Beisetzung DER IRDISCHEN HÜLLE DES MENSCHENSOHNES IMANUEL
AM 7. OKTOBER 1949, AUF VOMPERBERG .
Einzigartig schöne, sonnendurchstrahlte und wärmeübergossene Spät-sommertage waren über den Berg des Heils gezogen.
Wie ein goldener Traum hatte der Herbst über Burgen und Klöstern, Wäldern und Triften Tirols zu lagern begonnen, und mehr denn je war auch Vomperberg wundersamsten Zaubers voll gewesen.
Unaussprechliche Weihe hatte über dem Heiligen Berge neunund-vierzig Tage und Nächte gelegen, während deren die irdische Hülle des Königs der Könige eingesargt und mit der grünen Gralsstandarte bedeckt im Tempelpavillon des Gralsgartens gestanden war, bis sie am siebenten Oktober im Grabmal einer Pyramide auf der Höhe Vomperbergs zur feierlichen Beisetzung kommen sollte.
Wie es am Tag des irdischen Geburtstages Frau Marias von hoher Warte gekündet worden war, hatte sich mit der vergänglichen Hülle des Menschensohnes der göttliche Kern Imanuels noch einmal der Stätte seines Erdenwirkens genaht, uns Menschen näher wie nie wieder in sieben mal sieben irdischen Tagen, die vervielfacht neunundvierzig geben, selbige Zahl, in deren Erfüllung einst Is-ma-el Johannes noch zu Lebzeiten des Herrn seine Mahn- und Warnrufe aus der Ebene seiner urgeistigen Heimat kündete.
Dann war Oktober ins Land gezogen. Seine Sonne stand schon tiefer, matter werdende Strahlen über die prächtigen Farbenspiele hoch sich türmender Wolken am herbstlichen Firmamente werfend.
Die Tage hatten begonnen, jene erborgte Wärme zum Sterben sich rüstender Natur zu nehmen, Wärme, die vom letzten Hauch des Feuers rötlicher Blätter und dem grellen Lichte sonniger Wiesen stammt. Über die Morgen spannte sich ein Himmel, blauer denn blauester Enzian, freundlich und sanft war der Mittag, der Glanz der Landschaft gemildert, alles umher in weiche einherschwebende Schleier Altweibersommers gehüllt. Die Nächte aber weiteten sich sternenklar und unendlich, über Sümpfen und Weihern zitterten da und dort Irrlichter, die Temperatur nahm ab.
Einen Tag und eine Nacht war schon kalter Regen gefallen und dicke brauende Nebel hatten sich über das Erdreich gesenkt, alles ringsum gleichsam in graue ziehende Watte hüllend. Im Dämmerschein am Abend reckten Bäume und Sträucher wie suchende Gespenster ihre dorrenden Zweige.
Hin und wieder brach matter Mondschein durch das Gewölk des Himmels, aus dem Inntal herauf stieg feuchter Dunst, Wassertropfen funkelten wie Brillianten an Gräsern und zum Vollmond rundete sich das Nachtgestirn für den hohen Tag der Beisetzung Imanuels, ein Ereignis von einzigartiger, welthistorischer Bedeutung.
Nur selten flatterte ein aufgescheuchter Vogel mit schrillem Ruf aus raschelndem Buschwerk, das den Pfad mit Steinfließen bedeckt und im Mondlicht gleißend zur Pyramide säumte; und das Vöglein schwang sich unruhig in die erdferne Unendlichkeit eines nächtlichen Himmels.
Diesen aber zeichnete in der Nacht zum siebenten Oktober eine gar seltene Naturerscheinung, eine totale Mondfinsernis, die nach dem Bericht der Wiener Universitätssternwarte um die dritte Morgenstunde ihren Höhepunkt erreichte. Doch leichtes Gewölk verdeckte das Schauspiel und ließ bei des Mondlichtes Fahlheit die Konturen der Pyramide nur um so geisterhafter wirken, an deren Aufbau und Vollendung seit Wochen rastlos unter Einsatz sämtlicher Arbeitskräfte der Gralssiedlung gearbeitet worden war, so, wie es einst vor rund dreieinhalb Jahrtausenden mit der Grab-Pyramide Abd-ru-shins im Süden Ägyptens geschehen war:
„Sieben Jahre dauerte die Vollendung der Pyramide, in die der weiße Fürst gelegt wurde (11), und an der alle arbeiteten, die ärmsten Araber wie die edelsten Ismanen. Nam-Chan an der Seite Eb-ra-nits ebenso wie Jesu, der Alte, an Dhu-Fars und Din-Ars Seite.
