KURZE ÜBERSICHT ÜBER DIE WELTRELIGIONEN.

Wenn von „Weltreligionen“ gesprochen werden soll, muß vor allem zuerst gesagt werden, was der Mensch des Alltags überhaupt unter „Religion“ versteht. Das Wort „Religion“ ist aus dem Lateinischen „religio“ abgeleitet und bedeutet so viel wie „Gottesverehrung, Andacht zur Natur, auch Glaubensbekenntnis und tiefe, innere Frömmigkeit“. (11)

Dies alles schwingt in dem Begriff „Religion“; keinem Menschen, wenn auch noch so materiell und anti-religiös, wird es wohl einfallen, das Wort „Religion“ mit irgend welchen sachlichen Verstandesdingen, wie Technik, Ingenieurwesen, Wirtschaftsbelangen in Verbindung zu bringen.

An anderer Stelle ist mehr denn einmal schon hervorgehoben worden, daß der Mensch, der ein Geistwesen ist, ohne Religion nicht zu leben vermag. Von frühesten Erdepochen an hat er sich mit diesem Begriff beschäftigt, wie es auch heute noch, in den Zeiten des Fortschritts, wohl keinen Stamm selbst in der Mitte des finstersten Afrika gibt, der nicht an höhere Wesenheiten glaubt, sie irgendwie verehrt, seien es auch nur gefertigte Fetische (12) oder sonstige Abbilder oft der schaudererregendsten Art.

Erst im Verlauf späterer Zeiten haben sich die Religionen entwickelt obwohl es in Wahrheit nur eine Einzige geben sollte: Die Religion der Wahrheit. Noch klarer betont: Die Wahrheit selbst, die gleichbedeutend mit Schöpfungswissen, dem Wissen von Gott ist. Daß sich die Religionen zu dem auswachsen konnten, was sie heute sind, d.h. verbogene Glaubens- und Anbetungsbegriffe, hat die Menschheit nur sich selbst zu verdanken. Damit wichen sie aber auch von der „Wahrheit“, von der echten „Gottanbetung“ ab. Was dies aber bedeutet und mit sich im Gefolge hat, erlebt der Mensch der Jetztzeit, ein jeder für sich, am Chaos der Gegenwart auf allen Lebensgebieten.

Kehren wir nun zu den „Weltreligionen“ zurück. Man zählt deren sieben, und ihre Symbole werden einst sichtlich erstrahlen, wenn ein Gotteshaus auf Erden gebaut ist, das alle Religionen in sich vereinen wird zu einer einzig wahren Gottanbetung.

„Es soll einmal auf Erden ein Abglanz kommen des wirklichen Paradieses, unter der Hand des Menschensohnes, in dem Beginn des tausendjährigen Reiches, wie auch dabei gleichzeitig ein irdisches Abbild der Gralsburg erstehen wird, deren Urbild auf höchster Höhe des wirklichen Paradieses steht, als bisher einzig wahrer Tempel Gottes“. (23)

Eine jede der sechs Kuppeln um die siebente Hauptkuppel herum gelegen wird je ein Symbol der Weltreligionen krönen, welche folgende sind: Hinduismus, Judentum, Buddhismus, Taoismus, die Zoroasterlehre und der Islam. Die Hauptkuppel wird überragt von dem Wahrheits- und Schöpfungskreuz des Heiligen Grals.

Die Hindu-Religion datiert von rund 3000 vor Christi Geburt. Ihre Anhänger beziffern sich auf mehr denn dreihundert Millionen Seelen; sie blüht hauptsächlich in Indien, Ceylon, Bali, Siam und Südafrika.

Das Judentum entwickelte sich zu einer wirklichen Religion um die Zeit des Exodus (14) der Israeliten aus Ägypten, als Moses um rund 3000 vor Christus die Zehn Gebote auf dem Berg Sinai empfing. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Jahre 1939 zählte man oberflächlich gerechnet an die Sechzehn Millionen Juden. Wie viele dieser aber dem Nazi-Terror überlebten, ist zahlenmäßig noch nicht ermittelt worden, doch dürfte ein Untergang von rund der Hälfte in Frage kommen. Von genannten 16000000 Vorkriegs-Juden lebten an die acht Millionen in Europa, an die vier Millionen in den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika und der Rest in anderen Ländern der Erde.

