UNSER LEBEN SOLI, NUR DIR ZUM DANKE SEIN!
O NIMM DIES WOLLEN GNÄDIG AN UND SCHENKE UNS DAZU AUCH DIESEN TAG
DIE HILFE DEINER KRAFT!
DIE SEGENSKRAFT IMANUELS,
DES MENSCHENSOHNES UND UNSERES HERRN,
DIE HEILLIEBE DER LICHTROSE FRAU MARIA,
UND DER REINHEITSSTRAHL IRMINGARDS,
DER REINEN LILIE,
BLEIBE BEI EUCH UND BESCHIRME EUCH IMMERDAR!
AMEN!“ (15)
Am achten Juli 1946 mittags verließ ich für immer London, zwei Tage vor dem Datum, an dem ich vor acht inhaltsreichen Jahren die Hauptstadt Großbritanniens betreten hatte. Außergewöhnliches Erleben war dieser Jahre ergiebiger, nicht missenwollender Geistgewinn gewesen.
Mr. Kingdon, Miss Edith Arnold und Miss Chambury begleiteten mich bis zum Boot- Express auf der Victoria Station in Westminster, Miss Arnold noch weiter bis ans Schiff in Newhaven.
Spiegelglatt lag das Meer im Sonnengleißen eines strahlenden Julinachmittags. Die Überfahrt war ruhig, ich gedachte geborgen, in einer Koje des Dampfers liegend, halb wach noch halb träumend, selbiger Stunden nur umgekehrter Richtung vor acht Jahren, da der Vlissingen-Kanal-Dampfer mich bei Nacht und Nebel nach Harwich trug, einem noch unbestimmten Anfang meiner Missionsfahrt entgegen. Gegen sechs Uhr abends trat die französische Küste in Sicht. Die gelblichen Felsen Dieppes erstanden klarer, - bald schlugen die ersten französischen Laute, mir einst so vertraut, an mein Ohr und um die Mitternacht lief polternd und rumpelnd der schwere „Rapide“ über die Weichen des Hafenbahnhofs seinem Ziel Paris zu, der „leuchtenden Stadt irdischen Glanzes und Lichtes“ an den Ufern der Seine.
„Noch heute läßt der Gedanke an Paris mein Herz höher schlagen“ schrieb ich in meinem schon in den Jahren 1927/28 verfaßten lederge-bundenen Buche, betitelt „SURSUM CORDA - zweite Gedichtsfolge - Fragmente und Widmungen (Charlottenburg-Grunewald)“, empfinde ich Verlangen nach dieser unvergleichlich einzig prächtigen Stadt, die alles, was Menschenverstand, Kunst und Kult je geschaffen gezeugt und. ersonnen, in sich vereint mit der Grazie und gleichzeitig schwerem Pompe verschwenderisch edler Vornehmheit.
Besuche den Dôme des Invalides, Notre Dame oder das Panthéon, pilgere über den Pere Lachaise oder die Totenstadt von Montmartre: durch vergilbte Lorbeerkränze, marmorne Grabdenkmäler oder gotische Spitzbögen, auf weihrauchschwangeren Marienaltären und zerschlissenen Standarten grüßen Dich erlauchte Namen der Großen vergangener Jahrhunderte, mahnen Dich unvergessene Tote an den Glanz erstorbener Geschlechter.
Doch über den Totengrüften mit ihren Perlenkränzen und finsteren, geheimnisvollen Nischen, über den unterirdischen Grabgefilden und Kata-komben der Stadt nie erlöschenden Lichtes pulst wie nirgend anderswo der Herzschlag des Lebens. Ja, Leben und Liebe, wo feierten sie höhere Triumphe und größere Orgien als hier!