„Sieben Jahre meißelte Ne-so-met an der Grabtafel, die ein Wunder an Schönheit wurde. Oft stand Eb-ra-nit bei ihm und betrachtete die Bilder, die da aus dem Stein entstanden. Aber nie kam ein Wort über des Sehers Lippen. Es war, als wolle er, der zur unrechten Zeit geschwiegen, nun schweigen für alle Ewigkeit.
„Sieben Jahre lang stickten Hussa und Na-Lah mit den Frauen an den Gewändern, die die einbalsamierten Körper ihres Fürsten und Nahomes bekleiden sollten. Kunstwerke wurden es. Auch zu ihnen trat Eb-ra-nit oft. Er fühlte, daß alle diese arbeitenden Menschen seiner freundlichen Worte bedurften, um nicht in Schmerz zu versinken. Eines Tages sah er, daß Hussa ein eigenartiges Gebilde stickte: Zwei Balken, die sich kreuzten.
„Was soll das bedeuten, Hussa?“ fragte er gütig.
„So habe ich unsern Herrn oft gesehen!“ lautete die Antwort der Araberin. „Aus ihm leuchtete das Kreuz der Wahrheit, da er die ewige Wahrheit ist“: „Du bist gesegnet vor vielen, Hussa!“
„Ihre großen Augen hoben sich tränenüberströmt zu dem Sprecher empor.
„Arm ist Hussa geworden, seit der Herr ging. Aber Hussa darf ihm wieder dienen. Darauf wird sie warten viele Leben lang!“
„Sieben Jahre sind eine lange Zeit für Erdenmenschen, viel kann sich in ihnen ereignen“. (12)
Während das Grabmal Abd-ru-shins nahe der „leuchtenden Stadt in der Wüste“ von gewaltigen Ausmaßen war, -
„wurden doch alle, die Abd-ru-shin auf Erden gedient hatten, in die große Pyramide gelegt!“ (23) und
„einer nach dem anderen der Getreuen fand seinen Platz in den Grabkammern, wie es Abd-ru-shin einst bestimmt hatte (34) - so waren die Größenverhältnisse der Grabmals-Pyramide Imanuels auf Vomperberg doch bei weitem geringere und betrug ihre Grundlinie nur sechs mal sechs Meter, während die Lothöhe fünf Meter und zwanzig Zentimeter maß.
Aber beide Bauten zeichnete ein einheitliches Zeichen: Zwei Balken, die sich kreuzten - das Kreuz der Wahrheit.
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Auf den wildzerklüfteten Felsgraten der die Stätte des Lichtes umlagernden Bergriesen, die über ihnen das Firmament begrenzten, lag bläuliches Dämmerlicht am frühen Morgen des siebenten Oktober Anno Domini 1949.
Hinter den scharf gegen den Horizont sich abzeichnenden Konturen des Wilden Kaisers bei Kufstein rötete sich langsam der östliche Himmel. Goldene Strahlen flammten hoch und überzogen Karwendel und Bettelwurf wie mit flüssigem Feuer.
Beim Anblick dieses grandiosen Schauspiels, das allen Städtern verschlossen bleibt, und nur dem Landvolk noch erblüht, so sie den Sinn für das, was Gottes Natur ihnen bietet, sich rein und schlicht erhalten konnten, sah ich mich plötzlich in ein Land versetzt, in dem der Herr vor langer Zeit einst heimisch gewesen, in dem sein irdisches Bewußtsein zu ungeahntem Höhenstieg erwuchs. Der Duft sächsischer Erde umhüllte meine Schläfe wie mit leiser Wehmut. Einem Sphärensang ähnlich aus fernen schier unwirklichen Gefilden dünkte mich diese plötzliche vor meinem Geistauge erstehende Rückschau, einem Sonnennebel vergleichbar durch das Kristall der Erinnerung erfaßt, die sich in Worten eines from-men Chorales löste, der seit meiner Jugend lebendig in mir ge-schwungen hat wie ein Vermächtnis:
„Morgenglanz der Ewigkeit,
Licht vom unerschöpften Lichte,
Schick uns diese Morgenzeit
Deine Strahlen zu Gesichte
Und vertreib durch Deine Macht
Unsre Nacht!“
Und als der erste Sonnenstrahl der aufziehenden Tagkönigin den Berg des Heiles streifte und sich wie leuchtendes Gold auf das rötliche Marmorgestein der Pyramide Imanuels zu legen begann, stieg majestätisch vor der irdischen Heimstatt des Menschensohnes am weißen Fahnenmast die Gralsstandarte hoch, königlich ihr leuchtendes Grün mit dem Lichtkreuz im Quadrat entfaltend. Aus dem dreieckigen Giebel der Gralsverwaltung aber wehten die weiß-roten Farben der Tiroler Fahne im frischen Morgenwinde, während seit Ankunft von mehr als zweihundert Gästen aus vielen Ländern Europas vom hohen Gesims des Gästehauses das französische, brasilianische, luxemburgische, tiroler, holländische, amerikanische, englische, schweizer, tschechische, deutsche, und österrei-chische Banner ihre stolzen Farben zeigten.
