WIRKUNG UND ZAUBERKRAFT VON NAMEN
Die Wirkung gewisser Namen, zumal religiöser Namen, auf den Menschengeist ist gewaltig. Es schlingt sich um solche nicht nur mystische Zauberkraft, sie zwingen den Geist förmlich zu ehrfürchtiger Anbetung,
Haucht nur das Wort „Ägypten“, und vor der Innenschau steigt ein Bild der Erinnerung an Tage von einst, die im Sonnenlicht unter Palmen am Nilstrom glühten, deren leuchtende Nächte gebadet lagen im sanften Mondschein unter dem Kreuze des Südens.
Das Auge des Geistes schaut auch wimmelnde Massen kraftstrotzen-der Männer, braungebrannt im nimmer erkaltenden Glast des Orients, Sklaven zu Tausenden mit dampfenden Leibern, gewaltige Steinblöcke wälzend, hebend und schiebend zum Bau der Pyramiden. Quader um Quader türmt sich in das Azur des Himmels, emporgehoben wie mit magischer Kraft „durch weise Anordnung“ (11), die dem Menschenhirn von heute verloren gegangen.
Nennet den Namen „Rom“, und erschrocken vermeint ihr, den Boden unter wuchtigem Tritt unbesiegbarer Legionen erzittern zu fühlen, und die Luft ist gefüllt mit lautem Fanfarenton kriegerischer Gesänge. Das Rom von heute aber gemahnt euch an das „Roma äterna“ der katholischen Welt mit dem Pontifex Maximus derer, die einst nach dem Morde am Gottessohn auf Golgatha Anspruch erhoben, die ersten Christen zu sein.
Sprechet leise auch den Namen „Griechenland“ aus, und süß dünken euch in Erinnerung die weisen Sprüche großer Könige des Verstandes, und im Echo verhallen schwach und schwächer werdend im klaren Hauch der Akropolis längst gestorbene Schläge eines Meißels in Künstlerhand auf schneeweißem Marmor.
Oder Trojas ersteht wie eine fata morgana vor dem begeisterten Auge, König Priamos und Hekubas stolze Herosfeste. Aus verklungenen Erdepochen dämmert ein Ahnen um einstige Größe und göttliche Tat im Lauf der Äonen. Sorgsam lauscht euer Ohr, noch vermeint ihr Schreie zu hören, die unvergeßlich denen, die sie hören durften, die Warnrufe Kassandras, der Königstochter, der gewaltigsten Seherin, die je die Erde betreten aus Höhen, die Menschenhirn nicht erahnen kann, mahnend ihre Eltern im Purpurmantel, warnend ihr Volk vor Tod und Vernichtung, fordernd im Geist zu erwachen, Gehorsam zu leisten dem Gebieter der Welten. Doch selbst Kassandra, die Erleuchtete aus Imanuels göttlichem Ursprung, wurde verhöhnt und geächtet, ins Verlies geworfen und grausam ermordet.
Das Wort vor ihrem Scheiden, das ihre Lippen noch zu formen vermochten, war die letzte Verheißung aus göttlichem Munde an die Erdenmenschheit; es hieß:
„IMANUEL!“
Die grauen Wasser, die, von unten empordringend, den Schrecken ihres Todes noch vermehren sollten, erreichten sie lebend nicht mehr. Ihr Hinübergang war kein Kampf wie bei den Menschen. Kassandra ging aus dem stofflichen Gefäß, wie sie es einst betreten in Erfüllung des Gotteswil-lens, mit dem sie eins war, und eins blieb. Still ward so ihr Leib der Vergessenheit anheimgegeben, aber die Macht ihres flammenden Geistes hat die Jahrhunderte überdauert. (12)
So verblich im Erdentod die erste Inkarnierung der auf Erden menschgewordenen Gottesliebe.
Aber Kassandra von Troja kehrte zurück auf die Erde nach dem Willen Gottvaters. Als die „Rose des Lichtes“ lebt sie von neuem in unserer Mitte, während der Zeit des sich vollziehenden „Jüngsten Gerichtes“. Ein Teil Imanuels ein Teil des Allewigen aus wesenlosem Ursprung, ist Kassandra-Maria berufen die Wunden demütig die Wahrheit Erkennender zu heilen, die das Schwert des Weltenrichters im Gottgericht schlug.
