DAS HOHELIED DER ARBEIT AUF VOMPERBERG.
Alltag ist nicht Feiertag und Alltag auf Vomperberg hat sein besonderes Gepräge - das Gepräge der Arbeit!
Arbeit wird geleistet zum Preise des Schöpfers, Arbeit wird getan aus Dank an den Höchsten, Arbeit wird verrichtet zur Selbsterhaltung der Gralssiedlung auf Erden! Allen voran die Hohen Damen und Herr Alexander, die Besitzer der Siedlung, in Erfüllung ihrer Sendung und verantwortlich für sie.
Alles, was arbeitet, arbeitet in Freude; alle, die dich im Schweiß des Angesichtes mühen, mühen sich aus Überzeugung ob des Wertes ihrer Arbeit. Das Schaffen hält von sechs in der Frühe bis sechs Uhr abends an, wenn die Gralsglocken feierlich den Tag einläuten und den alten im Reigen aller Tage beschließen, ein sursum corda in des Himmels Blau jauchzend.
Das Kreischen der Säge dünkt dem „Wissenden“ wie Musik, das Hämmern der Schmiede wie fröhliches Trommelgewirbel, der Blasebalg mimt Violine und Cello, die Tischlergesellen spielen Bratsche und Harfe, und was noch ansonsten sich der Arbeit hingibt, wie Hobeln Schleifen, Raspeln Schärfen und Nägel klopfen, befleißigt sich redlich, das Lied der Arbeit zu verschönen.
Es polstert ein Fachmann gar kunstvolle Möbel für das Herrschafts-haus; es summt das Rädchen zum Bohren im peinlichst gereinigten Zahnatelier; es schafft ein Meister von Gottesgnaden inspiriert mediale Gemälde mit Wesenheiten und Tempeln aus höheren Welten in leuchtenden Farben von Reinheit und Schöne; es produziert ein Graphiker köstliche Schriften und verewigt im Aquarell die Stätten des „Heiligen Berges“.
Auch Nutzarbeit wird verrichtet. Es schaffen in Schneiderin-Werkstätten gar viel-geschäftigte Hände mit Nadel und Schere an der Gestaltung notwendiger wie festtäglicher Kleidung für die Hohen Damen und die Frauen der Siedlung. Es sticken gewandte zierliche Hände das Kunstwerk eines Teppichs für das Haus des Herrn. Es fungiert eine Friseuse ihres unerläßlichen Amtes. Pfortendienst wird getant, der ungemeine Aufmerksamkeit fordert und nimmer Nachlassen im Sehen wie Hören, im Bedienen des Telephons. Elektrizitäts-strom- und Wasserversor-gungs-Kontrolle liegt in bewährten Händen. Köchinnen sorgen für das leibliche Wohl, privat wie für die Angestelltenküche. Sanitärer Dienst ist im Gange und für erste Hilfeleistung bei Unglück und Krankheit wird vorgesorgt. Damit verbunden sind Massage und Turnübungen. Chauffeure für Herrschaftswagen, Jeep und Lastkraftwagen sind Tag wie Nacht ihrer Pflichten bewußt, zum Dienste bereit. Hilfsarbeiter mit Pickel und Schaufel unternehmen wichtigstes, nicht zu unterschätzendes stoffliches Aufbauwerk. Wo immer man auf Gebirgswegen schreitet, bemerkt man Arbeitsleistungen des getreuen Wegwartes, der die Straßen versorgt, von Steinen säubert, Vermurrungen beseitigt und in befahrungsfähigem Zustand erhält, besonders den Weg zum Waldhaus, tief im Grün der Föhren gelegen.
Bleibt noch ein Wort des Dankes denen, die den Gralstempel betreuen, ihn für Andachten und die Hohen Feiern bereiten und den Tisch des Herrn mit Blumen schmücken, schmücken auch das Grabmal des Herrn. Denen nicht minder, die still für sich, doch Lichtdienst tuend, Kräuter sammeln auf des Berges Wiesen und damit Tees bereiten für die Gesundung der Körper. Jene, die es tut, besorgt auch in Hingebung das letzte Amt an Verblichenen, die Totenbettung im Leichenhaus, das über seiner Pforte den Trostspruch trägt:
„Zu freudigem Schaffen will ich erwachen!“
Auch in der Gralsgärtnerei, im Sonnenschein gebadet, regt sich emsiges Leben. Die Glasscheiben der Frühbeete gleißen blitzend in ihm, ihr Leuchten ausstrahlend in die Klarheit eines gotterstandenen Morgens. Bewegung herrscht auch hier, „denn wer rastet, rostet“ und „Stillstand ist Rückgang“. Man gräbt um, mischt Erde zu Kompost, sät, Pflanzt oder jätet. Es werden Pflänzchen pikiert, Kakteen gesäubert, es wird gesprengt und gegossen und so die Muttererde bereitet, daß sie zur Reifezeit von Gemüsen und Früchten doppelt und dreifach trage.