Was einst Athen und Rom der Antike gewesen, ist heute noch Paris dem Geschlechte der Neuzeit: Mittelpunkt exquisitesten Lebensgenusses!“
Und jedesmal wieder nach meinem ersten Besuch von Paris in der Jünglingszeit empfand ich dasselbe, was Millionen und Abermillionen von Menschen der Alten, wie der Neuen Welt empfunden haben mögen, wenn sie von ferne die goldene Kuppel Sacré-Coeurs wie den Eifelturm im azurblauen Äther auftauchen sahen, empfanden Vorfreude am Schönen und Edlen, gepaart mit Gelüsten nach Sensation und Extravaganz, wie an wohl keinem anderen Ort der Erde.
Ist und bleibt doch Paris die Stadt der Frauen, Sehnsucht der Lebensdurstigen und Traum aller Studiosis, das Eldorado der Liebenden, der Sitz der Künste, das Herz der Wissenschaften, Nervenzentrale der Politik, Geburtsort aller Eleganz, alte Residenz französischer Kaiser und Könige, napoleonische Cäsarenstadt, Ausgangspunkt und Machtzentrum von Revolution und Republik!
Welcher Kontrast zwischen der Stadt des Lichtes und der des Nebels an der Themse Ufern der Mammutmetropole des Britischen Weltreichs! Jener Stadt höchsten Reichtums und gewaltigsten Luxusses, der grenzenlosesten Armut und vollsten Mitleids bedürftig! der Stadt der Verbrechen und aller Laster, der Stadt der Einsamkeit inmitten lautesten Verkehrs! der Stadt der Arroganz und des krassesten Hochmuts! Der Stadt des Verdienens und aller Schätze der Erde! Der Stadt uralter Etikette, am Zopfe festhaltend und an gepuderten Perücken inmitten der Technik und modernsten Errungenschaften menschlichen Verstandes und Erfinder-genies! Der Stadt des Towers als Zeugen englischer Blutge-schichte! Der Stadt der „boardinghouses“ und stillen typischen „homes“, für deren epheuumrankte, romantische Giebel und Kamine durch die Jahrhunderte der Spruch seit je bestanden: „An Englishman’s house is his castle“.
Einmal nur, - noch entsinne ich mich der Episode, so schrieb ich gleichfalls in zuvor erwähntem Buch „SURSUM CORDA“ (l6) - stand ich wie gelähmt, fasziniert, ja geängstigt durch die Wucht und Übergröße, die Weite und Fremde dieser einzigartigen Stadt, London, Herz des britischen Imperiums, als ich mit John Clifford Geen, einem Marinekadetten und Sohn meiner Blackheather Landlady im Frühjahr 1909 eines Abends von der Höhe des Greenwich Parkes, dicht neben seiner berühmten Stern-warte, erstmals den Sonnenuntergang über dem Dunst und Nebelmeer des wie in giftigen Schwefeldampf tauchenden Häusermeers der City mit der daraus hervorragenden Domkuppel von St. Pauls Kathedrale und Tower-Bridge wie Phantome erlebte, und monoton und düster die Themse auf ihren schmutziggelben Fluten bizarr wirkende Schiffsleiber und gespenstische Segler unheimlich in die Abendschatten trieb … fernen Gestaden und Kontinenten entgegen.
Da erfaßte es mich wie Furcht vor dem Unendlichen, wie banges Ahnen um die Größe der Welt und die Kleinheit des „ich’s , und erstmals in der Fremde und großen Stille des Lebens, fern elterlicher Obhut, brach die Sehnsucht nach dem Licht, nach einer höheren Heimat, durch; von der ich eingangs dieses Abschnittes gesprochen habe.
Viele Male seit 1909 erlebte ich wieder und wieder die Hauptstädte Englands und Frankreichs und während ich am achten Juli 1946 noch in London gewandelt, am 9. Juli mein Fuß historischen Boden von Paris betreten, saß ich noch am Abend gleichen Datums im „Arlberg-Express“, der mich meinem Ziel in Tirol „Innsbruck-Vomperberg“ entgegen tragen sollte.
