In den Wäldern Afrikas.
(1. Fortsetzung)
Hell strahlte die Sonne wenige Tage später über Tuimah-Uru, der Siedlung der Tuimah-Leute.
Sie schien auf lauter runde, aus Stroh, Zweigen und Gras geflochtene Hütten, die umgekehrten Körben nicht unähnlich sahen. Am Boden der Hütten war eine Öffnung, in die man nicht aufrecht hineingehen, sondern nur nach Art der Tiere hineinkriechen konnte.
Oben aber, wo die Steile des Korbes in die Deckelrunde übergehen wollte, befanden sich mehrere schräge Löcher, die wohl Licht und Luft, aber keinen Regen hineinließen, wenn er nicht tückisch von der Seite kam. Dann mußte die Nässe eben ertragen werden.
Innen war die ganze Hütte mit Fellen ausgepolstert und reinlich gehalten. Wer die Hütte verunreinigte, durfte sie niemals wieder betreten. Die Felle wurden sogar zu bestimmten Zeiten im Jahr draußen ausgeschüttelt und in die Strahlen der Sonne gelegt, damit sie von ihr Heilkraft aufsaugten. Erbeutete der Mann neue Felle, so wurden die älteren fortgeschenkt, meist an Witwen.
An jede dieser merkwürdigen Hütten war im Windschutz aus Holz eine Art offenen Schuppens gebaut, wo alle Geräte der Familie aufbewahrt wurden. Es war der Stolz der Frauen, möglichst schöne Schalen, Körbe, Messer und Behälter zu haben und sie wohlgeordnet aufzureihen.
Daneben lehnten die Werkzeuge und Waffen der Männer. Auch eine Kiste aus Stein stand dort, in der die Gewänder lagen. Diese Kiste bis zum Rande mit guten festen und schön gearbeiteten Sachen zu füllen war höchster Ehrgeiz der Frauen.
Außerhalb der Ansiedelung weideten bis in weite Ferne hinaus die stattlichen Herden der Ziegen, Schafe, Rinder, Büffel und der gestreiften struppigen Pferde.
Sorgfältig wählten die Männer den Weidegrund für die Tiere aus, die allen gemeinsam gehörten. Für das Gedeihen der ihnen Anvertrauten waren sie dem ganzen Stamm verantwortlich.
Wurden Schafe geschoren, so lagerte man die Wolle ein, bis die Zeit gekommen war, daß die Frauen etwas daraus fertigen konnten. Dann verteilte Bu-anan nach der Kopfzahl der Familienglieder und es war Sache der Frauen, möglichst viel und gutes daraus zu machen. .
Ebenso wurde es mit den Fellen der Ziegen gehalten, aus denen die Männer geschmeidiges Leder herzustellen verstanden, das ihnen zur Festbekleidung diente.
Viehzucht und Jagd waren die eigentliche Beschäftigung der Männer. Daneben gerbten sie Leder, errichteten Hütten und taten schwere Arbeit, deren die Frauen manchmal bedurften.
Diese bestellten die wenigen Felder in der Nähe der Hütten. Eine Art magere Hirse wuchs dort, aus der die Frauen gemeinsam Brot buken, nachdem sie die Hirse zwischen großen Steinen zerrieben hatten.
Dieses Brot bildete neben der Ziegenmilch die Hauptnahrung aller. Den Rindern nahm man keine Milch ab, da die Männer glaubten, dann würden die Kälber sterben. Sie wollten aber viele Jungtiere haben, deren Fleisch ihnen besser mundete als das der Alten.
Datteln, Feigen und andere Früchte zur Vervollständigung der Nahrung (mußten die Kinder suchen, die früh zur Arbeit angehalten wurden. Ebenso mußten sie die Eier ausfindig machen, die man mit Bu-anans Erlaubnis einzelnen Vogelarten nehmen durfte.
Nicht weit von der Ansiedelung breitete sich ein mäßig tiefer See aus, dessen Wasser aber weder Mensch noch Vieh erquicken konnte, da es meist grau zerwühlt war. Viele große Tiere kamen abends dort zur Tränke und außerdem wimmelte dieses Gewässer von eklen Krokodilen, die ihre schuppigen Leiber darin wälzten.