Malet euch auch im Geiste die sanften Hügel am See Genezareth in Galiläa. Ein Bild von Nazareth taucht auf, eine Schauung von Bethlehem, eine Vision des Heilandes durch ährenrauschende Felder im Heiligen Lande schreitend. Das stille Haus in Bethanien, wo Jesus, der Mensch und doch Gottsohn, irdischen Frieden im Hause Lazarus mit Maria und Martha zu finden sehnte. Im Mittagsdunst brütend, thront stolz, majestätisch, der Salomonische Tempel, einst Hoffnung und Sehnsucht von Millionen. … Am Horizont hebt sich düster die Schädelstätte ab, überschattet von Leidenskreuz, dem Kreuze des Dunkels, und der Finsternis, mit dem der Mensch sein eigenes Kreuz sich schuf. Keine größere Warnung auf Erden vor Gotteszorn und göttlicher Vergeltung sind die ungezählten Kruzifixe in christlichen Kirchen, die Menschenwahn und Unkenntnis der Gottgesetze sich irrtümlich als Symbole erhoffender Gottesgnade setzten. Am Tag der Erkenntnis werden die Leidenskreuze von ihren Altären stürzen, werden wahrhaftige Gottes- aber nicht Kirchendiener, die nur Steine anstatt Manna boten, das gleichschenklige Kreuz der Wahrheit anbetend erkennen und wird der Kelch des Heiligen Grals als einziges Symbol auf weitem Erdenrund für Gottes Gnade und Liebe zeugen.
Vor der Innenschau einiger weniger hoch begnadeter Menschengeister steht noch ein anderes Bild wie ein seliges Erinnern in sternenklaren Nächten an die „Lichtstadt Abdruschins“, des Araberfürsten und fleischge-wordenen Gotteswillens, im Lande des Nilstroms. Nicht weit von ihr, noch verschüttet unter Wüstensand, steht seine Pyramide, in deren Grabkam-mern geborgen, von Gold und unermesslichen Schätzen umgeben, seine wie der holdseligen Nahome Mumien ruhen, so wie sie einstens gebettet wurden von getreuen Dienern. Auch diese fanden einer nach dem anderen gemäß ihrer Geistreife ihre letzte Ruhestatt in der Pyramide, nahe ihrem Herrn, Parzival, erstmals auf Erden in Abdruschin inkarniert, dem König des Grals, wie auch Irmingard, die Reine Lilie, in Nahome lichtvorbereitend auf diesem Planeten wirkte.
Noch gewaltiger jedoch alle Menschengeister beeinflussend denn alle bisher genannten Städtenamen, erfüllt von magischer Erziehungskraft, dürften jene sein, die nicht mehr mit der Materie verbunden stehen, oder die nie mit ihr in Verbindung standen.
Die gewaltigsten dieser sind „Atlantis“ und „Patmos“. Atlantis, der vielbesungene und wissenschaftlich oft besprochene in den Fluten des Ozeans versunkene Erdteil, vor Äonen innerhalb Raum- und Zeitbegriffes gelegen, im Zwanzigsten Jahrhundert nur ein Traum grauer Vorzeit, von Menschen des Verstandes ins Bereich der Sage getan, und die Insel Patmos, jenseits von Raum und Zeit, hoch im Kosmos über der Nachschöpfung thronend, jenes selige Eiland in der Urschöpfung Leuchten, mitnichten aber das Patmos Kleinasiens auf dem Erdplaneten, wohin irdischer Verstandeswahn den Ort der Offenbarung Johannes legte.
Wo auch immer der Name Atlantis ersteht, verbreitet seine Schwin-gung eine ungeheuere Wirkung; es ist, als zucke ein gleißendes Licht aus grauer Vergangenheit durch das Dunkel der Gegenwart, das einen Blick auf einst wolkenstürmende Türme, prächtigste Paläste und im Sonnen-glanz gebadete hehre Tempelbauten freigibt. Königliches Atlantis! Vergangene Welt von edelster Kunst und höchster Weisheit! Erschüttert nicht schon eine bloße Vision dieses Kontinentes mit seiner verlorenen Kultur die verborgenste Falte eines menschlichen Geistkerns, soweit er noch zu fühlen und zu empfinden vermag!
