Jahrgang 1937 Heft 9

DIE STIMME




Schrift

für Erstarkung im Wissen

und Können.







VERLAGS A. - G. ,,DIE STIMME“, ZÜRICH

































Copyright by Verlag A - G „Die Stimme“, Zürich

Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung. Vorbehalten

Druck:Buchdruckerei Thurtal, Mühlheim ( Schweiz )



Oheil'ger Tag, mögst Du uns würdig finden,

In Reinheit Deine Gabe zu empfahn,

Mögst Du die Herzen fester noch verbinden

Dem hohen Licht, dem sie sich aufgetan.

Schwer liegt auf unserm Haupt der Liebessegen,

Er zwang uns in die Knie mit Allgewalt,

Nun rührt sich leise schon ein neues Regen,

Wir beten, daß es werde zur Gestalt.

Rein wie Kristalle, durch die Strahlen dringen,

So klar und kühl und doch im Lichte warm,

Solch Frauenwesen soll die Welt bezwingen,

Macht reich die Erde, die bisher so arm.




Liebe!


Von Hermann Wenng.

Das ist das Wort, dem kein Zweites auf Erden zur Seite gestellt werden kann. Man braucht hierbei nicht einmal an das Apostelwort zu denken, das da sagt: „Glaube, Liebe, Hoffnung, diese Drei - aber die Liebe ist die Größte unter ihnen!“ Noch an jenes andere profanere, welches heißt: „Das Weltgetriebe lenkt der Hunger und die Liebe.“

Ein jeder braucht nur in sein eigenes Leben zu sehen, die Liebe ist das gesprochene und unausgesprochene Thema in allem! Man kann sogar sagen: in jenen Leben, in denen sie zu fehlen scheint, in denen sie „keine Rolle“ spielt, spielt sie oft die größte Rolle; denn sie ist überall, sie ist auch dort, wo man sie gar nicht vermutet!

Gibt es ein Wort, das öfters verzerrt worden ist, als das Wort „Liebe“? Millionen von Büchern sind nur ihretwegen geschrieben worden und unablässig erscheinen neue über dasselbe Motiv.

Immerzu sucht der Mensch eine Erklärung für die gewaltige Macht zu finden, welcher er unterworfen erscheint, ohne daß es ihm jemals gelungen wäre, eine Aufklärung darüber zu finden. Er weiß nur, daß er sie beständig sucht, ohne sie zu finden und daß sie da, wo er glaubt, sie gefunden zu haben, ihm wieder entgleitet, daß er sich ihr Wesen und ihre Wirkung nicht zu erklären vermag.

Sie tritt ihm in einer sonderbaren Zwiespältigkeit entgegen, zeigt sie doch einmal das edelste Antlitz, dann wieder die verzerrte Maske der Gemeinheit. Oft drängt sie dem Beobachter die Meinung von sich auf, daß sie weit mehr Unheil anrichtet, weit mehr Unglück stiftet, als das in ihr gesuchte Glück zu bringen. Menschen wie etwa ein Kaiser Napoleon der Erste halten es deshalb für besser, sie zu leugnen und auf die Befriedigung des rein tierischen Naturtriebes zu reduzieren.

Tatsächlich spielt ja leider dieser körperliche Einschlag im menschlichen Leben oft die ausschlaggebende Rolle, so ausschlaggebend, daß, genau besehen, sie ohne diese Körperlichkeit überhaupt nicht zu sein scheint, ausgenommen in einigen besonders empfundenen Abarten, als da sind: All-Liebe, Menschenliebe, Vaterlandsliebe, Heimatliebe, von denen die ersteren als etwas sonderbare Schwärmerei angesehen werden, während die letzteren als höchststehende Pflichten betrachtet sind, ja, als Selbstverständlichkeiten.

Alle Betrachtungen jedoch, die über diese Naturerscheinung angestellt werden, sind sich darin einig, daß, so viel Unheil auch unter ihrem Namen angerichtet wird, ohne sie alles Leben einfach aufhören müßte, daß „Leben“ überhaupt nicht sein könnte ohne das, was die Menschheit „Liebe" nennt. Aber sie nennt mit diesem Wort vor allem nur die körperlichen Funktionen, die anscheinend das Ziel aller Liebe sind als reine „Lebenserhaltung“

Wo und wie immer dies Wort genannt wird, denkt in erster Linie der Mensch an die Beziehungen der Geschlechter zueinander.

Die Urform der „Liebe“, ist für den Menschen die Vereinigung mit dem Ziel der Fortpflanzung; das „Kind“ ist die einzige Rechtfertigung der Liebe überhaupt. Was davon absieht, wird als eine Art geistiger Fortentwicklung betrachtet, für die man im Übrigen kaum eine rechte Verwendung hat, sie ist eher als eine Unnatur angesehen oder als eine Alterserscheinung. Jedenfalls ist festzustellen, daß der Begriff „Liebe“ vom Körperlichen kaum getrennt wird.

Auch in allen Dichtungen ist es nicht anders.

Die Wissenschaft sucht ihre Erklärung lediglich im rein materiellen, organischen. Für sie sind die Drüsen, welche Hormone absondern und ähnliches, was diese Gefühle auslöst, bei derem Fehlen auch dies, das eben Liebe genannt wird, aufhört. Die mit der „Liebe“ einhergehenden Empfindungen einer „Freundschaft“ sind eben nicht „Liebe“ und, wenn sie auch gleichen oder ähnlichen Wurzeln entspringen mögen, graduell „tiefer“ gewertet, so daß sie den Namen nicht mehr verdienen. Experimente die an Tier und Mensch vorgenommen worden sind, scheinen auch zu beweisen, daß das „Triebhafte“ an diese Organe gebunden ist.

Im Ganzen muß man aber doch feststellen, daß alle Bemühungen, eine Erklärung für die Zwiespältigkeit, die dem Beobachter unter diesem „Worte“ entgegentritt, fehlgeschlagen sind, daß es nach wie vor unmöglich ist, einiges Licht in diese dunkle und, wie wohl niemand leugnen kann, geradezu furchterregende Angelegenheit zu bringen, welche dem menschlichen Leben ihren Stempel aufdrückt und zwar in einer Weise, daß es dem Menschen als alleiniger Lebenszweck erscheinen muß, ihr und ihrer unverholenen Tyrannei zu dienen.

Wer könnte es leugnen, daß es eine unglaubliche Tyrannei ist, welcher der Mensch da gegenüber steht? Wer könnte sich allen diesen Anforderungen entziehen? Wie wenige nur unter ungezählten Millionen vermögen es, sich freizuhalten - und unter welchen Opfern!

Wenn man die Morde, Selbstmorde und lrrsinnstaten, die täglich die Spalten der Zeitungen füllen, liest und gewahr wird, wie viele davon auf das Konto „Liebe“ zu setzen sind, so ahnt man wohl die unglaubliche Gewalt, welche sie über die Menschheit ausübt, man ist entsetzt darüber, welches Unheil sie anzurichten imstande ist und fragt sich vergeblich:

„Wie kann dies sein? - Wie kommt es, daß ein Naturgesetz, dem der Mensch, wie alles Lebende überhaupt, unentrinnbar unterworfen erscheint, solche Verheerungen anzurichten imstande ist? Wie ist es möglich, daß ein Naturgesetz, welches als das Lebensgesetz überhaupt betrachtet werden muß, mehr Unglück, mehr Unheil anzurichten fähig ist, als irgend sonst etwas mehr als die grausamsten Naturkatastrophen, Wasserfluten und Vulkanausbrüche?“

Oft verbinden sich Mann und Weib in einer Art Rauschzustand, um nach kurzer Zeit sich haßerfüllt zu trennen, wenn sie sich nicht nach langen Qualen ermorden oder sonstwie zugrunde richten!

Man kann wohl sagen, daß die Menschheit darin auf einem Punkte steht, daß sie nur in stumpfer Gleichgültigkeit das Elend erträgt, daß dies, das sie „Liebe“ nennt, über sie bringt, wenn es auch nicht an Versuchen fehlt, irgendwie Änderungen dieses schrecklichen Zustandes zu Besserem herbeizuführen, der, je länger je mehr, wie ein Albdruck auf der Menschheit lastet!

Aber alle Versuche, eine Änderung in diesem bedrückenden Zustand herbeizuführen, sind zum Scheitern verurteilt, alle Versuche sind fehlgeschlagen, ja - die radikalsten von ihnen, die von ganzen Völkern und Staaten versucht wurden und werden, haben das Übel nur verschlimmert.

Es scheint also eine Möglichkeit, das Unheil abzuwenden, nicht zu geben. Die Möglichkeit zu bessern ist ausgeschlossen. Alle Mittel scheinen bereits erschöpft zu sein, es ist sogar ein ständiges Abgleiten in die Tiefe unverkennbar. Wenn auch das Unheil, das sie anrichtet, zu keiner Zeit, da es Menschen auf Erden gibt, gefehlt hat und, soweit sie unserer Kenntnis entzogen sind, gefehlt haben wird, so durfte die sittliche Verrohung unserer Tage im Gegensatz zu dem Hochstand der technischen Kulturen doch eine große Zunahme gegen vergangene Perioden erfahren haben.

Jedenfalls ist eines festzustellen: die Auffassung des Begriffes „Liebe“ als Grundlage einer körperlichen Angelegenheit macht die größten Fortschritte und niemand weiß, wohin das führen soll!

Wenn es nun auch einer großen Anzahl der Menschen bis heute noch gelungen ist, das größte Übel von sich fernzuhalten, wenn auch die meisten Menschen es fertig bringen, sich irgendwie mit dem Zwange, der von der „Liebe“ ausgeht, abzufinden, ohne daß in ihrem Leben geradezu Katastrophen eintreten, so ist die Zahl jener, die ein gesuchtes wahres Glück und die Ruhe darin finden, doch äußerst gering, so gering, daß sie zur Zahl der Gleichgültigen, Stumpfergebenen in gar keinem Verhältnis steht. Das jubelnde Glück jedenfalls, von dem die Dichter den Menschen zu erzählen wissen, ist wohl in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle nur ein kurzer Rausch, dem eine schmerzliche Ernüchterung folgt, oft eine abgrundtiefe Enttäuschung eine Scham ohnegleichen, die sich die meisten nur nicht zugestehen wagen, die sie mit aller Gewalt in sich ertöten wollen und zwar dadurch, daß sie möglichst sogleich auf neue „Abenteuer“ ausgehen oder angeeckelt in die Einsamkeit fliehen. -

Und dies ist es, auf das es ankommt: die ganze Menschheit leidet an der Liebe und unter ihr und vermag sich keine Erklärung zu geben, wieso das eigentlich sein kann Sie schämt sich ihrer und will es sich nicht eingestehen, möchte sich von ihrer grausamen Herrschaft befreien und kann es nicht. Sie weiß es jedoch nicht, warum sie sich ihrer schämt und warum sie sich befreien möchte, da es doch eine unabweisliche Notwendigkeit ist, ihr zu dienen. Deshalb wird sie zynisch und gemein. Sie sieht die Gemeinheit und den Tiefstand, der sich überall breit macht, sieht die Auswüchse dieser Triebe, sieht die furchtbaren Krankheiten und das ganze Heer von Elend, das ihr folgt und findet doch keine wirksame Waffe dagegen. Man erklärt deshalb einfach alles als „menschlich“ und sucht es mit Milde und Nachsicht zu behandeln.

Längst hat man es aufgegeben, die seltsamen Widersprüche klären zu wollen, die in ihrem Gefolge auftreten; denn ihre abgründigen Rätsel zu lösen kommt dem Versuche gleich, das Rätsel „Mensch“ überhaupt einer Lösung entgegenzuführen - ein Versuch, der noch niemals irgend einem Menschen geglückt ist, so viele ihn auch schon unternommen haben.

Nun, höre ich sagen, es gibt eine Bibel, das Buch der Bücher, es gibt Religionen und Kirchen, die zwar das ganze Rätsel nicht zu erklären vermögen, die aber doch dem Übel und den drohenden Gefahren eine Schranke zu setzen vermögen und auch wohl gesetzt haben - - -

Ja - haben! Das ist eben nicht wahr! Sie haben sich als völlig ohnmächtig erwiesen, das Verderben aufzuhalten - sie können es nicht! Dafür ist der Beweis nun lange schon gegeben.

Aber sie haben doch eine Erklärung: den „Sündenfall“? Wer hat dies, die Erzählung der Bibel von der verführenden Schlange und dem ersten Menschenpaar schon je als eine Erklärung dieses Rätsels ansehen können? Im Ernste wohl niemand, auch die Kirche nicht - im Gegenteil!

Diese Darstellung verwirrt das Ganze noch mehr. Unablässig wurde und wird von Theologen an dieser Erzählung studiert und herum gedeutet, wieso das ganze Leben auf Erden aus einer Gebotsübertretung entstanden sein soll und wieso diese Menschen, die doch nur das Gebot befolgen: „ Seid fruchtbar und mehret Euch“ sich schuldig gemacht haben können?

Die unglaublichsten Kunststücke müssen gemacht werden, um diese handgreiflichen Widersprüche auch nur notdürftig zu vereinen, die Bruchstellen zu überbrücken. -

Eine Erklärung ist darin aber nicht zu finden. Dennoch ist diese Erklärung Wahrheit, nur hat man sie nicht verstanden, wie sie der Wahrheit wirklich entsprach!

Diese Wahrheit liegt sichtbar darin, daß der Anreiz, die Lockung vom Weibe ausgeht auf Veranlassung der Schlange, daß die Liebe durch die Schlange verdorben wurde! Sie muß also schon vorher dagewesen sein, sonst könnte sie ja nicht verdorben werden.

Daß aber die Verderbnis nicht das Benützen körperlicher Organe zur Fortpflanzung gewesen sein kann, ist völlig klar, wie es auch klar ist, daß das Verderben vom Weibe ausgegangen sein muß, da es zuerst auf des Versuchers Stimme hörte, die Schlange sprach zu ihm!

Die Liebe war! Sie war mit allem, was auch heute darunter verstanden wird, aber: sie war rein und ward verdorben!.

Hier muß die Erklärung liegen für die Zwiespältigkeit, die uns Menschen unter dem Namen „Liebe“ entgegen tritt. Sie ist einst gewesen, wie sie sein sollte unter den Menschen, die ja nicht nur Körper sind, sondern hauptsächlich Geist. Geistig zuerst sollte die Liebe sein und nun ist dem nicht mehr so; sie wurde zur Geißel, die über der Menschheit schwingt, sie zu verderben. Wo finden wir beim Tiere jenes Ausmaß von Unbeherrschtheit und Grausamkeit, welche die Liebe beim Menschen oft zeitigt, kurz: jene widerspruchsvolle Rätselhaftigkeit, die uns unter den Menschen beständig entgegentritt? Es gibt bei ihm auch nicht jene irrsinnigen Auswüchse, deren Menschen fähig sind, nicht Irrsinn, Verbrechen und Selbstmord, zeitigt nicht jenen trostlosen Hang, die jämmerliche Abhängigkeit des einen vom andern.

Und dessen schämen sich so viele Menschen, die darüber ernstlich nachzudenken fähig sind. Die sich aber schon nicht mehr schämen, sind dabei, unter das Tier zu sinken, sie sind wie ein Gefährt mit rasendem Motor ohne Bremse, das sich anschickt, einen Berg hinabzurollen.

Wie ist so etwas nun möglich? Wie hat die vollkommene Schöpfung, die der Schöpfer ansah und erkannte, daß sie gut war, mit so etwas verunstaltet werden können? Wir sehen den Fehler und vermögen es nicht, ihn zu ändern, sind nicht imstande Einhalt zu gebieten. Der Wagen rast den Hang hinab. Wir ahnen schon, daß er zerschellen wird, und können es nicht hindern!

Menschenkraft reicht nicht mehr aus, ihn noch zurückzuhalten! Woher so oft der Haß zwischen dem Weibe und dem Manne, die sich doch ergänzen sollen und auch vorgeben zu lieben? Man täusche sich nicht, es ist Haß, der da aufwächst, Haß und Verachtung! Rivalität anstatt Ergänzung.

Eine Frage drängt die andere, wenn man einmal begonnen hat, sich damit zu beschäftigen, Gleichgültigkeit des Laufenlassens abzuschütteln. Niemand ist, der eine rechte Antwort wüßte, eine Klärung herbeiführen könnte. Klärungen werden wohl versucht, aber vielfach auf eine Art, die uns als Menschen Schamröte ins Gesicht treibt oder Zorn erstehen läßt über solche Zumutungen. Klärungen, die dem Ganzen alles Menschliche nehmen und dem Weibe seinen ganzen Lebenszweck im Gebären zeigen wollen, dem Manne aber die Rolle eines Zuchttieres. zuweisen. Damit wird die Schamlosigkeit auf den Thron gehoben und dem Übel der Schrankenlosigkeit Tür und Tor geöffnet. Die einzige Hemmung ist für solche Menschen dann nur noch Rücksicht auf Gesundheit, als ob der Körper gesund sein könnte ohne den Geist!