Die Route führte über Basel und Zürich, entlang des Sees gleichen Namens nach Buchs und Feldkirch, von da durch das Kloster- und Stanzer Tal mit dem Arlberg-Tunnel zwischen St. Christoph und St. Anton in deren Mitte nach Landeck, weiter hinab das Inntal, vorüber an Imst und Telfs, zur Linken die historische Martins Wand passierend, bis endlich die Türme von Innsbruck sichtbar wurden und der Expreß auf dem von vielen Bomben zerstörten Hauptbahnhof einlief. Auf dem dachlosen Bahnsteig erkannte ich sofort unter der harrenden Menge meine Tochter Beatrice in Schwesterntracht und den Chauffeur von Gralshöhe : Alexander Fahsel aus St. Petersburg-Berlin.
Zu meiner großen Freude wartete vor dem Bahnhof im Herrschafts-wagen Frau Maria selbst zur Rückkehr nach Vomperberg, dem Berg des Heils. Inmitten Tiroler Bergwelt, umrahmt von schneegekrönten Firnen zur Herbst- und Winterszeit, baut er sich am Südhang des Karwendels auf, gleich einer Veste seit Jahrtausenden, ein Schutzwall geformt durch wesenhafte Hüter gegen dunkle Mächte und fremdländischen Einfluß lateinischen Wesens.
Die Fahrt verlief im Tal des Inns, bald rechter- bald linkerseits der türkis-grünen Fluten, in denen sich hie und da die Konturen von Burgruinen, Schlössern und Klöstern spiegelten, aber auch Zeugen des Krieges verlassen am Wegrand, verbrannte Autos, zertrümmerte Waggons, kaum mehr kenntliche Gefährte - unverkennbare Denkmäler rohen und barbarischen Vandalentums. In den Ortschaften und Dörfern tat sich noch die Anwesenheit französischer Besatzungstruppen kund.
Schwaz, das Tausendjährige, mit der Burg Freundsberg als Wahrzei-chen, die alte Knappenstadt mit historischen Annalen, überragt vom Kellerjoch, Karwendel und Bettelwurf mit ihren heroischen, lichtgrauen Felsmauern, tauchte auf in der Ferne, letzte verglühende Sonnenstrahlen ruhten auf ihm wie auf goldenem Samt.
Wir überquerten den Inn und bald nahm uns würziger Föhrenwald auf, heilige Hallen, durch Tannen geformt, im Dom der Natur. In abendlicher Stille herrschte tiefstes Schweigen. Hauchzart lagen Berge und Triften in violette Schleier gebettet, schräg fielen der Tagkönigin letzte scheidende Strahlen auf die Schönheit einer Landschaft, wie sie einzig sich im Umkreis Vomperberg nur zeigt, den sich Imanuel zum Verankerungs-punkt des Lichtes auf Erden erkor. Aus des Tales Tiefe zog zur Höhe des Berges „Ave Maria“ katholischer Glocken.
In diesem Augenblicke war das Plateau erreicht, der Steinlechner-, Zöhrer- und Weberhof wurden sichtbar, auch die vom Franzosen noch beschlagnahmte Gralsschule, dahinter die Berninger Villa, doch vermochte ich nicht mehr die alte Halle zu entdecken, die Anfangsstätte der Gralsfeiern des Menschensohns, die ein Opfer der Zeit des Zweiten Weltkrieges wurde.
Auf der Verkündigungshalle der Wahrheit des Neuen Bundes, der „Hütte Gottes bei den Menschen“, wie sie die Alten Propheten schon schauten, leuchteten wiederum zwei weiße Gralskreuze, das westliche mit, das östliche ohne Ring, wie die Symbolik es forderte, die Nazitum besudelt hatte. Scharf bog der Wagen um den „Zildererhof“ und - das Gralshaus, irdische Heimstatt des „Göttlichen Trigons“, grüßte die Heimkehrenden von Gralshöhe. Hinter der Einfahrt mit dem Pförtnerhaus erwartete uns auf dem Platz am Verwaltungsbau der internationalen, konfessionslosen und dogma-freien Gralsbewegung Fräulein Irmingard mit Marga, Herr Alexander, das Ehepaar Vollmann und Herr Frederic Haug, der erste französische Offizier im Dienste des Grals.