Es war ein Glück, daß ein kleiner Fluß sein Wasser diesem See zutrug und sich vor seiner Einmündung in eine Art gemauertes Becken hatte leiten lassen, aus dem man Wasser genug schöpfen konnte. Freilich, wenn der Regen allzu lange ausblieb, dann trat Mangel ein, aber Anu half immer wieder.
An diesem schönen Sonnenmorgen trat Bu-anan vor ihre Hütte hinaus. Es war die schönste und größte der ganzen Ansiedelung und sie bewohnte sie ganz allein. Ihre Frauen lebten in zwei nahe gelegen Behausungen, die dunklen Diener oder Sklaven noch etwas weiter entfernt in einer sehr großen runden.
Vorsichtig hatten die Frauen ein weißes Gewebe vor den Einschlupf der Hütte gebreitet, damit Bu-anan sich beim Herauskriechen das Gewand und die Hände nicht beschmutze.
Es war nicht leicht, nach Art der Tiere aus der Wohnung zu schlüpfen und sich sofort auf die Füße zu stellen.
Bu-anan beherrschte diese schwere Kunst so vollkommen, daß bei ihr anmutig erschien, was bei den anderen oft Anlaß zu Gelächter gab. Manche der Frauen kugelten geradezu aus dem Loch heraus und brauchten geraume Zeit, bis sie imstande waren, aufzustehen.
Einmal auf den Füßen, ging die weiße Mutter sofort zum Flusse, wo sie Gesicht und Hände netzte. Danach setzte sie sich an den Rand und hing die Füße in das rieselnde Wasser.
Eine andere Frau trat zu ihr.
„Woran denkt Bu-anan?“ fragte sie zutraulich, wenn auch ehrerbietig.
Die Angeredete wendete den Kopf.
„Du bist es, Pa-uru?“ wunderte sie sich. „Ich dachte, Du seiest längst am Weben.“
Die andere empfand wohl den Vorwurf, wollte ihn aber für dies Mal nicht hören.
„Ich habe Pa-un, die Tochter, an den Webstuhl gestellt und bin ausgegangen, Dich zu finden, weiße Mutter. Wichtiges habe ich Dich zu fragen.“
Bu-anan zog die Füße aus dem Wasser und wandte
sich voll der Fragerin zu.
„So rede“, ermunterte sie und ihre Augen waren freundlicher als ihre knappen Worte.
„Du weißt, Bu-anan, daß ich nicht aus diesem Stamm entsprossen bin. Amru, der Mann, raubte mich, als er mich einst auf der Jagd nach dem Gelben traf. Ich war's zufrieden und blieb gern. Die Meinen hielten mich für tot.“
„Woher weißt Du das, Pa-uru?“ fragte Bu-anan. „Sie haben vielleicht nach Dir gesucht.“
„Ich weiß, daß sie das nicht taten; denn seit heute mit dem Sonnenaufgang ist mein Bruder in unserer Hütte. Er hatte sich auf der Jagd verirrt. Gestern verriet ihm unser Feuer unsere Siedelung. Aber er wagte sich nicht heran und blieb hinter dem Stachelwall liegen. Dort mag er eingeschlafen sein. Heute suchte er mich, weil er mich gestern gesehen und erkannt hatte. Nun ist er da.“
Aufatmend schloß die Frau, deren Rede ihr selbst ungebührlich lang erschien.
Durch Bu-anans Kopf schossen mehrere Gedanken, aber sie mußten späterem Überlegen vorbehalten bleiben. Für jetzt mußte die Frau ihre Antwort erhalten auf die unausgesprochene Frage.
„Und nun willst Du wissen, ob Du ihn herbergen darfst? Ist es nicht so, Pa-uru?“ fragte sie freundlich.
Die Frau nickte.
Bu-anan überlegte kurz. Es schien, als spräche sie mit jemand, aber die Frau sah niemand. Dann blickte sie auf und entschied:
„Es ist nicht Sitte bei uns, daß wir dem Verirrten Nachtlager und Wegzehrung weigern. Die Tuimah haben auch nicht nötig, irgend jemand zu fürchten. Wenn Dein Bruder sieht, daß Du glücklich bist, wird er Deinen Mann in Frieden lassen.“
„Ich danke Dir, Bu-anan. Morgen mit Sonnenaufgang will der Bruder weiterziehen.“
Die Frau ging eilig.