Um wie weit mehr noch der Name „Patmos“! Stätte des Lichtes höchster Erleuchtung, Hochburg der Weissagung aus dem Willen des Höchsten! Ein zartester Hauch weihevoller Andacht zittert über seinen Fluren, die nie die Dichte des Stoffes sahen. So rein und klar schwingt Gralsglockenläuten über die Stille von Patmos, daß Menschenohr es kaum zu erlauschen vermöchte, zu heilig, um mit Erdenworten darüber im kleinsten auch nur sprechen zu können.
Patmos ist jenes gesegnete Eiland im siebenten Ringe der Ewigkeit, die Insel der Verheißungen, der Berg heiliger Verkündigungen, Heimat der Auserwählten, wohin Gottesgnade die hob, welche den Gottsöhnen auf Erden dienen durften und in Treue dienten.
Der Weltenlehrer offenbarte über „Patmos“ in seiner Gralsbotschaft folgendes:
„Weit über dem ewigen Kreislaufe der Schöpfung schwebt wie eine Krone in der Mitte eine „Blaue Insel“, die Gefilde der Seligen, der gereinigten Geister, die schon in den Gebieten des Lichtes weilen dürfen! Diese Insel ist von der Welt getrennt. Sie macht den Kreislauf deshalb auch nicht mit, sondern bildet trotz ihrer Höhe über der Kreisenden Schöpfung den Halt und den Mittelpunkt der ausgehenden geistigen Kräfte. Es ist das Eiland, das auf seiner Höhe die viel gerühmte Stadt der goldenen Gassen, das himmlische Jerusalem, trägt. Hier ist nichts mehr der Veränderung unterworfen. Kein jüngstes Gericht mehr zu befürchten. Die dort weilen können sind in der „Heimat“. Als letztes aber, auf dieser blauen Insel, als höchstes dann steht, unnahbar den Schritten Unberufener, die …. Gralsburg, die in Dichtungen so viel genannt!
Sagenumwoben, als Sehnsucht Ungezählter, steht sie dort im Lichte der größten Herrlichkeit und birgt das heilige Gefäß, das Symbol der reinen Liebe des Allmächtigen, den Gral!
Als Hüter sind der Geister Reinste bestellt, die dem Throne des Höchsten am nächsten stehen. Sie sind die Träger der göttlichen Liebe in ihrer reinsten Form, die wesentlich anders aussieht, als sie von den Menschen auf Erden gedacht ist, trotzdem diese sie täglich und stündlich erleben. Diese Burg bildet die Pforte zu den Stufen des Thrones des Allerhöchsten. Niemand vermag zu den Stufen zu kommen, ohne die Gralsburg durchschritten zu haben. Streng ist die Macht vor dem goldenen Tore, scharf und unerbittlich, damit die Reinheit des Grales gewahrt bleibt, wodurch er den Segen über alle Suchenden ergießen kann.
Durch Offenbarungen kam die Kunde von der Burg in vielen Staffeln den weiten Weg herab von der blauen Insel durch die feinstoffliche Welt, bis sie zuletzt in vertiefter Eingebung durch einige Dichter auch unter die Menschen der grobstofflichen Erde drang. Von Stufe zu Stufe weiter abwärts gegeben, erlitt dabei das Wahre auch ungewollt verschiedene Entstellungen, sodaß die letzte Wiedergabe nur ein mehrfach getrübter Abglanz bleiben konnte, der zu vielen Irrungen Anlaß wurde.
Steigt nun aus einem Teil der großen Schöpfung in arger Bedrängnis Leid und heißes Flehen zu dem Schöpfer auf, so wird ein Diener des Gefäßes ausgesandt, um als ein Träger dieser Liebe helfend einzugreifen in die geistige Not. Was nur als Sage und Legende in dem Schöpfungswerke schwebt, tritt dann lebendig in die Schöpfung ein. Solche Sendungen geschehen aber nicht oft. Jedes Mal sind sie begleitet von einschneidenden Veränderungen, großen Umwälzungen. Jahrtausende liegen zumeist dazwischen. Die so Gesandten bringen Licht und Wahrheit den Verirrten, Frieden den Verzweifelnden, reichen mit ihrer Botschaft allen Suchenden die Hand, sammeln alle Gläubigen, um ihnen neuen Mut und neue Kraft zu bieten und sie durch alle Dunkelheit hinaufzuführen zu dem Licht.