Der Buddhismus bildete sich in Indien nach dem Erdentod Gautama Buddhas im sechsten Jahrhundert vorchristlicher Ära. Gautama war größer denn Rahula und Siddharta-Buddha gewesen, nach seinem Ableben mischte sich aber Menschendenken in die Lehren, die Gautama einst so rein von oben übernommen hatte. Vorübergehend kam es zu einer Einigung zwischen Gautamas Ewigkeits-Glauben und Brahmanentum, das die Priesterkaste seit Einwanderung der Inder in das nach ihnen benannte Land um 1500 vor Christus mit ihren heiligen in der Sanskritsprache geschriebenen „Vedas“ pflegte, bis sich einzelne Lehrer auf die Überlie-ferung besannen, wonach sich Gautama-Buddha gegen das Verschmelzen der Lehren gewehrt hatte. Sie schlossen sich von den Brahmanen ab und nannten ihre Lehre „Buddhismus, Buddhatum“. (25) Es fand auch Auf-nahme im Reiche der Mitte, wo durch Lao-Tse die Lehre vom Hocherha-benen verbreitet und dadurch ein guter Boden geschaffen worden war. Es leben in unseren Tagen an die sechshundertundfünfzig Millionen Buddhis-ten auf Erden.

Als der Begründer des Taoismus wird Lao-Tse genannt. Die moderne Geschichtskunde und ihre Forscher fragen noch heute: „Wer war er eigentlich?" Es wird angenommen, daß er ein Philosoph mit religiösem Einschlag in China zu Beginn des sechsten Jahrhunderts vor Christus gewesen ist, und gleichzeitig der Bibliotheksverwalter der königlichen Herrschaft von Chou, wohin einst Kon-Fu-Tse ihn aufzusuchen kam, der von dem älteren und geistig überlegeneren Weisen scharf ins Gespräch genommen wurde.

Die volle Wahrheit über Lao-Tse und sein Wirken hat erst das auf Vomperberg gebotene Gralswissen erschlossen. Lao-Tse war der Licht-bringer für das chinesische Volk, Wegbereiter für den Menschensohn. Vorgeburtlich zu hohem Dienst für Gott berufen, erblickte er im Reich der Mitte das Licht der Welt, und wurde in Tibet, in einem der Bergklöster für die Mission unter seinem Volke vorbereitet. Er bekämpfte die Dämonen-furcht und pflanzte das Banner der Wahrheit in dem uralten chinesischen Herrscherreich auf. Doch „wie immer auf der Erde, hielt die Menschheit auch in China am gereichten Strahl des Lichtes sich nicht fest.“ (16).“Niemals wieder erkannte das weite Reich, das sich im Laufe der Jahrhunderte noch vergrößerte, den Hocherhabenen als seinen Gott an. Wenn Leute kamen, die von ihm künden wollten, wurden sie gemordet. China ist reif, überreif“. (27) Die Zahl derer, die noch an der von Lao-Tse geoffenbarten Mehrheit festhalten, ist so gering, daß sie bisher gar nicht zur Schätzung kamen.

Die Anhänger der ursprünglichen Zoroaster Lehre sind ebenfalls nur wenige im Vergleich zu Christen und Mohammedanern. Statistisch erfaßt, sind einige Hunderttausende, die heute über Iran, das alte Persien, und den westlichen Teil Indiens verstreut leben. Zoroaster, verdeutscht Zara-thustra, literarisch bekannt geworden durch das Buch Friedrich Nietzsches „Also sprach Zarathustra...“, lebte zur Zeit des Cyrus, Königs der Perser, der sich Medien, Lydien und Babylon unterwarf. Um 550 vor Christus wurde in diesem groß-persischen Reiche, das fast alle Völker Vorderasiens zusammenfaßte, die von Zoroaster umgebildete arische Götterlehre die herrschende Religion. Sie forderte Anbetung des Alleinigen Gottes Ahuramasda, sowie Bekämpfung der von Ahriman geleiteten bösen Geister. Aus diesen Tagen stammt auch die Avesta, eine Sammlung der heiligen Bücher. Geboren um 630 vor Christus war auch Zoroaster vorgeburtlich zu einem Wegbereiter für den kommenden „Geist der Wahr-heit“ berufen, lebte in Einklang mit den Gottgesetzen, also, daß er auch zum Wegerhalter wurde. (38)