Mancher Glaube, manche Kirche, manches Dogma vertritt den gegenteiligen Standpunkt. Für diese ist die „Liebe“ kurzweg Sünde, Unreinheit, und die, die diesem Glauben dienen, sollen sich ihr nicht unterwerfen, aber Gewissenskonflikte können auch ihre Diener und Gläubigen zu Katastrophen führen oder zur Heuchelei! Im Übrigen aber bemüht man sich, alles mit dem Mantel christlicher Liebe zu bedecken.

Will denn kein Weg wirklich herausführen aus dieser Finsternis zur Klarheit? Will keiner den Gesunkenen die Menschenwürde wiedergeben? Ist keine Macht, die dem wachsenden Unheil steuert und den keimenden Haß besiegt?

Das Weib, zu dem die Schlange der Verführung sprach und das dann seinerseits den Mann versuchte, versucht es wiederum zuerst, herauszukommen aus der Sklaverei der Liebe. Sie versucht es aber durch Emanzipation, Selbsthilfe, Vermännlichung; sie sucht durch Selbstständigkeit auf allen Gebieten des Lebens der Herrschaft des Mannes und seiner Verachtung zu entgehen, wo sie den Mann nicht unter ihre „Liebes“herrschaft zu zwingen vermag. Welche Absurdität liegt darin, dem Weibe, das einst der Liebe gedient, in Massen Waffen in die Hände zu geben, und es zu lehren, mit Maschinengewehr und Sprenggeschossen zu töten!

Und doch ist dies nun die letzte Konsequenz des einmal eingeschlagenen Weges der Vermännlichung! Unaufhaltsam schreitet dieser Irrsinn fort! Der eine beginnt es und alle anderen folgen, müssen folgen, nicht darum, weil sie sonst im Streite unterliegen würden, sondern weil das Rad rollen muß bis zum Ziele!

Das Weib, das den Weg des Verderbens voranging, mußte notwendig auch zuerst verderben und reißt mit sich die ganze Menschheit!

Das Weib, das geschaffen war von ewiger Allmacht, der Liebe zu dienen, ging den Weg des Verderbens voran! Zu ihm sprach die Stimme des Versuchers zuerst. Was aber sprach die Stimme Luzifers aus der Schlange zu ihm? Was zeigte er ihr, deren Leben die reinste Liebe sein sollte nach des Herrn lebendigen Willen?

Er raunte ihm zu:

Nicht dienen sollst Du der ewigen Liebe als eine Magd, sondern Du sollst selber die Liebe sein und Dir soll dienen alle Welt! Um Dich soll alles Leben kreisen; denn Du bringst das Leben hervor!“

Und das Weib ward zur ewig Kreisenden! Die Liebe verdarb und ward zur Tyrannei dem Menschen, zur Geißel. Der Mensch sank unter das Tier. Die Liebe die aus der Höhe gekommen war, aus dem lebendigen Willen Gottes, die Brücke zu bilden zum Leben in Wahrheit, des Lebens erstes, ja einziges Gesetz, sie diente nur dem Menschen, des Weibes Launen des Mannes Trieb.

Das Weib begann. Es wollte nicht mehr der ewigen Liebe dienen, dem Leben in Reinheit, sondern alles sollte ihm dienen. Alles war damit zum Sklaven und Haß stand auf gegen die Unreine, die zum Raube wurde den Lüsten darum, daß der Mann sich selbst und das Weib verachten mußte. Feindschaft mußte erstehen zwischen Mann und Weib, die nur eine Weile überschrien werden kann von der Stimme des Blutes. -

Es führt kein Weg mehr aus der Tiefe, es sei denn, es wandle sich das Weib zuvor und werde, was es gewesen. Und es ist ein Weg und eine Stimme, die ihm den Weg weist! In denen die Sehnsucht noch nicht gänzlich erstorben ist nach dem Reinen, dem Schönen und Guten, dem Edlen, sie werden ihn finden, sich selbst und der Menschheit zur Rettung, zum Heil!

Zu ihnen wird die Stimme aus der Höhe dringen, das Licht der Wahrheit wird sie in der Stunde ihrer Seelennot erleuchten und sie werden führen, wie sie geführt haben ehedem: nicht in die Tiefe, in die Finsternis des Verderbens, sondern zur Höhe des Lebens!.

Nun meine aber niemand, das Weib sei es allein, das also schuldig ward. Nur zu gerne folgte ihr der Mann. Auch er hörte des Versuchers Stimme und wollte nicht mehr dienen dem Herrn, sondern selber Herr sein und Herrschen über seinesgleichen mit Gewalt. Damit ward er sein eigener Sklave, der Sklave seiner Lust und des Weibes List.

Aber auch ihn wird die Stimme wecken und der Weg wird bereitet! Wer leben will in Wahrheit, soll sie hören, und die sie hören, werden wissen, wie die Liebe sein soll, wie sie war schon in der Menschheit reinen Jugendtagen, von der keine Reste künden und kein Zeugnis mehr auf Erden ist.

Wenige nur werden es in aller Gründlichkeit erfassen, aber diese Wenigen werden den anderen vorangehen in eine goldene Zukunft, in das Morgen, das erstehen wird aus den Trümmern des verlorenen Heute - - -






Keuschheit.


Von Abd-ru-shin.


Keuschheit ist ein Begriff, der von den Erdenmenschen so unglaublich eingeengt worden ist, daß von der tatsächlichen Bedeutung gar nichts übrig bleibt, er wurde sogar auf eine falsche Bahn gezerrt, was zur natürlichen Folge haben mußte, daß dieses Verbiegen über viele Menschen eine nutzlose Bedrückung brachte und sogar sehr oft auch unsagbares Leid.

Fragt wo Ihr wollt, was Keuschheit ist, Ihr werdet überall als Antwort den Begriff für Körperliche Unberührtheit in irgend einer Form erklärt erhalten, jedenfalls gipfelt für die Erdenmenschen darin Ihre Anschauung.

Das zeugt so ganz von kleiner Denkungsart des Menschen, die sich dem Verstande unterordnen, welcher selbst die Grenzen alles Irdischen gezogen hat, weil er nicht weiter reichen kann mit seinen Fähigkeiten, die aus Irdischem geboren sind.

Wie leicht würde es da dem Menschen sein, als keusch zu gelten und sich darin einen Ruf zu schaffen, während er in eitler Selbstverherrlichung sich sonnt. Aber nicht einen Schritt gelangt er damit aufwärts auf dem Wege zu den lichten Gärten, die als Paradies das glückselige Endziel eines Menschengeistes sind.

Es nützt dem Erdenmenschen nichts, wenn er den grobstofflichen Körper unberührt erhält und seinen Geist befleckt, der dann die Schwellen niemals überschreiten kann, die von der einen Stufe zu der anderen aufwärts führen

Keuschheit ist anders als die Menschen es sich denken, viel umfassender, größer, sie verlangt nicht, gegen die Natur sich einzustellen; denn das wäre ein Vergehen wider die in Gottes Schöpfung schwingenden Gesetze, was nicht ohne nachteilige Auswirkungen bleiben kann.

Keuschheit ist irdischer Begriff für Reinheit, welche göttlich ist. Es ist für jeden Menschengeist das Streben zu grobstofflicher Betätigung eines erahnten Abglanzes göttlicher Selbstverständlichkeit. Reinheit ist göttlich, Keuschheit ihre Nachahmung vom Menschengeist, also ein geistiges Abbild, welches sichtbar werden kann und soll in dem irdischen Tun.

Das müßte für jeden gereiften Menschengeist als Grundgesetz genügen, um die Keuschheit zu erfüllen. Aber nur auf der Erde ist der Mensch geneigt, unter dem Drange mancher Eigenwünsche sich selbst etwas vorzutäuschen, was in Wirklichkeit gar nicht in ihm vorhanden ist, nur um eine Erfüllung seiner Wünsche zu erreichen.

Die Eigensucht tritt führend an die Spitze und betäubt das wirklich reine Wollen! Der Mensch wird sich dies selbst nie eingestehen, sondern läßt sich dabei ruhig treiben. Wenn er sich gar nichts anderes mehr einzureden weiß, nennt er das oft sehr eindeutige Streben nach Erfüllung anfechtbarer Eigenwünsche Schicksalsfügung, der man sich ergeben muß.

Deshalb braucht er als Richtschnur und als Halt noch andere Hinweise, welche ihn erleben und erkennen lassen, was in Wahrheit Keuschheit ist, wie sie im Gotteswillen liegt der auf der Erde keine Trennung will von der Natur.

Es ist im Göttlichen die Reinheit eng vereinigt mit der Liebe! Deshalb darf der Mensch auch auf der Erde: nicht versuchen, es zu trennen, wenn ihm Segen daraus werden soll.

Doch auch Liebe ist auf Erden nur ein übles Zerrbild dessen, was sie wirklich ist. Deshalb kann sie sich ohne vorherige Änderung nicht einen mit der Reinheit wirklichem Begriff

Ich gebe hiermit allen denen, die bestrebt sind, Keuschheit zu erreichen, einen Hinweis, der den Halt gewährt, welchen der Mensch auf Erden braucht, um so zu leben, wie es im Gesetz der Schöpfung ruht, und wie es deshalb auch Gott wohlgefällig ist:

„Wer stets in seinem Tun auch daran denkt, daß er dem Nebenmenschen, welcher ihm vertraut, nicht Schaden bringt, nichts unternimmt, was diesen hinterher bedrücken kann, der wird immer so handeln, daß er geistig unbelastet bleibt und deshalb wirklich keusch zu nennen ist!“

Die schlichten Worte, richtig aufgefaßt, können den Menschen durch die ganze Schöpfung wohlbeschützt geleiten und ihn aufwärts führen in die lichten Gärten, seine eigentliche Heimat. Die Worte sind der Schlüssel für das rechte Wirken auf der Erde; denn die echte Keuschheit liegt in ihnen.

Der Gottessohn Jesus drückte ganz genau dasselbe mit den Worten aus:

„Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!“

Ihr müßt Euch aber davor hüten, in die alten Menschenfehler zu verfallen und den Sinn der Worte wiederum zurechtzustutzen und teilweise zu verbiegen, damit sie Euren Eigenzwecken dienen, Euch bei falschem Tun beschwichtigen und Eure Mitmenschen in Unachtsamkeit wiegen oder gar betören helfen.

Nehmt solche Worte auf, wie sie in Wahrheit aufzunehmen sind, nicht wie sie Euch bequem erscheinen und für Euer Eigenwollen passen. Dann sind sie für Euch wie das schärfste Schwert in Eurer Hand, mit dem Ihr alles Dunkel schlagen könnt, so Ihr nur wollt. Laßt sie in rechter Art lebendig in Euch werden, um als jubelnde Sieger dankerfüllt das Leben auf der Erde zu erfassen!





Ein Tempel der Reinheit


Von Susanne Schwartzkopff.


Sinnend saß eine junge Mutter an der Wiege ihres Kindes. Mancherlei Gedanken beschäftigten sie und immer wieder suchte sie ihren inneren Blick nach oben zu erheben, um ihr Kindlein dem Schutze des Höchsten anzuvertrauen.

„Reich gesegnet hast Du mich, o Herr“, sprach sie in ihrem Herzen. „Du gabst eine junge Seele in meine Hut. Hilf mir nun auch, sie zu leiten auf dem rechten Wege, sie zu bewahren vor Anfechtung und Gefahr. Du wirst sie eines Tages von mir fordern, denn nur für eine kurze Spanne Zeit ist sie bei mir zu Gast Möge sie rein und vollerblüht zurückkehren in die Gärten, aus denen sie zu mir kommen durfte, um sich hier auf Erden zu vollenden!“

Lächelte nicht das Mägdlein im Schlafe? Was für ein schönes Bild mochte es vor sich sehen?

Spielend griffen die winzigen Finger in die Luft, als wollten sie etwas festhalten. Dann legte es sich aufatmend wieder auf die Seite und schlummerte weiter.

„Wer doch auch sehen könnte, was Deine Augen noch erblicken dürfen!“ dachte die Mutter.

Wie oft schon hatte sie jauchzende Töne aus der Wiege zu sich herüber tönen hören' wenn das Kind ganz still darin lag. War es nicht, als spräche jemand mit dem kleinen Wesen? Und immer wieder hatte es dann die noch ungeschickten Händchen ausgestreckt nach etwas, was der Mutter verborgen blieb.

„Du bist in guter Hut“, dachte die Mutter weiter. „Lichte Gestalten umgeben Dich und helfen Dir, Dich auf der Erde heimisch zu fühlen. Sonst müßtest Du Dich am Ende zu sehr zurücksehnen nach Deiner Heimat, aus der Du zu uns kamst!

Nun sollst Du hier leben sollst noch reifen und eine Aufgabe erfüllen. Wüßte ich nur, was es für eine Aufgabe ist, die Dich zur Erde zog“, sann die junge Frau weiter. „Vieles würde ich dann besser verstehen, ich könnte Dir besser helfen und erkennen, was mir selber nottut.“

Groß und hell schlug die Kleine eben die blauen Augen auf zur Mutter, als wollte sie ihr antworten. Wissend schien dieser Blick des Kindes der Mutter zu sein, von einem tiefen Wissen erfüllt, das ihr selber noch fremd war.

„Hilf mir erkennen, Herr“, bat sie innig.

So groß war die Sehnsucht ihrer suchenden Seele, daß sich die Wände des Raumes, in dem sie sich mit ihrem Kinde befand, plötzlich zu weiten schienen. Sie dehnten sich in endlose Fernen, und gleichzeitig ergriff ein unwiderstehlicher Drang die junge Frau, diese Fernen zu erforschen.

Eine Hand schob sich in die ihre, sie achtete dessen nicht. Sie wußte auf einmal, daß dort hinten etwas sie erwartete. Hatte es ihr jemand gesagt? Erstand dies Wissen in ihr selbst? Sie fragte nicht darnach.

Eilig aber sicher, wie geführt, schritt ihr Fuß dahin. Sanft gewelltes Hügelland nahm sie auf. Mildes Licht lag darauf, helle Heckenrosen bedeckten die Sträucher am Wiesenrand, hellgelbe zarte Blüten bestickten die Wiesen mit duftiger Schönheit.

Eine selige Schwingung heiliger Erwartung lag in der Luft. Sie trug die junge Frau weiter und weiter.

Da rief es von dort drüben:

„Ilaga, Ilaga!“

War sie damit gemeint?

„Ja, ja, Du bist es!“ klang es neben ihr.

Verwundert nahm sie jetzt erst wahr, daß eine Hand sie führte. Diese strahlenden blauen Augen kannte sie doch? War das nicht - -?“

„Es ist so, ich bin Dein Kind auf Erden“, kam die Antwort, ehe sie den Gedanken zu Ende denken konnte. „Wir sind Weggefährten jetzt. Komm ich zeige Dir, woher ich zu Dir kam. Dann wirst Du meine Aufgabe auf Erden kennen, wirst mir helfen, sie zu erfüllen.“

Die junge Frau wußte nicht, wie ihr geschah. Wortlos, halb unbewußt, paßte sie sich dem Schritt an ihrer Seite an.

„Dort oben ist der heilige Hain, dort müssen wir hin!“ sagte die jugendliche Stimme neben ihr.

Ein ernster, aber doch tief glücklicher Klang schwang in diesen Worten. Näher und näher schienen die hohen Stämme eines gewaltigen Haines zu kommen. Wuchtig reckten sie sich dem Licht entgegen.

Nun öffneten sie sich zu einem breiten Wege. Rechts und links traten sie zurück, um Raum zu schaffen für nahende Beter.

Lange Züge sahen die beiden Neuankommenden auf dem hellen, silberglänzenden feinen Sand des Weges dahinschreiten. Lautlos schritten die Füße dahin, jede Spur aber ließ das Silber heller aufleuchten.

Und auf dem sammetgrünen Rasenstreifen, der den Weg zu beiden Seiten begleitete, säumten ernste hohe Lilien ihn mit feierlicher Schönheit ein. Es war nicht möglich, hier ein Menschenwort zu sprechen. Stille klang durch alle Wipfel wie Musik..