Sie kommen nur für die, die Hilfe aus dem Licht ersehnen, nicht aber für die Spötter und Selbstgerechten!“ (13)
Das Kommen Parzivals vom Thron des Heiligen Grals im Erdenkörper Oskar Ernst Bernhardts war für alle suchenden Menschengeister in Ephesus ein Zeichen, sich gewaltsam zu dem Guten und Edlen aufzuraffen, und Parzivals zweite Erdgeburt im Herzen Europas Anno 1875, welcher die Vereinigung Parzival - Imanuel in Fleisch und Blut als Höhepunkt des Erlösungswerkes des Menschensohnes folgte, eine Mahnung an das unausbleibliche Gericht, das als das „Jüngste Gericht“ eines Tages kommen mußte.
„Wohl dem, der dann nicht mehr durch den beschränkten Sinn an die Stofflichkeit gebunden bleibt, damit er aufgehoben werden kann zum Licht!“ So lautet des Menschensohnes tröstliche Mahnung!
BERUFUNG
Von einem in Montreal, Kanada, wohlbekannten Professor wurde einmal behauptet, daß Diktaturen gegenüber Demokratien große Vorzüge hätten. Er sagte, daß Diktaturen sich in voller Hinsicht jedweder Vorzüge persönlichen Führertums zu nutze machen können, denn Menschen im allgemeinen ließen sich leichter zufolge persönlicher Neigung und Anhänglichkeit an Führernaturen, wie durch unpersönliche, rein organisatorische Maßnahmen und Mittel leiten. Ein Führer kann in uns Liebe zu sich erwecken, Bewunderung, wohl auch Achtung und Verehrung hervorrufen und vermag uns vor allem mit einer Art Gefolgschaftsrespekt, wie einem Gefühl, das an Ergebenheit grenzt, zu begeistern, wohingegen ein unpersönliches Regierungsprinzip, so bewunderungswürdig und wertvoll es auch sein mag, uns niemals mit der Wärme und Zuneigung wie zu einem persönlichen Führer erfüllen dürfte.
Unglücklicherweise hat der Begriff einer Diktatur heutigen Tages seine tiefe geistige Bedeutung verloren. Wenn man von solcher spricht, fühlt man sich geneigt, unverzüglich an Gestalten wie Adolf Hitler und Mussolini, zu denen sich der Dritte, Stalin, noch gesellt, mit denen verglichen, der spanische Diktator, el Caudillo Franco, allerdings weit im Hintergrunde steht, zu denken. Und doch kann niemand leugnen, daß diese vier Diktatoren es meisterlich verstanden, bezüglich noch verstehen, ihre Ideologien Millionen menschlicher Wesen aufzuzwingen.
Weiteres über Art und Lebenskraft, wie Vorteile und Nachteile genannter Diktatoren zu sagen, soll nicht im Rahmen dieses Aufsatzes liegen, es soll im Vorliegenden vielmehr Licht auf noch eine andere Art Diktatur geworfen werden: die Theokratie, in wörtlicher Übersetzung „Gottesherrschaft“ hin, und wieder auch mit dem Begriff eines Priesterreiches verwoben. Denke man nur an die Fürsten der Antike, an die Pharaonen Ägyptens, an die Priesterkönige vergangener Jahrtausende und frage sich selbst: waren die Völker von damals unter der weisen Führung ihrer Herrscher unglücklicher denn der Mensch in unseren Tagen von Chaos in jedweder Hinsicht und auf jeglichem Gebiete?