Noch stand wie ehedem die gesamte Siedlung, wie sie unter Aufsicht des Herrn durch den Jünger Hermann Lohr in den dreißiger Jahren erbaut worden war, nur hatte der Zahn der Zeit an ihr genagt, hatten Gestapobeamte, wie amerikanische und französische Besatzungstruppen unverkennbare Spuren der Verhöhnung und Mißachtung hinterlassen. Das, was gewechselt hatte, waren die Siedlungsbewohner, die ehemalige Berg-Gemeinschaft des Grals, die der Menschensohn selbst einst am einunddreißigsten Juli 1932 ins Leben gerufen und feierlich sich zum Gralsdienst verpflichtet hatte. Bei dem politischen Umbruch im Frühjahr, März 1938, hatten fast alle Kreuzträger den Berg des Heils verlassen müssen, waren in alle Winde zerstäubt, und nun hatte Lichtsehnsucht den einen oder anderen geistig gedrängt, wieder leben zu dürfen an dem Ort auf Erden, der vom Licht seit Jahrtausenden erkoren war die Wiedergeburtsstätte einer von der „Erbsünde“ befreiten, sich veredelnden und geistig heranreifenden Menschheit zu werden.
Da stand am Eingang zur Grals-Siedlung noch das Pförtnerhaus, das im Laufe der Jahre verschiedene Insassen als seine Betreuer und Betreuer der Siedlung ganztägig oder auch nur halbtägig beherbergt hat, Herrn Alexander, Frau Thusnelda Reckleben, Herrn Willy Fritsch, Herrn Lothar Giesert und andere . . . . nun war es ein Holländer namens Ludwig Weglau, ein schon älterer Herr mit manchen in Belgisch-Afrika gesammelten Erfahrungen, die aber doch nicht die Pflichten aufwogen, die er jetzt als Torhüter der Gralssiedlung ausüben durfte.
Wie ehedem grüßten noch immer die typisch tiroler Baulichkeiten der Reihenhäuser I und II, auch das Haus des Baurates Lohr- Karlsruhe, das holländische Frank-Haus, sowie die Wirtschaftsgebäude auf der Nordseite der Siedlung mit Stallungen fürs Vieh, Pferde, Kühe, Schweine, Schafe und Geflügel mit seinen Lauten verschiedenster Art, Geschnatter von Gänsen und Enten, schrillen Tönen eines Truthahn-Volkes, pfeifenden Lauten eines gemessen einherstolzierenden Pfauenpaares, sowie dem Gegacker buntgefiederter Hühner mit kampfsüchtigen und kammgeschmückten Hähnen.
An die Stallungen reihten sich Holzablegeschuppen und Gerätelager. Auch die ehemalige Flockenbereiterei und Bäckerei standen noch, eines Tages ihren Betrieb wieder aufzunehmen. Dann folgte der weißgetünchte Bau der Vomperberger Freiwilligen Grals-Feuerwehr, deren Begründer und erster Kommandant Herr W. Fritsch senior gewesen. Neben diesem Gebäude lag die Schmiede mit anschließender Tischlerei, dem Machtbereich des Golden-Kreuzers Josef Wagner, und über ihr im ersten Stock die beiden Malerateliers der Herren Hermann Wenng und Otto Ernst Fritsch. Den Abschluss dieser nördlichen Gebäudefront bildete ein weiterer wohnungsmäßiger Bau, zuerst vom Ehepaar Vollmann bezogen, später als ein Zahnatelier der Dentistin Karla Kemmer-Schwerin mit Wohnung ausgewertet. Im Erdgeschoß darunter befand sich die Tischlerei II, sowie der Literatur-Lagerraum der Gralsverwaltung.