Dann aber schwang sich ein Ton hinein in die Stille, ein Ton von unsagbarer Reinheit: als tönten Glocken aus Licht von kristallener Wölbung und rauschten in großen Wellen über die Wanderer dahin, ihre Seelen mit sich forttragend, dorthin, woher das helle Leuchten kam.

Und es hob sich ein fernes Brausen.

„Die Stunde naht“, hauchte die Stimme neben Ilaga.

Sie konnte nicht fragen, sie hatte keine Worte mehr in sich, sie war nur noch wie eine offene Schale, die in sich aufnimmt, was in sie hineinfließt. Nichts wußte sie mehr von sich selber, von ihrem Lehen auf Erden. Sie war nur hier, im heiligen Hain, in seiner Reinheit.

Jetzt erblickte sie am Ende des Weges, auf einer kleinen Anhöhe, etwas Weißes, das zu ihnen herüberleuchtete. Schlanke Säulen trugen ein feingeschwungenes Dach, das in wunderbarer Leichtigkeit nur auf ihnen zu schweben schien.

Hellstes, weißes Licht flutete zwischen den Säulen hindurch und legte Streifen von Licht wie breite Silberbänder über den grünen Abhang zu den Stufen, die zum Tempel hinaufführten.

„Das weiße Licht, das weiße Licht!“

Sang es so in den Herzen der Nahenden? Kein Wort wurde laut, und doch lebte dieser Klang in einer jeden Seele.

Wie lebendig es war, das weiße Licht! Es sprühte und glänzte wie Morgentau, es stieg hoch empor im Tempel, als müßte es das Dach in die Höhe heben, und stand dann wieder so fest und ruhig da, als gäbe es keinen Hauch, der es bewegen könnte. Leben war in der weißen Flamme, sie war in sich lebendig. Aber wer sie nicht gesehen, dem können Worte sie nicht schildern.

Nun waren die Beter am Tempel angelangt. Jetzt erst bemerkte Ilaga, daß alle diese Menschen Frauen waren, und daß viele von ihnen. ja fast alle, Schleier vor dem Gesicht trugen. Sie selber war unverschleiert und es war, als ob dieser Umstand sie davon abhielt, den Tempel zu betreten.

Die Hand ihrer Begleiterin löste sich aus der ihren. Sie schloß sich den anderen an, die den Tempel betreten durften. Ilaga aber sah die vielen Frauen, wie getragen von dem Licht, hineintreten, sie schienen nur zu schweben. Heißes Flehen lag in aller Augen und sie las darin die Bitte, trinken zu dürfen am Quell der Reinheit.

Ilagas ganze Seele lag in ihren Augen, als sie schaute, in sich aufnahm und sich selbst vergaß.

Das Brausen verstärkte sich, fast schien es den Tempel zu zersprengen. Ilaga hatte Mühe, ihren Platz zu behaupten an den Stufen, die in das Innere des Tempels führten.

Betend lag ihre Seele vor Gott.

Nach ,einer Zeit, die sie nicht ermessen konnte, kehrte der Zug der Frauen zurück. Zwischen den Säulen tauchten die fließenden langen Gewänder wieder auf. Ein himmlischer Glanz lag auf den Zügen der Zurückkehrenden. Er leuchtete hindurch durch die leichten weißen Schleier, er strahlte von den Stirnen und gab der betenden Seele eine Kraft, die sie noch nicht empfunden.

Sanft zog ihre Begleiterin sie zu sich und nahm aufs neue ihre Hand. Sie zog sie mit sich fort, die sich nicht trennen wollte von dem heiligen Ort der reinen Kraft.

„Wir müssen zurück“, klang es an ihr Ohr.

Und den gleichen Weg wie gekommen legten sie schweigend zurück. Wieder umfing sie heilige Stille, wieder schritt Ilaga wie im Traum, aber sicher geführt, vorbei an den hohen Lilien, die noch weißer, noch feierlicher glänzten als zuvor. Und, o Wunder, blickten nicht Gesichter aus den Kelchen? Wehten nicht weiße Schleier um zarte Frauenwesen, bewegten sich nicht die hohen Stengel, winkte es ihr nicht zu? Ilaga hätte es nicht zu sagen vermocht,. ob ihre Augen recht gesehen.

Vorbei ging es an den ragenden Stämmen des heiligen Haines, bis blumige Wiesen sie wieder aufnahmen und ihr Schritt immer zögernder ward.

„Laß mich noch kurze Zeit verweilen“ bat Ilaga. „Zu groß war das Erleben. Ich will es nicht verlieren, es soll ganz mein eigen werden.“

Auf weichem Rasen ließen sich die beiden nieder. Verschwunden war der lange Zug der Frauen, verschwunden der heiIige Hain mit seinen tiefen Geheimnissen. Verschwunden, aber nicht vergessen!

„Im Tempel der Reinheit warst Du?“ fragte Ilaga nach langer Zeit.

„Einen Trunk durfte ich nehmen aus dem Quell der Reinheit, der sich in sich selbst erneut. Sieh, diesen Becher durfte ich füllen mit dem kühlen Trank, ich darf ihn mit mir nehmen und den Frauen reichen, die sich nach ihm in Sehnsucht verzehren. Und immer wieder darf ich die Wanderung antreten um ihn neu zu füllen, wenn ich mich auf Erden nicht verirre, wenn ich mich rein erhalte für dies hohe Amt.“

„Werde ich auch einmal den Tempel betreten dürfen?“

Ilaga hatte es nur gedacht. Aber ihre Begleiterin konnte wohl in ihrer Seele lesen, denn zuversichtlich sagte sie:

„Hilf mir, den rechten Weg niemals zu verlassen und ich will Dir helfen, ganz zur Reinheit hinzufinden. Ganz nahe warst Du schon, nur wenige Stufen noch, dann nimmt auch Dich das Heiligtum bei sich auf. Dann darfst Du trinken aus dem Heiligen Quell. Und wer einmal einen Trunk getan aus ihm, den verläßt nie wieder die Sehnsucht, von neuem sich an ihm zu erfrischen. Der möchte allen Frauen das gleiche Glück zuwenden, ihnen gleiche Labe bieten. In alle Ewigkeit ist diese Sehnsucht der Frauen bester Teil.“

Immer leiser war die Stimme ihrer Begleiterin geworden, Wiesen und Hügel verschwommen ineinander, die Blüten verblaßten, und tief aufatmend sah die junge Mutter sich an der Wiege ihres Kindes sitzen.

Was war das gewesen?

Da fielen ihr ihre Fragen und Bitten wieder ein. Antwort hatte sie erhalten!

„Wie soll ich Dir danken, Allmächtiger, daß Du mich hast schauen lassen? Daß ich erleben durfte, welche Aufgabe vor mir liegt? Ich will sie treu erfüllen, will sie heilig halten. Nie vergesse ich den heiligen Hain mit seinem Tempel der Reinheit! Nun danke ich Dir noch inniger für Deine Gabe, die in diesem Kinde vor mir liegt!“

Und sinnend blickte sie auf das Kind, das immer noch seine strahlenden blauen Augen auf die Mutter gerichtet hielt.

„Einen Trunk aus dem Quell der Reinheit brachtest Du mit zur Erde, mein Kind. Ich will Dir helfen, daß kein Tropfen davon verschüttet wird!“

Aufjauchzend streckte das Kind beide Arme aus, und für einen kurzen Atemzug hob sich ein Schleier von den Augen der Mutter: sie sah eine lichte Hand, die dem Kinde einen Becher hinhielt, in dem es wallte von hellem Licht! Lilienduft umschwebte es in einer süßen Welle.

Dann schwand das Bild. Aber nie vergaß es die Mutter. Sie trug es tief in ihrem Herzen, zusammen mit der erwachten Sehnsucht nach dem Quell der Reinheit.











Einsendungen aus dem Leserkreise.


1. Neuzeitliche Ernährung.


Von Robert Deubler.


Gesammelte Erfahrungen über die richtige Ernährungsart.


Die neuzeitIiche Lebensreform entstand aus dem edlen Bestreben heraus, dem schwachen und kranken Menschen zur Gesundheit zu verhelfen, den Gesunden aber vor Krankheiten zu schützen und arbeitsfähig zu erhalten.

Die dringende Veranlassung hierzu war die zu einseitige Fleischkost. Die Hauptnahrung der Allgemeinheit bestand aus Fleischbrühe, Fleisch, Wurst, Eiern, Käse usw., während die zum Aufbau und zur Ausscheidung so notwendigen Gemüse, Kartoffeln und Salate nur als „Beilage“ in ganz kleinen Mengen verzehrt wurden.

Besonders beklagenswert waren die Menschen, welche ständig in den Restaurants und Hotels essen mußten. Dort stand es schlimm mit den sogenannten „Beilagen“. Dazu wurden die Speisen außergewöhnlich scharf gewürzt mit Pfeffer, Salz, Essig, Paprika, Maggi und anderen stark reizenden Dingen. Genuß von Bier, Wein, schwarzem Tee und Bohnenkaffee in unnötigen Mengen ging noch nebenher.

Trotz dieser ausgesuchten, sogenannten guten und kräftigen Ernährungungsweise war es Tatsache, daß sich die wenigsten Menschen eines gesunden Magens erfreuen konnten, noch die Verdauungsorgane richtig arbeiteten. Darum stieg auch das Heer der Magen- und Stoffwechselkranken ins Unermeßliche! Aufmerksam geworden waren manche Menschen bestrebt, welche die großen für die Volksgesundheit entstehenden Gefahren erkannten, Pionieren gleich und mutig Änderung und Abhilfe zu schaffen.

So kam man auf die fleischlose, teilweise auch eierlose Ernährungsweise, ja sogar auf die Rohkost.

Der nicht nur überlastete, sondern auch noch „überladene“ Körper und dessen Organe, welche durch diese nun leichtverdauliche Nahrung und die dadurch hervorgerufene stärkere Ausscheidung sich freier und beweglicher und wohler fühlten, bewies, daß eine solche Umstellung in der Ernährungsweise sehr gesundheitsfördernd war.

Erfreut durch diese Erfolge schritt man auf dem eingeschlagenen Wege weiter und behielt die Ernährungsweise auch dann noch bei, wenn eine Schwäche oder Krankheit überwunden war. Es wurde nicht versäumt, allen Bekannten diese vegetarische Lebensweise als das allein Richtige zu empfehlen und dafür zu werben.

Fleischkost wurde im Laufe der Zeit von vielen Angehörigen dieser neuen Richtung grundsätzlich „verachtet“. Man bemitleidete alle diejenigen, welche die alte, „rückständige“ und abgetane Ernährungsweise beibehielten.

Wohl kam es noch vor, daß man beim Vorbeigehen an Fleischerläden Verlangen nach einem guten Stück Wurst oder Erinnerung an einen gutriechenden Sonntagsbraten hatte. Ärgerlich, energisch und beschämt kämpfte man jedoch Derartiges nieder und ahnte nicht, daß es in Wirklichkeit nur gesundes Empfinden und eine dringende Mahnung war. Man ging im Gegenteil mit der Theorie sogar so weit, daß Fleischessen als Sünde gegen Gott und seine Naturgesetze hinzustellen. Krampfhaft wurde In allen Schriften nach Beweisen gesucht und man scheute sich nicht, sogar von Christus Jesus, dem Gottessohn zu behaupten, daß auch er fleischlos gelebt habe, also auch er Vegetarier gewesen sei!

Das infolgedessen sozusagen im Wege stehende „Osterlamm des Heiligen Abendmahles“ wurde dann als nur symbolische Handlung ausgelegt. In allen Städten wurden Vorträge über Vorträge gehalten, Bücher wurden in großer Anzahl geschrieben und überall vegetarische Vereine gegründet, die mit Begeisterung die neue Richtung verfochten, die an Fanatismus grenzte.



Alles was geeignet erschien, wurde benutzt, um zu beweisen, daß der Mensch von Anfang an nur von Pflanzen und Früchten leben sollte. Es wurden seine Zähne mit den vorzugsweise von Früchten lebenden Affen verglichen und ähnliches mehr. Wenn so alle geeigneten Beweise angeführt waren, aber noch nicht der gewünschte Eindruck und die volle Überzeugung erweckt werden konnte, so griff man zu einem anderen Mittel: man führte an, daß doch auch das Tier eine Seele habe und der Mensch folglich nicht das Recht hätte, das Leben eines Tieres zu verkürzen. Mit diesem Trumpf glaubte man auch den letzten Widerstand gebrochen zu haben.

Es ist ja zu verstehen, daß der Mensch die Methode verteidigt, welche ihm Hilfe und Gesundheit gab, aber deshalb ist dieses noch kein Grund zur Einseitigkeit Es würde doch niemandem einfallen dauernd Wasser, Obst Milch- und andere Kuren zu machen, nur weil er dadurch schon einmal gesund geworden ist.

Geht ein Mensch zur vegetarischen Lebensweise über, so stellen sich bekanntlich anfangs Müdigkeits - und Hungererscheinungen, doch dieses bezeichnete man als natürliche Reaktion, ebenso wie das Herabsinken der Sexualkraft. Es ist erstaunlich mit welcher Energie und Ausdauer nun jeder rundweg abgelehnt wird, der sich erkühnt, diese vegetarische Lebensweise als alleinrichtig bezweifeln zu wollen.

Wie mit Scheuklappen versehen scheinen gerade diese Menschen auf der Erde zu leben. Sie wissen nicht und würden es auch nicht glauben, wie furchtbar einseitig und engherzig sie sind. Man täuscht und redet sich gegenseitig „Kraft und Gesundheit“ vor, obwohl es hiermit in Wirklichkeit gar nicht weit her ist. Auffallend genug ist es doch, daß die meisten Vegetarier mager sind, ein blasses Gesicht, müden Ausdruck und gelbliche Gesichtsfarbe haben, kurz: unterernährt und ausgehungert aussehen.

Wie jedes Ding, so hat auch der Vegetarismus zwei Seiten: eine schlechte und eine gute. Es wäre ungerecht, wollte man nicht auch die gute Seite beleuchten.

Jahrelang dauerte meine Beobachtung, während meine Frau und ich selbst mit zu den eifrigsten Verfechtern dieses neuen Weges gehörten, auch die Erfolge bei meinen Patienten blieben die denkbar besten. Ich glaubte daher keine Veranlassung zu haben, eine Änderung in der neu eingeführten Ernährungsweise vornehmen zu müssen, auch nicht nach wiedererlangter Gesundheit nach eigener Krankheit. Und doch sollte es anders kommen!

Eines Tages wurde mir die „Gralsbotschaft“ von Abd-ru-shin zugeführt. Zu meinem nicht geringen Erstaunen las ich dort in einem Vortrag über „Okkulte Schulung, Fleischkost oder Pflanzenkost“ folgendes:



„Bei den Führern und den Anhängern der sogenannten Lebensreformen ist der Weg wohl richtig, aber man will das schon heute tun, was erst in Menschenaltern angebracht sein wird, und aus diesem Grunde ist es heute für die meisten Menschen in der Endwirkung nicht weniger gefährlich. Es fehlt der notwendige Übergang Die Zeit zu dem Beginn ist da! Man darf jedoch nicht ohne weiteres mit beiden Füßen hineinspringen, sondern muß die Menschheit langsam durch führen. Dazu genügen nicht Jahrzehnte! Wie es heute gehandhabt wird, erfolgt in Wirklichkeit auch bei scheinbarem Wohlbefinden des Körpers eine Schwächung durch die Schnelligkeit des Überganges. Und der also geschwächte Körper wird niemals erstarken können!“ An anderer Stelle heißt es dann weiter:

„Dem Körper von heute genügt unter keinen Umständen ganz unvermittelt Pflanzenkost, wie es so oft versucht wird. Es ist ganz gut, wenn es vorübergehend und vielleicht einmal Jahrelang bei Kranken angewendet wird, sogar erforderlich, um etwas auszuheilen oder einseitig stärkend irgendwo nachzuhelfen, aber das ist nicht von Dauer. Es muß dann langsam wieder mit der den Menschen heute so gewohnten Kost begonnen werden, wenn der Körper seine volle Kraft behalten soll.

Der Schein des Wohlbefindens trügt. Gewiß, es ist sehr gut, wenn auch Gesunde einmal eine Zeit lang nur die Pflanzenkost gebrauchen. Sie werden sich dann ohne Zweifel wohl befinden und auch freien Aufschwung ihres Geistes fühlen. Das bringt aber die Abwechslung mit sich, wie jede Abwechslung erfrischt, auch geistig.