Der einzige Wegbereiter und Wahrheitsbringer, der nach der Erdmission des Gottessohnes Christus Jesus zum Wirken unter den Arabern kam, war Mohammed, der Anno 571 zu Mekka geboren wurde und Anno 632 starb. Auch Mohammed wirkte als ein großer Religions-stifter, wenn sein Wirken auch bis ins Politische lief. Sein Bestreben war, die wahre Herrschaft Gottes zunächst in seinem Reich zu begründen, und darüber hinaus in alle Welt zu tragen, nach einem Abbild von oben, das er im Geiste schaute. Es bedarf wohl keiner Erwähnung, daß Mohammed sich damit auch Feinde zuzog. Die Bekämpfung des Götzendienstes und die Einführung des Islam unter den Arabern Schritt um Schritt zwang Mohammed im Jahre 622 zu der Flucht von Mekka nach Medina, die als der Beginn der „moselmanischen Ära“ gilt. Der Koran, das Heilige Buch der Mohammedaner, stammt von dem Propheten Gottes selbst. Ihm ist kein schönerer als nachstehender Nachruf gesprochen worden:

Ein Wahrheitsbringer solltest Du sein. Du warst es!

Bezwungen hast Du Dich selbst, gelebt hast Du nur

für andere. Gedient hast Du Deinem Gott!“ (19)

Es gibt in unseren Tagen weit über dreihundert Millionen Mohammedaner die Arabien, Nordafrika, Somaliland und die Ostküste von Afrika, sowie Palästina., Syrien, die Türkei, den Irak und auch gewisse Landstriche von Indien, in den malaischen Staaten, schließlich Teile von China und des asiatischen Rußland bewohnen.

Das Christentum in seiner wahren Gestalt ist das „Schöpfungswissen vom Heiligen Gral“; es sollte das Leben eines Menschen gemäß diesem Wissen sein, das noch einmal die Gesetze Gottes kündet, die in allen Weltreligionen nach dem Tod ihrer Begründer und Stifter verbogen wurden, ja, Entstellung erlitten. Der Name Christentum datiert aus dem Jahre 30, dem Beginn der öffentlichen Mission des Gottessohnes Jesus auf Erden. Die christliche Bibel ist zum Fundament der christlichen Lehre geworden, doch hat es sich erwiesen, daß selbst die Jünger Jesu, die so-genannten Evangelisten, in ihren Berichten oder Evangelien, gewisse Begriffe verbogen haben, wodurch bis heute viele Unklarheiten, ja, selbst Religionskriege erstanden sind. Im Jahre 1949 lebten rund 725 Millionen Katholiken auf Erden.

Die Bibel der Christenheit setzt sich aus dem Alten und Neuen Testa-ment zusammen. Das Alte in hebräischer Sprache geschrieben, umfaßt drei Gruppen von Büchern: den sogenannten Pentateuch, d.h. die fünf Bücher Moses, deren erstes Genesis benannt wird, die Propheten, sowie geschichtliche Aufzeichnungen und Abhandlung über religiöse Dinge. Das Neue, in griechischer Sprache geschrieben, enthält die vier Evangelien, die Apostelgeschichte, und die Episteln mit der Offenbarung Johannes. Von den letzteren ist das Evangelium des Matthäus das alleinige, das gleich dem Alten Testamente in hebräischer Sprache aufgezeichnet wurde. Die im vierten Jahrhundert durch Hieronymus ins Lateinische übersetzte gesamte Bibel heißt die von den Päpsten anerkannte Vulgata, während Ulfilas, Bischof der Westgoten, die Bibel ins Gotische übertrug. Ulfilas starb im Jahre 383. John Wiclif übersetzte die Bibel ins Englische, er lebte von 1324 - 1384. Und Martin Luther schenkte seinem Volk auf der Wartburg um 1521 die Bibelübersetzung in der deutschen Sprache. Nach einer Statistik des amerikanischen Handelsministeriums vom Mai 1949 ist die Bibel noch immer das meistgelesene Buch. Im Jahre 1947 wurden 9,248,000 Exemplare verkauft, fast zweieinhalbmal so viel als im Jahre 1939.

An Namenschristen gibt es auf Erden rund neun hundert Millionen, auf die verschiedenen Kontinente verteilt. Die Zahl aber derer, die echtes Christentum - Grals-Christentum - aus Überzeugung leben und betätigen, ist erschreckend gering.

Zum Abschluß seien noch einige Religionen erwähnt, die weniger bekannten Namens sind, aber trotzdem viele Mitglieder zählen.

Da steht die Gegenlehre zu der Lao-Tse’s voran, die Kon-Fu-Tse ins Leben rief und der an die vierhundert Millionen zumindest in China, Korea und der Mandschurei folgen.

