Wie der Herr mir gesagt hatte, ermöglichte es meine materiell-finanzielle Lage Ende Mai 1931, die zweite Bergfahrt zur „Feier der Heiligen Taube“ diesmal mit Frau und Kind zu unternehmen. Auch diese Feier brachte ein großes Geisterleben, das weithin unser Leben beeinflußte und auf jenen Weg wies, von dem der Prophet Jesaja im fünfunddrei-ßigsten Kapitel, Vers acht schon gesprochen hat, wo es also lautet:

„Und es wird eine Bahn sein und ein Weg, welcher der heilige Weg heißen wird, daß kein Unreiner darauf gehen darf, auf dem auch die Toren nicht irren mögen.“

Die Gralsbotschaft Abdruschins ward unser Leitstern und Richtmaß.

Was uns auch begegnete, wen immer wir trafen, was uns erfreute oder Leid zufügte, wir beurteilten es vom Licht der Wahrheit gesehen, das aus dem Gotteswort strahlte, das der Menschensohn vom Thron seines Vaters aller Menschheit vor dem Gericht noch einmal brachte.

Selbst die Deutung und Auslegung der Zehn Gebote Mose galt für uns nur mehr, wie sie der Menschensohn für alle Zeiten und Geschlechter festgelegt hatte. Irriges Dogma warfen wir zur Seite.

Den Höhepunkt der Taubenfeier 1931 bildete für uns persönlich mein erster Ruf fürs „Goldene Kreuz“, die Versiegelung meiner Frau und der Kindersegen, den unser damals zehnjähriges Töchterchen durch den Apostel des Herrn, Frau Maria Halseband, empfangen durfte.

Einige Tage vor dem dreißigsten Mai, dem Tag der Taubenfeier, dem Tag der Ausgießung der Gotteskraft in alle Schöpfung und Ebenen allüberall, folgte mir Herr von der Crone nach dem Mittagsmahl in der Halle auf jene kleine Aussichtsbank, die auf dem Weg zwischen Zöhrer - und Kastner - Hof jeden Wanderer zur Rast einladet.

Er überreichte mir ein verschlossenes Kuvert, das ich voller Spannung erbrach. Da standen ungefähr diese Worte:

„Nach vielen Umwegen bist du endlich an die Stelle gekommen, wo du erfüllen sollst, was du zu tun einst gelobtest. Darum werde standhaft nun zum Heile deiner Seele. Nicht viel Zeit verbleibt dir mehr. Richte unentwegt den Blick nun nach oben, so kannst du in dir geistig vorbereitet werden, das ganze Geschehen des Grals aufzuzeichnen irdisch für die dir folgenden Jahrtausende. Es ist ein Menschheitswerk, das vor dir liegt. Eile, daß du nicht eine Stunde säumst“.

Bist du bereit dazu?

Und ich gelobte mit einem „Ja“.

Hiermit war der Weg für meine Betätigung im Gral gezeigt: sie entsprach, wie schon Dr. Illig geahnt und der Menschensohn mir bestätigt hatte, der Art meines Wirkens. Ich begann unverzüglich in meinen Mußestunden, mich mit Aufzeichnungen für eine spätere Chronik zu üben und Material zu sammeln, das einmal verwendet werden könnte.

Viel Vorbereitendes durfte ich so schaffen, doch die Zeitgeschehen, zumal der später einsetzende Nazi-Schrecken mit seinen Nachstellungen und Verfolgungen, machten viel Arbeit mit einem Schlag durch meine Inhaftierung und Beschlagnahme sämtlichen Gral-Materials im Gralsheim des Grunewalds zu Berlin zu nichte.



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Abschnitt 3.

MEINE INNERE WIEDERGEBURT DURCH DAS GÖTTLICHE WORT DER GRALSBOTSCHAFT IMANUELS, VERÖFFENTLICHT

UNTER DEM AUTORNAMEN ABDRUSCHIN .


Je tiefer ich in das Wissen der Gralsbotschaft eindrang und bestrebt war, dies Weistum um aller Dinge Urgrund nicht nur mein eigen zu machen, sondern es zu leben, anders gesagt, mein ganzes Denken und Tun darnach zu richten und damit zu füllen, desto mehr erfuhr ich und erlebte es an mir, dass das vom Gottesthron kommende Wort Abdruschins nicht nur eine Lehre der Menschheit brachte, sondern mit sich ein Geschehen führte, bedingt durch die Ausstrahlung des in dem Wort verankerten Gotteswillens, wie es nie bisher auf Erden gewesen.

Das Heilige Wort des Menschensohnes löste die Endphase des Jüngsten Gerichtes auf unserem Weltenkörper aus, jenes bislang von den Menschen nie verstandenen und darum gefürchteten Gerichtes, das mit Jesu Tod auf Golgatha begann.