Es ist schon an anderer Stelle einmal hervorgehoben worden, daß der Gottessohn Christus während seiner Mission auf Erden keine demokratischen Lehren und Prinzipien predigte, sondern theokratische. Wie auch bezüglich des Kommunismus und seiner verschiedenen Ab- und Unterarten hinzugefügt wurde, die ungezählte Volksmassen für die einzigen Lösungen des großen Rätsels der Zeit mit seinen Wirren erachten, daß der Kommunismus als solcher wider Gott steht und demzufolge Kommunismus in der gesamten Schöpfung kein Lebensrecht hat, er unmöglich ist, es sei denn auf Erden, wo er als Antichrist sein gotteslästerliches Haupt erheben konnte.
Wie verhält es sich aber mit uns selbst? Mit unserer kleinen Gruppe individueller Einzelgänger auf weitem Erdenrunde, die wir wie auf einem Eiland mitten in tosender Brandung stehen, die um den Menschensohn Imanuel und seine Mission im Weltenteile Ephesus wissen - um den König der Könige und den Herrn aller Herren im Himmel und auf Erden? Wie steht es mit uns und um uns, die, wenn wir echt sind, in Anspruch nehmen, weder Kommunisten noch Demokraten, weder Nationalsoziali-sten noch Faschisten, weder Juden noch Kirchenchristen, auch keine Atheisten, Nihilisten oder gar Anarchisten, weder englisch noch deutsch, noch russisch oder österreichisch, nein, vielmehr Bürger des im Frührot schon dämmernden Reiches Gottes auf Erden zu sein, wiedergeboren im Geiste, erleuchtet vom inkarnierten „Geiste der Wahrheit“, Menschen der uranischen Zeit, bestimmt und erwählt durch das Gesetz des Herrn, die Menschheit, die das Gericht überlebt, an die Ufer des neuen Lebens zu führen? Sollten wir, die wir eine Schauung von dem Gottesreich auf Erden haben durften, nicht mit allen Kräften darnach streben, nicht nur zu der persönlichen Führerschaft des Gottessohnes Jesus mit seiner Wahrheits-lehre zurückzukehren sondern uns auch in jedweder Hinsicht und mit unserem reinsten Wollen der Leitung des Menschensohnes Imanuel zu unterstellen!
Ich darf wohl annehmen, daß die meisten unserer Gralskreuzträger, der Versiegelten des Herrn, die tiefinnerlich in dem Schöpfungswissen der Gralsbotschaft geschürft und daraus kosmisches Weistum sich aneignen durften, kaum mehr zweifeln werden, daß, wenn die Menschheit wirklich Imanuels Führung folgte und seine Lehre auf alle Belange menschlichen Lebens bezöge und sie auch lebte, alle unsere berghohen Probleme gelöst werden könnten und auch würden.
In allem aber dem Gebot des Weltenlehrers zu folgen, uns vorbehaltlos seinem Schutze anzuvertrauen, bedeutet mitnichten, etwas tun zu müssen, das uns in den Augen unserer Widersacher und Feinde etwa zu Träumern und Phantasten stempeln könnte, als unselbständige Schachfiguren unter einer willkürlichen Autorität. Denn wenn in Imanuel Abdruschins heiliger Gralsbotschaft von ihm selbst für alle Zeiten und alle Geschlechter auf Erden niedergeschrieben wurde, während Jesus überhaupt nichts Schriftliches hinterlassen hat, sondern sein Wort sich nur mündlich weiter-pflanzte, sollte wahrlich uns keinen Zweifel lassen, wie das, was er lehrte, tatsachlich zu leben ist. Es wird durchaus von uns nicht gefordert, unseren Verstand zu verleugnen oder an etwas unüberzeugt und blindlings zu glauben, was unlogisch und unvernünftig wäre oder irgend etwas, was wissenschaftlichen Beweisen entgegenstünde. Man fordert von uns auch nicht, unsere Interessen, sich auf Irdisches erstreckend, irgendwie zu schmälern, aufzugeben oder auch nur für Stunden in wissenschaftlichen Studien nachzulassen, im Gegenteil, vom Gesichtspunkt der Gralsbotschaft aus, mit erweitertem Geisthorizont sie wieder aufzunehmen und weiter zu verfolgen. Wir müssen uns aber vergegenwärtigen, daß Untersuchungen auf physisch-wissenschaftlicher Basis von beispielsweise psychisch-parapsychologischen Erscheinungen und Phänomenen uns nie eine Kenntnis oder Erkenntnis von Dingen geben können, die solcher Art sind. Wissen wir doch, daß es außer physisch-irdischen Dingen noch weit andere Erscheinungsformen gibt, die jenseits von Raum und Zeit liegen dürften, worüber schon Shakespeare seinen Hamlet in Hinblick auf die Erschei-nung des ermordeten Königs von Dänemark Folgendes aussprechen läßt:
„Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde als unsere Schulweis-heit sich träumen läßt!“
Wie ein kosmisches Weistum, das außerhalb der Erkenntnismöglich-keit menschlichen Verstandes schwingt, demzufolge durch irdische Gelehrsamkeit nie errungen, sondern nur durch göttliche Offenbarung empfangen werden kann. Es brachten diese die beiden Gottsöhne Christus Jesus und Imanuel vom Throne des Höchsten aus Höhen, zu denen Men-schengeist nie Zutritt hatte, noch je haben wird. Der Mensch kann aus berufenem Munde wohl Einzelheiten und Beschreibung über die Wesensart des Gottes- und des Menschensohns erhalten, doch wird sein Hirn sie niemals zu ergründen vermögen.