Am unbekanntesten dürfte der Dschainismus sein, von dem Sanskrit-Ausdruck „Jaina“, einer indischen Sekte, abgeleitet, die von Vardhama gestiftet, ungefähr gleichzeitig mit dem Buddhismus entstanden ist. Der Dschainismus versteht unter dem rechten Glauben, daß allein der Dschaina den Weg zur Befreiung aus dem Kreislauf der Geburten gefunden hat und bei ihm allein alles Heil ist. Die rechte Erkenntnis ist die Lehre, daß die Welt unerschaffen und ewig ist. Es gibt keinen Gott, der sie erhält und leitet, alle Organismen sind beseelt, auch die Pflanzen und die Steine, und die Seele ist stets mit Bewußtsein ausgestattet aber, verschiedenartig nach dem Körper, in dem sie sich befinden. Der Körper ist dem Tode unterworfen, aber je nach den Taten des Menschen geht die ewige Seele sofort nach dem Absterben des einen Körpers in einen anderen eines Wesens höherer oder niederer Art über, einer Wanderung, von der sie erst durch Eingehen in das Nirwana (110) befreit wird. Rund eine halbe Million Anhänger in Indien haften noch an dieser Lehre, die einige Altertums-forscher als vorgeschichtlich in ihren Uranfängen betrachten, während sie der Ansicht sind daß, der Dschainismus im sechsten Jahrhundert vor Christus nur einer strafferen Prüfung unterzogen wurde.

In Indien, dem Land der Kasten und Religionen, besteht noch ein Glaube, der sich Sikhismus nennt, aus dem sechzehnten Jahrhundert stammt, von Baba Nanak begründet wurde und im Pandschab zu Hause ist. Nachdem rund sechs Millionen ihm angehören, die auch politisch sich besonders betätigten, zwangen sie die Engländer, damalige Herren des Landes, sich ihnen 1840 zu unterwerfen.

Der Shintoismus, auch aus grauer Vorzeit stammend, ist ein Ahnen- und Naturkultus. Seine Anbeter leben hauptsächlich in Japan und ihre Zahl liegt zwischen siebzehn und zwanzig Millionen Seelen. Zu Anfang der siebziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts wurde der Shinto oder Shintoismus zum Staatskultus erhoben. Hirohito, der Sohn des Himmels, von Europäern der Mikado genannt, war der Japaner Vater und Gott, mit göttlichen Ehren verehrt, angebetet, denn der Kaiser war weder Symbol nur, noch Zierde - der Kaiser war Japan! Auch hier hat der Weltkrieg eine Änderung gebracht, uralte Kultur unter Trümmern begraben; Nippon hat aufgehört, das Land der „aufgehenden Sonne“ zu sein!

An genannte Religionen schließt sich noch eine Anzahl neuerer und auch neuester Glaubensgemeinschaften an, von denen ich nur die Mazdaznan-Lehre, den Bahaismus, die Christliche Wissenschaft, die Spiri-tisten und Spiritualisten, die Theosophen und Anthroposophen erwähnen will, ganz abgesehen von Hunderten von Sekten, sowie Ritter- und Mönchsorden, mit denen ich vorliegende Religions-Übersicht beschließen möchte:

Der Johanniter-Orden mit Abzeichen: schwarzer Mantel mit weißem Kreuz, wurde im Jahre 1070 von Kaufleuten aus Amalfi gegründet und 1113 vom Papste bestätigt.

Die Tempelherren mit Abzeichen: weißer Mantel mit rotem Kreuz, waren von französischen Rittern Anno 1119 gegründet worden.

Der Deutsche Orden mit Abzeichen: weißer Mantel mit schwarzem Kreuz, wurde 1190 beziehungsweise 1198 durch Friedrich von Schwaben gegründet.

An Mönchsorden gab es und gibt es noch folgende:

529 Der Benediktinerorden gegründet von Benedikt von Nursia; von Benedikt von Aniane (gest. 821) erneuert.

910 Der Kluniazenserorden gestiftet von Herzog Wilhelm von Aquitanien.

1086 Die Kartäuser durch Bruno von Köln.

1098 Die Zisterzienser durch Robert von Citeaux, erneuert von Bernhard von Clairvaux, daher auch Bernhardiner genannt,

1119 Die Prämonstratenser durch Norbert von Xanten.

1156 Die Karmeliter durch Berthold aus Kalabrien.

1215 Die Dominikaner durch Dominicus de Guzmann.

1223 Die Franziskaner oder Minoriten durch Franz von Assisi. Weiblicher Nebenzweig die Klarissinnen.

1256 Die Augustiner durch Papst Alexander IV.

1662 Die Trappisten, genannt nach der Abtei von Trappe, im Jahre 1140 gegründet, und im 17. Jahrhundert von Abbé de Rance reformiert.


