ENTWURF 1.

OSKAR ERNST BERNHARDT.


Der Verfasser der Gralsbotschaft „Im Lichte der Wahrheit“ - die unter dem Namen Abdruschin in kompletter Ausgabe deutscher Sprache erstmals im Jahre 1933 veröffentlicht wurde - war am achtzehnten April 1875 zu Bischofswerda in der sächsischen Lausitz geboren.

Sein Vater war von Beruf ein Weißgerber und bewirtschaftete mit seiner Frau, Emma Bernhardt, das Gasthaus zum Gambrinus in der Kirchstraße 10.

Oskar Ernst und sein jüngerer Bruder Alwin besuchten zunächst die Volksschule in Bischofswerda. Nach Beendigung des Schulunterrichtes durfte sich Alwin auf dem Gymnasium für das Studium der Rechtswis-senschaft auf der Universität zu Leipzig vorbereiten, während Oskar Ernst von seinem Vater für eine kaufmännische Laufbahn ausersehen war. In der Firma E. L. Huste & Sohn, einem Lebensmittelgeschäft in nächster Nähe des großen freien Marktplatzes, verrichtete Oskar Ernst seine Lehrlings-dienste.

Der aus dem Knabenalter zum Jüngling Herangereifte war indessen mit seiner Beschäftigung nicht zufrieden. Sie war ihm zu nüchtern und materialistisch. Sein Drang ging in die Fremde und unter die Menschen-welt. Er machte sich selbständig und etablierte sich in Dresden, wo er unter eigenem Namen metallene Auslagegestelle für Schaufenster zu fabrizieren begann. Doch auch hierin fühlte er sich nicht glücklich, erlittene Geldeinbußen taten das ihre und er entschloß sich, als Journalist nach dem nahen Osten zu ziehen. Seine Heimatstadt vergaß ihn, man wähnte ihn verschollen.

In Konstantinopel verdiente er seinen Lebensunterhalt durch Schreiben von Aufsätzen und Erzählungen. Da letztere aber meist in erzieherischer Tendenz gehalten waren, erlangten sie keine große Nachfrage. So erlebte der Voranstrebende auch in diesem Beruf manche Enttäuschung, ja Anfeindung und dadurch Schmerz. Aber gerade hier-durch stählte sich sein Wesen für sein späteres einzigartiges Wirken.

Den nirgends sich Heimfühlenden, rastlos nach Erlebnissen Dürsten-den trieb es aus dem Osten nach dem fernen Westen. New York nahm ihn auf. Das Land des Mammons wollte er in seinen vielgestaltigen Arten des Lebens mit Höhen und Tiefen kennen lernen.

Daselbst überraschte den jungen Weltwanderer der jähe Beginn des ersten Weltkrieges. Amerikanische Freunde rieten zu schnellster Abfahrt; mit einem der letzten Europaschiffe kam er bis nach England, wo ihn das Geschick der Internierung als Reichsdeutschen auf der Insel Man erreichte.

Hinter Stacheldraht eines Lagers erwachte in Oskar Ernst Bernhardt sein messianischer Geist: in der Stille und in der Natur, umrauscht vom Weltmeer, ward ihm die Erleuchtung seines Dienstes für Gott an der Menschheit.

Ein verblutendes Deutschland empfing seinen größten Sohn wieder auf heimischen Boden. Er wohnte bald hier, bald da - sein Ziel suchend. Er lebte 1923 in Penzberg, 1924 in Bad Heilbronn, ab Frühjahr 1925 in Igls bei Innsbruck, ab Herbst gleichen Jahres in Tutzing am Starnberger See, bis er endlich am dreizehnten Februar 1928 den Flecken Erde fand, der seit Jahrtausenden bestimmt war, die Lichtstätte für eine vom Erbübel des Dunkels befreite neue Menschheit zu werden.

Auf Vomperberg in Tirol gründete Oskar Ernst Bernhardt die internationale konfessionslose Gralsbewegung mit seiner Gralsbotschaft „Im Lichte der Wahrheit“ als Fundament, der „neuen Bibel“ der „neuen Zeit.“

Mit seinen eigenen Worten bezeichnete er die mit der Bewegung eng verbundene Gralssiedlung als „Hort des Friedens und Quelle neuer Kraft“, deren Bewohner nur einem Ziele zu leben hätten: in allem Gott zu ehren, alles zur Ehre Gottes zu gestalten.

Bei Einverleibung Österreichs in das nazistische Hitler-Deutschland im März 1938 wurde die Grals-Siedlung in eine Gauschulunsburg der NSDAP gewandelt, die Bewohner vertrieben und ihr Leiter eingekerkert.