Nirgends herrlicher denn im Gralsgarten der „Lichtrose“ gedeihen die Blumen und herrlichste Kelche und Stauden, und Rosen über Rosen in Überfülle. Es ist als seien Wesenhafte am Werke, hingebende, selbstlose Arbeit der Menschen sie mit Kraft aus dem Lichte zu stärken.
Auch des Tempelwartes sei nicht vergessen, des Seniors der Siedlung, vierundachtzigjährig! Am Morgen der erste und am Abend der letzte verrichtet der Patriarch tagein, tagaus, Sommer und Winter seine getreue Arbeit im Tempelgarten, ihn hegend und pflegend, die Blumen schaffend, mit einem Danklied zu Gott auf seinen Lippen. Ihm zur Seite steht die Gattin, die seit Jahren pflichtgetreu und selbstlos allen Siedlungsbewoh-nern die Milch zuteilt.
Ein Lob sei besonders den Hütern der Tiere! Sind Tiere doch den Menschen Gefährten, und von Menschenhand treu und beharrlich gepflegt, wissen sie Treue und Liebe zu vergelten. Da sind Pferde und Kühe, Schafe und Schweine und ein gar reichliches Geflügelvolk - die weißen Tauben im Taubenschlag, Pfauen- und Truthahn-Familie, Hähne und Hennen, wie Gänse und Enten, auch Barry und Bella, das schwarze Neufundländer Hundeehepaar, die alle bepflegt, gefüttert, betreut sein wollen - und es auch sind!
Ein Kapitel für sich ist noch die Landwirtschaft mit aller Feldarbeit. Auch sie muß getan werden, und sie wird getan! Zur Frühsaatbestellung und zur Hochzeit der Ernte schaffen viele freiwillige Hände mit, das Werk zu verrichten. Ein buntes Treiben ist dann auf den Feldern des Heiligen Berges! Österreicher und Franzosen, Schweizer und Deutsche, Brasilianers Engländer und Amerikaner als Einzelgänger arbeiten friedlich Seite an Seite, einem Ziele folgend.
So verstreichen die Arbeitstage auf Vomperberg voll reichen Schaffens, in Freude und Glück!
Diesem Glücksempfinden wird an manchen Tagen noch besonderer Ausdruck damit verliehen, daß unter der Leitung eines geübten Dirigenten in einem gemeinsamen Gesangschor Frauen- und Männerstimmen sich zu einem Preis- und Danklied einen, das solchen Abenden eine besondere Weihe gibt.
Dann sind noch Tage besonderer Arbeit - Gemeinschaftsarbeit - deren harmonisches Zusammenwirken und Schwingen auch des Segens nicht mangeln.
Wäschetag im Gästehaus - dem einstigen, Gralsschulgebäude - von Zeit zu Zeit, vornehmlich nach den Hohen Feiern des Heiligen Grals, die dreimal im Jahre „in wissender Gottanbetung“ gehalten werden. Ganz Tirol weiß um diese Feiern, aus allen Ländern und jenseits der Meere wallen Hunderte von Kreuzträgern zu dem Heiligen Berge.
Auch Feuerwehrübungen gibt es. Zum Schutz der Siedlung gegen Feuersgefahr! Stämmige Jungmänner sind es, den Gralshelm auf dem Kopfe, im Sonnenlicht gleißend mit dem goldenen Kreuz, die ihre Glieder stählen für die Stunde der Not. Von ihrer Umsicht und Gewandtheit, steter Einsatzbereitschaft und Wachsamkeit, Mut und Opfersinn, unter Lebensgefahr das Gut und die Habe des Nachbars schützend zu retten, hängt das Bestehen und Wohl der Gralssiedlung ab.