An sich ist wie alles in der Schöpfung auch dieses Gericht nur ein natürliches Geschehen. Es unterliegt dem Gottgesetz vom ewigen Wandel der Dinge, vom Werden, Erblühen, Welken und Sterben, dem nicht nur Mensch und Getier, die ganze Natur, ja selbst die Jahreszeiten unterliegen, sondern auch die Gestirne, die wir allnächtlich schauen, wie die noch sechs anderen Weltenteile der gewaltigen Nachschöpfung des Herrn des Lebens, von deren Bestehen uns Abdruschin, in seinen Vorträgen der Grals-botschaft erst offenbarte. Unter „Weltenteile“ bezeichnet der Weltenlehrer außer Ephesus, dem unser Erdplanet und alle uns sichtbaren Gestirne zugehören, Smyrna und Thyatira Philadelphia und Sardes, Laodicea und Pergamos, Namen, die wir aus der Offenbarung Johannes des Täufers kennen, bisher aber nicht kosmisch gedeutet erhielten.

Hätte die Menschheit gemäß den ehernen, unumstößlichen Gottgesetzen gelebt, wie sie Moses und Jesus schon einmal gekündet, hätte sie jetzt zur Zeit des Jüngsten Gerichtes nur Freude und geistige Beschwingtheit erlebt, die sie dem Ziel in der Höhe leichter zugeführt hätten, anstatt unter Elend und Not zu leiden, wie sie überall durch die Zeitgeschehen bedingt zu spüren sind.

Die apokalyptischen Reiter jagen mit Tod und Verderben bringenden Rossen furiengleich über die Menschheit dahin.

Die Botschaft Imanuels, d. h. die Gralsbotschaft Abdruschins, ließ meinen Geist zum Erkennen aller Dinge erwachen, nicht nur um mich, bei Verwandten und Bekannten, wie denen, in deren Nähe mein Schicksal mich führte, auch meiner selbst, und dieses „Erkenne dich selbst!“ ist wohl das Wichtigste von allem, das im Menschensein webt und schwingt. Es bietet die erste Sprosse auf steilem Anstieg nach oben, der allein zum Licht allen Lichtes führt, den ersten Schritt zur geistigen Niedergeburt. Schon Christus Jesus hat von dieser gesprochen, ohne mit ihr „Inkarnierung“ zu meinen; Abdruschin bestätigt sie in seiner Gralsbotschaft von neuem, auf daß die das Ende dieser Weltenzeit erlebende Erdenmenschheit den rechten Begriff von „Wiedergeburt erfasse und wenn sie sich darnach sehnt, auch erwirken kann.

Wenn mein früheres Leben, wie in Abschnitt 1 geschildert, manche Enttäuschung ,Not und Trübsal erlitt, ward mir durch das Verstehen der Gralsbotschaft deren Zweck und Sinn erst durchaus klar und ich wußte, daß all die Mühsal und unerquicklichen Dinge mich zu treffen hatten, um durch deren Erlebenmüssen reifen und früheres und jetziges Karma lösen zu können. Auch das ward mir zur selbstverständlichen unwankbaren Überzeugung, daß Göttliche Vorsehung die Lasten des Lebens mir nicht als Strafe sandte, vielmehr als Gnade, um durch rechte Einstellung zu diesen Dingen Fortschritt für meinen Geist zu erzielen.

Durch dieses sich neue Einfügen in das Alltagsleben verloren die Schwierigkeiten ihre drückende Last, und viele Verfehlungen aus gegenwärtigem wie früheren Erdleben lösten sich nur noch symbolisch ab. Auch dadurch minderte sich der Druck, der ab meiner Jugend auf mir gelastet hatte.

Die Gralsbotschaft wurde mir zu meinem unersetzlichen Schatz, einem unentbehrlichen, unbezahlbaren Juwel, den nur der Menschensohn zu spenden vermochte.

Diesen, mein Innenleben beeinflussenden Wechsel von einem zuvor bedrückten nun aber freier werdenden Leben, empfand ich schon kurz nach meiner erfolgten Versiegelung, weit intensiver aber nach meiner Berufung zum Gralsdienst. Hiermit verbunden war das Tragendürfen des Goldenen Kreuzes, welches das untrügbare Zeichen der Zugehörigkeit zu dem Kreis der Diener des Menschensohnes ist, und das den Wahlspruch trägt „ICH DIEN“. Die Erfüllung rechten Dienens schenkt jedem Menschen die innere Freiheit. Wahrhaft frei kann nur der sein, welcher im Gottgesetz schwingt und es durch reines williges Dienen erfüllt. Der Mensch aber, der wahrhaft frei ist, ist gleichzeitig auch demütig. Denn Demut, sagt Abdruschin in seinem Vortrag „Es ist vollbracht!“ ist Freiheit. „Nur in der Demut liegt die echte Freiheit jedes Menschengeistes!“

Die zum Tragen des Golden-Kreuzes befugten Gralsanhänger werden durch ihr Gelöbnis für Verrichtung wahren Gralsdienstes zu „Knappen“ des zukünftigen Gralsreiches auf Erden und sollen dereinst einen großen Ring bilden, um durch ihren Einfluß, ihr Wissen von den Schöpfungs-urgesetzen, ihre Gotterkenntnis, und ihr Nachschreiten in den Fußtapfen des Meisters, alles Leben um sie wie einen Sauerteig zu durchgeistigen. Sie sollen mit ihren Fähigkeiten und ihrem reinen Wollen aber auch den aus ihren Reihen erwählten Jüngern Stütze, Hilfe und Ergänzung bieten. Auf Goldenkreuzer- und Jünger-Dienst und Treue soll das Gottesreich im Stoff stehen!