Um das Wohnhaus des Herrn blühten wieder wie einst in schier verschwenderischer Fülle von den Wesenhaften besonders gehegte Blumen in leuchtenden Farben und ebenmäßigem Wuchse, und wie einst war der Gralsgarten sorgsam gepflegt mit seinen Beeten und Sträuchern, Baumgruppen und Pfaden mit feinem Kies bestreut dem Tee-Pavillon und dem Teich, wie dem Taubenschlag, in dem wiederum schneeweiße Täubchen gurrten und gurrten... Nur die Hunde, die ihrem Herrn wohl mehr denn nur treue Tiere gewesen, vor allem den Ajax, vermißte ich. Nun lag ein schwarzer Neufundländer, mit Namen Barry, vor des Hauses Eingang, über dem das Motto noch immer stand:
„MUTIG VORAN! GOTT WOHLGETAN!“
Dies alles war noch, noch wölbte sich des Himmels Azur über die geweihte Stätte, die der Herr selbst „die Stätte Gottes auf Erden“ bezeichnet hatte, die Stätte, welche die Hierwohnendürfenden „durch ihr vorbildliches Erdenleben dienend heiligen sollten“ – „die von dem Vater berufen waren, in nächster Nähe des Sohnes zu stehen " noch thronten ringsum im heiligen Schweigen die Föhrenwälder und zur Höhe hielten schneegekrönte Berge Wache mit ihren Gipfeln weisend; noch glühte im Abendrot die purpurne Sonne, Zaubergebilde in Farbe und Schatten formend, gleich Silhouetten aus „Tausend und einer- Nacht!“
Nur der, der nicht mehr wandelte im irdischen Kleide als Mensch unter Menschen, das was der Herr, der Herr aller Herren und König der Könige! Doch sein göttlicher Kern war nah, durchstrahlte alles Leben auf dem Heiligen Berg und leitete durch Maria, der Lichtrose Liebe - welche ein Teil gemeinsam mit ihm durch das Erdenleben wanderte, um nach göttlicher Bestimmung mitzuwirken an der großen Aufgabe (17) - dem Aufstieg der Menschheit aus Not und Chaos unter den reinigenden Flammengarben des „großen Kometen“ (28). Frau Maria zur Seite waltete Irmingard, die „göttliche Reinheit“, der Reinheit Lilie, ihres hohen Amtes in Erfüllung des ihr von Imanuel erteilten Rufes. -
So fand ich die Stätte des Lichtes, den irdischen Berg der Erleuchtung, Patmos auf Erden, nach einem Fernsein von neun Jahren wieder.
Doch mit Imanuel, dem Gottgesandten, nie wiederkehrendem Welten-lehrer, fehlten noch andere zu Säulen des Grals einst erkorene Menschen, für nur einen Zweck im Stoff dieser Zeit inkarniert, dem „Göttlichen Trigon“ zu dienen. Dem Heer dieser Treulosen schritten machtvolle und hochentwickelte Männer und Frauen auch irdischen Formats voran, auf die der Herr wie auf Felsen einst baute, wie er es in seinem Vortrag „Der Fremdling“ (39) bezeugte:
„Die Gewährung deren Bitte war mit Sorgfalt durchgeführt. Zu rechter Zeit erfolgte Inkarnierung auf der Erde. Unter treuer Führung wurden sie irdisch gerüstet für die jeweilige Aufgabe mit allem dem, was sie zu der Erfüllung nötig hatten. Es wurde ihnen zugeführt, geschenkt, so auffallend, daß sie es gar nicht anders als Geschenk betrachten konnten, als Lehen für die Stunde der Erfüllung ihres einstigen Versprechens. Pünktlich kamen sie mit dem Gesandten in Berührung, durch sein Wort, dann auch persönlich ….“
„Mit Trauer sah der Fremdling auf der Erde die Verheerungen unter der Schar der Berufenen. . . . Feindlich fauchte es schon hier und da empor und zischte hassend in die Reihen derer, die dem Rufe folgen wollten. Eng und enger aber kreiste es um die Berufenen die durch Versagen in die Dunkelheit versinken mußten, der sie damit freiwillig die Hand geboten hatten.“
Wer aber war noch da der alten Getreuen? Ihre Zahl war gering und wuchs erst allmählich. Noch atmete im Lichte Gralshöhes, die einst schon Nahome diente und Abdruschin in Ägypten als Juricheo, eines stolzen Pharaonen Tochter, die das Knäblein Moses im Nilstrom entdeckte.