Was bisher gesagt ward, wurde zum Lob und Ruhm des stofflichen Aufbaus in bunten Bildern geschildert. Der stoffliche Aufbau aber gediehe nicht, ging nicht der geistige ihm voran. Es schaffen auch hier hinter Wänden verborgen, doch nicht minder intensiv mit Griffel und Schreibma-schine, von der Masse nicht gesehen, nimmer müde Köpfe, regste Geister, von der Lichtkraft gefördert, das Werk des Herrn zu vollenden, Zeugnis zu geben von dieser Zeit der Größe kommenden Geschlechtern.
So schließt sich der Ring des Hohen Liedes der Arbeit auf Vomperberg. In solcher Auffassung der Arbeit liegt die wahrhaftige Gottanbetung!
INHALT.
Vorwort………………………………………………………… 2
Ein erdichteter Dialog………………………………………... 7
Die Tragödie der Erde um die Weltenwendezeit…………. 12
Das Ende der Mission Imanuels auf Vomperberg………... 17
Gedanken und Erleben im Gefängnis - die Stimme
von jenseits der Mauern……………………………………… 19
Die letzte Gelegenheit………………………………………… 28
Mein Grals-Erleben…………………………………………… 34
1. Mein weltliches und religiöses Leben bis zum Inverbin-
dungkommen mit dem Menschensohn……………………… 41
2. Mein Erleben Imanuels bei meinem ersten Bergbesuch
zur Feier des Strahlenden Sternes 1930 und die daraus
sich folgernde Beeinflussung meines weiteren Lebens…… 47
3. Meine innere Wiedergeburt durch das göttliche Wort
der Gralsbotschaft, unter dem Autornamen „Abdruschin“ veröffentlicht………………………………………………….. 59
4. Mein Eintreten für die Wahrheit der in der Botschaft
enthaltenen Lehren und Offenbarungen über die
Schöpfung. Mein Jüngeramt im Dienst des Gottgesandten
in Berlin und London…………………………………………. 72
5. Der Erdentod des Menschensohnes………………………… 101
6. Meine Rückkehr nach Vomperberg, dem Berg des Heils… 119
7, Ausblick in die Zukunft........................................................ 146
Mein Bekenntnis zum Menschensohn, Teil I………………. 150
Mein Bekenntnis zum Menschensohn, Teil II …………….. 187
Gralsglockenweihe auf dem Berg des Heils ……………….. 218
Erster Angestellten-Ausflug der Grals-Siedlung………….. 224
Entwurf eines Lebenslaufes von O. E. B…………………… 229
Längerer Entwurf…………………………………………….. 231
Der sechste Dezember 1846…………………………………. 234
Rückkehr der sterblichen Hülle des Menschensohnes
Imanuel nach Vomperberg…………………………………… 252
Kurze Fassung…………………………………………………. 259
Beisetzung der irdischen Hülle des. Menschensohnes
Imanuel auf Vomperberg…………………………………… 261
Ein Sonntagabend im Gralshaus auf' Vomperberg……… 270
ANHANG (11)
Unzulänglichkeiten des irdischen Verstandes................. 283
Geistiger Verfall und Wiedererweckung………………….. 287
Bruchstücke der Wahrheit………………………………….. 294
Vom Finden Gottes…………………………………………… 301
Echtes Christentum…………………………………………… 304
Selbstsucht – Selbstaufgabe………………………………….. 308
Kurze Übersieht über die Weltreligionen………………….. 312
Mitternachts-Stunde………………………………………….. 320
Das Geheimnis der Gezeiten………………………………… 325
Aufbau, Zersetzung, Rettung………………………………… 332
Die Perle der Wahrheit - Mission und Lehre von Jesus
und Imanuel…………………………………………………….. 344
Denn beiden Gottsöhnen zum Gedenken…………………… 350
Das Vermächtnis des Menschensohnes………………………. 355
Die verloren gegangenen Bibliotheken der Erde................... 362
Wirkung und Zauberkraft von Namen……………………… 369
Berufung………………………………………………………… 374
Das Problem geistigen Führertums………………………….. 380
Gesang des Lebens……………………………………………… 388
EPILOG
Das Hohelied der Arbeit auf Vomperberg…………………… 394
1 Nachstehende Vorträge wurden von dem Verfasser in
englischer Sprache in der ersten Gralsgemeinschaft zu
London während der Jahre 1943-45, gelesen.