Es war um die Osterzeit 1932, da mir eine unerwartete, kaum je erhoffte Hochfreude wurde: Abdruschin frug mich brieflich, ob ich bereit sei, sein Jünger zu werden und gewillt, die mit einem Jüngeramt verbundenen Pflichten zu tragen, sie getreulich zu erfüllen? Er fügte in leuchtendvioletter Maschinenschrift, auf seinem, ein gestochenes Strahlen-kreuz mit dem „J“ in der Mitte tragenden Briefbogen hinzu, ich möchte mir den Text des Jüngergelübdes von den beiden Berliner Jüngern, Frau Käthe Giesert und Herrn Lucien Siffrid, bekannt geben lassen und sie darum befragen.

Beglückt und tiefst im Inneren gehoben folgte ich der Weisung des Herrn, und antwortete ihm, daß ich von ganzem Herzen, ohne jeglichen Einwand ihm mein Ja-Wort zu Füßen lege, in voller Erkenntnis des Zweckes meines jetzigen Lebens auf Erden, allein darin beruhend, den Menschensohn auf Erden gefunden zu haben und ihm nunmehr dienen zu dürfen, ihm zu helfen, sein Werk zu vollenden.

Meine Jüngerweihe vollzog sich zur Feier der Heiligen Taube am 30. Mai 1932.

Mit Weib und Kind hatte ich finanziell die dritte Bergfahrt ermöglicht, für die uns im „Zöhrerhof“ das Quartier bestellt worden war, wo auch der Seelenarzt, der Jünger Hans von der Crone, mit seiner Familie wohnte.

Diese Taubenfeier krönte ein besonderes Ereignis von allgemeinem Gralsinteresse, es war nichts Geringeres als der Bau, die Einweihung und erste Benutzung des neuen und zweiten Gralstempels auf Erden, der nunmehr ungefähr sechshundert Personen aufnehmen konnte. Tag und Nacht vor dem Festtag erklang das Zimmern und Hämmern an der geweihten Stätte, wo freudig und rüstig geschaffen wurde vom jüngsten Silberkreuzer bis zum „Weißen Ritter“, damit der Tempel zu rechter Stunde auch fertig stünde.

Und wie es geistig gewollt war, erfüllte es sich irdisch, des Menschensohnes Diener hatten in Treue das ihre getan, der Bau war am dreißigsten Mai bereit, seine Tore zu öffnen allen, die von nah und aus der Ferne kamen, dem Weiheakt Imanuels beizuwohnen.

In schneeigem Weiß grüßten von beiden Giebeln der Halle zwei mächtige Kreuze mit gleichen Schenkeln, dasjenige nach Westen zu gelagert im Ring, das östliche Kreuz aber ohne Ring, mit symbolischer Bedeutung. Von Gralshöhe herab, dem irdischen Heim des Gralskönigs, wehte zum Gegengruß an einem strahlenden sonnigen Maienmorgen die Grüne Standarte des Heiligen Grals, mit dem Gralskreuz in Gold im Quadrate.

Dieser Weihe-Morgen des dreißigsten Mai schenkte mir persönlich die Erwählung zum Jünger vor dem Tisch des Herrn. Mit mir waren zu diesem Hochamt berufen Frau Elsa Dörflinger aus der Schweiz, neben der ich bereits bei der Versiegelung gesessen, Herr Max von Rosenberg aus Brasilien, Herr Josef Kowar aus der Tschechoslowakei, Herr Fritz Halseband, der älteste Sohn des Weißen Ritters, und Herr Josef Müller aus Westfalen.

Die Feier selbst zu beschreiben, erspare man mir. Der Versuch ist schon anderswo unternommen worden, und andere Berufene haben sich hierin versucht. Ich glaube, daß jedes Menschenwort zu arm befunden wird, in Menschensprache das wiederzugeben, was ein reiner und geöffneter Geist allein intuitiv zu erleben vermag. Von Imanuel, dem Menschensohn, gehaltene Gralsfeiern bleiben einzig in ihrer Art. Nichts ist auf Erden das diesen gliche! Gralsfeiern auf Vomperberg schwingen in wissender Gottverehrung.

Mein Geisterleben am Tag meines Jüngergelübdes, das Wirken der Gotteskraft auf meinen Erdenkörper aber beeinflußte derart mein ganzes Wesen, daß es nicht nur meine Seele, auch meinen leiblichen Organismus bis auf den tiefsten Grund erschütterte. Mein Leib war wie geschlagen und doch folgte der Erschütterung, fast unmittelbar darauf, eine geistige Kräftigung, ein Aufschwung nach oben, kraft der Beifügung eines reingeistigen Funkens meinem menschlichen Geistkern durch Imanuel - ein Gnadengeschenk Gottes. Dieser Funke ermöglicht ein größeres Sich-Öffnen dem Worte des Herrn und ein tieferes Verständnis für das gekündete Schöpfungswissen. Der Horizont für das Wissen um aller Dinge Urgrund weitet sich.