In der Klarheit eines gottgesegneten Morgens nahte die neunte Stunde, die seit dem Tage von Golgatha in bezug auf den Kreuzestod des Gottessohnes Christus Jesus ihren besonderen Stempel trägt. In den Eingängen zu den Siedlungswohnungen der irdischen Diener des Gött-lichen Trigons zeigten sich Frauen und Jungfrauen in weißer Feiertracht mit grünen und rosa Gürtelbändern, sowie Männer und Jünglinge mit Frack und Zylinder, zumindest dunklem Sonntagsanzug. Die Gralsglocken begannen ihr Jubelgeläut, denn im Gral gibt es nur Freude, Jubel und Dank, keine Trauer noch Schmerz. In der Grals-Siedlung wurde es lebendig und bald zogen ihre Bewohner in Familiengruppen oder zu zweit und auch einzeln schweigsam und ernster Miene hinab zum Grals-Tempel des Menschensohnes, auch herauf zu ihm aus dem Gästehaus wie aus der näheren Umgebung Vomperbergs.
Kurz vor dem Neun-Schlag vom Uhrturm des Verwaltungsbaues fuhr der Herrschaftswagen vor dem östlichen für das Trigon bestimmten Tempeleingang vor und hernach schlossen sich zur pünktlichen Minute die Tempeltüren für Berufene wie Unberufene, d. h. Nichtkreuzträger, die das Siegel des Menschensohnes nicht auf ihren Stirnen trugen.
Für die erste Gralsgemeinde auf Erden und ersten Zeugen der Neuen Zeit, für die, welche durch das Wort des Herrn „die Gralbotschaft: Im Lichte der Wahrheit“, neu im Geiste geboren wurden, vollzog sich nun eine einzigartige, nie je sich wiederholende Feier, solange die Menschheit leben darf: die Abschiedsfeier von dem aufgestiegenen Göttlichen Sendling - Imanuel dem Menschensohn - Gott im Mensch.
Gleichzeitig war es eine, vielleicht die bedeutsamste kosmische Er-füllungsfeier, diejenige Gralsfeier, die gleichsam zwischen zwei Welten-zeiten thront. Mit dem Ringschluß der ersteren erlosch - astrologisch gesprochen - das Zeitalter der Fische, in dessen Endzeit das einmalige Erlösungswerk Parzival Imanuels im Weltenteile Ephesus fällt, dem der Erdplanet als Zentralpunkt zugehört. Mit der nun beginnenden neuen Zeit, die unter dem Zeichen des Wassermanns steht, soll nach göttlichem Ratschluß, der gleichbedeutend mit dem Willen Imanuels ist, so die Menschheit ihn befolgt, das Tausend-jährige Reich einsetzen, eine gesetzmäßig begrenzte Weltepoche, während deren Luzifer gefesselt bleibt. Der Erdenmensch soll zum Voll- und Edelmenschen reifen, durch einwandfreien Lebenswandel die Erbsünde verlierend und dadurch mithelfen, daß der durch menschliche Schuld aus seiner Bahn geschleuderte Erdball durch Gottes Gnade wieder in lichtere Regionen gehoben werden kann und vom Schöpfer in seine ursprüngliche Bahn gewiesen.
Die Kundgebung, welche während der Feierandacht vom Apostel des Herrn, Herbert Vollmann, verlesen werden durfte, waren Worte Imanuels, also Worte aus göttlichem Mund in deutscher Sprache verdolmetscht, deren Wiedergabe an dieser Stelle zu überliefern unmöglich ist.
Es waren Worte des Lichtes, aus dem Lichte gekündet, die auch für das Licht verwahrt bleiben müssen.