Behalten sie jedoch die einseitige Kost plötzlich für dauernd bei, so werden sie es nicht bemerken, daß sie in Wirklichkeit auch schwächer werden und für vieles viel empfindlicher. Die Ruhe und das Ausgeglichensein ist in den meisten Fällen keine Stärke, sondern eine Schwäche ganz bestimmter Art.“



Diese Worte gaben mir doch zu denken, zumal ich alle Erscheinungen bei den verschiedenen gesunden Menschen beobachten konnte, aber auch stets der Meinung gewesen war, es sei die übliche Erscheinung einer Übergangszeit. Von der Zeit an wurden meine Beobachtungen kritischer!

Bei vielen Gemischtkostessern konnte ich vor allem bei Stoffwechsel-krankheiten feststellen, daß ihnen Fleisch oder Wurst besser bekamen als Käse oder Eier. Mit meiner eigenen Leberkrankheit lag der Fall ebenso. Da ich weder Fleisch noch Wurst essen wollte, blieb mir außer den wunderbaren Rohkostsalaten und sonstigen vegetarischen Gerichten nur noch Eier und Käse zu meiner Ernährung übrig.

Selbstverständlich war es nun für mich das Nächstliegendste, in meiner eigenen Familie mit Fleischspeisen wieder zu beginnen. So führte ich diese zweimal wöchentlich wieder ein! Anfänglich versuchten wir es mit Kalb- Hammelfleisch, Geflügel und Fisch.

Sonderbarerweise schmeckte es uns zu unserem eigenen Erstaunen nach so vielen fleischlosen Jahren ganz vorzüglich, auch ist es uns allen ausgezeichnet bekommen.

Wohl war anfänglich die Überzeugung zu diesem Schritt nicht so ausschlaggebend, wie die Vernunft, die uns sagte: Tatsache ist, daß bei gesunden Menschen Einführung der Pflanzenkost Müdigkeits- und gewisse Schwächeerscheinungen zur Folge hatte. So konnte ich unter anderen beobachten, wie bei einer Dame, welche plötzlich vegetarisch lebte, ihre Kräfte und auch ihre Leistungsfähigkeit beim Tennisspielen derart nachIießen, daß es sie völlig entmutigte und sie die Lust verlor, ohne daß irgendwie ein krankhafter Grund vorhanden war.

Über verschiedentlich auftretende Fälle begann ich wiederholt und ernstlich nachzudenken, bis ich schließlich den Irrtum der übergangslosen, einseitigen Koständerung als den eigentlichen Grund eingestehen mußte. Nun begann ich zu begreifen, warum die meisten „Reformer“ trotz ihrer ausgewählten und sorgfältigen Nahrung, so wie ihrer peinlichen Körperpflege einen so müden und blassen Ausdruck hatten.

Oft hatte ich vorher schon den Kopf geschüttelt bei dem Gedanken an die zeitraubenden Anforderungen, die sie an ihre Körperpflege stellten, die dann in keinem Verhältnis zu dem Aussehen dieser „Reformer standen. Verstehen konnte ich dieses zwar nicht, hoffte aber doch einmal hinter dies Rätsel zu kommen.

Und ich kam dahinter; aber nur mit Hilfe der vorher erwähnten „Gralsbotschaft“, worin einfach, klar und logisch über die Pflanzenkost geschrieben ist.

Die vegetarische Lebensweise ist ja gut und auch sicherlich bei zeitweiser Anwendung ein Fortschritt, nur' darf sie nicht für dauernd eingeführt werden. Als ich auch dieses eingesehen hatte, machte ich auf dem nun jahrelang irrtümlich begangenen Seitenweg Halt und kehrte auf den goldenen Mittelweg zurück.

Die Erfahrungen, welche ich dabei sammeln konnte, möchte ich nicht missen, da ich selbst die Vor- sowie Nachteile der einseitigen Pflanzen- und Fleischkost kennen lernte und diese Erfahrungen für meine Mitmenschen verwerten konnte. Wohl war es in vegetarischen Kreisen gebräuchlich, sich entweder für die Fleisch- oder ganz für die Pflanzenkost zu entscheiden, aber warum sollte man nicht beides miteinander verbinden können?

Tatsache bleibt nun einmal, daß der Mensch Fleisch zum Aufbau und zur Erhaltung seines Körpers braucht, weil darin enthaltene Nährstoffe weder bei den Pflanzen noch bei den Früchten zu finden sind. Trotzdem braucht der Mensch in größerem Maße Pflanzen und Früchte, welche abgesehen von ihrem hohen Nährwert hauptsächlich ausscheidend und reinigend wirken.

Nun sollte man glauben ,daß es nicht schwer sein könnte, den sehr zahlreichen und herrlichen vegetarischen Gerichten auch das für den Aufbau und die Krafterhaltung so notwendige Fleisch beizugeben. Dabei ist schon ein großer Fortschritt erreicht, weil dann die Pflanzenkost den besonderen Platz einnehmen und das Fleisch nur noch als „Beilage“ dienen wird. Ferner ist es zur gesunden und natürlichen Ernährungsweise nicht erforderlich, täglich Fleisch zu essen, sondern es genügt dieses 2 bis 3 mal wöchentlich.

Um Mißverständnissen vorzubeugen, sei gesagt, daß diese Ernährungsweise für gesunde Menschen gelten soll! Bei Kranken kann es sogar zur Kur notwendig sein, Wochen, Monate, ja sogar 1 - 2 Jahre lang ganz vegetarisch zu leben, um bestimmte Wirkungen zu erzielen, wie es in dem oben Erwähnten aus dem Werke von Abd-ru-shin gesagt ist.

Zum Schluß möchte ich noch auf einen anderen wichtigen Punkt aufmerksam machen. Es ist jedem Vegetarier bekannt, daß in den „Reformerkreisen“ meistens die inneren tierischen Organe als nicht genießbar bei der Zubereitung von Fleischspeisen gelten. Nun gibt es aber in der ganzen sogenannten „Reformheilkunde“ kein Mittel, welches bei bestimmten Leber- und Blutkrankheiten so günstig auf die Blutzusammensetzung wirkt, wie die Leber selbst!

Da ich persönlich als Folgeerscheinung einer in den Tropen mir zugezogenen Malaria zu leiden hatte versuchte ich alle zur Verfügung stehenden Mittel, um beweisen zu können, daß man auch ohne Leberdiät dieses Übel überwinden könnte, und doch gelang es nicht! Meine Blutzusammensetzung war im Gegenteil derart betrüblich geworden, daß bereits das schlimmste zu befürchten war. Eine hervorragende Persönlichkeit empfahl mir die mir nicht unbekannte Leberkur In meiner großen Not und schon sehr ernsten Lage nahm Ich diesen Rat an und begann noch am gleichen Tage mit der Leberkur!

Mehrere Wochen hindurch bestand mein Mittags- und auch Abendessen aus Leber in irgend einer Form zubereitet, gebraten, sauer gedämpft, als Leberknödel und manchmal auch roh mit verschiedenen Salaten und Gemüsen. Der Erfolg war nun so überraschend, daß ich mir immer wieder sagen mußte, daß ich, um einer Einstellung, einer Theorie treu zu bleiben, beinahe selbst ein Opfer dieser Lebensauffassung geworden wäre! Doch die größten Vorwürfe machte ich mir darüber, daß ich das Falsche auch noch anderen Menschen weiter empfohlen und verordnet hatte.

Mit gutem Glauben und im besten Helfenwollen hatte ich oft Verordnungen getroffen, die ich plötzlich aus eigener Erfahrung heraus mit ganz anderen Augen ansehen mußte. Krankheiten, bei welchen die Pflanzenkost als Arznei wirken soll, bilden selbstverständlich hierbei eine Ausnahme!

Es wurde mir aber immer klarer, daß wir Menschen der Jetztzeit nicht schadlos ohne Fleisch auskommen können und nicht so sprunghaft mit unserer Ernährungsweise vorgehen dürfen, sondern auf unseren Körper mehr Rücksicht nehmen müssen. Wohl sollen wir das Ziel immer vor Augen halten, dem Körper immer mehr Gemüse, Salate und Obst zu bieten, weil er es dringend nötig hat und sich dabei verfeinert, aber es darf nicht einseitig übertrieben werden.

Schrittweise nur kommt jeder Erdenmensch mit Sicherheit ohne Gefahr voran, sonst droht ihm Sturz in jederlei Beziehung.




















2. Der Endsieg.


Von Hildegard Hagel.


„Mache Dich auf, werde licht.“

Einer Forderung gleich werden wir ergriffen von diesen Worten mitten im Alltag, im täglichen Lebenskampf und schweren Ringen. Wohl beschäftigt und belastet uns Menschen noch stark unser persönliches Schicksal, dessen Wege vielverzweigt sind, oft dunkel und verworren erscheinen. Aber der aufwätsstrebende Mensch, tiefste Sehnsucht nach Erneuerung seines Lebens im Geiste, er wird hinausgedrängt über sein eigenes Geschick, er ist bewegt und ergriffen von dem Leben und Schicksal vieler anderer Menschen, ja, immer mehr drängt er in die Weite: Er muß liebend und voll innerster Anteilnahme auch das umfassen, was wir unter Welt verstehen, die Welt in ihren tausendfachen Auswirkungen, in ihren Zusammenhingen, in ihrer geheimen und offenen Sprache.

Unsere jetzige Zeit ist wie geschaffen dafür, zwingt uns sogar dazu, mehr als je Augen und Ohren zu öffnen allem Geschehen, das sich nicht nur abspielt in der ganzen Weit, sondern auch im Kleinen in allen Lebenskreisen. Jeder tieferdenkende Mensch, der frei und vorurteilslos die Dinge betrachtet und erlebt, ahnt zu seinem Entsetzen, daß die Welt in ihrer derzeitigen Gestalt und Entwickelung ein Chaos ist, das menschliches Wissen und Können nimmermehr aufzuhalten oder gar zu retten vermag.

Wir fühlen schaudernd diese abgrundtiefe, entartete Welt, vor der die Gottheit ihr Angesicht verhüllt, denn sie ist verdorben im Kern ihres Wesens, verdorben durch die Menschheit selbst. Schönheit, Harmonie, Gesundheit und Kraft offenbaren sich nur noch dort, wo der Mensch nicht hineinreden, nicht hineinlenken, nicht hineinpfuschen kann: in die Natur.

Aber auch diese schwingt schon lange nicht mehr in dem beglückenden Rhythmus, der von Anbeginn ihr eigen ist, weil die entsetzliche, selbstgeschaffene Not der Menschen herausfordernd ihre Gesetze zum stören bringt: Erderschütterungen Erdverschiebungen, Mißernten, reißende Ströme, Stürme und Katastrophen schwerster Art - all dies wird geboren aus dem Zorne der Natur, deren wesenhafte Helfer, und Erbauer blutenden Herzens die Irrwege der Menschen erleben müssen.

Hereingebrochen ist nun in voller Auswirkung die Nacht, die sich schon lange vorbereitend auf die irrende Menschheit legte. Und je dunkler die Erde wird, desto mehr spitzt sich der äußere Kampf zu: Tödliche Angst, tiefe Verzweiflung, träges Abwarten, gläubiges Hoffen stehen einer Welt der Stumpfheit, Gleichgültigkeit und Lasterhaftigkeit gegenüber.

Die Kirchen rufen auf zum entscheidenden Kampfe, die sogenannten „geistigen Richtungen“ sammeln ihre Anhänger, und die wachsende ZahI der Gottesleugner ergeht sich in rasendem Fanatismus. Ganz Wenige sind es nur im Verhältnis zur großen Masse, die frei vom Dogma und sonstigem menschlich-religiösen Machwerk Ihren Weg gehen, in tiefer Sehnsucht nach Erkenntnis ringend, wo die Rettung liegen mag. Wo aber ist sie? Entsetzlich ist die seelische Not!



„Herr hilf uns, wir verderben!“



Dies ist der Ruf in der Nacht, der Schrei nach Erlösung, nach Hilfe, nach Umkehr. Der Ruf, der zum Himmel steigt als inbrünstiges Gebet.

Die allerwenigsten Menschen ahnen und wissen, daß der Ruf aus der Tiefe schon erhört worden ist, daß die Hilfe aus dem Licht, die wunderbare einzige und letzte Rettung schon die Erde berührt, durchglüht, durchbebt, mitten in der Nacht. Ist es ausdenkbar, daß über dieser gottabgewandten Welt eine so unfaßbare Gnade waltet?

Über alles menschliche Begreifen geht diese Tatsache, in deren Licht wir eingehüllt sind. Vor dieser Wirklichkeit, dieser strengen, fordernden, durchpulsten Wirklichkeit muß die Schranke des Verstandes fallen. Das Erleben des Geistes tritt an seine Stelle.

Der Widerhall von oben ist ertönt, die helfende Hand aus dem Licht hat sich uns gezeigt: Die Botschaft aus lichten Höhen, die Gralsbotschaft und Gralslehre von Abd-ru-shin halten wir in unseren Händen. Sie bedeutet Lebenswende - Weltenwende. Die Rettung, die Lösung, die Wahrheit ist uns durch sie in die Hand gegeben. Mitten im Chaos werden wir erhellt, erleuchtet, geführt.

Je tiefer und demutsvoller wir in der Botschaft schürfen, desto mehr dürfen wir daraus empfangen. Unser eigenes Schicksal gewinnt Deutung und Gestalt. Innere und äußere Zusammenhänge werden beleuchtet „Im Lichte der Wahrheit“. Unser Wissen von Gott Welt und Mensch wird in nie geahnte Erkenntnis- und Erlebnismöglichkeiten getaucht.

Klar und scharf sind in der Botschaft die Wege gezeigt zur vollen Entwickelungsmöglichkeit für jeden Einzelnen, in jedem Stande und in jeder Lebenslage.

Nun mache Dich auf, werde licht! Du kannst es an Hand Deiner lichten Führung, der Gralsbotchaft von Abd-ru-shin. Mit ihr schreite hinein in den Tag, Schritt für Schritt, dankbaren Herzens, voll Mut und Zuversicht. Dank wird unser Leben führend gestalten, Dank, daß wir leben und reifen dürfen. Leben zur Ehre Gottes, arbeiten im Dienste Gottes und reifen für das höchste und letzte Ziel.

Wenn wir mit dieser inneren Haltung fest im Alltag und Lebenskampfe stehen, aufwärtsblickend Wissen und Klarheit empfangend, dann wird die Erde eine neue Sprache reden und ihre ersten Worte werden sein:

„Das Alte ist vergangen, siehe es ist alles neu geworden“

Durch Nacht zum Licht - Einstieg des Lichtes auf der Erde.



Etwas für

kleine und große Kinder!

Rudi.

Von Charlotte von Troeltsch



„Rudi, hast Du die alte Münze von Vaters Schreibtisch genommen?“ fragte die Mutter ihren kleinen Sohn, der erhitzt vom Spielen ins Zimmer gesprungen kam. „Eine Münze? Nein!“ war Rudis rasche Antwort. „Darf ich bei Müllers Beeren pflücken helfen?“ erkundigte er sich seinerseits, und als die Mutter es erlaubte, sprang er glückselig davon.

Das war doch fein, daß Mutter an ihre Erlaubnis nicht wie sonst meistens die unangenehme Mahnung angehängt hatte, er solle auch gewiß nicht zuviel Beeren essen! Sie war so stark in Gedanken gewesen, daß ihr das entgangen war.

Woran sie wohl gedacht hatte? Was hatte sie gefragt als er zu ihr kam? Ob er die Münze genommen hatte? Eine Münze? Von Vaters Schreibtisch? So etwas hatte er gar nicht gesehen, als er gestern ein wenig unter Vaters Sachen gekramt hatte.

Oder war vielleicht das drollig geformte, unsaubere Stückchen Silber eine Münze gewesen? Das hatte er freilich an sich genommen. Das konnte man zu allerhand Basteleien gut gebrauchen. Wohin hatte er es denn geschoben? Er wußte es nicht genau.

Rasch fuhr die Hand in die Hosentasche, aus der sie mit allerhand Merkwürdigkeiten gefüllt herauskam. Plättchen war nicht dabei. Ach das würde er später finden! Ob er wohl jetzt gleich umkehren und der Mutter sagen sollte, daß er die Münze doch genommen hatte? Dann aber würde er sehr spät zu Nachbars kommen. Da riefen auch schon die Knaben nach ihm. Eilig folgte er dem Ruf und vergaß das eben Erlebte.

Ja er vergaß es und doch war irgend etwas in ihm lebendig, das ihn gar nicht so froh wie sonst inmitten der lustigen Knabenschar sein ließ. Er hätte doch lieber die Sache mit der Münze gleich richtigstellen sollen, dachte er als ihm bewußt wurde, daß es dieses Stückchen Silber war, das seine Freude schmälerte.