Irdisch spürbar und tief einschneidend in mein und der Meinen persönliches Leben folgten zwei Geschehen unmittelbar nach der Taubenfeier noch während unseres Aufenthaltes auf dem „Berg des Heils“. In mir tagte die Überzeugung, daß nichts Schöneres und Besseres Weib und Kind widerfahren könne, als sie in der Nähe Imanuels zu wissen, selbst wenn dadurch unser Familienleben eine Kürzung erhielte, ich auf Gattin-Fürsorge und Betreuung verzichten müsse. Das Bergleben allein, das Atmen in Gottes freier Natur im Heiligen Land Tirol konnte den Meinen wie nichts anderes den Höhenstieg erleichtern, sie hineinwachsen lassen in jenes Gemeinschaftsleben, wie der Menschensohn es wünschte zum Heil der Seinen. Ich dachte mit Schrecken an die Berliner Ver-hältnisse, die langsam aber sicher auch mein Kind vergiften würden, würde sie diesen durch mein Wollen nicht entrissen. Mein Weib stimmte bei, wir erfuhren auch vom Herrn, daß wir schon einmal zu Jesu Zeiten als Mann, Frau und Kind zusammen waren und uns gemeinsam Schuld aufluden, die wir gemeinsam wieder lösen müssten. Ich schrieb an den Menschensohn, ob er gewillt sei, unsere Bitte zu erfüllen. Er gewährte sie gnädig, und unser Wunsch ward Tat.

Das zweite Geschehen brachte mir den Beginn meines öffentlichen Wirkens für die Gralsbewegung. Imanuel ließ mich durch den Jünger Lucien Siffrid verständigen, er möchte mir in der alten Halle, die nach Aufgabe als Tempel weiterhin als Eßhalle benutzt ward, die ersten Unterweisungen im Vorlesen von Botschaftsvorträgen geben. Schon am Schluß der ersten Lehrstunde erschien der Menschensohn, und mit ihm trat wie immer, wohin er seinen Fuß auch setzte, ein strahlender Lichtschein ins Gelaß das den Erdenleib Imanuels durchflutende Strahlenkreuz, wohl nicht jederzeit und jedermann sichtbar, nur, wenn innere Schau gnadenvoll gewährt ward.

Durch meiner Frau Verbleiben auf dem „Berg des Heils“ war es auch mir vergönnt, über die geistige und irdische Entwickelung der durch das Erdensein Immanuels geheiligten Stätte fortlaufend unterrichtet zu bleiben, sodaß ich bei weiteren Bergbesuchen meist das erfüllt und grobstofflich erbaut vorfand, das mir brieflich schon angezeigt war.

Gewaltigen Fortschritt machte der Aufbau des Heiligen Grals in jenen Jahren, der unter göttlicher Führung des Herrn sich vollzog. Es folgte Erfüllung auf Erfüllung, und fast hatte es den Anschein, als ob die Menschheit, geistigen Strömungen aus lichten Höhen zugänglicher gewor-den, die Zeichen der Zeit erkennen könnte. Voller Freude sah Imanuel auf das Erblühen seiner Berg-Gemeinde. Seele auf Seele fand zum Worte der Wahrheit, Mensch nach Mensch fand zum Heiligen Berge, und die wenig bis dahin erwählten Jünger durften Leuchte und Leitstern allen wahrhaft Suchenden sein, durften das Amt von „Menschenfischern“ üben. Wohl keiner war, der dieses Hochamt nicht vollster Überzeugung, reinster Begeisterung, und tiefster Dankbarkeit zu dem erfüllte, der das Leben spendete, Pioniere des Geistes stürmten voran und wurden sieghaft mit dem „Wort der Wahrheit“, das alles Falsche und Verbogene in Ketten schlug, irriges Kirchendogma an das Licht des Tages zerrte. Der Tag des Herrn glühte am Horizonte auf.

Über mein Wirken im Namen des Herrn für den Gral in der Hauptstadt des berufenen deutschen Volkes soll in einem späteren Abschnitt ausführlicher gesprochen werden, sofern dies nicht in meinen persönlichen im Nazi-Gefängnis gemachten Aufzeichnungen, Band II, geschah.

In diesem Abschnitt möchte ich noch einige wichtige damalige Geschehnisse chronologisch festlegen, die unmittelbar mit dem „Berg des Heils“ in Zusammenhang standen.

Äußerlich betrachtet, fand ich bei meinem ersten Bergbesuch im Dezember 1930 auf Gralshöhe nur drei Wohngebäude mit einer Scheune vor, das Gralshaus des Herrn, ein Nebengebäude mit der Dr. Illig'schen Wohnung und das ehemalige Dr. Gecks Haus, das nach dessen Fortgang von Oberstleutnant August Manz, dem Sprachrohr Imanuels, von Mrs. Ethel Herman-Howard aus Indien, der späteren Übersetzerin der Gralsbot-schaft ins Englische, und Frau Dr. Elisabeth Gecks mit Tochter Lo während ihrer Bergaufenthalte bewohnt wurde.