ALS EPILOG:


Die Goldene Regel der sieben Weltreligionen.

Das Christentum basiert auf folgender Lehre: Alles nun, was Ihr wollt, das Euch die Leute tun sollen, das tut Ihr ihnen auch; das ist das Gesetz und die Propheten.

Der Hinduismus bekennt: Darin ruhet der Inhalt jeder Pflicht, tue nichts Deinem Nächsten, das ihm Schmerz verursacht.

Das Judentum fordert: Was Dich selbst schmerzt, tue nicht Deinem Bruder! Darin wurzelt, die Thora (111) und alles andere ergibt sich aus diesem Gesetz. Gehe hin und lerne es leben!

Der Buddhismus lehrt den Standpunkt: Tue anderen kein Leid an, das Dich selber schmerzen würde!

Die Lehre Lao-Tse’s besagt; Betrachte Deines Nachbars Gewinn, wie auch Verlust als Deinen!

Zoroaster verkündet! Nur das Verhalten ist gut, wenn darin nichts liegt, das für Dich selbst nicht gut wäre.

Des Islams Goldne Regel ist: Niemand ist echt in seinem Glauben …. bis er nicht das für seinen Mitmenschen möchte, was er für sich selber wünscht.



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MITMITTERNACHTS - STUNDE.

„Es kommt eine Mitternachts-Stunde, in der alle Menschen sich zeigen müssen, wie sie sind!“

„Es war ein Mensch … mit Namen Nikodemus,… der kam zu Jesus bei Nacht und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist?“

Ev. Johannes, 3, 1-4.

Nur durch den Tod des alten „Adam“ im Menschen und die Wiedergeburt seines Geistes ist es möglich, daß unser Urglaube an die Wahrheit seine alte Bedeutung und dynamische Kraft zurückgewinnt, die wir alle verloren haben. Nur durch Zertrümmerung unseres Dogmas und Umformung unseres Glaubens in wahrhafte Überzeugung vermögen wir neu geboren werden.

Wahrlich, der Mensch der Gegenwart steht vor der alten Rätselfrage: „Wie kann ein Mensch neu geboren werden, wenn er alt ist?“ Vermag eine gesamte Zivilisation, ihrem Wesen nach im Abstieg und Verfall, sich geistig zu erneuern, neu oder wiedergeboren werden? Kann die Christliche Kirche, die augenscheinlich für Millionen in sich versank, oder aus Furcht ihrer Priester und durch Pharisäertum geknebelt wurde, in sich wieder neu zu ursprünglicher dynamischer Geistesmacht reifen? Können die Bruchstücke des Glaubensbekenntnisses aufs neue zusammengefügt werden?

All diese Probleme bergen, äußerlich betrachtet, in ihrem Kernpunkt jene einzige, historisch bedeutsame, inhaltsschwere und aus Seelenangst quellende Frage, die Nikodemus, ein Oberster unter den Juden, an den Gottessohn Jesus richtete.

Diese Frage dünkt auch heute die einzig wichtige, allein bestimmende und fragenswerte zu sein: „Kann ein Mensch neu geboren werden wenn er alt ist?“

Findet ein Wahrheitssucher keine Antwort hierauf, verbleibt ihm nur jene Einstellung zum Leben, welcher Atheisten und Nihilisten leben - geistiger Tod.

Abdruschin hat in seiner Gralsbotschaft „Im Lichte der Wahrheit“ Antwort in seinen darinnen enthaltenen Vorträgen gegeben, die das Problem berührt, das Nikodemus mit seiner Frage an den Nazarener aufwarf, und zwar von zweierlei Seiten beleuchtet, der rein physischen, wie sie der Pharisäer in der Reife seiner damaligen Geistentwicklung wohl meinte, und der geistig-kosmisch allumfassenden, wie sie der Gottessohn erklärte.