Es ist schon mehrmals hervorgehoben worden, daß alle Kirchen bisher vollkommen versagten, die wahre Natur des Gottessohnes getreulich zu schildern, besonders seine Lehre, so, nie er sie selbst gegeben hat, daß sie vollkommen im Unwissen auch über die Mission des Menschensohnes Imanuel von jeher waren, dessen Erdmission im Unterschied zu der des Gottessohnes Jesus schon dessen Jünger in ihren Aufzeichnungen der Evangelien nicht der Wahrheit gemäß überliefert haben. Hier lag der Irrtum verwurzelt, der durch die Jahrhunderte seit des Nazareners Erdenleben die Anhänger der christlichen Kirchen falsch orientierte Jesus, der Gottessohn, offenbarte das Evangelium der Liebe, Emanuel, der Menschensohn, das Evangelium der Gerechtigkeit. Imanuel kann als der erstgeborene oder ausgeborene Sohn des Allerhöchsten bezeichnet werden, durch dessen Lostrennung von Gottvater und Aussendung ins Dunkel des Weltalls die Schöpfung erstehen durfte und der in unserer Zeit einmalig auf unserer Erde inkarniert war, um durch seine Gottesstrahlungskraft das Jüngste Gericht zur Auslösung zu bringen. Jesus war der zweitgeborene und eingeborene Sohn des Allerhöchsten, dessen Sendung zur Erde ursprünglich im göttlichen Lebensplan nicht vorgesehen war, somit eine Notsendung durch Gottes Liebe, weil die Menschheit schon vor zwei Jahrtausenden am Rande des Abgrundes stand. Jesus kam vom Vater als der Heiland, seinem Volke zunächst wie aller Menschheit die verbogene Wahrheit wieder gerade zu biegen. Durch abermalige Verbiegung der Wahrheit durch die kirchlichen Einrichtungen haben die Kirchen der Erde aufgehört, ihr Salz zu bedeuten, und wurden demzufolge zu bloßen verstandlichen Unterstützungsinstituten gewisser Dogmen und Irrlehren degradiert, deren Gaben an ihre Mitglieder Steine anstatt lebendiges Brot darstellten.
Der uns von Jesus und Imanuel gewiesene Weg bedingt, daß wir als einen der wichtigsten Grundpfeiler der Wahrheit zu erkennen lernen, daß der Gottessohn Jesus nach seinem ihm von der Menschheit gewaltsam zugefügten Lebensende zu seinem Vater in des Lichtes Ursprung zurückge-kehrt ist, und daß der Menschensohn Imanuel von seinem Vater zum ewigen Mittler zwischen Gott und Menschheit berufen wurde, und unsere Treue und Liebe ihm gegenüber keine Grenzen noch Hindernisse kennen darf.