In rascher Folge erstanden dann die weiteren Gebäude auf geweihtem Gralsboden, die unter dem Namen Grals-Siedlung bekannt wurden nach und nach euch Weltruf erlangten,

Zuerst ward das Reihenhaus I gebaut, das sieben Wohnungen für die Anfangszeugen des Menschensohnes erhielt. Als die ersten bezogen es der Weiße Ritter mitsamt seiner Familie, die beiden Apostel Frau Major Reinhard und Frau Reckleben, Herr Schwartzkopff mit Anhang und die Familien Dörflinger und Deubler. Im Sommer 1932 stand bereits das Reihenhaus II. Seine Insassen waren ursprünglich Familie Fritsch und Familie von der Crone, Oberstleutnant Manz mit den Seinen, Mrs. Herman-Howard, Fräulein Erlenmeyer, Siffrids und meine Frau und Tochter. Als ich unser Zimmer mit Veranda im ersten Stock des Mittelbaues während meines Vierten Bergbesuches im September 1932 zur Lilienfeier miteinrichten half, kam der Herr mit Frau Maria und Fräulein Irmingard zur Besichtigung und weihte so durch sein Verweilen unsere Wohnstatt.

Die während der Jahre 1933 und 1934 errichteten Baulichkeiten waren die Lohrsche Villa, nunmehr das Dörflinger Haus genannt, und der imposante Gralsverwaltungsbau mit Turmuhr und dem Kometen mit Schweif als Wetterfahne. Im siebenzackigen Stern wird ein Dokument verwahrt, das wichtige Daten der Gralsbewegung birgt. Ungefähr gleichzeitig mit der Verwaltung erstand auch das Pförtnerhäuschen, das verschiedene Insassen nacheinander barg, denen die Kontrolle über Aus- und Eingang aller die Siedlung Betretenden, vor allem aber die Bedienung der Telefon-Zentrale oblag.

In jener Zeit wuchsen auch rasch nacheinander die hauptsächlich benötigten Wirtschaftsstätten empor, wie Pferde- und Kuhstall, Geflügel-käfige, Magazine für die vom Herrn geplante Flockenherstellung, für Kohlen- und Holzlagerung, auch eine Bäckerei, das Feuerwehrgebäude (die Gralsfeuerwehr war bereits 1932 von Herrn Wilhelm Fritsch gegründet worden), eine Tischlerei mit maschinellem Sägebetrieb, eine Schmiede mit Werkzeugschuppen, ein Atelier für Kurt Halseband, das nach dessen Fortgang die Maler H. Wenng und O. E. Fritsch übernahmen, auch eine Privatwohnung für das Ehepaar Herbert Vollmann, welche später Frau Karla Kemmer mit Zahnpraxis erhielt, während das- Erdgeschoß als Lagerraum für die Gralslektüre Verwendung fand.

Ein besonderes, man könnte sagen kurioses Ereignis, bildete die Abtransportierung des Manz'schen Hauses im komplettem Zustand über Holzbohlen den Berg hinab bis zum Weberhof, die nach Beginn der durch Hitler eingeführten „Tausendmark-Sperre“ nach Tirol im April des Jahres 1933 vor sich ging, wo es als Fremdenpension des Weberhof-Besitzers Wurm Aufstellung fand.

Es erblühte auch der Gralsgarten mit seinem Gewächshaus und wundersam in der Strahlung des Lichtes gedeihenden Blumen unter der Pflege von Josef Kainz, ein Pavillon erstand in ihm, sowie ein kleiner Teich für lustig sich tummelndes Entenvolk. Weiße Tauben gurrten auf dem Taubenschlag, und ein herrlicher Pfau- und Truthahn zogen stolz mit ihrem Hühnervolk über gesegnetes Erdreich.

1935/36 erfolgte der Bau der staatlich genehmigten ersten Gralsschule auf Erden, ein stattliches Gebäude auf Vomperberg, das jetzt als Gästehaus für Gralsanhänger während der drei Gralsfeiern dient, die am 30. Mai, 7. September und 29. Dezember alljährlich begangen werden. Schließlich sei noch zweier Privathäuser gedacht, der Berninger Villa und des Frank-Hauses, auf denen französische und holländische Interessen ruhen.

Soviel über die äußere Struktur der Grals-Siedlung. Viel könnte noch gesagt werden, auch daß zu ihr noch der Zilderer-Hof kam, der heute unter der weisen Leitung Herrn Alexanders eine Musterfarm darstellt, ferner der von säuselnden Föhren eingerahmte Friedhof Imanuels, sowie das Leichenhäuschen gegenüber dem Zilderer-Hof mit seinem Spruch über dem Eingang:

„Zu freudigem Schaffen will ich erwachen!“

Am 15. Juni 1947 brach die Bergdrahtseilbahn in neunter Abendstunde krachend zusammen, die 1935 gebaut wurde und Talstation mit Bergstation verband, vornehmlich zu Güter- und Postbeförderung dienend.

In jenen schon weit zurückliegenden Tagen war auch der „Garten des Herrn“ geschaffen worden, der am östlichen Hang des Vomperberges lag und innerhalb seiner Einzäunung das vorgebaute Quellbecken barg, in das sich in Zukunft zu festgesetzter Stunde ein Heilquell ergießen soll zum Heile der Menschheit.