Gleich heute Abend wollte er es Mutter sagen. Damit tröstete er sich und schob alle unangenehmen Gedanken von sich.



Es war ihm ernst mit diesem Vorsatz. Früher als sonst verließ er die Gefährten, eilte nach Hause und suchte die Mutter. Er hörte sie in Vaters Zimmer sprechen, dessen -Tür nur angelehnt war.

Leise, um nicht zu stören, näherte er sich, blieb aber bewegungslos stehen, als er Mutters Worte hörte:

„Ich habe Rudi heute Nachmittag gefragt. Er weiß nichts von der Münze.“

Vaters Antwort war unverständlich, dann aber klang Mutters Stimme wieder:

„Rudi hat mich noch niemals angelogen! Es wäre mir ein bitterer Kummer, wenn er es heute getan hätte!“

Leise, wie er gekommen, schlich, Rudi davon. Eben noch hätte er rufen wollen, daß er heute Nachmittag nicht ganz verstanden hatte, was die Mutter gefragt. Nun aber waren ihm die Lippen verschlossen. Es wäre Mutter ein bitterer Kummer! Kummer durfte er ihr doch nicht machen. Also mußte er schweigen! Ja gewiß, das mußte er!

Was war es nur, das sich wie eine Zentnerlast auf ihn legte? Nun hatte er heute fast keine Beeren gegessen und trotzdem war ihm aller Hunger vergangen. Bei dem gemeinsamen Abendessen schaute die Mutter ihn besorgt an.

„Was ist’s mit Dir, Rudi? Hast Du zu viel Obst gegessen? Du siehst ganz grün aus.“

Er konnte versichern, daß er sehr mäßig gewesen sei. Mutter glaubte es ihm auch, aber ihre Sorge um ihn wuchs dadurch. Er wurde frühzeitig ins Bett geschickt und als Mutter dann zu ihm kam, fragte sie ob er auch nirgends Schmerzen habe.

„Mir ist so sonderbar Mutter, als läge ein Stein auf meinem Magen“, erklärte Rudi und plötzlich fing er an zu weinen, er, der immer Tränen für unmännlich erklärte.

Liebevoll bettete ihn die Mutter, gemeinsam sprachen sie das Nachtgebet.

Später merkte er im Halbschlaf, daß Vater und Mutter an sein Bett traten und sich besorgt über ihn beugten.

Er wird doch nicht eine der ansteckenden Krankheiten bekommen, von denen jetzt soviel Kinder befallen werden, meinte die Mutter besorgt.

Rudi erschrak. Krank werden? Jetzt, mitten in den herrlichen Ferien? Aber da erklang auch schon Vaters Antwort so beruhigend:

„Er macht nicht den Eindruck eines Kranken. Gott wird ihn uns behüten.“

Einige Stunden später meinte Rudi durch den Schlaf hindurch abermals Lichtschein an seinem Bett zu sehen. Ob die Eltern nochmals nach ihm schauten? Blinzelnd öffnete er die Augen und sah einen Knaben neben sich stehen, nicht viel größer als er selber war. Eigenartige Helle umgab die Gestalt. Jetzt fing der fremde Knabe auch noch an zu sprechen!

„Rudi“, sagte er mit leiser, wohlklingender Stimme. „Weißt Du, was Du heute getan hast?“

„Gespielt und Obst gepflückt“, wollte Rudi antworten, aber die Worte erstarben auf seinen Lippen. Statt dessen sagte er gepreßt:

Ich habe aus Versehen Nein gesagt“.

Du hast Nein gesagt, wo Du hättest Ja sagen müssen. Wie nennt man das Rudi?“

„Du meinst wohl, ich hätte gelogen?“ erkundigte sich der Knabe, den ein heißer Schreck durchfuhr. „Ich habe es wirklich zuerst nicht gewußt, daß das eine Münze war. Da war auch mein Nein keine Lüge.“

„Und dann Rudi?“ fragte der lichte Knabe weiter. „Dann?“

„Ich wollte es der Mutter sagen, aber sie“..... Rudi schluckte. „Es würde ihr ein bitterer Kummer sein. Ich habe gehört, wie sie das zum Vater sagte.“

„Wenn Du zuerst nicht gelogen hast, Rudi, so hast Du es dann durch Dein Schweigen getan. Du bist alt genug um dies zu verstehen.“

Ganz ernst, fast traurig, sah der schöne Knabe aus. Rudi schämte sich.

„So will ich es morgen gleich sagen“ versicherte er.

„Das ist recht“, freute sich der Lichte. „Dann hast Du Dein Unrecht wieder gut gemacht, und es wird Dir wieder leicht sein.“

Der helle Schein erlosch und Rudis Augen fielen zu. Froh und gesund erwachte er am Morgen, zur großen Freude der besorgten Mutter, die in der Nacht mehrmals an seinem Bett gewesen war. Ganz blaß sah die Gute aus. Hatte sie solche Angst um ihn gehabt?

Dann müßte sie aber doch jetzt wieder fröhlich aussehen, meinte Rudi. Aber Mutters Gesicht blieb sorgenvoll und mehrmals hörte der Knaben einen Seufzer Was mochte Mutter haben?

Sie ging dann aber aus, und erst als sie das Haus verlassen hatte, fiel es Rudi ein, daß er ihr hatte sagen wollen, daß er doch die Münze, wenn auch ohne Wissen, genommen hatte.

Er überlegte wie er es am besten sagen könnte, so daß die Mutter nicht so traurig darüber sein würde. Am besten würde es sein, wenn er abwarten könnte, daß Mutter nochmals von dem Silberstück sprach. Dann könnte er ganz nebenbei erwähnen, daß er etwas so Eigenartiges an sich genommen hatte. Aber Wenn würde Vater schelten, daß er an dem Schreibtisch sich zu schaffen gemacht hatte.

Hätte er es doch gestern gleich gesagt, noch ehe er zu Müllers gegangen war! Je länger er es hinausschob, um so schwerer wurde es.

Erst unmittelbar vor dem Mittagessen kam Mutter nach Hause. Sie überraschte Rudi mit der Kunde, daß er auf zwei Tage zur Tante fahren dürfe, die ihn eingeladen hatte. In Eile wurden seine Sachen zusammengepackt. Gleich nach Tisch würde der Wagen kommen, ihn auf das Landgut zu holen.

Die Freude darüber ließ ihn alles vergessen: Mutters besorgtes, Vaters ernstes Gesicht, seine Vorsätze. Ja, er dachte nicht einmal mehr an die Münze. Die fiel Ihm erst wieder ein, als er am Abend sein Lager aufsuchte Nun würde er erst in zwei Tagen der Mutter die Wahrheit sagen können.

Ob der lichte Knabe wohl in der Nacht wieder zu ihm kommen würde? Er wollte ihm dann schon sagen, wie alles gekommen. Das würde er doch begreifen!

Aber der Lichte blieb aus und Rudi fand keinen Schlaf! Unruhig warf er sich auf dem ungewohnten Bett hin und her. Blaß und zerschlagen erhob er sich am Morgen.

„Hast Du Heimweh Rudi?“ fragte die Tante freundlich.

Er verneinte. Heimweh war der Druck sicher nicht, den er verspürte, im Gegenteil, der Gedanke daheim vor Mutters klare Augen zu treten, schuf ihm Unbehagen.

„Lichter komm und hilf mir“, bat er vor dem Einschlafen, aber der Ersehnte blieb aus. Warum nur kam er nicht?

Am nächsten Abend brachte ihn der Wagen nach Hause, wo er mit großer Freude aufgenommen wurde. Man hätte meinen können, er sei jahrelang fern gewesen. Aber er war gedrückt und still. Den Eltern fiel es auf, doch meinten sie, morgen werde es wieder anders sein.

In Rudi rang und kämpfte der Entschluß, sich der Mutter anzuvertrauen, aber - - - er fand den Weg nicht mehr dazu. Zu lange hatte er schon geschwiegen, es würde am besten sein, er schwiege nun weiter. Wenn er nur die Münze finden könnte! Dann würde er sie einfach wieder auf Vaters Schreibtisch legen.



Eifrig suchte er und räumte unter seinen Sachen, und schließlich fand er auch das Silberstück.. Wenn er es nun gleich in Vaters Zimmer tragen würde, dann wäre er die unangenehme Sache mit einem Mal los!

Rasch huschte er auf die Diele. Dort mußte er warten, Mutter stand mit einem Besuch plaudernd beisammen. Gerade sagte sie:

„Ich hatte mich so an Anna gewöhnt, aber Du wirst verstehen, daß ich ein Mädchen, auf dem der Verdacht der Unehrlichkeit liegt, nicht länger im Hause haben mag.“

Leise schlich sich Rudi fort, er wollte nicht lauschen. Was war das mit Anna? Sie war im Hause so lange Rudi denken konnte, und alle mochten das fröhliche, willige Mädchen gern. Wäre es möglich, daß sie gehen sollte? Und was hatte Mutter von Unehrlichkeit gesagt? Was mochte sie getan haben?

Die Münze brannte in Rudis Hand. Er legte sie in seinem Zimmer tief unter die Wäsche in seiner Lade, damit er sie jetzt nicht sehen müsse und sie ihm doch nicht verloren gehe.

Am nächsten Tag begann Vaters Urlaub, die Zeit im Jahre, auf die Mutter und Sohn sich immer freuten. Vater wurde dann so fröhlich und hatte Zeit für alle Wünsche der Seinen.

Diesmal wollte sich sein ernstes Gesicht nicht aufhellen. Oftmals blickte die Mutter leise seufzend nach ihm hin. Trotzdem war der Vater sichtlich bemüht, Rudi nichts an Ferienfreude fehlen lassen. Gleich am Nachmittag, rief er ihn, zu einem weiten Spaziergang, und glückselig zog der Knabe an seiner Seite hinaus.

Am Ufer eines kleinen Waldsees sollte gerastet werden. Während Vater in Gedanken zum Himmel schaute, belustigte Rudi sich mit allerhand. Jetzt nahm er einen großen Stein und warf ihn in den See. Er wollte sehen wie weit er reichen könne.

Erstaunt blickte er auf die Stelle im Wasser, an der der Stein versunken war. Ein kleiner Strudel hatte sich gebildet, um den sich nun, auch, als er anscheinend ruhig lag, Kreis um Kreis nach außen hinzog. Immer größer wurden diese Kreise, der äußerste berührte ans Ufer schlagend, Rudis Füße.

Das mußte nochmals versucht werden! Ein noch schwererer Stein wurde geworfen, größer und weitausladender wurden die Kreise.

„Vater sieh nur“, rief Rudi begeistert, „was ein Stein anrichten kann!“

„Ja, Kind sagte der Vater sinnend. So ist es auch mit unseren Taten und Worten. Weite Kreise kann ein einziges Wort, zur Unzeit gesprochen oder unterlassen, nach sich ziehen, Wie oft schon hat eine Lüge über ein Menschengeschick entschieden.“

Als habe der Blitz vor Rudi eingeschlagen, so stand der Knabe am Seeufer.

„Unterlassen hatte der Vater gesagt! Unterlassen hatte er das Wort der Aufklärung! Bildeten sich nun auch solche Kreise? Würden sie ihm bis an die Füße reichen? Nein Rudi fühlte es deutlich, sie waren schon bis ans Herz gestiegen. Sie übten den letzten Druck aus, der ihn nicht mehr recht froh werden lassen wollte.

„Vater“, sagte das Kind in ganz verzweifelndem Ton. „Kann man den Stein nicht wieder holen? Hören dann die Kreise auf“

Wie solltest Du den Stein aus dem See fischen? Das ist unmöglich.“

Nun aber wurde der Vater aufmerksam auf die Erregung des Sohnes.

„Was ist Dir Rudi? Sollst Du ein solches Wort ausgesprochen haben, das nun unerbittlich seine Kreise zieht?“

Aufschluchzend warf sich das Kind neben den Vater auf den moosigen Boden, und stoßweise kam das Bekenntnis seiner Schuld über seine Lippen. Rudi beschönigte nichts. Nachdem er einmal begonnen, war es ihm eine Erleichterung, alle Unterlassungen zu zeigen.

Erschüttert lauschte der Vater und schwieg auch noch lange, nach dem Rudi geendet. Nur seine Hand legte sich mit leisem Druck auf das Haupt des reuigen Sohnes.

Und dann erzählte der Vater, wie er von einem Bekannten die sehr wertvolle Münze erhalten habe, um die Inschrift zu entziffern. In wenigen Tagen müsse er die Münze zurückgeben. Unausdenkbar wäre es gewesen, wenn er hätte sagen müssen, sie sei gestohlen worden! Das habe schwer auf Vater und Mutter gelegen.

Die Mutter aber habe noch besonders darunter gelitten, daß die das Vertrauen zu Anna verloren habe. Sie habe das Mädchen beim Staubwischen mit der Münze in der Hand gefunden und habe ihr erklärt, wie wertvoll das Silberplättchen sei. Danach war es verschwunden. Anna aber habe der Mutter Fragen nach der Münze gewaltig übel genommen, es sei zur Kündigung gekommen.

Dies alles hatte das Nein des Knabens verschuldet.

Wieder schwieg der Vater, aber seine Worte wirkten weiter. Nach langer Zeit hob Rudi das verweinte Gesicht und sagte entschlossen:

„Vielleicht kann ich diesen Stein doch herausholen. Was meinst Du Vater? Ich will gleich gehen und der Mutter und Anna sagen, was ich getan habe! Ich will Anna bitten, daß sie bleibt. Ich will Gott bitten, daß er mir vergibt. Vielleicht kommt dann auch der lichte Knabe wieder, der so traurig über mich war. Ich habe es wohl gemerkt.“

Der Spaziergang wurde nicht fortgesetzt. Vater und Sohn kehrten unter ernsten Gesprächen nach Hause zurück und Rudi gab sich alle Mühe, den Schaden zu bessern, den er angerichtet.

Den Stein im See aber hat er sein Leben lang nicht vergessen.



___________

In den Wäldern Afrikas.

(3. Fortsetzung)

Die Stachelgewächse gediehen, man mußte daran denken, Übergänge über den damit besetzten Graben zu schaffen. Das ließ sich nun doch nicht so unauffällig bewerkstelligen, wie man erst gedacht hatte.

Die Herden mußten die Siedelung verlassen und betreten können, also mußte wenigstens ein Übergang breit und bequem genug für sie sein. Dann aber wurden diese Stellen so deutlich, daß jeder Fremde sie leicht aufspüren konnte. Was sollte man tun?

Die Männer trugen diese Frage zu Bu-anan, die sie weitergab. Nachts wurde ihr der Bescheid, es müßten innerhalb des Ringes jede Nacht einige Männer an diesen gefährdeten Plätzen wachen. Sie könnten abwechseln, aber sie dürften niemals mit der Wachsamkeit nachlassen.

Keinem der Männer fiel es ein, hiergegen zu murren. Anu hatte angeordnet, Bu-anan hatte den Befehl übermittelt, also war es an ihnen, zu gehorchen. Es tat ihnen auch nur leid, wenn sie durch ihr Wachen die Erzählungen Bu-anans versäumen mußten, die diese nun wieder regelmäßig aufgenommen hatte.

An einem der ersten Abende hatten die Männer wissen wollen, wie das Sichtbarwerden der Kleinen zustande komme.

Bu-anan überlegte kurze Zeit, dann sagte sie:

„Ich kann Euch nur sagen, wie ich selber es mir vorstelle, und ich weiß nicht, ob es richtig ist. Da Ich aber keine andere Erklärung dafür erhalte, will ich Euch diese mitteilen.

Ich denke mir, die Kleinen werden gewöhnlich so fein und leicht sein wie alle die Lichten, die uns manches Mal besuchen. Wie zarteste Wölkchen werden sie zwischen uns schweben, sodaß unsere groben Augen sie nicht zu sehen vermögen.

Befiehlt ihnen nun Anu, daß sie uns helfen sollen, so ziehen sie sich durch diesen Befehl im Eifer des Gehorchens ganz zusammen. Dadurch werden sie fest und bekommen eine Form, die der unsern ähnlich ist. Gleichzeitig aber tun sich in uns mit Anus Befehl andere Augen auf, die Feineres zu schauen vermögen. Haben die Kleinen ihre Aufgabe erfüllt, so schließen sich unsere feinen Augen und die kleinen Wesen lösen sich wieder auf.“

Nicht alle konnten das verstehen, aber einige meinten doch, es begriffen zu haben, und sie gaben sich zufrieden.