In dem Vortrag „Kann Alter ein Hemmnis zu geistigem Aufstieg bilden?“ verneint der Weltenlehrer diese Frage! „Das Alter bildet keine Hemmung, sondern Ansporn, da in dem Alter die Stunde des Hinüber-gehens sichtbar näherrückt!“

Hieran knüpft sich eine zweite Frage : Ist es möglich, daß ein Mensch seinen Weg zu einer geistigen Wiedergeburt nur darum verfehlt, weil ein hohes Erdenalter es für ihn erschwert, oder ihn verhindert, eine für ihn neue Darstellung der kosmischen Wahrheit, bezüglich des Schöpfungswis-sens, in sich zu verarbeiten und zu erkennen, obwohl er sich vielleicht sein ganzes Leben ehrlich mühte, nur das Gute zu tun?

Hierzu betont der Weltenlehrer anfangs des gleichen, oben erwähnten Vortrags:

„Das nach irdischen Begriffen Rechte zu wollen, oder das Gute zu wollen, ist oft ein großer Unterschied! Das irdische Recht ist nicht immer auch das Gute! Heute genügt es für den Menschen nicht mehr, einfach das Rechte gewollt zu haben! So etwas konnte er bei seiner ersten Inkarnierung tun. Jetzt wird mehr von ihm gefordert. Sobald er sich nicht gewaltsam aufrafft, geistig unbedingt endlich wissend höher zu kommen, so ist er unbedingt verloren.“ (112)

Darum sollte sich jetzt, zur Endzeit einer ganzen Weltepoche, jeder Mensch auch der Greis und die Greisin innerlich aufschwingen, schon hier auf Erden zu einer geistigen Wiedergeburt zu kommen, die ihm die Erkenntnis der Gralsbotschaft bietet. Das neue aus ihr geschürfte Weistum, das kein Menschenhirn, auch noch so klug und intellektuell gezüchtet, zu bieten vermag, muß eine nur auf Lebenserfahrung gegründete Tatsache werden, gemessen und gewogen nach Gottgesetz. Ein Mensch reinen Herzens, echter Demut und guten Wollens kann das Leben mit neuen Augen betrachten, das Leben mit neugeborenem Herzen empfinden, jedem Geschehnis und jeder Tatsache mit neuer Erkenntnis begegnen und die Wahrheit mit geläutertem Geist erkennen - auch wenn er alt ist!

In dem Prozeß meiner eigenen geistigen Wiedergeburt habe ich bestimmte Stadien empfunden und dafür besondere Zeichen erhalten. Sie waren durchaus nicht neuer Art, sondern alter Gepflogenheit, wie sie viele vor mir gespürt haben mögen und nach mir auch wieder spüren werden. Denn jeder hat sie für sich selbst zu erleben, sollen sie geistigen Wert für ihn erhalten! Meine eigenen Erfahrungen machten mir klar, daß die geistige Wiedergeburt das irrige Dogma zertrümmert, allen Irrglauben bannt, Verworrenheit und Verzweiflung überwindet, Trübsinn und Hoffnungslosigkeit beseitigt, sowie den Tod alles Falschen bedingt. Aus dämmerndem Dahinsterben in Leben ohne Freude- zum Leben in vollster Freude des Seins- so will es das Gesetz des Lebens, des Lebens in Gott, das kein Wahn oder Einbildung, nein, absolute Tatsache ist!

Solange wir im wahren Sinn des Wortes unseren falschen Glauben, unseren Pseudo-Glauben, unseren lauen Glauben nicht verlieren, vermö-gen wir ihn auch nicht zu retten. Wir müssen das Räderwerk unseres geistigen Innenlebens nicht nur beschleunigen, sondern völlig umsteuern, ihm eine durchaus neue Richtung geben, der Höhe entgegen. Wenn Evolution unbedingten Fortschritt bedeutet, fordert Grals-Christentum das identisch mit Tat-Christentum ist, bedingungslose Umkehr aus allem, was von Übel, und ehrlichste Reue für begangene Missetat! Des Hirnes an Raum und Zeit gebundene Gelehrsamkeit vermag nie unser Seelenleben auch nur zu beeinflussen, geschweige denn umzuformen; nur das „Kreuz der Wahrheit“ kann es im Urgrund ändern, die Krankheit an seiner Wurzel packen. Und dies ist nichts anderes, als das Ersticken und Auslöschen des egozentrischen Menschen, seines Eigenwillens, seiner Selbstverherrlichung! So vollzieht sich die geistige Wiedergeburt, die nur ein Herz in reinster Demut erfährt!