Es kann darüber nicht geschrieben werden.
Schöner denn je war mit purpurnen Rosen der Tisch des Herrn von berufener Hand (15) geschmückt, vor den Hochsitzen Frau Marias und Fräulein Irmingards erblühten weiße Lilien aus geschliffenen Kelchen und gewaltige Akkorde füllten den hehren Tempel, die „Hütte Gottes bei den Menschen“.
Wie selten bisher brausten die Orgeltöne durch die geweihte Halle, begleitet von den tiefen, das menschliche Gemüt aufwühlenden „Weisen eines Cellos, gemeistert von Frau Zwargs Künstlerhand, die aus Brasilien übers Weltmeer erstmals zum Heiligen Berge gefunden hatte.
Und nachdem die Worte des Apostels im Äther verhallt waren, in den Seelen der Hörer unvergängliche Spuren hinterlassend und das Lichtgebet gesprochen war, erklang noch einmal der Instrumente Jubelhymnus: „Die Allmacht“ Franz Schuberts:
„GROSS IST JEHOVA, DER HERR“!
Die Hohen Frauen verließen ihre Hochsitze und die Kreuzträger unter feierlichem Geläut der Gralsglocken den Tempel Imanuels.
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Eine Viertelstunde vor der für die Beisetzung der sterblichen Hülle des Menschensohnes Imanuel festgesetzten Stunde - elf Uhr vormittags - setzte abermals feierliches ins Tal des Inn weit hinausziehendes Läuten aus ehernem Mund ein.
Auf dem freien Platz vor dem Verwaltungsgebäude sammelten sich an die dreihundert Kreuzträger in Feierkleidern, Blumen als letzten Gruß der Liebe und Treue für ihren unvergesslichen Herrn in den Armen tragend.
Von höchster Leitung bestimmte Ordner sorgten dafür, daß sich ein Halbbogen aus lebenden Wesen formte, deren aller Blicke auf die Pforte zum Gralsgarten gerichtet blieben, durch die so oft der Herr bei Lebzeiten von seinem irdischen Heim zu seinem Arbeitszimmer geschritten war, bis die Stimme des Apostels Herbert Vollmann, umhüllt vom goldenen Mantel mit grünem Gralskreuz als Abzeichen seines hohen Amtes, vor dem Pforteneingang folgende Worte an die harrende Menge richtete:
Nun lasset uns die sterbliche Hülle des unsterblichen Lichtes in den für sie bestimmten Raum bringen!“
Alsbald ward unter den Tannen des Gralsgartens der Trauerkondukt sichtbar.
Der braunpolierte Holzsarg, bedeckt mit dem Gralsbanner, vor dem so oft der Herr seine Gralsvorträge während der Sonntagsandachten gelesen hatte, wurde von den Brüdern Wolfram und Hans R. Stumpf, Hans Schwaiger und Kurt Naumann, sowie Herrn Haug und Paul Bergmann gemessenen Schrittes durch das Siedlungsportal zur Pyramide getragen. Josef Wagner und Karl Bergmann begleiteten den Zug, Sorge dafür tragend, daß der Sarg während des Tragens auf der Bahre nicht ins Gleiten geriet.
Hinter ihm schritten Apostel Vollmann und Jünger Lucien Siffrid, zu beiden Seiten des Grabmaleingangs gleichsam als Hüter Aufstellung nehmend, barhäuptig und im Frack.
Selbst der säuselnde Wind über dem Heiligen Berge schien für eine kurze Atempause zu schweigen, als der Leichnam des Lichtsendlings in der heiligen, reinen Schönheit des Todes zum letzten Abschiednehmen vorübergetragen wurde.
Dem Trauerzug voran schritt der Balte Walter von Bötticher, der über Brasilien den Weg zum Heiligen Gral gefunden. Ihm folgten je zu zweit die Hunderte von Kreuzträgern verschiedener Konfessionen, verschiedener Nationen und Sprachen, Berufe und Bildungsgrade, ja verschiedenfachster sozialer Verhältnisse, die alle eine geistige Überzeugung einte, gewonnen aus dem Gralsevangelium des Menschensohnes; sie alle pilgerten nun zur Pyramide, um am Sarg des Herrn aller Herren Blumen und Blumenge-winde niederzulegen.
Leget Blumen der Erinnerung zu Füßen des HERRN - Rosen der Liebe und Lilien der Reinheit - Dem Ihr dientet, da Er bei Euch war, so gern. Bewahret in Euch Sein Bildnis, unverwischbar, allezeit!