Nun mußten die Männer berichten, wie sie die Tiere gefangen. Sie hatten weite Wanderungen unternehmen und Höhlen aufsuchen müssen. Meist führten die Kleinen sie hin, wenn die Alten auf Nahrungsjagd waren. Aber einmal hatte es doch einen harten Kampf mit einer U-au-Mutter gegeben, die sich ihre Jungen nicht hatte entreißen lassen wollen.

Da habe, gerade als der Kampf zugunsten der Männer sich entscheiden wollte, einer der Kleinen deutlich vernehmbar gesagt:

„Wer so tapfer wie Du für seine Kinder das Leben einsetzt, Du gutes Tier, der verdient, daß sie ihm gelassen werden!“

Wie ein Bann habe es plötzlich auf allen gelegen. Keiner habe mehr das Muttertier angreifen können, das mit seinen Jungen sich in die tiefe Höhle zurückgezogen habe.

An einem anderen Abend, als alle sich um Bu-anan versammelt hatten, fand die Frau den Zeitpunkt gekommen, von dem zu erzählen, was Adana ihr gekündet.

Sie berichtete, wie sie vor kurzem die Lichte habe sehen und sprechen dürfen.

„Kunde brachte sie mir aus Anus ewigem Reich, und was sie sagte, das machte mein Herz sehnend, bald dorthin zurückkehren zu dürfen. Ihr Tuimah-Leute, wenn Ihr wüßtet, wie herrlich es da oben ist, Ihr würdet Euch freuen, wenn Anus Gebot Euch von der Erde ruft.

Hoch oben thront Anu über allen Welten, die alle mit dem Wort seines Mundes geschaffen wurden. Er sprach, und es war da, er dachte, und es geschah!

Einsam thront er, denn da ist nicht einer, der ihm gleiche, nicht einer, der würdig ist, ihn zu schauen. Viele helle Götter hat er geschaffen zu seinen Dienern, aber keines ihrer Augen hat ihn je erblicken dürfen.

Unzählig viele Reiche gibt es da oben im lichten Glanz. Sie alle sind bewohnt von glückseligen Wesen, aber jedes besteht für sich. Es ist nicht wie auf der Erde, daß die Nachbarn neidisch oder gierig in das Reich schauen. Jedes Reich Ist ganz allein für sich.

Über allen aber thront Anu! Fühlt Ihr nun, wie groß und mächtig er ist? Merkt Ihr, wie gering wir sind im Vergleich zu den lichten Dienern, die ihn oben umgeben und doch zu niedrig sind, um ihn schauen zu dürfen?

Anu, wir danken Dir, daß wir wenigstens von Dir hören dürfen, dar wir in dem Erdenland leben, das durch den Hauch Deines Mundes gebildet wurde!“

Es war allen viel zu rasch, dieses Aufhören, sie hätten noch lange lauschen und vor allem fragen mögen. Aber gerade das wollte Bu-anan vermeiden. Sie sollten in der Stille das auf sich wirken lassen, was sie ihnen gesagt.

Noch nie hatte sie es so zusammenhängend geben können. Immer war es nur in einzelnen Sätzen über ihre Lippen gekommen, was sie selbst im Innersten bewegte.

Sie dankte Anu, daß sie den Leuten hatte von ihm künden dürfen. In den nächsten Tagen würde sie weiter erzählen.

Dies Versprechen hielt sie auch, solange der Stamm noch arbeitend beisammen blieb. Wenn die Männer erst wieder zur Jagd ausziehen mußten, würde keine Zeit dafür sein.

Ehe sie an einem der nächsten Abende zu sprechen begann, fragte einer der älteren Männer:

„Bu-anan, wir opfern dreimal im Jahr Widder für Anus Sohn, den Heiligen. Wenn Anu einen Sohn hat, kann er doch nicht ganz allein sein!“

Bu-anan überlegte. Gerade von dem Gottessohn hatte sie künden wollen, aber die Frage war ihr unbequem, weil sie das vorweg nahm, was sie als Krönung hatte sagen wollen.

„Ihr dürft Euch Anu nicht vorstellen wie einen Menschen“, sagte sie ein wenig unwillig. „Wenn er auch einen heiligen Sohn hat, so ist das ganz anders als bei uns. Hier wächst der Sohn bald genug zu einem selbständigen Mann auf, der sich entweder neben oder gegen den Vater stellen kann.

Oben ist das anders. Wenn ich sage: Anus Sohn, so ist das eine Benennung, damit Ihr Menschen Euch überhaupt etwas darunter vorstellen könnt. Es ist ein Teil Anus, den er nach seinem Willen aussenden und wieder zurückrufen kann. Ich weiß nicht, ob Ihr mich jetzt verstanden habt“, setzte sie ein wenig unsicher hinzu, sich im Kreise umblickend.

„Verstanden haben wir Dich vielleicht nicht, Bu-anan“, sagte eine Frau freundlich, „aber wir können in uns etwas fühlen, das uns sagt: Ja, so ist es“.

„Dieser heilige Teil Gottes, den wir den Sohn nennen, hat vor langen, langen Zeiten Anu geholfen, die Erde zu machen. Er ging als Anus Wille hinaus in die Welt und formte alles. Jetzt ist er das Licht, das die Welt erleuchtet, er ist der heilige König, der alle Reiche beherrscht. Und er ist doch immer der Gleiche, ein Teil Anus, des Ewigen.

Nun brachte mir Adana Kunde, daß dieser heilig-ewige Sohn Anus sich rüste, auf die Erde zu kommen. Er soll die Menschen kennen lernen, er soll selber sehen, wie wenig gut wir sind, wie wenig wir Anus Gnade verdienen!

Alle Himmel sind voll von dieser Kunde. Viele, unzählig Viele drängen sich um ihn, damit er sie erwähle, ihn auf dieser Erdenfahrt zu begleiten.“

Hier wurde die Erzählerin unterbrochen. Die Leute konnten ihre Fragen nicht mehr zurückhalten. Es erfüllte sie bis zum Zerspringen, dieses neue Wissen, das Bu-anans Worte ihnen eben gegeben.

„Wird er bald kommen?“ - „Wird er zu uns auch kommen?“ - „Werden wir ihn sehen?“

Die Fragen überstürzten sich, es blieb keine Zeit, sie zu beantworten. Als der Sturm sich endlich etwas gelegt hatte, sagte Bu-anan freundlich:

„Ich weiß nicht, wo der heilige Fuß die Erde betreten wird. Es gibt noch viele Reiche außer dem unseren. Vielleicht ist es noch gar nicht bestimmt, welches er aufsuchen wird.“

„So lasset uns opfern und zu ihm beten, daß er zu uns kommen möge!“ riefen die Leute flehentlich.

„Das können wir tun, Tuimah-Leute“, gewährte Buanan, „aber ich fürchte, wir sind nicht gut genug für ihn. Denket, wie oft wir etwas tun, das gegen Anus Gebote ist, wie oft wir uns drängen lassen, seinen heiligen Willen zu befolgen!“

„Wird Adana bald wieder zu Dir kommen?“ wollten die Frauen wissen. „Kannst Du es ihr nicht sagen, daß sie Anus Sohn bittet, zu uns zu kommen?“

„Adana sieht ihn nicht, weil er ein Teil Anus ist“, verwies Bu-anan. Nun wurden neue Fragen rege:

„Wenn man ihn nicht sehen kann, wird er dann auch unsichtbar hier auf der Erde sein? Wird niemand ihn sehen? Wird er nur überall hindurchgleiten wie die Lichten?“

„Nein, so denke ich es mir nicht“, war die Antwort der weißen Mutter. „Das kann er jetzt schon tun, so oft es ihn danach verlangt. Er wird sich verdichten, wie die Kleinen es machen, wenn Anus Wille sie unter uns arbeiten läßt. Er wird aussehen wie ein Mensch, nur tausendmal schöner. O, ich möchte ihn sehen!“ schloß Bu-anan aus tiefster Seele.

In dies Verlangen stimmten die meisten ein, und es wurde beschlossen, in drei Tagen einen weißen Widder ohne Makel dem Sohne Anus zu Ehren zu schlachten und dabei zu beten, daß der Gottessohn auch zu den Tuimahs kommen möge. -





Lange Zeit war seitdem verstrichen. Die Stachelpflanzen in dem Kreisgraben waren hoch emporgeschossen. Wie eine dichte Hecke umgaben sie rings die Siedlung. Wer nicht wußte, daß sie aus einem Graben emporwuchsen, mußte sich unfehlbar in ihnen verstricken, sobald er einen Weg durch sie hindurch zu finden suchte.

Es gab nur zwei Wege, und auch diese waren so zugewachsen, daß man sie immer wieder frisch hauen mußte, sobald die Herden sie beschreiten sollten. Einzelne Menschen konnten sich auch ohnedies auf ihnen bewegen. Getreulich wurde Wache gehalten, obwohl sich niemals ein Späher hatte antreffen lassen. Der damals gefangen genommene Mensch war getötet worden, sobald die Männer heimgekehrt waren.

Bu-anan sorgte dafür, dar die Männer niemals vergaßen, wie wichtig es war, daß der Stamm sich ungestört entwickeln könnte.

Diejenigen von ihnen, die auf dem Jagdzug weiter hinausschweiften, brachten oftmals Kunde mit, wie roh die Sitten der Nachbarn, wie verderbt die Frauen waren. Das durfte bei ihnen nicht Platz greifen, sie waren Anus Volk!

Mit diesem Gedanken hatten sie sich in letzter Zeit besonders viel beschäftigt; denn, so dachten sie, wenn sie Anus Volk waren und als solches lebten, dann würde er ganz gewiß seinen heiligen Sohn zu ihnen senden.

Langsam waren sie im Denken. Es brauchte viel Zeit, bis ein Gedanke sich an den anderen reihte. Hatten sie aber einmal etwas erfaßt, so hielten sie zäh daran fest und grübelten unaufhörlich darüber.

Eines Abends fragten sie Bu-anan nach ihrer Ansicht.

Sie sagte, daß das Anu vorbehalten sei, zu bestimmen, wohin er seinen Sohn senden werde. Sie glaube, es gäbe noch viel mehr Völker, die in Anus heiligem Willen lebten, die es vielleicht sogar besser täten als die Tuimah.

„Noch mehr Völker?“ fragten die Männer enttäuscht.

„Ihr werdet doch nicht wollen, daß Anu nur uns wenige Menschen hat, die an ihn glauben?“ fragte Bu-anan vorwurfsvoll. „Wir wollen wünschen, daß es deren noch viele gibt!“

Darüber mußten sie wieder lange sinnen. Sie verstanden, was die weiße Mutter meinte, aber es war ihnen schmerzlich, daß sie nicht allein Anu dienen durften. So hatten sie es seither aufgefaßt.

Es brauchte lange, bis Bu-anan ihnen das Irrige, ja Sündige eines solchen Denkens klargemacht hatte. Dann verfielen sie auf etwas anderes.

„Bu-anan, erzähle von Dir“, baten sie eines Abends. „Wie bist Du zu uns gekommen?“

„Das müssen die Alten unter Euch besser wissen als ich“, lächelte die Befragte. „Mir ist es, als sei ich immer bei Euch gewesen.“

„Ich weiß noch gut, wie Du gefunden wurdest!“ rief ein Weib. „Am Ufer des Sees lagest Du da, friedevoll schlafend. Die Männer, die Dich fanden, sagten, nahe bei Dir habe das ekle Maul eines Krokodils aus den Wassern geschaut. Es sei ein Wunder gewesen, daß es Dich unversehrt gelassen.“

„Dann wurdest Du in das Haus der Witwe Amma-na gebracht, die so gern ein Kindchen haben wollte.“

„Amma-na“, sagte Bu-anan sinnend, „sie war sehr gut zu mir. Eine Mutter hätte nicht besser für mich sorgen können.“

„Hast Du nie erfahren, wer Deine Eltern waren, Buanan?“ fragten andere. „Du hast doch schon frühzeitig mit Lichten verkehrt, haben sie es Dir nie gesagt?“

„Nein“, erwiderte Bu-anan, „das ist auch nicht wichtig. Für mich war das Bedeutungsvolle, daß ich bei Euch war. Ich nehme an, daß Anu selbst mich zu Euch gesendet, damit ich ihm hier diene.“

„Damit Du uns die Verbindung mit ihm bringen solltest“, sagte Ur-wu. „So ist es doch. Ohne Dich wüßten wir nichts von Anu, wären ebenso sittenlos wie unsere Nachbarn. Wenn wir zu Dienern Anus geworden sind, so haben wir es Dir zu danken. Du warst noch ein kleines Mädchen, als Du uns zuerst von ihm sagtest.“

„Wie war das? Erzähle, Ur-wu!“ drängten einige der Jüngeren.

„Ja, wie war das?“ sann der Häuptling. „Es ist nicht schön zu erzählen. Es ist nicht rühmenswert für uns. Ich war mit den Erwachsenen zum ersten Mal auf die Jagd gezogen. Müde, aber hingerissen von unseren Erfolgen, kehrten wir zurück.

Die Frauen hatten ein Feuer gebaut und harrten der Beute, um das Mahl zu bereiten. Da gab es Streit wie so oft damals. Irgend etwas hatten die Frauen versehen, die Männer schlugen sie, daß ihr Jammergeschrei über alle Hütten weg tönte.

Da stand plötzlich die kleine Bu-anan zwischen uns. Sie war auf einen getöteten Gelben gestiegen, um besser zu sehen und gesehen zu werden. Es sah aber prächtig aus, dieses schöne Kind auf dem König der Tiere!“

Der Erzähler hatte scheinbar ganz vergessen, daß dieses Kind jetzt unter seinen Hörern saß. Er war völlig in die Vergangenheit verstrickt.

„Wir alle liebten Bu-anan mehr als alles andere. Wenn wir das Kind sahen, so wurden unsere Herzen leichter. An jenem Abend aber erschraken wir, als die großen Augen anklagend auf uns gerichtet waren.

„Was tut Ihr, Ihr Männer, Ihr schlechten Männer?“ rief das Kind mit heller Stimme. „Wenn Ihr Lust habt, Eure Kräfte zu zeigen, so schlaget Euch untereinander! Die Frauen werden jetzt mit mir gehen. Wir wollen nichts mehr von Euch! Kommet, Ihr Frauen, Ihr armen Frauen.“

Und das Wunder geschah: die Frauen machten sich von den vor Staunen regungslosen Männern frei und folgten dem Kinde, das sie zu den Hütten zurück führte.“

„Ich weißl“ rief eine Frau lebhaft. „Bu-anan hieß uns, bei den Hütten ein Feuer zu entzünden. Wir aßen Brot und tranken Milch, da wir kein Fleisch hatten. Aber uns war es so lieber. Danach aber begann das Kind zu sagen von Anu, dem Herrn aller Welten, der die Frau geschaffen, daß sie die Männer lehre, ihre Sitten mildere und den goldenen Strahl festhalte, den Anu aus seiner Herrlichkeit nach unten gesendet. „Männerhände sind zu rauh dafür“, sagte das Kind. „Ihr Frauen müßt ihn halten, in Eure Herzen müßt Ihr ihn betten, damit er nicht wieder von Euch weiche!“ In dieser Nacht ging keine von uns in die Hütte des Mannes zurück!“

„Ja“, sagte Ur-wu, ein wenig verlegen. „Erst mußten wir sehen, wie wir das Fleisch brieten. Wir meinten, weil die Frauen es könnten, müsse es eine leichte Arbeit sein. Aber wir mußten an jenem Abend schrecklich Verbranntes als Speise nehmen. Das machte uns nachdenklich. Wir schämten uns gewaltig vor Bu-anan, dem Kinde, und seinen klaren Augen. Die erwachsenen Männer beschlossen, möglichst spät Ihre Hütten aufzusuchen, und über das Vorgefallene nicht mit den Frauen zu sprechen.

Da kam die zweite Beschämung: niemand fand seine Frau daheim. Sie saßen alle mit Bu-anan um ein Feuer und das Kind erzählte.“

Ur-wu machte eine Pause und dachte nach. Da griff ein anderer Mann ein.

„Was jetzt kommt, weiß ich besser“, rief er. „Ur-wu war damals noch unbeweibt. Er wußte das Nächste nur vom Erzählen der anderen. Ich habe es selbst erlebt an meinem eigenen Weibe. Wenn sie noch lebte, könnte sie es Euch selbst berichten, wie sie am nächsten Morgen mit leichtem Schritt auf unsere Hütte zutrat, als sei nichts gewesen. Ich bat sie um Milch und Brot. Sie gab mir beides und sah mich freundlich an.