Noch lebte hier, wenn auch physisch gehemmt, die „äußere Torwacht zum Trigon, ringend um Erstarkung und Gesundung, damit erfüllen sie könne, was das Licht von ihr forderte: reinsten Gralsdienst.
Zu denen, die neu den Ring der Treue um Frau Maria und Fräulein Irmingard zu schmieden strebten, die aus Not und Tod dem Zweiten Weltkrieg entronnen, geflüchtet vorm Feinde, beraubt ihrer Habe, geschlagen am Körper und durch Luzifer versucht waren, doch welche die Sehnsucht im Herzen bewahrten und dienen wollten dem Heiligen Gral, den Gott als letzte Gnade der Menschheit belassen zur Rettung und Erlösung des Weltenteiles Ephesus, zu diesen zählten Jünger Hermann Wenng, beide Ehepaare Siffrid, zwei Familien Fritsch, der Jünger Elisabeth Berninger mit Elisabeth Weglau aus Holland, Jünger Elisabeth Kretschmer aus Lodz in Polen, die Familien Paul Borbe, Paul Bergmann und Alexander Fahsel, zwei Hausmannsehepaare Karl Bergmann und Josef Wagner mit Kindern, der Tempelwart und Senior der Gralssiedlung Martin Görtz mit Frau aus dem Elsaß und folgende weibliche und männliche Gralskreuzträger:
Frau Hertha Döring mit Sohn, Fräulein Luise von Schwichow, Fräulein Lucy Reckleben, Frau Margarete Wilder mit Tochter, Fräulein Anna Maria Petz, Frau Karla Kemmer, Frau Luise Giesert, Fräulein Meta Genske, Die Schwestern Maria und Gertrud Nell, Frau Elisabeth Regner, Fräulein Regina Bühler, Fräulein Anna Walter und Fräulein Jacqueline Choisel, sowie Mutter und Tochter Margarethe und Gerda Köckeritz, meine Frau und Tochter Irene und Beatrice Freeman-Eales.
Die Herren René Weill, Lothar Giesert und Jean Choisel.
Aber noch flammte in anderen Kreuzträgern da und dorten der Sehnsucht Lohe zum Berge des Heils und - war diese echt - strömte von oben Hilfe, daß deren Reise auch irdisch sich erfüllen konnte. So harrte in Dänemark, die vor rund dreieinhalb Jahrtausenden in Ägypten „Nanna“ gewesen und zur Lichtstadt pilgerte unter Lebensgefahr nach dem Tod Abdruschins. War ihr Los jetzt nicht ähnlich dem von damals, da klingende Worte ihr gekündet wurden " Du sollst dereinst auf Erden leben, wenn sich das Sein Marias erfüllen wird, so Du in Treue dienst“. - Dem Kreis der höchsten Diener im Tempel der Isra gehörte sie ehedem an.
Es warteten der Rückkehr nach Vomperberg in der Schweiz jene beiden Getreuen, die ebenfalls Abdruschin im Land des Nils schon dienten als Hussa und Dhuffar,
Zur Fahrt über das Meer des Ozeans bereitete sich der Leiter des Grals in Sao Paulo, damit seine Gattin hier sterben dürfe und ihre Gebeine ruhen in geweihter Erde auf dem Waldfriedhof des Herrn: Walter und Margarete Brauning.
Auch eine Berufene aus den vereinigten Staaten Nord-Amerikas nahte: Frau Helene Westphal mit Sohn und Tochter.