Vom Bau eines Glockenturms mit leuchtendem Gralskreuz bei Nacht, sowie dem Dreiklang der großen Imanuel-, Maria - und Irmingard-Glocke zu Andacht und Feier sprach schon der Menschensohn im September 1937. Wahrlich, es war sein letztes von mir gehörtes Gespräch, das hoffnungsvoll aus seinem göttlichen Munde floß, am letzten Sonntag meines einund-zwanzigsten Bergaufenthaltes vor Gefängnis und zweitem Weltkrieg, ja, vor dem Erdentod des Herrn. Und die, welche damals in dem Heim des Apostels Thusnelda Reckleben versammelt waren, die Meinen und Herr und Frau von Rosenberg aus Sao-Paulo, der Herr und Fräulein Irmingard in unserer Mitte, trugen in sich den freudevollen Wunsch, die Glocken zur Ehre Gottes läuten hören zu dürfen schon zur Feier des Strahlenden Sternes noch selbigen Jahres, spätestens aber am 18. April l938 . Wer hätte damals geahnt, daß an diesem Tage, dem irdischen Geburtstage des Menschensohnes, Nazi Barbarentum diese wie andere Hoffnungen zu schanden gemacht haben würde!

Adolf Hitler, der Erzfeind des Lichtes, verzögerte den Fortschritt der Gralsbewegung auf Erden um länger denn eine Dekade.

Geistig betrachtet hatten sich bei meinem Eintritt in die Gralsbewegung Ende 1930 schon die ersten gewaltigen Geschehen, wenn auch dem Menschenauge unsichtbar, vollzogen, die der Welt ein neues Gesicht zu geben begannen.

Sternkundige Berufene des Menschensohnes hatten entsprechende Aufzeichnungen gemacht und aus Strahlungen, Planetenstand und Zahl die Größe der Zeit erkannt und geschildert. Auch begannen schon begna-dete Menschengeister, hellschauend und hellhörend, durch Kundgebungen aus dem Licht von ihren Führern übermittelte geistige Begebenheiten in Menschenwort aufzunehmen und das gleich alttestamentarischen Offen-barungen oft in alten Sprachen zu künden, was sich göttlich, urgeistig und geistig bereits erfüllt hatte, um Schritt um Schritt auch in grober und gröbster Stofflichkeit sichtbar und fühlbar zu werden.

Von diesen gewaltigen Dingen, von denen in „Rufe aus der Urschöp-fung“ und anderen Schriften und Manuskripten des Verlags „Der Ruf“ G. m. b. H. München, zu lesen steht, wage ich nicht zu sprechen.

Ich begnüge mich, als Beitrag zu einer späteren „Grals Chronik“ und zur Beendung dieses Abschnittes nur noch wenige Geschehnisse anzufügen, die für das Fortschreiten der Mission des Menschensohnes auf Erden, zumal auf, dem Berg des Heils, sieghaft zeugen und unvergeßlich sind. Sie sind von persönlichem, aber auch allgemeinem Interesse. (11)

Zur Taubenfeier 1931 erhielt mein Töchterchen Beatrice von Apostel Frau Halseband den Kinder-Segen in dem ersten alten Tempel des Menschensohnes. Es war die Feier, die doppelt erstmals begangen wurde, zufolge des Andranges der Gralskreuzträger. Am Vormittag erhielten die ersten Apostel den dritten Ruf : Frau Gertrud Illig, Frau Maria Halseband, Herr August Manz und Frau Mali Reinhard in der zweiten Feier über Mittag wurde meine Frau Seite an Seite mit Frau von Tröltsch versiegelt und ich selbst erhielt den ersten Ruf.

Am 31. Juli 1932 gründete Imanuel die Gralsgemeinschaft auf dem Heiligen Berge, die er im Juni 1936, zufolge der Unzulänglichkeit der Beteiligten wieder aufzulösen sich gedrungen fühlte.

Am 15. August gleichen Jahres wurde meiner Frau von Imanuel die Obhut der Schulkinder zur Beschäftigung und Erziehung bis zirka April 1933 übertragen.

Am 1. November 1932 waren meine Frau und Tochter, zum ersten Mal zum Diner beim Trigon in Gralshöhe geladen.

Zur Sternen-Feier 1932 erhielt meine Frau den ersten Ruf und meine Tochter wurde zusammen mit Veronika Schwartzkopff als die beiden ersten unmündigen Kinder von dem Menschensohn in dem neuerrichteten zweiten Tempel Imanuels versiegelt. Dessen Zusatzworte zu dem sonst üblichen Versiegelungstext waren die folgenden:

„Ihr Kinder, es erwachet nun Euer Geist zu vollem Wirken in der groben Stofflichkeit. Rein soll er leuchten und nur Gutes formen. Deshalb gebe ich Euch mit der Reinheit dieses Wassers nun das Zeichen meines Vaters, Eures Gottes und Herrn, das Euch ihm zu eigen macht und dem Lichte vermählt. Nehmt auch die Kraft des Heiligen Geistes, die Euch schützend führen und erleuchten wird, solange Ihr dem Lichte zustrebt. Amen“.

Am 1. Januar 1933 waren meine Frau und ich gemeinsam mit Ehepaar Dr. Illig zum Neujahrsmittagsmahl vom Trigon ins Gralshaus geladen.