Noch eine andere Erkenntnis wurde mir beschieden, eine weitere Lebenserfahrung und Lehre, daß eine solche geistige Neugeburt, ein im Geiste Wiedergeborenwerden, solch ein Neuerstehen des inneren Seins entweder ein plötzlicher Umbruch alles bisher Bestandenen ist, wie es oft im Spiegelbild einer allem Religiösen abgekehrten Romantik erscheint, oder ein Geschehen, das völlig unabhängig von den Mühungen dessen vor sich geht, den es betrifft. Die geistige Wiedergeburt darf auch nicht als eine von vornherein vollendete Tatsache gelten, sondern ein ständig fortschrei-tender und sich entwickelnder Vorgang, und die Möglichkeit zu einer Wiedergeburt im Geiste liegt ausschließlich im guten Willen je eines Erdenbürgers, der weit hierfür die Tore seiner Seele öffnet. Auch erkannte ich in mir, seitdem ich bewußt das Geisterleben einer Wiedergeburt hatte, daß, da diese einen ungeheueren Schritt voran zur Höhe des Lichtes schon hier auf Erden bedeutet, man dieses Gnadengeschenkes von oben auch wieder verlustig gehen kann, und daß diese Geistgabe ständig erhalten werden muß, man sich ihr wert erzeiget, will man der Region der Zerset-zung entgehen, die im Dunkel schon schwält, und mit ihm die Menschheit.

Darum mahnte auch der Herr: „Wachet und betet!“ Bleibet nur in steter Bewegung, verharret in geistiger Regsamkeit!

Der Menschheit Elend ist recht beurteilt nur ein Elend ihrer Geistverfassung. Um mit den Worten des alttestamentarischen Baruch zu sprechen, hat die Menschheit den Born hohen Weistums verloren. Ihr Unglück kann sich nur durch eine grundsätzliche Wiedergeburt imGeiste wenden, im Einzelfall wie im allgemeinen so tiefer Weise, in solch einer realen, so harten Form, wie es vonnöten. Solange die Menschheit dies nicht erkennt und aus dieser Erkenntnis ihre Folgen zieht, daß die Gott - oder Naturgesetze, denen sie unterstehen, eisern, unwankbar, unabänderlich sind, gleich wie es die physischen, dynamischen und mathematischen sind, verbleibt die Menschheit wie in einem Narrenparadies.

Wahrlich, ein schrecklicher Feind steht gegen uns im Kampfe! Die Mächte der Finsternis bestürmen unsere Seelen so stark, wie auch die Schlacht im Stoffe wütet! Es geht um alles oder nichts, um Leben und Tod! Halbe Maßnahmen dürfen nicht getroffen werden, Lauheit muß weichen, nichtig und zwecklos Verhandeln aufhören, Kompromisse müssen gemieden werden! Für die, so wünschen neugeboren zu werden, wie Jesus und Imanuel es gefordert haben, ergehet auch der gefordert Kampfruf vorzutreten um sich, kleine Herde unter den Massen, mit den wenigen derer zu vereinen, die versuchen, nach dem Motto zu leben, das da lautet:

„Gehorchen - Dienen - Helfen!“

Gehorchen heißt in Wirklichkeit weiter nichts als Verstehen! - Dienen ist Helfen. - Helfen aber bedeutet herrschen! (113)

Das wiederum bedeutet, daß wir alle unsere ehrgeizigen Träume lassen und endgültig auf sie verzichten lernen, das Geringe des Guten, das unser Herz noch besitzt, zu retten suchen und die Brosamen, die wir aus dem Wort der Wahrheit uns zu erhalten vermochten, als Saat ausstreuen, damit sie hundertfach Frucht erbringe.

Es bedeutet, daß wir uns selbst aufgeben, opfern, alles für das Eine, das not tut; alle Not und Leiden auf uns nehmen, um sie in Segen umzuwandeln zum Heil und Frommen aller Glaubensgenossen.

Es bedeutet, unser mühsam Erlerntes hintanzustellen und wie ein Kind die Weisheit des Herren in uns auf zunehmen.

Es bedeutet, die unantastbare Autorität der Gottgesetze zu erkennen, und nicht nur das, sondern sie zu leben.

Es bedeutet all dieses oder nichts, ein positives „Ja“ oder ein negatives „Nein“, einen Verstoß alles Lauen, ein Bannen jedweden Mittelweges, es bedeutet, was das Leben im „Gral“ erheischt.

Es bedeutet vor allem, den Rufen der Versuchung Luzifers zu trotzen, allen Stolz zu schlucken und Eigendünkel zu kreuzigen. Und abzulehnen Selbstbefriedigung.