Da faßte ich nach ihrer Hand und fragte, ob sie die Schläge vergessen wolle. Wieder kam ein freundlicher Blick, der mich sehr überraschte. Die Worte aber überraschten mich noch viel mehr:

„Ihr armen Männer wißt es nicht besser. Ihr müßt erst lernen!“

Ich ging an meine Arbeit, aber den ganzen Tag verfolgten mich diese Worte. Wir, die Herren des Stammes, sollten erst lernen, weil wir unwissend waren. Ein solches Mitleid hatte aus den Worten geklungen!

Gegen Abend fanden wir Männer uns zusammen und Mur-nu, der damals Führer war, schlug vor, die Frauen rufen zu lassen, damit sie das Feuer bauten und das Fleisch brieten. Aber der Bote, der ausgesendet worden, kehrte ohne die Frauen zurück.

Wir sollten uns ohne sie behelfen, sagte er, sie brauchten die Abende, um von Bu-anan zu lernen. Später würden sie uns dann lehren.

Nun zeigte es sich, daß fast alle Frauen daheim so gesprochen hatten wie die Meine!“

„Ihr müßt aber nicht denken, daß Bu-anan uns angewiesen, so zu sagen“, nahm die Frau wieder das Wort, „es kam ganz von selbst aus uns, nachdem das Kind uns von Anu erzählt hatte.

Wir sahen, wieviel wir zu lernen hatten, und wollten unseren Männern erst wieder gegenübertreten, wenn wir ihnen künden könnten, was in uns aufgegangen.

Darum blieben wir auch noch lange von ihnen getrennt. Am Tage besorgten wir die Kinder und das, was sonst zu geschehen hatte. Abends saßen wir mit Bu-anan am Feuer und lernten. Nachts schliefen wir gemeinsam am Feuer. Es war eine schöne Zeit!“

„Uns erschien sie nicht so“, berichtete nun Ur-wu weiter. „Ich hatte mir damals meine Hütte gebaut, um ein Mädchen hinein zu holen. Aber diese entzog sich mir, genau wie die Frauen es taten. Wir saßen abends allein am Feuer. Und die Beute war so groß gewesen, daß wir nicht einmal einen Grund hatten, wieder auf die Jagd zu ziehen!“

Einige der jüngeren Männer lachten. Sie konnten sich die Hilflosigkeit der Verlassenen vorstellen.

„Es ist doch merkwürdig, daß ein Kind eine solche Macht über die Frauen hattet“ meinte einer von ihnen.

„Sage nur gleich: über alle Herzen; denn wir Männer gehorchten der Kleinen ebenfalls ohne Widerrede. Nur sie hinderte uns, die Frauen mit Gewalt zurückzuholen. Wir wollten nicht noch einmal hören, daß wir schlechte Männer seien.

Aber kannst Du, der Du doch von Anu weißt, wirklich nicht verstehen, warum dem Kinde eine so große Macht gegeben war?“

Der Angeredete schwieg. Als aber aller Augen sich auf ihn richteten, begriff er, daß er reden müsse.

„Anus Kraft war mit ihr“, sagte er verlegen.

„ja, gewiß!“ sagte Ur-wu ernst. „Sie war mit ihr, wie sie mit allem Reinen ist. Immer wird das Licht stärker sein als das Dunkel. Ist es nicht so, Bu-anan?“

Die Angeredete schreckte aus tiefem Sinnen empor.

„Schwach ist nur der, der die Verbindung verloren hat mit Anu“, stimmte sie zu. Dann fuhr sie fort:

„Es ist so merkwürdig, daß wir heute über das sprechen, was so lange schon vergangen ist. Ich kann mich nicht mehr an alles erinnern, aber ich weiß, daß ich damals am Feuer den Frauen künden mußte, was Adana mir gesagt. Wenn sie es mir sagte, war es mir stets, als wache etwas in mir ganz innen auf, das schon immer da gelebt hatte.“

„So sprachst Du auch“, sagte die Frau wieder, in der an diesem Abend die Vergangenheit lebendig geworden. „Du redetest, als hättest Du alles, von dem Du uns kündetest, mit eigenen Augen gesehen. Anu muß seine Freude gehabt haben an dem Kinde, das von ihm spracht“

„Wann haben denn die Männer endlich ihre Frauen wiederbekommen?“ erkundigte sich ein jüngerer Mann.

„Es dauerte bis zum nächsten Jagdzug“, berichtete Urwu. „Wir kamen mit Beute beladen. zurück, ganz gefaßt darauf, daß wir alle Arbeit wieder allein tun müßten, da fanden wir ein loderndes Feuer, an dem die Frauen und Mädchen uns erwarteten.

Als das Mahl gehalten war, holten wir Bu-anan und baten sie, uns von Anu zu künden. Und sie tat es.“

„Wirst Du auch einmal so von uns gehen, wie Du gekommen bist, Bu-anan?“ fragte eine jüngere Frau ängstlich.

„Ich werde bleiben dürfen, bis meine Aufgabe an Euch erfüllt sein wird“, gab die weiße Mutter zurück. „Wie lange es noch währen wird, vermag ich nicht zu sagen. Aber es wäre herrlich, wenn ich das Kommen des Gottessohnes noch erleben dürfte!“

Laute Rufe der Wachen unterbrachen sie. Das war noch nie vorgekommen. Irgend etwas Wichtiges mußte sich ereignet haben, daß die Wache um Verstärkung rief. Die Männer sprangen auf, griffen zu den neben ihnen liegenden Messern und enteilten.

Die Frauen wollten zum Teil nachdrängen, aber ein Wort Bu-anans hielt sie zurück. Es verlangte sie selber, zu erfahren, was draußen am Graben vorging, aber sie konnte warten.

Nach ganz kurzer Zeit kamen zwei. Boten mit der Nachricht, daß sich ein riesiger Gelber in den Stachelgewächsen gefangen, habe. Nun konnte man ihn auch brüllen hören.

Bu-anan entließ die Frauen und Mädchen, die es nicht mehr verlangte, an den Graben zu kommen, und folgte ihrerseits der Bitte Ur-wus, der nicht recht wußte, wie er sich verhalten sollte.

Als sie an der Einbruchstelle stand, zog großes Mitleid mit dem gefangenen Raubtier in ihre Seele. Es war ein ganz ausgewachsener, prächtiger Gelber mit buschiger Mähne.

Er hatte den Graben überspringen wollen und war bäuchlings in die Stacheln gefallen. Je mehr er sich mühte, herauszukommen, um so tiefer sank er ein und verstrickte sich vollends. Sein Gebrüll war in Schmerzensstöhnen übergegangen.

„Ich würde ihn gern töten“, sagte Urwu bedauernd; denn auch ihm tat das herrliche Tier leid, „aber wir können ihn nicht erreichen. Es ist aber entsetzlich, ihn hier dem langsamen Tod auszuliefern. Bu-anan, rate Du!“

Sie war bis an den Rand der Grube vorgetreten und streckte die Hände betend über das gefährdete Tier.

„Anu, hilf Du. Es ist auch Dein Geschöpft Du hast es erschaffen lassen, wie Du uns ins Leben riefst. Zeige mir einen Weg, den Gelben zu befreien.“

Kurze Zeit stand sie schweigend, das Haupt leicht geneigt. Die Männer schwiegen mit ihr und sogar das Tier schien zu fühlen, um was es sich handelte. Es hatte aufgehört zu stöhnen.

Nun sprach sie zu ihm.

„Gelber, höre mich! Bewege Dich nicht mehr; denn Du wirst dadurch tiefer sinken. Wir wollen versuchen, Baumstämme unter Deinem Körper durchzuschieben. Du mußt alles geduldig geschehen lassen. Niemand will Dir Böses. Auch Du wirst den Männern nichts tun, wenn sie Dich gerettet haben werden.“

Ur-wu hatte verstanden, was zu tun war. Flink wies er die Leute an. In der Nähe lagen Stämme unlängst gefällter Bäume. Die Hälfte der Männer überschritt den Graben an der hierfür zugerichteten Stelle, und während die einen den Stamm hinüberschoben, versuchten die andern sich seiner zu bemächtigen.

Es ging leichter, als man zuerst gedacht hatte. Bu-anan sah wohl, daß die Männer unsichtbare Hilfe hatten. Die Kleinen standen auf den Stachelpflanzen und schoben an dem Stamm, den Ur-wu zunächst neben den Gelben legen ließ.

Kaum lag der Stamm, da schoben die kleinen Helfer eine der Vordertatzen auf den Stamm. Das beruhigte den Gelben und zeigte den Männern, daß sie in gleicher Weise fortfahren sollten.

Noch drei Stämme wurden neben den ersten geschoben. Nun wandten sich die Kleinen an Bu-anan und baten sie, die Männer zu veranlassen, nun, auch an die andere Seite des Gelben mehrere Stämme zu schieben. Auf diese legten sie die Hinterbeine des Tieres.

„Nun rufe Deine Leute zurück! Jetzt muß der König der Tiere den Sprung wagen“, riefen die Männlein.

Bu-anan erklärte den Leuten, um was es sich handelte, und bat sie, sich möglichst weit vom Graben zu entfernen.

„Kann er nicht nach der anderen Seite springen?“ fragte Ur-wu in Besorgnis. Es gefiel ihm nicht, den Gelben innerhalb des schützenden Ringes zu haben.

Aber Bu-anan bewies ihm, daß das gewaltige Tier sich nicht umwenden könne. Es müsse in der Richtung springen, in der es jetzt stand.

„Wird er springen können, wenn wir die Balken loslassen?“ fragte einer der Männer.

Daran hatte niemand gedacht. Irgend etwas mußte die Enden der Stämme beschweren. Mit unendlicher Mühe schleppten die Männer Steine herbei und legten sie auf die dünneren Enden.

Danach zogen sie sich zurück, stürmten aber alle nochmals herbei, als sie sahen, daß Bu-anan nicht daran dachte, den Grabenrand zu verlassen.

Mit freundlichen Worten schickte sie sie aufs neue fort.

„Ich stehe im Schutze Anus“, sagte sie, „unzählige kleine Wesen umgeben mich. Es wird mir nichts geschehen. Ich muß aber hier bleiben, um mit dem Gelben zu reden.“

Da zogen sich die Männer abermals zurück. Bu-anan trat so nahe wie möglich zu dem Tier und beredete es, unterstützt von den hilfreichen Kleinen, den Sprung zu wagen.

Der gewaltige Körper zog sich eng zusammen, der Kopf duckte sich, der Sprung gelang. Mit zitternden Flanken stand der König der Tiere vor Bu-anan, die erbarmend auf ihn blickte. Sein Leib war mit großen Stacheln gespickt. Wie mußte ihn das schmerzen.

Ohne zu überlegen streckte die weiße Mutter die Hand aus und zog einen der Stacheln heraus. Die Männer überlief es kalt. Wenn sie auch mit dem Messer in der Faust bereit standen, es würde wenig nützen. Ein einziger Prankenhieb des sehr großen Tieres würde genügen, Bu-anan zu zerschmettern.

(Fortsetzung folgt)









Fragen-Beantwortungen


durch Abd-ru-shin


Frage: Hat die in der Botschaft erwähnte einseitige Großzüchtung des Vorderhirns des Menschen außer den furchtbaren geistigen Folgen dieser Erbsünde auch körperliche Nachteile?

Antwort: Sehr viele, da der Erdenkörper auf harmonische Entwicklung des Gehirnes eingerichtet ist und nicht auf die einseitige. Wer die Bedeutung des Gehirns für den menschlichen Körper kennt, wird dies ohne weiteres verstehen. Es bleiben durch die falsche Behandlung sehr viele Fähigkeiten des Körpers unterdrückt, die sich sonst zu größerem Nutzen des Menschen entfaltet haben würden, andere wieder können nur spärlich zur Geltung kommen während im Allgemeinen auch viele Krankheiten erstehen, von denen die Menschheit verschont geblieben wäre.

Das alles gibt eine dauernde Verkürzung der irdischen Lebensdauer, die sehr beträchtlich ist.

Die Menschheit wird in späterer Zeit nach erfolgter Umgestaltung mit Grauen erkennen wie sehr sie mit diesem Abweichen von den Schöpfungsgesetzen auch irdisch gesündigt hat und welcher Schaden dadurch entstand. Viele Krankheiten werden vollständig verschwinden und die Lebensdauer eine überraschende Länge annehmen.

Jetzt erst noch näher auf diese Dinge einzugehen hat gar keinen Zweck; denn die Wandlungen kommen genau selbsttätig und in solcher Einfachheit mit der Aufnahme des verborgenen, lebendigen Wortes, daß die umgewandelten Menschen nur noch die Köpfe schütteln werden über das vorgetäuschte „hohe Wissen“ der verbogenen Zeit, deren Hohlheit durch sich selbst sich zeigen und zusammenbrechen mußte.







Frage: Es wird mir oft so schwer, meine Mitmenschen richtig zu erkennen, derart, daß ich sie nach ihrem inneren Wert einzuschätzen fähig bin. Und die Enttäuschungen schmerzen dann. Mancher Mensch, der wirklich Großes geleistet hat, entpuppt sich bei näherem Kennenlernen in seiner persönlichen Art als sehr klein. Wie ist das möglich?

Antwort: Wenn der Mensch nach seinem innerem Werte bekannt werden soll, nicht nur nach seinen vielleicht großen irdischen Werken, so muß auf die Kleinigkeiten geachtet werden, die er in seinem Wesen zeigt.

Gerade die vielen unbeachteten Kleinigkeiten zeigen das Eigentliche, das Persönliche des Menschen. Es ist sehr selten, daß ein Mensch in seinen Werken steht, sondern er stellt diese in den meisten Fällen vor sich hin.

Nur ein reifer Menschengeist ist eins mit seinen Werken.



Er allein ist dadurch auch wirklich lebendig in seinem Alltagswirken, zum Unterschiede von den vielen, welche Ihre Arbeit nur automatisch erfüllen, selbst aber neben diesen Arbeiten verbleiben.

Den Letzteren fehlt natürlich auch die rechte Arbeitsfreude. Wohl können auch solche Menschen treu sein in einer Pflichterfüllung, aber sie sehen diese Erfüllung als einen Zwang an, in den günstigsten Fällen als einen für das Leben notwendigen Zwang, sie finden aber nie eine wirkliche Befriedigung darin, dadurch auch keine Freude, sondern sie schielen dabei immer verlangend nach etwas Anderem.

Dieses Andere hat dann gewöhnlich wenig mit Arbeit zu tun, sondern mit Erfüllung von Wünschen für Genüsse, die für den rechten Menschen erst aus den Pflichterfüllungen und aus freudig geleisteter Arbeit hervorgehen dürfen; denn wahre Freude und ungetrübter Genuß ersteht nur in dem Bewußtsein treuer Pflichterfüllung und getaner freudiger Arbeit.

Beobachtet die Menschen auch hierbei in den Kleinigkeiten, dabei ist sehr schnell zu erkennen, ob sie ihre Arbeit ganz tun, also freudig, oder automatisch. Darnach sind sie einzuschätzen





Frage: Abd-ru-shin spricht unter anderem in seiner Botschaft von einem großen Schöpfungs-Gesetz, daß nur im Geben auch rechtes Empfangen ruhen kann. Ich würde dankbar sein, gerade darüber noch genauere Hinweise hören zu dürfen, die mein Denken auf die richtige Bahn lenken.

Antwort: Dieses Gesetz durchdringt alles. Bei einiger Beobachtung ist es nicht schwer, es zu erkennen und daran zu lernen.

Es erstreckt sieh nicht nur auf das bewußte und gewollte Denken und Tun der Menschen oder auf ihr Wirken in den einzelnen Berufen, sondern auch auf alle als selbstverständlich angesehene Vorgänge, die in gewissem Grade selbsttätig sich vollziehen.

Betrachten wir einmal das Atmen! Nur wer richtig ausatmet, kann und wird selbsttätig auch das gesunde und vervollkommnete Einatmen vollziehen, ja, er ist durch rechtes Ausatmen dazu veranlaßt und gezwungen. Das gibt dem Körper Gesundheit und Kraft,

Im Ausatmen gibt der Mensch! Er gibt etwas her, was in der Schöpfung von nutzen ist es sei hierbei nur der Kohlenstoff genannt, der zur Ernährung gebraucht wird. Rückwirkend oder nachwirkend ist der Mensch, der Sorgfalt auf das Atmen verwendet, in die Lage versetzt, tief und mit Behagen wieder einzuatmen, wodurch ihm große Kraft zuströmt, ganz anders wie bei oberflächlicher Atmung.

Umgekehrt ist dies nicht der Fall. Der Mensch kann tief und genießerisch einatmen, ohne deshalb selbsttätig gezwungen zu sein, auch gründlich auszuatmen; denn die meisten Menschen vollziehen gerade das Ausatmen oberflächlich.