Am 25. Juni 1933 durfte meine Tochter zum ersten Mal die Andacht im Tempel Imanuels besuchen.

Am 18. September begann meine Frau ihren Dienst bei Yaspis.

Am 16. Oktober hielt das Yaspis-Laboratorium seinen Einzug ins Verwaltungsgebäude.

Am 29. Oktober fand die feierliche Einweihung des letzteren statt.

Am 1. November ward die erste Gralsklasse im Verwaltungsgebäude eingerichtet.

Am 16. November war abends das erste Konzert.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag besuchte uns das Trigon zum Nachmittgs-kaffee im Reihenhaus II.

Am 1. Januar 1934 waren meine Frau, Tochter und, ich zum Abendessen vom Trigon ins Gralshaus geladen.

Am 11. März fand die erste Grals-Beerdigug des Kindes Edith Nabholz-Basel auf dem Friedhof Imanuels auf Vomperberg statt.

Am 23. September war der erste Barackenkaffee in Gegenwart des Trigons.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag sind das Trigon wiederum unsere Gäste.

Am 21. April 1935 gab der Herr Golden- und Silberkreuzern seinen ersten offiziellen Geburtstagskaffee.

Am 22. April für alle Schulkinder (ohne Lehrerin) im Konzertraum.

Am 21. Oktober erfolgte meiner Tochter Eintritt als Kindergarten Betreuerin.

Am 24. Dezember wurde die erste offizielle Weihnachtsbescherung in Gegenwart des Trigons im Musikzimmer des Verwaltungsbaues abge-halten.

Am 25. Dezember durften meine Frau, Tochter und ich mit dem Trigon im Gralshaus dinieren.

Am 15. Februar 1936 ward meine Frau von den Herrschaften ins Innsbrucker Theater mitgenommen.

Am 22, gleichen Monats meine Tochter.

Am 11. März fand die zweite Verhaftung des Menschensohns statt, mit seiner Verbringung ins Innsbrucker Gefängnis.

Am 24. März meiner Frau und Tochter Einzug ins Schulhaus, Zimmer 14.

Am 29. Mai besuchten meine Frau und ich den Menschensohn im Zahlstock, Innsbrucker Krankenhaus, auf seinem Zimmer im ersten Stock (das bewacht wurde) und hernach im Garten. Auch Frau Maria und Fräulein Irmingard waren anwesend. Wir besuchten auch Herrn F. Halseband, der sich ebenfalls in Haft befand.

Am 30. Mai hielt Apostel Manz die Feierandacht, ohne Ansprache doch mit Gebet und Orgelspiel.

Am 17. Juni kehrte der Herr aus seiner Haft nach dem Berg des Heils zurück.

Am 21. Juni fand das Einweihungsessen des Schulhauses statt. Das Trigon nahm anschließend den Mokka bei meiner Frau ein.

Am 26. Juni fand abends 6 Uhr eine besondere kleinere Feier statt, bei der Herr Herbert Vollmann und Frau E. Gauger den dritten Ruf zum Apostel erhielten, während Frau E. Berninger zum Jünger geweiht wurde.

Am 19. Juli hielt Imanuel die siebenjährige Gedächtnisfeier der Weltenwende mit anschließendem Gralsmahl. Die Jünger des Menschen-sohnes tragen erstmals rote Uniformen.

Am 10. August. Austritt meiner Tochter aus dem Kindergarten wegen Kindermangels und ihr Eintritt in die Gralsküche zur praktischen Aus-bildung.

Am 24. September übernimmt meine Tochter den Speisesaal- und Haushaltdienst im Schulgebäude.

Am 4. Oktober zieht meine Tochter auf Anweisung Imanuels von der Mutter fort, um selbständig mit anderen jungen Mädchen ein gemeinsames Zimmer zu beziehen.

November 1936. Beginn der Flockenbereitung auf besonderen Wunsch Imanuels zum Wohl der Grals-Siedlungs-Bewohner für Zeiten der Not.

18. April 1937. Geburtstagsfeier des Menschensohnes mit anschließen-der Versiegelung und Trauung des Ehepaares Hugo von Eickstedt, Brasilien.

19. April. Der Herr teilt meiner Frau seinen Plan mit, sie für Grals-Yaspis-Dienst nach der Tschechoslowakei zu senden.

2. August. Der Herr ändert seinen Plan und erwählt meine Frau für gleichen Dienst in der Schweiz, in Herisau bei dem Jünger Karl Schönenberger, Ebnet-Haus.

22. September meiner Frau Abfahrt dahin.

26. September. Das Trigon besucht Herisau.

11. Dezember. Meine eigene Verhaftung durch die Gestapo in Berlin, Haft in Nazi-Gefängnissen bis zum 31. Mai 1938.

23. Dezember. Meine Frau besucht Vomperberg, um das Fest des Strahlenden Sternes mit meiner Tochter ohne mich zu feiern. Die letzte Gralsfeier, die der Menschensohn Imanuel hielt. Als letzter Jünger wird Herr Arthur Giese - Zürich, vom Herrn berufen.

2. Februar 1938. Der Herr ruft meine Frau von Herisau nach Vomperberg wegen feindlicher Einstellung des Herrn Schönenberger gegen den Gral zurück.