Wohl können wir Treue noch üben gegenüber Menschen, unseren Eltern und Kindern, Geschwistern und guten Freunden, allen die gleichen Sinnes und Glaubens sich wähnen, doch diese, unsere geringeren Treu-beweise haben unter strenger Prüfung unserer Empfindung zu stehen im Vergleich zu jener Treue, die der Mensch dem Menschensohn Imanuel schuldet. Unsere Treue zu dem Lichtsohn hat vollkommen zu sein, nicht nur auf Erden, nein, über das Erdenleben hinaus, denn ohne Imanuel wären wir nie geboren, nie zu wahrhaftigem Leben erstanden.
Wir müssen ihm dankbar für unsere irdische Umgebung sein, in die wir aus freiem Willen inkarnieren durften, dabei dem Gesetz der Anziehung der Gleichart folgend, stolz auch auf unser eigenes Vaterland, das unser irdisches Heim beschützt, doch wir dürfen nicht zulassen, daß Patriotismus unser Geistleben schmälert, wie es in faschistischen Ländern der Fall ist. Auch sollten wir Nationalgefühle vor den Eingangs- Türen zu unseren Gralstempeln lassen, denn der Herr aller Welten kennt weder Nationen, noch Rassen, noch Sprachen, wie er auch keine Konfessionen zuläßt, der König des Heiligen Grals kennt nur reife oder unreife Menschengeister, die sich in Demut der Wahrheit beugen. Alle diese Menschen sind im Geist dann unsere Brüder und Schwestern, die ein einheitliches Ziel schon auf' Erden vereint: die Anbetung des Lichtes.
Ein dem Menschensohn Nachfolgen stellt aber auch Anforderungen an jeden einzelnen Menschen in ausnahmslos jeglicher Lebenslage, im Alltag, wie feiertags, im Privat wie Berufs- und öffentlichen Leben. Die Nachfolge bedingt, daß wir als Streiter für das Licht selbst fest stehen wie Felsen, die den brandenden Wogen der Ozeane trotzen - unerschütterlich, unbeeinflußbar! Selbst so im Innersten gefestigt, wie Stahl in Weißglut gehärtet, sind wir Beschenkten verpflichtet, allen Suchenden von unserem Geistreichtum abzugeben, damit etwa verbundene Mühen oder Enttäu-schungen nicht zu scheuen, unseren Weg sicher und furchtlos durch vom Dunkel aufgepeitschte Intrigen, Hohn, selbst Beschimpfung und Verleumdung, wie Verfolgung zu gehen, mag er auch in Gefahr, viel Schwierigkeiten durch Opposition, ja, in Gefängnis und Kerker führen! Christus und Imanuel erwähnten wiederholt, daß ihre Anhänger, besonders ihre Jünger, in gleicher Gefahr wie sie, die Gottsöhne, selber stünden, und jene keine bessere Aufnahme und Behandlung von den Trabanten Luzifers zu gewärtigen hätten, als wie sie ihnen selbst zuteilgeworden.
Wie im Neuen Testament der christlichen Bibel zu lesen steht, war die Bußpredigt Johannes des Täufers in den Tagen Jesu wie ein Schrei in der Wüste. Ist es heute anders? Die Menschheit hat geistig seitdem nichts hinzugelernt, hat sich während der letzten zwei Jahrtausende in keiner Weise innerlich entwickelt. Das Gegenteil trifft zu. Der harte Wegbereiter-Pfad würde auch heute einem Johannes nicht erspart. Wiederum würde er zum Schweigen gebracht und eingekerkert, wenn er in seiner Berufung die Wahrheit spräche und sich nicht scheute, den verächtlichen Charakter selbst eines Herrschers zu brandmarken, wie er es ehedem getan, als er um der eitlen Laune eines rachsüchtigen Weibes, der von ihm verschmähten Salome, willen, von deren Vater, König Herodes enthauptet wurde.