Und der Balte Walther von Bötticher hoffte auf ständige Wohner-laubnis auf dem Berg des Heils.
So also, äußerlich betrachtet, entwickelte sich die Berggemeinschaft der zweiten Phase des Grals auf Erden. Etwas ausführlicher über die innere Struktur sowie den weiteren Aufbau zu sprechen, liegt nicht im Rahmen dieser Niederschrift. Darüber kündet eine andere Stelle meiner „Gralsaufzeichnungen“.
Vorausgeschickt sei nur, charakterisiert in einem kurzen Satz: der materielle Aufbau schreitet dem geistigen voran.
Diesen Aufbau erlebte ich mit eigenen Augen, mit Erlaubnis Frau Marias, auch hie und da werktätig mit helfen zu dürfen, obwohl der Schwerpunkt meines Dienstes im Schreiben liegt - nach dem Willen des Herrn.
Ab Juli 1946 durfte ich mich erstmals als ein ständiges Mitglied der „Berg-Gemeinschaft“ zählen, während ich noch zu Lebzeiten des Herrn stets nur als Gast hier weilen konnte. Während meiner einundzwanzig Bergfahrten in den Jahren 1930 bis 1937 erlebte ich die Höhestunden auf Vomperberg, vor allem jene unvergeßlichen Gralsfeiern, die der Menschensohn amtierte und die „in wissender Gottverehrung schwangen“ (110), weniger den Alltag.
Nun weiß ich aber auch, was der Alltag an dieser Stätte bedeutet, die durch ein vorbildliches Leben ihrer Bewohner mit- und untereinander für e i n Ziel für immer geheiligt sein soll. Ich weiß um die tausend kleinen und scheinbar nichtigen Dinge, Begebenheiten und Pflichten, die jedes Mal für den, den sie betreffen und angehen „wichtige Großigkeiten“ sind. Setzt sich das ganze Leben nicht aus Kleinigkeiten zusammen, „Bagatellen“ im Volksmund benannt, deren jede jedoch erfüllt sein muß von dem, der das Kreuz der Wahrheit trägt, das gleichschenklige Kreuz des Heiligen Grals.
So weiß ich zuletzt auch, daß der Rat unseres Herrn von uns allen noch nicht genügend befolgt ist, den er uns am Ende seiner Ansprache über den „Berg des Heils“ in Liebe erteilt hat.
„Die lebende, dienende Liebe, wahre Treue, die vorwiegend des ande-ren gedenkt, das Helfenwollen und Sich-Selbst-Vergessen, das ist es, was Euch noch fehlt in dem Zusammenleben auf dem Berge.
Nicht rechts und links schauend, nicht nach Schönerem und Bequemerem haschend, nicht nach hohen Ehren trachtend, keine außergewöhnliche Stellung einnehmen wollend,
SO MUSS DAS KLEID DERER SEIN, DIE AUF DEM BERGE LEBEN WOLLEN“. (l11)
1 1) Vortrag 77.
2 (l) Nachklänge Vortrag No. 51
3 (2) Nachklänge Vortrag No. 56
4 (3) Vergl. Englisches Protokollbuch der Vorstandssitzungen S. 146/52 und Englische Niederschrift des Berichterstatters No. 426.
5 (l) Vergl. Protokoll-Buch der englischen Vorstands-Sitzungen S. 153/52.
6 (1) Siehe Abschnitt „Meine Beichte“, S. 231-238.
Buch „Sursum Corda“ - Gedichte, Fragmente.
1927-1928.
7 (1) ILdW. „Der Fremdling“, S. 634.
8 (2) ILdW. „Der große Komet“, S. 507/08.
9 (3) ILdW. „Der Fremdling“, S. 635 und 638
10 (1 ) Vergl: „Das Wirken Abdruschins“ S. 14. Verlags A-G
„Die Stimme“, Zürich und Heft 9 der „Stimme“, S. 76
11 (1) Vergl: „Ermahnungen“ von Abdruschin, S. 107.