Bu-anan aber überlegte. So sicher vor Späheraugen hatte sie den Feuerplatz geglaubt. Nun war es möglich gewesen, daß ein Fremder unbemerkt hinter dem Wall hatte verborgen liegen können! Das war in Zukunft nicht mehr zuläßig.
Wohl hatten die Tuimah nichts zu verbergen. Aber die Nachbarn waren unruhige Stämme, die oftmals auf Mädchenraub auszogen. Es war nicht angängig, daß blinde Sorglosigkeit ihnen hierzu die Möglichkeit bot.
Und dann ... der Frau gegenüber war sie unbekümmert gewesen. Sie sah aber voraus, daß mit der Rückkehr des Bruders zu den Seinen Schwierigkeiten für den ganzen Stamm entstehen würden.
Am besten wäre es, die Frau würde mit dem Bruder gehen, aber das war unmenschlich, ihr das zuzumuten. Also mochte kommen, was kommen mußte. Anu würde helfen!
Bu-anan erhob sich und ging zu einer Hütte, neben der das Klappen eines großen Webstuhles ertönte. Mehrere Frauen saßen an der Arbeit und sangen ein Lied dazu, immer auf den gleichen Ton, nur durch die Stärke, mit der dieser Klang hervorgebracht wurde, Abwechslung schaffend.
Die weiße Mutter prüfte das Gewebe und lobte die Arbeiterinnen.
Von Hütte zu Hütte schritt sie, überall nach dem Rechten schauend. In ihr war eine ihr sonst ungewohnte Unruhe. Sie merkte es und strebte, sobald als möglich in die Stille zu kommen, damit sie sich sammeln könne. Wenn sie nicht gleichmäßig war, was sollte sie von den anderen verlangen?
Da traf sie unerwartet auf einen Mann, der anscheinend müßig herumschlenderte, dabei aber scharfe Blicke nach allen Seiten warf und sogar seine Schritte zu zählen oder doch nach einem gewissen Rhythmus zu machen schien.
Ein kurzes innerliches Zusammenraffen, dann wußte sie, was zu geschehen hatte. Sie rief den Fremden an:
„Wer bist Du, Fremdling, der hier umhergeht, nachdem die Männer den Ort verlassen haben?“
„Wer bist Du, Weib, daß Du mich anzureden wagst?“ kam die rasche Gegenfrage.
Der Mann war nicht gewillt, Auskunft über sich und sein Tun zu geben. Noch weniger aber war Bu-anan ge-sonnen, sich beiseite schieben zu lassen.
„Du scheinst nicht an gute Sitte gewöhnt zu sein, sonst wüßtest Du, daß der Fremde, auch wenn er als Gast in einem Orte weilt, sich den dort herrschenden Gebräuchen zu fügen hat. Bei uns gehen die Männer mit Tagesanbruch an ihre Arbeit außerhalb der Siedelung, die den Frauen vorbehalten bleibt. Sind sie aus irgend einem Grunde daran verhindert, so verlassen sie ihre Hütte nicht. Nun weißt Du es. Richte Dich danach.“
Ganz anderes hatte sie ihm sagen wollen, wenn sie ihn nachher aufsuchte, nun aber die Begegnung unerwartet früher erfolgt war, war alle Überlegung vergessen. Sie hatte so sprechen müssen, wie sie es jetzt getan.
Der Mann schaute die Frau an, die so anders aussah als alle anderen, und die es wagte, so mit einem Manne zu reden. Noch gab er sich nicht geschlagen.
„Bei uns ist es nicht Sitte, daß Weiber einen Mann anreden“, sagte er geringschätzig. „Ich kann mit Deinen Worten sprechen: Du scheinst nicht an gute Sitte gewöhnt zu sein.“
„Ich bin Bu-anan“, erwiderte die Frau hoheitsvoll, als sei damit alles erklärt.
Der Mann lachte.