So war auch das Leben und Wirken, für das Jesus seine Jünger berufen hatte, vom irdischen Standpunkt aus gesehen, voll Mühsal und mancherlei Enttäuschungen gewesen. Ihr hohes Amt des „Menschenfi-schertums“ war dem gegenüber, daß Jesu Offenbarungen die gesamte Menschheit hätte vor Gott dem Allmächtigen in Demut auf die Knie sinken lassen sollen, eher ein Misserfolg. Vom Standpunkt des Gottessohnes aus betrachtet, der um weniger Gerechter willen überhaupt nur gekommen war, hatten die meisten seiner Jünger durch Verkündung seiner Lehre ihre Berufung erfüllt. Alle Wahrheit- und Lichtsuchenden wußten nun um den Weg und das Ziel, dem ihr Geist zur Wiedergeburt und zum Aufstieg zu folgen hatte --- alle sich Dagegenstemmenden, wenn auch irdisch scheinbar sieghaft, stürzten am Ende doch in die Tiefe; denn Sieger im Geist bleibt zuletzt stets das Licht!
Uns Trägern des Gralskreuzes ist die Botschaft „Im Lichte der Wahrheit“ des Menschensohnes Imanuel zur eigenen Rettung und zur Rettung unserer Mitmenschen aus dem Chaos der Gegenwart anvertraut worden, unsere Berufung lautete, das „Heilige Wort“ allen Wahrheitssu-chern weiterzureichen. Lasset uns in dieser uns heiligen Berufung vor dem Aufzischen des Dunkels, in welcher Angriffsform es auch sei, nicht zurückschrecken und weichen! Die Erfüllung dieser einmaligen, einzigarti-gen Berufung wiegt alles andere auf! Lasset uns nicht ermüden, für das Wort des Herrn zu zeugen, lasset uns voranschreiten zum Ziel, um Licht, Freude und Hoffnung, die uns in so hohem Maße zuteil wurden, denen nicht vorenthalten zu müssen, die darum flehen! Nur aus unserer ureigensten tiefsten Überzeugung kann die Erkenntnis der Wahrheit auch in anderen erstehen. Nur aus Überzeugung vermögen wir zu siegen!
„So jemand auch kämpfet, wird er doch nicht gekrönt, er kämpfe denn recht!“
steht in der zweiten Epistel St. Pauli an Timotheus geschrieben, Kapitel 2, Vers 5. Und in der Gralsbotschaft lesen wir:
„Steht als Lebendige in Eures Gottes wundervoller Schöpfung!“ in welche jede Trübung auch nur von Menschen gebracht worden ist, wodurch das Räderwerk des Allschöpfers ins Stocken kam.
Wir wissen heute aus der Botschaft Abdruschins, daß sämtliche alles Unglück der Menschheit verursacht habenden Trübungen weder durch die falschverstandene Gottesliebe, noch durch eine niemals begriffene Gottesgnade getilgt und bereinigt werden können, d. h. ohne des einzelnen Menschen eigenes Hinzutun! Wäre es so, gäbe es keine Gottgerechtigkeit! Gott-Imanuel aber ist die auswirkende Gottgerechtigkeit! Ist das personifizierte Gesetz des Herrn. Die Kraft dieses die ganze Schöpfung durchziehenden Gesetzes von Ursache und Wirkung, des Gesetzes der Wechselwirkung:
„Was der Mensch säet, das muß er ernten!“
bewirkt die selbsttätige Vergebung oder Nichtvergebung aller Sünden. Wir wissen jetzt, daß wir auf harte und steinige Wege nicht „zufällig“ kommen, aber auch nicht „zufällig zu Freude und Glück! Wir erkennen einen Grund in jedem Leid, in jedem Sonnenschein, der uns trifft, und wissen, warum dies so ist und auch sein muß!
Und stehen wir fest in unserer Überzeugung, dann kommt in der dunkelsten Stunde, in der Stunde unserer Not, im Kampf mit uns selbst und für das Licht die Hilfe des Menschensohnes Imanuel, wie uns das Glück von dem Um-ihn-wissen in Sphären der Seligkeit hebt, die Men-schengeist bisher verborgen waren.
In Imanuels Kraft erfüllen wir jauchzend unsere Berufung!
1 (1) „Aus verklungenen Jahrtausenden“, Verlag; „Der Ruf“ GmbH., München,
„Abdruschins Grabtafel spricht...", S, 186.
2 (1) „Verwehte Zeit erwacht“, Verlag „Der Ruf“ GmbH., München, Band 1, „Kassan-dra“ S. 240.
3 (1) ILdW., „Das Jüngste Gericht“, Vortrag 20, S. 118-9.