Sie suchen wohl genießerisch zu nehmen, doch sie denken nicht daran, daß sie auch etwas geben sollen.

Und aus dem Unterlassen des richtigen Gebens, also des vollkommenen Ausatmens, folgert mancherlei: Ersten kann der Mensch dadurch nie zu dem rechten Genießen des Einatmens kommen, und zweitens wird nicht alles das ausgestoßen, oder fortgeschafft, was für den Körper schädlich oder unverbrauchbar ist und diesen belasten oder im gesunden Schwingen hemmen muß, wodurch mit der Zeit vielerlei Krankhaftes erstehen kann. Ein aufmerksamer Beobachter wird auch hierin das unaufdringlich wirkende Gesetz erkennen.

Nicht anders in gröberen körperlichen Dingen. Die genußreiche Aufnahme der Speisen kann nur dadurch Verdauung, also Umänderung und Weitergabe zur Ernährung der Erde und Pflanzen erzielt werden. Es ist unbedingt davon abhängig.

Und wie es mit den körperlichen Dingen ist, so ist es auch mit den geistigen Vorgängen. Will ein Geist schöpfen, also empfangen, so muß er das Empfangene weitergeben Das Wandeln oder Formen von der Weitergabe stärkt und stählt den Geist, der in dieser Erstarkung immer mehr und immer wertvolleres aufzunehmen fähig wird, nachdem er Raum dazu geschaffen hat, durch Weitergabe, sei es in Wort oder Schrift oder sonstiger Tat.

Es bringt ihm erst nach Weitergabe Erleichterung, sonst würde es ihn drücken, ständig belästigen oder beunruhigen und könnte ihn zuletzt sogar ganz niederdrücken. Nur im Geben, also weitergeben kann er wiederum erneut empfangen.

Ich führe diese leicht zu beobachtenden Dinge nur an, um einen Hinweis zu geben für das Große, dauernd Wirkende. Alle Vorgänge in der Schöpfung unterliegen diesem Gesetze. Auswirkend zeigt es sich natürlich der jeweiligen Ebene und Art entsprechend in stets anderer Formung.

Man kann diese Gesetze auch anders bezeichnen, von anderer Seite aus beleuchten, in dem gesagt wird: Wer empfängt muß weitergeben, sonst kommt es zu Stauungen und Störungen, die schädlich sind und vernichtend wirken können, wie es gegen das wirkende Schöpfungsgesetz ist. Und es gibt keine Kreatur die nicht empfängt







Frage: Oft ist von Deutschland aus die Behauptung an mich getreten, Abd-ru-shin sei Jude. Schon seit Jahren hörte ich davon immer und immer wieder, und in letzter Zeit sonderbarerweise mehr denn je. Die Absicht, damit irgend eine Schädigung herbeizuführen, ist unverkennbar, deshalb würde ich dankbar sein, einmal von Abd-ru-shin selbst eine Antwort darauf zu hören, der sich wie immer bei allen Angriffen auch in dieser Angelegenheit vornehm zurückhält.



Antwort: Ich kann ihnen auf ihre Frage mit größter Einfachheit antworten: die Behauptung, daß ich ein Jude sei, ist Lüge, und zwar eine sehr plumpe Lüge, weil ohne weiteres das Gegenteil in diesem Fall nachgewiesen werden kann, wie es bei manchen bisher sehr geschickt angelegten Verleumdungen in Entstellung von Tatsachen nicht immer so leicht der Fall gewesen ist.

Ich habe mich über die eigentlichen Ausgangsstellen in diesem Falle nicht gekümmert, aber wenn dort alles auf so schwachen Füßen steht, wie diese lächerliche und selbstverständlich übel gemeinte Lüge, so wird es für die Dauer nicht gut damit bestellt sein.

Es wurde vor Jahren in einer deutschen Zeitung mit derselben Absicht sogar einmal ein Bild von mir gebracht, an dem ich erkennen konnte, daß sogar für diesen Zweck eine Fotografie von mir durch retuschieren zurechtgestutzt, also gefälscht worden sein mußte, weil keine Ähnlichkeit mit der wirklichen Aufnahme mehr vorhanden war. Vielleicht ist die betreffende Zeitung damit getäuscht worden. Aber ich hatte auch damals geschwiegen, weil es mir zu lächerlich erschien, um auch nur ein Wort darüber zu sagen.

Wer an solche Dinge glauben will und deshalb meine Werke ablehnt oder sie nicht lesen will, der soll es ruhig tun; denn ich zwinge meine Vorträge niemand auf.

Trotzdem es für mich eine vollkommene Nebensache ist, habe ich den Nachweis meiner sogenannten reinarischen Abkunft bis zum 16. Jahrhundert zurück in meinen Händen. Diese Beweise wurden von gerade und ehrlich denkenden Menschen gesammelt, es geschah nicht auf meine Veranlassung.

Meine Botschaft selbst aber ist sachlich und richtet sich an alle Menschen, die auf der Erde eine Spanne Zeit verbringen dürfen. Ich würde gegen Gottes heiliges Gesetz handeln, wenn ich äußerlich Unterschiede darin machen wollte.







vvv

Öffnet Auge und Ohr,

damit Tropfen des Lichtes

guten Boden finden:


Wenn aber der Mensch alles besäße, und hätte der Liebe nicht, so wäre er doch nur ein tönend Erz oder eine klingende Schelle, also ohne Wärme, ohne Leben. . . nichts!

Findet er doch zu irgend einem seiner Nächsten die wahre Liebe, die nur darnach strebt, dem anderen geliebten Menschen Licht und Freude zu bringen, ihn nicht durch unsinniges Begehren herabzuzerren, sondern schützend emporzuheben, so dient er ihm, ohne sich dabei des eigentlichen Dienens bewußt zu werden, da er sich dadurch mehr zu einem selbstlosen Geber und Schenker macht. Und dieses Dienen ringt ihn frei!


* * *

Wenn ein Mensch seinem Nebenmenschen gegenüber Hypnose anwendet, so bindet er damit dessen Geist! Diese Bindung an sich ist geistiges Vergehen oder Verbrechen. Es entschuldigt nicht, wenn Hypnose zum Zwecke der Heilung einer körperlichen Krankheit angewendet wird, oder als Mittel zu einer psychischen Verbesserung.

* * *

Nutzbar machen kann sich der Mensch die Kräfte, die den Willen Gottes, tragen, nur dann, wenn er sie genau studiert, also erkennt, und sich darnach richtet. Das Mit-ihnen-rechnen oder Sich-darnach-richten ist In Wirklichkeit aber weiter nichts als ein Sich-einfügen also ein Sich-beugen! Sich nicht gegen diese Kräfte stellen, sondern mit ihnen gehen.

Die falsche Rücksichtnahme den Zweiflern gegenüber kann nicht damit entschuldigt werden, daß den „Gläubigen“ die Sache zu „heilig und zu ernst“ ist, als daß sie sie etwaiger Verspottung aussetzen möchten. Es ist auch keine Bescheidenheit mehr zu nennen sondern lediglich niedere Feigheit! Heraus endlich mit der Sprache, wess’ Geistes Kinder Ihr seid! Furchtlos jedem Menschen gegenüber, mit dem Stolze, der der Gotteskindschaft gebührt! Nur dann werden auch die Zweifler ihren nur Unsicherheit verratenden Spott endlich zu zügeln gezwungen sein. Jetzt aber wird er durch das furchtsame Verhalten vieler „Gläubigen“ nur großgezogen und genährt.


* * *

Wenn es heißt, daß der Mensch nicht an irdischen Gütern hängen darf, sobald er nach dem Himmelreiche strebt, so ist damit nicht gesagt, daß er irdische Güter verschenken oder wegwerfen soll, um in Armut zu leben. Der Mensch kann und soll froh genießen von dem, was ihm Gott durch seine Schöpfung zugänglich macht. An irdischen Gütern „nicht hängen dürfen“ bedeutet nur, daß sich ein Mensch nicht so weit reißen lassen soll, ein Zusammenraffen von irdischen Gütern als obersten Zweck seines Erdenlebens anzusehen, sich also dadurch vorwiegend an diesen Gedanken „zu hängen“.

Abd-ru-shin.



Mitteilungen an die Leser.

1. Abd-ru-shins Grals-Siedlung

auf dem Vomperberge in Tirol.


Das Bestreben Abd-ru-shins ging bei Errichtung dieser Siedlung dahin, irdisch eine Stelle zu schaffen, welche zeigt, daß unter Menschen verschiedener Bildungsgrade und Nationen in voller Harmonie frohes Wirken sein kann, wenn ein gleiches geistiges Ziel sie verbindet. Dieses gemeinsame Ziel ist auf Grund der Gralsbotschaft Abd-ru-shins aufgebaut, die ein Schöpfungswissen offenbart, wie es den Menschen bisher noch nie gegeben werden konnte.

Und dieses Wissen von den in der Schöpfung selbsttätig wirkenden Entwickelungsgesetzen verbindet alle Menschen als solche und bringt in ihnen den Glauben an Gott zur unerschütterlichen Überzeugung!

Dabei fallen die Grenzen der Konfessionen. Ob Katholik oder Protestant, Buddhist, Mohammedaner oder Anhänger irgend einer anderen Glaubensrichtung, alle stehen freudig nebeneinander und versuchen, wirklich Mensch zu sein, weil sie wissen, daß nur das wahre Menschentum der reinste Gottesdienst ist!

Die Gralsbotschaft wölbt sich vereinigend wie eine Kuppel über alle die verschiedenartigen Richtungen und trägt damit den Frieden in sich. Abd-ru-shin spricht selbst:

Mein Ziel ist geistiger Art!



Ich bringe keine neue Religion ich will keine neue Kirche gründen, ebensowenig irgend eine Sekte, sondern ich gebe in aller Einfachheit ein klares Bild des selbsttätigen Schöpfungswirkens, das den Willen Gottes trägt woraus der Mensch deutlich zu erkennen vermag, welche Wege für ihn die rechten sind.

Politische „Anschauungen“ liegen mir daher vollkommen fern.

Die Grals-Siedlung auf dem Vomperberge will ich zu einem „Hort des Friedens“ machen und zu einer „Quelle geistiger Kraft“ für alle welche ernsthaft darnach streben.

Das zu schaffen ist mein einziges Bestreben, und das kann nur jedem Menschen, damit auch jeder Familie und jedem Staate Nutzen bringen.“ - Diese Siedelung zeigt deutlich, daß so etwas irdisch möglich ist; denn jeder Besucher wird ohne weiteres sofort den Eindruck gewinnen, daß aus den dort wohnenden so verschiedenartigen Menschen eine gemeinsame Freude strahlt, die um so auffallender wirkt, weil sie sonst in solcher überzeugenden Art nicht zu finden ist.

Die unversiegbare Quelle dafür ist das einheitIiche, jubelnde Gotterkennen durch die Schöpfung. Wer in der Schöpfung zu lesen versteht, muß damit auch den Schöpfer klar erkennen, sowie dessen Willen, der sich in dem Weben dieser Schöpfung deutlich zeigt. Und damit hören alle Streitigkeiten auf.

Abd-ru-shin, dem diese Siedelung gehört, hat eine eigene, wohlausgebildete Feuerwehr, die einen Ruf besonderer Schlagfertigkeit und Besonnenheit errang. Außer dem großen Verwaltungsgebäude hebt sich die Gralsschule empor, die als Privatschule staatlich genehmigt ist. Ein kleiner Waldfriedhof zwingt den Besucher die Überzeugung auf, daß hier wirklicher Frieden herrscht, namentlich wenn die Sonnenstrahlen durch die Bäume auf die Gräber fallen und die Vögel ihre Lieder singen.

Schlicht wirkt die Vortragshalle, in der außer den Sonntagsandachten sich zu den drei großen Galsfeiern in jedem Jahre Menschen aus allen Ländern und Erdteilen zusammenfinden, um dabei geistige Kraft zu schöpfen und frohes Wollen hinauszutragen. Der Frieden schwingt in wissender Gottverehrung.

Die vornehme Zurückhaltung, der Menschen in der Siedelung, die sich durchaus keiner einseitigen Zurück-gezogenheit hingeben, sondern gern und oft die Kunststätten der nahen Landeshauptstadt Innsbruck besuchen, gaben natürlich Ursache zu den abenteuerlichsten Gerüchten und Vermutungen von Geheimnissen aller Arten. Doch Geheimnisse sind in dieser Siedelung nicht zu finden. Wenn überall alles in so einfacher Klarheit sich zeigen könnte als das Leben in der Grals-Siedelung Abd-ru-shins, wo man bestrebt ist, das Wort der Botschaft im Alltag lebendig werden zu lassen, so wäre es gut um alle Menschen auf der Erde bestellt und es würde ohne Ausnahme Frieden herrschen. -






2. Betrifft die Erzeugnisse

des Yaspis-Laboratoriums


Wir freuen uns, daß wir zahlreichen Menschen mit dem Hinweis auf die Yaspis - Tees einen so außergewöhnlich guten Dienst leisten konnten; denn es liegt uns viel daran, mit den Lesern unserer Monatsschrift eine persönlichere Verbindung zu schaffen, als es bisher im Allgemeinen zwischen Verlag und Kunden üblich war.

Wir wollen damit etwas Neues schaffen und so lebendig gestalten, daß ein gemeinsames, frohes Schwingen sich entfalten kann.

Es soll von unserer Seite keine Mühe gescheut werden. Damm wollen wir auch in unserer Monatsschrift „Die Stimme“ den Interessen der Leser immer mehr Platz einräumen und eine Auskunfts- und Beratungsstelle in Alltagsdingen errichten, um verschiedenartige an uns eingesandte Wünsche erfüllen zu können.

Deshalb sei heute schon auf manche Anfrage hin mitgeteilt, daß die in ihrer Wirkung so hoch gewerteten Yaspis - Tees und andere Yaspis-Artikel, wie das zu schnell wirkender Kräftigung vorzüglich geeignete flüssige Genußmittel „Marhaba“, der sichtbar Erfolg bringende „Frauentrank“, außerdem der stärkende „Magenwein“ und das aufbauende „Briosa“, die lindernde „Arnikasalbe“ und „Arnikatinktur“, sowie alles andere und die kosmetischen Yaspis-Erzeugnisse, so da sind: Hautöl, Kräuteröl, Karwendelöl, Gesichtscreme, Kräuterseife, Edeltannduft und Badezusatz, das beliebte Mundwasser und schützende Nasenöl, hergestellt und versendet werden In dem

Yaspis-Laboratorium



der Schönenberger-Seiler Aktien-Gesellschaft in Herisau bei St. Gallen (Schweiz), wohin alle Anfragen, Bestellungen und Wünsche für die neuesten Verzeichnisse zu richten sind.

Es wird von dem Yaspis-Laboratorium ausdrücklich gebeten, daß alle Bezieher sich nicht mehr wie so oft auf den Vomperberg in Tirol mit ihren Wünschen wenden, da dies nur Verzögerung durch die damit notwendige Umleitung bedeutet.

Wir wissen, daß wir den Lesern unserer Monatsschrift und deren Bekannten mit dieser Mitteilung einen besonderen Dienst erweisen und hoffen, dies noch oft in immer mehr sich erweiterndem Maße tun zu können.



VERLAGS-A.-G. „DIE STIMME“

Zürich 7, Drusbergstraße 17

Telephon 46.575 - Postcheckkonto VIII 5345.



























Abonnementspreise:

Monate: 1 2 3 6 12

1,60 3.20 4.80 9.60 19.20

    1. Fürs Ausland 30 Cts. mehr.




Inhalt!


Seite

1. Spruch. Von Susanne Schwartzkopff. 4

2. Liebe! Von Hermann Wenng 5

3. Keuschheit! Von Abd-ru-shin 13

4. Ein Tempel der Reinheit! Von Susanne Schwarzkopff 16

5. Einsendungen aus dem Leserkreis

1) Neuzeitliche Ernährung. Von Robert Deubler. 21

2) Der Enstieg. Von Hildegard Hagel. 31

6. Rudi! Von Charlotte von Troeltsch. 37

7. In den Wäldern Afrikas. 49

8. Fragen-Beantwortungen durch Abd-ru-shin. 54

9. Tropfen des Lichtes von Abd-ru-shin. 56

10. Mitteilungen an die Leser. 58












Herausgeber: Verlags A.-G. ,,Die Stimme”, Zürich, Drusbergstraße 17.

Verantwortlich: Für die einzelnen Artikel und Mitteilungen die

Verfasser. Für den übrigen Teil: Herr Arthur Giese, Zürich.


1

← Alle Vorträge · Startseite