„Die weiße Mutter heißest Du? Was bedeutet das? Geh zu Deinen Kleinen, sie werden nach Dir schreien, weiße Mutter.“
Er wandte sich verächtlich weg und wollte sein Schreiten wieder aufnehmen. Das mußte verhindert werden. Klar sah Bu-anan, daß er unter dem Vorwand, verirrt zu sein, in die Siedlung gekommen, daß er gar kein Bruder der Pa-uru war, die ihn leichtgläubig aufgenommen.
Sie machte es wie Ra-a, von der sie erzählt, und schrie zu Anu um Kraft und Weisheit. Dann sagte sie ruhig, mit großer Bestimmtheit:
„Unnötige Worte sind jetzt genug gesprochen! Ungebeten kamst Du zu uns. Nun bleibe, bis es uns gefällt. Dich von uns zu lassen!“
Unbedacht erwiderte er:
„Wie wollt Ihr mich festhalten, Ihr Weiber? Eure Männer sind schon längst weit hinaus gezogen? Ich bleibe, solange es mir gefällt! Danach gehe ich, nicht früher und nicht später.“
Bu-anan schöpfte tief Atem. Danach stieß sie einen lauten, klagenden Eulenruf aus, den sie noch zweimal wiederholte.
Als wenn ein Zauber wirke, so schien es dem Manne. Von überall her sprangen dunkle, fast unbekleidete Männer herbei, alle Hindernisse überrennend. Im Augenblick war er umringt, so eng, daß er sich nicht zu rühren vermochte, trotzdem ihn niemand angefaßt hatte.
Wie ein Wall aus Stein standen die niedrigen, aber breiten, kräftigen Körper um ihn. Alle hatten sie ihm den Rücken zugewendet und schauten auf Bu-anan, die innerlich erleichtert aufatmete.
„Nehmet diesen Mann mit Euch!“ gebot sie in einem Ton, dem niemand das vorhergehende innere Zagen anhören konnte. „Er ist ein Fremder, der sich mit einer Lüge bei uns eingeschlichen hat. Er kam, um uns auszuspähen. Lasset ihn nicht entschlüpfen!“
Ein halblauter Zuruf der Schwarzen antwortete ihr, dann fühlte der Fremde sich ergriffen und unwiderstehlich fortgeschleppt. Er wurde nicht mißhandelt, aber die Gewalt war so stark, daß Auflehnen dagegen vergeblich gewesen wäre.
Mit großer Schnelligkeit ging es aus der bebauten Gegend hinaus. Eine gute Strecke Weges war in raschem Schritt zurückgelegt worden, da blieben die Männer stehen.
Der Fremde befand sich vor dem Eingang zu einer unterirdischen Höhle. Man wies ihn an, hineinzugehen. Schon aus Neugierde gehorchte er. Mehrere Männer folgten ihm und trieben ihn weiter vor sich her durch enge Gänge, die gewunden unter der Erde hin zu laufen schienen. „Was treibt Ihr hier?“fragte der Mann, erhielt aber keine Antwort.
Sein Weg hatte das Ziel erreicht. Er befand sich in einer mäßig großen Kammer, in die keinerlei Tageslicht fiel. Ein großes Bündel Späne lag aufgehäuft. Einer derselben wurde an den mitgebrachten Bränden entzündet und in eine Steinspalte gesteckt. Dann wies ein Mann auf einen Stein, der mit zerschlissenen Fellen überdeckt war.
Kaum hatte der Fremde sich darauf niedergelassen, da verließen ihn die andern und verschlossen den Eingang zu der Kammer mit einem riesigen Felsstück, das genau hineinpaßte. Augenscheinlich war diese Höhle das Gefängnis des Stammes.
Zwei der Schwarzen lagerten sich behaglich zu Füßen dieses Eingangs und grinsten befriedigt. Sie mußten den Fremden bewachen, aber eine gewisse Schadenfreude an seiner Gefangennahme machte ihnen die Aufgabe angenehm.
Die andern eilten fast laufend an die auf den Eulennotruf hin verlassene Arbeit.