11. März. Ein Verhängnistag für die Gralsbewegung auf Vomperberg zufolge Besetzung Österreichs durch Adolf Hitler.

12. März, zirka 61/4 abends. Dritte Verhaftung Imanuels und Verbringung ins Innsbrucker Gefängnis. Die Herren Vollmann, Halseband, Schwartzkopff, Fritsch sen. und Laute fahren nach, ohne jedoch dem Menschensohn Hilfe bringen zu können.

13. März. Das erste Mal findet keine Andacht statt. Die Haken-kreuzfahne der Nazibewegung weht über der Grals-Siedlung.

16. März. Zirka vierzig Mann Besatzung der S. A. rücken nachmittags an und besetzen die Siedlung. Beim Versuch Post in Vomp zu postieren wird Herr Werlitz von S. A. Leuten gefangen genommen.

27. März. Meine Frau arbeitet das erste Mal im Gewächshaus.

1. April. Sämtliche Männer der Grals-Siedlung werden von der Nazibesatzung im Schulgebäude hinter Schloß und Riegel gesetzt.

17. April. Jünger Müller-Schlauroth spricht zur Grals-Siedlungs-Gemeinde.

16. Mai. Familie Deubler verläßt böswillig die Grals-Siedlung.

20. Juni. Meine Frau und Tochter fahren nach München, am 5. Juli nach Berlin, ich selbst am 9. Juli nach London.

30. Juni. Frau Maria und Fräulein Irmingard verlassen den Berg und leben für kurze Zeit in Innsbruck.

Am 19. September, einem Montag, erhält der Herr die Freiheit zurück. Jünger Müller-Schlauroth bietet dem Herrn und seiner Familie Unterkunft auf Gut Schlauroth bei Görlitz, Schlesien.

3. Februar 1939. Meine Frau und Tochter sehen die Herrschaften erstmals nach Auflösung der Grals-Siedlung in Berlin bei Dr. Illig und Frau wieder.

1. Oktober 1940. Eintritt meiner Tochter ins Berliner Rittberg-krankenhaus, Kinderklinik, in Befolgung eines, Rates des Herrn, sich der Kinderpflege intensiver zu widmen.

1. November 1941. Meine Frau nimmt auf Anraten des Herrn einen Sekretärinenposten bei Jünger Otto Gieseke in Rehbrücke bei Potsdam an.

19. November begibt sich der Herr in eine Dresdner Klinik.

6. Dezember. Der Erdentod des Menschensohns Imanuel nachmittags 4:16 Uhr Sommerzeit im Landhaus des Jüngers Otto Gieseke zu Kipsdorf im sächsischen Erzgebirge, der es dem Trigon als letztes irdisches Heim im Exil überlassen hatte.

9. Dezember. 2 Uhr nachmittags: Überführung der grobstofflichen Hülle des Menschensohnes nach Bischofswerda, seinem Geburtsort in Sachsen, zur Beerdigung auf dem dortigen Stadtfriedhof.

11. Dezember, feierliche Beisetzung der irdischen Hülle des Herrn um 2.30 Uhr, der auch meine Tochter beiwohnte.

Mit diesem nie für möglich gehaltenen, mich tiefst im Inneren, wie alle Welten erschütternden Ereignis will ich diese kurze, chronologisch geordnete Aufstellung beenden.

Bei ihrer Zusammenstellung trat mir noch einmal klar und lebendig jede einzelne Begebenheit vor das Geistauge, und von neuem ward ich mir zweier Tatsachen unabänderlich, unwiderruflich bewußt, daß erstens das Abscheiden des Menschensohnes Imanuel für mich die größte Trauer, ja, Katastrophe meines Lebens bedeutete; und zweitens, daß sein Vermächtnis - die Gralsbotschaft - an die Menschheit, und so auch an mich, ein unvergleichliches und unvergängliches Geschenk war, das die Zeiten überdauert und unser Juwel, die Krone des Lebens nicht nur im Stoffe, auch im Jenseits und, hoffen wir in Demut, dermaleinst im Reiche des Geistes verbleibt.

So bildete denn für mich und die Meinen das Göttliche Wort des Menschensohnes Imanuel die schmale und steile Sprossenleiter für den Aufstieg in das Reich des Geistes, deren erste Sprosse zur Weltenwende schon auf Erden stand und die Wiedergeburt eines Menschen bedeutete.

Ich glaube, keinen geeigneteren Abschluss für diesen dritten Abschnitt meiner Niederschrift „Grals-Erleben“ finden zu können als den, mit dem ich als Vorspruch zum ersten Band meiner Grals-Aufzeichnungen:

„Vom Erleben des Heiligen Berges und der Gralsbotschaft

Imanuels im Gefängnis“

begonnen habe. Er lautet folgendermaßen:

„Gedanken und Worte sind zu arm und nichtig als daß sie zu fassen und preisen vermöchten das Sein Imanuels im Stoffe auf Erden.

Nur der Empfindung tiefinnerste Schwingungen können ertönen lassen und anschlagen der Glocken jauchzendes Dankgebet für den, der da niederstieg aus dem Lichte ins Dunkel zur Rettung der Menschheit!“

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1 (1) Weitere Daten siehe S. 277 – 8.

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