Es bedeutet die höchste Gefolgschaft des Herrn, sich einzufügen in sein Werk der Schöpfung, sich anzupassen seinem Willen wie eine Violine sich anpaßt dem Bogen des Meisters, um in reinster Harmonie zu erklingen. Kein anderer Pfad führt zum Frieden, zum ewigen Leben!

Wir wissen um den Ruf Imanuels. Seine Botschaft ist der Ruf, es ist der Ruf, ihm zu folgen, alles andere zu lassen! Es ist der Ruf für die Ewigkeit!

Die Gralsbotschaft „Im Lichte der Wahrheit“ in allem geistig erkannt und bestätigt, vermag uns und alle Menschheit vom Geisttod zu retten, dem wir mit Riesenschritten entgegeneilen.

In dem Wort Abdruschins findest Du und ich, was wir ersehnen, die Freiheit des Geistes. „Freiheit aber ist Demut! Nur in der Demut liegt die echte Freiheit jedes Menschengeistes!“ (114)

Von dieser Freiheit haben wir bisher wenig oder nichts gewußt! Nun erst beginnen wir zu erkennen, daß wir ohne das Wort Abdruschins nie und nimmer frei im Geiste zu werden vermögen, sondern Sklaven des Verstandes bleiben, der uns wie mit Ketten an die Stofflichkeit fesselt.

Solange wir nicht von unserem „Ich“ freikommen, sind wir nicht frei im Sinne der Schöpfungsgesetze. Aller Erzfeind ist das „Ich“! Das müssen wir wissen und auch anderen künden, dieses „Ich“ müssen wir aus unserer eigensten Seele in der Mitternachtsstunde reißen, wenn alle Menschen sich zeigen, wie sie in Wahrheit sind!



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1 (1) Definition des Wortes „Religion“ im Gralssinn siehe „Die Stimme“ Jahrgang 1937, Heft l, S. 73 ( Verlags AG „Die Stimme“, Zürich):

„Das aus dem Lateinischen stammende Wort „religion“ ist in der Wesenhaftigkeit seines Begriffes noch kaum je richtig umrissen worden. In der deutschen Übersetzung bedeutet „religio“ vielleicht am besten ausgedrückt: das Verhältnis des Menschen zu Gott, übertragen: Die Lehre von Gott und seiner Schöpfung. Allen Menschen, welche Gott und das Göttliche und die daraus entstandene Schöpfung bejahen, muß es einleuchten, daß Religion, nur die Lehre sein kann von der tatsächlichen Wirkung Gottes, von den unverrückbaren Gesetzen der Schöpfung als etwas unwandelbar Feststehendem. Somit müssen Religionsstifter immer wieder die Verkünder einer Lehre werden, welche sich mit der einen göttlichen Wahrheit und der daraus entstehenden Schöpfung befassen. Es müssen demnach alle Religionen, so sie von wirklich erleuchteten Wahrheitssuchern und Wahrheitsbringern verkündet sind, dieselbe große, gesetzmäßige Lehre darstellen über Schöpfer und Schöpfung und die Gesetze, innerhalb welcher der Mensch zu leben hat, die Erde beherrscht, sein Staatswesen ausbaut, usw. Unterscheiden können sich die Lehren nur durch die Verschiedenheiten ihrer Darstellung und Bindung an Zeiten, Kulturen und Rassen. Der innere Wesenskern muß jeweils derselbe bleiben“.

2 (1) von port. fetisso, eine gefeite Sache, abgeleitet. Ein Götze, Wahlgötze der Wilden.

3 (2) „Im Lichte der Wahrheit“ Gralsbotschaft von Abdruschin. Vortrag 52, Schöpfungsentwicklung.

4 (1) bedeutet: Auszug.

5 (2) „Buddha“ Verlag „Der Ruf“ GmbH., München.

6 (1) „Lao-Tse“ Verlag „Der Ruf“ GmbH., München

7 (2) „Lao-Tse“ Verlag „Der Ruf“ GmbH., München

8 (3) „Zoroaster“ Verlag „Der Ruf“ GmbH., München

9 (1) „Mohammed“ Verlag „Der Ruf“ GmbH., München.

10 (1) indisches Wort aus dem Sanskrit, bedeutet „Erlöschen“, völlige, selige Ruhe.

11 (1) Das Gesetz Mosis.

12 ILdW., Vortrag No. 79, S. 530-531

13 (1) ILdW., Vortrag No. 79, S. 530-531

14 (1) „Nachklänge“ zu ILdW., Vortrag „Es ist vollbracht!“, S. 243.

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