Am sechsten Dezember 1941 verstarb Oskar Ernst Bernhardt auf dem Besitz eines seiner Anhänger in Kipsdorf im sächsischen Erzgebirge und hinterließ aller Menschheit als Vermächtnis seine, unter dem Pseudonym „Abdruschin“ geschriebene Gralsbotschaft „Im Lichte der Wahrheit“, die kurz nach ihrer Veröffentlichung im deutschen Urtext in fast alle modernen Sprachen übersetzt und im Verlag „Der Ruf“ G. m. b. H., München, veröffentlicht wurde.



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ENTWURF 2.

OSKAR ERNST BERNHARDT.


Es ist nicht mehr das Schwert, nicht mehr das vergilbte Stammre-gister grauer Ahnen, worauf der Adel in unseren Tagen seine Würde stützt. Wahrer Adel besteht in Geistesgröße. Beides, wahrer Adel und Geistes-größe von Gottesgnadentum waren in keinem Sterblichen mehr und zu schönerer Harmonie geeint als in dem Menschensohn Imanuel, der am achtzehnten April 1875 zu Bischofswerda in Sachsen als Oskar Ernst Bernhardt das Licht der Welt erblickte.

Als Mensch unter Menschen und doch ein Fremdling unter Menschen, hat der Menschensohn, der wie einst der Gottessohn einen wesenlosen Kern in sich trug, seine irdische Pilgerbahn begonnen, die ihn durch Leid und Mühsal, Entbehrungen und Schmerzen zur Erkenntnis allen Übels führt, durch „Miterleiden wissend werdend!“

Seine Wiege stand nicht in einem Schloß dekadenter und gottent-fremdeter Höflinge, auch nicht in den Armenvierteln verwahrloster Großstädte. Seine Eltern rechtschaffen, treu und gottesfürchtig ihr Leben im lutherischen Glauben führend, gehörten dem gesunden, naturverbun-denen Mittelstand an.

Im Schatten einer ehrwürdigen achthundertjährigen Kirche, sichtbares Wahrzeichen des freundlich friedlichen Lausitzer Städtchens, träumte sein altes patriarchalisches Vaterhaus in der Kirchstraße zehn einen Traum der Jahrhunderte.

Stark und dick waren die weißgekalkten Wände, klein und niedrig die Fenster in tiefen Nischen und sauber die glänzenden sandbestreuten Dielen, über die so oft vor einem Dreivierteljahrhundert die zierlichen Füßchen des kleinen Oskar Ernst getrappelt sein mögen, mit beiden Händchen den Rock seines Mütterchens Emma Bernhardt umklammernd.

Der Geburtsraum selbst lag im ersten Stock und war ein einfenstriges Zimmer über dem Eingang zur Kirchstraße.

Oskar Ernst Bernhardt wurde in der Stadtkirche getauft und konfirmiert, und von der Kanzel über dem Altar gelegen würde er, so hatte er einst in Vorausschau geahnt, als gereifter Mann einmalig seiner Heimatgemeinde das Gotteswort verkünden, nachdem diese ihn als den Gottessendung und Menschensohn erkannt haben würde.

Mit großer Liebe sprach er von seinen Erdeneltern.

Wie einst Maria, die leibliche Mutter des Gottessohnes, so war auch Emma Bernhardt geistig in sich bereitet worden, des Menschensohnes Lichtgeburt stofflich zu ermöglichen, die zweite Menschwerdung König Parzivals, der schon zu Mose Zeit im Land der Pharaonen gewandelt war.

Auch diesmal konnte der Gottgesandte während der Frühzeit seines Erwachens auf Erden über sich am Himmel den „Großen Kometen“ schauen, der ihm ein Gruß aus himmlischen Gefilden dünkte und als „Bethlehemstern“ schon dem Jesuskinde zu Beginn seiner Erdmission während dreier Nächte geleuchtet hatte.

Erzengel hatten die Wiege des Menschensohns umstanden, so wie sie einst den Hirten auf dem Felde den Friedensgruß Gottvaters sandten.

Während seiner ersten Jugendjahre war der kleine Oskar Bernhardt durchaus ein natürliches Kind gewesen, wie er sein natürliches Wesen selbst nach dem Durchbruch des Lichtkerns zur Ausübung seiner Mission im Mannesalter von fünfundvierzig Jahren bewahrte.

Er besuchte die Volksschule in Bischofswerda und wurde nach Beendi-gung von seinem Vater für die kaufmännische Laufbahn ausersehen. In der Firma E. L. Huste & Sohn, einem Lebensmittelgeschäft, verrichtete er seine Lehrlingsdienste.