Allein im Innenraum des Grabmals, dem Sarge gegenüber, hielt Herr Alexander, geschmückt mit dem grünen Ordensband des Gralsritters, als der Urgeschaffene Löwe und Schwertträger König Imanuels, die Toten-wache.
Die Hohen Damen hatten mit Frau Maria-Elisabeth Vollmann und Klein. - Marga der Beisetzung vom Altan des Gralshauses beigewohnt.
Dann schlossen sich die beiden Pforten der Pyramide Imanuels. Die Gruft ward mit zwei schweren Steinplatten verschlossen, über denen Hände der Liebe die Blumen des Herbstes in bunter Fülle ordneten,
und - Rosen- und Lilienduft füllte den geheiligten Raum.
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Leuchtende Sonne lag während dieses einzigen Tages von früh bis spät über dem Berg des Heiles.
Schräg fielen nun ihre letzten verglühenden Strahlen und feurig sank die scheidende Tagkönigin am Horizont in ein Meer von glasiger Lohe.
Im Westen und im Osten, Norden und Süden wuchsen die Bergriesen in die Unendlichkeit des Firmamentes. Schroffe Abstürze und rotglühende Firnen hoben sich aus dem Bild wie Märchenlandschaft einer fremden Welt.
In dem schimmernden Abendduft erstrahlten die Hüter der Ewigkeit wie ein Wunder an Farbenpracht. Goldener Dunst und violetter Nebel umkoste sie und hüllte sie sachte ein. In sattes Olivgrün tauchten Fluren und Hochwald, weiße Nebelschwaden lagerten sich darüber wie ein Bartuch.
Aus den Furchen der Äcker stieg frischer Erdgeruch.
Mattgolden zog der wieder abnehmende Oktobermond über dem Kellerjoch empor.
„Nun ruhen alle Wälder,
Vieh, Menschen Städt und Felder,
Es schläft die ganze Welt.
Ihr aber, meine Sinnen,
Auf, auf! Ihr sollt beginnen,
Was eurem Schöpfer wohl gefällt!“
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Lasset den Schreiber dieser Aufzeichnungen seinen Bericht über die Beisetzung der irdischen Hülle des Menschensohnes Imanuel in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts mit den Schlußbildern Ne-so-mets, eines Ältesten des Stammes Is-ra, beenden, die dieser in Hieroglyphenschrift in hartes Gestein der Grabplatte Abdruschins vor nahezu Dreitausendfünf-hundert Jahren in Ägyptenland meißelte:
„Vollendet ist des Sehers Schauen von hoher Warte.
Löset das Siegel vom Eingang zur Grabkammer, von dem das Kreuz leuchtet. Ihr werdet finden den aufbewahrten Erdenkörper Abdruschins und bei ihm alle Weisheit und den Schlüssel zu den Seelen.
Abdruschin, unser Held, unser König, wandelt nicht mehr im Reiche der Schatten, er herrscht über die Welt, über das All.
Lasset das Klagen, Ihr Menschen, jauchzet und lobsinget!
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Bericht in der Tiroler Tageszeitung vom 12. Oktober 1949:
Grals-Siedlung Vomperberg.
Am 7. Oktober fand in der Gralssiedlung am Vomper Berg unter dem Läuten der Gralsglocken die feierliche Beisetzung von Oskar Ernst Bernhardt statt, dem Verfasser der Gralsbotschaft „Im Lichte der Wahrheit“ und Gründer der Gralssiedlung.
Viele Gralsanhänger von nah und fern nahmen daran teil. Herr Bernhardt starb im Jahre 1941 und wurde in seinem Geburtsort Bischofswerda in Sachsen bestattet.
Jetzt konnte mit Erlaubnis der zuständigen Behörden die Überführung seiner irdischen Hülle auf den Vomper Berg erfolgen, wo sie in einem Grabmal beigesetzt wurde.
1 (1) Aus verklungenen Jahrtausenden – „Das Leben Abd-ru-shins auf Erden", Seite
170.
2 (l) „Verwehte Zeit erwacht“, Band 2,- „Das auserwählte Volk“, Seite 294-5
3 (2) „Verwehte Zeit erwacht“, Band 1,- „Nahome, S. 178.
4 (3) „Verwehte Zeit erwacht“, Band 2,- „Das auserwählte Volk“, Seite 296.
5 (1) Der Jünger, Frau Maria Luft, München.