Gleichfalls unterirdisch befand sich eine gut angelegte Schmiede, die ihren Rauchabzug nach oben hatte. Es waren eigentlich mehrere Schmieden, die miteinander in Zusammenhang standen: in der einen wurden die Bronzemesser und Dolche gefertigt, in der anderen arbeiteten sie feinere Dinge, zum Beispiel breite verzierte Bronzeringe für Arme und Fußknöchel und kleine Ringe, die manche Männer als Schmuck an der Nase trugen.
In der dritten Abteilung entstanden flache und tiefe Schalen, ebenfalls aus Bronze und einem Gemisch, das heller leuchtete als die dunkle Bronze.
Noch glosten die Kohlen. Rasch wurden die Feuer wieder entfacht und die Arbeit begann in großer Freude. Gespenstisch flackerten die Flammen über die halbnackten, dunklen Körper.
Geraume Zeit mochte verstrichen sein, da klang ein schriller Pfiff durch die Räume, der allen Arbeitslärm übertönte.
Mehrere der Männer legten die Geräte aus der Hand und begaben sich raschen Schrittes durch einen schmalen Gang in ein sehr großes, besonders luftiges Gemach. Fertige und halbfertige Geräte und Zierrate standen und lagen dort umher, Metall und edle Steine waren zu großen und kleinen Haufen getürmt.
Inmitten aller dieser Dinge stand ein sehr kleiner, alter Mann. Ein langer weißer Bart reichte ihm bis zu den Knien herab, auch die Kopfhaare quollen silberweiß unter der spitzen Kappe von Ziegenleder hervor, die das Haupt bedeckte. Gleichfalls aus Ziegenleder war die eng anschließende Bekleidung, die aus Beinkleid und Rock bestand. Sogar die Füße staken in Leder.
Ohne eine Aufforderung abzuwarten, scharten die Männer sich um den Alten, der schweigend eine Metallarbeit aufnahm und ihnen wies.
Es war ein scharf geschliffenes Werkzeug aus hellem Metall, das, an einen Holzstiel befestigt, etwa dem heutigen Beile glich.
Sie staunten es an, ohne indessen zu ahnen, zu welchem Zweck dieses Ding zu gebrauchen sein könnte. Wahr-scheinlich war es ihnen auch nicht wichtig. Sie wußten nur: zeigte der Alte ihnen solche Gegenstände, so mußten sie versuchen, sie nachzubilden. Anleitung erhielten sie dazu.
Nun ergriff der Alte ein bereitliegendes Stück Holz, stellte es aufrecht und spaltete es mit dem neuen Werkzeug glatt durch.
Ein Freudenschrei zeigte, wie entzückt die Männer von der ungeahnten Wirkung waren. Viele Hände faßten gleichzeitig nach dem Ding.
Der Alte zog es rasch zurück und musterte die Männer. Danach händigte er es einem ein, der helleren Auges als die anderen dreinschaute.
Wie einen kostbaren Schatz nahm dieser es in Empfang. Danach enteilten die Männer schweigend, wie sie gekommen. Auch der Alte hatte kein Wort gesprochen.
Als der Tag zur Rüste gehen wollte, machten sich mehrere der Schwarzen auf, in der Siedelung die Mahlzeit zu holen. Sie kehrten beladen mit Brot, Milch und Früchten zurück, und alle begaben sieh ins Freie, um gemeinsam die Gaben zu verzehren.
Vorher brachten zwei der Männer dem Gefangenen seinen Anteil. Sie fanden ihn kleinlaut und wortkarg auf seinem Lager und ließen ihn liegen. Die Speisen stellten sie vor ihn auf den Boden. Sorgsam wurde danach der Eingang wieder verbaut.
Später zeigte es sich, daß diese Schwarzen auch hier unter der Erde schliefen. In den Gängen, die zu der Höhle des Fremden und zu den Schmieden führten, lagerten sie sich auf rasch ausgebreiteten Matten und bald verkündete das gleichmäßige Atmen, daß sie in Schlaf verfallen waren.
Auch in der Siedelung war es still geworden. Aus einzelnen Hütten klang rasch beschwichtigtes Weinen einer Kinderstimme, sonst ließ sich kein Geräusch vernehmen.
(Fortsetzung folgt)
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