Der aus dem Knabenalter zum Jüngling Herangereifte war aber mit seiner Beschäftigung unzufrieden. Sie erfüllte ihn nicht, war im Gegenteil zu nüchtern und materialistisch. Sein Drang ging in die Fremde und unter die Menschheit. Sein Feld war die Welt!

Er etablierte sich zunächst in Dresden, wo er unter eignem Namen metallene Auslagegestelle für Schaufenster zu fabrizieren begann. Aber auch hier war er nicht glücklich, erlittene Geldeinbußen taten das ihre und so entschloß er sich innerem Drängen folgend, sich journalistisch und literarisch im nahen Osten zu betätigen. Er kehrte seinem Heimatland den Rücken, seine Vaterstadt vergaß ihn, man wähnte ihn verschollen.

In Konstantinopel ließ er sich nieder, wo er sein Leben als angehender Schriftsteller verdiente. Da seine Schriften aber in erzieherischer Tendenz gehalten waren, wirkten sie nicht anziehend auf eine sensationsbedürftige Leserschaft. Diese fühlte sich in ihrem Dünkel und ihrer Eitelkeit getroffen und vertrug es nicht, sich im Lichtstrahl des Tages beurteilt zu sehen. Trotz allem ließ sich der junge Menschensohn nicht beirren, er schrieb weiter in seiner Art, einfach, weil er schreiben mußte, unbekümmert darum, ob seine Aufsätze Ansprache und Honorierung fanden, oder Ablehnung und gehässige Kritik erfuhren.

So erlebte der Voranstrebende auch in diesem Beruf gar manche Enttäuschung, wenn nicht Anfeindung und- dadurch Schmerz. Aber hierdurch gerade stählte sich der Charakter für sein späteres einzigartiges Wirken.

Den nirgends Beheimateten, unstet nach Neuem Dürstenden trieb es aus dem Osten nach dem fernen Westen. New York nahm ihn auf. Das Land des Mammons wollte er in seinen vielgestaltigen Lebensweisen, mit seinen Höhen und Tiefen menschlichen Glanzes und Leides kennen lernen.

Daselbst überraschte den jungen Weltwanderer der jähe Ausbruch des ersten Weltkrieges. Amerikanische Freunde rieten zu schnellster Abfahrt; mit einem der letzten Europadampfer erreichte er England, wo ihn das Geschick der Internierung als Reichsdeutschen auf der Insel Man ereilte.

Hinter Stacheldraht eines Lagers erwachte in Oskar Ernst Bernhardt sein messianischer Geist; in der Stille und Natur, umrauscht vom Weltmeer, ward ihm die Erleuchtung seines Dienstes für Gott an der Menschheit.

Ein verblutendes Deutschland empfing seinen größten Sohn wieder auf heimischem Boden. Er wohnte bald hier, bald da - sein Ziel suchend. Er lebte 1923 in Penzberg, 1924 in Bad Heilbrunn, ab Frühjahr 1925 in Igls bei Innsbruck, ab Herbst gleichen Jahres in Tutzing am Starnberger See, bis er am dreizehnten Februar 1928 den Flecken Erde fand, der seit Jahrtausenden bestimmt war, die Lichtstätte für eine vom Erbübel des Dunkels befreite neue Menschheit zu werden.

Auf Vomperberg in Tirol gründete Oskar Ernst Bernhardt die interna-tionale konfessionslose Gralsbewegung mit seiner Gralsbotschaft „Im Lichte der Wahrheit“ als Fundament, der „neuen Bibel“ der „neuen Zeit“.

Mit seinen eigenen Worten bezeichnete er die mit der Bewegung eng verbundene Gralssiedlung als „Hort des Friedens und Quelle neuer Kraft“ deren Bewohner nur einem Ziele zu leben hätten: in allem Gott zu ehren, alles zur Ehre Gottes zu gestalten.

Kurz nach der Einverleibung Österreichs in das Groß-Deutschland Hitlers anno 1938 wurde die Gralssiedlung in eine Gauschulungsburg der NSDAP gewandelt, die Bewohner vertrieben und ihr Leiter ins Gefängnis geworfen.

Nach reichlich drei Jahren verstarb Oskar Ernst Bernhardt im Exil. Sein Todestag war der sechste Dezember 1941. Die Mission des Menschen-sohns war vollendet. Er folgte dem Rufe Gottes, seines Vaters.

Der Menschheit verblieb als ewiges Vermächtnis die Gralsbotschaft „Im Lichte der Wahrheit“, geschrieben und veröffentlicht unter dem Namen „Abdruschin“.

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